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	<title>Reichsgut - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Reichsgut&amp;diff=59422&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Vollis: Syntax korr.</title>
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		<updated>2025-02-09T16:50:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Syntax korr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Reichsgut&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man seit dem Mittelalter die Güter, Immobilien, Ländereien, die finanziellen und damit verbundenen hoheitlichen Rechte, die als [[Krongut]] an das Amt des [[römisch-deutscher König|römisch-deutschen Wahlkönigs]] oder [[Römisch-deutscher Kaiser|Kaisers]], also nicht an seine Person oder Familie ([[Hausgut]]) gebunden waren. Mit dem Tod des jeweiligen Königs fielen sie folglich nicht an dessen Privaterben, sondern an seinen Nachfolger im Amt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem aus dem karolingischen Erbe stammenden Grundbesitz des Reiches sollte der Unterhalt des königlichen Hofes durch Natural- und Geldabgaben bestritten werden. Das Reichsgut wurde entweder direkt von der königlichen Kammer verwaltet oder wurde als Reichslehen oder Reichskirchengut vergeben oder verpachtet. Eigengut (Hausgut) des jeweiligen Herrscherhauses und Reichsgut wurden spätestens seit dem 11. Jhd. getrennt verwaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter Hägermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Reichsgut.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon des Mittelalters]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 7, Sp. 620–622&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Im [[Ostfrankenreich|ostfränkischen]] und dem daraus später entstandenen römisch-deutschen bzw. [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] bildeten die nicht [[Lehen|verlehnten]] [[Merowinger|merowingischen]] und [[Karolinger|karolingischen]] Güter das Hausgut der Könige und damit den Grundstock des späteren Reichsguts. Dieses bestand aus den [[Königspfalz]]en und nachfolgend den [[Reichsburg]]en, zugehörigen landwirtschaftlichen Nutzflächen und Krondomänen, den ausgedehnten [[Reichswald|Reichswäldern]], und im weiteren Sinne auch den unmittelbar dem König unterstellten [[Freie und Reichsstädte|Reichsstädten]], [[Reichsritter]]n und [[Reichsabtei]]en, die zu [[Königsdienst]], [[Heeresfolge]] und [[Reichssteuer (HRR)|Reichssteuern]] verpflichtet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Dynastiewechsel, zuerst von Merowingern auf Karolinger, dann zu den [[Ottonen]] und nachfolgend den [[Salier]]n, wurden nicht nur die [[Reichslehen]] bzw. [[Fahnlehen]] gemäß der [[Lex Salica]] durch Erlöschen des [[Mannesstamm]]es der alten Dynastie als an das Reichsoberhaupt als Lehnsherrn heimgefallen betrachtet, sondern – vor allem seit [[Konrad II. (HRR)|Konrad II.]], dem ersten Salier – auch die bisherigen [[allod]]ialen Hausgüter der alten, abgestorbenen Dynastien durch die neuen Wahlkönige wie Reichsgüter behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als jedoch 1125 mit [[Lothar III. (HRR)|Lothar von Supplingenburg]] ein neuer König gewählt wurde, der keine erbliche Verbindung zur bisherigen Dynastie aufwies, ergaben sich Konflikte, da die [[Staufer]] zwar die Privaterben der Salier, nicht aber die Erben des Reichsgutes wurden. Sie akzeptierten zwar notgedrungen diese Wahl, nicht jedoch, dass Lothar alte salische Hausgüter unter dem Vorwand, diese seien nun Reichsgüter geworden, nicht an die Staufer als direkte Erben der Salier herausgeben wollte. Daraus ergab sich hauptsächlich das [[Gegenkönigtum]] [[Konrad III. (HRR)|Konrads III.]] von 1128 bis 1134. Die Klärung des Problems wurde dadurch erschwert, dass die Staufer als Verwandte und Anhänger der Salier von diesen sowohl Reichs- als auch Hausgüter gemeinsam als Lehen zur Verwaltung erhalten hatten, wodurch diese schwer zu trennen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damals vollzog sich die [[Territorialisierung]], worunter verstanden wird, dass die Verwaltung von Besitztümern und Rechten unabhängig von ihrer Herkunft in gemeinsamen Verwaltungsbezirken (meist Amt genannt) zusammengefasst wurde. Das galt auch im staufischen Machtbereich für die Verwaltung von Reichsgütern und salischen oder staufischen Hausgütern. Insbesondere in [[Herzogtum Schwaben|Schwaben]] wurden diese in sogenannten [[Landgraf]]schaften und [[Landvogt#Landvogteien|Landvogteien]] zusammengefasst. Als mit [[Konrad IV. (HRR)|Konrad IV.]] 1254 der letzte Staufer auf dem deutschen Thron starb, kam es während des [[Interregnum]]s zu Streitigkeiten nicht nur um die Krone des Heiligen Römischen Reiches, sondern auch um die Reichsgüter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere in Schwaben gab es deshalb keinen eindeutigen Herrscher. Als zum Beispiel [[Konradin]], der Sohn König Konrads IV., sich darum bemühte, als Herzog von Schwaben anerkannt zu werden, erhielt er von [[Richard von Cornwall]] zur Antwort, das Herzogtum Schwaben mitsamt seinen Rechten und Besitztümern sei schon lange dem Reich inkorporiert. Auch wegen dieser abschlägigen Antwort begann Konradin 1267 seinen Zug nach Italien und Sizilien, um dort das Erbe seines Vaters anzutreten, womit er bald