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	<title>Raiatea - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Raiatea&amp;diff=1241636&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Scholless: + Persönlichkeiten</title>
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		<updated>2025-12-15T05:30:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+ Persönlichkeiten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Insel&lt;br /&gt;
|BILD1=Tahaa raiatea.jpg&lt;br /&gt;
|BILD1-TEXT=Satellitenaufnahme von Raiatea (unten) und Tahaa&lt;br /&gt;
|BILD2=Raiatea topographic map - with communes et communes associées.png&lt;br /&gt;
|BILD2-TEXT=Karte von Raiatea, mit Gemeinden und &amp;#039;&amp;#039;communes associées&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|GEWAESSER=Pazifischer Ozean&lt;br /&gt;
|GRUPPE=[[Gesellschaftsinseln]]&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD= 16/49//S&lt;br /&gt;
|LAENGENGRAD=151/26//W&lt;br /&gt;
|REGION-ISO=FR-PF&lt;br /&gt;
|KARTE=&lt;br /&gt;
|POSKARTE=Französisch-Polynesien Gesellschaftsinseln&lt;br /&gt;
|LAENGE=20&lt;br /&gt;
|BREITE=14&lt;br /&gt;
|FLAECHE=194&lt;br /&gt;
|ERHEBUNG=Mont Toomaru&lt;br /&gt;
|HOEHE=1032&lt;br /&gt;
|HOEHE-BEZUG=&lt;br /&gt;
|EINWOHNER=12832&lt;br /&gt;
|ZENSUS=2012&lt;br /&gt;
|HAUPTORT=[[Uturoa]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Raiatea&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, [[Polynesische Sprachen|polynesisch]] &amp;#039;&amp;#039;Havai’i&amp;#039;&amp;#039;, alte Namen: &amp;#039;&amp;#039;Ulietea&amp;#039;&amp;#039; ([[James Cook]]), &amp;#039;&amp;#039;Uriatea&amp;#039;&amp;#039; ([[William Ellis]]) und &amp;#039;&amp;#039;Princess&amp;#039;&amp;#039; ([[Domingo de Boenechea]]), ist eine Insel im südlichen [[Pazifik]], die geografisch zu den [[Gesellschaftsinseln]], genauer zu den [[Inseln unter dem Winde]] ({{frS|Îles Sous-le-vent}}) gezählt wird. Sie ist die zweitgrößte Insel der Gesellschaftsinseln und hat eine Fläche von 194&amp;amp;nbsp;km². Politisch gehört Raiatea zu [[Französisch-Polynesien]] und liegt etwa 220&amp;amp;nbsp;km nordwestlich von [[Tahiti]], der größten Insel und Verwaltungszentrum des [[Archipel]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A view from the AR 72 airplane (Over Society Islands - French Polynesia).jpg|mini|links|Schrägaufnahme von Raiatea]]&lt;br /&gt;
Raiatea ist ein [[Atoll]], das sich mit der Nachbarinsel [[Tahaa]] dasselbe [[Korallenriff]] teilt. Die Hauptinsel ist vulkanischen Ursprunges und besteht überwiegend aus [[Magmatisches Gestein|magmatischen Gesteinen]]. Auf dem Saumriff und in der [[Lagune]] liegen zahlreiche [[Motu (Insel)|Motu]] aus weißem Korallensand und -trümmern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tahaa erstreckt sich nördlich von Raiatea, die beiden Inseln sind von einem 3&amp;amp;nbsp;km schmalen [[Belte und Sunde|Sund]] getrennt. Der [[Sage]] nach ist dies das Werk einer verzauberten [[Muräne]], die von dem Geist einer verstorbenen Prinzessin besessenen war. Die Bootsfahrt von Raiatea nach Tahaa über die Lagune dauert nur etwa 20 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Landschaftsbild von Raiatea ist geprägt von schroffen Gipfeln, einer stark zerklüfteten Küstenlinie mit tief eingeschnittenen Buchten und zahlreichen in der Lagune gelegenen kleinen und kleinsten Inseln. Auf diesen Motu finden sich die schönsten Sandstrände, während die felsige Küste von Raiateas Hauptinsel keinen erwähnenswerten Stränden Platz bietet. Von den Gipfeln, der höchste ist der Toomaru mit 1032&amp;amp;nbsp;m,&amp;lt;ref&amp;gt;So nach der [[Encyclopaedia Britannica]]. In einigen Internetseiten und Reiseführern wird der 1017&amp;amp;nbsp;m hohe Tefatoatiti als höchster Berg genannt.