<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ramkie</id>
	<title>Ramkie - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ramkie"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ramkie&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-26T08:11:41Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ramkie&amp;diff=1826318&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas-2801: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ramkie&amp;diff=1826318&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-08-07T15:45:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Charles Bell,ramkie1834.png|mini|Älteste bekannte Abbildung einer &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039;. Aquarell von Charles Davidson Bell, 1834. Eine [[Khoikhoi]]-Frau spielt eine dreisaitige Langhalslaute mit Kalebassenkorpus.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ramkie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war eine gezupfte Langhals[[Lauteninstrument|laute]] mit drei oder vier, gelegentlich sechs Saiten und einer Kalebassenhalbschale als Korpus, die im 18. und 19. Jahrhundert in [[Südafrika]] gespielt wurde. Das ursprünglich von [[Khoikhoi]] verwendete, im Verlauf des 19. Jahrhunderts von [[Bantu]] übernommene Saiteninstrument war in einer jüngeren Version mit einem Blechkanister-Resonator bis in die 1930er Jahre verbreitet. Später wurde die &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; fast gänzlich durch die europäische [[Gitarre]] ersetzt. Die &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; stammt nicht aus der südafrikanischen Musiktradition, sondern geht vermutlich auf kleine portugiesische Gitarren zurück, die von [[Malaien|malaiischen]] Sklaven aus Indonesien nach Südafrika gebracht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst gefertigte Gitarren aus Blechkanistern blieben im südlichen Afrika als Relikt hauptsächlich in der Musik von Jugendlichen erhalten, in den 1950er Jahren verbreiteten sich darüber hinaus mit der [[Kwela]]-Musik Nachbauten amerikanischer [[Banjo]]s mit kreisrundem Korpus und Hautdecke. Aus vornehmlich nostalgischen Gründen werden heute auch industrielle Blechkanister-Gitarren vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Bauform ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; war die erste mehrsaitige Halslaute, die in ganz Südafrika gespielt wurde; in einem Gebiet, in dem zuvor vorwiegend einsaitige, mit einer [[Kalebasse]] verstärkte [[Musikbogen|Musikbögen]] wie der &amp;#039;&amp;#039;uhadi&amp;#039;&amp;#039; der [[Xhosa (Volk)|Xhosa]] und [[Mundbogen|Mundbögen]] wie der &amp;#039;&amp;#039;[[umrhubhe]]&amp;#039;&amp;#039; bekannt waren. Daneben gab es zweisaitige Stab[[zither]]n, darunter Plattstabzithern von Typ der &amp;#039;&amp;#039;[[Zeze (Zither)|zeze]]&amp;#039;&amp;#039;. Ein mehrsaitiges Instrument aus vorkolonialer Zeit im südlichen Afrika ist ein [[Pluriarc]], den der schwedische Forschungsreisende [[Karl Johan Andersson]] 1875 als „eine Art Gitarre“ bezeichnete.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Johan Andersson]]: &amp;#039;&amp;#039;Notes of Travel in South Africa.&amp;#039;&amp;#039; Hurst and Blackett, London 1875, S. 233, {{archive.org|notestravelinso00lloygoog|Blatt=n252}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Afrikaforscher [[Bernhard Ankermann]] (1901) beschreibt den siebensaitigen Pluriac der Ovambo zusammen mit sieben anderen Zupfinstrumenten dieses Typs in Schwarzafrika.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bernhard Ankermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die afrikanischen Musikinstrumente&amp;#039;&amp;#039;. (Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der philosophischen Facultät der Universität Leipzig) Haack, Berlin 1901, S. 21 ({{archive.org|bub_gb_OdcPAAAAYAAJ|Blatt=}})&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Damara]] in [[Namibia]] nennen den Ovambo-Pluriarc, dessen Korpus aus einem rechteckigen hölzernen Trog mit Holzdecke besteht, &amp;#039;&amp;#039;{{lang|khi|ǃgoukhas}}&amp;#039;&amp;#039;. Percival Kirby (1934) erwähnt diesen Pluriac als das einzige mehrsaitige Instrument, das er südlich des [[Limpopo (Fluss)|Limpopo]] außer der &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; zu Gesicht bekam.&amp;lt;ref&amp;gt;Percival J. Kirby, 1965, S. 244&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann die &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; in Südafrika eingeführt wurde, ist unklar. Kirby hält sie für eines von zwei Instrumenten, die auf einen frühen europäischen Einfluss zurückgehen. Das andere ist eine simple Nachahmung der [[Violine]], die der schwedische Naturkundler [[Anders Sparrman]] 1772 bis 1776 bei den südafrikanischen Khoikhoi unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;t’guthe&amp;#039;&amp;#039; fand. Drei bis vier Saiten waren bei der &amp;#039;&amp;#039;t’guthe&amp;#039;&amp;#039; über ein Brett gespannt und wurden mit einem Bogen gestrichen. Sparrman erwähnt außerdem den mit dem Mund angeblasenen Khoikhoi-Musikbogen &amp;#039;&amp;#039;[[Gora (Saiteninstrument)|gora]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Anders Sparrman]]: &amp;#039;&amp;#039;A voyage to the Cape of Good Hope, towards the Antarctic polar circle and round the world: but chiefly into the country of the Hottentots and Caffres, from the year 1772, to 1776.