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	<title>Rentenmarkt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Arianndi: Wiki-Link</title>
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		<updated>2025-12-06T22:14:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wiki-Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rentenmarkt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Obligationenmarkt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anleihenmarkt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bondmarkt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, [[Englische Sprache|englisch]] &amp;#039;&amp;#039;Bond market&amp;#039;&amp;#039;) ist ein [[Marktsegment]] des [[Kapitalmarkt]]es, auf dem [[Anleihe]]n und [[Anleihe|Teilschuldverschreibungen]], die so genannten &amp;#039;&amp;#039;Rentenpapiere&amp;#039;&amp;#039;, gehandelt werden. Komplementärbegriff ist der [[Aktienmarkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft und frühe Verwendung ==&lt;br /&gt;
Die [[Komposition (Grammatik)|Komposition]] &amp;#039;&amp;#039;Rentenmarkt&amp;#039;&amp;#039; beinhaltet als Bestimmungswort den veralteten Wortbestandteil aus „Rentenpapier“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort ist in der Form „Rente“ erstmals im Jahre 1340 für die deutsche Sprache bezeugt. Es wird gewöhnlich vom [[altfranzösisch]]en Substantiv „rente“ („Ertrag“) hergeleitet, welches auf das Verb &amp;#039;&amp;#039;rendre&amp;#039;&amp;#039; zurückgeht und über [[vulgärlatein]]isch &amp;#039;&amp;#039;rendere&amp;#039;&amp;#039; vom lateinischen Verb &amp;#039;&amp;#039;reddere&amp;#039;&amp;#039; (=zurückgeben) abstammt. Man vergleiche dazu auch die Herkunft des Begriffes [[Rendite]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Rendite Rendite], duden.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Rente wurde im Deutschen zunächst für den – regelmäßig zahlbaren – [[Zins]] benutzt, so dass ein Rentenpapier ein „Zinspapier“ darstellte. Das Wort [[Anleihe]] als Synonym für Schuldverschreibung tauchte erstmals am 16. September 1789 auf einem Plakat für Geldaufnahmen der Herzogtümer Schleswig und Holstein auf. Es leitet sich aus dem [[althochdeutsch]]en &amp;#039;&amp;#039;analёhan&amp;#039;&amp;#039; (um 800) ab, das im Deutschen für ein [[Darlehen (Deutschland)|Darlehen]] ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;[[mutuum]]&amp;#039;&amp;#039;}}) benutzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=P97qx-VIqWQC&amp;amp;pg=PA520&amp;amp;dq=Anleihe+analehan&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Anleihe%20analehan&amp;amp;f=false Elmar Seebold (Bearb.), &amp;#039;&amp;#039;Chronologisches Wörterbuch des deutschen Wortschatzes&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Zweiter Band: Der Wortschatz des 9. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 520]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Schuldverschreibung tauchte erstmals 1585 in einem Urkundenbuch des Landes [[Dithmarschen]] auf („Fürstliches Mandat betreffend Schuld- und Pfandverschreibungen und wucherliche Contracte“), wonach eine Schuldverschreibung unter Anwesenheit von Schreibern und Zeugen protokolliert sein musste.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=zh9JAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA356&amp;amp;dq=Schuldverschreibung+Dithmarschen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Schuldverschreibung%20Dithmarschen&amp;amp;f=false Andreas Ludwig/Jacob Michelsen (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Urkundenbuch zur Geschichte des Landes Dithmarschen&amp;#039;&amp;#039;, 1834, S. 356]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Romanist]] [[Matthias Kramer (Sprachwissenschaftler)|Matthias Kramer]] übersetzte das deutsche Wort Schuldverschreibung 1679 ins Italienische ({{itS|&amp;#039;&amp;#039;prestito obbligazionario&amp;#039;&amp;#039;}}),&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Kramer, &amp;#039;&amp;#039;Italienischer Sprachführer&amp;#039;&amp;#039;, 1679, S. 676&amp;lt;/ref&amp;gt; der [[Sprachwissenschaft]]ler [[Kaspar von Stieler]] führte 1691 den Begriff unter dem Stichwort „Verschreiben“ auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Kaspar von Stieler, &amp;#039;&amp;#039;Der Teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, Sp. 2144&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Sprachforscher]] [[Johann Leonhard Frisch]] erklärte 1741 die Schuldverschreibung damit, dass der [[Schuldner]] einem anderen seine Güter verschreibe, an die sich der [[Gläubiger]] halten könne.