&amp;lt;/ref&amp;gt; öffnen sich zum Meer hin steil abfallende Täler und Schluchten, die von schmalen Felsrücken getrennt werden. Die zahlreichen Fließgewässer bilden nicht selten spektakuläre Wasserfälle. Am 1017&amp;amp;nbsp;m hohen Tefatoatiti&amp;lt;ref&amp;gt;Auch Tefaoaiti geschrieben, in historischen Karten auch Tefatula&amp;lt;/ref&amp;gt; entspringt der nach Osten fließende Apoomau River und ergießt sich in die Faaroa Bay. Er ist der einzige schiffbare Fluss Polynesiens und kann, je nach Wasserstand, für wenige Kilometer mit kleinen Booten befahren werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kultivierte Land und die Siedlungen liegen in einem schmalen Küstenstreifen, das Inselinnere Raiateas ist weitgehend unbewohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Das Klima ist tropisch-feucht. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 26&amp;amp;nbsp;°C, wobei sich die einzelnen Monate nur unwesentlich unterscheiden. Die durchschnittliche Regenmenge beträgt im Jahresmittel ca. 1800&amp;amp;nbsp;mm. Der regenreichste Monat ist der Dezember, die Regenfälle sind aber&amp;amp;nbsp;– wie in den Tropen üblich&amp;amp;nbsp;– heftig und nur von kurzer Dauer. Eher trocken sind die (Winter-)Monate August und September.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora und Fauna ===&lt;br /&gt;
Die Vegetation Französisch-Polynesiens ist von zwei Besonderheiten gekennzeichnet: einem hohen Anteil [[Endemit|endemischer]] Pflanzen bei einer relativen Artenarmut. Die isolierte Lage der Inseln und die Tatsache, dass sie niemals mit einer kontinentalen Landmasse verbunden waren, erklärt die hohe Zahl endemischer Pflanzen. Im Südpazifik breiteten sich die Pflanzen von West nach Ost aus. Das führte dazu, dass die [[Biodiversität]] der Inseln nach Osten abnimmt. So weisen die im Westen gelegenen Inseln [[Neuguinea]] und [[Neukaledonien]] gegenüber Raiatea eine weit höhere Anzahl von Arten auf. Deutlich artenärmer sind dagegen die Inseln des [[Tuamotu-Archipel]]s, die [[Pitcairn]]inseln und die [[Osterinsel]] im äußersten Osten des Pazifiks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beinahe 2000 Jahren Siedlungsgeschichte hat der Mensch die Flora auf Raiatea durch den Anbau von Nutzpflanzen entscheidend verändert, insbesondere in den fruchtbaren Küstenbereichen. Als Nahrungspflanzen werden [[Kokospalme]]n, [[Brotfrucht]]bäume, [[Taro]], [[Yams]], [[Maniok]], [[Süßkartoffel]]n und verschiedene tropische Früchte kultiviert, darunter eine besonders wohlschmeckende [[Ananas]]. Exportiert werden Ananasfrüchte und [[Gewürzvanille|Vanille]], die in kleinen Familienbetrieben angebaut werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im unzugänglichen und üppig bewachsenen Inselinnern haben sich noch bedeutende Reste der ursprünglichen Vegetation erhalten, obwohl die [[Indigene Pflanzen|indigenen Pflanzengemeinschaften]] mittlerweile von [[Guave]]büschen, [[Bambus]]dickichten und anderen [[Hemerochorie|anthropochoren]] Gewächsen bedroht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Tiare Apetahi.jpg|mini|links|Tiare Apetahi]]&lt;br /&gt;
