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	<title>Raimondo Montecuccoli - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;AF666: /* Von der Pike an: Im Dreißigjährigen Krieg */</title>
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		<updated>2026-01-25T21:20:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Von der Pike an: Im Dreißigjährigen Krieg&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:HGM Grießler Montecuccoli.jpg|mini|Porträt von [[Elias Grießler]] im [[Heeresgeschichtliches Museum|Heeresgeschichtlichen Museum]], Wien.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Montecuccolis Unterschrift: [[Datei:Signatur Raimondo Montecuccoli.PNG|rahmenlos|klasse=skin-invert-image]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Raimondo-montecuccoli.jpg|mini|Raimondo Montecuccoli]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Raimondo Graf von Montecuccoli&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[21. Februar]] [[1609]] auf [[Castello di Montecuccolo|Schloss Montecuccolo]] in [[Pavullo nel Frignano]] bei [[Modena]]; † [[16. Oktober]] [[1680]] in [[Linz]]) war ein [[Italien|italienischer]] [[Kaiserliche Armee (HRR)|kaiserlicher]] Feldherr, Diplomat und Staatsmann in [[Haus Österreich|österreichisch]]-[[Habsburgermonarchie|habsburgischen]] Diensten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Montecuccoli war kaiserlicher Kämmerer und [[Geheimer Rat]], [[Generalleutnant]], General-Artilleriedirektor, Gouverneur von Raab, Hofkriegsratspräsident, [[Regimentsinhaber|Inhaber]] eines [[Kürassiere|Kürassierregiments]], Präsident der leopoldinischen Akademie der Naturforscher und Ritter des [[Orden vom Goldenen Vlies|Ordens vom Goldenen Vlies]]. Er gilt als Schöpfer des ersten stehenden Heeres in Österreich und als einer der bedeutendsten Militärtheoretiker und -schriftsteller des 17. Jahrhunderts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als seine bedeutendste militärische Großtat gilt sein Sieg in der [[Schlacht bei Mogersdorf]], auch bekannt als Schlacht bei [[Szentgotthárd|St. Gotthard]], über ein doppelt so starkes Türkenheer, dem er damit den [[Prestige|Nimbus]] der Unbesiegbarkeit raubte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Von der Pike an: Im Dreißigjährigen Krieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pavullo-Castello Montecuccoli01.jpg|mini|Castello di Montecuccolo]]&lt;br /&gt;
Raimondo wurde als Sohn von Galeotto Montecuccoli (1570–1619) und Anna Bighi (1586–1638) im [[Castello di Montecuccolo]] etwa 50&amp;amp;nbsp;km südlich von [[Modena]] geboren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;&amp;gt;{{NDB|18|44|47|Montecuccoli, Raimund Fürst von|Helmut Neuhaus|119064324}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stammte aus dem mittelitalienischen Adelsgeschlecht [[Montecuccoli|Montecuccoli-Polignano]]. Nach sprachlichen und klassischen Studien trat er 1625 als einfacher Kriegsmann in das kaiserliche Heer ein und lernte das Kriegshandwerk im wörtlichen Sinn „von der Pike auf“. So hatte es sein wesentlich älterer entfernter Vetter [[Ernesto Montecuccoli]] verlangt, der als Hauptmann in der Leibgarde des Erzherzogs und [[Ferdinand II. (HRR)|Kaisers Ferdinand]] gedient hatte, sich in der [[Schlacht am Weißen Berg]] auszeichnete und bis zum Feldzeugmeister aufstieg, bevor er 1633 nach dem Entsatz von [[Breisach]] einer siebenfachen Verwundung erlag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot;&amp;gt;{{ADB|22|183|189|Montecuccoli, Raimund Fürst von|Adolf Schinzl|ADB:Montecuccoli, Raimund Fürst