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	<title>Raetia secunda - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T08:15:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Raetia_secunda&amp;diff=1465920&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Florian Blaschke: /* Alamannen am Lech, Bajuwaren, endgültiger Zerfall */ Genitive korr., vgl. auch „des Mains“, „Bayerns“</title>
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		<updated>2025-06-29T04:03:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Alamannen am Lech, Bajuwaren, endgültiger Zerfall: &lt;/span&gt; Genitive korr., vgl. auch „des Mains“, „Bayerns“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- ERLÄUTERUNG: Artikel ist als &amp;quot;Auskopplung&amp;quot; aus [[Raetia]] konzipiert,&lt;br /&gt;
     bündelt Ereignisse vom 3. bis 6. Jahrhundert im Voralpenland --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Raetia SPQR.png|thumb|270px|Lage der Vorgängerprovinz &amp;#039;&amp;#039;[[Raetia]]&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Raetia secunda&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Vindelica&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;!--für Raetia secunda?--&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vindelicien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Vindelikien&amp;#039;&amp;#039;) war eine im Zuge der [[Diokletianische Reichsreformen|diokletianischen Reichsreformen]] im frühen 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert durch Teilung der vormaligen Provinz [[Raetia]] entstandene [[spätantike]] [[römische Provinz]]. Sie umfasste das nördliche [[Alpenvorland]] zwischen [[Iller]], [[Donau]] und [[Inn]], darüber hinaus wohl auch einen nordöstlichen Teil des heutigen [[Tirol]]. Ihre [[Hauptstadt|Hauptstädte]] waren &amp;#039;&amp;#039;[[Cambodunum]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Kempten (Allgäu)|Kempten]]) und später &amp;#039;&amp;#039;[[Augusta Vindelicorum]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Augsburg]]). Die Namen &amp;#039;&amp;#039;Vindelica&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Vindelicien&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Vindelikien&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Augusta Vindelicorum&amp;#039;&amp;#039; gingen auf das keltische Volk der [[Vindeliker]] zurück, die hier bis zum römischen Feldzug von 15&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. selbständig lebten. Der Namensbestandteil &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;#039;&amp;#039; rührte vom südlich benachbarten Volk der [[Räter]] her, gegen die dieser Feldzug zunächst geführt worden war. Im 5. und 6. Jahrhundert wurde (ein Teil von) &amp;#039;&amp;#039;Raetia secunda&amp;#039;&amp;#039; auch Bestandteil des [[Ostgoten]]reichs, von [[Alamannen]] besiedelt und östlich des [[Lech]] Keimzelle des [[Germanen|germanischen]] [[Volksstamm]]s der [[Bajuwaren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgängerprovinz, Alamannen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Droysens Hist Handatlas S17 Germanien.jpg|thumb|270px|Die Vorgängerprovinz &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;#039;&amp;#039; (gelb) zwischen anderen an &amp;#039;&amp;#039;Germania magna&amp;#039;&amp;#039; grenzenden Provinzen (Droysens Historischer Handatlas, 1886). Man beachte den Schriftzug &amp;#039;&amp;#039;Vindelicia.&amp;#039;&amp;#039;]]{{Anker|KarteV}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorgängerprovinz &amp;#039;&amp;#039;[[Raetia]]&amp;#039;&amp;#039; wurde im früheren 1.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. auf 15 v.&amp;amp;nbsp;Chr. erobertem Gebiet eingerichtet. Einige der dort unterworfenen Völker wurden von den Römern als &amp;#039;&amp;#039;[[Vindelici]]&amp;#039;&amp;#039;, andere als &amp;#039;&amp;#039;Raeti&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet (vgl. &amp;#039;&amp;#039;[[Räter]]&amp;#039;&amp;#039;). Von den Rätern erhielt die Provinz, von den Vindeliziern ihre Hauptstadt [[Augusta Vindelicorum]] ihren Namen. Vor Augusta Vindelicorum war jedoch [[Cambodunum]] die Hauptstadt der Provinz. Im zweiten Drittel des dritten Jahrhunderts nahmen die Raubzüge der Germanen aus dem nördlich benachbarten [[Germania Magna]] in die Provinz Rätien dramatisch zu.  