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	<title>Rechen-August - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T10:45:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rechen-August&amp;diff=1509240&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Brischniak: Einige Rechtschreibfehler korrigiert.</title>
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		<updated>2025-04-05T20:39:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Einige Rechtschreibfehler korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Braunschweiger Originale.JPG|mini|Braunschweiger Originale (v.&amp;amp;nbsp;l.&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;r.): Rechen-August, [[Deutscher Hermann]], [[Tee-Onkel]] und [[Harfen-Agnes]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Braunschweig Harfen-Agnes mit Rechen-August.JPG|mini|Türgriff am [[Braunschweiger Rathaus]]. Er zeigt Harfen-Agnes (links) und Rechen-August (rechts).]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechen-August&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, mit bürgerlichem Namen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;August&amp;#039;&amp;#039; Louis Martin Ernst Tischer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Karlwalther Rohmann: &amp;#039;&amp;#039;Begegnungen in Braunschweigs Mauern&amp;#039;&amp;#039;. Braunschweig 1980, S. 131&amp;lt;/ref&amp;gt; (* [[8. August]] [[1882]] in [[Braunschweig]]; †&amp;amp;nbsp;[[13.&amp;amp;nbsp;Juni]] [[1928]] ebenda), war eines von mehreren [[Stadtoriginal]]en in Braunschweig zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er war fähig, als [[Rechenkünstler]] komplizierte Rechenaufgaben in Sekundenschnelle im Kopf zu lösen, und gewann mit dieser [[Inselbegabung]] kurzzeitig überregionale Bekanntheit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Starke49&amp;quot;&amp;gt;Günter K. P. Starke: &amp;#039;&amp;#039;Mensch, sei helle. Braunschweiger Originale, wer sie waren, und wie sie lebten …&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1987, S. 49&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
August Tischer war der Sohn von Caroline Friedrieke Tischer, geb. Steinhof und des Lokomotivheizers Carl Heinrich Wilhelm Tischer. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und musste nach dem Tod des Vaters deshalb seiner Mutter helfen, den Lebensunterhalt für beide zu verdienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mathematische Begabung ===&lt;br /&gt;
Schon in der Schule Sophienstraße fiel Tischer dadurch auf, dass er acht- bis zehnstellige Zahlen mühelos und äußerst schnell im Kopf dividieren und multiplizieren konnte, und war deshalb, was das Rechnen anbetraf, in Braunschweig bald als „[[Wunderkind]]“ bekannt, ohne dass er seine mathematischen Fähigkeiten selbst erklären konnte. Im Gegensatz dazu waren seine schulischen Leistungen in anderen Fächern durchweg unterdurchschnittlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Günter K. P. Starke: &amp;#039;&amp;#039;Mensch, sei helle. Braunschweiger Originale, wer sie waren, und wie sie lebten …&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1987, S. 47f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem er die Schule verlassen hatte, begann er eine [[Schlosserei|Schlosserlehre]], die er jedoch abbrach.&amp;lt;ref&amp;gt;Karlwalther Rohmann: &amp;#039;&amp;#039;Begegnungen in Braunschweigs Mauern&amp;#039;&amp;#039;. Braunschweig 1980, S. 132&amp;lt;/ref&amp;gt; Tischer konzentrierte sich mehr und mehr auf das Lösen komplizierter Rechenaufgaben, das ihn so in Anspruch nahm, dass er darüber alles andere scheinbar vergaß und für Außenstehende wie geistig abwesend wirkte.