von}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1625 bis 1633 kämpfte Raimondo in [[Schlesien]], in den [[Niederlande]]n, in West- und Norddeutschland. Nachdem er zwischenzeitlich in einem kroatischen Reiterregiment gedient hatte, stieg Raimondo Montecuccoli bereits 1629 zum Hauptmann im Infanterieregiment Wangler auf. Er wurde von seinem Onkel abwechselnd bei den Fußtruppen und der Reiterei eingesetzt, bevorzugte aber, nach seinen eigenen Angaben, die [[Kavallerie]], ohne jedoch den Wert der Fußtruppen zu unterschätzen „bei welchen die Disciplin erlernt werden könne, auf deren Grundlage jede Leistung und jeder Ruhm beruht“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Schreiber (Schriftsteller)|Georg Schreiber]]: &amp;#039;&amp;#039;Raimondo Montecuccoli. Feldherr, Schriftsteller und Kavalier. Ein Lebensbild aus dem Barock.&amp;#039;&amp;#039; Styria, Graz/Wien/Köln 2000, ISBN 3-222-12817-0, S. 24–25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seinen Reitern kämpfte Montecuccoli bei [[Schlacht bei Nördlingen|Nördlingen]] und führte 1635 als [[Oberstleutnant]] eine Gruppe aus 200 abgesessenen (d.&amp;amp;nbsp;h. zu Fuß gehenden) [[Kürassiere]]n durch die in die [[Stadtbefestigung Kaiserslautern|Stadtmauer Kaiserslauterns]] geschossene Bresche, nahm den Kommandanten gefangen und eroberte die Stadt. Für diese Leistung ernannte ihn der Kaiser zum [[Oberst]] und verlieh ihm das Regiment &amp;#039;&amp;#039;[[Kaiserlich-habsburgisches Kürassierregiment Pernstein (1627)|Trappola]]&amp;#039;&amp;#039;, das Montecuccoli um fünf neue Kompanien verstärkte und mit dem er noch im selben Jahr wesentlich zur Einnahme Elsaß-[[Saverne|Zaberns]] beitrug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Schreiber (Schriftsteller)|Georg Schreiber]]: &amp;#039;&amp;#039;Raimondo Montecuccoli. Feldherr, Schriftsteller und Kavalier. Ein Lebensbild aus dem Barock.&amp;#039;&amp;#039; Styria, Graz/Wien/Köln 2000, ISBN 3-222-12817-0, S. 33–35.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach führte Montecuccoli sein Regiment 1636 bei [[Wolmirstedt]] und [[Schlacht bei Wittstock|Wittstock]], 1639 bei [[Schlacht bei Chemnitz (1639)|Chemnitz]] und 1639 bei [[Mělník]] und [[Brandýs nad Labem-Stará Boleslav|Brandeis]]. Die letztgenannten Gefechte hatte [[Lorenz von Hofkirchen|General Hofkirchen]] gegen Montecuccolis im Kriegsrat geäußerten Widerspruch angenommen. Sie endeten ungünstig für die kaiserlichen Truppen, Montecuccoli wurde verwundet und gefangen genommen. Er verbrachte seine 2½-jährige Gefangenschaft teils in [[Stettin]], teils in [[Weimar]] und nutzte die Zeit zum intensiven Studium juristischer, philosophischer, historischer und naturwissenschaftlicher Werke. In Stettin entwarf er auch sein eigenes berühmtes Werk über die [[Kriegskunst]]. Im Jahr 1642 kehrte er nach seiner Auswechselung wieder zum Heer zurück. Noch im selben Jahr kämpfte er wieder mit der kaiserlichen Armee in Schlesien, schlug bei [[Troppau]] ein feindliches Korps und entsetzte [[Brzeg|Brieg]]. Er wurde zum [[Generalwachtmeister]] ernannt, zog dann jedoch im Winter 1642 mit Söldnern nach Modena, um in den Dienst von Herzog [[Francesco I. d’Este]] zu treten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[General der Kavallerie]] kämpfte er im Krieg um das [[Herzogtum Castro#Der erste Krieg um Castro|Herzogtum Castro]] und stieg zum modenesischen Feldmarschall auf. 1644 aus Italien zurückgekehrt, wurde er zum kaiserlichen [[Feldmarschallleutnant]] und [[Hofkriegsrat]] ernannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;/&amp;gt;, befehligte Truppen in Franken und führte Teile von General [[Matthias Gallas|Gallas]]’ in Sachsen vom Feind eingeschlossener Kavallerie nach Böhmen zurück. 