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. G.G.J. and J. Robinson, London 1786, S. 229, {{archive.org|avoyagetocapego00unkngoog|Blatt=n262}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab Anfang des 19. Jahrhunderts werden in europäischen Reiseberichten etwas aufwendigere Fiedeln beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als älteste Quelle für die &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; zitiert Kirby den preußischen Reisenden Otto Friedrich Mentzel, der sich von 1733 bis 1741 in Südafrika aufhielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Friedrich Mentzel: &amp;#039;&amp;#039;Vollständige und zuverläßige geographische und topographische Beschreibung des berühmten und in aller Betrachtung merkwürdigen Afrikanischen Vorgebirges der Guten Hoffnung...&amp;#039;&amp;#039; Band 2. Günther, Glogau 1787, S. 518f&amp;lt;/ref&amp;gt; Mentzel ist sich sicher, dass die &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039;, deren Namen er mit &amp;#039;&amp;#039;ravekinge&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;xguthe&amp;#039;&amp;#039; wiedergibt, keine Erfindung der Khoikhoi („[[Hottentotten]]“) sein kann, sondern die Nachahmung eines Instruments ist, das mit Sklaven von der indischen [[Malabarküste]] kam.&amp;lt;ref&amp;gt;Percival R. Kirby, 1965, S. 250; Maximilian Hendler: &amp;#039;&amp;#039;Banjo. II. Vor- und Frühgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;MGG Online&amp;#039;&amp;#039;, November 2016 (&amp;#039;&amp;#039;[[Musik in Geschichte und Gegenwart]]&amp;#039;&amp;#039;, 1994)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie gehörte zu den Musikinstrumenten, die Sklaven für sich und nicht zur Unterhaltung ihrer Herren spielten. Vermutlich wurde sie eher zur akkordischen Begleitung als zur Melodiebildung verwendet. Was Mentzel über die Spielweise mitteilt, spricht ebenfalls dafür, dass die &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; keinen afrikanischen Ursprung hat. Wenn die Halslaute aus Indien stammt, wurde sie mit [[Portugiesische Indien-Armadas|portugiesischen Handelsschiffen]] gebracht. Portugiesen hatten Anfang des 16. Jahrhunderts mit der Inbesitznahme von [[Portugiesisch-Indien|Kolonialgebieten in Indien]] begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Charles Bell,ramkie1830.png|mini|Trommel &amp;#039;&amp;#039;[[ghoema]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; spielen zum Tanz vor einem &amp;#039;&amp;#039;kapstylhuis&amp;#039;&amp;#039;, dessen Grasdach bis zum Boden reicht und das für die Provinz [[Westkap]] typisch ist. Aquarell von Charles Davidson Bell, 1830er Jahre.]]&lt;br /&gt;
Zugunsten der indischen Herkunft zieht Kirby eine Parallele zu einer &amp;#039;&amp;#039;kinanda&amp;#039;&amp;#039; genannten Laute, die in der [[Swahili (Gesellschaft)|Swahili]]-Kultur der ostafrikanischen Küste und auf [[Sansibar]] bekannt war und die er mit der indischen Langhalslaute &amp;#039;&amp;#039;kinnari vina&amp;#039;&amp;#039; in Verbindung bringt, wobei er sich nicht auf die Stabzither &amp;#039;&amp;#039;[[kinnari vina]]&amp;#039;&amp;#039;, sondern auf eine Laute mit einem Korpus aus einem Straußenei bezieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Percival R. Kirby, 1965, S. 255f; vgl. die Beschreibung von Sourindro Mohun Tagore: &amp;#039;&amp;#039;Short notices of Hindu musical instruments&amp;#039;&amp;#039;. Ghose, Calcutta 1877, [https://archive.org/details/shortnoticesofhindumusicalinstrumentssourindromohuntagore/page/n19/mode/2up S. 20]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;kinanda&amp;#039;&amp;#039; war der Beschreibung von Ralph Skene (1917) zufolge ein siebensaitiges, gitarrenartiges Instrument, das zusammen mit der kleinen zweifelligen Zylindertrommel &amp;#039;&amp;#039;marwasi&amp;#039;&amp;#039; (von Arabisch &amp;#039;&amp;#039;mirwas&amp;#039;&amp;#039;, Pl. &amp;#039;&amp;#039;marāwīs&amp;#039;&amp;#039;) zur Begleitung des „Kinanda-Tanzes“ eingesetzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Skene: &amp;#039;&amp;#039;Arab and Swahili Dances and Ceremonies.