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	<title>Rechit - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Wdwdbot: Bot: Eine Datei ist unter anderem Namen auf commons verfügbar, passe Dateinamen an.</title>
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		<updated>2024-12-03T10:33:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Eine Datei ist unter anderem Namen auf commons verfügbar, passe Dateinamen an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Ägyptische Gottheit&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;D21:Aa1-M17-M17-X1-G23*G23:G23&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Rechit&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Rḫjt&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Klagenden&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;Die Jammernden&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;E115&amp;quot;&amp;gt;Elmar Edel: &amp;#039;&amp;#039;Zu den Inschriften auf den Jahreszeitenreliefs der „Weltkammer“ aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre, Teil 2&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;115.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME-ERWEITERT = [[Frühdynastische Periode (Ägypten)|Frühdynastik]]&lt;br /&gt;
|NAME2-ERWEITERT = [[Mittleres Reich]]&lt;br /&gt;
|NAME2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;D21:D12-G43-X1-G23-A1:Z2&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME3 = &amp;lt;hiero&amp;gt;D21:Aa1-M17-M17-X1-G23-A1*B1:Z2&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Rechit&amp;lt;br /&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Rḫjt&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;(Das [[Anbetung|preisende]]) Volk&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Ägyptologische Datenbank Aha Berlin, [http://www.sesch-projekt.de/webseite/171_Worte_G23.php gemäß SESCH-Projekt].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME3-ERWEITERT = [[Neues Reich]]&lt;br /&gt;
|NAME4-ERWEITERT = [[Ideogramm]]&lt;br /&gt;
|NAME4 = &amp;lt;hiero&amp;gt;W15-G7-G23&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;[[Qebehu]]-[[Horus]]-rechit&amp;lt;ref name=&amp;quot;E113&amp;quot;&amp;gt;Elmar Edel: &amp;#039;&amp;#039;Zu den Inschriften auf den Jahreszeitenreliefs der „Weltkammer“ aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre, Teil 2&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;113.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;QbḤw-Ḥr.w-rḫjt&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Horusvolk der Kiebitze&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|BILD1 = Rechit-Djoser.PNG&lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG = Rechit unter den Füßen von [[Djoser]] (Statue)&amp;lt;br /&amp;gt;([[Ägyptisches Museum (Kairo)|Ägyptisches Museum in Kairo]])&lt;br /&gt;
|BILD1-BREITE = 280px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kiebitzvolk, Volk, Menge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnete bereits in der [[Frühdynastische Periode (Ägypten)|frühdynastischen Zeit]] [[Altes Ägypten|Altägyptens]] ein im nördlichen [[Nildelta]] ansässiges Volk sowie ab dem [[Mittleres Reich|Mittleren Reich]] die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gottheit Rechit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Die Herkunft der Rechit ist ungeklärt, da sie Anfang des dritten Jahrtausends v. Chr. noch nicht zum Volk der Ägypter gezählt wurden. Das Siedlungsgebiet erstreckte sich nach bisheriger Fundlage bis zum Grenzgebiet von [[Retjenu]]. Die Auswertung der frühen [[Inschrift]]en auf [[Denkmal (Gedenken)|Denkmälern]] ergab eine zunächst [[Ägyptische Mythologie|mythologisch]] vorgenommene Zuordnung als Nildeltabewohner, da alle „nördlichen Feinde [[Oberägypten]]s“ auch zu den „[[Qebehu]]-Bewohnern“ zählten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zusammenbruch des Alten Reiches und der damit verbundenen Umwälzung sowie religiöser Neuorientierung erfuhr der Begriff „Rechit“ einen Bedeutungswandel. Anfang des Mittleren Reiches wurde der Name „Rechit“ auf eine neue Gottheit übertragen. Als eigenes Volk traten die Rechit jedoch nicht mehr in Erscheinung, vielmehr sahen die Ägypter insbesondere ab dem [[Neues Reich|Neuen Reich]] im früheren Volk der Rechit eine Verknüpfung mit [[Horus]]. Die Volksbezeichnung Rechit und die einhergehende Bedeutung unterlag in der altägyptischen Geschichte einem mythologischen Wandel, da die Bezeichnung Rechit später auf alle „Untertanen“ als Oberbegriff angewendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== „Rechit“ als Personen- und Volksbezeichnung ==&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