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Leonhard Frisch, &amp;#039;&amp;#039;Teutsch-lateinisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 1741, S. 233&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten|Allgemeine preußische Landrecht]] erhob das Wort Schuldverschreibung im Juni 1794 zum [[Rechtsbegriff]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Die [[Finanzmarkt|Finanzmärkte]] werden in [[Geldmarkt|Geld-]] und [[Kapitalmarkt]] eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erich Schäfer (Ökonom)|Erich Schäfer]], &amp;#039;&amp;#039;Die Unternehmung&amp;#039;&amp;#039;, 1963, S. 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Kapitalmarkt wiederum setzt sich aus den Marktsegmenten Aktien- und Rentenmarkt zusammen. Wie bei allen [[Markt|Märkten]] gibt es auch auf dem Rentenmarkt [[Handelsobjekt]]e und [[Marktteilnehmer]], die [[Marktdaten]] zur Herstellung der [[Markttransparenz]] im Rahmen der [[Marktanalyse]] auswerten und die künftige [[Marktentwicklung]] beobachten. Die Preisfindung erfolgt nach [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]] und [[Nachfrage (Mikroökonomie)|Nachfrage]], die in den Finanzmärkten in der Regel sehr transparent sind (siehe [[elektronisches Handelssystem]]). [[Trend (Statistik)|Trends]] auf den Rentenmärkten werden mit Hilfe der [[Trendanalyse]] ausgewertet. Kernstück der Rentenmärkte sind die [[Wertpapierbörse]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Schuldner]] ([[Emittent (Finanzmarkt)|Emittent]]) erhält am [[Primärmarkt]] ({{enS|&amp;#039;&amp;#039;primary market&amp;#039;&amp;#039;}}) von den [[Gläubiger]]n, im Austausch gegen [[Verbriefung|verbriefte]] [[Schuldverschreibung]]en ({{enS|&amp;#039;&amp;#039;bonds&amp;#039;&amp;#039;}}), befristet [[Kapital]]. Dieses Kapital stellt aus Schuldnersicht [[Fremdkapital]] dar. Die emittierten Papiere können im [[Sekundärmarkt]] ({{enS|&amp;#039;&amp;#039;secondary market&amp;#039;&amp;#039;}}) weiterverkauft werden. Die [[Marktvolumen|Handelsvolumen]] von [[Anleihe]]n auf dem internationalen Rentenmarkt sind im nominalen Vergleich zum [[Aktienmarkt]] deutlich höher. Gründe hierfür sind, dass auf den Rentenmärkten [[Staatsanleihe]]n gehandelt werden und bei Unternehmen die [[Fremdkapitalquote]] (in der die [[Unternehmensanleihe]]n enthalten sind) bei 70 % bis 80 % liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Rentenmarkt ist so alt wie die Schuldverschreibung. Diese kam im [[Mittelalter]] als „Rentenbrief“ ({{frS|&amp;#039;&amp;#039;brevet de rente&amp;#039;&amp;#039;}}) auf,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=qQAPAwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA231&amp;amp;dq=Rentenbrief&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Rentenbrief&amp;amp;f=false Georg Friedrich Knapp, &amp;#039;&amp;#039;Die Bauernbefreiung und der Ursprung der Landarbeiter in den älteren Teilen Preußens&amp;#039;&amp;#039;, 1887, S. 231]&amp;lt;/ref&amp;gt; als Städte hiermit ihre [[Schulden]] finanzierten. Die [[Transaktion (Wirtschaft)|Geschäfte]] wurden allerdings zwischen Einzelpersonen und noch nicht an [[Markt|Märkten]] abgewickelt. Rentenpapiere dienten seit der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]] zwei Funktionen: neben der langfristigen [[Refinanzierung]] zusätzlich der Beschaffung von [[Kapital]] mit kurzen Rückzahlungsfristen für Staaten und Handel. Durch die kurzfristige Nachfrage ausgelöste saisonale Schwankungen der Bondmärkte resultieren wahrscheinlich aus Unterentwicklung des [[Geldmarkt]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert V. Eagly/V. Kerry Smith, &amp;#039;&amp;#039;Domestic and International Integration of the London Money Market, 1731-1789&amp;#039;&amp;#039;, in: The Journal of Economic History. 