Sie konnten aufgrund einer ausgedünnten Truppensituation von den Römern  nicht mehr nachhaltig zurückgedrängt werden.  Auch ein vorübergehender Anschluss an das [[Gallisches Sonderreich|Gallische Sonderreich]], welches eine entschlossene Verteidigung der Grenzen gegen die Germanen versprach, brachte nur einen vorübergehenden Erfolg.  Die nördliche Limesgrenze wurde um 260 nach Süden an die Donau zurückgenommen ([[Limesfall]]). Die westliche Grenze wurde vom Schwarzwald nach Osten an die [[Iller]] zurückgenommen. Von Kempten (&amp;#039;&amp;#039;[[Cambidanum]]&amp;#039;&amp;#039;) verlief die neue Grenze entlang der [[Argen]], dem [[Bodensee]] und dem [[Hochrhein]] ([[Donau-Iller-Rhein-Limes]]). Das heutige Oberschwaben und der Schwarzwald wurden von den Römern nach und nach systematisch geräumt. Die Provinz Raetia verkleinerte sich drastisch. Das von den Römern niemals de jure, aber zumindest de facto aufgegebene Land, der Schwarzwald und Oberschwaben wurden von Westen und von Norden ab dem 4. Jahrhundert von [[Alemanne|Alemannen]] besiedelt, die sich allmählich auch nach Osten über die Iller ausbreiteten und ihre Siedlungsaktivität bis zum [[Lech]] vortrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilung der Vorgängerprovinz {{Anker|Teilung}}==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Diokletianische Reichsreformen|diokletianischen Reichsreformen]] wurde die Provinz Raetia 297 n. Chr. entlang des [[Bodensee]]s und der [[Nordalpen]] in zwei neue Provinzen, &amp;#039;&amp;#039;[[Raetia prima]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Curiensis&amp;#039;&amp;#039;) und &amp;#039;&amp;#039;Raetia secunda&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Vindelica&amp;#039;&amp;#039;), aufgeteilt (mit kleinen Verschiebungen von Grenzen zu Nachbarprovinzen). Die beiden neuen Provinzen gehörten zur &amp;#039;&amp;#039;[[Dioecesis Italiae]]&amp;#039;&amp;#039; und waren militärisch gemeinsam einem &amp;#039;&amp;#039;[[Dux Raetiae]]&amp;#039;&amp;#039; unterstellt. Die Zivilverwaltung oblag in den beiden neuen Provinzen jeweils einem &amp;#039;&amp;#039;[[Praeses (Statthalter)|praeses]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Statthalter]]n niederen Ranges. Von deren Residenzen &amp;#039;&amp;#039;[[Curia Raetorum]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Chur]]) und &amp;#039;&amp;#039;Augusta Vindelicorum&amp;#039;&amp;#039; ([[Augsburg]]) leiteten sich die späteren deutschen Bezeichnungen «[[Churrätien]]» und «Vindelicien» ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spärlichen [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]] erlauben nur Plausibilitätsschlüsse bezüglich der genauen Teilungslinie. Bis zu den 30er Jahren herrschte die Meinung vor, &amp;#039;&amp;#039;Raetia secunda&amp;#039;&amp;#039; habe gerade den transalpinen Teil (das [[Alpenvorland]]) der &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;#039;&amp;#039; umfasst.&amp;lt;ref&amp;gt;[[#Heuberger RI/II|Heuberger (1930e).]] Im Gegensatz zu S.&amp;amp;nbsp;350 dort vertrat Heuberger schon im Nachtrag dazu auf S.&amp;amp;nbsp;366 und in seinen folgenden Publikationen die heute vorherrschende Ansicht, der [[Vinschgau]] habe zur &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;amp;nbsp;II&amp;#039;&amp;#039; gehört. In [[Richard Heuberger der Jüngere#Rätien|&amp;#039;&amp;#039;Rätien&amp;#039;&amp;#039;]], S.&amp;amp;nbsp;301ff., ergänzt Heuberger seine frühere Argumentation.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bezeichnung der &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;amp;nbsp;II&amp;#039;&amp;#039; als „Vindelikien“ u.