Der [[Kiebitz (Art)|Kiebitz]] überwintert als [[Zugvogel]] von Ende [[Oktober]] bis Ende [[März]] in [[Oase Siwa|Siwa]], [[Alexandria]], [[Madinat al-Fayyum|Fayum]], [[Bubastis]], [[Pithom]] und im [[Sinai-Halbinsel|nördlichen Sinai]]. Das [[Flugbild]] des Kiebitzes ist charakteristisch und nicht zu verwechseln. Kiebitze fliegen mit lockeren, gemächlichen Flügelschlägen, die Flügel selbst sind auffällig breit und gerundet. Durch die im Flug blinkende schwarze Ober- und weiße Unterseite kann man fliegende Kiebitztrupps schon aus weiter Entfernung bestimmen. Die Benennung der Bewohner dieser Gebiete wurde im übertragenen Sinn zunächst als [[Spitzname|Spottname]] verstanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;E115&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Northern Lapwing new.jpg|mini|Kiebitz ([[Kiebitz (Art)|Vanellus vanellus]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Altägypter sahen im Kiebitz durch sein „langsam taumelnd-flatterndes Herdenflugverhalten“ mit dem typischen langgezogenen Ruf „pliit“ einen „tollpatschigen Klagevogel im Schlamm“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Richard Meinertzhagen]]: &amp;#039;&amp;#039;Nicoll’s birds of Egypt&amp;#039;&amp;#039;. Rees, London 1930, S.&amp;amp;nbsp;547.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{HieroglyphenImText|Die in der [[Ägyptologie]] früher oft vertretene Annahme, dass der Name Rechit mit der [[Ägyptische Hieroglyphen|Einzelhieroglyphe]] G23 &amp;lt;hiero&amp;gt;G23&amp;lt;/hiero&amp;gt; als Übertragung des Kiebitzes geschrieben wurde, stellte eine nicht belegbare Annahme dar&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch Wb II 447,8&amp;lt;/ref&amp;gt; und musste zwischenzeitlich korrigiert werden. Da ein Volk immer einen [[Kollektiv]]titel führt, kann der Name eines einzelnen Vogels deshalb keinen Kollektivtitel meinen. Der Name „Rechit“ [[Substantiv|leitete]] vielmehr vom Verhalten und Aussehen des Kiebitzes jene Bedeutungsgrundlage ab, nach der später die Volksgruppe betitelt wurde, wobei sich Rechit als Volksbezeichnung auf die [[Singular|Einzelbegriffe]] „Rech“&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm&amp;quot;&amp;gt;Männlicher Kiebitz: &amp;lt;hiero&amp;gt;D21:Aa1-G23&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; und „Rechet“&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm&amp;quot;&amp;gt;Weiblicher Kiebitz: &amp;lt;hiero&amp;gt;D21:Aa1-X1-G23&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezieht.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft ===&lt;br /&gt;
Den Bewohnern [[Oberägypten]]s war die Erscheinungsform des Kiebitzes unbekannt, da der Kiebitz nicht bis in die Regionen um [[Abydos (Ägypten)|Abydos]] zog. In der [[Sonnenheiligtum des Niuserre|Weltkammer des Sonnenheiligtums]] von [[Niuserre]] wird der Kiebitz daher als „Vogel aus Qebehu“ beschrieben. Dem zugehörigen Volk der Rechit stand in der Frühzeit zumeist das oberägyptische Volk der [[Pat (Altes Ägypten)|Pat]] gegenüber, das sich selbst als „Volk des [[Seth (ägyptische Mythologie)|Seth]] und des [[Kenmet (Vogel)|Kenmet]]“ verstand. In kriegerischen Auseinandersetzungen trugen die Unterlegenen auch die Bezeichnung „Rechit“, weshalb sie auch als rechtmäßige Untertanen angesehen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Helck: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Alten Ägypten.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Abschnitt 3. Brill, Leiden 1968, S.&amp;amp;nbsp;20 und S.&amp;amp;nbsp;42.&amp;lt;/ref&amp;gt; So geht beispielsweise im Zusammenhang der [[Henmemet]] des Alten Reiches der [[Sonnengott]] [[Re (ägyptische Mythologie)|Re]] siegreich gegen das Volk der Rechit vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Leitz u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;LGG, Register.&amp;#039;&amp;#039; Peeters, Leuven 2003, ISBN 90-429-1376-2, S.&amp;amp;nbsp;313.