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Journal of the Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland,&amp;#039;&amp;#039; Band 47, Juli–Dezember 1917, S. 413–434, hier S. 414f&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde das Wort &amp;#039;&amp;#039;kinanda&amp;#039;&amp;#039; auf unterschiedliche Musikinstrumente (im heutigen [[Taarab]] Saiteninstrumente allgemein und indisches [[Harmonium]]) übertragen. Einige der im Musikstil Taarab verwendeten Instrumente haben einen nahöstlichen oder indischen Ursprung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Wort &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; sind die historischen Schreibvarianten &amp;#039;&amp;#039;ramki, raamakie, ramakie, ramakienjo, ramgyib, ramkietjie, rabeltin, rabouquin&amp;#039;&amp;#039; und weitere überliefert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Maximilian Hendler]]: &amp;#039;&amp;#039;Vorgeschichte des Jazz: Vom Aufbruch der Portugiesen zu Jelly Roll Morton.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Jazzforschung/Studies in Jazz-Research&amp;#039;&amp;#039;) Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 2008, S. 39&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;ravekinge&amp;#039;&amp;#039; Mentzels wird vom französischen Entdecker [[François Levaillant]] (1790) &amp;#039;&amp;#039;rabouquin&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;[[François Levaillant]]: &amp;#039;&amp;#039;Voyage de M. Le Vaillant dans l’Intérieur de l’Afrique par Le Cap de Bonne Espérance, dans Les années 1783, 84 &amp;amp; 85.&amp;#039;&amp;#039; Leroy, Paris 1790&amp;lt;/ref&amp;gt; vom schwedischen Naturforscher [[Carl Peter Thunberg]] 1796 &amp;#039;&amp;#039;rabékin&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Carl Peter Thunberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Voyages De C. P. Thunberg, Au Japon, Par le Cap de Bonne-Espérance, Les îles de la Sonde &amp;amp;c. Traduits, rédigés … Par L. Langles,... Et revus, quant à la partie d’Histoire Naturelle, par J.B. Lamarck ...&amp;#039;&amp;#039; Paris 1796&amp;lt;/ref&amp;gt; und von Petrus Borchardus Borcherds (1861) &amp;#039;&amp;#039;ramakienjo&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Petrus Borchardus Borcherds: &amp;#039;&amp;#039;An autobiographical memoir. Being a plain narrative of occurrences from early life to advanced age, chiefly intended for his children and descendants, countrymen and friends.&amp;#039;&amp;#039; A.S. Robertson, Kapstadt 1861, S. 178, {{archive.org|autobiographical00borc|Blatt=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt. Alle Wortbildungen des Zupfinstruments werden auf [[Portugiesische Sprache|Portugiesisch]] &amp;#039;&amp;#039;rabequinha&amp;#039;&amp;#039; und weiter auf &amp;#039;&amp;#039;rabeca pequena&amp;#039;&amp;#039; zurückgeführt, wie eine kleine portugiesische Fiedel hieß, die mit der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen &amp;#039;&amp;#039;[[rebec]]&amp;#039;&amp;#039; namensverwandt war. &amp;#039;&amp;#039;Rebec&amp;#039;&amp;#039; ist schließlich von Arabisch &amp;#039;&amp;#039;[[rabāb]]&amp;#039;&amp;#039; abgeleitet, woraus in Indonesien die Bezeichnung für das Streichinstrument &amp;#039;&amp;#039;[[rebab]]&amp;#039;&amp;#039; wurde. Die &amp;#039;&amp;#039;rabequinha&amp;#039;&amp;#039; gelangte wie die kleine Gitarre &amp;#039;&amp;#039;[[cavaquinho]]&amp;#039;&amp;#039; bis nach Brasilien. Ein ebensolches [[Zupfinstrument]] mit vier Saiten auf der Insel [[Madeira]] ist die &amp;#039;&amp;#039;[[braguinha]]&amp;#039;&amp;#039;, älterer Name &amp;#039;&amp;#039;machete&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Ulrich Wegner: &amp;#039;&amp;#039;Afrikanische Saiteninstrumente.&amp;#039;&amp;#039; Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1984 (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des Museums für Völkerkunde Berlin&amp;#039;&amp;#039;, Neue Folge 41, Abteilung Musikethnologie, V), S. 154, ISBN 3-88609-117-1&amp;lt;/ref&amp;gt; die Vorläuferin der &amp;#039;&amp;#039;[[ukulele]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Machete&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Sibyl Marcuse]]: &amp;#039;&amp;#039;Musical Instruments: A Comprehensive Dictionary. A complete, autoritative encyclopedia of instruments throughout the world.&amp;#039;&amp;#039; Country Life Limited, London 1966, S. 324&amp;lt;/ref&amp;gt; In Indonesien entwickelte sich aus der portugiesischen &amp;#039;&amp;#039;cavaquinho&amp;#039;&amp;#039; die kleine fünfsaitige Zupflaute &amp;#039;&amp;#039;kroncong&amp;#039;&amp;#039;, die mit einer Rahmentrommel zur Tanzbegleitung gespielt wurde. &amp;#039;&amp;#039;Kroncong&amp;#039;&amp;#039; heißt in Indonesien zugleich das gesamte Ensemble mit weiteren europäischen Instrumenten und portugiesischen Melodieanklängen. Über den Umweg Indonesien könnten neben den europäisch-arabischen Lautentypen weitere Kultureinflüsse nach Südafrika gelangt sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Denis-Constant Martin: [http://www.africanminds.co.za/wp-content/uploads/2013/09/13784602701303358565.pdf &amp;#039;&amp;#039;Sounding the Cape. Music, Identity and Politics in South Africa.