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	<title>Reichsmarine - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Reichsmarine&amp;diff=47213&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Crazy1880: Vorlagen-fix</title>
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		<updated>2026-01-04T09:26:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Vorlagen-fix&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Militärische Einheit&lt;br /&gt;
|Name= Reichsmarine&lt;br /&gt;
|Bild= &lt;br /&gt;
|Beschriftung= &lt;br /&gt;
|Daten= &lt;br /&gt;
|Startdatum= 1. Januar 1921&lt;br /&gt;
|Enddatum= 31. Mai 1935&lt;br /&gt;
|Land= {{DEU-1919}}&amp;lt;br /&amp;gt;{{DEU-1933}}&lt;br /&gt;
|Streitkräfte= [[Reichswehr]]&lt;br /&gt;
|Teilstreitkraft= &lt;br /&gt;
|Truppengattung= &lt;br /&gt;
|Typ= [[Teilstreitkraft]] ([[Marine]])&lt;br /&gt;
|Gliederung= &lt;br /&gt;
|Mannstärke= &lt;br /&gt;
|Teil_von= &lt;br /&gt;
|Stationierungsort= &lt;br /&gt;
|Stationierungsort_Bezeichnung= &lt;br /&gt;
|Spitzname= &lt;br /&gt;
|Schutzpatron= &lt;br /&gt;
|Motto= &lt;br /&gt;
|Farben= &lt;br /&gt;
|Farben_Bezeichnung= &lt;br /&gt;
|Marsch= &lt;br /&gt;
|Maskottchen= &lt;br /&gt;
|Ausrüstung= &lt;br /&gt;
|Ausrüstung_Bezeichnung= &lt;br /&gt;
|Schlachten= &lt;br /&gt;
|Schlachten_Bezeichnung= &lt;br /&gt;
|Jahrestage= &lt;br /&gt;
|Auszeichnungen= &lt;br /&gt;
|battle_honours= &lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Kommandeure --&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Leitung_Bezeichnung= Leitung&lt;br /&gt;
|Kommandeur1= &lt;br /&gt;
|Kommandeur1_Bezeichnung= &lt;br /&gt;
|Kommandeur2= &lt;br /&gt;
|Kommandeur2_Bezeichnung= &lt;br /&gt;
|Kommandeur3= &lt;br /&gt;
|Kommandeur3_Bezeichnung= &lt;br /&gt;
|Wichtige_Kommandeure= &lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Insignien --&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Identifikationssymbol= [[Datei:Flag of Weimar Republic (war).svg|200px]]&lt;br /&gt;
|Identifikationssymbol_Bezeichnung= [[Reichskriegsflagge]] (1922/23–1933)&lt;br /&gt;
|Identifikationssymbol2= [[Datei:Flag of Weimar Republic (jack).svg|200px]]&lt;br /&gt;
|Identifikationssymbol2_Bezeichnung= [[Gösch (Seefahrt)|Gösch]]  (1922/23–1933)&lt;br /&gt;
|Identifikationssymbol3= &lt;br /&gt;
|Identifikationssymbol3_Bezeichnung= &lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Luftfahrzeuge --&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Luftfahrzeug_Schlacht= &lt;br /&gt;
|Luftfahrzeug_Bomber= &lt;br /&gt;
|Luftfahrzeug_EloKa= &lt;br /&gt;
|Luftfahrzeug_Kampf= &lt;br /&gt;
|Luftfahrzeug_Abfangen= &lt;br /&gt;
|Luftfahrzeug_Patrouille= &lt;br /&gt;
|Luftfahrzeug_Aufklärung= &lt;br /&gt;
|Luftfahrzeug_Training= &lt;br /&gt;
|Luftfahrzeug_Transport= &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Reichsmarine&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war die Bezeichnung der [[Marine]] des [[Deutsches Reich|Deutschen Reichs]] in der Zeit vom 1. Januar 1921 bis zum 31. Mai 1935. Sie bildete einen Teil der [[Reichswehr]]. Nach Gründung der [[Wehrmacht]] wurde sie am 1. Juni 1935 in &amp;#039;&amp;#039;[[Kriegsmarine]]&amp;#039;&amp;#039; umbenannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits die während der bürgerlich-demokratischen [[Deutsche Revolution 1848/49|Revolution von 1848/49]] am 4. Juni 1848 von der [[Frankfurter Nationalversammlung]] gegründete Marine war in einigen Dokumenten als &amp;#039;&amp;#039;Reichsmarine&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet worden. Um Verwechslungen zu vermeiden, benutzen Historiker inzwischen den Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Reichsflotte]]&amp;#039;&amp;#039; für die Marine von 1848.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorläufige Reichsmarine ==&lt;br /&gt;
Auf Grund des Gesetzes, das die [[Nationalversammlung]] am 16. April 1919 billigte, hieß die deutsche Marine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vorläufige Reichsmarine&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Sie war nach der Beendigung des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] aus der [[Kaiserliche Marine|Kaiserlichen Marine]] des [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreichs]] hervorgegangen. Zu den Aufgaben der Reichsmarine gehörten Küstensicherung, Fischereischutz, [[Seemine|Minenräumen]], Seepolizei und Unterstützung der [[Handelsmarine|Handelsschifffahrt]]. 1919 ging die Führung der Marine vom bis dahin bestehenden [[Reichsmarineamt]] auf die neue [[Admiralität]] über. Die Flagge der vorläufigen Reichsmarine war identisch mit der Flagge der Kaiserlichen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kurze Periode der Vorläufigen Reichsmarine war bestimmt von einer Anzahl wichtiger Ereignisse und Entwicklungen der deutschen Geschichte, an denen sie direkt oder indirekt beteiligt war:&lt;br /&gt;
