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	<title>Rechtsetzung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T15:45:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rechtsetzung&amp;diff=555985&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;FWS AM: Falsche Information entfernt: Richterrecht ist erstens kein Recht i.e.S. und schon gar kein gesetztes Recht.</title>
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		<updated>2025-01-05T12:36:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Falsche Information entfernt: Richterrecht ist erstens kein Recht i.e.S. und schon gar kein gesetztes Recht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsetzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Rechtssetzung&amp;#039;&amp;#039; versteht man die Schaffung von [[Rechtsnorm|rechtlichen Normen]] und allgemein verbindlichen [[Anordnung (Recht)|Anordnungen]], die eine unbestimmte Vielzahl von Fällen regeln, insbesondere im Wege der [[Gesetzgebung]]. Es handelt sich dabei um „vom Menschen gesetzte[s] [[Recht]]“,&amp;lt;ref&amp;gt;E. Waibl, F. J. Rainer: &amp;#039;&amp;#039;Basiswissen Philosophie&amp;#039;&amp;#039;, facultas.wuv, Wien 2007, Nr.&amp;amp;nbsp;864.&amp;lt;/ref&amp;gt; auch [[positives Recht]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Rechtsphilosophie]] wird der menschlichen Rechtssetzung das [[Naturrecht]] gegenübergestellt, das unabhängig vom Handeln des Menschen existiere&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus F. Röhl]], [[Hans Christian Röhl]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Rechtslehre.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, C. Heymanns, Köln [u.&amp;amp;nbsp;a.] 2008, §&amp;amp;nbsp;34 II, S.&amp;amp;nbsp;291: „Der Begriff des positiven Rechts erhält seine Bedeutung erst vor dem Hintergrund des Naturrechts als Gegenbegriff.“&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Verhältnis von [[Gesetz]], Recht und [[Gerechtigkeitstheorien|Gerechtigkeit]] untersucht.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Horst Ehmann: &amp;#039;&amp;#039;Was ist Gesetz und Recht, was Gerechtigkeit? Auf der Grundlage des Christentums, des Islams, des Faschismus, des Sozialismus und der Menschenrechte.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, 2018, ISBN 978-3-95650-380-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
Die [[Gesetzgebungsverfahren (Deutschland)|Gesetzgebung in Deutschland]] ist im System der [[Demokratie|demokratischen]] [[Gewaltenteilung]] neben [[Exekutive|vollziehender Gewalt]] und [[Rechtsprechung]] eine der drei verfassungsmäßigen [[Staatsgewalt]]en ({{Art.|20|gg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|GG]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist zwischen der Rechtsetzung im &amp;#039;&amp;#039;formellen&amp;#039;&amp;#039; und jener im &amp;#039;&amp;#039;materiellen&amp;#039;&amp;#039; Sinn zu unterscheiden. Die Rechtsetzung im formellen Sinn knüpft an die Gesetzgebungskörperschaft an und bezeichnet die Rechtsetzung durch demokratisch [[Legitimation (Politikwissenschaft)|legitimierte]] [[Parlament]]e auf Bundes- und Landesebene (Bundes- und Landesgesetze). Der Begriff im materiellen Sinn dagegen knüpft an den Regelungsinhalt an und bezeichnet jede [[Rechtsnorm]] mit Allgemeinverbindlichkeit. Dazu zählen neben den Parlamentsgesetzen auch von Verwaltungsorganen erlassene [[Verordnung|Rechtsverordnungen]] wie etwa die [[Straßenverkehrs-Ordnung (Deutschland)|StVO]] und autonome [[Satzung (öffentliches Recht)|Satzungen]], z.