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 3,0&amp;amp;nbsp;MB) African Minds, Somerset West 2013, S. 73&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als die von Mentzel und nachfolgend Kirby aufgestellte These der indischen Herkunft meint daher Daniël G. Geldenhuys (1998), dass die Khoikhoi ein Instrument der [[Kapmalaien]], die von der [[Niederländische Ostindien-Kompanie|Niederländischen Ostindien-Kompanie]] als Arbeitssklaven aus Indonesien geholt worden waren, übernommen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniël G. Geldenhuys: &amp;#039;&amp;#039;Südafrika (Republik). II. Traditionelle Musik. 2. Khoi-Khoi.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;MGG Online&amp;#039;&amp;#039;, November 2016 (&amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart,&amp;#039;&amp;#039; 1994)&amp;lt;/ref&amp;gt; Der zweite von Mentzel angegebene Name &amp;#039;&amp;#039;xguthe&amp;#039;&amp;#039; steht mit &amp;#039;&amp;#039;t’guthe&amp;#039;&amp;#039;, dem von Sparrmann erwähnten Streichinstrument, in einer sprachlichen Verbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den historischen Beschreibungen zufolge muss es unterschiedliche Formen dieses Zupfinstruments gegeben haben. Bei Thunberg (1796) besteht die &amp;#039;&amp;#039;rabékin&amp;#039;&amp;#039; der Khoikhoi aus einer Kalebassenhalbschale mit einer flachen Decke und drei oder vier Saiten, die mit Wirbeln gespannt werden. Dieselbe Beschreibung gibt Borcherds, der 1786 bis 1801 in [[Stellenbosch]] lebte und abends die &amp;#039;&amp;#039;ramakienjo&amp;#039;&amp;#039; hörte, wie sie von den Sklaven seines Vaters gespielt wurde. Der englische Forschungsreisende [[John Barrow (Staatsbeamter)|John Barrow]], der sich 1797 bis 1804 in Südafrika aufhielt, erwähnt zwei Saiteninstrumente, darunter ein &amp;#039;&amp;#039;gabowie&amp;#039;&amp;#039; genanntes Zupfinstrument mit drei Saiten, einem ausgehöhlten Holzkorpus und einem langen Hals. Das andere Instrument war offenbar ein einsaitiger Musikbogen, &amp;#039;&amp;#039;gora&amp;#039;&amp;#039;, der bemerkenswerterweise einen Stimmwirbel besaß&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Percival R. Kirby, 1965, S. 178&amp;lt;/ref&amp;gt; und dessen Namen er mit &amp;#039;&amp;#039;gowra&amp;#039;&amp;#039; wiedergab.&amp;lt;ref&amp;gt;[[John Barrow (Staatsbeamter)|John Barrow]]: &amp;#039;&amp;#039;Travels into the Interior of Southern Africa, in the Years 1797 and 1798...&amp;#039;&amp;#039; Band 1, zweite Auflage. London 1806, S. 98, {{archive.org|travelsintointer11806barr|Blatt=98}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Namen &amp;#039;&amp;#039;gabowie&amp;#039;&amp;#039; überliefert auch der britische [[Hauptmann (Offizier)|Captain]] Robert Percival (1765–1826), der 1795/96 beim Angriff gegen die Niederländer in Südafrika beteiligt war. Er sah eine junge Frau, die mit einem vier- oder fünfsaitigen Instrument den Rundtanz von einem Dutzend Khoikhoi-Männern begleitete. Die Saiten aus Messing waren über ein langrechteckiges Brett gespannt und an beiden Enden durch Stege auf Abstand gehalten. Auf dem Brett war ein Spiegel angebracht, in den die Frau während des Spiels ständig hineinblickte. Die Saiten riss sie mit einem Plektrum an, während eine weitere Musikerin &amp;#039;&amp;#039;gora&amp;#039;&amp;#039; spielte.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Percival: &amp;#039;&amp;#039;An Account of the Cape of Good Hope&amp;#039;&amp;#039;. C. and R. Baldwin, London 1804, S. 91, {{archive.org|anaccountcapego00percgoog|Blatt=n106}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob das Holz wie bei dem von Barrow erwähnten Instrument ausgehöhlt oder flach war, lässt Percival offen. Bei der angegebenen Größe (rund 90&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;30 Zentimeter) scheint dieses Instrument keine Laute, sondern eine Brettzither gewesen zu sein. Außer in diesen beiden Quellen taucht der Name &amp;#039;&amp;#039;gabowie&amp;#039;&amp;#039; nirgends auf, aber [[Martin Hinrich Lichtenstein|Hinrich Lichtenstein]] (1812), der zwischen 1803 und 1805 in Südafrika als Arzt tätig war, erwähnt eine „Art von Zither, die sehr einfach aus vier, über eine halbe ausgehöhlte Kürbisschale gezogenen Saiten und einem daran befestigten rohen Griffbrett bestand.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Hinrich Lichtenstein|Hinrich Lichtenstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Reisen im südlichen Afrika in den Jahren 1803, 1804, 1805 und 1806.&amp;#039;&amp;#039; 1. Band. C. Salfeld, Berlin 1811, S. 150&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurde gespielt, als Lichtenstein einige kranke Khoikhoi besuchte. Er hörte die gleichen Tonfolgen wie bei der &amp;#039;&amp;#039;gora&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Charles Bell,ramkie1840.png|mini|Kapmalaiien imitieren europäische Tänze und Musik. Die Musikgruppe spielt Trommel, Horn und &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039;. Im 19. Jahrhundert versammelten sich die Sklaven sonntags außerhalb der Städte, um zu tanzen und satirische Lieder (&amp;#039;&amp;#039;moppies&amp;#039;&amp;#039;) zu singen. Aquarell von Charles Davidson Bell, um 1840.