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	<title>Ravenstein - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ravenstein&amp;diff=164724&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lunatic Fringe: Angebliche Dialektbezeichnung &quot;Grågstee&quot; entfernt, da in dieser Form im Dialekt nicht üblich.</title>
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		<updated>2026-01-31T15:22:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Angebliche Dialektbezeichnung &amp;quot;Grågstee&amp;quot; entfernt, da in dieser Form im Dialekt nicht üblich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die Stadt Ravenstein im fränkischen Bauland. Für weitere Bedeutungen siehe [[Ravenstein (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Gemeinde in Deutschland&lt;br /&gt;
| Art              = Stadt&lt;br /&gt;
| Wappen           = Wappen Ravenstein.svg&lt;br /&gt;
| Breitengrad      = 49/24/04/N&lt;br /&gt;
| Längengrad      = 09/30/28/E&lt;br /&gt;
| Lageplan         = Ravenstein in MOS.svg&lt;br /&gt;
| Bundesland       = Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
| Regierungsbezirk = Karlsruhe&lt;br /&gt;
| Landkreis        = Neckar-Odenwald-Kreis&lt;br /&gt;
| Höhe            = 286&lt;br /&gt;
| PLZ              = 74747&lt;br /&gt;
| Vorwahl          = 06297&lt;br /&gt;
| Gemeindeschlüssel = 08225114&lt;br /&gt;
| Gliederung       = 6 Stadtteile&lt;br /&gt;
| Straße          = Lindenstraße 4&lt;br /&gt;
| Website          = [http://www.ravenstein.de/ www.ravenstein.de]&lt;br /&gt;
| Bürgermeister   = Ralf Killian&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Merchingen-2015-3.JPG|mini|Blick auf Merchingen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ballenberg-2015-004.JPG|mini|Blick auf Ballenberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ravenstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Franken (Region)|fränkische]] [[kreisangehörige Stadt]] in [[Baden-Württemberg]] am Ostrand des [[Neckar-Odenwald-Kreis]]es im Nordosten von Baden-Württemberg. Sie gehört zur europäischen [[Metropolregion Rhein-Neckar]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
=== Geographische Lage ===&lt;br /&gt;
Die Gemarkung liegt im [[Bauland (Landschaft)|Bauland]] und ist zu etwa 28 Prozent bewaldet. Alle Ortsteile liegen an Bächen, die zur [[Jagst]] hin fließen: Hüngheim und Merchingen an der [[Kessach]], Erlenbach am [[Erlenbach (Jagst, Bieringen)|Erlenbach]] und Ober- und Unterwittstadt sowie Ballenberg an dessen großem Mittellauf-Zufluss [[Hasselbach (Erlenbach)|Hasselbach]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stadtgliederung ===&lt;br /&gt;
Die Stadt Ravenstein besteht aus der ehemaligen Stadt Ballenberg, dem Markt Merchingen und den Gemeinden Erlenbach, Hüngheim, [[Oberwittstadt]] und Unterwittstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu Ballenberg gehört die Stadt Ballenberg.&lt;br /&gt;
* Zu Erlenbach gehört das Dorf Erlenbach.&lt;br /&gt;
* Zu Hüngheim gehört das Dorf Hüngheim.&lt;br /&gt;
* Zu Merchingen gehören das Dorf Merchingen, das Gehöft Dörnishof und das Haus Untere Mühle.&lt;br /&gt;
* Zu Oberwittstadt gehören das Dorf Oberwittstadt, der Weiler Schollhof und das Haus Heckmühle.&lt;br /&gt;
* Zu Unterwittstadt gehört das Dorf Unterwittstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gebiet der ehemaligen Stadt Ballenberg liegen die [[Wüstung]]en Mutzenbrunn und Wellendorf, im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Erlenbach die Wüstungen Johanneskirchlein und Obererlenbach, im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hüngheim liegt die Wüstung Hof Hohenschwarz, im Gebiet der ehemaligen Marktgemeinde Merchingen liegen die Wüstungen Bensenweiler und Wolfhausen und im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Oberwittstadt liegen die Wüstungen Höringen und Nebenhausen, auf die jeweils nur ein [[Flurname]] hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Regierungsbezirk Karlsruhe&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden.&amp;#039;&amp;#039; Band V). Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2, S. 314–316.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachbargemeinden ===&lt;br /&gt;
