<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Rameaus_Neffe</id>
	<title>Rameaus Neffe - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Rameaus_Neffe"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rameaus_Neffe&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-05T06:19:34Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rameaus_Neffe&amp;diff=1210462&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alex1011: /* Ausgaben */ link funktioniert nicht mehr.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rameaus_Neffe&amp;diff=1210462&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-13T12:49:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ausgaben: &lt;/span&gt; link funktioniert nicht mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Dialog von Denis Diderot. Zum Dialog von Tankred Dorst siehe [[Rameaus Neffe (Tankred Dorst)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Rameau&amp;#039;s Neffe. Titelseite Leipzig 1805.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Rameau&amp;#039;s Neffe&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Manuskript übersetzt von Goethe. Leipzig 1805]]&lt;br /&gt;
[[Datei:DiderotRameauNephew.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Le Neveu de Rameau&amp;#039;&amp;#039;. Erstveröffentlichung nach dem eigenhändigen Originalmanuskript – 1891]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rameaus Neffe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (französischer Originaltitel &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Le Neveu de Rameau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ein philosophischer Dialog von [[Denis Diderot]]. Diderot arbeitete von 1761 bis 1774 an dem Werk und starb 1784, ohne dass es veröffentlicht worden wäre. Erstmals erschien es [[Literaturjahr 1805|1805]] in einer deutschen Übersetzung von [[Johann Wolfgang von Goethe]] nach einem Manuskript, das seither verschwunden ist. Für die Erstveröffentlichung in Frankreich wurde daher 1821 eine Rückübertragung des Goethetexts ins Französische angefertigt. Erst 1890 fand sich in Paris in einem Konvolut von Diderotschriften ein eigenhändiges Manuskript des „Neveu de Rameau“, das dann im folgenden Jahr als Buch erscheinen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Motto ==&lt;br /&gt;
Diderot stellt seinem Dialog das Zitat „Vertumnis, quotquot sunt, natus iniquis“ aus den [[Horaz#Satiren|Satiren]] des [[Horaz]] voran.&amp;lt;ref&amp;gt;Übers. Hinterhäuser: „Unter ungnädigen Vertumnern, wieviel ihrer sind, geboren“, Horaz. Satiren. Buch 2. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Frei übersetzt bedeutet das: „Geboren unter einem wankelmütigen Stern“.&lt;br /&gt;
[[Vertumnus]] war ein römischer Gott, der bei den Etruskern die Position einer obersten Gottheit besetzt hielt, der seit der [[Rezeption (Kunst)|Antikenrezeption]] der Renaissance eine Wandlung zu einem Gott der Jahreszeiten, des Wandels und des Zufalls erfahren hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Philip Francis: &amp;#039;&amp;#039;A Poetical Translation of the Works of Horace.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. 1749, S.&amp;amp;nbsp;232.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Rameaus Neffe, die titelgebende Hauptfigur, war der Neffe von [[Jean-Philippe Rameau]]. Jean-Philippe Rameau hatte vier Schwestern und fünf Brüder, darunter Claude Rameau (1690–1761), der Vater des Jean-François Rameau (1716–1777), „Rameaus Neffe“ im Dialog. Jean-François Rameau oder &amp;#039;&amp;#039;lui&amp;#039;&amp;#039; in Diderots Text, war ein mäßig erfolgreicher Musiker, der sich seinen Lebensunterhalt als ein durch Frankreich reisender Gesangs- und Klavierlehrer verdiente. Er soll ein unruhiger, unsozialer, ja ungestümer Zeitgenosse gewesen sein, aber nicht ohne ein gewisses Talent. Er wird in einer Pariser Polizeiakte vom 7.&amp;amp;nbsp;November 1748 mit folgender Bemerkung geführt:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Le sieur Rameau, neveu du sieur Rameau de l’Académie Royale de musique, d’un caractère peu sociable et difficile à dompter, a insulté sur le théâtre de l’Opéra les directeurs.&lt;br /&gt;