1645 wurde er Kommandant in Schlesien und unterstützte mit seinem Korps den Erzherzog Leopold auf dessen Zuge gegen Fürst [[György Rákóczi|Rákóczi]] von [[Siebenbürgen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot;/&amp;gt; 1647 schlugen er und [[Johann von Werth]] die Schweden in der [[Schlacht bei Triebl]] in Westböhmen. Im darauffolgenden Jahr wurde er dafür zum kaiserlichen General der Kavallerie ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Schreiber (Schriftsteller)|Georg Schreiber]]: &amp;#039;&amp;#039;Raimondo Montecuccoli. Feldherr, Schriftsteller und Kavalier. Ein Lebensbild aus dem Barock.&amp;#039;&amp;#039; Styria, Graz/Wien/Köln 2000, ISBN 3-222-12817-0, S. 71.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einer der wichtigsten Offiziere der Armee befehligte er unter General [[Peter Melander von Holzappel|Melander]] zusammen mit Werth die Kavallerie der Kaiserlichen, während [[Johann Wilhelm von Hunolstein]] die Infanterie kommandierte. Auf dem Feldzug nach Hessen drang Montecuccoli bis über die [[Weser]] vor, während Melander vergeblich [[Marburg]] belagerte. Nach dem Zurückweichen vor einem vereinigten schwedisch-französischen Heer bis an die [[Donau]] deckte Montecuccoli am 7. Mai 1648 den Rückzug der Kaiserlichen in der [[Schlacht bei Zusmarshausen]], dabei kam der ihm zu Hilfe geeilte Oberbefehlshaber Melander zu Tode. Das geschwächte kaiserlich-bayerische Heer zog sich in der Folge bis an den [[Inn]] zurück und überließ weite Teile [[Bayern]]s der Verheerung durch die gegnerischen Truppen. Vor dem Friedensschluss unterstützte Montecuccoli noch den neuen kaiserlichen Oberbefehlshaber [[Ottavio Piccolomini|Piccolomini]] beim Zurückdrängen der Feinde aus Bayern und der [[Oberpfalz]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In diplomatischen und militärischen Diensten ===&lt;br /&gt;
Nach dem [[Westfälischer Friede|Westfälischen Frieden]] unternahm er diplomatische Reisen nach Schweden, Flandern und Italien. Als kaiserlicher Gesandter nahm er 1655 am ungarischen Landtag und 1664 am [[Immerwährender Reichstag|Regensburger Reichstag]] teil.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;/&amp;gt; Seine Bekanntschaft mit [[Christine von Schweden]] bot Stoff zu romanhaften Gerüchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1657 unterstützte er den polnischen König [[Johann II. Kasimir]] gegen Rákóczi und die Schweden und zwang Rákóczi zum Frieden mit Polen. 1658 zum [[Generalfeldmarschall#Kaiserliche Feldmarschalle 1618–1806|Feldmarschall]] ernannt und dem von den Schweden bedrängten [[Christian III. (Dänemark und Norwegen)|Dänenkönig]] zu Hilfe gesandt, vereinigte er sich bei [[Küstrin]] mit den Truppen des Kurfürsten von Brandenburg, vertrieb die Schweden aus [[Jütland]] und [[Fünen]], wandte sich darauf nach [[Schwedisch-Pommern]] und eroberte [[Damgarten]], [[Anklam]], [[Demmin]], [[Ueckermünde]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot;/&amp;gt; Nach dem [[Frieden von Oliva]] 1660 wurde er [[Geheimrat]] und Gouverneur von Raab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Entlastung gegen den osmanischen Einfall im [[Fürstentum Siebenbürgen]] zu leisten, wo 1660 [[Oradea]] nach längerer Belagerung an die Osmanen gefallen war, sollte Montecuccoli im Jahr darauf die osmanischen Festungen [[Esztergom]] und [[Buda]] angreifen. Er organisierte sorgfältig die Waffen, die Nachschubwege und eine [[Pontonbrücke]] über die Donau für seine Streitmacht, als der