An Ravenstein grenzen (im Uhrzeigersinn) im Norden die Gemeinde [[Ahorn (Baden)|Ahorn]] und die Kleinstadt [[Boxberg (Baden)|Boxberg]], beide im [[Main-Tauber-Kreis]]; im Osten die Kleinstadt [[Krautheim]] und im Süden die Gemeinde [[Schöntal]], beide im [[Hohenlohekreis]]; im Westen die Kleinstädte [[Adelsheim]] und [[Osterburken]] sowie die Gemeinde [[Rosenberg (Baden)|Rosenberg]], alle im [[Neckar-Odenwald-Kreis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Herrschaft über Hüngheim und Merchingen&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Schröcker (Bearb.), Statistik des Hochstifts Würzburg um 1700, 1977, S. 26–30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Würzburger Hof- und Staatskalender, 1801, S. 111–114&amp;lt;/ref&amp;gt; hatten die [[Hochstift Würzburg|Würzburger Fürstbischöfe]] inne, die ab 1657 mit dem Aussterben derer von [[Aschhausen (Adelsgeschlecht)|Aschhausen]] im Mannesstamm das Heimfallrecht des Mannlehens nutzten, um Merchingen ganz und Hüngheim teilweise an die [[Berlichingen (Adelsgeschlecht)|Berlichinger]] zu entlehnen. Die Stadtteile Ballenberg, Erlenbach, Ober- und Unterwittstadt gehörten bis 1802 zum Territorium des Erzstifts Mainz/[[Kurmainz]]. Diese letztgenannten Stadtteile waren Teil des [[Kurrheinischer Reichskreis|kurrheinischen Reichskreises]]. Merchingen lag sowohl im [[Fränkischer Ritterkreis|fränkischen Ritterkreis]], zunächst über die von [[Aschhausen (Adelsgeschlecht)|Aschhausen]] und ab 1657 über die [[Berlichingen (Adelsgeschlecht)|Berlichinger]], wie auch im [[Fränkischer Reichskreis|fränkischen Reichskreis]] über das [[Hochstift Würzburg]]. Hüngheim lag auch im [[Fränkischer Reichskreis|fränkischen Reichskreis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Stadtteile fielen 1806 mit Ausnahme Merchingens rechtmäßig an das [[Großherzogtum Baden]] und wurden mit diesem ab 1871 Teil des [[Deutsches Reich|Deutschen Reichs]]. Nach dessen Zusammenbruch gehörten die Orte bis 1945 zur [[Republik Baden]] in der so genannten [[Weimarer Republik]] und waren anschließend Teil des [[NS-Staat]]es. Von 1945 bis 1952 war das Gebiet Bestandteil des Landes [[Württemberg-Baden]] in der [[Amerikanische Besatzungszone|Amerikanischen Besatzungszone]], das 1952 Teil des Bundeslandes [[Baden-Württemberg]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Kommunalen Gebietsreform wurde zunächst eine Gemeinde Ravenstein zum 1. Dezember 1971 aus der zuvor selbständigen Stadt Ballenberg und der Marktgemeinde Merchingen sowie den Gemeinden Erlenbach, Hüngheim, Oberwittstadt und Unterwittstadt gebildet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BibISBN|3-17-003263-1|Seite=474}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensgeber ist das in Ballenberg gelegene Gelände &amp;#039;&amp;#039;Rabenstein.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.ravenstein.de/servlet/PB/menu/1172769/index.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Ballenberg. Von daher rührt auch der fränkische Name Ravensteins, denn Gragg ist der Rabe und Stee der Stein. Stadtrechtsverleihung im Jahr 1306.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20091203211511}} auf ravenstein.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Stadtrechtsverleihung vom 1. April 1974 wurde Ravenstein eine Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merchingen ===&lt;br /&gt;
Der im mainfränkischen Ortsdialekt als „Marchene“ bezeichnete Ortsname &amp;#039;&amp;#039;Merchingen&amp;#039;&amp;#039; beruht vermutlich auf einer alemannischen Siedlung vor 500 n. Chr. Im Zuge der [[Schlacht von Zülpich]]. 496 n. Chr. begann die [[fränkische Landnahme]] im heutigen Norden Baden-Württembergs und Unterfrankens, d.&amp;amp;nbsp;h. die Kolonialisierung durch fränkische Siedler und Vertreibung der [[Alamannen]] aus der Gegend, die bis dato bis zum Main siedelten. Der nunmehrig fränkische Ort&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://vb.uni-wuerzburg.de/ub/52rp323a_137873007/pages/52rp323a3_137873827/272.html |titel=Virtuelle Bibliothek Würzburg |abruf=2023-06-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; war vermutlich Ausgangsort weiterer fränkischer Siedlungsgründungen in der Gegend, um die neuen fränkischen Territorien zu sichern. Charakteristisch für die fränkische Landnahme ist die Entstehung von Siedlungen mit den Grundwörtern &amp;#039;&amp;#039;[[-heim]], [[-hausen]]/-husen, [[-rod]], [[-ingen]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[-weiler]]/-wiler&amp;#039;&amp;#039;. Nach 780 n. Chr. ist keine Neugründung mit dieser Endung mehr nachzuweisen. Die älteren Formen &amp;#039;&amp;#039;-husen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;-wiler&amp;#039;&amp;#039; entwickelten sich im Spätmittelalter in Gebieten mit [[Neuhochdeutsche Diphthongierung|Neuhochdeutscher Diphthongierung]] zu den jüngeren Formen &amp;#039;&amp;#039;-hausen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;-weiler&amp;#039;&amp;#039;. Hier ist auf die alten Merchinger Wüstungen „Bensenweiler“ und „Wolfhausen“ zu verweisen, die vermutlich rasch bis 780 n. Chr. gegründet wurden. Im Vertrag von Verdun 843 n. Chr. wurde der Ort, wie die übrigen Stadtteile Ravensteins auch, Teil des [[Ostfrankenreich]]s. Mit der Aufteilung des [[Herzogtum Franken|Herzogtums Franken]] ab 939 n. Chr. wurden Merchingen und die übrigen Stadtteile Teil des &amp;#039;&amp;#039;ducatus franconiae orientalis&amp;#039;&amp;#039;, also des [[Ostfranken und Westfranken|Herzogtums Ostfranken]]. Mit dem Tod des letzten salischen Herrschers über das Herzogtum Ostfranken [[Heinrich V. (HRR)|(Heinrich V.]]) im Jahr 1125 begann sich dieses Herzogtum mangels Erbe aufzulösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1168 ging ganz Ravenstein an die Bischöfe von Würzburg, die zugleich Herzöge von Franken waren. Deshalb werden in ganz Ravenstein bis heute andauernd [[Ostfränkische Dialekte|ostfränkische]] Dialekte gesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://escience-center.uni-tuebingen.de/escience/sprachatlas/index.html#8/48.674/8.989 |titel=Sprachatlas BW |abruf=2023-06-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Merchingen wird jedoch aufgrund der über 600-jährigen politischen Zugehörigkeit zum [[Hochstift Würzburg]] ein mainfränkischer Dialekt gesprochen, obwohl in der Umgebung keine mainfränkischen Dialekte, mit Ausnahme des [[taubergründisch]]en, gesprochen werden. 1188 wird ein &amp;#039;&amp;#039;[[allodium]] (dt.: [[Eigengut|allod = Eigengut]]) in Merchingen&amp;#039;&amp;#039; in einem Vertrag zwischen Kaiser [[Friedrich I. (HRR)|Friedrich I. Barbarossa]] und König [[Alfons VIII.|Alfons VIII. von Kastilien]], in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn [[Konrad II. (Schwaben)|Konrad]] und Alfons Tochter [[Berenguela von Kastilien|Berengaria]] vereinbart wurde, erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Wanner: &amp;#039;&amp;#039;Der staufisch-kastilische Ehepakt des Jahres 1188. Erkenntnisse aus Anlass einiger &amp;quot;kleiner&amp;quot; Stadtteils- und Gemeindejubiläen 2013.&amp;#039;&amp;#039; In: Christhard Schrenk/Peter Wanner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;heilbronnica 6. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Heilbronn 2016, S. 453–460, hier: S. 458–459. [https://stadtarchiv.heilbronn.de/fileadmin/daten/stadtarchiv/online-publikationen/heilbronnica6/online-publikationen-31-qf22-13-wanner-ehepakt-1188.pdf PDF] 366 kB.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist die erste urkundliche Erwähnung von Merchingen. Das Eigengut gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur [[Morgengabe]] der Braut, welche jedoch nie umgesetzt wurde und wodurch das Allod würzburgisch blieb. Unter dem Würzburger Fürstbischof [[Manegold von Neuenburg]] wurde 1303 der Ort an die [[Aschhausen (Adelsgeschlecht)|Herren von Aschhausen]] entlehnt. Damit gab es den ersten fränkischen Ortsadel, wodurch die Mitgliedschaft des Ortes im Kanton Odenwald des [[Fränkischer Ritterkreis|Fränkischen Ritterkreises]] begründet wurde. 1570 wird auf Antrag von Johann Erasmus von Aschhausen das Marktrecht für Pfingstdienstag verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem bereits unter dem Würzburger Fürstbischof [[Julius Echter von Mespelbrunn]] eine rigide Rekatholisierung im Ort stattfand, wurde dies unter seinem Nachfolger [[Johann Gottfried von Aschhausen]] fortgeführt, der ab Oktober 1617 zugleich Fürstbischof von [[Hochstift Würzburg|Würzburg]] und [[Hochstift Bamberg|Bamberg]] war. Schließlich war dieser auch sein eigener Lehnsherr und musste „dahemm“ für Ordnung sorgen. Merchingen wurde im Zuge der gegenreformatorischen Bestrebungen Teil der [[Bildstocklandschaft Franken]], wovon