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Plover_palette.png|mini|Gefesselter Rechit mit Käfig (Kiebitzpalette)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von [[Alan Gardiner]] vorgenommene Übersetzung mit der ausschließlichen Bedeutung „untere Klasse, Rebellen, Besiegte, Feinde Ägyptens“ wurde zwischenzeitlich modifiziert, da der Ausdruck Rechit mehrdeutig verwendbar war. In der frühdynastischen Periode bezeichnete „Rechit“ zumeist die Feinde Ägyptens sowie Gefangene und Untertanen. In der östlichen Region von [[Sais]] wurde das Bruchstück einer [[Barke]]n-[[Schiefer]]palette gefunden, die in die Zeit der Könige [[Skorpion II.]] und [[Ka (König)|Ka]] (um&amp;amp;nbsp;3100&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) datiert wird. Aufgrund der detaillierten Darstellung eines [[Kiebitz (Art)|Kiebitzes]], der auf dem Bootsdeck mit dem [[Determinativ]] eines Käfigs&amp;lt;ref&amp;gt;Sonderzeichen U 103 gemäß Petra Vomberg: &amp;#039;&amp;#039;Sonderzeichenliste&amp;#039;&amp;#039; In: Rainer Hannig: &amp;#039;&amp;#039;Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch : (2800&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;950&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.)&amp;#039;&amp;#039;. von Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-1771-9, S.&amp;amp;nbsp;1448.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dem [[Bug (Schiffbau)|Bug]] abgebildet ist, wird der Fund „&amp;#039;&amp;#039;[[Plover-Palette|Kiebitzpalette]]&amp;#039;&amp;#039;“ genannt. Der Herkunftsort konnte bislang jedoch nicht ermittelt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Henri Asselbergh: &amp;#039;&amp;#039;Chaos en beheersing: Documenten uit de aenolitische Egypten&amp;#039;&amp;#039;. Brill 1961; S.&amp;amp;nbsp;222–224.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der alten „Weltkarte der Ägypter“ waren die „Wohnsitze der Kiebitze“ auf die Regionen in und um [[Unterägypten]] beschränkt. Mit Beginn des [[Altes Reich|Alten Reiches]] erfolgte die Bedeutungserweiterung des Begriffs „Rechit“ als Bezeichnung der „[[Bauernstand|Bauern]]“, „[[Handwerk]]er“ und „[[Bürgertum|Bürgerlichen]] ohne besonderen [[Ständegesellschaft|Stand]]“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;N248&amp;quot;&amp;gt;Simson Najovits: &amp;#039;&amp;#039;Egypt, the Trunk of the Tree: A Modern Survey of an Ancient Land.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Algora Publishing, New York 2003, ISBN 0-87586-221-7, S.&amp;amp;nbsp;248.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Ägyptologie]] wird daher die Frage diskutiert, ob die Rechit von jeher im Nildelta beheimatet waren oder sich dort erst später ansiedelten. Aufgrund der verstreuten Rechit-Wohnorte wird verständlich, warum die &amp;#039;&amp;#039;Kiebitzleute&amp;#039;&amp;#039; nicht nur unter Djoser teilweise zu den &amp;#039;&amp;#039;feindlichen Neun-Bogen-Völkern&amp;#039;&amp;#039; gezählt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Darstellungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sethos I. Rechit-a.PNG|mini|Sethos I. (Rechit in der Hand).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ägyptischen Tempeln waren die Rechit zusammen mit den zwei anderen Bevölkerungsschichten der Pat und Henmemet als mythologisch dreigeteiltes Sozialsystem der altägyptischen [[Maat (ägyptische Mythologie)|Weltordnung]] abgebildet. Ergänzend standen „Ausländer und Feinde“ in der Tempeldekoration als [[Pendant]] für das [[Isfet (ägyptische Mythologie)|Chaos]]. Der König vereinte in Darstellungen beide Aspekte der altägyptischen Mythologie, weshalb er einerseits „auf den Besiegten stehend“ oder „mit dem Volk in seiner Hand“ sehr häufig zu sehen ist. Die auf den Rechit stehenden [[Statue]]n der jeweiligen Könige unterstreichen das „königliche Beherrschungsmotiv über die Rechit“ in ihrer Rolle als „zugehöriger Bestandteil zu den Neun-Bogen-Völkern“; beispielsweise liegen die Kiebitze unter [[Tutanchamun]]s Füßen. Dieses Motiv wurde ebenso bis in die [[Spätzeit]] aufrechterhalten, wie das von [[Amenophis III.]] und seiner Gemahlin [[Teje]], die gemeinsam unter einem [[Baldachin]] sitzend auf vierzehn Rechitdarstellungen thronen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als „Symbol der dienenden ägyptischen Bevölkerung“ hielten die Könige die Rechit fest umklammert in ihren Händen. An der westlichen Wand der zweiten [[Hypostyl]]halle im [[Abydos (Ägypten)|abydenischen]] [[Totentempel des Sethos I. (Abydos)|Totentempel]] ist ein [[Relief]] von [[Sethos I.]] angebracht, auf dem Sethos&amp;amp;nbsp;I. während der [[Krönung]] vor [[Amun-Re]] mit der [[Henukrone]] niederkniet, um von Amun-Re als rechtmäßiger König von Ägypten ernannt zu werden. Als weitere [[Insignie]]n sind das [[Nemes-Kopftuch]] und die blaue Krone [[Amun]]s zu sehen, die ebenfalls zum [[Ornat|Königsornat]] gehören, wobei die blaue Farbe der Amun-Krone den Himmel repräsentiert. In der linken Hand hält Sethos&amp;amp;nbsp;I. einen Rechit-Kiebitz als Zeichen, dass alle Menschen in Ägypten unter seiner Herrschaft stehen. In seiner rechten Hand befindet sich das [[Chepesch]]-Schwert und die gebogene „Kriegsaxt“, die Sethos&amp;amp;nbsp;I. von Amun-Re überreicht bekommt, um seine Siege in jeder Schlacht zu gewährleisten.