* Die [[Kieler Matrosenaufstand|Deutsche Revolution 1918–1919]],&lt;br /&gt;
* die Ablieferung und spätere [[Selbstversenkung der Hochseeflotte]],&lt;br /&gt;
* die Unterzeichnung des [[Versailler Vertrag]]es,&lt;br /&gt;
* den [[Kapp-Putsch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Revolution und Kapp-Putsch ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-J0305-0600-003, Berlin, Kapp-Putsch, Putschisten.jpg|mini|Angehörige der Marinebrigade Ehrhardt als Teilnehmer beim Kapp-Putsch]]&lt;br /&gt;
Die [[Novemberrevolution]] 1918, ausgelöst durch den [[Kieler Matrosenaufstand]] der Hochseeflotte, und die Internierung der Hochseeflotte in [[Scapa Flow]] führten zum inneren Zusammenbruch der deutschen Seestreitkräfte. Linke, häufig kommunistische Mannschaften und konservativ-monarchistische Offiziersgruppen rotteten sich gleichermaßen als [[Freischar]]en zusammen. Die kommunistischen Matrosen bildeten die [[Volksmarinedivision]], die konservativen Kräfte mehrere Verbände, darunter die Marinebrigaden [[Marine-Brigade Ehrhardt|Ehrhardt]] und [[Marine-Brigade von Loewenfeld|Loewenfeld]], die anfangs vorwiegend aus [[Berufssoldat]]en bestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Seiten beteiligten sich an blutigen Kämpfen und Gewalttaten. Die Volksmarinedivision wurde im März 1919 aufgelöst, die Marinebrigaden erst nach dem [[Kapp-Putsch]] im März 1920, an deren Zustandekommen sie wesentlich beteiligt waren. Einer der Auslöser war der Befehl des Reichswehrministers [[Gustav Noske]], die Marinebrigaden aufzulösen. Die Brigade Ehrhardt unterstützte den Kapp-Putsch und besetzte Berlin. Der Chef der Admiralität, Vizeadmiral [[Adolf von Trotha|von Trotha]] erklärte, die Marine stehe der neuen Regierung zur Verfügung. Damit hatte er die Vorläufige Reichsmarine außerhalb der Verfassung gestellt. In den kommenden Jahren sah sie sich von rechts dem Vorwurf des Matrosenaufstands und der Novemberrevolution ausgesetzt, von liberaler und linker Seite dem des Verfassungsbruchs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbstversenkung der Hochseeflotte und Versailler Vertrag ===&lt;br /&gt;
Ein weiteres wesentliches Ereignis in der kurzen Geschichte der Vorläufigen Reichsmarine war die [[Selbstversenkung der Hochseeflotte]] in Scapa Flow am 21. Juni 1919. Die Schiffe hätten gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages den Alliierten ausgeliefert werden sollen. Als Entschädigung für diese Verluste verlangten die Alliierten die Auslieferung weiterer deutscher [[Kriegsschiff]]e, die auf deutscher Seite schon für den Aufbau einer neuen Flotte vorgesehen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertrag von Versailles begrenzte die Größe und Bewaffnung der deutschen Streitkräfte. Danach durfte die [[Marine]] 6 [[Linienschiff]]e (plus 2 in Reserve), 6 [[Kreuzer (Schiffstyp)|Kreuzer]] (plus 2 in Reserve), 12 [[Zerstörer]] (plus 4 in Reserve), 12 [[Torpedoboot]]e (plus 4 in Reserve), 38 [[Minensuchboot]]e, Sperrübungsfahrzeuge ohne Beschränkung, 8 [[Versorgungsschiff|Tender]] und Bewacher, 8 [[Fischereischutzboot]]e, 2 [[Vermessungsschiff]]e, 6 [[Vermessungsschiff|Peilboote]] und 1 [[Segelschulschiff]] besitzen. Ersetzt werden durften die alten Schiffe erst nach einer Dauer von 20 Jahren (die großen Einheiten) oder 15 Jahren (die kleineren Einheiten). Neubauten und Schiffskäufe im Ausland waren genauso wie der Besitz von [[U-Boot]]en verboten. Sperrübungsfahrzeuge und unbewaffnete Einheiten unterlagen keiner zahlenmäßigen Beschränkung. Eine ganze Flotte von U-Bootzerstörern, Leichten Minensuchbooten und Flachgehenden [[Räumboot]]en überließ die Marine daher in abgerüstetem Zustand dem [[Reichswasserschutz]], von dem sie die Boote später zum Teil wieder zurück erwarb. Die Personalstärke der Reichsmarine durfte 15.000 Mann nicht überschreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erhalt einer eigenständigen Marine ===&lt;br /&gt;