&amp;amp;nbsp;B. kommunale [[Bauleitplanung|Bebauungspläne]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zur Rechtsetzung zählt die Regelung von konkreten Einzelfällen, beispielsweise durch [[Verwaltungsakt (Deutschland)|Verwaltungsakt]] oder [[Allgemeinverfügung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtsetzung unterliegt der [[Normenkontrolle]] durch die [[Verwaltungsgericht (Deutschland)|Verwaltungs-]] und [[Verfassungsgericht]]e. Inwiefern Entscheidungen der Judikative selbst auch rechtserzeugend wirken, ist Gegenstand der wissenschaftlichen Debatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. {{Literatur |Autor=M. Payandeh |Titel=Judikative Rechtserzeugung. Theorie, Dogmatik und Methodik der Wirkungen von Präjudizien. |Sammelwerk=Jus Publicum |Band=265 |Verlag=Mohr Siebeck |Ort=Tübingen |Datum=2017 |ISBN=978-3-16-155034-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem [[Verwaltungswissenschaften|verwaltungswissenschaftlichen]] Instrument der [[Gesetzesfolgenabschätzung]] wird die Rechtsetzung im Hinblick auf ihre gewollten und ungewollten Auswirkungen sowie ihr Zustandekommen im Gesetzgebungsverfahren untersucht. Die [[Effektivität]] und [[Transparenz (Politik)|Transparenz]] gesetzlicher Regelungen gehört heute zu den Anforderungen an eine [[Verwaltungsreform|moderne Rechtsetzung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Bundesregierung (Deutschland)|Bundesregierung]] wird auf den Gebieten des Bürokratieabbaus und der besseren Rechtsetzung durch den [[Nationaler Normenkontrollrat|Nationalen Normenkontrollrat]] unterstützt ({{§|1|nkrg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 NKRG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweiz ==&lt;br /&gt;
In der [[Schweiz]] zeichnet sich das Rechtsetzungsverfahren in Bund, Kanton und Gemeinden durch sehr gut ausgebaute, institutionalisierte und erprobte Partizipationsrechte von Privaten, Gemeinwesen und Verbänden aus ([[Vernehmlassung|Vernehmlassungsverfahren]]). Wer in welchen Bereichen zur Legiferierung (Rechtsetzung) bevollmächtigt ist, ergibt sich für Bund und Kantone aus der [[Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft|Bundesverfassung]] ({{Art.|3|BV|ch}}, {{Art.|5a|BV|ch|text=5a}} und {{Art.|43a|BV|ch|text=43a}} BV) und für die Gemeinden aus den einzelnen [[Kantonsverfassung]]en. Auf Bundesebene gelten Normen als &amp;#039;&amp;#039;rechtsetzend&amp;#039;&amp;#039;, die «in unmittelbar verbindlicher und generell-abstrakter Weise Pflichten auferlegen, Rechte verleihen oder Zuständigkeiten festlegen» ({{Art.|22|ParlG|ch}} Abs.&amp;amp;nbsp;4 [[Parlamentsgesetz (Schweiz)|ParlG]]). Generell-abstrakt bedeutet, dass sich der Erlass nicht auf einen näher bestimmten Personenkreis und auf eine unbestimmte Menge konkreter Sachverhalte bezieht. Beispiele für rechtsetzende Erlasse sind allgemein die [[Bundesgesetz (Schweiz)|Bundesgesetze]] und [[Verordnung (Schweiz)|Verordnungen]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.parlament.ch/de/%C3%BCber-das-parlament/parlamentsportraet/aufgaben-der-bundesversammlung/rechtsetzung/bundesgesetze |titel=Bundesgesetze |werk=parlament.ch |hrsg=Parlamentsdienste |abruf=2022-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die direktdemokratische Tradition der Schweiz hat dazu geführt, dass in allen Kantonen Möglichkeiten geschaffen worden, dass interessierte Bevölkerungsgruppen eigene, fertig ausgearbeitete Gesetzesvorlagen oder Anregungen zur Volksabstimmung bringen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Parlamenten von Bund, Kantonen und Städten sind die [[Gemeindeversammlung]]en als Legislativen zur Rechtsetzung ermächtigt. Die Regierungen in Bund, Kantonen und Gemeinden sind ebenfalls für die Rechtsetzung zuständig, soweit sie dazu durch die [[Verfassung#Gemeindeverfassungen|Verfassung]] ([[Gemeindeordnungen in der Schweiz|Gemeindeordnung]]) oder ein Gesetz ermächtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Common Law ==&lt;br /&gt;
