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	<title>Rechnungsabgrenzung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rechnungsabgrenzung&amp;diff=311515&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Steigi1900: /* Passive Rechnungsabgrenzung */ Etwas umformuliert (&quot;bar bezahlt&quot; und &quot;Bankkonto&quot; etwas widersprüchlich und ohnehin ohne Bedeutung für den Fall), zudem mal die Jahreszahlen auf einen neueren Stand gebracht</title>
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		<updated>2026-04-09T10:50:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Passive Rechnungsabgrenzung: &lt;/span&gt; Etwas umformuliert (&amp;quot;bar bezahlt&amp;quot; und &amp;quot;Bankkonto&amp;quot; etwas widersprüchlich und ohnehin ohne Bedeutung für den Fall), zudem mal die Jahreszahlen auf einen neueren Stand gebracht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|PRAP|Zur Illustratorin und Kinderbuchautorin siehe [[Lila Prap]].}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechnungsabgrenzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird in der [[Betriebswirtschaftslehre]] und im [[Rechnungswesen]] eine [[Bilanzierung]] bezeichnet, bei der [[Aufwand]] und [[Ertrag]] demjenigen [[Geschäftsjahr]] zugeordnet werden, dem sie wirtschaftlich zugehören, unabhängig davon, ob der [[Zahlungsvorgang]] in einem anderen Geschäftsjahr stattgefunden hat oder stattfinden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechnungsabgrenzung erfüllt den [[Bilanzierungsgrundsätze|Bilanzierungsgrundsatz]] der periodengerechten [[Gewinnermittlung]], wonach Aufwand und Ertrag in derjenigen [[Rechnungsperiode]] bilanziert werden müssen, in der sie [[Realisationsprinzip|realisiert]] werden. Dadurch wird in der [[Gewinn- und Verlustrechnung]] der Periodenerfolg richtig dargestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Kleines_Lexikon_Wirtschaft/H-vMBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Rechnungsabgrenzung+lexikon&amp;amp;printsec=frontcover Verlag Dr. Th. Gabler (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Kleines Lexikon Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 1989, S. 203]&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die [[Richtigkeit]] wird zugleich auch der Bilanzierungsgrundsatz der [[Bilanzwahrheit]] erfüllt. Im weiteren Sinne gehören auch [[Rückstellung]]en zur Rechnungsabgrenzung, weil der Aufwand im laufenden Geschäftsjahr anfällt, die [[Zahlung]] – wenn überhaupt – aber in späteren Geschäftsjahren geleistet werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einer Rechnungsabgrenzung kann es kommen, wenn in [[Vertrag|Verträgen]] [[Fälligkeit]]en, [[Frist]]en, [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeiten]], [[Vorauszahlung]]en oder spätere [[Zahlungsziel]]e vereinbart werden oder [[Leistung (Rechnungswesen)|Leistung]] und [[Gegenleistung]] nicht [[Zug um Zug (Recht)|Zug um Zug]] stattfinden und dazwischen ein [[Bilanzstichtag]] liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Unterschieden werden zwei Arten der Rechnungsabgrenzung:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Wirtschafts_Lexikon/VmzRBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Rechnungsabgrenzung+lexikon&amp;amp;pg=PA2932&amp;amp;printsec=frontcover Ute Arentzen/Eggert Winter, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 3, 1997, S. 3195&amp;lt;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Transitorische Posten&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|transire}}, „hinübergehen“): Bereits geleistete oder vereinnahmte Zahlungen gehören als Aufwand oder Ertrag in das nächste Geschäftsjahr.&lt;br /&gt;
:Beispiel für den Bilanzstichtag [[31. Dezember]]: Die [[Geschäftsraummiete]] wird im November vertragsgemäß im [[Vorauszahlung|Voraus gezahlt]] für das nächste Geschäftsjahr.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Antizipative Posten&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|anticpare}}, „vorwegnehmen“): Noch nicht geleistete oder vereinnahmte Zahlungen, die aber als Aufwand oder Ertrag in das laufende Geschäftsjahr gehören.&lt;br /&gt;
:Beispiel für den Bilanzstichtag 31. Dezember: Die [[Immobiliarmiete|Miete]] für Dezember wird erst am 2. Januar des darauffolgenden Geschäftsjahres durch [[Dauerauftrag]] bezahlt.&lt;br /&gt;