habsburgische Hof ihm stattdessen das Abrücken über [[Oberungarn]] nach Siebenbürgen befahl, um dort den habsburgischen Fürstenkandidaten [[Johann Kemény]] zu unterstützen. Montecuccolis befolgte den Befehl trotz seiner Verärgerung über die zunichte gemachten Vorbereitungen und die Schwierigkeiten, das Heer im unwegsamen und dünn bevölkerten Gebiet zu versorgen. Bald litten seine 15.000 Mann unter Hunger und Krankheit; er ging deshalb der zahlenmäßig vierfach überlegenen osmanischen Armee aus dem Weg, störte ihre Operationen, verstärkte Garnisonen und half Kemény, sich eine Präsenz im Fürstentum zu verschaffen. 1662 reiste Montecuccoli zum Beraten des weiteren Vorgehens zum ungarischen Landtag in [[Pressburg]]; Kemény fiel in der Zwischenzeit in der Schlacht. Mit dem kroatisch-ungarischen General [[Nikolaus Zrinski]] lieferte Montecuccoli sich in öffentlichen [[Pamphlet]]en ein Wortgefecht. Montecuccoli warf den ungarischen Magnaten mangelnde Unterstützung und fehlende Erfahrung mit großangelegten Militäroperationen vor, während Zrinski Montecuccoli für mangelnde Erfolge kritisierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Suzanne Sutherland: The Rise of the Military Entrepreneur: War, Diplomacy, and Knowledge in Habsburg Europe. Cornell University Press, Ithaca 2022. ISBN 978-1501765001, S. 124–129.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Türkenkrieg 1663/1664|Türkenkrieges von 1663/1664]] verzögerte Montecuccoli den Vormarsch des feindlichen Heeres, bis die bayerischen, brandenburgischen, französischen und sächsischen Allianztruppen zu ihm gestoßen waren. Dies sicherte ihm, am 1. August 1664, in der [[Schlacht bei Mogersdorf]], an der [[Raab (Fluss)|Raab]], den Sieg über ein im Marsch auf Wien befindliches, großes Türkenheer unter [[Köprülü Fâzıl Ahmed Pascha|Ahmed Köprülü]]. Bis dahin hatten die [[Osmanen]] als unbesiegbar gegolten. Zum Lohn wurde Montecuccoli zum [[Generalleutnant]] befördert, dem seinerzeit höchsten militärischen Rang, sofern stattdessen kein [[Generalissimus]] amtierte. 1668 erhielt Montecuccoli das Präsidium des [[Hofkriegsrat]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hofkriegsratspräsident und letzte Rückkehr ins Feld ===&lt;br /&gt;
Als [[Ludwig&amp;amp;nbsp;XIV.]] 1672 Holland angriff, erhielt Montecuccoli den Oberbefehl über das mit der Armee des [[Friedrich Wilhelm (Brandenburg)|Großen Kurfürsten]] vereinigte kaiserliche Hilfskorps, durfte aber nichts Entscheidendes unternehmen und legte daher Anfang 1673 das Kommando nieder. Im Sommer aber vertrieb er an der Spitze eines neuen Heers [[Henri de La Tour d’Auvergne, vicomte de Turenne|Turenne]] aus Deutschland und eroberte, mit dem Fürsten von [[Orange (Vaucluse)|Orange]]/Oranien vereint, [[Belagerung von Bonn (1673)|Bonn]]. 1675 befehligte er wieder die Kaiserlichen gegen Turenne. Beide manövrierten vier Monate lang erfolglos gegeneinander, bis Turenne am 27. Juli 1675 in der [[Schlacht bei Sasbach]] fiel, worauf Montecuccoli die sich zurückziehenden Franzosen bis nach dem Elsass verfolgte und [[Haguenau|Hagenau]] und [[Saverne|Zabern]] belagerte. Aber [[Louis II. de Bourbon, prince de Condé|Condés]] Erscheinen auf dem Kampfplatz zwang ihn, das Elsass wieder zu verlassen, worauf er mit der [[Belagerung von Philippsburg (1676)|Belagerung von Philippsburg]] seine militärische Laufbahn beendete. Er war der militärische Lehrmeister von [[Ludwig Wilhelm (Baden-Baden)|Ludwig Wilhelm von Baden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er lebte fortan meist am kaiserlichen Hof, im Umgang mit Gelehrten. Die Stiftung der [[Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina|Leopoldinischen Akademie für Naturforschung]] ist wesentlich sein Verdienst. Graf Montecuccoli starb am 16. Oktober 1680 in Linz. Die bereits geplante Erhebung in den Reichsfürstenstand erlebte er nicht mehr, sie wurde erst seinem Sohn [[Leopold Philipp Montecuccoli|Leopold Philipp]] zuteil, mit dessen Tod 1698 die fürstliche Linie erlosch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Montecuccoli verfasste zahlreiche militärische Werke. Ein besonders häufig zitierter Satz aus seinen &amp;#039;&amp;#039;Aforismi dell’Arte Bellica&amp;#039;&amp;#039; war die Feststellung: &amp;#039;&amp;#039;„Richiesto taluno delle cose necessarie alla guerra, egli rispondesse tre esser quelle: denaro, denaro, denaro“&amp;#039;&amp;#039; („Würde man jemanden nach den zum Kriege notwendigen Dingen fragen, so würde er sagen, es seien diese drei: Geld, Geld, Geld“).&amp;lt;ref&amp;gt;Raimondo Montecuccoli, Hendrik van Huyssen: &amp;#039;&amp;#039;Memorie del General Principe di Montecuccoli che rinfermano una esatta instruzzione de i generali ed ufficiali di guerra, per ben commandar un’Armata&amp;amp;nbsp;(…)&amp;#039;&amp;#039;. 2&amp;amp;nbsp;Bände. Compagnia dei Librarii, Köln 1704, [http://permalink.obvsg.at/AC07499894 OBV], S.&amp;amp;nbsp;54. &amp;lt;!-- in welchem Band? / In der Ausgabe 1821: [[:s:it:Pagina:Opere di Raimondo Montecuccoli (1821).djvu/153|S. 133]] --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Montecuccoli fand seine letzte Ruhestätte in der [[Kirche am Hof (Wien)]], und zwar in der sogenannten Montecuccoli-Gruft, welche sich im nordseitigen Seitenschiff unter der Liboriuskapelle befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Montecuccoli heiratet 1657 &amp;#039;&amp;#039;Margaretha von Dietrichstein-Nikolsburg&amp;#039;&amp;#039; (* 18. April 1637; † Wien 15. Dezember 1676), Tochter von [[Maximilian von Dietrichstein]]. Das Paar hatte mehrere Kinder, darunter:&lt;br /&gt;
* [[Leopold Philipp Montecuccoli|Leopold Philipp]] (* 1. Mai [[1662]]; † [[9. Januar]] [[1698]])&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://kaiserhof.geschichte.lmu.de/13076 |titel=Montecuccoli, Leopold Philipp|hrsg=Kaiser und Höfe. Personendatenbank der Höflinge der österreichischen Habsburger, hrsg. von Mark Hengerer und Gerhard Schön |datum= |abruf=2023-12-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, seit 1689 Fürst, kaiserlicher Kämmerer, FML ⚭ Gräfin Maria Antonia Colloredo Josepha von Colloredo († 1737)&lt;br /&gt;
* Ernestine Barbara (* 25. Mai 1663; † 6. Mai 1701)&amp;lt;ref&amp;gt;Johann C. Spiess, &amp;#039;&amp;#039;Das Jetzt-herrschende EUROPA&amp;#039;&amp;#039;, [https://books.google.de/books?id=GQVnAAAAcAAJ&amp;amp; S.&amp;amp;nbsp;504]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:⚭ 1678 Michael Wenzel Ungnad von Weißenwolff († 1678)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Jährliches genealogisches Hand-Buch&amp;#039;&amp;#039;, [https://books.google.de/books?id=PqRAAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA493 S.&amp;amp;nbsp;493]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:⚭ 1680 Franz Christoph von Khevenhüller (* 22. September 1634; † 11. September 1684), kaiserlicher Oberstjägermeister, Eltern von [[Ludwig Andreas von Khevenhüller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Durch die kaiserliche Entschließung von [[Franz Joseph I.]] vom 28. Februar 1863 wurde Montecuccoli in die Liste der &amp;#039;&amp;#039;„berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“&amp;#039;&amp;#039; aufgenommen, zu deren Ehren und Andenken auch eine lebensgroße [[Statue]] in der Feldherrenhalle des damals neu errichteten &amp;#039;&amp;#039;[[kaiserlich-königlich|k.k.]] Hofwaffenmuseums&amp;#039;&amp;#039; (heute: [[Heeresgeschichtliches Museum|Heeresgeschichtliches Museum Wien]]) errichtet wurde. Die Statue wurde 1869 vom [[Bildhauerei|Bildhauer]] [[Thomas Greinwald]] aus [[Carrara-Marmor]] geschaffen, gewidmet wurde sie von Kaiser Franz Joseph selbst.