&amp;lt;ref&amp;gt;Günter K. P. Starke: &amp;#039;&amp;#039;Mensch, sei helle. Braunschweiger Originale, wer sie waren, und wie sie lebten …&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1987, S. 48&amp;lt;/ref&amp;gt; So musste er sein Leben mit Gelegenheitsarbeiten fristen. Eine bestand darin, dass er aufgrund seiner bekannten Rechenkünste und Zuverlässigkeit für verschiedene Braunschweiger Viehhändler [[Tiertransport]]e nach Süddeutschland übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines phänomenalen Zahlengedächtnisses und seiner Rechenkünste wurde ihm um 1910&amp;lt;ref&amp;gt;Karlwalther Rohmann: &amp;#039;&amp;#039;Begegnungen in Braunschweigs Mauern&amp;#039;&amp;#039;. Braunschweig 1980, S. 134&amp;lt;/ref&amp;gt; angeboten, in [[Varieté]]s in ganz Deutschland aufzutreten, was er anfänglich auch mit großem Erfolg tat. Als „Rechen-August“, Markenzeichen: schwarzer [[Gehrock]], weißer Binder, verbeulter Zylinder und eine weiße [[Chrysanthemen|Chrysantheme]] im Knopfloch, hielt sich der große, schlanke Mann in zahlreichen Großstädten mehr oder weniger lange auf und führte seine erstaunlichen Rechenkunststücke vor, so z.&amp;amp;nbsp;B. in Hamburg, wo er einen Monat lang in verschiedenen Häusern auftrat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Starke49&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da er aber nie ein festes [[Engagement (Theater)|Engagement]] bekam und aufgrund seiner Gutgläubigkeit mehrfach um seine [[Honorar|Gage]] betrogen wurde, kehrte er schließlich in seine Heimatstadt zurück, wo er wieder von Lokal zu Lokal zog und für Geld von den Gästen gestellte Rechenaufgaben löste. Mittlerweile überregional populär geworden, trat er auch zusammen mit „[[Harfen-Agnes]]“, einem anderen Braunschweiger Original der Jahrhundertwende, in Braunschweig auf&amp;lt;ref&amp;gt;Günter K. P. Starke: &amp;#039;&amp;#039;Mensch, sei helle. Braunschweiger Originale, wer sie waren, und wie sie lebten …&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1987, S. 50&amp;lt;/ref&amp;gt; und gab Autogramme auf Postkarten mit seinem Bildnis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rohmann135&amp;quot;&amp;gt;Karlwalther Rohmann: &amp;#039;&amp;#039;Begegnungen in Braunschweigs Mauern&amp;#039;&amp;#039;. Braunschweig 1980, S. 135&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Objekt wissenschaftlicher Untersuchungen ===&lt;br /&gt;
Seine „Kunst“ hatte Tischer in der Zwischenzeit so weit verfeinert, dass er auch fähig war, zu Geburts- oder Hochzeitstagen die exakten Wochentage zu nennen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Starke53&amp;quot;&amp;gt;Günter K. P. Starke: &amp;#039;&amp;#039;Mensch, sei helle. Braunschweiger Originale, wer sie waren, und wie sie lebten …&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1987, S. 53&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Jahren vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurde er deshalb mehrfach von Wissenschaftlern getestet, die versuchten, entweder seinen –&amp;amp;nbsp;wie sie vermuteten&amp;amp;nbsp;– „Tricks“ auf die Schliche zu kommen oder aber das Geheimnis seiner Rechenkünste zu ergründen. Diese Untersuchungen verliefen jedoch allesamt ergebnislos.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Starke53&amp;quot; /&amp;gt; Auch der [[Lehrstuhl|Ordinarius]] für Mathematik der [[Technische Universität Braunschweig|Technischen Hochschule Braunschweig]], der sich öfters mit Tischer über dessen Fähigkeiten unterhielt, versuchte die Ursachen der einseitigen Begabung zu ergründen, konnte aber schließlich nur feststellen, dass diese „auf Kosten der seelischen Harmonie“ gingen.&amp;lt;ref&amp;gt;Günter K. P. Starke: &amp;#039;&amp;#039;Mensch, sei helle. Braunschweiger Originale, wer sie waren, und wie sie lebten …&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1987, S. 54f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Letzte Jahre und Tod ===&lt;br /&gt;