&amp;lt;ref&amp;gt;Farid Atiya: &amp;#039;&amp;#039;Pocket Book of Ancient Egypt&amp;#039;&amp;#039;. Amer University, Kairo 2008, ISBN 977-17-4439-9, S.&amp;amp;nbsp;202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühdynastische Periode und Altes Reich ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rechit-Standarte Skorpion.PNG|mini|Rechitdarstellung auf dem Keulenknauf des Skorpion II.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem aus [[Kalkstein]] bestehenden „Keulenknauf des Skorpion&amp;amp;nbsp;II.“ sind aufgehängte Rechit zu sehen. Diese Szene wird zumeist als Skorpions Sieg über das Kiebitzvolk [[Interpretation|interpretiert]]. Allerdings können die Rechit-Standarten auch symbolisch für die Kontrolle Skorpions über verschiedene Gebiete Ägyptens stehen, ohne dass es zu einer kriegerischen Auseinandersetzung gekommen sein muss. Ergänzend ist das Anlegen von Bewässerungsgräben oder Kanälen durch Skorpion und anderen Personen zu erkennen. [[Wolfgang Schenkel]] konnte die genauen Umstände jener Arbeiten nicht näher bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Annalenstein der 5. Dynastie]] werden die Rechit unter König [[Den (König)#Herrschaft|Den]] ([[1. Dynastie]]) zweimal erwähnt, wobei aus dem vierten Regierungsjahr nur eine Lesung des „&amp;#039;&amp;#039;Volkes der Rechit&amp;#039;&amp;#039;“ in einem sonst unklaren Zusammenhang vorgenommen werden konnte. Im 31.&amp;amp;nbsp;Regierungsjahr spielen die Rechit beziehungsweise ihre Siedlungsgebiete in Verbindung einer von König Den durchgeführten Verwaltungsaktion eine Rolle. Der [[Ägyptologe]] [[Wolfgang Helck]] übersetzte 1987 die schwierige Textpassage mit „&amp;#039;&amp;#039;Planen(?) und Graben der westlichen und östlichen Kanäle (durch) das Gebiet der Rechit&amp;#039;&amp;#039;“. Dieser Lesung schloss sich 1994 auch [[Rolf Gundlach]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Helck]]: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Thinitenzeit&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ägyptologische Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; (ÄA) Band 45). Harrassowitz, Wiesbaden 1987, ISBN 3-447-02677-4, S.&amp;amp;nbsp;157 und Rolf Gundlach: &amp;#039;&amp;#039;Die Zwangsumsiedlung auswärtiger Bevölkerung als Mittel ägyptischer Politik bis zum Ende des Mittleren Reiches&amp;#039;&amp;#039;. Steiner, Stuttgart 1994, S.&amp;amp;nbsp;50–51.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{HieroglyphenImText|Helcks Lesung kann jedoch nur als Interpretation angesehen werden, da er die Teich-[[Ägyptische Hieroglyphen|Hieroglyphe]] &amp;lt;hiero&amp;gt;N37&amp;lt;/hiero&amp;gt; als &amp;#039;&amp;#039;Kanal&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;hiero&amp;gt;N36&amp;lt;/hiero&amp;gt; und das Zeichen V23 („mehu“)&amp;lt;hiero&amp;gt;V23&amp;lt;/hiero&amp;gt; als F30 („schedj“) &amp;lt;hiero&amp;gt;F30&amp;lt;/hiero&amp;gt; deutete.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gesamtkontext passt Helcks Annahme wiederum sehr gut, da zuvor von König Skorpion&amp;amp;nbsp;II. und später im Alten Reich derartige Kanalbauarbeiten belegt sind. [[Toby Wilkinson]] legte 2000 eine gegenüber Helck leicht abgeänderte Übersetzung bezüglich des 31.&amp;amp;nbsp;Regierungsjahres von Den vor, die sich an die vorgegebenen Hieroglyphen hielt: „&amp;#039;&amp;#039;Organisation? der landwirtschaftlichen Betriebe? des nordwestlichen Deltas (Rechit) und aller Menschen im östlichen Delta.&amp;#039;&amp;#039;“&amp;lt;ref&amp;gt;Toby A. H. Wilkinson: &amp;#039;&amp;#039;Royal annals of ancient Egypt: The Palermo Stone and its associated fragments&amp;#039;&amp;#039;. Kegan Paul, London 2000, S.&amp;amp;nbsp;108 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wilkinson bemerkte zu seiner Lesung, dass sie ebenfalls nur als Interpretation anzusehen sei. Frühere Übersetzungen als „&amp;#039;&amp;#039;landesweite [[Volkszählung]]&amp;#039;&amp;#039;“ können jedoch ausgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Anedjib]] (um&amp;amp;nbsp;2910&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) vermerkte im Jahr nach seinem [[Sedfest]] eine erneute &amp;#039;&amp;#039;gewaltige Überflutung&amp;#039;&amp;#039; durch die [[Nilschwemme]], die alle nordwestlichen [[Gau (Ägypten)|Gaue]] erfasste und unter dem &amp;#039;&amp;#039;Volk der Rechit&amp;#039;&amp;#039; eine [[Epidemie|Massenseuche]] auslöste.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Helck: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Alten Ägypten.