Eine nur auf Raiatea wachsende Pflanze ist die duftende [[Tiare Apetahi]]. Sie ist inzwischen stark bedroht und wächst nur auf dem Mt. Temehani. Mit der gelblichweißen, wohlriechenden Blüte ist folgende Legende verbunden: Eine Prinzessin, die in den Armen ihres Geliebten starb, versprach, ihm immer zärtlich die Hand zu reichen, wenn er auf den Mt. Tamehani steige. Als er am nächsten Morgen den Berg erklomm, sah er überall wunderbar duftende Blumen wachsen, mit fünf Blütenblättern, die sich ihm wie Hände entgegenstreckten. Er grub eine Pflanze aus, um sie in Erinnerung an seine Geliebte im Garten anzupflanzen, sie verdorrte jedoch nach wenigen Tagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Endemit der Vogelwelt war der [[Braunkopf-Laufsittich]] (&amp;#039;&amp;#039;Cyanoramphus ulietanus&amp;#039;&amp;#039;). Er wurde von der Mannschaft Kapitän Cooks entdeckt. Nach einem ereignisreichen Aufenthalt auf Tahiti, wo Kapitän Cook auch Zeuge eines Menschenopfers wurde, reiste er am 29. September 1777 ab, um weitere Inseln des Atolls zu erforschen. Er begab sich zuerst auf das nahegelegene Eimeo (heute [[Maiao]]), wo er kurz Aufenthalt machte, danach ging es nach Ulitea (heute Raiatea), das nur einige Tagesmeilen nordwestlich von Tahiti liegt.&lt;br /&gt;
Während seines 34 Tage dauernden Aufenthaltes sammelte man auf der Insel einen einzigartigen Papagei. Mindestens zwei Exemplare konnten der Nachwelt erhalten werden, sie befinden sich heute in den Museen von London und Wien.&lt;br /&gt;
Leider gibt es keine Berichte über die Lebensweise dieses Sittichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Zeit auf Raiatea hatte Cook die Schiffe &amp;#039;&amp;#039;Resolution&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Discovery&amp;#039;&amp;#039; an den Strand bringen lassen, um dringend notwendige Wartungsarbeiten durchzuführen. Das mag für Ratten, Küchenschaben und anderes Ungeziefer ausreichend Zeit gewesen sein, um an Land zu gehen, und es scheint so, dass sie es waren, die den Untergang des Braunkopflaufsittichs besiegelt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Säugetiere gab es ursprünglich auf den Gesellschaftsinseln nicht, sie wurden alle vom Menschen eingeführt. Bereits die ersten polynesischen Siedler brachten Hunde, Schweine, Hühner und die [[Pazifische Ratte]] als Nahrungstiere mit, die Europäer führten Ziegen, Kühe, Schafe und Pferde ein. Indigene Landtiere sind lediglich Insekten, Landkrebse, Schnecken und Eidechsen. Für den Menschen gefährliche Tiere gibt es auf Raiatea nicht. Unangenehm können [[Tunga penetrans|Sandflöhe]] am Strand und die im Inselinnern überall präsenten [[Stechmücken]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Meeresfauna der Lagune und des Korallenriffes ist sehr artenreich. Neben Hunderten verschiedenartiger Korallenfische kann der Taucher und Schnorchler zahlreiche [[Weichtiere]], [[Stachelhäuter]] und [[Krebstiere]] des tropischen Meeres beobachten. Die Gewässer um Raiatea und Tahaa sind bekannt für ihre artenreiche Population bunter Nacktschnecken. In den Riffs befinden sich Grotten und Höhlen, die vielen Meeresbewohnern Unterschlupf bieten. Unter Sporttauchern ist die zwischen Raiatea und Tahaa gelegene „Krakengrotte“ bekannt. Hinter dem Saumriff gibt es [[Haie]], [[Rochen]], [[Schwertfisch]]e und [[Meeresschildkröten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Die Besiedlung der Gesellschaftsinseln erfolgte nach neueren Erkenntnissen von [[Samoa]] und [[Tonga]] ausgehend um 200 v. Chr., etwa zeitgleich mit der Besiedlung der [[Marquesas]]. Zusammen mit den Marquesas bildeten sie das polynesische Kernland und damit das Sprungbrett zur Besiedlung von [[Hawaii]], [[Neuseeland]] und [[Mangareva]].