 |Sprache=fr&lt;br /&gt;
 |Autor=Polizeibericht, zitiert nach&lt;br /&gt;
 |Quelle=[http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2451/pdf/aufklaerung_1.pdf Erich Köhler: &amp;#039;&amp;#039;Aufklärung I.&amp;#039;&amp;#039; In Erich Köhler: &amp;#039;&amp;#039;Vorlesungen zur Geschichte der Französischen Literatur.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. Henning Krauß u. Dietmar Rieger. Band 5,1, S.&amp;amp;nbsp;145.] (PDF; 1,9&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Der Herr Rameau, Neffe des Herrn Rameau der Königlichen Musikakademie, von einem wenig sozialen schwierig zu bändigenden Charakter, hat am Theater der Oper die Direktoren beleidigt.}}&lt;br /&gt;
Trotz der aktenkundigen und möglicherweise weiterer nicht dokumentierter Auffälligkeiten fand er ein zufriedenstellendes Auskommen durch seine zahlenden Musikschüler. Nachdem seine Frau und sein Kind verstorben waren, lebte er als [[Bohémien]] und schlug sich mit verschiedenen Tätigkeiten und Betteleien durch das Leben. Er soll in einem Hospital verstorben sein, sein Todesdatum ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Das Werk besteht aus einem Dialog zwischen zwei Personen, im Dialog genannt &amp;#039;&amp;#039;Er&amp;#039;&amp;#039; (Lui) und &amp;#039;&amp;#039;Ich&amp;#039;&amp;#039; (Moi).&lt;br /&gt;
Der „literarische“ Diderot oder &amp;#039;&amp;#039;moi&amp;#039;&amp;#039; begibt sich auf seiner abendlichen Promenade zum [[Palais Royal]]. Hier nun trifft er den ihm schon seit längerem bekannten Jean-François Rameau oder &amp;#039;&amp;#039;lui&amp;#039;&amp;#039; und lädt ihn nach kurzem Plaudern in das [[Café de la Régence]] ein. Es handelt sich um Jean-François Rameau, den Neffen des bekannten Komponisten [[Jean-Philippe Rameau]]. Mit diesem Bekannten, dem &amp;#039;&amp;#039;lui&amp;#039;&amp;#039;, wird er im Verlauf eine ausgedehnte Konversation führen. Von dieser Person fühlt sich das &amp;#039;&amp;#039;moi&amp;#039;&amp;#039; aber zugleich angezogen und abgestoßen. Denn der Neffe ist nicht nur ein Zyniker, der wortgewandt, gestenreich, charmant und ohne Schamgefühl seine parasitäre Existenz und Amoralität offenlegt und damit enthüllt, dass das inszenierte Maskenspiel der [[Niedertracht|Niederträchtigkeit]] in der realen Gesellschaft sich auszahlt. So werden die Widersprüche zwischen bürgerlichen Tugenden und der realen Gesellschaft offenbart. Der „literarische“ Diderot oder &amp;#039;&amp;#039;moi&amp;#039;&amp;#039;, der zunächst aus einer Position moralischer Überlegenheit auftritt, wird von Rameaus Neffen immer mehr in Widersprüche verwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem zu Anfang noch heiteren Geplänkel, gewürzt mit Scherzen und [[Anekdote]]n, wird in der Folge ein zusehends ernstes Gespräch. Es führt letztlich zu moralischen, künstlerischen und philosophischen Grundfragen.&lt;br /&gt;
Rameau kritisiert den Kulturbetrieb, zeigt sich zugleich aber abhängig von demselben. Rameaus Neffe ist nur ein &amp;#039;&amp;#039;[[Pulcinella]]&amp;#039;&amp;#039; der reichen Gesellschaft, hält sich aber für ein verkanntes Genie.&lt;br /&gt;
Mit „Rameaus Neffe“ legt Diderot die Seele eines gescheiterten Künstlers offen: überheblich und maßlos in seiner Leidenschaft, ist er zugleich abhängig von der Gunst seiner Gönner. Dem verzweifelten Verächter der Gesellschaft steht mit dem feinsinnigen Ich-Erzähler ein Philosoph der Aufklärung gegenüber. Der illusionslosen Weltbetrachtung des Zynikers begegnet die aufklärerische Menschenliebe des Philosophen. In beiden Figuren können Gedanken Diderots gesehen werden. Diderot wählte gleichsam den Dialog als Gestaltungsform, um philosophische Gedankengänge und kulturkritische Überlegungen durchzuspielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Figuren ==&lt;br /&gt;