heute noch das Gewann westlich des „Kirchgrunds“ mit dem Namen „Emes“ zeugt; es ist nach dem mainfränkischen Bildhauer und Bildstockmeister [[Julius Emes]] benannt, weil sich dort mindestens ein Bildstock von diesem befand. Im Zuge des Aussterbens des fränkischen Rittergeschlechts der Aschhausen im Jahr 1657 fiel Merchingen als [[Mannlehen]] an das Hochstift Würzburg zurück. Nur am Schloss konnten die fränkischen [[Berlichingen (Adelsgeschlecht)|Berlichinger]] Eigentum erwerben. Der Ort selbst fiel dann wieder an die Würzburger Bischöfe zurück, die sodann die [[Berlichingen (Adelsgeschlecht)|Berlichinger]] mit Merchingen belehnten, wodurch der Ort nach dem Grundsatz &amp;#039;&amp;#039;eius regio cuius religio&amp;#039;&amp;#039; wieder protestantisch wurde. Damit ergab sich die selbst für fränkische Verhältnisse einmalige Situation, dass ein Ort in einem katholischen Hochstift durch Lehensherrschaft eines Niederadligen zum Teil protestantisch wurde, und dies obendrein vom Würzburger Fürstbischof gebilligt wurde, obwohl noch unter dem Würzburger Bischof [[Philipp Adolf von Ehrenberg]] bis zu dessen Tod eine harte Rekatholisierungs- und Hexenverfolgungspolitik betrieben wurde. Jedoch folgte erst nach dessen Tod, unter Herrschaft des [[Franz von Hatzfeld]] und vor allem zuletzt unter Regentschaft des [[Johann Philipp von Schönborn]], eine liberalere Haltung gegenüber dem Protestantismus, wodurch der Ort in der Folgezeit mehrheitlich protestantisch wurde. Diese neue Freiheit fand mit dem [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] ihr jähes Ende, als der Ort des Öfteren Lageplatz für Würzburgische Truppen der [[Katholische Liga (1609)|Katholischen Liga]] war und zum Teil gewaltvoll die verlorenen Reihen mit Merchingern aufgefüllt wurden. Ebenso lagerten auch französische und schwedische Truppen vor Merchingen. Unter den Schweden wurden auch erhebliche Kriegskontributionen in Form von Geld, Einquartierungen und Lebensmittellieferungen eingetrieben. Mit der Zerschlagung der politischen Zugehörigkeit zu Franken, rechtlich ab 1803 und tatsächlich ab 1806 nach der erfolgten badischen Besetzung Merchingens, endete auch die rund 640 Jahre andauernde politische Zugehörigkeit zum [[Hochstift Würzburg]] bzw. zum Herzogtum Franken, jedoch nicht die fränkische Kultur („Kerwe“ = Kirchweih, mainfränkische „Maderbrodworschd“ etc.) und die landsmannschaftliche Identität der Bevölkerung zu [[Franken (Region)|Franken]]. Dafür sorgte auch die rechtliche Zugehörigkeit Merchingens zum Großherzogtum Würzburg von 1805–1814. Im Zuge der Annexion war Merchingen Grenzort zu Württemberg und verlor deshalb in der Folgezeit seine wirtschaftliche Primusstellung in der Umgebung. Diese neue Grenze ruinierte auch die engen Verflechtungen ins [[Mainfranken|mainfränkische]] Kernland um Würzburg und ins fränkische [[Hohenlohe]]. Dies lässt sich insbesondere an den Bevölkerungszahlen ausweisen. Vom Bevölkerungshöchststand im Jahr 1840 von rund 1300 sank die Bevölkerungszahl zwischenzeitlich auf rund 700, und damit um rund 46,2 %. Bis heute konnten die Bevölkerungszahlen nur auf 1020 Einwohner ansteigen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ravenstein.de/stadt-ravenstein/statistik |titel=Statistik |sprache=de |abruf=2023-12-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; insbesondere deshalb, weil man im Zuge der sog. Beispieldorfsanierung 1963&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ardmediathek.de/video/swr-retro-abendschau/dorfsanierung-in-merchingen/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExNzM3NjU Dorfsanierung in Merchingen], auf ardmediathek.de&amp;lt;/ref&amp;gt; den Ortskern entkernte und damit indirekt Menschen aus ihrer Heimat vertrieb&amp;amp;nbsp;– wenn auch mit Entschädigung. Dadurch verließen rund 200 Einwohner oder rund 20 % der damaligen Bevölkerung den Ort, wodurch die nach dem Zweiten Weltkrieg eigens durch die Amerikanischen Besatzungsbehörden angesiedelten Franken aus dem Sudetenland wieder „exiliert“ wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 23. Februar 1803 wurde in Ausführung des [[Reichsdeputationshauptschluss]]es das „alte“ [[Bistum Würzburg]], zu dem Merchingen mit seiner Pfarrei seit der Gründung des Bistums gehörte, der Kirchenprovinz [[Erzbistum Bamberg|Bamberg]] angeschlossen. 