&amp;lt;ref&amp;gt;Patrick V. Kirch: &amp;#039;&amp;#039;On the Road of the Wind – An Archaeological History of the Pacific Islands Before European Contact&amp;#039;&amp;#039;; Berkeley, Los Angeles, London 2000; S. 231&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Geografie Raiateas mit den von Felsgraten begrenzten, sich zum Meer hin öffnenden Tälern begünstigt, bildeten sich neun unabhängige Stammesfürstentümer heraus, die sich wiederum in einzelne Clans untergliederten. Dies führte zu einem streng stratifizierten Gesellschaftsmodell, die Gesellschaft war in mehrere getrennte soziale Ebenen gegliedert. An der Spitze standen die &amp;#039;&amp;#039;ariki&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;ari’i&amp;#039;&amp;#039;, die [[adel]]igen Häuptlinge, deren Führungsanspruch durch ihre Abstammung auf die Gründerahnen legitimiert war. Sie waren Besitzer von Grund und Boden und unumstrittene politische und religiöse Oberhäupter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Marae, Raiatea 2.jpg|mini|Marae Taputapuatea]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Taputapu marae Raiatea little man.jpg|mini|hochkant|Steinfigur am Marae Taputapuatea]]&lt;br /&gt;
Raiatea wurde bald das geistige und religiöse Zentrum der Gesellschaftsinseln. Sehr anschaulich beschreibt das [[Jacques-Antoine Moerenhout]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die drei Inseln [Raiatea, Tahaa und Bora Bora] dominierten sogar Tahiti, das gilt insbesondere für Raiatea, das sich zum eigentlichen Sitz der polynesischen Theokratie entwickelte. Dort lebte der Großmeister der zwölf Logen der Arioi, von dort kamen die Orakel und Prophezeiungen, von denen in den Annalen berichtet wird, und auch die Tabus und religiösen Riten, die in allen Regionen Polynesiens Gültigkeit hatten.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;J. A. Moerenhout: &amp;#039;&amp;#039;Voyages aux îles du Grand Océan.&amp;#039;&amp;#039; Paris 1837. Englische Übersetzung: &amp;#039;&amp;#039;Travels to the Islands of the Pacific Ocean.&amp;#039;&amp;#039; Lanham, London 1983, S. 539.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste religiöse Stätte Raiateas, ja der gesamten Gesellschaftsinseln, war der Marae Taputapuatea im Opoa-Tal an der Ostküste. Er war zunächst dem Kult von Ta’aroa (oder Tangaloa, [[Tangaroa]]), dem Gott des Meeres und der Fischerei, geweiht. Das Zeremoniell um Ta’aroa war sehr komplex und umfasste auch&amp;amp;nbsp;– zunächst nur wenige&amp;amp;nbsp;– [[Menschenopfer]]. Etwa ab dem 15. Jahrhundert nahm [[Oro (Gott)|Oro]], der Kriegsgott, die Stelle von Ta’aroa ein und forderte verstärkt Menschenopfer. Der Kult strahlte auf die benachbarten Inseln, insbesondere auf Tahiti aus. Dies verhinderte jedoch nicht ständige Kriegshandlungen der Stämme untereinander, die auch zur Beschaffung der Menschenopfer dienten und in zahlreichen, heute noch rezitierten Gesängen verherrlicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Opoa-Tal gilt als die Geburtsstätte von Oro, sodass die Bedeutung des Marae Taputapuatea mit dem Aufkommen des Geheimbundes der [[Arioi]] im 17. Jahrhundert noch zunahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Bedeutung von Taputapuatea wuchs auch der Einfluss der aus Opoa stammenden Tamatoa-Dynastie, die schließlich die anderen Stammesfürstentümer dominierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem blutigen Konflikt, von dem James Cook berichtet, überfiel Pouni (oder Puni), ein Ariki von Bora Bora, die Nachbarinseln Raiatea und Tahaa. Ihm gelang es, sich für einige Jahre zum Oberherrn zu erheben.&amp;lt;ref&amp;gt;J. A. Moerenhout: &amp;#039;&amp;#039;Voyages aux îles du Grand Océan.&amp;#039;&amp;#039; Paris 1837. Englische Übersetzung: &amp;#039;&amp;#039;Travels to the Islands of the Pacific Ocean.&amp;#039;&amp;#039; Lanham, London 1983, S. 540.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entdeckungsgeschichte ===&lt;br /&gt;