Der Dialog ist ein Who’s Who des vorrevolutionären Paris: Aufklärer und Gegenaufklärer, Schauspieler, Musiker, Finanziers und Geistlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Adélaïde-Louise-Pauline Hus]], Schauspielerin an der [[Comédie-Française]]&lt;br /&gt;
: [[Charles Palissot de Montenoy]], französischer Dramatiker, Gegenspieler der [[Enzyklopädisten]], insbesondere Diderots.&lt;br /&gt;
: [[Charles-Jacques-Louis-Auguste Rochette de La Morlière|Jacques Rochette de La Morlière]], Chevalier de la Morlière, (1719–1785) Literat, Stammgast im [[Café Procope]] und berüchtigter Intrigant&lt;br /&gt;
: [[Claude Adrien Helvétius]], Steuerpächter, Philosoph der Aufklärung&lt;br /&gt;
: [[Claudine Guérin de Tencin|Claudine Alexandrine Guérin Marquise de Tencin]], [[Salonnière]]&lt;br /&gt;
: [[Egidio Duni]], italienischer Opernkomponist, gilt als Begründer der [[Opéra-comique (Werkgattung)|Opéra comique]]&lt;br /&gt;
: [[Élie Catherine Fréron]], Publizist&lt;br /&gt;
: [[Francois Marie Arouet|Voltaire]], gefeierter Philosoph der Französischen Aufklärung, den Diderot bewunderte, dem er aber aus dem Weg ging&lt;br /&gt;
: [[Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon]], französischer Naturforscher, Mitglied der Académie française&lt;br /&gt;
: [[Giovanni Battista Pergolesi]], italienischer Komponist&lt;br /&gt;
: [[Claire Clairon|Hippolyte leris de la Tude]], genannt Claire Josephe Clairon, Schauspielerin&lt;br /&gt;
: [[Jean Calas]], französischer Protestant, Opfer eines Justizmordes, durch den Einsatz Voltaires rehabilitiert&lt;br /&gt;
: [[Jean Racine]], Dramatiker&lt;br /&gt;
: [[Jean-Baptiste le Rond d’Alembert]], genannt &amp;#039;&amp;#039;D’A.&amp;#039;&amp;#039;, französischer Mathematiker, Mitherausgeber der [[Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers|Enzyklopädie]]&lt;br /&gt;
:&amp;lt;!---[[Jean-Baptiste Rameau]]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
: [[Jean-Jacques Rousseau]], Philosoph, langjähriger Freund Diderots&lt;br /&gt;
: [[Jean-Philippe Rameau]], Komponist&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---:[[Louis Auguste Bertin de Blagny]] war 1753 zusammen mit Rameau an [[Charles Palissot de Montenoy|Palissots]] Komödie &amp;#039;&amp;#039;Les philosophes du siècle&amp;#039;&amp;#039;, das an der [[Comédie-Française]] mit großem Erfolg gespielt wurde, beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt; Diderot: Le neveu de Rameau.&amp;#039;&amp;#039; Textes et documents. Ed. André Magnan. Paris 1993. S. 9. &amp;lt;/ref&amp;gt; ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
: [[Montesquieu]], Philosoph und Staatstheoretiker&lt;br /&gt;
: [[Nicolas Corby]] und [[Jean Pierre Moët|Pierre Moette]] (1721–1806), Leiter der [[Opéra-Comique (Paris)|Opéra comique]] bis 1762&lt;br /&gt;
: [[Madame de Pompadour|Jeanne Antoinette Poisson Marquise de Pompadour]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://zs.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jparticle_00032568 Allgemeine Literaturzeitung \ Jahrgang 1805 \ Band 4 \ Numero 326\Diderot, D.: Rameaus Neffe.(1805)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Favoritin [[Ludwig XV.|Ludwigs XV.]], protegierte die Enzyklopädisten&lt;br /&gt;
