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	<title>Rainer Kokemohr - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T13:11:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rainer_Kokemohr&amp;diff=1410236&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Peter in s: Region statt Provinz</title>
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		<updated>2025-08-23T08:04:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Region statt Provinz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rainer Kokemohr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[24. April]] [[1940]] in [[Rahden]]; † [[21. März]] [[2020]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.ew.uni-hamburg.de/ueber-die-fakultaet/aktuell/20-03-23-nachruf-kokemohr.html|titel=Nachruf auf Prof. Dr. Rainer Kokemohr|hrsg=Universität Hamburg|datum=2020-03-23|abruf=2020-03-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Pädagogik|Pädagoge]] und [[Professor]] für allgemeine Erziehungswissenschaft an der [[Universität Hamburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Kokemohr begann 1960 ein Studium an der [[Universität Bielefeld|Pädagogischen Hochschule Bielefeld]], das er 1963 mit dem ersten [[Staatsexamen]] beendete. Nach dem anschließenden [[Referendariat]] legte er 1965 auch das zweite Staatsexamen ab und war noch bis 1966 als [[Lehrer]] tätig. Bereits 1965 hatte Kokemohr das Studium der Erziehungswissenschaft, [[Philosophie]] und [[Germanistik]] an der [[Ruhr-Universität Bochum]] begonnen, das er später an der [[Westfälische Wilhelms-Universität|Westfälischen Wilhelms-Universität]] in [[Münster]] fortsetzte. Dort erfolgte 1970 auch seine [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum Dr. phil. mit der Arbeit &amp;#039;&amp;#039;„Zukunft als Problem der historischen Bildung in der Sicht des jungen [[Friedrich Nietzsche|Nietzsche]]“&amp;#039;&amp;#039;. Danach war er bis 1973 als [[wissenschaftlicher Assistent]] im Fachbereich Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Münster tätig. 1973 wurde er dort zum [[Akademischer Rat|Wissenschaftlichen Rat]] und Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft ernannt. 1974 wechselte Kokemohr an die Universität Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1986 verbrachte Kokemohr regelmäßig Arbeitsaufenthalte in [[Kamerun]]. Nachdem er dort zunächst hauptsächlich [[Feldforschung]] betrieben hatte, wurde er 1991 wissenschaftlicher Berater für den Aufbau einer [[Modellschule]] im ländlichen Raum der [[Ouest (Kamerun)|West-Region]]. 1999 wirkte er auch am Aufbau eines der Schule benachbarten Lehrerbildungsinstituts mit, das 2005 den Lehrbetrieb aufnahm. Seit 2001 war Kokemohr außerdem mehrfach zu Arbeitsaufenthalten an der Hochschule für Erziehungswissenschaften der [[Chengchi-Nationaluniversität]] in [[Taipeh]]/[[Republik China (Taiwan)|Taiwan]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsschwerpunkte ==&lt;br /&gt;
Kokemohrs Forschungsschwerpunkte waren die Bildungsprozessforschung, [[Interaktionsanalyse]] in pädagogischer Absicht, interkulturelle Kommunikation, erziehungswissenschaftliche Biographieforschung und historisch-systematische Einzelstudien zur Bildungsphilosophie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungsprozessforschung ===&lt;br /&gt;
Kokemohr versteht unter [[Bildung]] die „Prozesse einer grundlegenden Transformation von Welt- und Selbstverhältnissen dort, wo auf neue Problemerfahrungen in schon erworbenen Orientierungen nicht mehr angemessen geantwortet werden kann […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Kokemohr: &amp;#039;&amp;#039;Bildung in interkultureller Kooperation&amp;#039;&amp;#039;. In: Sönke Abeldt, Walter Bauer (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;„… was es bedeutet, verletzbarer Mensch zu sein“&amp;#039;&amp;#039;. Grünewald-Verlag, Mainz 2000, S. 421–436, darin: S. 421.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bildung wird in dieser Theorie nicht als ein zu erreichendes Ziel, sondern eher als ein Verarbeitungsmodus von Welt- und Selbsterfahrungen gedacht. Kokemohr bezieht in seinem Text „Bildung als Welt- und Selbstentwurf im Fremden“ den Bildungsbegriff auf die Erfahrung des Fremden, kurz: die Fremderfahrung, so wie sie [[Bernhard Waldenfels]] im Anschluss an [[Edmund Husserl]] thematisiert hat. „Das Fremde“  lässt sich nach Kokemohr als eine Erfahrung bestimmen, die sich der „Subsumption unter Figuren eines gegebenen Welt- und Selbstentwurfs widersetzt.“  Durch die Betonung des Fremden als Erfahrung  wird deutlich, dass mit dem ‚Fremden‛ nicht die fremde Person, z. B. aus einer anderen Kultur gemeint ist, sondern das Fremde erfährt eine formale Bestimmung, die sich dann in den verschiedensten Bereichen z. B. Geschlecht, Alter, soziale oder kulturelle Zugehörigkeit, Einkommensverhältnisse, Ausbildungsstand etc. manifestieren kann. Entscheidend für die Bestimmung des Fremden ist nach Kokemohr alleinig das formale Kriterium, welches besagt, dass etwas in die vertrauten Welt- und Selbstverhältnisse einbreche, was sich einer Deutung im Rahmen dieser Verhältnisse entziehe und somit keine angemessenen Handlungsalternativen biete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historisch-systematische Einzelstudien zur Bildungsphilosophie ===&lt;br /&gt;