36, Nr. 1, The Tasks of Economic History, März 1976, S. 198–212 und S. 205&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorläufer der heutigen Staatsanleihen waren die mittelalterlichen [[Kriegsanleihe]]n ({{itS|„Prestiti“ oder „Prestanze“}}, „Darlehen“) in [[Venedig]] oder [[Florenz]]. In Venedig nahm der [[Doge von Venedig|Doge]] [[Vitale Michiel II.]] im Jahre 1156 Kredit von seinen venezianischen Bürgern zu 4 % auf – die erste Frühform der Staatsanleihe&amp;lt;ref&amp;gt;Pierre des Essars, &amp;#039;&amp;#039;A History of Banking III&amp;#039;&amp;#039;, 1896, S. 153 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf einem Rentenmarkt. In Florenz führte Philipp Tuskhan mit 2 Brüdern seit 1287 das hiesige Leihhaus ({{itS|„casanam prestiti“}}).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Engelhorn Verlag|Jean Engelhorn]], &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur deutschen Landes- und Volkskunde&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1886, S. 412&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelte sich um verzinsliche [[Zwangsanleihe]]n der Klein- und Stadtstaaten Norditaliens, die häufig nicht zurückgezahlt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=5-vtCETSSn8C&amp;amp;pg=PA158&amp;amp;dq=prestiti+florenz&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=prestiti%20florenz&amp;amp;f=false William J. Bernstein, &amp;#039;&amp;#039;Die Geburt des Wohlstands: wie der Wohlstand der modernen Welt entstand&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 158]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im englischen Binnenhandel benutzte man seit dem ausgehenden 12. Jahrhundert dem [[Inhaber]]-[[Schuldschein]] ähnliche übertragbare Papiere ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;littera obligatoria&amp;#039;&amp;#039;}}, auch bekannt als {{laS|&amp;#039;&amp;#039;scripta obligatoria&amp;#039;&amp;#039;}} oder {{frS|&amp;#039;&amp;#039;escript obligatoire&amp;#039;&amp;#039;}}). Sie gelten als Vorläufer der modernen Schuldverschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=l_Q88h2r9y8C&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=Schuldverschreibung+12.+jahrhundert&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Schuldverschreibung%2012.%20jahrhundert&amp;amp;f=false Michael North, &amp;#039;&amp;#039;Kredit im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa&amp;#039;&amp;#039;, 1991, S. 47]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Edward III.]] von [[England]] benötigte im November 1338 Geld für den [[Hundertjähriger Krieg|Hundertjährigen Krieg]] mit Frankreich, das ihm unter anderem der Bankier Bonifacio di Tommaso der [[Peruzzi (Handelsgesellschaft)|Peruzzi]] lieh, aber nicht mehr zurückerhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt [[Ulm]] verpfändete durch einen Pfandbrief im Jahre 1378 ihre Einnahmen aus Stadttor-Zöllen von 1.800 Gulden an einen Juden, von dem sie Geld geliehen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=_FlhAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA370&amp;amp;dq=Pfandbrief+mittelalter&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Pfandbrief%20mittelalter&amp;amp;f=false Carl Friedrich Jäger, &amp;#039;&amp;#039;Ulms Verfassung, bürgerliches und kommerzielles Leben im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;, 1831, S. 370]&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben der Verpfändung von Einnahmen kam es auch zur [[Beleihung (Kreditwesen)|Beleihung]] von Vermögen. So verpfändeten in [[Österreich]] die Herzöge Albrecht und Leopold ihr [[Heimenburg|Schloss Hainburg]] im Jahre 1379 an Johann von Lichtenstein, worüber im November 1388 ein Pfandbrief ausgestellt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=0DkvAAAAYAAJ&amp;amp;pg=PA144&amp;amp;dq=Pfandbrief+1423&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Pfandbrief%201423&amp;amp;f=false Franz Xavier Joseph Schweickhardt (Ritter von Sickingen), &amp;#039;&amp;#039;Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 1834, S. 144]&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 1400 hatte sich in Deutschland neben dem Pfandbrief die Schuldverschreibung herausgebildet, in welcher die geschuldete Summe und der Zins und – für den Fall des [[Schuldnerverzug (Deutschland)|Zahlungsverzugs]] – ein Immissionsrecht ([[Pfandrecht]]) festgelegt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=CDcIT_LtvWIC&amp;amp;pg=PA120&amp;amp;dq=Schuldverschreibung+mittelalter&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Schuldverschreibung%20mittelalter&amp;amp;f=false