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	<title>Religionsgeschichte - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die Wissenschaft &amp;#039;&amp;#039;Religionsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;; zur historischen Entwicklung der Religionen siehe [[Geschichte der Religion]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Religionsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein universitäres Fach, eine Wissenschaft, die sich mit der historischen und gegenwärtigen Entwicklung der [[Religion]]en und der [[Religiosität]] hinsichtlich ihrer jeweiligen Entwicklung im historischen Kontext befasst. Hierbei werden die entsprechenden Religionen zunächst in der ihr eigenen Geschichte und Tradition untersucht, um diese später zum Beispiel anhand funktionaler oder typologischer Kriterien einzuordnen, zu klassifizieren und schließlich eine [[Klassifikation|Systematik]] der Glaubenssysteme zu erarbeiten. So entsteht eine Basis, die für das &amp;#039;&amp;#039;glaubensunabhängige&amp;#039;&amp;#039; Vergleichen verschiedener Religionen (komparative Religionswissenschaft) essentiell ist. In der Praxis ist der Übergang zu dem eigenständigen Fach [[Religionswissenschaft]] fließend. Im Gegensatz hierzu steht die phänomenologische Strömung innerhalb der Religionsgeschichte, welche den Begriff &amp;#039;Religion&amp;#039; als Abstractum begreift, und daher vergleichende oder geschichts-chronologisch einordnende Methoden zurückweist, da diese der Einzigartigkeit der verschiedenen religiösen Vorstellungen nicht gerecht werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragestellungen ==&lt;br /&gt;
Die erste Fragestellung der Religionsgeschichte lautet: „Unterliegt die Religionsentwicklung einer direkten [[Soziokulturelle Evolution|soziokulturellen Evolution]] oder ist sie nur ein Nebenprodukt anderer kognitiver Entwicklungen?“ Ein evolutionärer Prozess setzt immer [[Selektion (Evolution)|selektive Faktoren]] voraus, so dass die Frage nur beantwortet werden kann, wenn zweifelsfreie Faktoren ermittelt werden können, die gläubigen Menschen irgendwelche Überlebensvorteile verschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Haslinger: &amp;#039;&amp;#039;Die Evolution der Religionen und der Religiosität,&amp;#039;&amp;#039; S. 1–3, 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung der Disziplin ==&lt;br /&gt;
Religionsgeschichte wurde vor allem im 19. Jahrhundert von Religionswissenschaftlern und [[Religionsethnologie|Religionsethnologen]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hirschberg: „Religionsethnologie“&amp;quot;&amp;gt;Walter Hirschberg (Begr.), Wolfgang Müller (Red.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Völkerkunde.&amp;#039;&amp;#039; Neuausgabe, 2. Auflage, Reimer, Berlin 2005. S. 311 (Religionsethnologie).&amp;lt;/ref&amp;gt; meist [[Evolutionismus|evolutionistisch]] interpretiert&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;z.&amp;amp;nbsp;B. [[Paul Wurm (Pfarrer)|Paul Wurm]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Religionsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Calw, Stuttgart, 1904. Hier geht die Entwicklung von „Erster Teil: Die Religionen der unkultivierten Völker“ über „Zweiter Teil: Die Nationalreligionen“ zu „Dritter Teil: Die Universalreligionen“&amp;lt;/ref&amp;gt;, häufig mit kolonialistisch-darwinistischer Färbung, das heißt als Entwicklung von ursprünglichen, „primitiven“ Formen, die nicht selten als niedriger gesehen wurden – [[Animismus (Religion)|Animismus]], [[Totemismus]] oder dem sogenannten Urmonotheismus [[Wilhelm Schmidt (Ethnologe)|Wilhelm Schmidts]] – linear und undifferenziert zu weiter entwickelten, höheren Formen, also etwa über den [[Polytheismus]] zum [[Monotheismus]]; zu den „[[Hochreligion]]en“. [[James Frazer]] postulierte eine Entwicklung von der [[Magie]] über die Religion zur [[Wissenschaft]]. Diese [[Teleologie|teleologischen]] Positionen krankten oft an unzureichenden [[Empirie|empirischen Grundlagen]], enthielten meist explizite oder implizite [[Werturteil|Wertungen]] &amp;#039;&amp;#039;(von primitiven zu höheren Stadien)&amp;#039;&amp;#039; und waren vielfach auf den Einzelfall konkreter religionsgeschichtlicher Ereignisse nicht anwendbar. Nur wenige Forscher (etwa [[Edward Burnett Tylor]]) erkannten bereits damals, dass auch die Evolution von Religion kein stetiges Aufwärtsschreiten bedeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Heinz Kohl: &amp;#039;&amp;#039;Edward Burnett Tylor&amp;#039;&amp;#039;, in: Axel Michaels (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Klassiker der Religionswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; München 1997, S. 41–59.