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	<title>Reitkunst - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Windharp: Abschnittlink korrigiert</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittlink korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Maestoso Basowizza &amp;amp; Oberbereiter Hausberger.jpg|mini|hochkant|Klassische Reitkunst bei der Spanischen Hofreitschule in Wien]]&lt;br /&gt;
[[Datei:22 11 2022 Visita à Escola Portuguesa de Arte Equestre (52518541979).jpg|mini|hochkant|Handarbeit, Queluz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Diego Ventura en Arles - Feria du Riz 2009.jpg|mini|hochkant|Spanischer Stierkämpfer in der Posata]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Reitkunst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; befasst sich mit der [[Dressurreiten|Dressur]]-[[Pferdeausbildung|Ausbildung]] von [[Hauspferd|Reitpferden]] nach klassischen Grundsätzen. Sie betrachtet das Pferd als Kunstwerk und das Reiten als Kunst. Sie umfasst auch die Präsentation des Pferdes an der [[Pferdesport#Handarbeit/Bodenarbeit|Hand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsabgrenzung ==&lt;br /&gt;
Das [[Dressurreiten]] auf [[Turnier im Pferdesport|Turnieren]] unterscheidet sich von der Reitkunst durch den verwendeten Pferdetyp.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrike Ortrere |Titel=Die Reitkunst |Verlag=ArtEquestre |Datum= |ISBN=3-384-55973-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;OrtrereBand1&amp;quot;&amp;gt;Ulrike Ortrere: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Reitens&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;ArtEquestre Geschichte des Reitens.&amp;#039;&amp;#039; Band 1), ISBN 979-8-33378682-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Reitkunst werden Pferde verwendet, die auf orientalischen Rassen basieren. Dieser Pferdetyp&amp;lt;ref&amp;gt;Antoine Fages, Kristian Hanghøj, Naveed Khan, Alan K. Outram, Pablo Librado, Ludovic Orlando: [https://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(19)30384-8 Tracking Five Millennia of Horse Management with Extensive Ancient Genome Time Series], auf cell.com&amp;lt;/ref&amp;gt; zeichnet sich durch weiche Gänge aus. Er hat ca. 155–160 cm [[Stockmaß]], eine starke Hinterhand und eine volle Kruppe. Ein relativ kurzer Rücken wird bevorzugt, damit die Hinterhand leichter Last aufnehmen kann. Typische Rassen sind [[Lipizzaner]], [[Andalusier (Pferd)|Andalusier]] und [[Lusitano]]. Nach der Grundausbildung werden die Pferde zur Versammlung und [[Versammlung (Reiten)#Merkmale|Hankenbeugung]] und je nach Veranlagung zur [[Piaffe]], [[Passagieren (Reiten)|Passage]], [[Levade]], [[Pesade]] und den Schulsprüngen weiter ausgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Warmblüter (Pferd)|Sportpferde]] haben zwischen 165 und 175 cm Stockmaß, ausgreifende [[Pferdegangart#Grundgangarten|Gänge]] und sind vergleichsweise schlank, langrückig und langbeinig. Aus der Tradition des Militärreitens kommend,&amp;lt;ref name=&amp;quot;OrtrereBand1&amp;quot; /&amp;gt; werden zumeist [[Fellfarben der Pferde|dunkle]] Pferde&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hooforia.com/reitsport/dressur/hagen-isabell-werth-mit-skovens-tzarina-zum-burg-pokal-emma-kanerva-zweite-mit-chancen/ Hagen: Isabell Werth mit Skovens Tzarina zum Burg-Pokal, Emma Kanerva Zweite mit Chancen], Dominique Wehrmann, [[St. Georg (Zeitschrift)|St. Georg]], 23. April 2023&amp;lt;/ref&amp;gt; bevorzugt.&lt;br /&gt;