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Christoph Allmayer-Beck]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Das Museum und seine Repräsentationsräume&amp;#039;&amp;#039;. Kiesel Verlag, Salzburg 1981, ISBN 3-7023-0113-5, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1909 wurde der &amp;#039;&amp;#039;Montecuccoliplatz&amp;#039;&amp;#039; in Wien-[[Hietzing]] ihm zu Ehren benannt. In [[Güssing]] erhielt die Jägerkaserne des [[Bundesheer]]es seinen Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Sortiert nach Erscheinungsjahr:&lt;br /&gt;
* {{BLKÖ|Montecuculi, Raimund Fürst|19|46|50}}&lt;br /&gt;
* Cesare Campori: &amp;#039;&amp;#039;Raimondo Montecuccoli – la sua famiglia e i suoi tempi&amp;#039;&amp;#039;. G. Barbèra, Florenz 1876, [https://katzoom.onb.ac.at/DB1/nka/m001/z016/h069/a0156812.gif ÖNB].&lt;br /&gt;
* {{ADB|22|183|189|Montecuccoli, Raimund Fürst von|Adolf Schinzl|ADB:Montecuccoli, Raimund Fürst von}}&lt;br /&gt;
* Ferdinand Stöller: &amp;#039;&amp;#039;Raimondo Montecuccoli.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hugo Hantsch]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gestalter der Geschicke Österreichs&amp;#039;&amp;#039;. Studien der Wiener Katholischen Akademie, Band 2. Tyrolia, Innsbruck 1962, [http://permalink.obvsg.at/AC00477243 OBV], [http://d-nb.info/451531256 DNB].&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Rausch (Historiker)|Wilhelm Rausch]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Türkenbesieger Raimund Montecuccoli in Linz&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Jahrbuch der Stadt Linz]].&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 1964. [[Archiv der Stadt Linz]], Linz 1965, {{ISSN|0440-9736}}, S.&amp;amp;nbsp;99–130 ({{OoeGeschichte|pdf=hjstl 1964 0099-0130.pdf|KBytes=6300}}).&lt;br /&gt;
* Harms Kaufmann: &amp;#039;&amp;#039;Raimondo Graf Montecuccoli, 1609–1680. Kaiserlicher Feldmarschall, Militärtheoretiker und Staatsmann.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation. Freie Universität Berlin, Berlin 1974, [http://d-nb.info/760742359 DNB], [http://permalink.obvsg.at/AC04672768 OBV].&lt;br /&gt;
* [[Thomas M. Barker]]: &amp;#039;&amp;#039;The Military Intellectual and Battle. Raimondo Montecuccoli and the Thirty Years War&amp;#039;&amp;#039;. University Press, Albany, N.Y. 1975, ISBN 0-87395-250-2.&lt;br /&gt;
* {{NDB|18|44|47|Montecuccoli, Raimund Fürst von|Helmut Neuhaus|119064324}}&lt;br /&gt;
* [[Georg Schreiber (Schriftsteller)|Georg Schreiber]]: &amp;#039;&amp;#039;Raimondo Montecuccoli. Feldherr, Schriftsteller und Kavalier. Ein Lebensbild aus dem Barock.&amp;#039;&amp;#039; Styria, Graz/Wien/Köln 2000, ISBN 3-222-12817-0.&lt;br /&gt;
* Berardo Rossi: &amp;#039;&amp;#039;Raimondo Montecuccoli. Un cittadino dell’Europa del Seicento.&amp;#039;&amp;#039; Edizioni Digi Graf, Pontecchio Marconi (Bologna) 2002, [http://permalink.obvsg.at/AC03748372 OBV].&lt;br /&gt;
* Hans-Justus Kreker: &amp;#039;&amp;#039;Feldmarschall Raimund Fürst Montecuccoli 1609–1680&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mars. Jahrbuch für Wehrpolitik und Militärwesen.&amp;#039;&amp;#039; Band 6.2000. Biblio-Verlag, Osnabrück 2006, {{ISSN|1430-581X}}, ISBN 3-7648-2451-4, S.&amp;amp;nbsp;190–200.&lt;br /&gt;
