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	<title>Realpolitik - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Realpolitik&amp;diff=71251&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas-2801: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert</title>
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		<updated>2025-08-08T19:49:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Belege fehlen|Es ist nicht erkennbar, inwiefern die meisten Abschnitte belegt werden. -- [[Benutzer:Merkið|Merkið]] ([[Benutzer Diskussion:Merkið|Diskussion]]) 16:42, 14. Jan. 2020 (CET)}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Realpolitik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; orientiert sich eng an den als [[Realität|real]] anerkannten Bedingungen und Möglichkeiten. Sie ist auf das rasche Treffen von [[Entscheidung]]en gerichtet. Abzugrenzen ist sie von eher [[Wertvorstellung|werteorientierten]] Ansätzen, die sich auch auf die [[Politische Theorie#Politische Ideengeschichte|politische Ideengeschichte]] beziehen. Ein wichtiges Wesensmerkmal der Realpolitik ist daher die Grundannahme, Werte und darauf basierende Mittel seien letztlich immer verhandelbar und dispositiv, wenn ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll. Seit dem 20. Jahrhundert korrespondiert realpolitisches Handeln mit dem Begriff der [[Verantwortungsethik]], wie er von [[Max Weber]] in seinem Vortrag [[Politik als Beruf]] geprägt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff fand als [[Lehnwort]] Eingang in den spanischen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lavanguardia.com/politica/20220331/8165367/realpolitik-sanchez-choca-clamor-congreso-sahara.html &amp;#039;&amp;#039;La ‘realpolitik’ de Sánchez choca con el clamor del Congreso por el Sáhara&amp;#039;&amp;#039;], lavanguardia.com, 31. März 2022&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Englische Sprache|englischen]] Wortschatz. Er wird vor allem in US-Medien und in der dortigen politischen Wissenschaft benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Als bedeutendster Verfechter einer Realpolitik, die sich nicht an religiösen oder ethischen Erwägungen orientiert, gilt [[Niccolò Machiavelli]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde der Begriff der Realpolitik durch [[August Ludwig von Rochau]] nach der gescheiterten [[Deutsche Revolution 1848/1849|Revolution von 1848]] in die politische Diskussion eingeführt. Er publizierte 1853 seine Streitschrift „Grundsätze der Realpolitik“, eine Neuauflage und ein zweiter Band folgten 1859 und 1868. „Realpolitik“ wurde über mehrere Jahrzehnte zum Schlagwort für die Neuorientierung der liberalen Politik im Sinne des [[Nationalliberalismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch seinen historischen Inhalt erhielt der Begriff „Realpolitik“ erstmals in den 1850er Jahren. Als das konservative [[Österreich]] sich bei Ausbruch des [[Krimkrieg]]es 1853 nicht, wie erwartet wurde, auf Seiten seines alten Verbündeten [[Russland]] stellte, sondern neutral blieb und nachmals sogar dem Bündnis zwischen den beiden „fortschrittlichen“ Mächten [[Frankreich]] und [[England]] beitrat, bedeutete dies das Ende der [[Heilige Allianz|Heiligen Allianz]] von 1814, welche die drei konservativen Großmächte Russland, Österreich und [[Preußen]] auf Grundlage gemeinsamer christlich-gegenrevolutionärer Ideen und mit dem Anspruch dauerhafter gegenseitiger Treue geschlossen hatten. Der [[Pariser Frieden (1856)|Pariser Friede]] von 1856 markierte mit dem Ende des Krimkrieges somit den Beginn einer neuen, von rein [[nationalstaat]]lichen Interessen bestimmten, eben „realistischen“ Phase europäischer Großmachtpolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Otto von Bismarck]] setzte den Begriff im [[Deutscher Krieg|Deutschen Krieg]] von 1866 in praktische Politik um. Damals ging Preußen mit dem revolutionären [[Italien]] ein Militärbündnis ein und besiegte Österreich, eigentlich Preußens konservative „Brudermacht“, und die mit ihm verbündeten deutschen Staaten. Im Anschluss an den Sieg Preußens annektierte Bismarck mit dem [[Königreich Hannover]], dem [[Kurfürstentum Hessen]] und dem [[Herzogtum Nassau]] drei souveräne monarchische Staaten und setzte deren Regenten ab: ein eklatanter Verstoß gegen das Prinzip des monarchischen [[Legitimismus]], das eigentlich zum Grundbestand des politischen Konservatismus gehörte und das bis dahin auch Bismarck vertreten hatte. Eine Vorwegnahme dieses „realpolitischen“, also an der nationalstaatlichen Zweckmäßigkeit orientierten Handelns ist in seinem Vorgehen im [[Deutsch-Dänischer Krieg|Deutsch-Dänischen Krieg]] 1864 zu sehen, als Bismarck die Territorialhoheit des [[Christian IX.