&amp;amp;nbsp;ä. legt dies nahe, wenn angenommen wird, die [[Vindeliker]] hätten lediglich im Alpenvorland und nicht in den Alpen gelebt, vgl. Droysens [[#KarteV|Karte]] (und den Artikel &amp;#039;&amp;#039;[[Räter]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute findet man etwa im &amp;#039;&amp;#039;Neuen Pauly&amp;#039;&amp;#039; von 2001&amp;lt;ref&amp;gt;{{DNP|10|749|754|Raeti, Raetia|Gerhard H. Waldburg|Fundstelle=hier Sp. 753}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die Angabe, die Teilungslinie sei von [[Isny]] über den [[Arlberg]] durchs [[Münstertal (Schweiz)|Münstertal]] zum [[Stilfserjoch]] verlaufen, oder ungefähr entlang der heutigen Grenzen [[Vorarlberg]]s und [[Graubünden]]s zu [[Deutschland]] und [[Tirol]] (Nord- und Südtirol). [[#Heuberger RI/II|Heuberger (1930e, S.&amp;amp;nbsp;358ff.)]] argumentierte, im 6.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert habe ein Bischof von [[Bistum Brixen|Säben]] gleichzeitig als Bischof der &amp;#039;&amp;#039;Raetia secunda&amp;#039;&amp;#039; gegolten, die &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erst nach dem Verlust des Alpenvorlands als „neue“ &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;amp;nbsp;II&amp;#039;&amp;#039; von der bisherigen &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;amp;nbsp;I&amp;#039;&amp;#039; abgeteilt worden sei (S.&amp;amp;nbsp;364). Er geht von späteren Quellen aus, Originalquellen aus dem 6.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert sind hierzu überhaupt nicht erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbestritten ist wohl, dass das Alpenvorland zwischen Iller, Donau und Inn (der seit dem 3.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert Rom gebliebene Teil „Vindelikiens“) zur &amp;#039;&amp;#039;Raetia secunda&amp;#039;&amp;#039; gehörte&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[#Heuberger RI/II|Heuberger (1930e)]], S. 356 und 351 („Brennergebiet“), &amp;#039;&amp;#039;Raetia II&amp;#039;&amp;#039; besteht hier aus „Vindelikien“ &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; dem „Brennergebiet“.&amp;lt;/ref&amp;gt; – deren Hauptstadt &amp;#039;&amp;#039;Augusta Vindelicorum&amp;#039;&amp;#039; lag ja zwischen Iller und Lech, und die &amp;#039;&amp;#039;[[Vita Sancti Severini]]&amp;#039;&amp;#039; erklärt, dass [[Künzing]] an der Donau und &amp;#039;&amp;#039;[[Kastell Batavis|Batavis]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Castra Batava&amp;#039;&amp;#039;, [[Passau#Geschichte|Passau]]) Orte der &amp;#039;&amp;#039;Raetia secunda&amp;#039;&amp;#039; waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[#Heuberger RI/II|Heuberger (1930e)]], S. 348f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--NTODO Severin-Stellen selbst--&amp;gt; Weniger klar ist, wie weit &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;amp;nbsp;II&amp;#039;&amp;#039; auch in die Alpen reichte, außerdem noch, wie das Gebiet zwischen Iller, [[Argen]] und [[Alpenrhein]]mündung aufgeteilt wurde. (Man vergleiche auch &amp;#039;&amp;#039;[[Raetia#Teilung|Raetia: Teilung der Provinz]].&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;!--VIELLEICHT EIN FALL VON REDUNDANZ--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwinden römischer Kontrolle ==&lt;br /&gt;
Im 5. Jahrhundert schwand die römische Kontrolle über das Alpenvorland, die [[Römische Militärlager|Grenzkastelle]] der &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;amp;nbsp;II&amp;#039;&amp;#039; an der [[Donau]] wurden nach und nach aufgegeben, der &amp;#039;&amp;#039;[[Vita Sancti Severini]]&amp;#039;&amp;#039; zufolge zuletzt gegen 470 &amp;#039;&amp;#039;[[Quintanis]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Künzing]]) und &amp;#039;&amp;#039;[[Batavis]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Castra Batava&amp;#039;&amp;#039;, [[Passau]])&amp;lt;ref&amp;gt;[[Richard Heuberger der Jüngere#Rätien|Heuberger, &amp;#039;&amp;#039;Rätien&amp;#039;&amp;#039;]], S. 122f.&amp;lt;/ref&amp;gt; unter dem Eindruck ständiger [[Alamannen]]-Überfälle (entlang der Donau).&amp;lt;!--NTODO Eugippius genauer, vgl. /Proben--&amp;gt; Als der Ostgotenkönig [[Theoderich der Große]] die Führung Westroms übernahm, versuchte er, die frühere Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Raetia]]&amp;#039;&amp;#039; wieder als Bollwerk zu festigen, u.