: [[François-André Danican Philidor|Philidor]], Musiker, Stammgast im [[Café de la Régence]], galt seinerzeit als weltbester Schachspieler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Editionsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Rameaus Neffe hat eine wechselvolle und verlustreiche Editionsgeschichte. Entstanden zwischen 1762 und 1774, blieb das Manuskript zu Diderots Lebzeiten ungedruckt und schien nach seinem Tod verschollen. Eine Abschrift war jedoch mit anderen Skripten nach St. Petersburg gelangt und befand sich zusammen mit der Bibliothek Diderots, die er bereits [[Literaturjahr 1765|1765]] an die Zarin [[Katharina II. (Russland)]] verkauft und weiter als ihr angestellter Bibliothekar in Paris betreut hatte, in der [[Eremitage (Sankt Petersburg)|Eremitage]]. Wahrscheinlich hatte Goethes Jugendfreund [[Friedrich Maximilian Klinger]], damals hoher Amtsträger im Militär- und Erziehungswesen Russlands, das Manuskript dort entdeckt, heimlich eine Abschrift veranlasst, sich aber vergeblich um einen Verleger bemüht.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Schlösser: &amp;#039;&amp;#039;Rameaus Neffe – Studien und Untersuchungen zur Einführung in Goethes Übersetzung des Diderotschen Dialogs.&amp;#039;&amp;#039; Nachdruck der Originalausgabe 1900. Hamburg 2011, S.&amp;amp;nbsp;107.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch Vermittlung von [[Friedrich Schiller]]s Studienfreund [[Wilhelm von Wolzogen]] kam das Manuskript nach Weimar, wo Schiller in dem Text den verschollen geglaubten Neffen erkannte, Goethe darauf aufmerksam machte und ihn dem Leipziger Buchhändler [[Georg Joachim Göschen|Göschen]] 1804 zum Druck anbot. Im gleichen Jahr begann Goethe mit der Übersetzung. 1805 kam das Buch in Leipzig heraus, ein ursprünglich vom Verleger geplanter Paralleldruck in französischer Sprache wurde nicht ausgeführt. Das Manuskript, aus dem Goethe übersetzt hat, ist seitdem verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1821 übertrugen zwei französische Autoren, de Saur und Saint-Geniès, die Goethe-Übersetzung in&lt;br /&gt;
„ein überaus skrupelloses Französisch“&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hinterhäuser: &amp;#039;&amp;#039;Diderot als Erzähler.&amp;#039;&amp;#039; Nachwort in: Denis Diderot: &amp;#039;&amp;#039;Das erzählerische Gesamtwerk.&amp;#039;&amp;#039; Band 4. 1967, S.&amp;amp;nbsp;224.&amp;lt;/ref&amp;gt; und verkauften es als Original.&lt;br /&gt;
Etwa zur gleichen Zeit erhielt der Verleger J. L. J. Brière von Diderots Tochter M&amp;lt;sup&amp;gt;me&amp;lt;/sup&amp;gt; de Vandeul eine Abschrift des Dialogs, der mit einigen Eingriffen und „Verballhornungen“&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hinterhäuser S.&amp;amp;nbsp;224.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1823 gedruckt wurde. Auch das dieser Ausgabe zugrunde liegende Manuskript ist verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1890 fand Georges Monval, Bibliothekar an der [[Comédie-Française]], bei einem der [[Bouquinist]]en am Seineufer in Paris ein Konvolut mit Schriften von Diderot, darunter auch ein eigenhändiges Manuskript des „Neveu de Rameau“. Das Konvolut kam aus dem Nachlass des Marquis de La Rochefoucauld-Liancourt (1747–1827), eines französischen Diplomaten, der mit [[Melchior Grimm]] befreundet gewesen war, und war verborgen in der Erotika-Sammlung des Marquis. Auf der Grundlage dieses eigenhändigen Manuskripts veröffentlichte Monval 1891 Diderots Text. Diese Fassung gilt heute als die authentische. Das Manuskript wird in der [[Pierpont Morgan Library]] in New York aufbewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Bereits kurz nach Erscheinen von Goethes Übersetzung in Deutschland kommentiert [[Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Hegel]] &amp;#039;&amp;#039;Rameaus Neffe&amp;#039;&amp;#039; in seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Phänomenologie des Geistes]]&amp;#039;&amp;#039; und setzte ihn dort in Zusammenhang zum Thema [[Herrschaft und Knechtschaft]].