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der modernen Religionswissenschaft spielen evolutionistische Stufenmodelle nur noch als Materiallieferanten&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;So legte Frazer seiner These eine Fülle historischer Daten zugrunde&amp;lt;/ref&amp;gt; und als Teil der Fachgeschichte eine Rolle&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Stolz: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Religionswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;(siehe auch: [[Ethnische Religion#Sackgassen der ethnologischen Religionsforschung|Sackgassen der ethnologischen Religionsforschung]])&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später hat sich im Gegenzug eine egalitär beschreibende, [[Religionsphänomenologie|phänomenologische]] Betrachtungsweise innerhalb der wissenschaftlichen Disziplin herausgebildet, die dazu geführt hat, dass Bücher mit dem Titel „Religionsgeschichte“ nur noch eine zusammenhanglose Nebeneinanderstellung von Monographien sein können&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;„Die alphabetische Anordnung der Artikel […] ist […] die denkbar neutralste. Jede andere Gliederung der Religionen der Erde, etwa nach monotheistischen und polytheistischen, nach Weltreligionen und regional gebundenen, nach Primitivreligionen und Religionen der Hochkulturen oder nach dem Wert ethischer Gehalte, impliziert eine Qualifikation oder kann zumindest als solche verstanden werden.“ In: Günter Lanczkowski: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der nichtchristlichen Religionen.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1989. S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Andere Autoren geben nun zu bedenken, dass bei Verzicht auf den Versuch, Entwicklungen nachzuzeichnen und das Spätere aus seinem Verhältnis zum Vorausgehenden zu begreifen, der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Geschichte&amp;#039;&amp;#039; seinen Inhalt verliert (s. z.&amp;amp;nbsp;B. [[Leslie White]] und andere Vertreter des [[Neoevolutionismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In neuerer Zeit tritt die Religionsgeschichte als Universalgeschichte gegenüber dem Studium der Geschichte einzelner Religionen oder Kulturräume zurück. Jedoch finden religionsgeschichtliche Theoriekonzepte wie [[Säkularisierung]] und [[Pluralismus (Politik)|Pluralisierung]] wieder verstärkt Beachtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung der Religionsgeschichte als Wissenschaft in Deutschland ==&lt;br /&gt;
Der erste Lehrstuhl für Religionsgeschichte wurde 1912 für den schwedischen Religionsphänomenologen [[Nathan Söderblom]] in [[Religionswissenschaftliches Institut der Universität Leipzig|Leipzig]] eingerichtet. Dies geschah, obwohl die Kirchen eher an einer konfessionell gebundenen Theologie als an der damals wenig beliebten Religionsgeschichte interessiert waren, und bedeutete eine grundlegend neue Entwicklung hinsichtlich der wissenschaftlichen Erforschung von Religionen. Die historisch bedingte Entwicklung der Religionsgeschichte aus den christlichen Theologien hatte zur Folge, dass dieses Fach in den theologischen Fakultäten ansässig war – was auch heute noch zu beobachten ist. Aus der Religionsgeschichte entwickelte sich später die Religionswissenschaft. Trotz der relativ kurzen Einflussnahme wirkt die christliche Sichtweise sich noch immer hemmend auf die religionsgeschichtliche Forschung aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hirschberg: „Religionsethnologie“&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religionsgeschichte und Religionswissenschaft ==&lt;br /&gt;
Durch Religionsgeschichte bzw. Historische Religionswissenschaft wird wissenschaftlich das Wesen, die Geschichte und das Erscheinungswesen der Religionen erschlossen. Sowohl die Religionsgeschichte als auch die Religionswissenschaft untersuchen regionale Traditionen und ihre religionshistorischen Dynamiken, religionsanaloge Formationen und theoretische Ansätze. Religionswissenschaft als Kulturwissenschaft (an Philosophischen Fakultäten) beschäftigt sich mit religiösen Transformationen der Gegenwart u.&amp;amp;nbsp;a.: Postmoderne Spiritualität, Religion und Populärkultur, Religion und digitale Spiele sowie u.&amp;amp;nbsp;a. mit Theorien über Religion und Gesellschaft wie die Medialisierung von Religion, Religion, Politik und Identitätspolitik und Material Religion.&lt;br /&gt;