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Ramkie&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;gora&amp;#039;&amp;#039; produzierten dem schottischen Offizier John Wedderburn Dunbar Moodie (1797–1869) zufolge „wilde und melancholische Töne“, die er abends auf der Verandah vor dem Haus seines Bruders sitzend hörte.&amp;lt;ref&amp;gt;John Wedderburn Dunbar Moodie: &amp;#039;&amp;#039;Ten years in South Africa: including a particular description of the wild sports of that country.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Richard Bentley, London 1835, S. 224–226, {{archive.org|tenyearsinsouth00moodgoog|Blatt=n243}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Moodie, der dort zwischen 1819 und 1829 lebte, beschreibt die &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; als Art Gitarre mit sechs Saiten, die über ein schmales Griffbrett gespannt waren. Der Resonanzkörper bestand aus einer halben Kalebasse, über die als Decke eine Tierhaut gespannt war. Von besonderer Bedeutung ist Moodies Beschreibung, weil er erwähnt, dass die Musikerin die [[Oktave]] über dem leeren Saitenton produzierte, indem sie mit dem Kinn die Saiten leicht in der Mitte berührte. Dies ist eine für die Khoikhoi typische Technik, die nichts mit der europäischen Spielweise der Gitarre zu tun hat. Sie wird unter anderem von [[Nama (Volk)|Nama]]-Frauen in [[Namibia]] beim Spiel des Musikbogens &amp;#039;&amp;#039;khas&amp;#039;&amp;#039; ([[Khoekhoegowab|Nama-Sprache]], „Bogen“) angewendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Percival R. Kirby, 1965, S. 212, 252&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
George Thompson, der ab 1818 Südafrika bereiste, beschwert sich in seinem 1827 veröffentlichten Reisebericht, eines Abends habe eine Khoikhoi-Frau eine &amp;#039;&amp;#039;raamakie&amp;#039;&amp;#039; mit einer Kalebasse und violinenartigen Saiten gespielt und dabei nur ein dumpfes monotones Gezupfe ohne hörbare Melodie hervorgebracht. Das Instrument war bei einem Meter Länge rund zwölf Zentimeter breit.&amp;lt;ref&amp;gt;George Thompson: &amp;#039;&amp;#039;Travels and Adventures in Southern Africa.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Henry Colburn, London 1827, S. 391, {{archive.org|travelsadventure01thom|Blatt=390}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden von Mentzel in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angegebenen Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;ravekinge&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;xguthe&amp;#039;&amp;#039; kommen noch einmal ähnlich in einem Bericht des Zoologen [[Leonhard Schultze-Jena|Leonhard Schultze]] von 1907 vor. Zwar sah Schultze bei den Khoikhoi überhaupt kein Saiteninstrument, er hörte sie aber von einer Art Gitarre erzählen: „sie nennen es &amp;#039;&amp;#039;ramgyib&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;{{lang|khi|!gutsib}}&amp;#039;&amp;#039; (von &amp;#039;&amp;#039;{{lang|khi|!gut}}&amp;#039;&amp;#039; = zudecken, in diesem Fall: das Resonanzgefäß mit einem Fell überspannen).“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Leonhard Schultze-Jena|Leonhard Schultze]]: &amp;#039;&amp;#039;Aus Namaland und Kalahari. Bericht an die königlich Preussische Akademie der Wissenschaften zu Berlin über eine Forschungsreise im westlichen und zentralen Südafrika in den Jahren 1903–1905&amp;#039;&amp;#039;. Gustav Fischer, Jena 1907, S. 374, {{archive.org|ausnamalandundk00berlgoog|Blatt=n429}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Saiteninstrument &amp;#039;&amp;#039;ramgyib&amp;#039;&amp;#039; kommt auch in einer von Schultze gesammelten Fabel vor, in der ein Leopard einem Schakal auflauert, der zuvor eine Kuh geschlachtet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Leonhard Schultze, 1907, S. 487 f., {{archive.org|ausnamalandundk00berlgoog|Blatt=n545}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirby zufolge früheste erhaltene Zeichnung einer &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; stammt von Charles Davidson Bell (1813–1882), dem leitenden Landvermesser der [[Kapkolonie]] und 1834 Teilnehmer der wissenschaftlichen [[Andrew Smith (Zoologe)|Andrew Smith]]-Expedition ins Innere Südafrikas. Erkennbar ist eine dreisaitige Langhalslaute mit einem breiten Griffbrett und einem runden Kalebassen-Resonator, der mit Tierhaut überspannt ist. Zu sehen sind ferner drei vorderständige Wirbel an einer floral geschwungenen [[Kopfplatte]] und ein im vorderen Drittel auf der Hautdecke aufgestellter Steg. Die am Boden hockende Musikerin hält das Instrument wie eine Gitarre schräg vor dem Oberkörper, zupft die Saiten mit den Fingern der rechten Hand und verkürzt