Hermann Kellenbenz/Paolo Prodi, &amp;#039;&amp;#039;Fiskus, Kirche und Staat im konfessionellen Zeitalter&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 120]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeit]] oder [[Fälligkeit]] war meist nicht vorgesehen, es handelte sich ebenfalls um [[ewige Rente]]n. Die Stadt [[Köln]] begab seit 1416 von der Stadt ablösbare Leibrenten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=_QoMBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA955&amp;amp;dq=Rentenmarkt+mittelalter&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Rentenmarkt%20mittelalter&amp;amp;f=false Eberhard Isenmann, &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150-1550&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 545]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der spanische König [[Karl V. (HRR)|Karl V.]] unterzeichnete am 12. April 1519 eine für [[Anton Fugger]] ausgestellte Schuldverschreibung. Die Antwerpener Börse begann 1532 mit einem geregelten Handel von Anleihen, worunter sich niederländische Hofbriefe (Staatsanleihen), Privat-Obligationen der niederländischen Staatsbeamten und Magnaten (für Rechnung der Regierung), Obligationen der niederländischen Provinzialstände, Stadtobligationen, Rentmeisterbriefe und Obligationen der englischen Krone und des Königs von Portugal befanden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=z6xRCgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA26&amp;amp;dq=anleihe+obligation+1537&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=anleihe%20obligation%201537&amp;amp;f=false Richard Ehrenberg, &amp;#039;&amp;#039;Die Weltbörsen und Finanzkrisen des 16. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, 1922, S. 26 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuvor hatte die Stadt [[Antwerpen]] am 29. Januar 1512 eine Stadtanleihe bei Antwerpener Kaufleuten aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Ehrenberg, &amp;#039;&amp;#039;Die Weltbörsen und Finanzkrisen des 16. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, 1922, S. 41&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein kaiserliches Mandat stellte 1537 die Inhaber-Obligation dem [[Wechsel (Urkunde)|Wechsel]] gleich. Im Jahre 1568 finanzierte [[Philipp II. (Spanien)|Philipp II.]] den [[Achtzigjähriger Krieg|Achtzigjährigen Krieg]] der Niederlande gegen Spanien&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/2011/35/Staatsanleihen/seite-3 Zeit Online vom 25. August 2011, Wolfgang Uchatius, &amp;#039;&amp;#039;Es begann in Italien. Über die Erfindung der Staatsanleihe&amp;#039;&amp;#039;, S. 18]&amp;lt;/ref&amp;gt; mit einer Staatsanleihe von 3 Millionen Gulden. Die [[Bank of England]] hat ihre Gründung im Juli 1694 einer englischen Staatsanleihe durch [[Wilhelm III. (Oranien)|Wilhelm III.]] zum Zinssatz von 8 % zu verdanken. Im Jahre 1751 folgte mit dem englischen „Consols bond“ die erste Staatsanleihe auf Grundlage der ewigen Rente. Hierbei verpflichtete sich der Staat nur zur Zahlung des Zinses („Rente“) und übernahm keine Rückzahlungsverpflichtung, er räumte sich allenfalls ein Tilgungsrecht ein. Die gleichbleibenden und immer fortdauernden Zinszahlungen haben ihr auf dem Rentenmarkt den Namen „ewige Rente“ eingebracht. Diese Form war nur für Staatspapiere zulässig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer in Antwerpen handelten die bereits bestehenden Börsen ([[Amsterdamer Börse]] gegründet 1611, [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]] 1613, [[Lübeck]] 1614, Frankfurt am Main 1615 oder [[Leipzig]] 1635) ausschließlich mit [[Wechsel (Urkunde)|Wechseln]] und [[Sorten]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=mQHLBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA107&amp;amp;dq=b%C3%B6rse+anleihen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=b%C3%B6rse%20anleihen&amp;amp;f=false Horst Gericke, &amp;#039;&amp;#039;Die Börsenzulassung von Wertpapieren&amp;#039;&amp;#039;, 1961, S. 107]&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst um 1830 gelangten in der [[Börse Frankfurt]] auch Anleihen auf den [[Kurszettel]], und zwar bayerische, österreichische, niederländische, neapolitanische und spanische Anleihen.