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Abschnitt 3. Brill, Leiden 1968, S.&amp;amp;nbsp;34.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als früheste Darstellung der Rechit im Alten Reich gilt eine [[Statue]] in der Anlage der [[Djoser-Pyramide]]&amp;amp;nbsp;([[3. Dynastie]]), die drei Rechit-Vögel mit ihren Flügeln unter den Füßen Djosers in Verbindung der „Neun-Bogen-Völker“ zeigt. {{HieroglyphenImText|Unter Djoser wurde erstmals die Hieroglyphe &amp;lt;hiero&amp;gt;G24&amp;lt;/hiero&amp;gt; für die Darstellung der Rechits verwendet.}} Dieses Motiv ist Bestandteil der Herrschaftsattribute des Königs und soll seine Macht über Ägypten und deren Nachbarregionen ausdrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== „Rechit“ als handelnde Gottheit ==&lt;br /&gt;
{{Infobox Ägyptische Gottheit&lt;br /&gt;
|TITEL = Rechit&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;D21:Aa1-M17-M17-X1-A1:Z2&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Rechit&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Rḫjt&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Kiebitzleute&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|NAME-ERWEITERT = [[Mittleres Reich]]&lt;br /&gt;
|NAME2-ERWEITERT = [[Neues Reich]]&lt;br /&gt;
|NAME2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;Aa1:D21-M17-M17-X1-G24-A1-B1-Z3&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME3 = &amp;lt;hiero&amp;gt;M17-D21:Aa1-M17-G24:N25&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Rechit&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Rḫjt&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das (anbetende) Kiebitzvolk&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|NAME3-ERWEITERT = [[Ägypten in griechisch-römischer Zeit|Gr.-röm. Zeit]]&lt;br /&gt;
|BILD1 = Socle de statue 01.jpg&lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG = &amp;lt;small&amp;gt;Basisfundament als Einschalung für eine Statue von König [[Nektanebos II.]] (Verzierungen mit Rechit-Darstellung)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|BILD1-BREITE = 280px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Niedergang des [[Altes Reich|Alten-]] und Beginn des [[Mittleres Reich|Mittleren Reiches]] veränderte sich die Stellung des Königs, der in früheren Zeiten „über dem Volk“ stand und nach der [[Erste Zwischenzeit|ersten&amp;amp;nbsp;Zwischenzeit]] als „König im Volk“ fungierte. Er sah sich nun in der Rolle des „[[Hirte]]n seines Volkes“ als Garant der Sicherheit, der „seine Herde“ und die [[Maat (ägyptische Mythologie)|Weltordnung]] schützte.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Alexander Schlögl: &amp;#039;&amp;#039;Das alte Ägypten&amp;#039;&amp;#039;. Beck, München 2008, ISBN 3-406-48005-5, S.&amp;amp;nbsp;123.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der König bekleidete insofern gegenüber [[Amun-Re]] beziehungsweise Re eine „befehlsempfangende Position“, die symbolisch der vorherigen „Rechit-Mythologie“ entsprach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der „Götterwelt“ vollzog sich ein ähnlicher Wandel. Im Alten Reich war eine [[Topografie (Kartografie)|Topografie]] des [[Duat|Jenseits]] für nichtkönigliche Verstorbene überflüssig, da einzig der König den [[Himmelsaufstieg (Altes Ägypten)|Himmelsaufstieg]] vollzog. Mit Beginn des Mittleren Reiches entstanden genauere Vorstellungen des Jenseits, das nun auch nichtköniglichen Personen zugänglich war. Für die Begleitung der Toten und Verehrung von Himmelsgottheiten waren neue Schutz- und Hilfsgötter notwendig, denen [[Logistik|logistische]] und [[Ritus|rituelle]] Aufgaben zugewiesen wurden. Die Rechit-Gottheit hatte eine [[kult]]begleitende Funktion und übernahm in diesem Geflecht hauptsächlich eine [[Metaphysik|„Götter&amp;amp;nbsp;und&amp;amp;nbsp;König&amp;amp;nbsp;anbetende“]] Position, die sich aus der zuvor den Rechit zugewiesenen Aufgabe als „Untertanen“ sowie „dem König dienend“ ableitete.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Alexander Schlögl: &amp;#039;&amp;#039;Das alte Ägypten&amp;#039;&amp;#039;. Beck, München 2008, ISBN 3-406-48005-5, S.&amp;amp;nbsp;127.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mythologische Verbindungen ===&lt;br /&gt;
