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	<title>Rechtsdogmatik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T15:47:19Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rechtsdogmatik&amp;diff=996906&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fiat iustitia: Rechtsgeschichte hat keinen Sonderstatus ggü. anderen Grundlagenfächern; es gibt keine &quot;verbindliche&quot; Auffassung, abgesehen von Sonderfällen beim BVerfG</title>
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		<updated>2026-03-16T16:38:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rechtsgeschichte hat keinen Sonderstatus ggü. anderen Grundlagenfächern; es gibt keine &amp;quot;verbindliche&amp;quot; Auffassung, abgesehen von Sonderfällen beim BVerfG&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsdogmatik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; beschäftigt sich mit dem geltenden [[Recht]] &amp;#039;&amp;#039;([[De lege lata|lex lata]])&amp;#039;&amp;#039;. Sie ist ein Teil der [[Rechtswissenschaft]]. Von ihr abzugrenzen sind die [[Rechtspolitik]], die sich mit zukünftigem Recht &amp;#039;&amp;#039;([[De lege ferenda|lex ferenda]])&amp;#039;&amp;#039; befasst&amp;lt;ref&amp;gt;[[Creifelds (Rechtswörterbuch)|Carl Creifelds: &amp;#039;&amp;#039;Rechtswörterbuch&amp;#039;&amp;#039;.]] 21. Auflage 2014, ISBN 978-3-406-63871-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Grundlagenfächer bzw. Bezugswissenschaften wie [[Rechtstheorie]], [[Rechtsgeschichte]], [[Rechtsphilosophie]], oder [[Rechtssoziologie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtsdogmatik untersucht die geltenden [[Rechtsnorm]]en &amp;#039;&amp;#039;([[Exegese|exegetische]] [[Rechtswissenschaft|Jurisprudenz]])&amp;#039;&amp;#039; und entwickelt daraus nach den jeweils herrschenden Rechtsauffassungen anerkannte juristische Grundsätze ([[Dogma|Dogmen]]). Sie dient damit der Rechtssicherheit und der Vorhersehbarkeit von gerichtlichen Entscheidungen, indem sie die Möglichkeiten und Grenzen neuer juristischer Konstruktionen zur Lösung von Rechtsproblemen bestimmt. Anders als in der [[Theologie]] bilden Dogmen in der Jurisprudenz gleichwohl keine [[Apodiktische Aussage|apodiktischen]] (unumstößliche) Lehrsätze. Vielmehr bleiben sie in fortwährender Diskussion und beschränken den Begriff auf Rechtssätze hoher Dignität (Würdigkeit), etwa Rechtsprinzipien.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter de Lazzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsdogmatik als Kompromissformular&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Dogmatik und Methode, Josef Esser zum 65. Geburtstag&amp;#039;&amp;#039;, 1975, S. 85 ff. (87); [[Franz Wieacker]]: &amp;#039;&amp;#039;Privatrechtsgeschichte der Neuzeit&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage 1967, S. 54: Wieacker formuliert: „durch eine Autorität vorweg bestimmte Fundamentalsätze“.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das „geltende Recht“ besteht dabei heute neben den von der Rechtswissenschaft gewonnenen Erkenntnissen über die [[Rechtsordnung]] zu einem wesentlichen Teil aus den von der Rechtsprechung entwickelten Rechtsgrundsätzen ([[Richterrecht]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bernd Rüthers]]: {{Webarchiv|url=https://www.uni-trier.de/fileadmin/fb5/inst/IRP/Rechtspolitisches_Forum/15_Ruethers_EBook_geschuetzt.pdf |wayback=20160402010147 |text=&amp;#039;&amp;#039;Rechtsdogmatik und Rechtspolitik unter dem Einfluss des Richterrechts&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2024-04-23 19:31:03 InternetArchiveBot }} [[Institut für Rechtspolitik an der Universität Trier]], Vortrag, 30. Juni 2003&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontinentaleuropäischer Rechtskreis ==&lt;br /&gt;
Der kontinentaleuropäische [[Rechtskreis]] ist vorwiegend vom [[Römisches Recht|römischen Recht]] geprägt. Er bedient die Rechtsdogmatik methodisch vor allem durch [[Auslegung (Recht)|Auslegung]] von Gesetzen. Für das zweckrationale Funktionieren der Rechtsdogmatik bedarf es dabei einer [[Juristische Methodenlehre|juristischen Methodenlehre]] und eines daran gebundenen, weil dogmatisch geschulten Juristenstands. Dieser trägt Sorge dafür, dass die rechtsdogmatisch vorgegebenen Werte und Wertungen im Rahmen entsprechend strukturierter Verfahrensordnungen angewendet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Diederichsen&amp;quot;&amp;gt;[[Uwe Diederichsen]]: &amp;#039;&amp;#039;Auf dem Weg zur Rechtsdogmatik&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Reinhard Zimmermann]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rechtsgeschichte und Privatrechtsdogmatik.