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	<title>Raffinerie Moosbierbaum - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T02:08:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Raffinerie_Moosbierbaum&amp;diff=714854&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;FreiTU-ST: kleine Satzverbesserungen</title>
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		<updated>2025-08-25T06:46:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;kleine Satzverbesserungen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Coordinate |map=right |article=/ |NS=48.315967|EW=15.91331|type=landmark|region=AT-3 |pop= |elevation=185 |maptype=relief }}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Raffinerie Moosbierbaum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, bis 1945 überwiegend als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hydrierwerk Moosbierbaum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, war ein chemischer Industriebetrieb in [[Moosbierbaum]] in der Gemeinde [[Atzenbrugg]] in [[Niederösterreich]] ([[Bezirk Tulln]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Im Zuge der nationalsozialistischen [[Autarkie#NS-Zeit|Autarkiebestrebungen]] begann Ende 1939 die [[Donau Chemie]] als Tochterunternehmen der [[IG Farben]] auf dem Areal der ehemaligen [[Pulverfabrik Skodawerke-Wetzler]] in Moosbierbaum mit dem Bau eines Chemiewerks.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Handelsberger&amp;quot;&amp;gt;Anton Handelsberger: &amp;#039;&amp;#039;Chronik der Marktgemeinde Zwentendorf von der Römerzeit bis ins Atomzeitalter.&amp;#039;&amp;#039; Gemeinde Zwentendorf, 1994, S. 213, 224 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Standort, bis 1945 auch als Hydrierwerk Moosbierbaum bezeichnet, sah den Einsatz innovativer Techniken für die damalige Zeit, wie das &amp;#039;&amp;#039;Hydroforming-Verfahren&amp;#039;&amp;#039;, kurz &amp;#039;&amp;#039;HF-Verfahren&amp;#039;&amp;#039;, vor. Der Prozess wurde in den [[Leunawerke]]n bei [[Merseburg]] entwickelt und unter Lizenz der IG Farben in den USA von der [[ExxonMobil|Standard Oil of New Jersey]] erstmals Ende der 1930er-Jahre erprobt. Das heißt, &amp;#039;&amp;#039;Hydroforming&amp;#039;&amp;#039; ist eine US-amerikanische Bezeichnung für eine in Deutschland erfundene Technik, identisch dem [[DHD-Verfahren]].&amp;lt;ref&amp;gt;D. Herrington, J.H. East jr., R.G. Warncke: &amp;#039;&amp;#039;Safety in the mining indurtrie. Bulletin 481. Bureau of Mines.&amp;#039;&amp;#039; U.S. Government Printing Office, 1950, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fischer-tropsch.org/Tom%20Reels/Linked/TOM%20138%20Complete/TOM-138-0139-0146%20Item%20XIV.pdf &amp;#039;&amp;#039;Technische Entwicklung des DHD-Verfahrens&amp;#039;&amp;#039; Berichtssammlung des Versuchslabors Leunawerke, Bericht Nr. 558, Leuna, 15. Oktober 1942, S. 2.] Fischer-Tropsch-Archiv, abgerufen am 24. August 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anlage, die überwiegend der Herstellung von [[Entwicklung der Ottokraftstoffe#Flugbenzin|Flugbenzin]] diente, ging im August 1942 in Betrieb. Verarbeitet wurden über die Donau angelieferte [[Schweröl|Erdölrückstände]] aus [[Zistersdorf]] und Rumänien sowie in [[Kesselwagen]] beförderte [[Leuna-Benzin|Hydrierbenzine]] und [[Teer#Gewinnung|Braunkohlenschwelteere]] aus Leuna.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fischer-tropsch.org/Tom%20Reels/Linked/TOM%20019/TOM-019-0109-0207%20Item%20100%20Hydroforming%20Proc.pdf Das HF-Verfahren] Fischer-Tropsch-Archiv, abgerufen am 24. August 2025 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.cia.gov/readingroom/docs/CIA-RDP80-00809A000500770014-9.pdf CIA Report &amp;#039;&amp;#039;Chemicals Projects at Leuna and Moosbierbaum&amp;#039;&amp;#039;] CIA Archive, abgerufen am 24. August 2025 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das stark [[schwefel]]haltige Rohöl musste [[Hydrierung|hydriert]] werden, um [[Olefine]] und Schwefel zu entfernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fischer-tropsch.org/Tom%20Reels/Linked/TOM%20138%20Complete/TOM-138-0147-0157%20Item%20XV.pdf Dr. Kaufmann: &amp;#039;&amp;#039;HF-Verfahren und Anlage Moosbierbaum.&amp;#039;&amp;#039; Berichtssammlung des Versuchslabors Leunawerke, Bericht Nr. 304, Leuna, 9. Dezember 1941.] Fischer-Tropsch-Archiv, abgerufen am 24. August 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die HF-Anlage hatte eine Produktionskapazität von 100.000 [[Tonne (Einheit)#Jahrestonne, Tagestonne|t/a]].&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Krönig: &amp;#039;&amp;#039;Die katalytische Druckhydrierung von Kohlen, Teeren und Mineralölen (Das I.G.-Verfahren von Matthias Pier).&amp;#039;&amp;#039; Springer Verlag, 1950, S. 259.&amp;lt;/ref&amp;gt; In unmittelbarer Nähe zu dem Hydrierwerk entstanden eine [[Schwefelsäure]]anlage (1939), eine [[Sulfierung]]sanlage (1943) und eine [[Erdölraffinerie]] (1943). Letztere trug den Namen &amp;#039;&amp;#039;Donau-Raffinerie&amp;#039;&amp;#039;, kurz &amp;#039;&amp;#039;Dora&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Handelsberger&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Teilbetrieben arbeiteten zu dieser Zeit 6.000 bis 8.000 Menschen, darunter eine große Anzahl von [[Zwangsarbeiter]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.landtag-noe.at/service/politik/landtag/sitzungen/08-gp/1964-65/04-si.htm Landtagsprotokoll 1964] NÖ Landtagsprotokoll vom 22. Dezember 1964 mit einem Rednerbeitrag über die Geschichte von Moosbierbaum.