Da die Kiebitze zu den Zugvögeln gehören, die in [[Qebehu]] überwinterten, ergibt sich unter Bezugnahme auf das Aussehen des [[Ba (ägyptische Mythologie)|Ba]] in Verbindung der „Vögel aus Qebehu“ ein Zusammenhang mit der Ba-Seele als Gleichsetzung mit den Ba-Vögeln. Die Erwähnung der Nahrung hat Parallelen zu den Bas in der Flammeninsel der 56.&amp;amp;nbsp;Szene im [[Pfortenbuch]], die dort das Kraut/Gemüse (semu) ebenfalls als Verpflegung bekommen. Die Heimat der Kiebitze wurde mit der Bezeichnung „von den fernen (kühlenden) Gewässern (des Himmels) kommend“ überliefert. Eine wörtliche Übersetzung hinsichtlich der [[Ägyptische Mythologie|mythologischen]] Verwendung ist jedoch nicht möglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;E106&amp;quot;&amp;gt;Elmar Edel: &amp;#039;&amp;#039;Zu den Inschriften auf den Jahreszeitenreliefs der „Weltkammer“ aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre, Teil 2&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;106.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im [[Altes Reich|Alten Reich]] galt die Region „der (kühlenden) Gewässer (des Himmels)“ als über der Göttin [[Nut (ägyptische Mythologie)|Nut]] liegendes Gebiet sowie als „[[Keku-semau|geballte Finsternis]]“ und „oberer Himmel des [[Nun (ägyptische Mythologie)|Nun]]“, dessen Bereich nach dem Verlassen der Randzone [[Reteh-qabet|„Rücken der Nut“]] beginnt. In dieser Ur-Finsternis befinden sich weder [[Stern]]e noch andere [[Himmelskörper]], sondern das Nichts, in welchem einzig „die Urgewässer des Nun“ beheimatet sind. Der Himmel selbst befand sich nach altägyptischer Vorstellung am Leib der Himmelsgöttin Nut, die sich auf Fingerspitzen und Füße gestützt bogenförmig über die Erde beugte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gottheit Rechit ist erst seit dem [[Mittleres Reich|Mittleren Reich]] belegt. Etwa aus der gleichen [[Zeitalter|Epoche]] datieren die ersten Erwähnungen der Gottheit [[Pat (ägyptische Mythologie)|Pat]]. Im Neuen Reich verkündete der Verstorbene der Gottheit Rechit die Worte des [[Sonnengott]]es [[Re (ägyptische Mythologie)|Re]]. Rechit trat zudem in weiteren Nebenformen auf, beispielsweise als [[schlangen]]köpfiger 37.&amp;amp;nbsp;[[Richter]] des [[Totengericht]]s („Wedj-Rechit“), der die Verstorbenen überprüfte, ob sie in ihrem Leben jemals gegenüber einer Gottheit beleidigend auftraten.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Leitz u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Wedj-Rechit.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen]].&amp;#039;&amp;#039; (LGG) Band 2. Peeters, Leuven 2002, ISBN 90-429-1147-6, S.&amp;amp;nbsp;634.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemeinsam mit der Gottheit Pat verehrten die Rechit das neugeborene Götterkind sowie die Gottheit [[Amun]]. Ergänzend wird erwähnt, dass Rechit und Pat den Verstorbenen „nicht schädigen konnten“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Ägypten in griechisch-römischer Zeit|griechisch-römischen Zeit]] wurden die Federn von Rechit [[symbol]]isch als Haare den Verstorbenen übergeben, der wiederum die Rechit als eine Gruppe ansah, die eine am Hals befindliche „[[Peri-Binde]]“ trug, während die „[[Pat (Altes Ägypten)|Pat-Menschen]] mit einer [[Areq]]-Binde auf dem Kopf“ gekennzeichnet waren. Als [[Trias (Religion)|Göttertriade]] gehörten „[[Henmemet (ägyptische Mythologie)|Henmemet]], Pat und Rechit“ wahrscheinlich zu den besonders verehrten Gottheiten in [[Edfu]]. [[Osiris]] trat in der Nebenform „Sau-Rechit (S3w-Rhjt)“ als schützende Gottheit der Rechit im 18.&amp;amp;nbsp;[[Gau (Ägypten)#Oberägyptische Gaue|oberägyptischen Falkengau]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Leitz u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;LGG.&amp;#039;&amp;#039; Band 6. Leuven 2002, ISBN 90-429-1151-4, S.&amp;amp;nbsp;130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Darstellungen und deren Bedeutung ===&lt;br /&gt;
[[Ikonografie|Ikonografisch]] trat die Gottheit Rechit zunächst als Gruppe von drei knienden Personen in Jubelhaltung auf, die ihren Arm erhoben haben. Ab dem Neuen Reich zeigte sich die Gottheit Rechit als Gemeinschaft von bis zu sechs Kiebitzen, die jeweils mit erhobenen menschengestaltigen Armen auf einem Nest sitzend andere Gottheiten [[Lobpreis und Anbetung|anbeten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechitdarstellungen in den verschiedenen Tempeln wurden teilweise direkt mit dem früheren Rechit-Volk in Verbindung gebracht, das in den Tempeln [[Bühne (Theater)|szenarisch]] stellvertretend für das altägyptische Volk stand und zusätzlich als „Platz zuweisendes Zeichen“ für [[Analphabet]]en diente. Aus diesen Vermutungen entstand die Schlussfolgerung, dass überall dort, wo sich die Rechitsymbole befanden, das altägyptische Volk bei feierlichen Anlässen zugegen war und die Zeremonien begleitete.