diese mit der linken Hand. Sie beugt ihren Kopf über die Mitte des Griffbretts und scheint – wie von Moodie in den 1820er Jahren beobachtet – die Saiten mit dem Kinn zu berühren. Eine weitere Zeichnung von Charles Bell, die um 1840 entstand, zeigt eine muntere Gruppe kapmalaiischer und afrikanischer Tänzer und Musiker, die augenscheinlich versuchen, europäische Verhaltensmuster zu imitieren. Hierfür hat der Trommler seine Handtrommel (&amp;#039;&amp;#039;[[ghoema]]&amp;#039;&amp;#039;) auf den Boden gestellt und schlägt sie wie eine europäische [[Kesseltrommel]] mit zwei Stöcken. Ein Musiker bläst in ein halbkreisförmig gebogenes „[[Horn (Instrument)|Horn]]“, das aus dem Stängel einer [[Seetang]]art (&amp;#039;&amp;#039;Ecklonia buccinalis&amp;#039;&amp;#039;) besteht, und der dritte sitzt mit einer &amp;#039;&amp;#039;ramkie,&amp;#039;&amp;#039; von der keine Details erkennbar sind, am Boden.&amp;lt;ref&amp;gt;Percival R. Kirby, 1965, S. 83, 253f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der wenigen existierenden Fotografien, auf der die ursprüngliche Form einer &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; mit Kalebassenkorpus zu sehen ist, entstand um 1900. Das abgebildete viersaitige Instrument mit einem langen, in der Mitte leicht ausgebauchten Hals und einer ovalen Kopfplatte wurde mit einem [[Kapodaster]] gespielt, der dicht unterhalb des [[Sattel (Saiteninstrument)|Sattels]] angebracht war. Dieses Instrument entspricht weitgehend der Beschreibung von Mentzel gut 150 Jahre zuvor. Das älteste erhaltene Exemplar, das im &amp;#039;&amp;#039;McGregor Museum&amp;#039;&amp;#039; in [[Kimberley (Südafrika)|Kimberley]] aufbewahrt wird, besitzt anstelle der Kalebasse als Resonator einen kleinen, annähernd quadratischen Blechkasten, der mit einer Schafshaut bespannt ist und einen spatenförmigen, im oberen Bereich schmalen Hals. Die drei Saiten verlaufen von einem Fortsatz des Halses, der an der Unterseite des Blechresonators herausragt, über einen breiten Steg zu vorderständigen Wirbeln auf der Kopfplatte. Das Instrument gehörte, bis es 1912 in den Besitz des Museums gelangte, einem [[Koranna]]-Jungen aus der Provinz [[Nordkap (Provinz)|Nordkap]].&amp;lt;ref&amp;gt;Percival R. Kirby, 1965, S. 249–254&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Horizonte 2013 0297 04.JPG|mini|Große Ausführung der madagassischen &amp;#039;&amp;#039;kabosy&amp;#039;&amp;#039;, gespielt von der Gruppe &amp;#039;&amp;#039;Ny Malagasy Orkestra&amp;#039;&amp;#039; beim [[Weltmusikfestival Horizonte]] in Koblenz, 2013]]&lt;br /&gt;
Die alte Form der &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; war um 1900 praktisch verschwunden. Nach Percival Kirbys Beobachtungen gab es in den 1930er Jahren noch einige „degenerierte Formen“, worunter er Typen mit Resonatoren aus Blechkanistern verstand. Ansonsten hatten billige europäische Gitarren die &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; ersetzt. [[Gerhard Kubik (Musikethnologe)|Gerhard Kubik]] (1989) greift Kirbys Einschätzung „degeneriert“ auf und unterscheidet stattdessen zwei Typen von im südlichen Afrika entstandenen Langhalslauten, die von den Musikern selbst hergestellt werden und unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;[[Banjo (Sambia)|banjo]]&amp;#039;&amp;#039; bekannt sind: Der erste Typ ist die &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; mit einem Korpus aus einem rechteckigen Blechkanister, in dessen Oberseite mittig ein Schallloch eingeschnitten wurde. Die Saiten verlaufen wie bei der Gitarre über einen unterhalb des Schalllochs aufgestellten Steg zu einer Kopfplatte mit hinterständigen Wirbeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ramkie.jpg|mini|Nachbau einer &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; mit einem Korpus aus einem Ölkanister: &amp;#039;&amp;#039;Afri-can guitar&amp;#039;&amp;#039;.]]&lt;br /&gt;
Der zweite Typ ähnelt eher einem Banjo. Er besitzt einen kreisrunden Korpus, der aus einem alten Blechkochtopf oder einem ähnlichen Haushaltsgegenstand herausgeschnitten wurde und der an der Oberseite mit einer Hautdecke bespannt ist. Die Decke ist mit Drahthaken am Korpusring festgebunden, wohl als Nachahmung der Spannbügel eines Banjos. Falls kein geeigneter Draht vorhanden ist, werden wie bei einer zweifelligen Rahmentrommel auf beiden Seiten Membrane aufgezogen und mittels Hautstreifen V-förmig gegeneinander verspannt. Sind beide Häute getrocknet, kann in der unteren ein großes Loch eingeschnitten werden. Das Vorbild dieses Typs, das amerikanische Banjo, wurde in den 1920er und 1930er Jahren mit amerikanischen Tanz- und Musikstilen wie [[Foxtrott]], [[Shimmy (Tanz)|Shimmy]] und [[Dixieland]] populär.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Kubik: &amp;#039;&amp;#039;Muxima Ngola – Veränderungen und Strömungen in den Musikkulturen Angolas im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: Veit Erlmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Populäre Musik in Afrika.