Zunächst wird im laufenden Geschäftsjahr bei beiden Arten der [[Geschäftsvorfall]] gebucht. Am Bilanzstichtag (meist der 31. Dezember) erfolgt dann die Korrektur durch [[Buchung (Buchführung)|Buchung]] der Rechnungsabgrenzung. Bei transitorischen Posten gibt es die „aktive Rechnungsabgrenzung“ für den [[Zahlungspflichtiger|Zahlungspflichtigen]] und die „passive Rechnungsabgrenzung“ für den [[Zahlungsempfänger]]. Hierüber verbucht werden alle Zahlungsausgänge und Zahlungseingänge, die das neue Geschäftsjahr betreffen. Bei antizipativen Posten gibt es „sonstige Forderungen“ für den Zahlungsempfänger und „sonstige Verbindlichkeiten“ für den Zahlungspflichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsgrundlagen ==&lt;br /&gt;
[[Rechtsgrundlage]] ist im [[Handelsrecht (Deutschland)|Handelsrecht]] das [[Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung#Periodisierungsprinzip|Periodisierungsprinzip]] des {{§|252|hgb|juris}} Abs. 1 Nr. 5 [[Handelsgesetzbuch|HGB]], wonach lediglich &amp;#039;&amp;#039;transitorische Posten&amp;#039;&amp;#039; als Rechnungsabgrenzung gelten. Denn auf der [[Aktivseite]] sind [[Ausgabe (Rechnungswesen)|Ausgaben]] &amp;#039;&amp;#039;vor&amp;#039;&amp;#039; dem Bilanzstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit &amp;#039;&amp;#039;nach&amp;#039;&amp;#039; diesem Tag darstellen (§ 250 Abs. 1 HGB) bzw. auf der [[Passivseite]] sind [[Einnahme]]n &amp;#039;&amp;#039;vor&amp;#039;&amp;#039; dem Bilanzstichtag auszuweisen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit &amp;#039;&amp;#039;nach&amp;#039;&amp;#039; diesem Tag darstellen (§ 250 Abs. 2 HGB). Nach {{§|252|hgb|juris}} Abs. 1 Nr. 5 HGB sind Aufwand und Ertrag des Geschäftsjahrs unabhängig von den [[Zeitpunkt]]en der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss zu berücksichtigen. Die [[Bilanzposition]] für transitorische Posten heißt „Rechnungsabgrenzungsposten“ (&amp;#039;&amp;#039;Aktiva&amp;#039;&amp;#039;: {{§|266|hgb|juris}} Abs. 2 lit. C; &amp;#039;&amp;#039;Passiva&amp;#039;&amp;#039;: § 266 Abs. 3 lit. D).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Steuerrecht (Deutschland)|Steuerrecht]] wird gemäß {{§|5|estg|juris}} Abs. 5 [[Einkommensteuergesetz (Deutschland)|EStG]] die Rechnungsabgrenzung ausdrücklich ebenfalls auf transitorische Posten beschränkt. Mit dem Jahressteuergesetz 2022&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;amp;start=//*%5B@attr_id=%27bgbl122s2294.pdf%27%5D#__bgbl__//*%5B@attr_id=&amp;#039;bgbl122s2294.pdf&amp;#039;%5D__1717494528859 |titel=Bundesgesetzblatt BGBl. Online-Archiv 1949 - 2022 {{!}} Bundesanzeiger Verlag |abruf=2024-06-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde das Wahlrecht eingeführt, bei Ausgaben oder Einnahmen, die den Betrag des § 6 Absatz 2 Satz 1 EStG (Stand Juni 2024: 800,00 EUR netto) nicht übersteigen, auf eine Abgrenzung zu verzichten. Dieses Wahlrecht muss für alle Einnahmen und Ausgaben einheitlich ausgeübt werden (§ 5 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG). Die geänderte Fassung ist erstmals für Wirtschaftsjahre zu berücksichtigen, die nach dem 31. Dezember 2021 enden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Buchungen ==&lt;br /&gt;
=== Aktive Rechnungsabgrenzung ===&lt;br /&gt;
Die aktive Rechnungsabgrenzung (Abkürzung ARA; die Posten der ARA werden entsprechend ARAP abgekürzt) ist eine [[Forderung]]. Sie entsteht, wenn ein [[Aufwand]] des neuen Jahres bereits im alten Jahr eine [[Ausgabe (Rechnungswesen)|Ausgabe]] darstellt. Das Konto der aktiven Rechnungsabgrenzung ist ein [[Aktivkonto]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Merksatz: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;A&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;usgabe jetzt, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;A&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ufwand später = &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;A&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ktiver Rechnungsabgrenzungsposten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird zum Beispiel im Dezember eine Vorauszahlung für die Januar-Miete geleistet, wird wie folgt gebucht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Bei der [[Zahlung]]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| width=&amp;quot;140&amp;quot; |Mietaufwand&lt;br /&gt;
| width=&amp;quot;50&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; |an&lt;br /&gt;