1821 wurde Merchingen endgültig von der [[Spiritualia]] des Bistums Würzburg abgetrennt und wurde Teil des [[Erzbistum Freiburg|Erzbistums Freiburg]]. Dies war zwar mit großem Ärger der Merchinger verbunden, jedoch fügte man sich dem, denn der letzte Würzburger Fürstbischof [[Georg Karl von Fechenbach]] gab seinen Untertanen auf, sich der „Nachordnung“ durch den [[Friede von Lunéville|Frieden von Lunéville]] und der dann folgenden Reichsdeputation zu unterwerfen und den neuen Herren genauso zu dienen wie ihm. Um Merchingen politisch zu befrieden und den wirtschaftlichen Leistungs- und Bedeutungsverlust Merchingens im Zuge der badischen Annexion und der Abtrennung vom [[Mainfranken|mainfränkischen]] Mutterland ab 1806 aufzufangen, sollte ab spätestens 1870 eine eingleisige Nebenbahn zur „badischen“ Odenwaldbahn, die heute Teil der [[Frankenbahn]] ist, gebaut werden, um den Ort mit Würzburg und anderen fränkischen Orten im Norden zu verbinden. Es wurde auch eine Verlängerung bis nach [[Bad Mergentheim|Mergentheim]] angedacht, jedoch nie vollzogen. Stattdessen wurde der Bau über Jahrzehnte verzögert und die „Planungen“ im Zuge des [[Börsencrash 1929|Börsencrashs 1929]] endgültig verworfen, was erneut große Verbitterung über das politische Schicksal in Merchingen hervorrief.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis heute konnte der ehemalige Wohlstand aus dem Handel im Verhältnis zum damaligen Durchschnitt nicht rückgewonnen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Merchingen war als bedeutender Handelsknoten nicht nur Marktgemeinde, sondern auch Sitz einer bedeutenden [[Judentum|jüdischen]] Gemeinde. Doch auch im beschaulichen Merchingen waren die fränkischen Juden&amp;amp;nbsp;– wie in ganz [[Franken (Region)|Franken]]&amp;amp;nbsp;– vor Verfolgung nicht sicher. Für 1336 sind im Zuge der fränkischen [[Armledererhebung]] Massaker gegen Merchinger Juden belegt. Diese Armlederer wurden am 14. November 1336 in [[Kitzingen]] hingerichtet. Ab 1737 ist eine [[Synagoge]] in Merchingen nachgewiesen. Am Ort gab es bis 1880 den Sitz des [[Bezirksrabbinat Merchingen|Bezirksrabbinats Merchingen]]. Merchingen blieb trotz politischer Abtrennung von Franken eine bedeutende Judengemeinde. In [[Unterfranken]] betrug der Anteil der aschkenasischen Juden an der Gesamtbevölkerung im Jahr 1881 rund 2,5 %. In Merchingen betrug der Anteil der aschkenasischen Juden an der Gesamtbevölkerung im Jahr 1881 sogar rund 15 %. Trotz dieses hohen jüdischen Mitbevölkerungsanteils war die NSDAP bei der Reichstagswahl im März 1933 in Merchingen die stärkste Kraft. Im Zuge der [[Novemberpogrome 1938]] wurde die [[Synagoge (Merchingen)|Synagoge]] von auswärtigen NSDAP-Wilden geschändet und zerstört. Die Juden des Ortes, die nicht ausgewandert waren, wurden nach [[Gurs]] deportiert. Die ehemalige Synagoge wird seit 1951 als katholische Herz-Jesu-Kirche genutzt. Außerhalb des Ortes erinnert der [[Jüdischer Friedhof Merchingen|Merchinger Judenfriedhof]] an die einst große jüdische Gemeinde, dazu wurden im Ort Stolpersteine verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde Merchingen im April 1945 von US-Truppen besetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=cXT4zaWUl3U |titel=WW2: 101st Airborne Division in Heidelberg and Merchingen, Germany (April 21, 1945) |sprache=de-DE |abruf=2023-12-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ballenberg ===&lt;br /&gt;
Ballenberg liegt an einer alten Fernstraße, die [[Karl der Große]] von [[Würzburg]] in die [[Schweiz]] führen ließ. 1306 erhielt Ballenberg von Graf Bobbo I., der seine Residenz in [[Krautheim]] hatte, das [[Stadtrecht]]. [[Georg Metzler (Bauernführer)|Georg Metzler]], der berühmte Bauernführer aus Ballenberg, setzte durch seine Beteiligung am [[Bauernkrieg]] die Selbstverwaltung des Orts aufs Spiel. Nur das Stadtrecht blieb erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dialekt ==&lt;br /&gt;
In Ravenstein werden [[Ostfränkische Dialekte]] gesprochen, namentlich [[Ostfränkische Dialekte|Mainfränkisch]] ([[Taubergründisch]]) und [[Hohenlohisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Merchingen, Hüngheim und Oberwittstadt hört man eine mainfränkische Variante des Taubergründischen, in Ballenberg, Erlenbach und Unterwittstadt hingegen Hohenlohisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