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Fürst, &amp;#039;&amp;#039;Die Börse, ihre Entstehung und Entwicklung, ihre Einrichtung und ihre Geschäfte&amp;#039;&amp;#039;, 1923, S. 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 1854 notierte die Frankfurter Börse 81 Eisenbahnobligationen, 6 US-Bundesanleihen, 24 US-Staatenanleihen, 20 US-Stadtanleihen und 5 US-Anleihen von [[County (Vereinigte Staaten)|Counties]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Achterberg, &amp;#039;&amp;#039;Die Frankfurter Börse: Ein historischer Rückblick&amp;#039;&amp;#039;, 1957, S. 2&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Investition]]en der [[Gründerjahre]] brachten der [[Industrie]] neben [[Aktie]]n um 1860 auch Unternehmensanleihen als [[Finanzinstrument]], die über Börsen platziert wurden. Begünstigt durch die Bemühungen, die Verheerungen des [[Sezessionskrieg]]s (1861–1865) zu beheben ([[Reconstruction]]), entwickelte sich in den [[Vereinigte Staaten|USA]] ab den 1870er Jahren ein nationaler, durch Bankmonopole beherrschter, Kapitalmarkt. Auf diesem wurden neben Staatsobligationen vor allem Unternehmensanleihen von [[Eisenbahngesellschaft]]en gehandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Maria Elisabeth Sushka/W. Brian Barrett, &amp;#039;&amp;#039;Banking Structure and the National Capital Market 1869-1914&amp;#039;&amp;#039;, in: The Journal of Economic History. 44, Nr. 2, The Tasks of Economic History, Juni 1984, S. 463–477, S. 472&amp;lt;/ref&amp;gt; Allein 41 % der zwischen 1865 und 1914 an der [[London Stock Exchange]] gehandelten überseeischen Anleihen stammten von [[Eisenbahn]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfram Fischer, &amp;#039;&amp;#039;Expansion-Integration-Globalisierung: Studien zur Geschichte der Weltwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S. 93&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Rentenmärkten der [[Weimarer Republik]] kam es ab 1927 zu Verwerfungen aufgrund der strukturellen Schwäche der deutschen [[Volkswirtschaft]] und verfehlter [[Fiskalpolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;Theodore Balderston, &amp;#039;&amp;#039;The Beginning of the Depression in Germany, 1927-1930: Investment and the Capital Market&amp;#039;&amp;#039;, in: The Economic History Review. 36, Nr. 3, August 1983, S. 395–415, S. 414 {{JSTOR|2594972}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Beginn der [[Weltwirtschaftskrise]] 1929 belastete vor allem die kurzfristigen Obligationsmärkte in Deutschland&amp;lt;ref&amp;gt;Theodore Balderston, &amp;#039;&amp;#039;The Beginning of the Depression in Germany, 1927-1930: Investment and the Capital Market&amp;#039;&amp;#039;, in: The Economic History Review. 36, Nr. 3, August 1983, S. 395–415, S. 415&amp;lt;/ref&amp;gt; und den USA massiv.&amp;lt;ref&amp;gt;Charles C. Abbott, &amp;#039;&amp;#039;A Note on the Government Market 1919-1930&amp;#039;&amp;#039;, in: The Review of Economics and Statistics. 17, Nr. 1, Januar 1935, S. 7–12, S. 8. {{JSTOR|1928518}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die interventionistische [[Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschen Reich#Finanzierung und Währung|Kapitalmarktpolitik]] der Nazidiktatur im [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutschen Reich von 1933 bis 1945]] führte dazu, dass deutsche Staatsanleihen in diesem Zeitraum in [[Schweizer Franken]] an der Schweizer Börse gehandelt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruno S. Frey/Marcel Krucher, &amp;#039;&amp;#039;War and Markets: How Bond Values Reflect The Second World War&amp;#039;&amp;#039;, in: Econimica, New Series. 68, Nr. 271, August 2001, S. 317–333, S. 320&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der [[Anschluss Österreichs|Annexion Österreichs]] kamen die Anleihen des zu diesem Zeitpunkt nicht existenten Alpenstaates hinzu. Die [[Rentenindex|Rentenindices]] zeigten einen gegensätzlichen Verlauf und bildeten den Kriegsverlauf gegensätzlich ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruno S. Frey/Marcel Krucher: &amp;#039;&amp;#039;War and Markets: How Bond Values Reflect The Second World War&amp;#039;&amp;#039; in Econimica, New Series. 