&amp;amp;nbsp;a. durch Aufnahme von den [[Franken (Volk)|Franken]] bedrängter Alamannen. Es ist nicht klar, wie weit er so wieder Kontrolle über das Alpenvorland gewann.&amp;lt;!--NTODO Heuberger (ostgotisches Rätien)/Fischer/Mackensen (in Czycz, Wamser)!?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alamannen am Lech, Bajuwaren, endgültiger Zerfall ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Alemanni expansion.png|thumb|240px|left|Alamannische Verschiebung und Expansion vom 3. bis zum 6. Jahrhundert. Fast das gesamte Gebiet der Provinz &amp;#039;&amp;#039;Raetia secunda&amp;#039;&amp;#039; ist im Alpenvorland zwischen Donau, Inn und Bodensee (Grenzfluss Iller nicht eingezeichnet) sichtbar. Die schwarze Linie kennzeichnet hauptsächlich die früher aufgegebene römische Reichsgrenze nördlich der Donau.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich der Donau dehnten die [[Alamannen]] ihr Siedlungsgebiet bis um 500 über die Iller hinweg zum [[Lech]] aus. In der folgenden Zeit bildete sich &amp;#039;&amp;#039;östlich des Lechs&amp;#039;&amp;#039; aus Alamannen, anderen germanischen Einwanderern, verbliebenen Vindelikern und römischer Zivilbevölkerung der germanische Stamm der [[Bajuwaren]] (&amp;#039;&amp;#039;Baiern&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
[[Thomas Fischer (Archäologe)|Thomas Fischer]] zufolge wurde diese [[Ethnogenese]] von Theoderich zur Festigung der Nordgrenze seines Reichs „gesteuert“.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Von den Römern zu den Bajuwaren. Das Alpenvorland im 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: Wolfgang Czycz, [[Karlheinz Dietz]], Thomas Fischer, Hans-Jörg Kellner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Römer in Bayern.&amp;#039;&amp;#039; Theiss, Stuttgart 1995, S.&amp;amp;nbsp;405–411, hier S. 410f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens seit der Zerschlagung des Ostgotenreiches durch den oströmischen Kaiser [[Justinian I.]] um 540 bestand kein wesentlicher Bezug der früheren transalpinen &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;#039;&amp;#039;, des &amp;#039;&amp;#039;eigentlichen&amp;#039;&amp;#039; Vindelikiens, zum Römischen Reich mehr. Im Gegensatz dazu blieben im Gebiet der südlichen, von [[Chur]] (&amp;#039;&amp;#039;Curia Raetorum&amp;#039;&amp;#039;) aus verwalteten Schwesterprovinz &amp;#039;&amp;#039;[[Raetia prima]]&amp;#039;&amp;#039; die Begriffe  &amp;#039;&amp;#039;[[Churrätien]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Rätien&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;rätisch&amp;#039;&amp;#039; u. ä. in der [[Schweiz]] ([[Geschichte des Kantons Graubünden|Graubünden]]) seit dem Mittelalter bis in die Neuzeit im Gebrauch, vor allem für die Gemeinschaft der [[Drei Bünde]] und für Einrichtungen des modernen [[Graubünden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bayern_um_788.png|thumb|240px|Das bayerische Stammesherzogtum um 788. Im Osten grenzt es an den Lech. Südlich greift es in die frühere &amp;#039;&amp;#039;[[Raetia prima]]&amp;#039;&amp;#039;, nördlich entlang der [[Naab]] über die nördlichste Grenze der &amp;#039;&amp;#039;[[Raetia]]&amp;#039;&amp;#039; hinaus. Östlich umfasst es fast das gesamte frühere &amp;#039;&amp;#039;[[Noricum]].&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung und folgende Ausbreitung der Bajuwaren betraf auch die östliche Nachbarprovinz [[Noricum]] und schließlich den (südlich davon gelegenen, mutmaßlichen) &amp;#039;&amp;#039;alpinen&amp;#039;&amp;#039; Teil der &amp;#039;&amp;#039;Raetia secunda&amp;#039;&amp;#039;. Die Bajuwaren bevölkerten [[Altbayern]] (&amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;amp;nbsp;II&amp;#039;&amp;#039; östlich des Lechs) und [[Österreich]], in den Alpen [[Tirol]]. Sie bildeten später das [[Herzogtum Bayern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Alamannien Hochburgund ca 1000.png|thumb|240px|left|Das Herzogtum Schwaben (rechts oben) und Hochburgund im 10. und 11. Jahrhundert. Rechts unten &amp;#039;&amp;#039;Churrätien&amp;#039;&amp;#039; als Teilgebiet.]]