{{Zitat |Text=Idealerweise und theoretisch sollte es keinen Unterschied zwischen der klassischen Schule und dem Dressursport geben: In der Praxis ist er jedoch vorhanden. … Das Ziel der klassischen Schule ist es, das Pferd durch eine logische und psychologische Ausbildung zu gymnastizieren. Der Dressursport möchte den Pferden Lektionen für den Wettbewerb beibringen. |Autor=Kurt Albrecht|Quelle=Dogmen der Reitkunst, 1994}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufig verwendeten Bezeichnungen klassische Reitkunst oder [[klassische Reitlehre]], meinen allgemeingültige, modeunabhängige Prinzipien und nicht eine kulturgeschichtliche Epoche.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Berthold Schirg |Titel=Reitkunst im Spiegel ihrer Meister |Band=1 |Datum=1987}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Entwicklung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Persischer Reiter im spanischen Schritt.jpg|mini|hochkant|Persischer Reiter, Spanischer Schritt, 3. Jht. v. Chr., Metropolitan Museum, New York]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bellotto Colonel Piotr Koenigsfels.png|mini|hochkant|[[Spanische Hofreitschule|Spanischen Hofreitschule]] von [[Bernardo Bellotto|Canaletto]], 1773]]&lt;br /&gt;
Die ältesten Zeugnisse der Reitkunst lassen sich bis ins antike [[Meder (Volk)|Medien]] um 700 v. Chr. zurückverfolgen. Sie züchteten den Nisäer, den [[Herodot]] erwähnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Schnelle Wendungen auf der Hinterhand (Levade mit Wendung) und die [[Pferdegangart#Galopp|Karriere]] wird in der Antike immer wieder dargestellt, oft mit einem Bogenschuss nach hinten, dem [[Parthisches Manöver|Partherschuss]]. [[Xenophon]] beschreibt in &amp;#039;&amp;#039;peri hippika&amp;#039;&amp;#039; die Reitkunst der alten Griechen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Xenophon, Übersetzung von du Paty de Clam |Titel=Reitkunst |Sammelwerk=Die Wagen und Fahrwerke der Griechen und Römer |Verlag=Johann Chr. Grinzrot |Datum=1817}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist wahrscheinlich, dass sie sich in [[Byzantinisches Reich|Byzanz]] und in der [[Byzantinisches Heerwesen#Kavallerie|byzantinischen Armee]] und in der byzantinischen Aristokratie, unter anderem durch das Spiel des Tzykanion. Nach der [[Eroberung von Konstantinopel (1453)]] durch die Türken wechselten viele Byzantiner den Glauben und blieben als [[Akıncı|Akinci]]-Reitertruppen im [[Osmanen|osmanischen]] Reich tätig und die Türke übernahmen diese die Pferde der byzantinischen Ställe und verkauften sie weiter. Man nannte sie daher auf dem europäischen [[Pferdehandel|Markt]] oft &amp;#039;türkisch&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Alfons V. (Aragón)|Alfons V. von Aragon]], König von Neapel, und sein Sohn [[Ferdinand I. (Neapel)|Ferrante]] führten türkische Pferde ab 1543 nach Neapel ein und erlaubten albanischen [[Stratiot]]en, die zu den Resten der byzantinischen Armee gehörten, in ihr Königreich einzuwandern. Sie freundeten sich mit dem albanischen Fürsten [[Skanderbeg]] und dessen Familie an, die Erfahrung in der byzantinischen Reiterei einbrachte. Skanderbegs [[Skanderbeg#Nachkommen|Sohn]] wurde Herzog von [[Galatina|San Pietro in Galatina]] und widmete sich der Pferdezucht. Die neue Reitkunst wurde aus diesem Grund anfänglich als &amp;#039;a la Stradiota&amp;#039; bezeichnet oder aber nach den spanischen Herrschern Neapels, den Aragonesen, als spanisch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Wenige Jahrzehnte später, um 1516 werden von Federico II. Gonzaga&amp;lt;ref name=&amp;#039;gonz&amp;#039;&amp;gt;Federico Gonzaga alla corte di Francesco I di Francia : nel carteggio privato con Mantova, 1515-1517 / Raffaele Tamalio, 1994&amp;lt;/ref&amp;gt; und Galeazzo Sanseverino&amp;lt;ref&amp;gt;Gloria Carla, Galeazzo grande giostratore e perfetto cortigiano: un divo ante litteram (pagg.235-249), in &amp;quot;Enigma Leonardo. Decifrazioni e scoperte - La Gioconda. In memoria di Bianca&amp;quot;, Savona 2012, ISBN 978-88-96552-02-5. Siehe auch : Francesco Malaguzzi Valeri (1913) [1867]. La corte di Lodovico il Moro: la vita privata e l&amp;#039;arte a Milano nella seconda metà del Quattrocento. Milano, Hoepli. S. 556.