68, Nr. 271, August 2001, S. 317–333, S. 322 {{JSTOR|3548964}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutsche Obligationen verloren im Schweizer Handel bei Kriegsausbruch (1. September 1939) 38,7 % und während der russischen [[Schlacht von Stalingrad|Stalingradoffensive]] 6,5 % ihres [[Kurswert]]es. Die [[Konferenz von Jalta]] führte zu Verlusten von 34 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruno S. Frey/Marcel Krucher, &amp;#039;&amp;#039;War and Markets: How Bond Values Reflect The Second World War&amp;#039;&amp;#039;, in: Econimica, New Series. 68, Nr. 271, August 2001, S. 317–333, S. 325&amp;lt;/ref&amp;gt; Die österreichischen [[Wertpapier]]e verloren durch die Auflösung des Staates massiv, konnten sich jedoch ab 1943 vom [[Trend (Statistik)|Trend]] der deutschen Papiere lösen, weil Marktteilnehmer mit einer Wiedergründung [[Österreich]]s nach der Niederlage des Deutschen Reichs rechneten. Diese Anleihen profitierten also von den militärischen und politischen Ereignissen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruno S. Frey/Marcel Krucher, &amp;#039;&amp;#039;War and Markets: How Bond Values Reflect The Second World War&amp;#039;&amp;#039;, in: Econimica, New Series. 68, Nr. 271, August 2001, S. 317–333, S. 332&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das nach dem Zweiten Weltkrieg aufkommende [[Wirtschaftswunder]] belebte auch den deutschen Rentenmarkt, denn im Jahre 1960 [[Notierung|notierten]] die deutschen [[Börse]]n über 260 verschiedene Industrieobligationen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=JpTwBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA421&amp;amp;dq=Industrieobligationen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Industrieobligationen&amp;amp;f=false Detlef Bierbaum/Klaus Feinen (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Bank- und Finanzwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 1997, S. 421]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weltweit zunehmende [[Staatsverschuldung]] führte auf den internationalen Rentenmärkten ab 1980 zur Dominanz der Staatsanleihen, so dass sich die [[Ratingagentur]]en im Jahre 1982 dazu entschlossen, die steigenden [[Länderrisiko|Länderrisiken]] mit einem Staatsrating zu bewerten. Im Juni 1991 entstand der [[Deutscher Rentenindex|deutsche Rentenindex]] REX, der die [[Marktentwicklung]] des Rentenmarkts in einer [[Kennzahl|Indexzahl]] – deren Grundlage die [[Umlaufrendite]] bildet – für Bundesanleihen zusammenfasst. Exzessive Ausmaße erreichte die Staatsverschuldung zunächst ab März 1997 in Asien ([[Asienkrise]]), dann ab Mai 1998 während der [[Russlandkrise]] und schließlich ab April 2010 in Europa. Sie erhöhte damit die [[Finanzrisiko|Finanzrisiken]] auf den Rentenmärkten und beschwor die Gefahr von [[Finanzkrise]]n herauf. Die Frankfurter Börse führte im April 2011 den „[[Entry Standard]]“ und im Oktober 2012 den „[[Prime Standard]]“ für Anleihen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anleihearten ==&lt;br /&gt;
Die auf dem Rentenmarkt gehandelten Anleihen sind (nach der Art des [[Emittent (Finanzmarkt)|Emittenten]]) [[Staatsanleihe]]n, [[Kommunalobligation]]en, [[Kommunalanleihe]]n, [[Pfandbrief]]e, [[Unternehmensanleihe]]n, [[Schuldverschreibung]]en von [[öffentlich-rechtliches Kreditinstitut|öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten]] und (zeitweise) [[Wandelanleihe]]n und [[Optionsanleihe]]n. Nach [[Währung]] unterscheidet man Anleihen in Inlandswährung (in der Eurozone Euro-Anleihen) und in [[Fremdwährung]]. Ein großer Teil der Anleihen wird auf dem Rentenmarkt [[Außerbörslicher Handel|außerbörslich]] zwischen den Emittenten und den [[Institutioneller Anleger|institutionellen]] Großanlegern gehandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marktteilnehmer und Marktdaten ==&lt;br /&gt;