&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Pöggeler, Dietmar Köhler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;G. W. F. Hegel: Phänomenologie des Geistes.&amp;#039;&amp;#039; Akademie Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-05-004234-6, S.&amp;amp;nbsp;32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Robert Jauss: &amp;#039;&amp;#039;The Dialogical and the Dialectical Neveu De Rameau: How Diderot Adopted Socrates and Hegel Adopted Diderot.&amp;#039;&amp;#039; Center for Hermeneutical Studies, 1984, ISBN 0-89242-045-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Essay [[Michel Foucault#Wahnsinn und Gesellschaft|&amp;#039;&amp;#039;Wahnsinn und Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;]] (&amp;#039;&amp;#039;Histoire de la folie à l’âge classique&amp;#039;&amp;#039;) kommentiert [[Michel Foucault]] ebenfalls Diderots Text, erkennt in dem Protagonisten eine Verknüpfung von Sinnlichkeit und Wahnsinn und liest ihn als Beleg für die „Nachtseite der Aufklärung“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1861 erschien in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Revue européenne&amp;#039;&amp;#039; unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;La fin d’un monde et du neveu de Rameau&amp;#039;&amp;#039; ein Text von [[Jules Janin]], der Szenen und Themen aus Diderots Vorlage parodiert und den Janin selbst als literarische und stilistische Fingerübung wertete.&amp;lt;ref&amp;gt;Hedi Denzel de Tirado: &amp;#039;&amp;#039;Biographische Fiktionen: Das Paradigma Denis Diderot im interkulturellen Vergleich. (1765–2005).&amp;#039;&amp;#039; Würzburg 2008, S.&amp;amp;nbsp;167.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thomas Bernhard]]s Erzählung [[Wittgensteins Neffe]] spielt im Titel auf Diderots Text an.&lt;br /&gt;
Bernhards und Diderots Protagonisten sind beide historische Personen, die im Schatten ihres Onkels, einer Persönlichkeit von epochaler Bedeutung, stehen. Ebenfalls auf den Titel spielt [[Louis Aragon]]s &amp;#039;&amp;#039;Le neveu de M. Duval&amp;#039;&amp;#039; (1953) an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich Engels]] ordnet das Werk in &amp;#039;&amp;#039;[[Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039; in die „Meisterwerke der Dialektik“ ein.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft&amp;quot; auf http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_202.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der rumänische Regisseur [[David Esrig]] schuf in den 1960er Jahren eine legendäre Inszenierung des Textes mit den beiden Darstellern [[Marin Moraru]] und [[Gheorghe Dinică]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1975 inszenierte und spielte [[Jacques Weber]] am Theater in St. Étienne den Dialog mit [[Jean-François Balmer]] als Spielpartner.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lesarchivesduspectacle.net/?IDX_Personne=11398 Jacques Weber] Les archives du spectacle, abgerufen am 14. Januar 2023&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrem Essay &amp;#039;&amp;#039;Rüpel und Rebell. Die Erfolgsgeschichte des Intellektuellen&amp;#039;&amp;#039; (2018) sieht [[Hannelore Schlaffer]] Rameaus Neffen als erste Gestalt der Figur des Intellektuellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2020 inszenierte Didier Bezace (1946–2020) den Dialog für das Theater mit [[Pierre Arditi]] (Diderot) und Bruno Abraham-Kremer (* 1958). Premiere des Stücks war am 22. Mai 2020 im Anthéa-Theater in Antibes, anschließend Tournee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Le Neveu de Rameau&amp;#039;&amp;#039;. Dialogue. Ouvrage posthume et inédit par Diderot. Paris: Delaunay 1821.&lt;br /&gt;