|Königs von Dänemark]] über die Herzogtümer Schleswig und Holstein beseitigte, andererseits aber auch die Ansprüche des [[Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein|Herzogs von Augustenburg]] zurückwies, der nach dynastischen Gesichtspunkten seit dem dänischen Thronwechsel von 1863 eigentlich zur schleswig-holsteinischen Erbfolge berechtigt gewesen wäre und sich von Preußen und dem mit ihm verbündeten Österreich die Unterstützung seines legitimen Anspruchs erhofft hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber Österreich setzte Bismarck wiederum bei [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|König Wilhelm I.]] den Verzicht auf Gebietsabtretungen und Entschädigungen durch, womit er sich die Option schuf, 1870/1871 gegen Frankreich Krieg zu führen und dabei Österreich neutral zu halten. Gegenüber König Wilhelm I. sagte er: „Wir haben nicht eines Richteramtes zu walten, sondern deutsche Politik zu treiben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff steht in engem Zusammenhang mit [[Geopolitik|geopolitisch]] und nationalstaatlich ausgerichteten Politikformen, wie sie für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts typisch sind (Koalitionenpolitik des [[Deutsches Reich|Deutschen Reiches]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tucholsky definiert Realpolitik als eine Politik „bar jeden Verständnisses für den Willen, der über die Tagesinteressen hinausgehen will“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kurt Tucholsky]]: &amp;#039;&amp;#039;Wir Negativen&amp;#039;&amp;#039; ([https://tucholsky-gesellschaft.de/1919/03/13/kurt-tucholsky-wir-negativen/ tucholsky-gesellschaft.de]) abgerufen am 5. Dezember 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im US-amerikanischen Kontext wird vor allem die Außenpolitik der [[Richard Nixon|Nixon]]-Regierung als Beispiel für Realpolitik betrachtet. Die Politik, die vor allem von Nixons Sicherheitsberater [[Henry Kissinger]] formuliert wurde, hatte zum Ziel, mit primär diplomatischen Mitteln die Handlungsspielräume der USA, vor allem gegenüber der kommunistischen Welt, zu erweitern und die internationalen Beziehungen zu stabilisieren. Kissingers Konzept der [[Entspannungspolitik|Entspannung]] (&amp;#039;&amp;#039;Détente&amp;#039;&amp;#039;) wurde dabei wesentlich vom Vorbild der klassischen europäischen Diplomatie zu Zeiten des [[Wiener Kongress]]es beeinflusst.&amp;lt;ref&amp;gt;Randall Bennett Woods: &amp;#039;&amp;#039;Quest for Identity: America since 1945.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 2005, ISBN 978-0-521-84065-1, S. 281&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Literatur wird unter anderem auf die aus [[Demokratietheorie|demokratietheoretischer]] Perspektive problematische Bindung der Realpolitik an [[Demokratie|demokratische]] Mitentscheidung hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Wehberg: &amp;#039;&amp;#039;Realpolitik und Friedensbewegung.&amp;#039;&amp;#039; Die Friedens-Warte, Vol. 14, No. 7 (Juli 1912), S. 246–249.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwar zielt Realpolitik wie andere Formen auf öffentliche Zustimmung. Eine langfristig orientierte Politik leitet sich jedoch nicht zwangsläufig aus der schnell wechselnden öffentlichen Zustimmung ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rosa Luxemburg]] prägte dagegen im Nachgang des [[Revisionismusstreit|Revisionismusstreits]] 1903 den Begriff der „[[Revolution|revolutionären]] Realpolitik“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Michael Brie]], [[Mario Candeias]] |url=https://zeitschrift-luxemburg.de/abc/revolutionaere-realpolitik/ |titel=Revolutionäre Realpolitik |werk=[[Luxemburg (Zeitschrift)|Luxemburg]] |sprache=de |abruf=2025-04-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; der inzwischen als Umschreibung ihres ineinander übergehenden Verständnisses von [[Reformismus]] und Revolution interpretiert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Mario Candeias]] |Titel=Revolutionäre Realpolitik |Hrsg=[[Ulrich Brand (Politikwissenschaftler)|Ulrich Brand]] et al. |Sammelwerk=ABC der Alternativen 2.0 |Verlag=[[VSA: Verlag]] |Ort=Berlin / Hamburg |Datum=2012 |ISBN=978-3-89965-500-1 |Seiten=252/253 |Online=https://www.vsa-verlag.de/uploads/media/VSA_ABC-der-Alternativen-20.pdf |Format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Realismus (Internationale Beziehungen)]]&lt;br /&gt;
* [[Realo]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[August Ludwig von Rochau]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundsätze der Realpolitik.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben und eingeleitet von [[Hans-Ulrich Wehler]]. Ullstein, Frankfurt/Berlin/Wien 1972, ISBN 3-548-02915-9.&lt;br /&gt;
* [[Max Weber]]: &amp;#039;&amp;#039;Politik als Beruf.&amp;#039;&amp;#039; Vortragsmitschrift mit Nachwort von [[Ralf Dahrendorf]]. Reclam, Stuttgart 1992, ISBN 3-15-008833-X.&lt;br /&gt;
* John Bew: &amp;#039;&amp;#039;Realpolitik: A History.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4177147-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diplomatie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideengeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Otto von Bismarck]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas-2801</name></author>
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