| width=&amp;quot;140&amp;quot; |Bank&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. im [[Jahresabschluss]] (der Aufwand wird neutralisiert, ARAP wird gebildet)&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |ARAP (oder auch Transitorische Aktiva)&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;50&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; |an&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |Mietaufwand (=&amp;amp;nbsp;Raumaufwand)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. im Januar (der Aufwand wird in die richtige Periode gebucht, ARAP wird aufgelöst)&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |Mietaufwand (=&amp;amp;nbsp;Raumaufwand)&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;50&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; |an&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |ARAP (oder auch Transitorische Aktiva)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In automatisierten Buchführungssystemen werden die Mieten zunächst unabhängig von der Zahlung [[kreditor]]isch gebucht. Die Zahlung wird dann erfolgsneutral gegen das Kreditorenkonto gebucht. In der Praxis können sich dann folgende Buchungssätze ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Bei [[Rechnung]]s&amp;lt;nowiki/&amp;gt;eingang (in diesem Fall: Die „Dauermietrechnung“)&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |Miet[[aufwand]] (=&amp;amp;nbsp;Raumaufwand)&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;50&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; |an&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |[[Verbindlichkeit]]en aus Lief. u. Leistg. (=&amp;amp;nbsp;[[Kreditor]]en)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Bei der Zahlung&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |[[Verbindlichkeit]]en aus Lief. u. Leistg. (=&amp;amp;nbsp;[[Kreditor]]en)&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;50&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; |an&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |Bank&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. im Jahresabschluss (wird der Kreditorensaldo neutralisiert, ARAP wird gebildet)&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |ARAP (oder auch Transitorische Aktiva)&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;50&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; |an&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |Mietaufwand (=&amp;amp;nbsp;Raumaufwand)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. im Januar (der Aufwand wird in die richtige Periode gebucht, ARAP wird aufgelöst)&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |Mietaufwand (=&amp;amp;nbsp;Raumaufwand)&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;50&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; |an&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;140&amp;quot; |ARAP (oder auch Transitorische Aktiva)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Passive Rechnungsabgrenzung ===&lt;br /&gt;
[[Ertrag|Erträge]] des neuen Jahres, die im alten Jahr bereits [[Einnahme]]n sind, zum Beispiel Vorauszahlungen von Kunden, werden auf [[Konto|Konten]] für passive Rechnungsabgrenzung (Abkürzung: PRA, einzelne Posten: PRAP) gebucht. Sie begründen Leistungsverbindlichkeiten, also Ansprüche der Kunden oder anderer [[Gläubiger]] an Leistungen des Unternehmens. Die Buchung auf den Erlös- und Forderungskonten entspricht der oben aufgezeigten Buchungslogik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Beispiel 1:&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Fitness-Studio (Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember) verkauft am 1. Dezember 2025 eine Jahreskarte für 600&amp;amp;nbsp;€. Das Geld wird sofort in voller Höhe bezahlt. Das Studio hat dann also für das Jahr 2025 eigentlich 550&amp;amp;nbsp;€ „zu viel“ eingenommen. Diese anteiligen 550&amp;amp;nbsp;€ für die Zeit von Januar bis November 2026 gehören erfolgsmäßig nicht in das Geschäftsjahr 2025, sondern in das Jahr 2026 (zumal der Kunde im Jahr 2026 u.