Aufgrund der Ereignisse am Ende des Ersten Weltkriegs und in der Revolutionszeit war das Ansehen der Marine auf einen Tiefpunkt gesunken. Die Selbstversenkung der Hochseeflotte hatte allerdings dazu beigetragen, die konservative Öffentlichkeit wenigstens teilweise mit der Marine zu versöhnen. Angesichts der strengen Beschränkungen des Versailler Vertrages für deutsche Streitkräfte kam auch ein gänzlicher Verzicht auf eine eigene Marine&amp;amp;nbsp;– wie vereinzelt diskutiert&amp;amp;nbsp;– nicht in Frage, da sich das Reich damit selber noch weiter geschwächt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufgaben der Reichsmarine waren zunächst nur in einer Denkschrift der Marineleitung aus dem Jahr 1920 festgelegt und entsprachen denen der Vorläufigen Reichsmarine [[#Reichsmarine|(s.&amp;amp;nbsp;o.)]]. Sie waren stark von den Notwendigkeiten der unmittelbaren Nachkriegszeit geprägt. Polizei- und Ordnungsaufgaben standen gegenüber der eigentlichen Verteidigungsaufgabe im Vordergrund. Erst nach einigen Jahren wurde die seeseitige Verteidigung des Reiches wieder stärker betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reichsmarine ==&lt;br /&gt;
Mit dem Wehrgesetz vom 23. März 1921 erfolgte die Umbenennung in Reichsmarine (RM) rückwirkend zum 1. Januar 1921. Zugleich wurde die endgültige Organisation als Teil der [[Reichswehr]] festgelegt. [[Oberbefehlshaber]] aller Streitkräfte war der [[Reichspräsident]]. Unter ihm besaß der [[Reichswehrministerium|Reichswehrminister]] Befehlsgewalt über die Reichswehr. Ihm unterstanden die Chefs der [[Heeresleitung]] und der [[Marineleitung]] nebeneinander als militärische Befehlshaber.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ehrensberger&amp;quot;&amp;gt;Konrad Ehrensberger: &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Organisation der deutschen Marine&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 1993, ISBN 3-7637-5913-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die bis 31. Dezember 1921 verwendete Kriegsflagge des Kaiserreichs wurde abgelöst durch die Kriegsflagge der Reichsmarine: schwarz-weiß-rote Balken, in der Mitte ein eisernes Kreuz und im Liek (Ecke oben links) die schwarz-rot-goldenen Reichsfarben der Republik. Die Farben im Liek wurden 1933 wieder entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben der Reichsmarine ===&lt;br /&gt;
Die operativen Erwägungen der Marineleitung befassten sich –&amp;amp;nbsp;bedingt durch die Abtrennung von [[Ostpreußen]] und der [[Freie Stadt Danzig|Freien Stadt Danzig]]&amp;amp;nbsp;– zunächst mit [[Zweite Polnische Republik|Polen]]. Danach wurde der „Erbfeind“ [[Dritte Französische Republik|Frankreich]] mit einbezogen. Im Falle eines Bündnisses beider Gegner entstünde eine gefahrvolle Zweifronten-Situation. Ein Konflikt mit [[Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland#Außenpolitik|Großbritannien]] erschien undenkbar. Er hätte die Marineleitung in eine ausweglose Lage geführt. Selbst Admiral [[Erich Raeder]] lehnte es offiziell strikt ab, die Marine auf diesen Fall vorzubereiten oder ihn auch nur durchzuspielen.&amp;lt;ref&amp;gt;M. Salewski: &amp;#039;&amp;#039;Selbstverständnis und historisches Bewusstsein der deutschen Kriegsmarine&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Marine-Rundschau&amp;#039;&amp;#039;, Heft 2, 1970, 73 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings äußerte er in einer Unterredung mit Reichskanzler Hitler am 27. Juni 1934 die Auffassung, „&amp;#039;&amp;#039;dass die Flotte später doch gegen England entwickelt werden müsse, dass daher von 1936 an die großen Schiffe mit 35cm Geschützen&amp;#039;&amp;#039;“ bewaffnet werden müssten, um den Einheiten der &amp;#039;&amp;#039;King George&amp;#039;&amp;#039;-Klasse gewachsen zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;G. Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Thesen zur ideologischen Kontinuität in den machtpolitischen Zielsetzungen der deutschen Marineführung 1897–1945&amp;#039;&amp;#039;. In: Manfred Messerschmidt (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;Militärgeschichte: Probleme, Thesen, Wege&amp;#039;&amp;#039;. DVA, Stuttgart 1982, S. 268. Dort auch Quellenverweisung.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit offenbarte sich nach Auffassung Gerhard Schreibers schließlich doch wieder die Kontinuität antibritischen Denkens seit der Tirpitz-Zeit.&lt;br /&gt;
Ein Zusammenschluss Frankreichs mit der [[Sowjetunion#1924 bis 1939: Industrialisierung und Stalinscher Terror|Sowjetunion]] hingegen erschien von Anfang an wieder als eine denkbare Gefahr. Frankreichs Marine war erheblich stärker als die deutsche und konnte die Seewege in der [[Nordsee]] blockieren. Das Gleiche galt bei einem Bündnis französisch-sowjetischer Seestreitkräfte für die [[Ostsee]]. Deshalb konzentrierten sich die deutschen Rüstungsplanungen spätestens ab Mitte der 1920er Jahre darauf, dieser Bedrohung entgegenzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst 1928 erließ der neue Reichswehrminister [[Wilhelm Groener]] operative Vorgaben für Heer und Marine. Von der Marine wurde