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Strafgefangene aus dem [[Justizanstalt Stein|Zuchthaus Stein]] waren hier beschäftigt. Politische Häftlinge, die bereits Erfahrung mit organisierter Tätigkeit in der Illegalität hatten, gründeten im Hydrierwerk Moosbierbaum im Jahr 1944 die Widerstandsgruppe [[Österreichische Freiheitsfront (Moosbierbaum)|Österreichische Freiheitsfront]] (ÖFF). Neben Sabotage im Werk und Propaganda, in der Missstände angeprangert wurden, strebte die ÖFF ab Herbst 1944 die Beseitigung der NS-Herrschaft und die Errichtung eines demokratischen Österreichs an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Hans Schafranek]] |Titel=Widerstand und Verrat. Gestapospitzel im antifaschistischen Untergrund 1938–1945 |Verlag=Czernin |Ort=Wien |Datum=2017 |ISBN=978-3-7076-0622-5 |Seiten=253–255}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Krieges wurde der Industriekomplex bombardiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ncap.org.uk/frame/6-1-8-1-54 Aufklärungsluftbild der Royal Air Force von der Industrieanlage Pischelsdorf] auf der Website von [[National Collection of Aerial Photography|NCAP]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ncap.org.uk/frame/6-1-8-1-55 Aufklärungsluftbild der Royal Air Force vom Hydrierwerk Moosbierbaum (Nord)] auf der Website von NCAP.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ncap.org.uk/frame/6-1-8-1-323 Aufklärungsluftbild der Royal Air Force vom westlichen Tullnerfeld] auf der Website von NCAP.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allein am 1. Februar 1945 gingen 1.200 Bomben auf die Anlagen und die unmittelbare Umgebung nieder. Durch den Schutz der [[Flak]] konnte das Werk jedoch bis zu Kriegsende, wenn auch eingeschränkt, arbeiten. Danach wurde das Hydrierwerk im Auftrag der [[Sowjetische Besatzungszone in Österreich|sowjetischen Besatzungsmacht in Österreich]] von lokal rekrutierten Zwangsarbeitern vollständig [[Demontage (Reparation)|demontiert]]. Die Raffinerie ging eingeschränkt wieder in Betrieb, destilliert wurde hier erneut Erdöl aus Zistersdorf, das als Reparationsleistung in die Sowjetunion geliefert wurde. Nach dem [[Österreichischer Staatsvertrag|österreichischen Staatsvertrag]] übernahm die [[OMV|OMV AG]] die Raffinerie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Neubau der [[Raffinerie Schwechat]] bedeutete schließlich das Ende des Industriekomplexes in Moosbierbaum. Im Jahr 1958 fiel das Gelände, das nur mehr aus Ruinen bestand, an den ursprünglichen Eigentümer, die [[Donau Chemie]], zurück. Deren Unternehmensleitung entschied, verschiedene Anlagen in [[Zwentendorf an der Donau|Pischelsdorf]] weiter auszubauen. Brachliegende Flächen der ehemaligen Anlagen in Moosbierbaum wurden zum Teil an das [[Kraftwerk Dürnrohr]] verkauft. Auf dem restlichen Gelände entstand im Jahr 2000 ein Golfplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befestigte Splitterschutzgräben, Teile industrieller Anlagen, Fundamente und wenige intakte Gebäude der einstigen Anlagen sind heute noch zu sehen. [[Insider]] kennen Keller und Bauwerke, in denen heute noch Filter von [[Atemschutzmaske]]n, die bei [[Bombenangriff]]en von Bediensteten getragen wurden, zu finden sind. Auch Lieferscheine aus den Jahren des Zweiten Weltkrieges, z.&amp;amp;nbsp;B. der Firma [[Siemens]] existieren noch. Für Interessierte ist es jedoch wichtig, dass solche Funde an ihren Fundorten bleiben und nicht fortgetragen werden. In Foren findet man einiges über das damalige Werk und kann sich mit Geschichtsinteressierten und Fachleuten austauschen. Das Heimatmuseum Zwentendorf bietet Hintergrundinformationen. Ein großer Teil des ehemaligen Südwerkes stellt heute die [[Altlast]] N64 (Industriegelände Moosbierbaum – Teilfläche Nord) des [[Umweltbundesamt (Österreich)|Umweltbundesamtes]] dar, darunter Kanalsysteme, geflutet mit Rohölprodukten. Das Gelände ist zum Teil schwer verunreinigt und durch [[Kohlenwasserstoffe]] sowie [[Kampfmittel]] belastet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Galerie ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ruinen.jpg|Kellerunterbau&lt;br /&gt;
Splitterschutzgraben (Bunker).jpg|Splitterschutzgraben (Bunker)&lt;br /&gt;
Anlagenteile.jpg|Anlagenteile&lt;br /&gt;
Industrielle Anlagen.jpg|Industrielle Anlagen&lt;br /&gt;
Einstiegsluke.jpg|Einstiegsschacht&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Raffinerie Moosbierbaum}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Chemieunternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Niederösterreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:I.G. Farben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Atzenbrugg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Zwentendorf an der Donau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen (Bezirk Tulln)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemieunternehmen (Österreich)]]&lt;/div&gt;</summary>
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