&amp;amp;nbsp;a. auch die Duschen benutzt und dafür im Jahr 2026 Kosten verursacht, ohne im Jahr 2026 erneut dafür zu bezahlen.) Da die vollen 600&amp;amp;nbsp;€ aber schon an das Studio bezahlt worden sind, werden die anteiligen 550&amp;amp;nbsp;€ für das nächste Jahr als Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fitness-Studio hat also am 31. Dezember 2025 eine Art „Verbindlichkeit“ in Leistung –&amp;amp;nbsp;es schuldet dem Kunden noch das Recht, das Studio 11 Monate zu nutzen, ohne dass er dafür erneut bezahlen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Beispiel 2:&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Werbeunternehmen verpflichtet sich gegenüber einem Auftraggeber, für 5 Jahre seine Werbung zu präsentieren. Der Werbevertrag beginnt am 1. Januar. Hierfür bezahlt der Auftraggeber bereits im ersten Jahr 10.000&amp;amp;nbsp;€. Das Werbeunternehmen erhält also 8.000&amp;amp;nbsp;€ für eine noch nicht erbrachte Leistung und verpflichtet sich, die Leistung in den nächsten 4 Jahren ebenfalls zu erbringen. Im ersten Jahr ergibt die Rechnungsabgrenzung für das Werbeunternehmen Einnahmen von lediglich 2.000&amp;amp;nbsp;€, da die 8.000&amp;amp;nbsp;€ zu je 1/4 auf die nächsten vier Jahre verteilt werden. Die Erstellung der Werbemedien (1.500&amp;amp;nbsp;€) sowie die zu bezahlenden Provisionen (2.500&amp;amp;nbsp;€) an einen freien Handelsvertreter erfolgt bereits im ersten Jahr in Höhe von 4.000&amp;amp;nbsp;€. Somit ergibt sich durch die passive Rechnungsabgrenzung für das erste Jahr ein Verlust in Höhe von 2.000 (Verlustvortrag), da die Ausgaben sofort geltend gemacht werden können (4.000&amp;amp;nbsp;€) und als Einnahme lediglich 2.000&amp;amp;nbsp;€ (1/5 des Gesamtbetrages für 5 Jahre) verbucht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Entscheidungsschema.svg|mini|400px]]&lt;br /&gt;
;Transitorische und antizipative Posten&lt;br /&gt;
In der [[Bilanz]] werden so abgegrenzte Werte separat als sogenannte Rechnungsabgrenzungsposten auf beiden Bilanzseiten ausgewiesen. Diese Bilanzpositionen werden auch &amp;#039;&amp;#039;transitorische Posten&amp;#039;&amp;#039; genannt, weil sie im alten Jahr erfolgte Ausgaben und Einnahmen für noch zu erbringende oder zu erhaltende Leistungen buchhalterisch ins neue Jahr übertragen (Zahlungswirksamkeit –&amp;amp;nbsp;also Geldfluss&amp;amp;nbsp;– im alten Jahr, für eine Erfolgswirksamkeit –&amp;amp;nbsp;also Leistung&amp;amp;nbsp;– im neuen Jahr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der umgekehrte Fall wird über die sogenannten &amp;#039;&amp;#039;antizipativen Posten&amp;#039;&amp;#039; abgebildet. Dies sind im alten Jahr erfolgte Leistungen, die erst im neuen Jahr zu Einnahmen und Ausgaben führen (Geldfluss im neuen Jahr für eine Leistung im alten Jahr). Die Erfolgswirksamkeit wird hier also vorweggenommen. Ein Beispiel hierfür sind [[Zinsertrag|Zinserträge]] für das alte Jahr, die erst im neuen Jahr zur Zahlung fällig werden. Gemäß {{§|250|hgb|juris}} HGB und {{§|5|estg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;5 EStG sind antizipative Posten nicht als RAP zu führen. In der Bilanzgliederung sind hierfür die Positionen „sonstige [[Forderung]]en“ (auf der Aktivseite) und „sonstige [[Verbindlichkeit]]en“ (auf der Passivseite) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Disagio&lt;br /&gt;
Während im Regelfall für die Bilanz Ansatzpflicht für Rechnungsabgrenzungsposten besteht, sieht {{§|250|hgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;3 HGB ein [[Aktivierungswahlrecht]] für das [[Disagio]] vor. Wird dieses als ARA aufgenommen, kann es über die gesamte [[Kreditlaufzeit]] [[Abschreibung|abgeschrieben]] werden. Dies ist sachgerecht, weil das Disagio ein [[Zins]]äquivalent ist, das über den Zeitraum der Kapitalnutzung verteilt wird. Dagegen ist steuerrechtlich eine [[Aktivierungspflicht]] vorgesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Transitorische_Rechnungsabgrenzung_nach/TZq_CwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=ifrs+rechnungsabgrenzung&amp;amp;printsec=frontcover Anna Katharina Schiefelbein, &amp;#039;&amp;#039;Transitorische Rechnungsabgrenzung nach Handels-/Steuerbilanz und IAS/IFRS&amp;#039;&amp;#039;, 2016, S. 3]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht ==&lt;br /&gt;
Der [[Bilanzierungsgrundsätze|Bilanzierungsgrundsatz]] der periodengerechten Gewinnermittlung wird wie folgt eingehalten:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Kommunale_Doppik/ZQ69F3sDFbwC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Bilanzierungsgrunds%C3%A4tze&amp;amp;pg=PA22&amp;amp;printsec=frontcover Eric Zöller, &amp;#039;&amp;#039;Kommunale Doppik&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 24]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Bilanzposition]]&lt;br /&gt;