&amp;lt;/ref&amp;gt; dort erstmals in der Literatur Schulprünge beschrieben. Das Pferd erlangte von da an am neapolitanischen Hof soziale Bedeutung, es ging nicht mehr nur darum beritten zu sein. Man schmückte die Tiere, ritt Kavalkaden, veranstaltete Stierkämpfe und profitierte von den neuen Pferden und Reitkünsten. In [[Neapel]], aber auch in [[Ferrara]], [[Mailand]] und [[Mantua]] wandelte sich das Pferd vom Kriegswerkzeug und [[Transportmittel]] zum [[Statussymbol]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Kriegsführung|Militärwesen]] veränderte sich durch die Verbreitung der [[Feuerwaffe]]n im 15. bis 16. Jahrhundert. Dies beendete die Zeit der gepanzerten [[Ritter]] und führte zur Einführung der [[Kavallerie#Kavallerie der Neuzeit bis 1918|leichten Kavallerie]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;OrtrereBand1&amp;quot; /&amp;gt; Durch die vorerst sehr geringe Schussweite der Radschlosspistolen mussten die Reiter die Pistolen auf die Rüstungen aufsetzen und enge, schnelle Wendungen wurden immer nötiger und förderten die Ausbreitung der Reitkunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Reitkunst verfassten zahlreiche europäische [[Rittmeister]] Bücher. Dazu gehören die Werke von [[Federigo Griso]]ne&amp;lt;ref&amp;gt;[[IArchive:gli-ordini-di-cavalcare-1550|Federigo Grisone, Ordini di Cavalcare, 1550]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Cesare Fiaschi]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;fias&amp;quot;&amp;gt;[[IArchive:trattato-dellimbrigliare-1556|Cesare Fiaschi, Trattato da Imbrigliare, 1556]]&amp;lt;/ref&amp;gt; den Franzosen [[Antoine de Pluvinel]], [[François Robichon de la Guérinière|De la Guériniere]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.ch/books/edition/Reitkunst_oder_gr%C3%BCndliche_Anweisung_zur/diu7ZAAPyfcC?hl=de&amp;amp;gbpv=0 Reitkunst oder gründliche Anweisung zur Kenntniß der Pferde, deren Erziehung, Unterhaltung, Abrichtung, nach ihrem verschiedenen Gebrauch und Bestimmung], Francois Robichon de la Gueriniere (Ecole de Cavalerie, Reitlehre, 1733), Übersetzt von J. Daniel Knoell, Marburg 1817, neu aufgelegt von Georg Olms Verlag, ISBN 978-3-487-08288-2&amp;lt;/ref&amp;gt; dem Engländer [[William Cavendish, 1. Duke of Newcastle|William Cavendish]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://digital.wlb-stuttgart.de/sammlungen/sammlungsliste/werksansicht?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&amp;amp;tx_dlf%5Bid%5D=305025&amp;amp;tx_dlf%5Border%5D=title&amp;amp;tx_dlf%5Bpage%5D=9&amp;amp;cHash=3b25a6617a4998ad867fe79cf214c4c9 Methode Et Invention Nouvelle De Dresser Les Chevaux (1758)] Digitalisat der Württembergische Landesbibliothek.&amp;lt;/ref&amp;gt; und dem Portugiesen [[Manoel Carlos de Andrade]] und der Deutschen [[Georg Engelhard von Löhneysen]] und [[Friedrich Wilhelm von Eisenberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reitkunst diente auch zur Ausbildung leichterer Reiter im Krieg und hielt ab dem [[Schmalkaldischer Krieg|Schmalkaldischen Krieg]] (1546 bis 1547) über die Kurfürstenhöfe, wie etwa Dresden, und die Höfe der Habsburger, wie etwa Wien und Prag, in den deutschsprachigen Gebieten Einzug. Als &amp;#039;Türken&amp;#039; bezeichnete Pferde, wurden ab dem Ende des 15. Jahrhunderts in den [[Ernestinische Herzogtümer|Ernestinischen Herzogtümern]] im Vorwerk Bleesern bei [[Lutherstadt Wittenberg|Wittenberg]] und [[Torgau]] gezüchtet. Der [[Johanneum (Dresden)|kurfürstliche Stall]] in Dresden wurde ab 1588 erbaut und wurde zum ersten Museum der Neuzeit. In ihm standen nicht nur Waffen, Figurinen und Schlitten, sondern auch das Pferd als Kunstwerk im Mittelpunkt. Der zugehörige [[Stallhof (Dresden)|Stallhof]] erhielt 1618 die erste [[Reithalle]] in Deutschland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OrtrereBand1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] Ende des 18. Jahrhunderts kam es zum abrupten Untergang der höfischen Reitkunst. Dies war auch in Deutschland und England der Fall. Die „Anglomanie“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Otto Digeon von Monteton]] |Titel=Über die Reitkunst |Verlag=Georg Olms |Ort=Hildesheim |Datum=1995 |ISBN=3-487-08346-9 |Kommentar=unveränderter Nachdruck von &amp;#039;&amp;#039;Anglomanie und Reitkunst&amp;#039;&amp;#039; 1877 und &amp;#039;&amp;#039;Reiter-Predigten. Ursache und Wirkung&amp;#039;&amp;#039; 1879}}&amp;lt;/ref&amp;gt; genannte Zuchtauswahl und Bevorzugung [[Englisches Vollblut|englischer Vollblüter]] im 19. Jahrhundert brachte die meisten der alten Barockpferderassen, wie Sachsen, Oldenburger und [[Neapolitaner (Pferd)|Neapolitaner]], zum Aussterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einführung großer Kavallerieeinheiten und die Notwendigkeit einer verkürzten Ausbildung für Reiter und Pferd im 19. und Anfang 20. Jahrhundert beendete die umfassendere Ausbildung von Pferden weitgehend. In Portugal und Spanien erhielt sich die Reitkunst durch den Stierkampf der [[Rejoneador|Rejones]]. Österreich bewahrte sie in der [[Spanische Hofreitschule|Spanischen Hofreitschule]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;OrtrereBand1&amp;quot; /&amp;gt; Die Reitkunst erfährt derzeit in Deutschland vermehrten Zuspruch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundsätze ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cadre noir - Jeunes chevaux de sport.JPG|mini|Grundausbildung beim Cadre Noir]]&lt;br /&gt;
Die Reitkunst orientiert sich am Körperbau und der Leistungsfähigkeit des Pferdes. Das Pferd soll seinen Fähigkeiten entsprechend ausgebildet werden. Zu den Grundsätzen gehören die Sprezzatura, was [[Losgelassenheit]] und Abwesenheit von Zwang bedeutet,&amp;lt;ref&amp;gt;Baldassare Castiglione, Il Corteggiano&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Takt (Reiten)|Takt]] und [[Schwung (Reiten)|Schwung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;OrtrereBand1&amp;quot; /&amp;gt; Das Pferd soll mit [[Sitz (Reiten)#Dressursitz|unsichtbaren Hilfen]] gelenkt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Fürstliche Hofreitschule Bückeburg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schulen und Touren der barocken Reitkunst.&amp;#039;&amp;#039; 2011, DVD ([https://akademie.hofreitschule.de/courses/schulen-und-touren-der-barocken-reitkunst akademie.hofreitschule.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johann B. von Sind |Titel=Vollständiger Unterricht in den Wissenschaften eines Stallmeisters |Datum=1770}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu einem Höchstmaß der [[Durchlässigkeit (Reiten)|Durchlässigkeit]] kommt in der Hohen Schule noch die [[Kadenz (Reiten)|Kadenz]] hinzu.&amp;lt;ref&amp;gt;Waldemar Seunig: Von der Koppel bis zur Kapriole. Die Ausbildung des Reitpferdes. Mit einem Nachwort von Bertold Schirg. 2. Nachdruck der Ausgabe Berlin 1943, Hildesheim usw. 2001 (Documenta Hippologica), ISBN 3-487-08348-5, S. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das entspricht weitgehend der [[Ausbildungsskala]], die von der [[Deutsche Reiterliche Vereinigung|FN]] in den 1950er-Jahren entwickelt wurde:&lt;br /&gt;