Als [[Marktteilnehmer]] gibt es am Rentenmarkt [[Emittent (Finanzmarkt)|Emittenten]], [[Anleger (Finanzmarkt)|Anleger]] ([[Institutioneller Anleger|institutionelle Anleger]] oder [[Privatanleger]]), [[Kreditinstitut]]e sowie [[Börsenhändler]] und [[Börsenmakler]]. Das Handelsmotiv dieser Marktteilnehmer kann [[Finanzprodukt|Geldanlage]], [[Dienstleistung]] (Kreditinstitute mit [[Wertpapierorder]]s ihrer [[Kunde]]n), [[Arbitrage]] oder [[Spekulation (Wirtschaft)|Spekulation]] sein. [[Markttransparenz]] wird vor allem durch die [[Börsenkurs]]e und die [[Veröffentlichung]]en durch Emittenten geschaffen. Die [[Marktmechanismus|Marktmechanismen]] bewirken eine [[Preisbildung durch Angebot und Nachfrage|Kursbildung durch Angebot und Nachfrage]], das durch die Marktteilnehmer zustande kommt. Typische [[Marktdaten]] sind neben dem Börsenkurs die [[Emissionsrendite|Emissions-]] und die [[Umlaufrendite]]. Beide Renditen gelten als eine Art [[Marktzins]], der oft als [[Referenzzinssatz]] genutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marktstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Struktur der Rentenmärkte ist stark segmentiert. Dies liegt an unterschiedlichen staatlichen Regelungen für (inter-)nationale, regionale und kommunale Märkte und der exakten Festlegung der [[Anleihebedingungen]] bei jeder Neuausgabe dieser [[Wertpapier]]e. Für zusätzliche [[Markttransparenz|Intransparenz]] sorgt, dass die meisten Papiere [[Außerbörslicher Handel|außerbörslich gehandelt]] werden. Mittels unendlich-dimensionaler [[Stochastik|stochastischer]] Modelle wird in der wissenschaftlichen Literatur versucht, die Struktur der Zinsraten zu analysieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Marzia De Donno/Maurizio Pratelli, &amp;#039;&amp;#039;A Theory of Stochastic Integration for Bond Markets&amp;#039;&amp;#039;, in: [[The Annals of Applied Probability]] 15, Nr. 4, November 2005, S. 2773–2791, S. 2786. {{JSTOR|30038523}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Unternehmensobligationshandel reagiert auf relevante [[Marktinformationen]] ebenso wie die Aktienmärkte.&amp;lt;ref&amp;gt;Edith S. Hotchkiss/Tavy Ronen, &amp;#039;&amp;#039;The Informational Efficiency of the Corporate Bond Market: An Intraday Analysis&amp;#039;&amp;#039;, in: The Review of Financial Studies 15, Nr. 5, Winter 2002, S. 1325–1354, S. 2786. {{JSTOR|1262656}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es besteht eine kurzfristige [[Korrelation]] zwischen den Märkten bei [[Liquidität]] und [[Volatilität#Wirtschaftswissenschaft|Volatilität]].&amp;lt;ref&amp;gt;Tarun Chordia/Anasi Sarka/Avanidhar Subharmanyam, &amp;#039;&amp;#039;An Empirical Analysis of Stock and Bond Market Liquidity&amp;#039;&amp;#039;, in: The Review of Financial Studies 18, Nr. 1, Spring 2005, S. 85–129, S. 126. {{JSTOR|3598068}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten internationalen Rentenmärkte sind die für Staatsanleihen [[Deutschland]]s, [[Japan]]s, [[Vereinigtes Königreich|Großbritanniens]] und der [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]].&amp;lt;ref&amp;gt;Delroy M. Hunter/David P. Simon, &amp;#039;&amp;#039;A Conditional Assessment of the Relationships between the Major World Bond Markets&amp;#039;&amp;#039;, in: European Financial Management 11, Nr. 4, 2005, S. 462–482, S. 471. {{DOI|10.1111/j.1354-7798.2005.00293.x}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der globale Anleihenmarkt wuchs in den 1980er und 1990er Jahren durch die Expansion des Segments für Unternehmensanleihen stark an und betrug 2005 31 Billionen US-Dollar. Das entsprach 98 % des weltweiten [[Bruttoinlandsprodukt]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael G. Plummer/Reid W. Click, &amp;#039;&amp;#039;Bond market development and integration in ASEAN&amp;#039;&amp;#039;, in: International Journal of Finance and Economics 10, Nr. 2, 2005, S. 133–142, S. 135, Wiley: {{DOI|10.1002/ijfe.268}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Von den Papieren der Hauptmärkte abzugrenzen sind Papiere von – gemessen an der Wirtschaftsleistung – sehr kleinen Industriestaaten, [[Schwellenland|Schwellenländern]] und [[Entwicklungsland|Entwicklungsländern]]. Diese Staaten verschulden sich oft in Fremdwährungen und müssen teilweise deutlich höhere Zinsen bieten, um ihren Finanzbedarf decken zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[ASEAN]]-Staaten haben beispielsweise eine sehr unterschiedliche Marktstruktur. Während [[Singapur]] über einen globalisierten Rentenmarkt verfügt, haben die meisten anderen Mitglieder stark defizitäre Strukturen. [[Brunei]] verfügt über keinen eigenen Handelsplatz und ist gänzlich auf die Märkte anderer Staaten angewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael G. Plummer/Reid W. Click, &amp;#039;&amp;#039;Bond market development and integration in ASEAN&amp;#039;&amp;#039;, in: International Journal of Finance and Economics 10, Nr. 2, 2005, S. 133–142, S. 133, Wiley: {{DOI|10.1002/ijfe.268}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rentenmärkte in sich entwickelnden Ländern reagieren zudem auf politische Ereignisse wie Präsidentschaftswahlen. [[Brasilien]] musste nach der Wahl von [[Luiz Inácio Lula da Silva]] 2002 Zinsaufschläge hinnehmen, weil die Händler eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds erwarteten.