&amp;#039;&amp;#039; C.F. Müller, Heidelberg 1999, S. 65–77 (66 und 72).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass die grundlegenden Wertungsfragen im Einzelfall keiner Diskussion bedürfen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claus-Wilhelm Canaris]]: &amp;#039;&amp;#039;Systemdenken und Systembegriff in der Jurisprudenz&amp;#039;&amp;#039;, entwickelt am Beispiel des deutschen Privatrechts, Berlin 1969, 2., überarbeitete Auflage 1983, S. 83; [[Josef Esser (Rechtswissenschaftler)|Josef Esser]]: &amp;#039;&amp;#039;Vorverständnis und Methodenwahl in der Rechtsfindung&amp;#039;&amp;#039;, Athenäum-Verlag 1970, S. 88 f.; [[Winfried Brohm]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Dogmatik des Verwaltungsrechts&amp;#039;&amp;#039;, Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer 30, 1972, S. 245 f. m.w.N.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bisweilen wird darin identifiziert, dass dem anwendenden Juristen damit eine Entlastungsfunktion zukommt.&amp;lt;ref&amp;gt;So etwa [[Otto Bachof]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Dogmatik des Verwaltungsrechts&amp;#039;&amp;#039;, Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer 30, 1972, S. 193 ff. (198).&amp;lt;/ref&amp;gt; Beschränkt wird Rechtsdogmatik durch die Selbstverpflichtung gegenüber den logischen Anforderungen der Begriffslehre. Sie unterwirft sich dabei einer einheitlichen Verwendung systemimmanenter Begrifflichkeiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Diederichsen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtsfindung ist dabei bestimmten überpositiven Einflüssen, etwa der Moral ([[Naturrecht]]) sowie politischen und wirtschaftlichen Interessen ausgesetzt, die eine einzige, objektiv „richtige“ Lösung nicht zulassen. Dies hat der [[Rechtspositivismus]], insbesondere [[Hans Kelsen]] mit seiner Theorie der [[Reine Rechtslehre|Reinen Rechtslehre]] im [[Methodenstreit der Weimarer Staatsrechtslehre]] zu korrigieren versucht.&amp;lt;ref&amp;gt; [[Ota Weinberger]]: [http://biblio.juridicas.unam.mx/libros/1/422/4.pdf  &amp;#039;&amp;#039;Reine Rechtslehre: Pro und Contra&amp;#039;&amp;#039;] 1981&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überwiegende, auch von den [[Bundesgericht (Deutschland)|Bundesgerichten]] vertretene Rechtsauffassung wird als [[herrschende Meinung]] (h.&amp;amp;nbsp;M.) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Skandinavischer und anglo-amerikanischer Rechtskreis ==&lt;br /&gt;
Einen anderen methodischen Ansatz wählt das [[Fallrecht]] des skandinavischen und anglosächsisch-amerikanischen Rechtskreises. Der Einfluss des römischen Rechts ist gering, allgemeine Prinzipien und gelehrte Sprache werden vermieden. Hier entsteht Rechtsfindung auf Basis richterlicher Entscheidung konkreter Fälle unter Berücksichtigung vorangegangener vergleichbarer [[Präzedenzfall|Präzedenzfälle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Fikentscher]]: &amp;#039;&amp;#039;Methoden des Rechts in vergleichender Darstellung&amp;#039;&amp;#039;. Band 1–5, Mohr Siebeck, Tübingen 1975–1977.&lt;br /&gt;
* [[Fritz von Hippel]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechtstheorie und Rechtsdogmatik.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* [[Jan C. Schuhr]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsdogmatik als Wissenschaft. Rechtliche Theorien und Modelle&amp;#039;&amp;#039; Schriften zur Rechtstheorie (RT), Band 230, Berlin 2006, ISBN 978-3-428-12079-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Ingo Schulz-Schaeffer: [http://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/12187/ssoar-zrechtssoz-2004-2-schulz-schaeffer-rechtsdogmatik_als_gegenstand_der_rechtssoziologie.pdf?sequence=1 &amp;#039;&amp;#039;Rechtsdogmatik als Gegenstand der Rechtssoziologie: für eine Rechtssoziologie „mit noch mehr Recht.“&amp;#039;&amp;#039;] In: Zeitschrift für Rechtssoziologie 25 (2004), 2, S. 141–174&lt;br /&gt;
* Horst Dreier: [http://www.jura.uni-wuerzburg.de/fileadmin/02160100/Elektronische_Texte/Rezeption_und_Rolle_der_Reinen_Rechtslehre.pdf Rezeption und Rolle der Reinen Rechtslehre. Festakt aus Anlaß des 70. Geburtstags von Robert Walter] Wien, 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4128412-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsdogmatik| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsphilosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fiat iustitia</name></author>
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