Takt, Losgelassenheit, [[Anlehnung (Pferdesport)|Anlehnung]], Schwung, [[Geraderichtung|Geraderichten]] und [[Versammlung (Reiten)|Versammlung]]. Auch die unsichtbare Hilfengebung gehört dazu.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pferd-aktuell.de/ausbildung/ausbildung-des-reiters/ausbildung-des-reiters Ausbildung des Reiters], [[Deutsche Reiterliche Vereinigung|FN]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kennzeichen des [[Schulpferd]]es ist seine „Fähigkeit, sich zeitweise bis zu einer Selbsthaltung versammeln zu lassen, bei welcher vorderes und hinteres Beinpaar je die Hälfte der Last zu tragen hat, und die so weit geht, dass bei einzelnen Lektionen die Hinterhand den überwiegenden Teil dieser Last, wenn nicht sogar ihre Gesamtheit willig und elastisch federnd aufnimmt“.&amp;lt;ref&amp;gt;Seunig, S. 328.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Sporn (Reiten)|Sporen]] werden in der klassischen Reitkunst für den &amp;#039;&amp;#039;effet d’ensemble&amp;#039;&amp;#039; verwendet. Der effet d’ensemble wirkt versammelnd, also eher bremsend. Dazu werden die Sporen so weit wie möglich vorne, unmittelbar hinter dem Gurt eingesetzt. Bei einem gut ausgebildeten Paar genügt bereits die Schenkeldrehung, die notwendig ist, um die Sporen an das Pferd zu bringen, um das Pferd zu versammeln.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://equitationfrancaise.fr/definition-de-leffet-densemble/ Definition de l’effet d’ensemble], Equitation Ecole Francaise.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://harmonycross.com/on-academic-training/the-effet-densemble/ Baucher’s Golden Key: The Effet d’Ensemble], Harmony+Cross&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;{{lang|fr|descente de main et de jambes}}&amp;#039;&amp;#039;, meist verkürzt zu &amp;#039;&amp;#039;{{lang|fr|descente de main}},&amp;#039;&amp;#039; wird in der [[Klassische Reitkunst|klassischen Reitkunst]] das kurzzeitige Aussetzen der [[Hilfe (Pferdesport)|Zügel- und Schenkelhilfen]] bezeichnet, wenn das Pferd sich in hoher Versammlung befindet und diese ohne reiterliche Unterstützung weiter halten soll.&amp;lt;ref&amp;gt;Anja Beran: &amp;#039;&amp;#039;Aus Respekt: Reiten zum Wohle des Pferdes.&amp;#039;&amp;#039; 2., aktualisierte, neu bebilderte Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-440-15252-2, {{URN|nbn:de:101:1-201707051848}} ({{Google Buch |BuchID=EnjgDgAAQBAJ |Seite=1}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;#039;&amp;#039;descente de main et de jambes&amp;#039;&amp;#039; gilt als wesentlicher Bestandteil der klassischen Ausbildung des Pferdes, da es zu seiner Ausführung so weit gymnastiziert sein muss, dass ihm die geforderte Haltung leicht genug fällt, um sie ohne weitere reiterliche Aufforderung zu halten.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierre Cousyn: &amp;#039;&amp;#039;Descent de Maines et Descente de Jambes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Dressage Today.&amp;#039;&amp;#039; Januar 2010 (englisch; [http://www.cousyndressage.com/descent-de-maines-et-descente-de-jambes.html cousyndressage.com]&amp;lt;!-- abgerufen am 28. Januar 2021 --&amp;gt;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Anja Beran: {{Webarchiv |url=http://www.anjaberan.de/fileadmin/anja_beran_dateien/pdfs/Sonderdruck_2-7.pdf |wayback=20120907193301 |text=&amp;#039;&amp;#039;Klassisch? Barock? Iberisch? Zirkus? oder was? – Überlegungen zur Dressur, Gedanken zur Klassischen Reitkunst.&amp;#039;&amp;#039;}} (PDF; 2,1&amp;amp;nbsp;MB) In: &amp;#039;&amp;#039;anjaberan.de.&amp;#039;&amp;#039; 6. März 2006, abgerufen am 8. August 2018&amp;lt;!-- Scan eines Sonderdrucks – woraus? 