: französische Erstausgabe als Rückübertragung von Goethes Übersetzung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.christies.com/lotfinder/books-manuscripts/diderot-denis-le-neveu-de-rameau-5221133-details.aspx Christie’s. Sale 5597, Lot 15]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Le Neveu de Rameau&amp;#039;&amp;#039;. Présentation, notes, chronologie et dossier de Jean-Philippe Marty, Paris: Flammarion 2005. (Étonnants classiques). ISBN 2-08-072218-2.&lt;br /&gt;
: Kritische Ausgabe.&lt;br /&gt;
; deutsche Übersetzungen und Bearbeitungen&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039; Rameaus Neffe&amp;#039;&amp;#039;. Ein Dialog. Aus dem Manuskript übersetzt u. mit Anmerkungen begleitet von [[Johann Wolfgang Goethe]]. Leipzig: Göschen 1805. &lt;br /&gt;
: Mit e. Nachwort von [[Günter Metken]]. Stuttgart: Reclam 1967. Durchges. u. erw. Ausgabe 1984.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Herrn Rameaus Neffe&amp;#039;&amp;#039;. Übers. von Otto Heinrich von Gemmingen. 1891. Neuausgabe Tredition Classics. 2012, ISBN 978-3-8472-4653-4. [https://www.projekt-gutenberg.org/diderot/neffe/neffe.html Volltext].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rameaus Neffe und Moralische Erzählungen&amp;#039;&amp;#039;. Übers. u. mit einem Nachwort vers. von Hans Hinterhäuser. Frankfurt am Main.: Ullstein 1967. (Diderot. Das erzählerische Gesamtwerk. Band 4. Ullstein Werkausgabe.) ISBN 3-548-37145-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Rameaus Neffe (Tankred Dorst)|Rameaus Neffe]]&amp;#039;&amp;#039;. Übers. und für die Bühne bearb. von [[Tankred Dorst]]. Köln: Kiepenheuer &amp;amp; Witsch 1963.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rameaus Neffe&amp;#039;&amp;#039;. Fassung für die Volksbühne Berlin nach einer Übers. von Gustav Rohn. Berlin: Henschel-Verlag 1996. [http://www.henschel-schauspiel.de/en/media/media/theater/TI-597_LP.pdf henschel-schauspiel.de] (PDF; 314&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Schlösser]]: &amp;#039;&amp;#039;Rameaus Neffe – Studien und Untersuchungen zur Einführung in Goethes Übersetzung des Diderotschen Dialogs&amp;#039;&amp;#039;. Nachdruck der Originalausg. von 1900. Severus, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86347-027-2.&lt;br /&gt;
* Hüseyin Kocintar: &amp;#039;&amp;#039;Ich und Er. Über Vernunft und Unvernunft in Diderots &amp;#039;Rameaus Neffe&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;. 2013. (Akademische Schriftenreihe. 5.) ISBN 978-3-656-37721-4.&lt;br /&gt;
* [[Jean Firges]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Arbeit am „Neveu de Rameau“,&amp;#039;&amp;#039; in dsb.: &amp;#039;&amp;#039;Denis Diderot: Das philosophische und schriftstellerische Genie der französischen Aufklärung. Biographie und Werkinterpretationen.&amp;#039;&amp;#039; Sonnenberg, Annweiler 2013, ISBN 978-3-933264-75-6, S. 56–92.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Gamillscheg (Romanist)|Ernst Gamillscheg]]: &amp;#039;&amp;#039;Diderots Neveu de Rameau und die Goethesche Übersetzung der Satire&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Geistes- und sozialwissenschaftliche Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 1953. Band 1). Verlag der Wissenschaften und der Literatur in Mainz (in Kommission bei Franz Steiner Verlag, Wiesbaden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.fabula.org/colloques/document2003.phpFrançoise Barthélémy-Toraille: Le neveu de Rameau. Goethe traducteur de Diderot.] vom 25. Juni 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4192982-2|VIAF=180583301}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (18. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Französisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Paris)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werk von Denis Diderot]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alex1011</name></author>
	</entry>
</feed>