Im anglo-amerikanischen [[Rechtskreis]] erfolgt Rechtsetzung neben [[Gesetzgebung|gesetzgebenden]] &amp;#039;&amp;#039;(gubernative Rechtsetzung)&amp;#039;&amp;#039; auch durch [[Rechtsprechung|rechtsprechende]] &amp;#039;&amp;#039;(judikative Rechtsetzung)&amp;#039;&amp;#039; [[Instanz (Recht)|Instanzen]], soweit es um [[Gesetz]]e im formellen Sinne geht. Hierbei kommt es durch [[Fallrecht]] (englisch &amp;#039;&amp;#039;case law&amp;#039;&amp;#039;) zu allgemeingültigen Rechtssätzen, die aus Entscheidungen von [[Gericht]]en abgeleitet werden, womit den Gerichten die Aufgabe der Rechtsetzung zukommt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. P. F. Smith/S. H. Bailey/M. J. Gunn: &amp;#039;&amp;#039;Smith and Bailey on the Modern English Legal System&amp;#039;&amp;#039;, 3. Aufl., London 1996, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unionsrecht ==&lt;br /&gt;
Im [[Europarecht|Recht der Europäischen Union]] besteht die [[Dogmatik|dogmatische]] Besonderheit, dass als Rechtsakte auch solche Handlungen bezeichnet werden, die nicht allgemein verbindlich sind. {{Art.|288|AEU|dejure}} Absatz&amp;amp;nbsp;3 des [[Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union|Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union]] (AEUV) nennt neben [[Verordnung (EU)|Verordnungen]], [[Richtlinie (EU)|Richtlinien]] und [[Beschluss (EU)|Beschlüssen]] auch unverbindliche [[Empfehlung (EU)|Empfehlungen]] und [[Stellungnahme (EU)|Stellungnahmen]]. Insoweit ist auch der Erlass von Einzelakten und unverbindlichen Verlautbarungen formal als Rechtssetzung zu bezeichnen, da auch die Empfehlungen und Stellungnahmen schriftlich fixierte Ergebnisse eines gesetzlich geregelten Entscheidungsprozesses sind&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jürgen Bast]], &amp;#039;&amp;#039;Handlungsformen und Rechtsschutz&amp;#039;&amp;#039;, in: Armin von Bogdandy, Jürgen Bast (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Europäisches Verfassungsrecht. Theoretische und dogmatische Grundzüge&amp;#039;&amp;#039;, 2., vollständig aktual. u. erw. Aufl., Springer, Heidelberg 2009, S.&amp;amp;nbsp;489–558, hier [https://books.google.de/books?id=no4uBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA491 S.&amp;amp;nbsp;491].&amp;lt;/ref&amp;gt; und beispielsweise im [[Rechtsetzung der Europäischen Union|Gesetzgebungsverfahren]] gewisse Rechtswirkungen entfalten. So können bestimmte Rechtsakte, die eine Empfehlung oder Stellungnahme eines [[Europäische Union#Institutionen|EU-Organs]] voraussetzen, ohne diese nicht wirksam erlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Winfried Kluth]]/[[Günter Krings]] (Hg): &amp;#039;&amp;#039;Gesetzgebung: Rechtsetzung durch Parlamente und Verwaltungen sowie ihre gerichtliche Kontrolle&amp;#039;&amp;#039;. C.F. Müller, 2014, ISBN 978-3-8114-5423-1.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Paul Richli |Titel=Welche Aufgaben soll der Staat erfüllen? Ein Beitrag zur Rechtsetzungslehre im Anschluss an die politische Philosophie |Verlag=Stämpfli Verlag |Ort=Bern |Datum=2009 |Reihe=Kleine Schriften zum Recht |ISBN=978-3-7272-1747-0}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Georg Müller, Felix Uhlmann, Stefan Höfler |Titel=Elemente einer Rechtssetzungslehre |Auflage=4. |Verlag=Schulthess |Ort=Zürich |Datum=2024 |ISBN=978-3-7255-8437-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Kabinettsbeschluss der deutschen Bundesregierung vom 4. Juni 2014: [http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/Buerokratieabbau/2014/04-06/Anlagen/2014-06-04-arbeitsprogramm%20bessere%20Rechtsetzung.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 &amp;#039;&amp;#039;Arbeitsprogramm Bessere Rechtsetzung 2014&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4048786-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquellenlehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesetzgebungslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsstaat]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;FWS AM</name></author>
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