* Klaus-Jürgen Bremm: &amp;#039;&amp;#039;Raimondo Montecuccoli. Barocke Karriere unter dem Doppeladler.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Damals. Das Magazin für Geschichte und Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Heft 2, 2007, S. 68–72.&lt;br /&gt;
* Hubert Michael Mader: &amp;#039;&amp;#039;Raimund Fürst Montecuccoli und die Schlacht von St. Gotthard-Mogersdorf im Jahr 1664: Eine Bewährungsprobe Europas.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Österreichische Militärische Zeitschrift (ÖMZ).&amp;#039;&amp;#039; Online-Ausgabe 3/2006, {{ISSN|0048-1440}}.&lt;br /&gt;
* Herbert Bezdek: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen „Triumph und Tragik“: Zum 400. Geburtstag Raimondo Montecuccolis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Oberösterreichische Heimatblätter]].&amp;#039;&amp;#039; Linz 2009, S. 65–68 ({{OöHeimatblätter|jahr=2009}}).&lt;br /&gt;
* Antonio Schmidt-Brentano: &amp;#039;&amp;#039;Die kaiserlichen Generale 1618 – 1655.&amp;#039;&amp;#039; Ein biographisches Lexikon. Wien 2022, S. 335–348 ([https://www.oesta.gv.at/dam/jcr:3cb11fb4-f0f1-4589-85f9-2d4a16d29365/Antonio%20Schmidt-Brentano%20-%20Die%20kaiserlichen%20Generale%202022.pdf PDF]).&lt;br /&gt;
* Max Plassmann: &amp;#039;&amp;#039;Militärtheorie und Kriegspraxis im 17. Jahrhundert: Raimondo Montecuccoli und Ludwig Wilhelm von Baden&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 170 (2022), S. 285–307. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Raimondo Montecuccoli|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Autore:Raimondo Montecuccoli|Raimondo Montecuccoli|lang=it}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119064324}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Montecuccoli,_Raimund_Fürst}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119064324|LCCN=n84186593|VIAF=24639032}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Montecuccoli, Raimondo}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson im Dreißigjährigen Krieg (HRR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Holländischen Krieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Infanterist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kavallerist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärtheoretiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regimentsinhaber der Frühen Neuzeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaiserlicher General (HRR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geheimrat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hofkriegsrat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Titulargraf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Modena)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1609]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1680]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Montecuccoli, Raimondo&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Montecuccoli, Raimund Graf von&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Feldherr, Diplomat und Staatsmann&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=21. Februar 1609&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Castello di Montecuccolo]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=16. Oktober 1680&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Linz]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;AF666</name></author>
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