unter anderem gefordert, dass sie in der Lage sein musste, die [[polnische Marine]] innerhalb von 72 Stunden vernichtend zu schlagen und den Stützpunkt [[Gdynia|Gdingen]] auszuschalten. Damit wollte man im Fall eines Grenzkonflikts mit Polen, wie es ihn in der direkten Nachkriegszeit gegeben hatte, ein abschreckendes Signal geben können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rahn&amp;quot;&amp;gt;Werner Rahn: &amp;#039;&amp;#039;Marinerüstung und Innenpolitik einer parlamentarischen Demokratie – das Beispiel des Panzerschiffes A&amp;amp;nbsp;1928&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Marine – Historisches Selbstverständnis und Standortbestimmung&amp;#039;&amp;#039;. Schriftenreihe Deutsches Marine Institut; Deutsche Marine-Akademie, Bd. 4, Herford und Bonn 1983, ISBN 3-8132-0157-0, S. 53 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Linienschiffe 1930.jpg|mini|Die alten Linienschiffe &amp;#039;&amp;#039;[[Schleswig-Holstein (Schiff, 1908)|Schleswig-Holstein]]&amp;#039;&amp;#039; (vorn), &amp;#039;&amp;#039;Schlesien&amp;#039;&amp;#039; (links) und &amp;#039;&amp;#039;Hessen&amp;#039;&amp;#039; etwa 1930. Diese bereits 1919 veralteten Schiffe bildeten lange Zeit den Kern der Reichsmarine.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Red Castle by the Sea 1929.jpg|mini|Die 1910 errichtete [[Marineschule Mürwik]] im Jahr 1929]]&lt;br /&gt;
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das [[Reichswehrministerium]] in [[Berlin]] als oberste Reichsbehörde für die [[Reichswehr]] geschaffen. Im Ministerium bestand neben der [[Heeresleitung]] die [[Marineleitung]] als oberste Kommandostelle der Reichsmarine. An ihrer Spitze stand der Chef der Marineleitung. Ihm waren unterstellt (Stand 1930/31&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Köhler, Mitarbeit von Max Plüddemann. &amp;#039;&amp;#039;Illustrierter Deutscher Flotten-Kalender für 1932&amp;#039;&amp;#039; (Köhlers Flotten-Kalender), 30. Jahrgang, Minden&amp;lt;/ref&amp;gt;):&lt;br /&gt;
* [[Flottenkommando (Reichsmarine)|Flottenkommando]] geführt vom Flottenchef ([[Flaggschiff|Flottenflaggschiff]] [[Linienschiff]] &amp;#039;&amp;#039;[[Schleswig-Holstein (Schiff, 1908)|Schleswig-Holstein]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Kiel]], dazu Flottentender &amp;#039;&amp;#039;[[M 535|Hela]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
** [[Befehlshaber der Linienschiffe]] (B.d.L.) (Flaggschiff Linienschiff &amp;#039;&amp;#039;[[Schlesien (Schiff)|Schlesien]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Wilhelmshaven]])&lt;br /&gt;
*** Linienschiffe &amp;#039;&amp;#039;[[Hannover (Schiff, 1907)|Hannover]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Hessen (Schiff, 1905)|Hessen]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Schleswig-Holstein&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Schlesien&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*** Flottentender &amp;#039;&amp;#039;[[Meteor (Schiff, 1924)|Meteor]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Peilboot II|Peilboote II]] und V&lt;br /&gt;
** [[Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte]] (B.d.A.) (Flaggschiff [[Leichter Kreuzer]] &amp;#039;&amp;#039;[[Königsberg (Schiff, 1929)|Königsberg]]&amp;#039;&amp;#039; in Kiel)&lt;br /&gt;
*** Leichte Kreuzer &amp;#039;&amp;#039;[[Emden (Schiff, 1925)|Emden]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Köln (Schiff, 1930)|Köln]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Königsberg&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Leipzig (Schiff, 1931)|Leipzig]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*** I. Torpedobootsflottille ([[Swinemünde]])&lt;br /&gt;
*** II. Torpedobootsflottille (Wilhelmshaven)&lt;br /&gt;
*** 1. Minensuchhalbflottille (Kiel)&lt;br /&gt;
* Kommando der [[Marinestation der Ostsee]] (Kiel)&lt;br /&gt;
** Küstenverteidigung der Ostsee&lt;br /&gt;
*** Marineartillerieabteilungen I. (Kiel), III. (Swinemünde) und V. ([[Baltijsk|Pillau]])&lt;br /&gt;
*** Kommandanturen in Swinemünde und Pillau&lt;br /&gt;
** Schiffsstammdivision der Ostsee (S.D.O.)&lt;br /&gt;
*** Fahrzeugverband der Ostsee in Kiel mit Stationstender &amp;#039;&amp;#039;[[Nordsee (Schiff, 1914)|Nordsee]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Küstennachrichtenwesen der Ostsee&lt;br /&gt;
** [[Marineinspektion|Inspektion]] des Bildungswesens der Marine (B.I.)&lt;br /&gt;
*** Marineschulen in [[Marineschule Mürwik|Flensburg-Mürwik]], [[Friedrichsort]] und Kiel-[[Wik]]&lt;br /&gt;
*** Marinefachschulen&lt;br /&gt;
*** [[Marinearchiv]] (Berlin)&lt;br /&gt;
*** zeitweilig unterstellte Schulkreuzer&lt;br /&gt;
*** Segelschulschiff &amp;#039;&amp;#039;[[Niobe (Schiff, 1913)|Niobe]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Inspektion des [[Torpedo]]- und [[Seemine|Minenwesens]] (T.M.I.)