{{Anker|Bild Burgund Schwaben}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- BILD -- BILD --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bayern rbschwaben.svg|thumb|240px|Was von Vindelikien übrig blieb: der bayerische [[Regierungsbezirk]] Schwaben.&amp;lt;!-- Wieso nur Schwaben? Auch große Teile Altbaierns gehörten zur Raetia secunda. --&amp;gt; Braun sind die schwäbischen, gelb die [[Altbayern|altbayerischen]] und [[Franken (Region)|fränkischen]] Landkreise des [[Freistaat (Republik)|Freistaat]]s Bayern dargestellt. Die Landkreise [[Donau-Ries]], [[Dillingen an der Donau]] und [[Günzburg]] ragen jedoch über die vindelikische Grenze der Donau nach Norden hinaus.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- BILD -- TEXT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Westlich des Lechs&amp;#039;&amp;#039; orientierten sich die Alamannen ungeachtet der Provinzgrenzen zu ihren Verwandten um den [[Oberrhein]] und den [[Bodensee]] hin, wo sie bis 746 im [[Fränkisches Reich|fränkischen Reich]] ein autonomes &amp;#039;&amp;#039;Herzogtum [[Alamannien]]&amp;#039;&amp;#039; bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachwirkung: Bayerisch-Schwaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert gelangte das [[Königreich Bayern]] in den Besitz eines Teils [[Schwaben]]s, genannt [[Schwaben (Bayern)|Bayerisch-Schwaben]], zwischen Iller und Lech gelegen und sich von den [[Allgäu]]er Alpen noch (wie einst &amp;#039;&amp;#039;[[Raetia]]&amp;#039;&amp;#039;) über die Donau hinweg in den Landkreis [[Donau-Ries]] erstreckend. Als [[Schwaben (Bayern)|Regierungsbezirk Schwaben]] untersteht dieses Gebiet heute dem [[Bayern|Freistaat Bayern]]. Als „Ironie der Geschichte“ wurden so die beiden Völker der Alamannen und der [[Bajuwaren|Baiern]], die sich in Vindelikien auseinanderentwickelt hatten, lokal wieder aufeinander angewiesen. In gewisser Weise wurde das Vorrücken der Alamannen von der Iller zum Lech in der [[Völkerwanderung]]szeit durch diese politische Entwicklung 1300 Jahre später „korrigiert“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
Weitere Einzelheiten, größere Zusammenhänge und Quellenangaben finden sich in den Artikeln &lt;br /&gt;
* [[Raetia]]&lt;br /&gt;
* [[Bajuwaren]] ([[Bajuwaren#Ethnogenese|Ethnogenese]])&lt;br /&gt;
* [[Alamannen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Anker|Heuberger RI/II}}[[Richard Heuberger der Jüngere|Richard Heuberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Raetia prima und Raetia secunda.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Klio. Beiträge zur alten Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;24 (Neue Folge Band VI), 1931, S.&amp;amp;nbsp;348–366&amp;amp;nbsp;([http://download.burgenverein-untervaz.ch/downloads/dorfgeschichte/1931-Raetia%20prima%20und%20Raetia%20secunda.pdf PDF;&amp;amp;nbsp;1,54&amp;amp;nbsp;MB]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Anker|Meyers}}Artikel [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Vindelic%C4%ADen Vindelicien] ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-020-0175 &amp;#039;&amp;#039;Seiten-Faksimile&amp;#039;&amp;#039;]) in &amp;#039;&amp;#039;Meyers Großem Konversations-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 20. Leipzig 1909, S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römische Provinz (Europa)|Raetia secunda]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bayerische Geschichte (Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwäbische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Tirols]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Südtirols]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Baden-Württembergs]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Baden-Württemberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römische Provinz (Spätantike)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Florian Blaschke</name></author>
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