Obgleich die praxisrelevanten Unterschiede zwischen Religionsgeschichte und Religionswissenschaft gering sein mögen, gibt es Stimmen, die den Fächern abgrenzende Eigenheiten zuweisen. So gibt es das Argument, dass die Religionsgeschichte als historische Wissenschaft die Religionen „in der Tiefe“ untersucht, die Religionswissenschaft Religionen dagegen „in der Breite“ gegenüberstellt und vergleicht. D.h. die Methodik der beiden Fächer unterscheidet sich in diesen Punkten. Grundsätzlich ist hierbei zu sagen, dass die Religionsgeschichte die Grundlagen für eine &amp;#039;&amp;#039;systematische&amp;#039;&amp;#039; Religionswissenschaft bereitstellt. Diese wichtige Verknüpfung der beiden Fächer ist es, welche die Religionsgeschichte im Gegensatz zu anderen Disziplinen wie die [[Religionssoziologie]] oder auch [[Religionspsychologie]] am engsten mit der Religionswissenschaft verbindet. Dies drückt sich beispielsweise auch in der geänderten Namensgebung der größten religionswissenschaftlichen Vereinigung in Deutschland aus: Hieß sie bis zum Jahre 2005 noch „Deutsche Vereinigung für Religions&amp;#039;&amp;#039;geschichte&amp;#039;&amp;#039; e. V.“ (DVRG), so lautet ihr aktueller Name „[[Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft|Deutsche Vereinigung für Religions&amp;#039;&amp;#039;wissenschaft&amp;#039;&amp;#039; e. V.]]“ (DVRW).&amp;lt;ref&amp;gt;Uehlinger, Christoph: &amp;#039;&amp;#039;Religionswissenschaft in der Schweiz: Geschichte und aktuelle Perspektiven&amp;#039;&amp;#039;. In: Kostorz, Gernot (Red.): &amp;#039;&amp;#039;Bulletin der Vereinigung der Schweizerischen Hochschuldozierenden/Association Suisse des Enseignant-e-s d’Université&amp;#039;&amp;#039;. 36. Jg., Nr. 1, Forch/CH, April 2010. {{ISSN|1663-9898}}. S. 53&amp;lt;/ref&amp;gt; Demgegenüber gibt es Universitäten, an welchen man sowohl Religionswissenschaft als auch Religionsgeschichte studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Religionssystematik]]&lt;br /&gt;
* [[Religionsphilosophie]]&lt;br /&gt;
* [[Religionspsychopathologie]]&lt;br /&gt;
* [[Philologie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hans G. Kippenberg]] et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europäische Religionsgeschichte. Ein mehrfacher Pluralismus.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände, Göttingen: Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, 2009 (UTB), ISBN 978-3-8252-3206-1.&lt;br /&gt;
* Hans G. Kippenberg: &amp;#039;&amp;#039;Die Entdeckung der Religionsgeschichte. Religionswissenschaft und Moderne&amp;#039;&amp;#039;, München: C. H. Beck, 1997.&lt;br /&gt;
* [[Günter Lanczkowski]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Religionsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983, ISBN 3-534-08780-1.&lt;br /&gt;
* Conrad von Orelli: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Religions-Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. A. Marcus und E. Weber, Bonn 1913.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Religionsgeschichte der Neuzeit. Profile und Perspektiven&amp;#039;&amp;#039;. Themenheft der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;zeitenblicke&amp;#039;&amp;#039;, 5. Jg. 2006, Nr. 1 ([http://www.zeitenblicke.de/2006/1/ alle Artikel im Volltext])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.dvrg.de Deutsche Vereinigung für Religionsgeschichte]&lt;br /&gt;
* [http://www.easr.de European Association for the Study of Religions]&lt;br /&gt;
* [http://www.iahr.dk International Association for the History of Religions]&lt;br /&gt;
* [[Klaus Große Kracht]]: [https://docupedia.de/zg/Grosse_Kracht_religionsgeschichte_v1_de_2018 &amp;#039;&amp;#039;Religionsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;], Version 1, in: [[Docupedia-Zeitgeschichte]], 26. April 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4177739-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religionsgeschichte| ]]&lt;/div&gt;</summary>
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