&lt;br /&gt;
*** Torpedoversuchsanstalt (T.V.A.) in [[Eckernförde]]&lt;br /&gt;
*** [[Torpedo- und Nachrichtenschule]] (T.N.S.) in [[Flensburg]]-[[Mürwik]]&lt;br /&gt;
*** Torpedolaboratorium in Kiel&lt;br /&gt;
*** [[Nachrichtenmittelversuchsanstalt]] (N.V.A.) mit Funkversuchsstelle in [[Pelzerhaken]], dazu Versuchsboot &amp;#039;&amp;#039;[[Welle (Schiff, 1916)|Grille]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*** [[Sperrversuchskommando]] (S.V.K.) in Kiel, dazu Versuchsverband mit &amp;#039;&amp;#039;[[M 581|Nautilus]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Pelikan&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;S 23&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[V 155|T 155]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*** Sperrabteilung in Kiel mit [[Sperrschule]] und Sperrverband&lt;br /&gt;
* Kommando der [[Marinestation der Nordsee]] (Wilhelmshaven)&lt;br /&gt;
** Küstenverteidigung der Nordsee&lt;br /&gt;
*** Marineartillerieabteilungen II. (Wilhelmshaven), IV. ([[Marinestützpunkt Cuxhaven|Cuxhaven]]) und VI. ([[Emden]])&lt;br /&gt;
** Schiffsstammdivision der Nordsee (S.D.N.) in Wilhelmshaven&lt;br /&gt;
*** Fahrzeugverband der Nordsee mit Stationstender &amp;#039;&amp;#039;[[Jungingen (Schiff)|Frauenlob]]&amp;#039;&amp;#039;, Fischereischutzbooten &amp;#039;&amp;#039;[[Zieten (Schiff, 1919)|Zieten]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Elbe (Schiff, 1931)|Elbe]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Weser (Schiff, 1931)|Weser]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Küstennachrichtenwesen der Nordsee&lt;br /&gt;
** Inspektion der Marineartillerie (A.I.)&lt;br /&gt;
*** Artillerieversuchskommando für Schiffe (A.V.K.S.) in Wilhelmshaven&lt;br /&gt;
*** [[Schiffsartillerieschule]] (S.A.S.) in Kiel mit Schulbooten &amp;#039;&amp;#039;[[Drache (Schiff, 1908)|Drache]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Hay (Schiff, 1907)|Hay]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[M 3600|Delphin]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*** [[Küstenartillerieschule]] (K.A.S.) in [[Schillig]] und Wilhelmshaven mit Versuchskommando und Schulboot &amp;#039;&amp;#039;[[Fuchs (Schiff, 1906)|Fuchs]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Marinedepotinspektion (D.I.) in Wilhelmshaven&lt;br /&gt;
*** Marineartilleriedepots in Wilhelmshaven, Cuxhaven, [[Borkum]], Pillau, Swinemünde und Kiel-[[Dietrichsdorf]]&lt;br /&gt;
*** Marinesperrdepots in Wilhelmshaven, [[Festung Grauerort|Grauerort]], Kiel-Dietrichsdorf und weiteren Zweigstellen&lt;br /&gt;
*** Marineschießplatz in [[Altenwalde]]&lt;br /&gt;
* [[Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven|Reichsmarinewerft]] in Wilhelmshaven, außerdem [[Marinearsenal]], technische Institute, Verwaltungsbehörden und Marinelazarette&lt;br /&gt;
* Reichsmarinedienststellen in [[Hamburg]] (ab 1931 als &amp;#039;&amp;#039;Reichswehrdienststelle Hamburg&amp;#039;&amp;#039; in den [[Wehrkreis II (Stettin)|Wehrkreis II]] abgegeben, 1935 als [[Kriegsmarinedienststelle]]n wieder der Marine zugeordnet), [[Bremen]], [[Stettin]] und [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umfang und Ausrüstung ===&lt;br /&gt;
→ &amp;#039;&amp;#039;Artikel: [[Liste von Schiffen der Reichsmarine]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:SMS Amazone (1900).jpg|mini|Der Kleine Kreuzer &amp;#039;&amp;#039;Amazone&amp;#039;&amp;#039;, Baujahr 1900, tat in der Reichsmarine Dienst bis 1929 und wurde durch den Leichten Kreuzer &amp;#039;&amp;#039;Köln&amp;#039;&amp;#039; ersetzt.]]&lt;br /&gt;
Der Versailler Vertrag (siehe oben) begrenzte die Größe und Bewaffnung der Reichsmarine und hinderte sie an der Einführung neuer Technologien. Die Siegermächte wollten dafür sorgen, dass für sie nicht wieder eine deutsche Marine zur Bedrohung werden konnte. Andererseits hatten sie darauf geachtet, dass die Reichsmarine auf absehbare Zeit die stärkste Macht in der [[Ostsee]] sein würde, um der mit Misstrauen beobachteten neuen [[Sowjetunion]] ein Gegengewicht entgegenzusetzen. Zugleich bemühten sich die Großmächte, das gegenseitige Wettrüsten einzudämmen. Am 12. November 1921 wurde in Washington eine [[Flottenkonferenz|„Konferenz über Fragen der Seerüstung“]] geführt. Dort regelten die Großmächte die Stärke ihrer Flotten im Verhältnis zueinander und definierten zu diesem Zweck auch Deplacement und Bewaffnung der schweren