! Vor dem &amp;lt;br /&amp;gt; [[Bilanzstichtag]]&lt;br /&gt;
! Nach dem &amp;lt;br /&amp;gt; [[Bilanzstichtag]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[aktive Rechnungsabgrenzung]]&lt;br /&gt;
| [[Ausgabe (Rechnungswesen)|Ausgabe]] || [[Aufwand]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[passive Rechnungsabgrenzung]]&lt;br /&gt;
| [[Einnahme]] || [[Ertrag]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sonstige [[Forderung]]en&lt;br /&gt;
| [[Ertrag]] || [[Einnahme]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sonstige [[Verbindlichkeit]]en&lt;br /&gt;
| [[Aufwand]] || [[Ausgabe (Rechnungswesen)|Ausgabe]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Rückstellung]]en&lt;br /&gt;
| [[Aufwand]] || [[Ausgabe (Rechnungswesen)|Ausgabe]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechnungsabgrenzung zielt darauf ab, die [[Einnahme]]n zeitlich demjenigen Geschäftsjahr zuzuordnen, in dem der [[Ertrag]] realisiert werden muss und die [[Ausgabe (Rechnungswesen)|Ausgaben]] dem Geschäftsjahr zugeordnet werden, zu welchem der [[Aufwand]] wirtschaftlich gehört.&amp;lt;ref&amp;gt;Ute Arentzen/Eggert Winter, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 3, 1997, S. 3195&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgaben und Einnahmen verändern die [[Liquidität]] und den [[Cashflow]], Aufwand und Ertrag verändern die [[Ertragslage]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== International ==&lt;br /&gt;
Gleichlautende Regelungen gibt es für [[Österreich]] in {{§|198|UGB|RIS-B|DokNr=NOR40167591}} Abs.&amp;amp;nbsp;5,6 [[Unternehmensgesetzbuch|UGB]] und für die [[Schweiz]] in {{Art.|958b|220|ch}} [[Obligationenrecht (Schweiz)|OR]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem internationalen [[Rechnungslegungsstandard]] [[IFRS]] ist das Periodisierungsprinzip ({{enS|accrual principle}}) in [[IAS 1]].25 kodifiziert. Eine Rechnungsabgrenzung darf nur vorgenommen werden, wenn sie zu einem [[Vermögenswert]] ({{enS|asset}}) oder einer [[Verbindlichkeit]] ({{enS|liability}}) führt (IAS 1.26). Eine besondere Bilanzposition „Rechnungsabgrenzung“ gibt es nach dem Gliederungsschema nicht (IAS 1.68). Beim Disagio wird nach IFRS lediglich das ausgezahlte Darlehen als Verbindlichkeit ausgewiesen, in den Folgejahren wird das Disagio durch [[Aufzinsung]] der Verbindlichkeit [[pro rata temporis]] [[Zuschreibung (Rechnungswesen)|zugeschrieben]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/IFRS/VOpqijdy6q8C?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=ifrs+rechnungsabgrenzung&amp;amp;pg=PA86&amp;amp;printsec=frontcover Jörg Wöltje, &amp;#039;&amp;#039;IFRS&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 86 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft]]en müssen in allen [[EU-Mitgliedstaaten]] bei ihrer Rechnungslegung die IFRS-Vorschriften beachten (in Deutschland: {{§|315e|hgb|juris}} HGB).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Rechnungslegung_auf_informationseffizien/aKmKGmbDBT0C?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=ifrs+Kapitalmarktorientierte+Kapitalgesellschaften&amp;amp;printsec=frontcover Robert Vollmer, &amp;#039;&amp;#039;Rechnungslegung auf informationseffizienten Kapitalmärkten&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 2]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Die Rechnungsabgrenzung dient auch der Erfüllung des [[Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung#Periodisierungsprinzip|Periodisierungsprinzips]] und des [[Realisationsprinzip]]s. Da Aufwand und Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht werden, wird der [[Jahresüberschuss]] oder [[Jahresfehlbetrag]] durch die Rechnungsabgrenzung zutreffend ausgewiesen, so dass auch die hierauf anfallenden [[Ertragsteuer]]n periodengerecht sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Manfred Deitermann/Siegfried Schmolke, &amp;#039;&amp;#039;Industrielles Rechnungswesen.&amp;#039;&amp;#039; Winklers, Darmstadt 1999, S. 237–245; ISBN 3-8045-6652-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4048724-6}}&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Steigi1900</name></author>
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