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	<title>Reisersche Unruhen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T12:04:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Reisersche_Unruhen&amp;diff=986505&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Reinhard Kraasch: /* Verlauf */</title>
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		<updated>2024-03-26T09:31:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verlauf&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Reisersche Unruhen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird ein Aufbegehren der [[Lübeck]]er [[Bürger]] gegen den [[Lübecker Rat 1600|Rat]] der Stadt im Jahre [[1599]] nach deren Anführer [[Heinrich Reiser (Jurist)|Heinrich Reiser]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1598 hatte der [[Schweden|schwedische]] [[König]] [[Sigismund III. Wasa]] Lübeck als Verbündeten gegen seinen Widersacher im Streit um den schwedischen Thron, [[Herzog]] [[Karl IX. (Schweden)|Karl von Södermanland]] gewonnen. Gegen die Zusage von Geldzahlungen und Privilegien hatte der Lübecker Rat begonnen, unter der Flagge des Herzogs fahrende [[Handelsschiff]]e im Lübecker Hafen festzuhalten. Als der Herzog im Kampf um den Thron im Herbst 1598 die Oberhand zu gewinnen begann, ließ er im Gegenzug zahlreiche Lübecker Schiffe [[Konfiskation|konfiszieren]], wodurch dem Lübecker [[Ostseehandel]] erheblicher Schaden zugefügt wurde. Da sich zudem der [[Niedersächsischer Reichskreis|Niedersächsische Reichskreis]] auf die Seite Karls geschlagen hatte, war Lübeck politisch isoliert, was zu weiteren Einbußen führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzog Karl war bewusst, dass in Lübeck ein schwelender Konflikt zwischen dem Rat und der [[Bürgerschaft (Vertretungsorgan)|Bürgerschaft]] existierte, die sich zunehmend in ihren Interessen ignoriert sah. Um diesen Gegensatz zu seinen Gunsten auszunutzen, wandte er sich am 30. Oktober 1598 mit einem Schreiben an die Bürgerschaft, in dem er fragte, ob die Anordnung zum Festhalten seiner Schiffe überhaupt mit ihrem Wissen und ihrer Billigung erfolgt wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schreiben sorgte für Empörung unter den Angehörigen der Bürgerschaft, da sie sich durch die [[Außenpolitik|außenpolitischen]] Entscheidungen, die der Rat über ihre Köpfe hinweg getroffen hatte, übergangen und in ihren Rechten verletzt fühlten. Nachdem später noch ein offizieller Drohbrief des Niedersächsischen Reichskreises gegen die Stadt Lübeck ausgestellt worden war, trat die Bürgerschaft in [[Opposition (Politik)|Opposition]] zum Rat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürgerschaft bildete am 11. Oktober 1599 einen [[Bürgerausschuss#Mittelalter und frühe Neuzeit|Ausschuss]] zur Klärung des Sachverhalts, angeführt vom Juristen Heinrich Reiser, nach dem die Vorgänge später benannt wurden. In dem fünfzig Mann starken Ausschuss waren nahezu alle [[Zunft|Zünfte]] und Kaufmannskollegien vertreten. Am 28. November überreichte er dem Rat eine ausführliche Beschwerdeschrift, die nicht nur die Auseinandersetzung mit Schweden betraf, sondern auch eine Reihe weitergehender politischer Forderungen enthielt. Die Hauptpunkte waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beilegung des Konflikts mit Schweden&lt;br /&gt;
* Aufnahme längst fälliger wirtschaftlicher Verhandlungen mit [[Dänemark]], Schweden, [[Russland]] und [[England]]&lt;br /&gt;
* Verabschiedung einer [[Armenordnung]]&lt;br /&gt;
* [[Reform]] des [[Bürgerrecht]]s und [[Bürgereid]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben wurden unter anderem eine effektivere Organisation der Verteidigungsmaßnahmen und Waffenübungen sowie öffentliche [[Gerichtsverhandlung]]en eingefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Bürgermeister [[Gotthard V. von Hoeveln]] vertrat mit dem Bürgermeister [[Dietrich von Broemse]] die konservative Position in diesem Streit. Um den Unruhestifter Dr. Reiser nicht zu sehr aufzuwerten, überließ von Hoeveln es seinem zweiten Bürgermeister [[Alexander Lüneburg (Politiker, 1560)|Alexander Lüneburg]], die Verhandlungen zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum größten Streitpunkt zwischen Bürgerschaft und Rat wurde die Reform des Bürgereids. Nach Ansicht des Rates verlangte der Wortlaut Gehorsam gegenüber dem &amp;#039;&amp;#039;ehrbaren Rat dieser Stadt&amp;#039;&amp;#039;. Die Bürgerschaft hingegen vertrat die Meinung, dass die Worte Gehorsam gegenüber dem &amp;#039;&amp;#039;ehrbaren Rat &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; dieser Stadt&amp;#039;&amp;#039; forderten, also dem Rat keine alleinige Regierungsgewalt zukam. Bei dem Versuch, den wahren Sachverhalt herauszufinden, wurde festgestellt, dass der Wortlaut des Eides nicht eindeutig geregelt war. Erst nach heftigen, sich über Monate hinziehenden Auseinandersetzungen erklärte Bürgermeister Alexander Lüneburg im Namen des Rates am [[28. November]] [[1600]], dass fortan die von der Bürgerschaft verlangte Eidesformel verbindlich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die schwerwiegendsten Fragen geklärt waren, wurden bis zum [[14. Juni]] [[1605]] auch alle weiteren Forderungen der Bürgerschaft erfüllt, womit die Reiserschen Unruhen ihr Ende fanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Matthias Crumbtinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Wahrhaftige und glaubwürdige Verzeichnis Bericht und Uhrkunde von den Lübischen Hendelln&amp;#039;&amp;#039; Manuskript 1609 (Ms Lub 2° 70 [https://digital-stadtbibliothek.luebeck.de/viewer/image/MsLub270/11/ Digitalisat], [[Stadtbibliothek Lübeck]])&lt;br /&gt;
* Jürgen Asch: &amp;#039;&amp;#039;Rat und Bürgerschaft in Lübeck 1598–1669: Die verfassungsrechtlichen Auseinandersetzungen im 17. Jahrhundert und ihre sozialen Hintergründe.&amp;#039;&amp;#039; Lübeck: Schmidt-Römhild 1961 (= Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck 17), zugl. Diss. Hamburg 1961&lt;br /&gt;
* [[Antjekathrin Graßmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lübeckische Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; 2. überarbeitete Auflage. Schmidt-Römhild, Lübeck 1989, ISBN 3-7950-3202-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lübecker Wirtschaftsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lübeck im 16. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Reinhard Kraasch</name></author>
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