Kriegsschifftypen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichsmarine konnte 1922 personell tatsächlich nicht über mehr als 2 Linienschiffe, 5 Kreuzer und eine Anzahl von Hilfsschiffen verfügen. Deshalb war man bemüht, die Besatzung der Kriegsschiffe zu verkleinern und technischen Fertigkeiten durch intensive Ausbildung der nur noch aus lange dienenden Soldaten bestehenden Besatzungen zu erhöhen. Bis 1924 überwachte eine [[Interalliierte Militär-Kontrollkommission]] (NIACC) unter einem britischen Seeoffizier die Abrüstung der Marine und die Einhaltung der Fristen für Ersatzbauten. Nur schleppend ließ sich die Reichsmarine dazu bewegen, alle überzähligen Schiffe auszumustern und ans [[Reichsschatzamt]] zu geben, das die Veräußerung der Fahrzeuge übernahm. Immer wieder kam es zu Um[[klassifizierung]]en und Umbenennungen, was es der Kontrollkommission schwer machte, die Einhaltung der Bestimmungen zu überwachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ersatzbauten für überalterte Schiffe ====&lt;br /&gt;
Ab 1925 erfolgten die ersten Kriegsschiff-Ersatzbauten. Ein langfristiger Schiffbauplan wurde wegen der Bindungen an Versailles nicht aufgestellt. Aber die deutsche Marine profitierte von dem in [[Flottenkonferenz|Washington]] festgelegten [[Standardverdrängung|Typdeplacement]]. Hierbei gab man das Gewicht des ganzen Schiffes an, jedoch ohne Brennstoff und Kesselspeisewasser. Außerdem benutzte man die [[Britische Tonne|&amp;#039;&amp;#039;long ton&amp;#039;&amp;#039;]] zu 1016&amp;amp;nbsp;kg. In Deutschland hatte man bis dahin die Wasserverdrängung für das voll ausgerüstete Schiff angegeben und immer in metrischen Tonnen zu 1000&amp;amp;nbsp;kg gerechnet. Nun ging man dazu über, statt [[Niet#Verfahren|genieteter]] [[Lichtbogenhandschweißen|geschweißte]] Kriegsschiffe zu bauen, und dadurch bei gleicher Tonnage erheblich Raum zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste große Ersatzbau war der [[Leichter Kreuzer|Leichte Kreuzer]] &amp;#039;&amp;#039;[[Emden (Schiff, 1925)|Emden]]&amp;#039;&amp;#039; (Kreuzer&amp;amp;nbsp;A), der bereits 1921 in Auftrag gegeben und 1925 in Dienst gestellt werden konnte. 1924 gelang es, die Genehmigung des [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstags]] zur Beschaffung von vier weiteren Leichten Kreuzern ([[Königsberg-Klasse (1929)|&amp;#039;&amp;#039;K-Kreuzer&amp;#039;&amp;#039;]]) und zwölf [[Torpedoboot]]en der [[Raubvogel-Klasse|&amp;#039;&amp;#039;Raubvogel&amp;#039;&amp;#039;-]] und &amp;#039;&amp;#039;[[Raubtier-Klasse]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
zu bekommen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Z 3 Max Schultz.jpg|mini|Moderne Zerstörer wie &amp;#039;&amp;#039;Z 3 Max Schultz&amp;#039;&amp;#039; wurden von der Reichsmarine entwickelt, liefen aber erst später zu]]&lt;br /&gt;
Erst 1928, unter Admiral Raeder als neuem Chef der Marineleitung, wurde ein Ersatzbauprogramm in Angriff genommen und 1932 ein &amp;#039;&amp;#039;Umbauplan&amp;#039;&amp;#039; genehmigt. So begann die Marine mit dem Bau von [[Panzerschiff]]en bereits 1929 und mit dem Bau von [[Motortorpedoboot]]en (unter der Tarnbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;[[Schnellboot]]e)&amp;#039;&amp;#039; und von [[Räumboot]]en (unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;[[Sperrübungsfahrzeug]]e&amp;#039;&amp;#039;) ab 1930.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geheime Rüstungsprojekte ====&lt;br /&gt;
Die Reichsmarine versuchte, den Versailler Rüstungsbeschränkungen mit geheimer Aufrüstung zu begegnen. Diese Rüstungsaktivitäten brachten die Reichsmarine immer wieder in die Schlagzeilen. Aus dem Gesamthaushalt der Reichswehr in Höhe von 210&amp;amp;nbsp;Millionen Reichsmark standen der Marine 23&amp;amp;nbsp;Millionen&amp;amp;nbsp;RM zur Verfügung. Offiziell waren damit keine hochtechnischen Neuerungen zu finanzieren. Doch der Verkauf von zu vernichtenden Rüstungsgütern ins Ausland brachte der Marine versteckte Einnahmen für ihre inoffiziellen Programme („B-Haushalt“). Auf diese Weise betrieb die Marine im großen Stil illegale Rüstungsprojekte. Insbesondere an deutschen [[U-Boot-Krieg#Auswirkungen des Versailler Vertrages|U-Boot-Bauplänen]] bestand großes Interesse im Ausland. Seit 1922 arbeitete ein geheimes deutsches Konstruktionsbüro, das &amp;#039;&amp;#039;[[Ingenieurskantoor voor Scheepsbouw]]&amp;#039;&amp;#039; in Den Haag, dennoch konnten erst 1928 zwei Boote an die Türkei und 1930 weitere Boote an Finnland geliefert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kreuzer Karlsruhe 1934.JPG|mini|Der 1929 in Dienst gestellte neue Kreuzer &amp;#039;&amp;#039;Karlsruhe&amp;#039;&amp;#039;, der von der Reichsmarine vorwiegend als Schulschiff eingesetzt wurde]]&lt;br /&gt;