Für Europa entdeckt wurde Raiatea von [[James Cook]] am 20. Juli 1769 während seiner ersten Reise. Von Tahiti kommend fuhr er mit der &amp;#039;&amp;#039;[[Endeavour (Schiff)|Endeavour]]&amp;#039;&amp;#039; durch die den Polynesiern heilige Riffpassage Avamo&amp;#039;a, ankerte in der Bucht von Opoa und ging in der Nähe des Marae Taputapuatea an Land. Er hisste den [[Union Jack]] und nahm die Insel in einer kurzen Zeremonie für die britische Krone in Besitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Erweiterung des spanischen Einflussbereiches befahl der spanische König [[Karl III. (Spanien)|Karl III.]] Expeditionen in den Südpazifik. Der Gouverneur von Chile und Vizekönig von Peru [[Manuel d’Amat i de Junyent]] (1704–1782) entsandte [[Domingo de Boenechea]] mit der Fregatte &amp;#039;&amp;#039;El Águila&amp;#039;&amp;#039;, der 1772 Raiatea erreichte. Er nannte die Insel Princess und nahm sie für Spanien in Besitz. Die Annexion hatte politisch jedoch keine Folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das benachbarte Tahiti bereits Ende des 18. Jahrhunderts unter dem Einfluss europäischer Mächte stand und 1842 auch formell unter französisches [[Protektorat]] geriet, setzten die Clans Raiateas den Annexionsbestrebungen heftigen Widerstand entgegen. Es gelang jedoch den christlichen Missionaren, zunehmend Einfluss zu gewinnen, was zu Religionskriegen zwischen den Anhängern des traditionellen und des christlichen Glaubens führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Unterstützung der Europäer konnte sich König [[Pomaré II.]] von Tahiti zum Souverän des gesamten Archipels erklären. Am 12. November 1815 wurden die Widersacher Pomarés, die Anhänger des alten Glaubens, in der Schlacht bei Feipi entscheidend geschlagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wernhart&amp;quot; details=&amp;quot;129&amp;quot;&amp;gt;Karl R. Wernhart: Auswirkungen der Zivilisationstätigkeit und Missionierung in den Kulturen der Autochthonen am Beispiel der Gesellschaftsinseln. In: Grete Klingenstein u. a. (Hrsg.): Europäisierung der Erde? Studien zur Einwirkung Europas auf die außereuropäische Welt, Oldenbourg Verlag München 1981&amp;lt;/ref&amp;gt; 1828 wurde der Marae Taputapuatea zerstört. 1831 konnte die Sekte der Mamaia, Nachfolger der inzwischen verbotenen Arioi, noch einmal die Missionare von Raiatea vertreiben. 1832 unterlagen die Mamaia endgültig und wurden verbannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Emil Mühlmann: &amp;#039;&amp;#039;Arioi und Mamaia&amp;#039;&amp;#039;; Wiesbaden 1955; S. 247 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Missionare kehrten zurück und Frankreich versuchte zunehmend Einfluss zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1842 hatte Konteradmiral [[Abel Aubert Dupetit-Thouars]] für Frankreich Anspruch auf die Gesellschaftsinseln erhoben. Frankreichs König [[Ludwig Philipp (Frankreich)|Louis Philippe]] zögerte jedoch zunächst, die von Du Petit-Thouars angekündigte Annexion zu unterzeichnen, da er Interessenkonflikte mit Großbritannien, das ebenfalls Ansprüche erhob, befürchtete. Da Königin [[Pomaré IV.]] von Tahiti britenfreundlich und eher den protestantischen Missionaren verbunden war, ließ sie sich in dieser unklaren Situation 1844 nach Raiatea bringen und regierte bis 1847 von dort aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wernhart&amp;quot; details=&amp;quot;133–135&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1880 verkündete Frankreich das vorläufige Protektorat über Raiatea und Tahaa. Nachdem [[Pomaré V.]] alle seine Rechte an Frankreich abgetreten hatte, wurden im März 1888 die Gesellschaftsinseln endgültig annektiert und zu einer Kolonie Frankreichs. Auf Raiatea kam es jedoch weiterhin zu Aufständen. 