Ballenberg, Erlenbach, Hüngheim, Ober- und Unterwittstadt sind überwiegend [[Katholizismus|katholisch]] geprägt. Die katholischen Kirchen der Stadt gehören zur [[Dekanat Tauberbischofsheim#Seelsorgeeinheit Krautheim-Ravenstein-Assamstadt|Seelsorgeeinheit Krautheim-Ravenstein-Assamstadt]] im [[Dekanat Tauberbischofsheim]] des [[Erzbistum Freiburg|Erzbistums Freiburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Merchingen überwiegt die [[Protestantismus|protestantische]] [[Konfession]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik ==&lt;br /&gt;
=== Gemeinderat ===&lt;br /&gt;
Der [[Gemeinderat (Deutschland)|Gemeinderat]] hat normalerweise 14 ehrenamtliche Mitglieder, die für fünf Jahre gewählt werden. Die Zahl der Mitglieder kann sich durch Ausgleichssitze erhöhen (gesamt 2019: 15 Sitze). Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Gemeinderatsvorsitzender.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei garantiert die &amp;#039;&amp;#039;[[Unechte Teilortswahl]]&amp;#039;&amp;#039; den Ortsteilen eine festgelegte Anzahl von Sitzen: Aus Merchingen kommen mindestens vier, aus Oberwittstadt mindestens drei, aus Ballenberg, Hüngheim und Erlenbach jeweils mindestens zwei Räte, sowie aus Unterwittstadt mindestens ein Gemeinderat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2024|Kommunalwahl am 9. Juni 2024]] führte zu folgendem Ergebnis (mit Vergleichszahlen voriger Wahlen):&amp;lt;ref&amp;gt;[https://wahlergebnisse.komm.one/lb/produktion/wahltermin-20240609/08225114/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=2605&amp;amp;stimmentyp=0&amp;amp;id=ebene_-9203_id_14845 Ergebnis der Gemeinderatswahl 2024, Stadt Ravenstein]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=text-align:center style=&amp;quot;width:555px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background:#E3E3E3&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | Gemeinderat 2024 || colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Vorige Wahlen&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background:#feb;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Partei / Liste&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stimmenanteil&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sitze&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || class=&amp;quot;hintergrundfarbe-basis&amp;quot; | 2019 || class=&amp;quot;hintergrundfarbe-basis&amp;quot; | 2014&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]] || 82,3 % || 12 || 84,9 %, 13 Sitze || 86,2 %, 12 Sitze&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| [[Freie Wähler Landesverband Baden-Württemberg|FW]] || 9,7 % || 1 || 9,7 %, 1 Sitz || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] || 2,8 % || 0 || 5,4 %, 1 Sitz || 13,8 %, 2 Sitze&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| [[Alternative für Deutschland|AfD]] || 5,2 % || 1 || – || –&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe-basis&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=left style=&amp;quot;background-color:#feb;&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;Wahlbeteiligung&amp;#039;&amp;#039; || colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#feb;&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;72,6 %&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;71,4 %&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;67,7 %&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgermeister ===&lt;br /&gt;
Der Bürgermeister wird für acht Jahre gewählt. Amtsinhaber:&lt;br /&gt;
* 1971–1996: Horst Ullrich (CDU)&lt;br /&gt;
* 1996–2012: Horst Weber (CDU)&lt;br /&gt;
* 2012–2020: Hans-Peter von Thenen (parteilos)&lt;br /&gt;
* Seit 2020: Ralf Killian&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ortsvorsteher ===&lt;br /&gt;
* Ballenberg: Clemens Walz&lt;br /&gt;
* Erlenbach: Reinhard Belzner&lt;br /&gt;
* Hüngheim: Erik Longin&lt;br /&gt;
* Merchingen: Anne-Katrin Kämmer&lt;br /&gt;
* Oberwittstadt: Erhard Walz&lt;br /&gt;
* Unterwittstadt: Danny Barie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