Die historisch-systematischen Einzelstudien beziehen sich u.&amp;amp;nbsp;a. auf [[Friedrich Nietzsche]]. Dabei besteht die Bedeutung der Bezugnahme auf Nietzsche darin, dass Nietzsche Bildung jenseits eines den geschichtlichen Prozess transzendierenden Prinzips denkt. Bildung müsse demnach ohne einen ethisch-politischen Referenzrahmen auskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nietzsches Zarathustra denkt Bildung jedoch nicht mehr in Bezug auf ein wie immer formuliertes Ganzes. So verstanden wäre seine Bildungskritik radikal und weiterhin aktuell. Sie artikuliert die notwendige Frage nach der Ontologie von Welt- und Selbstverhältnissen, die in ethisch-politisch engagierten Bildungstheorien immer schon als gelöst vorausgesetzt werden. Aber der Preis dieser Radikalität ist auch deutlich: Ein ethisch-politischer Referenzrahmen ist nicht mehr zu formulieren, vor und in dem Bildungsprozesse sich zu bewähren hätten. Nietzsche stellt seine Leser in ein klares Entweder-Oder: entweder in die Gewalt der Referenzlosigkeit oder in die Gewalt unbefragbarer Referenzen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Tobias Klass, Rainer Kokemohr: &amp;#039;&amp;#039;„Man muß noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können“&amp;#039;&amp;#039;. In: Sönke Abeldt, Walter Bauer (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;„… was es bedeutet, verletzbarer Mensch zu sein“&amp;#039;&amp;#039;. Grünewald-Verlag, Mainz 2000, S. 322.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade für trans- oder interkulturelle &amp;quot;Widerfahrnisse&amp;quot; könne sich dieses Fehlen eines verbindlichen Rahmens aber als produktiv erweisen, da das Vorausgesetzte immer wieder neu und anders hinterfragbar wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Interkulturelle oder transkulturelle Bildung ===&lt;br /&gt;
Kokemohr hat sich intensiv mit den Herausforderungen beim Zusammentreffen verschiedener Kulturen auseinandergesetzt (siehe Vita). Er könne insofern als ein Vertreter der &amp;quot;interkulturellen Pädagogik&amp;quot; gesehen werden. Allerdings wird dieser Begriff von Kokemohr skeptisch bewertet: &amp;quot;Ich zitiere die Rede von &amp;#039;&amp;#039;interkultureller&amp;#039;&amp;#039; Kommunikation zurückhaltend. Denn sofern wir uns nur vom Boden unserer je eigenen kulturellen Ordnung aus auf die je andere Kultur beziehen können, gibt es zwischen oder über den Kulturen keine Position, die das Prädikat &amp;#039;&amp;#039;inter&amp;#039;&amp;#039; im Sinne von einer Gleichzugänglichkeit verschiedener Kulturen rechtfertigte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Bildung als Welt- und Selbstentwurf im Anspruch des Fremden. S. 23. In (Hrsg.) Koller, Marotzki, Sanders : Bildungsprozesse und Fremdheitserfahrung. Beiträge zu einer Theorie transformatorischer Bildungsprozesse. Bielefeld: transcript 2007&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielmehr solle man von &amp;quot;Versuchen transkultureller Bezugnahme&amp;quot; sprechen, da damit das Risiko des Scheitern dieser Bezugnahme betone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfluss auf andere Bildungstheoretiker ==&lt;br /&gt;
Kokemohrs bildungstheoretische Arbeiten an der [[Universität Hamburg]] haben in besonderem Maße in den Arbeiten von [[Hans-Christoph Koller]] und [[Winfried Marotzki]] eine Weiterentwicklung erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zukunft als Bildungsproblem. Die Bildungsreflexion des jungen Nietzsche&amp;#039;&amp;#039;, Ratingen, Kastellaun, Düsseldorf, 1973&lt;br /&gt;
* Hrsg. mit [[Winfried Marotzki]]: &amp;#039;&amp;#039;Biographien in komplexen Institutionen. Studentenbiographien I&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt, Bern, New York, Paris, 1989&lt;br /&gt;
* Hrsg. mit [[Winfried Marotzki]]: &amp;#039;&amp;#039;Biographien in komplexen Institutionen. Studentenbiographien II&amp;#039;&amp;#039;, Weinheim, 1990&lt;br /&gt;
* Hrsg. mit [[Hans-Christoph Koller]]: &amp;#039;&amp;#039;„Jeder Deutsche kann das verstehen“. Probleme im interkulturellen Arbeitsgespräch&amp;#039;&amp;#039;, Weinheim, 1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|120480190}}&lt;br /&gt;
* [http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/personal/kokemohr/Home.html Website an der Universität Hamburg]&lt;br /&gt;
* [http://www.ecole-pilote.de/ Reformschule und Ausbildungszentrum in Mbô] (Kamerun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=120480190|LCCN=n/85/124436|VIAF=35288040}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kokemohr, Rainer}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pädagoge (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Hamburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1940]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2020]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kokemohr, Rainer&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Pädagoge&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=24. April 1940&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Rahden]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=21. März 2020&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Peter in s</name></author>
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