zugrunde ging. Als [[Rudolf I. (HRR)|Rudolf I.]] von [[Habsburg]] 1273 den Thron bestieg, versuchte er zwar, die alten staufischen Haus- und Reichsgüter für das Reich zurückzugewinnen. Er war jedoch bald gezwungen, Zugeständnisse bei der Unabhängigkeit der [[Freie und Reichsstädte|Reichsstädte]] und gegenüber den Fürsten zu machen, die die alten Reichsgüter die letzten 20 Jahre verwaltet hatten. Erschwert wurde diese sogenannte [[Rudolf I. (HRR)#Revindikationen|Revindikationspolitik Rudolfs]] dadurch, dass kein allgemeines Verzeichnis über das Reichsgut existierte. Schon bald darauf, ab 1303, wurde vom habsburgischen Nachfolgekönig [[Albrecht I. (HRR)|Albrecht I.]] zur Beendung dieses Versäumnisses das [[Habsburger Urbar]] angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Spätmittelalter]] wurde immer wieder Reichsgut von den Königen aufgrund von deren Finanznot vor allem an diverse [[Landesherr]]en verpfändet ([[Reichspfandschaft]]) und ging somit meistens dem Reich verloren, da der Rückkauf aufgrund hoher Auslösekosten oft problematisch war. [[Karl IV. (HRR)|Karl IV.]], der sich anfangs noch um die Rückforderung von Reichsgut bemüht hatte, veräußerte dieses in den 70er Jahren des 14. Jahrhunderts systematisch. Ziel war zum einen die Durchsetzung seiner politischen Ziele (Erwerb der [[Mark Brandenburg]] und Wahl seines Sohnes [[Wenzel (HRR)|Wenzel]] zum römisch-deutschen König), zum anderen aber sollte so sichergestellt werden, dass zukünftige Könige sich vor allem auf ihr [[Hausgut]] stützen mussten, womit die [[Haus Luxemburg|Luxemburger]] eine starke Machtstellung haben würden (was zwar bei ihnen nicht nachhaltig eintrat, wohl aber bei ihren Erben, den [[Habsburger]]n). Letztendlich führte diese Politik aber dazu, dass die späteren Könige immer weniger Eingriffsmöglichkeiten in bestimmten Regionen des Reiches hatten, in denen frühere Könige größeren Einfluss ausgeübt hatten (sogenannte „Königslandschaften“), was in direkter Folge die Macht des Königtums weiter einschränkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Fritz Backhaus]]: [https://www.lagis-hessen.de/downloads/ga/11a-b.pdf &amp;#039;&amp;#039;Karolingisch-ottonisches und salisch-staufisches Reichsgut&amp;#039;&amp;#039;] In: Geschichtlicher Atlas von Hessen Geschichtlicher Atlas von Hessen (Text- und Erläuterungsband (1984), S. 56–62)&lt;br /&gt;
* Hans Constantin Faußner: &amp;#039;&amp;#039;Die Verfügungsgewalt des deutschen Königs über weltliches Reichsgut im Hochmittelalter.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 29, 1973, S. 345–449 ([http://www.digizeitschriften.de/resolveppn/GDZPPN000356182 online]).&lt;br /&gt;
* Dietmar Flach: &amp;#039;&amp;#039;Reichsgut 751–1024&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Geschichtlicher Atlas der Rheinlande.&amp;#039;&amp;#039; Beiheft 5, 17 = &amp;#039;&amp;#039;Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde.&amp;#039;&amp;#039; NF Abt. 12, 1b, Lfg. 11). Habelt, Bonn 2008, ISBN 978-3-7749-3561-7.&lt;br /&gt;
* [[Dieter Hägermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Reichsgut.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon des Mittelalters]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 7, Sp. 620–622.&lt;br /&gt;
* [[Hartmut Hoffmann (Historiker)|Hartmut Hoffmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Unveräußerlichkeit der Kronrechte im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 20, 1964, S. 389–474 ([http://www.digizeitschriften.de/resolveppn/GDZPPN000353620 online]).&lt;br /&gt;
* [[Götz Landwehr]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Verpfändung der deutschen Reichsstädte im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur deutschen Rechtsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 5, {{ISSN|0429-1522}}). Böhlau, Köln u. a. 1967, (Zugleich: Göttingen, Universität, Habilitations-Schrift, 1965).&lt;br /&gt;
* [[Ernst Schubert (Historiker)|Ernst Schubert]]: &amp;#039;&amp;#039;König und Reich. Studien zur spätmittelalterlichen deutschen Verfassungsgeschichte&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 63). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1979, ISBN 3-525-35375-8 (Zugleich: Erlangen-Nürnberg, Universität, Habilitations-Schrift, 1974).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://opac.regesta-imperii.de/lang_de/suche.php?thes=Reichsgut%2C+Reichsfinanzen Bücher und Aufsätze über Reichsgut  im Opac der Regesta Imperii]&lt;br /&gt;
* Fritz Backhaus und Johanna Hess-Gotthold: [https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/browse/current/23/ex/browse/sn/ga &amp;#039;&amp;#039; Salisch-staufisches Reichsgut 1024 - ca. 1250&amp;#039;&amp;#039;] Karte 11b: Text- und Erläuterungsband (1984), S. 56–62&lt;br /&gt;
* Fritz Backhaus und Johanna Hess-Gotthold: [https://www.lagis-hessen.de/img/ga/s3/20.jpg &amp;#039;&amp;#039;Karolingisch-ottonisches Reichsgut ca. 780-1024&amp;#039;&amp;#039;] Karte 11a: Text- und Erläuterungsband (1984), S. 56–62&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4177488-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht (Heiliges Römisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltungsgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Vollis</name></author>
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