&amp;#039;&amp;#039; Museum für Völkerkunde, Berlin 1991, S. 250&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Typen besitzen den gleichen Hals; die unterschiedlichen Korpusformen lassen jedoch entwicklungsgeschichtlich keine Abstammung voneinander, sondern eine jeweils eigene Herkunft erwarten. Der gemeinsame Name &amp;#039;&amp;#039;banjo&amp;#039;&amp;#039; (im nordwestlichen [[Sambia]] &amp;#039;&amp;#039;mbanjo&amp;#039;&amp;#039;) hat mit einer vorgestellten kulturellen Zusammengehörigkeit der beiden Varianten zu tun, aber nur der Typus mit rundem Korpus lässt sich als selbst gefertigter Nachbau des industriell hergestellten amerikanischen Vorbilds verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Kubik, 1989, S. 7–9&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen geht Kubik zufolge die &amp;#039;&amp;#039;banjo&amp;#039;&amp;#039; genannte Laute mit einem Blechkanisterkorpus auf die alte &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039;-Tradition zurück. Kirby gibt für eine in der Umgebung von [[Gaborone]] im Süden von [[Botswana]] gespielte &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; mit drei Saiten die Stimmung G, C und E an. Dies entspricht der üblichen Stimmung der selbstgebauten &amp;#039;&amp;#039;banjos&amp;#039;&amp;#039; im gesamten südlichen Afrika. Gerhard Kubik machte 1971 in [[Sambia]] Tonaufzeichnungen von einem Jungen, der eine Blechkanistergitarre mit vier Saiten vom &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039;-Typ spielte. Die Saitenstimmung B–G–D–C von oben nach unten entspricht der typischen Banjo-Stimmung in Sambia und [[Malawi]]. Ein solches Instrument namens &amp;#039;&amp;#039;igqongwe&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;igqonqwe&amp;#039;&amp;#039;) ist auf einer Fotografie von 1964 zu sehen, die einen musizierenden [[Zulu (Volk)|Zulu]]-Jungen aus Südafrika zeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;David K. Rycroft: &amp;#039;&amp;#039;Evidence of Stylistic Continuity in Zulu “Town” Music.&amp;#039;&amp;#039; In: David K. Rycroft, [[Klaus Wachsmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Essays for a Humanist: An Offering to Klaus Wachsmann.&amp;#039;&amp;#039; The Town House Press, New York 1977, S. 216–260, hier S. 234–242&amp;lt;/ref&amp;gt; Wann die Blechkanistergitarre von Südafrika nach Norden gelangte, ist unbekannt. Möglicherweise erfolgte die Verbreitung nach Sambia und Namibia durch Arbeitsmigranten. Dieser selbstgebaute Lautentyp (&amp;#039;&amp;#039;banjo&amp;#039;&amp;#039;) wurde weniger häufig auch in Malawi beobachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Kubik, 1989, S. 12f&amp;lt;/ref&amp;gt; In Sambia ist die drei- oder viersaitige &amp;#039;&amp;#039;mbanjo&amp;#039;&amp;#039; seit den 1950er Jahren speziell bei 10- bis 15-jährigen Jungen beliebt. Sie verbreitete sich zusammen mit dem in dieser Zeit in Mode gekommenen [[Kwela]] von den südafrikanischen [[Township (Südafrika)|Townships]] bis in die [[Nordwestprovinz (Sambia)|Nordwestprovinz]] und wurde in lokale Musikstile übernommen. Jugendliche dieser Altersgruppe stellen ihre Musikinstrumente mit einfachen Mitteln selbst her und steigen später – falls sie weiterhin Musik machen – auf bessere Instrumente um.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Kubik: &amp;#039;&amp;#039;Musical Activities of Children Within the Eastern Angolan Culture Area&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;The World of Music&amp;#039;&amp;#039;, Band 29, Nr. 3 (&amp;#039;&amp;#039;Children’s Music and Musical Instruments&amp;#039;&amp;#039;) 1987, S. 5–27, hier S. 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Musical instruments on display at the MIM (14165328057).jpg|mini|Von links nach rechts: &amp;#039;&amp;#039;Afri-can guitar&amp;#039;&amp;#039; aus Kapstadt, 2009; &amp;#039;&amp;#039;igogogo&amp;#039;&amp;#039; der Zulu, 2009, beide mit Blechkanisterkorpus; &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; mit Holzkorpus und Hautdecke, 2009. Musical Instrument Museum, Phoenix, Arizona]]&lt;br /&gt;
Eine vergleichbare Adaption europäischer Kastenhalslauten stellt vermutlich die &amp;#039;&amp;#039;kabosy&amp;#039;&amp;#039; auf [[Madagaskar]] dar, die mit einem aus Holzbrettern gefügten, rechteckigen Korpus in unterschiedlichen Größen vorkommt. Die &amp;#039;&amp;#039;kabosy&amp;#039;&amp;#039; ist auch unter den Namen &amp;#039;&amp;#039;gitara, mandoliny&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;mandolina&amp;#039;&amp;#039; bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Denis-Constant Martin, 2013, S. 97 Fn. 33&amp;lt;/ref&amp;gt; Zupflauten mit einem gitarrenähnlichen, taillierten Korpus werden ebenfalls &amp;#039;&amp;#039;kabosy&amp;#039;&amp;#039; genannt. Eine archaisch aussehende Variante der &amp;#039;&amp;#039;gabusi&amp;#039;&amp;#039; (von &amp;#039;&amp;#039;[[qanbus]]&amp;#039;&amp;#039;) auf den [[Komoren]] mit einem schmalen Korpus und einem relativ breiten Hals erinnert an den ursprünglichen Typ der &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute werden in Südafrika – einem nostalgischen Trend folgend – unter dem Label &amp;#039;&amp;#039;Afri-can guitar&amp;#039;&amp;#039; sechssaitige Gitarren, deren Korpus aus einem bunt bemalten Ölkanister besteht, handwerklich oder mit industriellen Produktionsverfahren hergestellt. Deren Hals hat wie bei einer echten Gitarre Bünde, der Klang ist jedoch nicht mit dem einer solchen vergleichbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Peggy Seehafer: {{Webarchiv |url=http://www.guitarfoundation.de/german/contributions/ramkie.htm |wayback=20120229042856 |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Ramkie auf ihrem Weg zur AfriCan-Guitar.&amp;#039;&amp;#039;}} guitarfoundation.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechende, selbst gefertigte Gitarren mit vier oder sechs Saiten sind in ganz Südafrika als &amp;#039;&amp;#039;blik kitaar&amp;#039;&amp;#039; bekannt, regional geläufig sind die Namen &amp;#039;&amp;#039;katara&amp;#039;&amp;#039; in [[Lesotho]] und [[Botswana]], &amp;#039;&amp;#039;igogogo&amp;#039;&amp;#039; in [[Zululand]] und allgemein weiterhin &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.atlasofpluckedinstruments.com/africa.htm &amp;#039;&amp;#039;Africa&amp;#039;&amp;#039;.] Atlas of Plucked Instruments&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Saiteninstrumente im südlichen Afrika mit Blechkanister-Resonatoren sind die einsaitige Trogzither &amp;#039;&amp;#039;[[segankuru]]&amp;#039;&amp;#039; mit einem Stimmwirbel und die einfachere &amp;#039;&amp;#039;[[isankuni]]&amp;#039;&amp;#039;, deren Saite direkt zwischen dem Ende des Trägerstabes und einer Kante des Kanisters gespannt ist. Im [[Kweneng District]] in Botswana beispielsweise gab es 1980 folgende traditionelle Saiteninstrumente: den Mundbogen &amp;#039;&amp;#039;lengope,&amp;#039;&amp;#039; dessen Saite mit einem Stöckchen geschlagen wird, den Kalebassen-Musikbogen &amp;#039;&amp;#039;segwane&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;segankuru&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;serankure&amp;#039;&amp;#039;). Eine Einzelbeobachtung war ein Junge, der zur Gesangsbegleitung eine dreisaitige &amp;#039;&amp;#039;ramkie&amp;#039;&amp;#039; mit einem Korpus aus einem [[Bohnerwachs]]-Blechkanister zupfte.&amp;lt;ref&amp;gt;Elizabeth Nelbach Wood: &amp;#039;&amp;#039;Observing and Recording Village Music of the Kweneng&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Botswana Notes and Records&amp;#039;&amp;#039;, Band 12, 1980, S. 101–117, hier S. 114&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Percival R. Kirby]]: &amp;#039;&amp;#039;The Musical Instruments of the Native Races of South Africa.&amp;#039;&amp;#039; (1934) 2. Auflage: Witwatersrand University Press, Johannesburg 1965&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Kubik (Musikethnologe)|Gerhard Kubik]]: &amp;#039;&amp;#039;The Southern African Periphery: Banjo Traditions in Zambia and Malaŵi.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The World of Music&amp;#039;&amp;#039;, Band 31, Nr. 1 (South Africa) 1989, S. 3–30&lt;br /&gt;
* David K. Rycroft, Angela Impey: &amp;#039;&amp;#039;Ramkie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grove Music Online&amp;#039;&amp;#039; (David Rycroft: &amp;#039;&amp;#039;Ramkie.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Stanley Sadie]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The New Grove Dictionary of Music and Musicians,&amp;#039;&amp;#039; Macmillan London 1981)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=TIkoqyOeZK0 &amp;#039;&amp;#039;The Banjo Bands of Malawi.&amp;#039;&amp;#039;] Youtube-Video (Gruppe mit vier unterschiedlichen, selbst gebauten Banjos in Malawi. Aufnahme von Moya Aliya Malamusi)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=kR4ldBWNW24 &amp;#039;&amp;#039;Last of the True Hunter Gatherers of Namibia, the Otjhimba of the Baynes Mountains (Kaokoland).&amp;#039;&amp;#039;] Youtube-Video (Jäger- und Sammler-Gruppe der [[Himba]] in [[Kaokoveld]], Namibia, spielt zur Gesangsbegleitung eine ungewöhnliche dreisaitige Schalenhalslaute, deren Decke aus Weißblech besteht.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Afrikanisches Musikinstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lauteninstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Südafrika)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Botswana)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Sambia)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Namibia)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Malawi)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas-2801</name></author>
	</entry>
</feed>