&amp;lt;ref&amp;gt;Kirsten Konrad: &amp;#039;&amp;#039;Architektur und Theologie: Pharaonische Tempelterminologie unter Berücksichtigung königsideologischer Aspekte&amp;#039;&amp;#039;. Harrassowitz, Wiesbaden 2006, ISBN 3-447-05436-0, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rechitbildelemente sind jedoch auch in solchen Räumlichkeiten zu sehen, zu denen nur die Priesterschaft Zugang hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S103&amp;quot;&amp;gt;Karin Stephan: &amp;#039;&amp;#039;Die Dekoration der „Chapelle Rouge“ in Karnak: Struktur und Funktion (Hochschulschrift, Magisterarbeit 2006)&amp;#039;&amp;#039;. Books on Demand, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8370-4840-7, S.&amp;amp;nbsp;103–104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kenneth Griffin konnte in einer eingehenden Studie frühere [[Interpretation]]en des komplexen Beziehungsgeflechts widerlegen und sieht es als wahrscheinlich an, dass die Rechitdarstellungen die ägyptische Bevölkerung als „kultunterstützendes [[Bühnenbild]]“ zeigen, das nicht direkt auf die jeweiligen Festakte bezogen war, sondern als „göttliches [[Ritus|Zustimmungsritual]]“ eingesetzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Kenneth Griffin: &amp;#039;&amp;#039;A re-interpretation of the use and function of the Rekhyt Rebus in New Kingdom temples&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt; Karin Stephan, die den Überlegungen Griffins zustimmt, sieht in der Rechit-Symbolik ergänzend eine [[Magie|magische]] Zeremonie, die vornehmlich der Gottheit Amun-Re galt und die „Wünsche der Untertanen“ für das „Wohlergehen Amun-Res“ ausdrücken soll.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S103&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hatschepsut ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Rechit-Hatschepsut2.JPG|mini|hochkant|Rechitdarstellung&amp;lt;br /&amp;gt;(Totentempel der Hatschepsut)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten erhaltenen Darstellungen des göttlichen Rechit-Symbols befinden sich im [[Totentempel der Hatschepsut]]. In der [[Vestibül|Eingangshalle]] der [[Rote Kapelle (Karnak)|roten Kapelle]] von [[Hatschepsut]] zieht sich über die gesamte Nordwand ein schmaler [[Fries|Dekorationsstreifen]] mit [[Rebus|Symbolen]] der Rechit, die unter anderem Hatschepsut als „ihre Herrin preisen“ sowie in gleicher Haltung in Richtung des [[Sanktuar]]s den „Götterkönig [[Amun-Re]]“ anbeten. Die weiteren Darstellungen der Rechit in der Eingangshalle werden hinsichtlich der Deutung in der [[Ägyptologie]] unterschiedlich ausgelegt. Einerseits werden die Rechit hier teilweise als [[Symbol]] für das „gesamte ägyptische Volk“ verstanden, andererseits spricht das [[Ornament|Dekorationsprogramm]] eher für die traditionelle Verbindung als „unterworfene Bewohner Unterägyptens“, wenn sich auf der Südwand die vermutete Darstellung der „Pat“ befunden haben sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Stephan: &amp;#039;&amp;#039;Die Dekoration der „Chapelle Rouge“ in Karnak: Struktur und Funktion (Hochschulschrift, Magisterarbeit 2006)&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;65.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der auf der nördlichen Seite der Ostwand erhaltene Rechit-[[Hymne|Hymnus]] an [[Amun]] war wahrscheinlich auf allen Querwänden der Eingangshalle vorhanden, da sich zwei noch erhaltene Texte ebenfalls im Sanktuar auf der Nord- und Südseite befinden:&amp;lt;ref&amp;gt;Franck Burgos, François Larché, [[Nicolas Grimal]]: &amp;#039;&amp;#039;La chapelle Rouge: Centre Franco-Égyptien d&amp;#039;Étude des Temples de Karnak, Vol. 1&amp;#039;&amp;#039;. Éd. Recherche sur les Civilisations, Paris 2006, ISBN 2-86538-300-8, S.&amp;amp;nbsp;198 und 202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Alles Leben, alle Dauer und alles Glück, alle Gesundheit und alle Freude; alle Länder und Fremdländer sind zu Füßen [[Amun]]s, Herr der Throne beider Länder, den alle Rechit preisen, denn sie leben (durch ihn) für eine Million von Millionen (von Jahren) für (alle) Ewigkeit.|Quelle=Eingangshalle Ostwand, Nordseite, Block 133 und Sanktuar Ostwand, Nordseite, Block 262|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Stephan: &amp;#039;&amp;#039;Die Dekoration der „Chapelle Rouge“ in Karnak: Struktur und Funktion (Hochschulschrift, Magisterarbeit 2006)&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;108.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Amenophis II. ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Ramses III Rechit.PNG|mini|hochkant|Rames III. als betender Rechit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Luxor Karnak-Tempel 2016-03-21 Große Säulenhalle 15.jpg|mini|hochkant|Ein Rechit verehrt die Königstitulatur von Pharao Ramses II.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Vorhof vom [[Chnum]]-Tempel in [[Elephantine]], den [[Amenophis II.]] dem [[Nil]]quellen- und [[Schöpfung]]sgott stiftete, befindet sich eine Inschrift, in der die Rechit erwähnt werden: „Er&amp;amp;nbsp;(Amenophis&amp;amp;nbsp;II.) errichtete diesen Tempel für seinen Vater Chnum, der in Elephantine wohnt. Die Festhalle wurde erbaut, damit alle Rechit-Menschen sehen, was er für Chnum getan habe“. Die Rechitdarstellungen befinden sich auch hier, wie zumeist bei den untersuchten [[Hypostyl|Säulenhallen]], nicht nur im Eingangsbereich, sondern auch in anderen inneren Räumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ramses III. ====&lt;br /&gt;
Im [[Totentempel]] von [[Ramses III.]], den er in [[Medinet Habu]] noch zu Lebzeiten errichtete, ist die auffälligste Rechit-Abbildung aller Tempel zu sehen. An der oberen Außenseite der Wand des [[Migdol]]-Eingangstores ließ sich Ramses III. als Rechit in betender Haltung darstellen; ergänzt mit den königlichen Insignien Nemes-Kopftuch und göttlichem Bart sowie Stier-Attribut und Königsschurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Augustus ====&lt;br /&gt;
[[Augustus]] ließ im [[Mammisi]] von [[Tempel von Philae|Philae]] eine Darstellung des [[Hor-pa-chered]] vor drei knienden Rechit-Menschen anbringen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Worte zu sprechen: Schweigt viermal und jubelt viermal, alle Rechit-Menschen, lasst uns kommen in Jubel, damit ihr den Sohn des [[Osiris]] (Hor-pa-chered) seht, indem er euer Herr und euer Fürst ist.|Quelle=Mammisi in Philae|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Sandra Sandri: &amp;#039;&amp;#039;Har-Pa-Chered (Harpokrates): Die Genese eines ägyptischen Götterkindes&amp;#039;&amp;#039;. Peeters, Leuven 2006, ISBN 90-429-1761-X, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste ägyptischer Götter]]&lt;br /&gt;
* [[Henmemet]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Elmar Edel]]: &amp;#039;&amp;#039;Zu den Inschriften auf den Jahreszeitenreliefs der „Weltkammer“ aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre, Teil 2.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 5. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1964, S.&amp;amp;nbsp;111–115.&lt;br /&gt;
* [[Christian Leitz]] u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen]].&amp;#039;&amp;#039; (LGG) Band 6. Peeters, Leuven 2002, ISBN 90-429-1151-4, S.&amp;amp;nbsp;710.&lt;br /&gt;
* Lanny Bell: &amp;#039;&amp;#039;The New-Kingdom Divine Temple&amp;#039;&amp;#039; In: Byron Esely Shafer: &amp;#039;&amp;#039;Temples of ancient Egypt&amp;#039;&amp;#039;. Tauris, London 1998, ISBN 1-86064-232-2, S.&amp;amp;nbsp;127–184.&lt;br /&gt;
* Kenneth Griffin: &amp;#039;&amp;#039;Images of the Rekhyt from Ancient Egypt.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ancient Egypt.&amp;#039;&amp;#039; Oktober / November 2006, Band 7, Nr. 2, S.&amp;amp;nbsp;45–50 ([https://www.academia.edu/2179438/Images_of_the_rekhyt_from_ancient_Egypt Volltext online]).&lt;br /&gt;
* Kenneth Griffin: &amp;#039;&amp;#039;A re-interpretation of the use and function of the Rekhyt Rebus in New Kingdom temples.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Current research in Egyptology.&amp;#039;&amp;#039; Brill, Leiden 2007, S.&amp;amp;nbsp;66–84.&lt;br /&gt;
* Patrick F. Houlihan, Steven M. Goodman: &amp;#039;&amp;#039;The birds of ancient Egypt.&amp;#039;&amp;#039; Aris &amp;amp; Phillips, Warminster 1986, ISBN 0-85668-283-7, S.&amp;amp;nbsp;93–96.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.catchpenny.org/thoth/Palermo/palermo3.htm Palermostein: Erwähnung im 31. Jahr unter König Den (untere Reihe, viertes Fenster von links)]&lt;br /&gt;
* [http://www.waseda.jp/prj-egypt/sites/KMB/KMB04-E.html Rechit-Darstellung im Tempel von Kom Ombo]&lt;br /&gt;
* [http://xoomer.virgilio.it/francescoraf/hesyra/palettes/plover.htm xoomer: Darstellung der Plover palette]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Altägypten)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische afrikanische Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ägyptische Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neunbogenvölker]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wdwdbot</name></author>
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