Das Ravensteiner Wappen ist silbern (weiß) unter gezinntem rotem Schildhaupt (drei silberne (weiße) [[Zinne]]n) befindet sich ein sechsspeichiges schwarzes Rad. Das Wappen stellt eine Kombination von [[Mainzer Rad]] (sechsspeichig, silbern in Rot) und [[Berlichingen (Adelsgeschlecht)|Berlichinger]] Rad (fünfspeichig, silbern in Schwarz) dar. Es erinnert damit an die historischen Herrschaftsverhältnisse der Gesamtgemeinde. Die Zinnen weisen auf das alte Stadtrecht von Ballenberg hin. Das Ravensteiner Wappen weist zuletzt auf die Zugehörigkeit zu Franken hin, denn wie im [[Fränkischer Rechen|Fränkischen Rechen]] führt das Ravensteiner Wappen ein rotes Schildhaupt mit drei weißen Spitzen, die jedoch aufgrund des historischen Ballenberger Stadtrechts als Zinnen ausgeführt sind, um das alte Stadtrecht schon im Wappen gebührlich zu würdigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Wappen der Ortsteile&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;60&amp;quot; heights=&amp;quot;65&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
DEU Ballenberg COA.png|Ballenberg&lt;br /&gt;
Wappen Ravenstein-Erlenbach.png|Erlenbach&lt;br /&gt;
Wappen Huengheim.png|Hüngheim&lt;br /&gt;
Wappen Merchingen.png|Merchingen&lt;br /&gt;
Coat of arms of Oberwittstadt.svg|Oberwittstadt&lt;br /&gt;
Wappen Unterwittstadt.png|Unterwittstadt&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
=== Bauwerke und Kulturdenkmale ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Liste der Kulturdenkmale in Ravenstein}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Merchingen-schloss-2015-002.JPG|mini|Schloss Merchingen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Merchingen-kirche-2015-001.JPG|mini|Evang. Kirche in Merchingen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ballenberg-2015-002.JPG|mini|St. Johannes der Täufer in Ballenberg mit umliegenden Gebäuden]]&lt;br /&gt;
* Das [[Schloss Merchingen]] ist das größte zusammenhängende Schlossgebäude im Neckar-Odenwald-Kreis. Der Saalbau ist im Renaissancestil erbaut, während der Eckbau, Torbau und Wohngebäude schon baulich dem Barock zuzuordnen sind. Der Saalbau und der Tor-/Eckbau befinden sich im Eigentum der Stadt und wurden durch den Förderverein Schlossbau renoviert. Der Eckbau wird heute als Hotel geführt. Der Wohnbau befindet sich noch im Eigentum der Herren von Berlichingen und blieb seit längerer Zeit unsaniert.&lt;br /&gt;
** In den Teilorten befinden sich mehrere historische Kirchenbauten. Die [[Evangelische Kirche Merchingen]] von 1854 ist die einzige evangelische Kirche der Stadt. Die katholische [[Herz-Jesu-Kirche (Merchingen)|Herz-Jesu-Kirche]] in Merchingen geht auf die einstige [[Synagoge]] des Ortes zurück. Die Kirche [[St. Johannes der Täufer (Ballenberg)|St. Johannes der Täufer]] in Ballenberg aus dem späten 18. Jahrhundert weist eine reiche historische Ausstattung auf, außerhalb des Ortes befindet sich beim Friedhof noch eine historische Kapelle. Die Kirche [[St. Margareta (Erlenbach)|St. Margareta]] in Erlenbach stammt ebenfalls aus dem späten 18. Jahrhundert. Die Kirche [[St. Gertrud (Hüngheim)|St. Gertrud]] in Hüngheim ist die einzige Gertrudiskirche der Erzdiözese Freiburg. Der Legende nach soll die heilige Gertrud noch vor der Christianisierung Mainfrankens durch die drei Frankenapostel [[Kilian (Heiliger)|hl. Kilian]], [[Kolonat (Heiliger)|hl. Kolonat]] und [[Totnan|hl. Totnan]] in [[Karlburg|Karlburg am Main]] eine Benediktinerinnenabtei, die der Muttergottes Maria geweiht war, gegründet haben, was auch in der im 9. Jahrhundert verfassten jüngeren Kiliansmarter, der Passio Maior St. Kiliani erwähnt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.mainpost.de/regional/main-spessart/gertrud-gruendete-kloster-im-koenigshof-art-2820123 |titel=Gertrud gründete Kloster im Königshof |datum=2004-09-27 |sprache=de |abruf=2023-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://heilige.bistum-wuerzburg.de/heilige/hl-gertrud/ |titel=Hl. Gertrud |sprache=de-DE |abruf=2023-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gertrudisverehrung ist seitdem eine im Kern mainfränkische. Damit untrennbar verbunden ist die Benennung der Herz-Jesu-Kirche in Merchingen im Jahre 1951, denn die katholische Gemeinde Hüngheim kaufte das ehemalige Synagogengebäude, um für die Merchinger Katholiken ein eigenes Gotteshaus zur Verfügung zu stellen. Die Herz-Jesu-Verehrung soll die vom durchbohrten Herz Jesu entspringenden heiligen Sakramente ehren. Dies unterstreicht einmal mehr die mainfränkische Vergangenheit Hüngheims und Merchingens. Die Kirche [[St. Peter und Paul (Oberwittstadt)|St. Peter und Paul]] in Oberwittstadt stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Altar der [[Bonifatius-Nothelfer-Kapelle (Oberwittstadt)|Bonifatius-Nothelfer-Kapelle]] in Oberwittstadt stammt aus dem Jahre 1456, die Kapelle selbst geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Die Kirche [[St. Michael (Unterwittstadt)|St. Michael]] in Unterwittstadt besitzt eine wertvolle Schnitzarbeit aus der Schule [[Tilman Riemenschneider]]s. In den Ravensteiner Teilorten sind zudem zahlreiche historische Bildstöcke zu finden.