Die Koordination dieser Aktivitäten in der [[Marineleitung]] oblag der Seetransportabteilung unter Kapitän zur See [[Walter Lohmann (Marineoffizier)|Walter Lohmann]], da sein Ressort dafür die besten Tarnungsmöglichkeiten bot. Lohmann hatte für die Ergänzung von Seekriegsmitteln, unter anderem Minen, Schnellboote, Flugzeuge, zu sorgen und gründete zu diesem Zweck ein weit verbreitetes Netz privatrechtlicher Firmen und Unternehmungen. Im Zusammenhang mit der Diskussion über den Bau von neuen Panzerschiffen kamen seine Aktivitäten im Herbst 1927 an die Öffentlichkeit. Die so genannte [[Lohmann-Affäre (Weimarer Republik)|Lohmann-Affäre]] brachte die Marine wieder in die negativen Schlagzeilen. Reichswehrminister [[Otto Geßler|Geßler]] musste zurücktreten und der Chef der Marineleitung, Admiral [[Hans Zenker|Zenker]], wurde von Geßlers Nachfolger [[Wilhelm Groener]] entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Marinefliegerei war in der [[Marineleitung]] die Luftschutzgruppe SB&amp;amp;nbsp;X zuständig. Bis zum Ende der [[Weimarer Republik]] bestand die Reichsmarine auf speziellen Flugzeugtypen und einer eigenen Organisation. SB&amp;amp;nbsp;X unterhielt eine eigene Erprobungsstelle für Flugzeuge und beteiligte sich auch an der [[Geheime Fliegerschule und Erprobungsstätte der Reichswehr|Pilotenausbildung]] in [[Lipezk]]. Im Etat des [[Reichsverkehrsministerium]]s hatte die Reichsmarine in gleicher Weise wie das [[Heereswaffenamt]] Mittel für die Entwicklung von Flugzeugen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Panzerschifffrage ====&lt;br /&gt;
Angesichts der Überalterung der verbliebenen Linienschiffe und der Notwendigkeit, der französischen Marine mit einigen modernen Kampfschiffen entgegentreten zu können, verfolgte die Marine die Absicht, in dem vom Versailler Vertrag zugelassenen Umfang Schiffe eines neuartigen Typs Panzerschiff zu bauen. Es sollte ein Schiff entstehen, das nach den Bestimmungen des [[Flottenkonferenz|Washingtoner Flottenabkommens]] als Kreuzer einzustufen war, jedoch hinsichtlich Bewaffnung und Panzerung ein kleines Schlachtschiff war. Es sollte schneller als herkömmliche Schlachtschiffe und stärker als die schnelleren Kreuzer anderer Nationen sein. Die Verdrängung sollte 10.000 ts betragen. Zunächst sollte ein Schiff beschafft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Lohmann-Affäre schien zunächst jegliche politische Zustimmung für dieses Projekt verloren zu sein. Die [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] bestritt mit der Parole „Panzerschiff oder Kinderspeisung“ 1928 einen erfolgreichen Wahlkampf und wurde stärkste Fraktion im Reichstag. Der von ihr gestellte [[Reichskanzler]] [[Hermann Müller (Reichskanzler)|Hermann Müller]] war aber bereit, das Projekt zu stützen, um mit den bürgerlichen Parteien eine Koalition bilden zu können. Deshalb wurde der Bau des Panzerschiffs A im August 1928 mit den Stimmen der SPD im Reichstag beschlossen. Das Schiff lief 1931 unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;[[Deutschland (Schiff, 1933)|Deutschland]]&amp;#039;&amp;#039; vom Stapel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1931 und 1932 gelang es dem seit 1928 amtierenden Chef der Marineleitung Admiral [[Erich Raeder|Raeder]], auch die Genehmigung für den Bau eines zweiten und dritten Panzerschiffs im Reichstag zu erwirken, da diese Zahl als das Minimum dessen angesehen wurde, was notwendig war, die französische Marine an einer Blockade der deutschen Küsten abzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übergang zur Kriegsmarine ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-2008-1016-503, Berlin, Skagerraktag, Erich Raeder.jpg|mini|Der Chef der Marineleitung, Admiral Raeder, mit anderen Admiralen bei der Skagerrakfeier am 31. Mai 1935. Am nächsten Tag wurde die Reichsmarine in Kriegsmarine umbenannt]]&lt;br /&gt;
