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	<title>Reinigungseid - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T21:15:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Reinigungseid&amp;diff=136375&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tfjt am 24. November 2020 um 19:40 Uhr</title>
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		<updated>2020-11-24T19:40:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Giustificazione di Leone III.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Der Reinigungseid [[Leo III. (Papst)|Leos III.]]&amp;#039;&amp;#039;, Fresko von [[Raffael]], zwischen 1516 und 1517]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leo III by Rafael.jpg|mini|Detail]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Reinigungseid&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;juramentum purgatorium&amp;#039;&amp;#039;}}) bezeichnet man ein auf [[Kelten|keltische]] und [[Germanische Stammesrechte|germanische Rechtskultur]] zurückreichendes Verfahrenselement der [[Gerichtsbarkeit]] aus dem frühen und hohen [[Mittelalter]], wonach bei unvollständiger [[Beweis (Rechtswesen)|Beweislage]] die Unwahrheit einer behaupteten Tatsache durch einen [[Eid]] [[Beschwörung|beschworen]] wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Herder-1854/A/Reinigungseid Artikel &amp;#039;&amp;#039;Reinigungseid&amp;#039;&amp;#039;], Herders Conversations-Lexikon, Freiburg im Breisgau, 1856, S. 697, abgerufen im Portal &amp;#039;&amp;#039;zeno.org&amp;#039;&amp;#039; am 21. April 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Müller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Theologische Realenzyklopädie&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Walter de Gruyter, New York, Berlin, 1993, ISBN 3-11-013898-0, S. 384&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein bekannter Reinigungseid war die Erklärung, die Papst [[Leo III. (Papst)|Leo III.]] am 23. Dezember 800 vor [[Karl der Große|Karl dem Großen]] und weiteren Würdenträgern abgab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reinigungseid wurde einem [[Anklage|Angeklagten]] auferlegt, um ihm Gelegenheit zu geben, sich durch die Eidesleistung von einem [[Schuldvorwurf]] „reinzuwaschen“ bzw. seine [[Unschuld]] zu bezeugen. Gewöhnlich wurde bei dem Eid zur [[Beteuerung]] [[Gott]] angerufen und auf einen [[heilig]]en Gegenstand durch dessen körperliche Berührung [[Eid#Rolle unterschiedlicher Rechtskulturen|geschworen]], insbesondere auf ein Exemplar der [[Bibel]], ein [[Schwörkreuz|Schwurkreuz]] oder eine [[Reliquie]]. Außerdem gab es eine  vorgegebene [[Eidesformel]]. Nur wenn der Reinigungseid dem Angeklagten durch fehlerfreie mündliche Wiedergabe der Eidesformel „gelang“, galt er als unschuldig, anderenfalls wurde er verurteilt. Dies konnte mitunter fehlschlagen. So galt schon das bloße Versprechen oder Verhaspeln bei der Wiederholung der vom Gericht auferlegten Eidesformel als [[Schuldbekenntnis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Praxis des Reinigungseides beruhte auf der Überzeugung, dass insbesondere überirdische Mächte im Falle eines [[Meineid]]versuchs sofort eingreifen und den Eid misslingen lassen würden (→ [[Gottesurteil]]).&lt;br /&gt;
Es konnte auch vorkommen, dass dem Angeklagten &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; das Recht zum Reinigungseid zugesprochen wurde, nämlich dann, wenn er  auf frischer Tat &amp;#039;&amp;#039;[[in flagranti]]&amp;#039;&amp;#039; angetroffen worden war, ein Tatbestand, den man in der mittelalterlichen Prozessordnung &amp;#039;&amp;#039;„bei handhafter Tat“&amp;#039;&amp;#039; nannte. In diesem speziellen Falle, dem sogenannten [[Handhaftverfahren]], durfte der Kläger einen Anklageeid aussprechen, der – wenn er gelang – den Angeklagten automatisch schuldig sprach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal kam es auch vor, dass [[Eideshelfer]] aus der Verwandtschaft den Angeklagten beim [[Schwur|Schwören]] des Reinigungseides unterstützen mussten. Fremde, die über keine Verwandtschaft aus unmittelbarer Nähe verfügten bzw. keinen Eideshelfer beischaffen konnten, mussten sich sodann einem Gottesurteil unterziehen, wie z.&amp;amp;nbsp;B. das Laufen über glühende Kohlen oder das Tragen eines glühenden Hufeisens, wobei keine Brandmarken entstehen durften. Im späten Mittelalter jedoch verschwanden unter Einwirken der Kirche die Gottesurteile mehr und mehr, welche vom Prinzip her noch aus heidnischer Zeit übernommen worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Mittelalters verlor der Reinigungseid langsam an Bedeutung. An seine Stelle trat die Überführung des Angeklagten durch die Aussage zweier glaubwürdiger [[Zeuge]]n, die „[[Beweisung]]“, oder durch das [[Geständnis]] des Angeklagten, das „[[Urgicht]]“, das oft durch eine „[[peinliche Befragung]]“ erpresst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [http://archive.org/stream/derreinigungsei00loengoog#page/n6/mode/2up Richard Loening: &amp;#039;&amp;#039;Der Reinigungseid bei Ungerichtsklagen im Deutschen Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;], Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung, Heidelberg, 1880.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eid]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafrechtsgeschichte des Mittelalters]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tfjt</name></author>
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