&lt;br /&gt;
* In den Teilorten gibt es außerdem zahlreiche weitere historische Gebäude, darunter das [[Heilighaus (Oberwittstadt)|Heilighaus]] in Oberwittstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skulpturenradweg ===&lt;br /&gt;
Die Stadt Ravenstein ist Teil des [[Skulpturenradweg Bauland-Odenwald|Skulpturenradwegs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
=== Verkehrsinfrastruktur ===&lt;br /&gt;
Ravenstein hat einen direkten Autobahnanschluss der [[Bundesautobahn 81|A&amp;amp;nbsp;81]] Heilbronn-Würzburg (Anschlussstelle 6 Osterburken).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im benachbarten [[Osterburken]] besteht ein Anschluss an die [[Frankenbahn]]. Von dort kommt man mit dem in Fahrtrichtung Würzburg Hbf bereits bestehenden stündlichen Regionalexpressanschluss (Fahrtdauer 0:53 h) nach [[Würzburg]]. Zusätzlich haben Reisende ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2023 einen stündlichen Regionalbahnanschluss (Fahrtdauer 1:20 h) in die [[Unterfranken|unterfränkische]] Regierungs- und Bezirkshauptstadt Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen ===&lt;br /&gt;
In Merchingen befindet sich die Grundschule, in Oberwittstadt befinden sich ein kommunaler Kindergarten und eine Tageseinrichtung (TigeR) für Kinder von 8 Wochen bis zu 14 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unternehmen ===&lt;br /&gt;
Der größte Arbeitgeber der Stadt Ravenstein ist die seit 1946 in Erlenbach angesiedelte Schimscha GmbH. Das Mittelständische Familienunternehmen wird in vierter Generation von den drei Brüdern Thomas, Johannes und Michael Schimscha geführt und beschäftigt rund 130 Mitarbeiter. Zum Produktportfolio gehören diverse Produkte aus Stahl, Edelstahl und Aluminium, wie zum Beispiel Schaltschränke, Gehäuse und Maschinenverkleidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Söhne und Töchter der Stadt ==&lt;br /&gt;
* [[Matthias Vehe-Glirius]] (1545–1590), unitarischer Theologe aus Ballenberg&lt;br /&gt;
* [[Georg Metzler (Bauernführer)|Georg Metzler]] († nach 1525), Bauernführer aus Ballenberg&lt;br /&gt;
* [[Johann Martin Gehrig]] (1768–1825), römisch-katholischer Geistlicher in Aub&lt;br /&gt;
* [[Benjamin Dispecker]] (1800–1828), Bezirksrabbiner aus Merchingen&lt;br /&gt;
* [[Benno Rüttenauer]] (1855–1940), Schriftsteller und Übersetzer aus Oberwittstadt&lt;br /&gt;
* [[Adalbert Gramlich]] (1892–1969), Politiker (CDU), Bürgermeister von Oberwittstadt&lt;br /&gt;
* [[Bernd Röcker]] (* 1942 in Merchingen), Historiker und Autor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{MerianTopo |Titel=Witstatt |Band=9 |Seite=117}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ravenstein, Germany|Ravenstein}}&lt;br /&gt;
{{Wikivoyage}}&lt;br /&gt;
* [http://alemannia-judaica.de/merchingen_synagoge.htm Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde] bei alemannia-judaica.de&lt;br /&gt;
* [http://www.ravenstein.de/ Stadt Ravenstein]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=cXT4zaWUl3U &amp;#039;&amp;#039;101st Airborne Division in Heidelberg and Merchingen, Germany (April 21, 1945)&amp;#039;&amp;#039;], ab Minute 3:57&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Neckar-Odenwald-Kreis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4261906-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ravenstein| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadt in Baden-Württemberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindegründung 1971]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1974]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lunatic Fringe</name></author>
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