Mit Ausbruch und Fortdauer des Krieges verschlechterte sich Tischers Lebenssituation rapide. Weil die Menschen in diesen unsicheren Zeiten ihr Geld stärker zusammenhielten, verdiente er immer weniger, gleichzeitig verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und seine Rechenkünste schwanden. Es geschah des Öfteren, dass sich „Rechen-August“ verrechnete, ein Umstand, der ihm psychisch sehr zusetzte. Schließlich starb er im Städtischen Krankenhaus an „[[Tuberkulose|Lungenschwindsucht]]“ und wurde auf dem [[Hauptfriedhof Braunschweig|Braunschweiger Hauptfriedhof]] beigesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rohmann135&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Obduktion]] wurde festgestellt, dass Tischers Gehirn mit 1.690 Gramm fast 400 Gramm schwerer als ein „normales“ war.&amp;lt;ref&amp;gt;Günter K. P. Starke: &amp;#039;&amp;#039;Mensch, sei helle. Braunschweiger Originale, wer sie waren, und wie sie lebten …&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1987, S. 57&amp;lt;/ref&amp;gt; Das für die [[Pathologie]] konservierte Gehirn wurde beim [[Bombenangriff auf Braunschweig am 15. Oktober 1944|Bombenangriff am 15. Oktober 1944]] zerstört.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rohmann135&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachleben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Braunschweig Schoduvel 2011.JPG|miniatur|[[Schoduvel]] 2011: Ein Wagen auf dem [[Altstadtmarkt (Braunschweig)|Altstadtmarkt]] (im Hintergrund das [[Altstadtrathaus (Braunschweig)|Altstadtrathaus]]) mit den vier bekanntesten Braunschweiger [[Stadtoriginal]]en: (v.&amp;amp;nbsp;l.&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;r.) Rechen-August, Deutscher Hermann, Harfen-Agnes und der Tee-Onkel.]]&lt;br /&gt;
Rechen-August zählt zusammen mit [[Harfen-Agnes]], [[Deutscher Hermann|Deutschem Hermann]] und [[Tee-Onkel]] zu den –&amp;amp;nbsp;auch heute noch&amp;amp;nbsp;– bekanntesten Originalen der Stadt Braunschweig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Rosemarie Henning: &amp;#039;&amp;#039;Tischer, August.&amp;#039;&amp;#039; In: {{BibISBN|3775258388|Seite=611}}&lt;br /&gt;
* Hartmut Nickel: &amp;#039;&amp;#039;Rechen-August.&amp;#039;&amp;#039; In: {{BibISBN|3926701145|Seite=189}}&lt;br /&gt;
* Karlwalther Rohmann: &amp;#039;&amp;#039;Begegnungen in Braunschweigs Mauern.&amp;#039;&amp;#039; H. Oeding, Braunschweig 1979, ISBN 3-87597-001-2.&lt;br /&gt;
* Willi Rosenthal: &amp;#039;&amp;#039;Rechenaugust.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Braunschweiger Allerlei. Bunte Bilder aus dem alten und dem neuen Braunschweig.&amp;#039;&amp;#039; H. Rieke &amp;amp; Co., Braunschweig 1929, S. 39–40.&lt;br /&gt;
* Günter K. P. Starke: &amp;#039;&amp;#039;Mensch, sei helle … Braunschweiger Originale, wer sie waren, und wie sie lebten …&amp;#039;&amp;#039; H. Meyer, Braunschweig 1987, ISBN 3-926701-00-5.&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/1997/37/planet37.txt.19970905.xml &amp;#039;&amp;#039;Planet Speersort: Benedikt Erenz über Herzensschauer&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 37/1997&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1035124289|VIAF=303314856}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:RechenAugust}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Künstler (Braunschweig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtoriginal (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kopfrechner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1882]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1928]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Rechen-August&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Tischer, August&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Rechenkünstler und Braunschweiger Stadtoriginal&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=8. August 1882&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Braunschweig]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=13. Juni 1928&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Braunschweig]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Brischniak</name></author>
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