1. Auflage von &amp;#039;&amp;#039;Aus Respekt&amp;#039;&amp;#039; ? --&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Antike und bis in die Renaissance wurde die Reitkunst teilweise ohne [[Steigbügel (Reiten)|Steigbügel]] und auch [[Reitsattel|Sattel]] geritten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; In der Spanischen Hofreitschule reiten die Eleven zwei Jahre lang ohne Steigbügel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pm-forum-digital.de/project/spanische-hofreitschule-in-wien-11-12-2022/ Die Kaiserschimmel], [[Deutsche Reiterliche Vereinigung|FN]], pm-forum-digital.de, Ausgabe 11-12/2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die Schulsprünge werden ohne Steigbügel geritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/spanische-hofreitschule-in-wien-feiert-jubilaeum-13659944.html Des Kaisers weiße Lipizzaner], Stephan Löwenstein, Wien, [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], 22. Juni 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reitschulen {{Anker|Doma Clasíca}} {{Anker|Barock}} ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jerez 2015 10 19 1880 (24710849626).jpg|mini|Reiter der Hofreitschule in Jerez de la Frontera]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Hofreitschule}}&lt;br /&gt;
Die erste und bedeutendste Hofreitschule war die Reitschule der Aragonesen, die nach 1543 von Ferrante von Aragon bei Neapel gegründet wurde. Sie wird von [[Federigo Griso]]ne, Pirro Antonio Ferraro und [[Claudio Corte]] erwähnt. Es ist wahrscheinlich, dass sie sich in [[Nola (Kampanien)|Nola]] bei Neapel befand und in ihr eine Vielzahl der Rittmeister ausgebildet wurden, die später an den diversen europäischen Fürstenhöfen dienten, wie etwa Carlo Theti (Dresden), Battista und Pirro Antonio Ferraro (Madrid), Geronimo Tinti (Cordoba) etc.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Spanische Hofreitschule]] in [[Wien]] sicherte nach dem Ende der [[k.u.k. Monarchie]] 1918 ihr weiteres Überleben, indem sie sich der Öffentlichkeit öffnete und durch Vorführungen rasch eine breite Popularität erlangte. Auch in Frankreich wird vom [[Cadre Noir]] bis heute die Reitkunst des 15. bis 18. Jahrhunderts gepflegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde die klassische Reitkunst durch das von [[Egon von Neindorff (Reiter)|Egon von Neindorff]] gegründete Reitinstitut in Karlsruhe fortgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden in [[Jerez de la Frontera]], Spanien und in [[Queluz (Sintra)|Queluz]], Portugal Hofreitschulen wieder eröffnet. Die spanische Reitkunst &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;{{lang|es|Doma Clásica}}&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der klassischen Reitkunst sehr ähnlich, zeigt aber zusätzlich folkloristische Elemente und den [[Spanischer Schritt|Spanischen Schritt]]. Die portugiesische Reitkunst umfasst auch typische Elemente der barocken Reitkunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lektionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cadre noir - courbette montée.jpg|mini|hochkant|Courbette, Cadre Noir]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Campagneschule}}&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Hohe Schule (Reitkunst)}}&lt;br /&gt;
Die Campagneschule ist die grundlegende Ausbildung des Pferdes für die Gebrauchsreiterei.&amp;lt;ref name=&amp;#039;ap&amp;#039;&amp;gt;[https://pocketbook.de/de_de/downloadable/download/sample/sample_id/8200396/ Die Klassische Reitkunst], Alois Podhajsky, S. 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Hohe Schule ist Dressurreiten im höchsten Schwierigkeitsgrad mit künstlerischem Anspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lektionen dienen der korrekten Ausbildung und Gymnastizierung des Pferdes. Sie werden eingeteilt in Schulen auf der Erde, zu denen die [[Seitengang|Seitengänge]] gehören und in Schule über der Erde,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Alois Podhajsky]]: &amp;#039;&amp;#039;Die klassische Reitkunst. Die Reitlehre von den Anfängen bis zur Vollendung&amp;#039;&amp;#039;. Neuaufl. Kosmos, Stuttgart 1998, ISBN &amp;lt;/ref&amp;gt; zu denen die Schulsprünge und die Erhebungen zählen.&lt;br /&gt;