1888 verschanzte sich der Stammeshäuptling Teraupo im Avera-Tal an der Ostküste und widerstand der französischen Intervention. Erst 1897 geriet er in Gefangenschaft und wurde nach [[Neukaledonien]] verbannt. 190 seiner Gefolgsleute übersiedelte man mit ihren Familien zwangsweise nach [[Ua Huka]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl von den Steinen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Marquesaner und ihre Kunst&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1925, Band 1, S. 12&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik und Verwaltung ==&lt;br /&gt;
Politisch gehört Raiatea heute zu [[Französisch-Polynesien]]. Die Insel ist [[Französische Übersee-Territorien|Französisches Übersee-Territorium]] und damit mit der [[EU]] assoziiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Art.|198|AEUV|dejure}} [[Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union|AEUV]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{CELEX|C2012/326/01|AEUV}} Anhang II.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird durch eine Unterabteilung (&amp;#039;&amp;#039;Subdivision administrative des Îles Sous-le-Vent&amp;#039;&amp;#039;) des Hochkommissariats von Französisch-Polynesien (&amp;#039;&amp;#039;Haut-commissariat de la République en Polynésie française&amp;#039;&amp;#039;) mit Sitz in [[Papeete]] verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Raiatea gliedert sich politisch in die drei eigenständigen Gemeinden Commune d’Uturoa, Commune Taputapuatea und Commune de Tumaraa.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.polynesie-francaise.pref.gouv.fr/hc/iles-sous-le-vent/dossiers.asp |wayback=20080316201836 |text=— |archiv-bot=2018-12-01 07:21:45 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gemeinde || Einwohner || Teilgemeinden (Communes associées)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Uturoa]] || 4174 || -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Taputapuatea]] || 4837 || Avera, Opoa, Puohine&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Tumaraa]] || 3821 || Tevaitoa, Tehurui, Vaiaau, Fetuna&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Raiatea hat insgesamt 12.832 Einwohner,&amp;lt;ref&amp;gt;Institut Statistique de Polynésie Française (ISPF) Recensement de la population 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; die Bevölkerungsdichte beträgt 66 Einwohner/km².&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amtssprache ist Französisch. Währung ist (noch) der an den [[Euro]] gebundene [[CFP-Franc]]. Der Verwaltungshaushalt der Gesellschaftsinseln wird wesentlich mit Mitteln aus Frankreich und der EU subventioniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptort ist das Dorf [[Uturoa]] im Norden, gleichzeitig auch das Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infrastruktur und Verkehr ==&lt;br /&gt;
Die Dörfer erstrecken sich entlang des schmalen Küstenstreifens und sind mit einer 97&amp;amp;nbsp;km langen, asphaltierten Ringstraße erschlossen. In das Inselinnere führen nur wenige unbefestigte Wege und Fußpfade. Auf der Ringstraße verkehrt ein öffentlicher Bus, [[Le Truck]], ein zum Bus umfunktionierter LKW. Einen festen Fahrplan und Haltestellen gibt es nicht, der Bus hält, wann und wo es die Passagiere wünschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Nordrand der Insel liegt bei Uturoa der [[Flughafen Raiatea]] (Aéroport de Raiatea) mit seiner 1400&amp;amp;nbsp;m langen, größtenteils im Meer aufgeschütteten Landebahn. Er ersetzt die 400&amp;amp;nbsp;m lange unbefestigte Piste auf dem Motu Nao Nao im Süden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uturoa hat eine [[Kai (Uferbauwerk)|Kaianlage]], an der auch große [[Kreuzfahrtschiff]]e anlegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort verfügt über eine moderne Infrastruktur mit Gendarmeriestation, Arzt, Zahnarzt, einem kleinen Krankenhaus, Banken (mit Kontoautomat), Post (mit Telefon für internationale Verbindungen), Schulen und Supermarkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tourismus ==&lt;br /&gt;