Anfang der 1930er Jahre hoffte die Marine, durch Teilnahme an der [[Flottenkonferenz#Die Londoner Konferenz von 1930|Londoner Flottenkonferenz 1930]] und Erfolge bei der [[Genfer Abrüstungskonferenz]], Lockerungen bei den Versailler Bestimmungen zu erlangen. Beides scheiterte an der harten Haltung Frankreichs, das weder der deutschen Teilnahme in London noch einem von Großbritannien in Genf vorgeschlagenen Kompromiss hinsichtlich der Stärke deutscher Streitkräfte zustimmte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf das Scheitern des Genfer Kompromisses verkündete Reichswehrminister [[Kurt von Schleicher|von Schleicher]] am 26. Juli 1932, dass sich Deutschland nicht mehr an die Beschränkungen des Versailler Vertrags gebunden fühle. Für die Marine genehmigte er noch im gleichen Jahr einen Umbauplan, der ihre Vergrößerung, den Ausbau der Bewaffnung über das bisher erlaubte Maß und insbesondere die Schaffung einer U-Boot-Waffe und einer [[Marineflieger|Marineluftwaffe]] einschließlich eines [[Flugzeugträger]]s vorsah. Damit waren für die Reichsmarine noch vor dem Ende der Weimarer Republik die Voraussetzungen geschaffen, eine für die Verteidigungsaufgaben des Reichs angemessene Kampfkraft aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Januar 1933 erfolgte die [[Machtergreifung]] [[Adolf Hitler]]s, der nach dem Tod des Reichspräsidenten [[Paul von Hindenburg]] am 2. August 1934 noch am gleichen Tag die gesamte Reichswehr auf seinen Namen vereidigen ließ und ihr Oberbefehlshaber wurde. Am 1. Juni 1935 wurde die Reichsmarine in [[Kriegsmarine]] umbenannt. Unmittelbar nachdem das [[Deutsch-britisches Flottenabkommen|deutsch-britische Flottenabkommen]] vom 18. Juni 1935 eine erhebliche Vergrößerung der Reichsmarine bis zu einer [[Tonnage]] von 35&amp;amp;nbsp;Prozent der [[Royal Navy|britischen Flotte]] erlaubte, begann die Vorbereitung für den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verweise ==&lt;br /&gt;
=== Siehe auch ===&lt;br /&gt;
* [[Liste von Schiffen der Reichsmarine]]&lt;br /&gt;
* [[Kriegsmarine]]&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Marinegeschichte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rangliste der Deutschen Reichsmarine: nach dem Stande vom …&amp;#039;&amp;#039; / Hrsg. Reichswehrministerium, [[Marineoffizierpersonalabteilung]]. – Berlin 1922–1934.&lt;br /&gt;
* Helmut Sprotte: &amp;#039;&amp;#039;Die Reichsmarine in ihrer organisatorischen Entwicklung seit der Revolution.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1922.&lt;br /&gt;
* Heinz Junghänel: &amp;#039;&amp;#039;Marinehaushalt und Marineausgabenpolitik in Deutschland (1868–1930).&amp;#039;&amp;#039; Lucka 1932.&lt;br /&gt;
* Schüssler (Kapitän zur See): &amp;#039;&amp;#039;Der Kampf der Marine gegen Versailles 1919–1935.&amp;#039;&amp;#039; Dienstschrift Nr. 15, M.Dv. Nr. 352 / Hrsg. Oberkommando der Kriegsmarine. - Berlin 1937&lt;br /&gt;
* [[Michael Salewski]]: &amp;#039;&amp;#039;Entwaffnung und Militärkontrolle in Deutschland 1919–1927.&amp;#039;&amp;#039; München 1966.&lt;br /&gt;
* Siegfried Sorge: &amp;#039;&amp;#039;Die Reichsmarine der Weimarer Zeit. Ein Stück erlebte Marinegeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/M. 1972.&lt;br /&gt;
* Jost Dülffer: &amp;#039;&amp;#039;Weimar, Hitler und die Marine, Reichspolitik und Flottenbau 1920–1933.&amp;#039;&amp;#039; Droste, Düsseldorf 1973, ISBN 3-7700-0320-9.&lt;br /&gt;
* [[Werner Rahn]]: &amp;#039;&amp;#039;Reichmarine und Landesverteidigung 1919–1928: Konzeption und Führung der Marine in der Weimarer Republik &amp;#039;&amp;#039; Bernard und Graefe, München 1976, ISBN 3-7637-5143-2. (Zugleich: Hamburg, Universität, Fachbereich Geschichtswiss., 1976 unter dem Titel: Rahn, Werner: Verteidigungskonzeption und Reichsmarine in der Weimarer Republik.)&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Schreiber (Militärhistoriker)|Gerhard Schreiber]]: &amp;#039;&amp;#039;Thesen zur ideologischen Kontinuität in den machtpolitischen Zielsetzungen der deutschen Marineführung 1897–1945&amp;#039;&amp;#039;. In: Manfred Messerschmidt (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;Militärgeschichte: Probleme, Thesen, Wege&amp;#039;&amp;#039;. DVA, Stuttgart 1982, S. 260–280&lt;br /&gt;
* Peter Doepgen: &amp;#039;&amp;#039;Die Washingtoner Konferenz, das Deutsche Reich und die Reichsmarine. Die Auswirkungen der Washingtoner Abrüstungskonferenz 1921/1922 auf das Deutsche Reich und die Reichsmarine 1922–1935.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation: Universität Kiel 2001.&lt;br /&gt;
* Stefan Kiekel: &amp;#039;&amp;#039;Die Reichsmarine zwischen Küstenverteidigung und Weltmachtstreben. Probleme der deutschen Seestrategie im Ostseeraum 1918–1933.&amp;#039;&amp;#039; Bernard und Graefe, Bonn 2007, ISBN 978-3-7637-6277-4.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Sebastian Rojek |Titel=Versunkene Hoffnungen: Die Deutsche Marine im Umgang mit Erwartungen und Enttäuschungen, 1871–1930 |Verlag=Walter de Gruyter |Datum=2017 |ISBN=978-3-11-053254-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsmarine| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Marine]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Crazy1880</name></author>
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