Viele Lektionen der Niederen und Hohen Schule werden aus der Arbeit an der Hand entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Lektionen werden aus der Arbeit an der Hand entwickelt. Die bereits im 17. Jahrhundert verwendeten [[Pilare]]n dienen als Ausbildungshilfe. Aufgrund ihrer statischen Natur werden sie heute selten verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Lektionen der Hohen Schule, wie [[Piaffe]], Passage, [[Pirouette]] und [[Galoppwechsel]] von Sprung zu Sprung (Einerwechsel) sind Bestandteile des Dressursports, die Schulen über der Erde jedoch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Dressurreiten]]&lt;br /&gt;
* [[Bundesverband für klassisch-barocke Reiterei]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstreiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Michaela Otte: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Reitens. Von der Antike bis zur Neuzeit&amp;#039;&amp;#039;. FN-Verlag, Warendorf 1994, ISBN 3-88542-255-7.&lt;br /&gt;
* [[Gustav Steinbrecht]] (Begr.), Paul Plinzner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Gymnasium des Pferdes&amp;#039;&amp;#039;. 16. Aufl. Georgi, Aachen 1995, ISBN 3-87248-038-3 (Nachdr. d. Ausg. Potsdam 1935, EA 1884).&lt;br /&gt;
* [[Richard Wätjen]]: &amp;#039;&amp;#039;Dressurreiten. Ein Leitfaden für die Ausbildung von Reiter und Pferd&amp;#039;&amp;#039;. 8. Aufl. Parey, Hamburg 1978, ISBN 3-275-01150-2.&amp;lt;ref&amp;gt;die 1. bis 3. Aufl. erschien unter dem Titel: &amp;#039;&amp;#039;Dressur des Reitpferdes für Turnier und Hohe Schule&amp;#039;&amp;#039;; die 4. Aufl. erschien unter dem Titel: &amp;#039;&amp;#039;Reitkunst in Wort und Bild&amp;#039;&amp;#039; und ab der 5. Aufl. unter dem Titel: &amp;#039;&amp;#039;Dressurreiten&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ulrike Ortrere: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Reitens&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;ArtEquestre Geschichte des Reitens.&amp;#039;&amp;#039; Band 1), ISBN 979-8-33378682-1.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Nuno Oliveira]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Gedanken über die Reitkunst&lt;br /&gt;
   |Datum=1999&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-487-08383-3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Philippe Karl]]&lt;br /&gt;
   |Titel=ReitKunst. Klassische Dressur bis zur Hohen Schule&lt;br /&gt;
   |Datum=1999&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-405-15826-5}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Anja Beran&lt;br /&gt;
   |Titel=Aus Respekt&lt;br /&gt;
   |Datum=2008&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-930953-14-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Classical dressage|Klassische Reitkunst|audio=1|video=1}}&lt;br /&gt;
* https://artequestre.org/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4049319-2|LCCN=sh85062144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pferdeausbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausbildung am Pferd]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reitkunst| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Windharp</name></author>
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