Obwohl man auf der Insel mehrere Hotels bis hin zur Luxusklasse findet, ist Raiatea im Verhältnis zu Tahiti und Bora Bora beschaulicher und touristisch weniger entwickelt. Besonders attraktiv ist Raiatea für [[Hochseesegeln|Hochseesegler]]. Es gibt mehrere Yacht-Charter-Unternehmen, oft wird die Insel als das Seglerzentrum Polynesiens bezeichnet. Bei Uturoa und in der Baie Faaroa im Westen befinden sich [[Yachthafen|Yachthäfen]] mit einer guten Infrastruktur. Die Insel wird von Zeit zu Zeit von [[Kreuzfahrtschiff]]en angefahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
Der etwas verschlafen wirkende Hauptort Uturoa bietet keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Für die Kreuzfahrttouristen wurde vor einigen Jahren das Empfangsterminal am Hafen neu gestaltet, ein kleiner Park angelegt und der Vorplatz mit Natursteinen der Insel mehrfarbig gepflastert. Die besonders schönen Muster nach traditionell portugiesischer Machart haben Handwerker aus [[Portugal]] gelegt. Interessant ist der Botanische Garten von Uturoa mit vielen seltenen, exotischen Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsehenswürdigkeit von Raiatea ist zweifellos die Kultstätte Taputapuatea. Sie umfasst mehrere Kultplattformen (&amp;#039;&amp;#039;marae&amp;#039;&amp;#039;), die ursprünglich in einem heiligen, von [[Tabu]] umgebenen Hain verteilt waren. Mehrere der Anlagen sind restauriert. Die größte Plattform wurde im frühen 17. Jahrhundert aus gewaltigen, aufrecht stehenden Kalksteinplatten errichtet und ist dem Kriegsgott Oro geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Insel gibt noch weitere bedeutende Zeremonialstätten. Im Avera-Tal, nördlich von Opoa an der Ostküste, liegt eine weitere große Kultplattform. In der Nähe wurden bei archäologischen Grabungen Überreste von Wohnbauten und Werkstätten für Steinwerkzeuge entdeckt. Die Kultstätte Tainuu an der Nordwestküste ist ebenfalls gut erhalten. Neben den imposanten Platten aus Korallengestein, mit denen der Marae abgegrenzt war, sind hier auch [[Petroglyphen]] erhalten. Auf dem, den Polynesiern heiligen Gelände, errichteten die Missionare im 19. Jahrhundert eine Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein interessantes Ziel für Sporttaucher ist das Wrack der &amp;#039;&amp;#039;Nordby&amp;#039;&amp;#039;, eines um 1900 gesunkenen dänischen Dreimasters. Das sehr gut erhaltene Wrack liegt in etwa 20&amp;amp;nbsp;m Tiefe unweit des Hotels Pearl Beach Resort an der Nordostküste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
* [[Teari&amp;#039;imaevarua III.]] (1871–1932), die letzte Königin von Bora-Bora&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Inseln der Gesellschaftsinseln}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Insel (Gesellschaftsinseln)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Australien und Ozeanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Pazifischer Ozean)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Französisch-Polynesien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Atoll]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Scholless</name></author>
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