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul M. Vaaler/Burkhard N. Schrager/Steven A. Block, &amp;#039;&amp;#039;Counting the Investor Vote: Political Business Cycle Effects on Sovereign Bond Spreads in Developing Countries&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of International Business Studies 36, Nr. 1, Januar 2005, S. 62–88, S. 84. {{JSTOR|3875291}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Volkswirtschaftliche Bedeutung ==&lt;br /&gt;
[[Werner Sombart]] wies bereits im Jahre 1902 darauf hin, dass Rentenpapiere ein bedeutsames [[Finanzierungsinstrument]] für mittelalterliche Städte darstellten.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Sombart, &amp;#039;&amp;#039;Der moderne Kapitalismus: Erster Band&amp;#039;&amp;#039;, 1902, S. 158 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich decken Rentenmärkte – zumindest teilweise – den [[Kapitalbedarf]] an [[Fremdkapital]] des [[Staat]]es und der [[Unternehmen]], weil Anleger die Anleihen als Gläubiger erwerben. Außerdem sorgen Rentenmärkte für die Verbreitung von [[Unternehmensdaten]] und durch die [[Rating (Finanzwesen)|Ratings]] für die [[Unternehmensbewertung]]. Der Rentenmarkt übernimmt eine [[Ressourcenallokation]], indem die [[Marktzins|Rendite]] Signale über das Gläubigerrisiko ausstrahlt und im Idealfall alle erhältlichen [[Information]]en reflektiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Eugene F. Fama, &amp;#039;&amp;#039;Efficient Capital Markets: A Review of Theory and Empirical Work&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Finance vol. 25, 1970, S. 383&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Rentenmarkt ermöglicht volkswirtschaftliches Wachstum, weil die [[Staatsfinanzen|Staats-]] und [[Unternehmensfinanzierung]] teilweise durch Anleger übernommen wird und diese [[Kapazität (Wirtschaft)|Kapazitätserweiterungen]] durch [[Gründungsinvestition|Gründungs-]] oder [[Erweiterungsinvestition]]en mitfinanzieren. Aktien- und Rentenmarkt übernehmen bei der Wachstumsfinanzierung komplementäre Funktionen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ross Levine/Sara Zervos, &amp;#039;&amp;#039;Stock Markets, Banks, and Economic Growth&amp;#039;&amp;#039;, in: The American Economic Review vol. 88, 1998, S. 539&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemessen am [[Marktvolumen]] der umlaufenden Anleihen ist der deutsche Rentenmarkt der drittgrößte der Welt. Vor Deutschland liegt der US-Markt auf dem ersten und Japan auf dem zweiten Platz. Im zweiten Quartal 2016 erreichten die weltweiten Rentenmärkte – in jeweiliger Fremdwährung gemessen – ein Marktvolumen von 720,8 Mrd. ([[US-Dollar]]), gefolgt von 367 Mrd. ([[Euro]]), 46,7 Mrd. ([[Britisches Pfund]]), 19,1 Mrd. ([[Australischer Dollar]]) und 7,9 Mrd. ([[Yen]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/236697/umfrage/transaktionen-mit-festverzinslichen-wertpapieren-am-rentenmarkt-europas/ Statista Das Statistik-Portal, &amp;#039;&amp;#039;Transaktionen mit festverzinslichen Wertpapieren am europäischen Rentenmarkt von 2009 bis zum 2. Quartal 2016&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Marktvolumen ([[Nominalwert]]e) am deutschen Rentenmarkt belief sich im Jahre 2014 auf 3,1 Billionen Euro, während der Aktienmarkt ein Volumen von 1,5 Billionen Euro aufwies. Damit ist der Rentenmarkt doppelt so groß wie der Aktienmarkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Rentenmarkt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4177794-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rentenmarkt| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Arianndi</name></author>
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