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	<title>Radiolarit - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Radiolarit&amp;diff=238690&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: doppelten Link entfernt, Kleinkram</title>
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		<updated>2025-10-21T16:35:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;doppelten Link entfernt, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Lydite kbt 1.jpg|mini|Silurischer Lydit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Radiolarit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[biogen]]es [[Marines Sediment|marines]] („aquagenes“) [[Sedimentgestein]], das hauptsächlich aus mikrokristallinem [[Quarz]] besteht. Es wird daher auch mit anderen extrem feinkörnigen Quarzgesteinen unter dem Oberbegriff &amp;#039;&amp;#039;[[Chert (Gestein)|Chert]]&amp;#039;&amp;#039; geführt. Dunkle Radiolarite des [[Paläozoikum]]s werden auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lydite&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kieselschiefer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, auch wenn sie oft nicht schiefrig ausgebildet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mineralogie, Petrographie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Radiolarite SVK1.JPG|mini|Zwei Radiolarit-Handstücke aus dem [[Jura (Geologie)|Jura]] der slowakischen [[Karpaten]]]]&lt;br /&gt;
Radiolarite sind sehr feinkörnige [[biogen]]e, marine [[Sedimentgestein]]e mit schichtweisem Aufbau. In ihnen wechseln sich Lagen mit klastischem [[Glimmer]], gelegentlichen [[Karbonat]]anteilen, Radiolarien-Skelettmaterial und organischem [[Pigment]] ab. Der Anteil von [[Tonminerale]]n ist gering. Radiolarite können im Verbund mit Karbonatgesteinsschichten auftreten, wenn sie in geringerer Wassertiefe entstanden sind. Gewöhnlicherweise sind sie aber ein Sediment größerer Wassertiefen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gestein ist spröde und lässt sich nicht leicht spalten, sondern bricht scharfkantig und muschelig. Typisch für Radiolarite ist eine sehr engständige [[Klüftung]] infolge derer das Material im Zuge der [[Verwitterung]] anfangs in kleine quaderförmige Stücke zerfällt. Die Färbung reicht von hell-weißlich über rötlich, grünlich und bräunlich bis zu tiefschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Radiolarite bestehen vorwiegend aus [[Radiolarien]]-Skeletten und ihren Trümmern, also aus [[Siliciumdioxid]]. Radiolarien ([[Strahlentierchen]]) sind marine, [[Plankton|planktonisch]] lebende, einzellige Tiere, die ein Innen[[skelett]] aus amorphem Siliciumdioxid besitzen und deren Größe zwischen 0,1 und 0,5 Millimetern variiert. In ihrem Formenreichtum lassen sich neben den [[Albaillellaria]] und den [[Entactinaria]] die beiden bedeutenden [[Ordnung (Biologie)|Ordnungen]] der kugeligen [[Spumellaria]] und der mützenförmigen [[Nassellaria]] unterscheiden und identifizieren. Ansonsten sind Radiolarite weitgehend fossilfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sedimentation ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sand coarse-fraction hg.jpg|mini|Etwa 12.000 Jahre alte [[Mikrofossil]]ien vom antarktischen [[Kontinentalhang]] ([[Weddell-Meer]]). Die durchscheinenden kleinen Kugeln (Ø ≈ 0,5&amp;amp;nbsp;mm) in der Sedimentprobe sind Radiolarien]]&lt;br /&gt;
Gemäß Takahashi (1983) schweben Radiolarien nach ihrem Absterben noch 2 bis 6 Wochen in der [[Euphotische Zone|Euphotischen Zone]] (produktive Oberflächenschicht bis rund 200 Meter Wassertiefe), erst dann beginnen sie allmähliches abzusinken. Dieser [[Sedimentationsgeschwindigkeit|Sinkprozess]] durch 5000 Meter Wassertiefe kann laut Takahashi (1981) zwischen 2 Wochen und 14 Monaten in Anspruch nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Zersetzung der organischen Substanz beginnt die Auflösung des Kieselsäureskeletts. Die Lösungsvorgänge sind im Ozean am effektivsten in den obersten 750 Metern, darunter wird nur noch wenig SiO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; gelöst. Die Grenzschicht Sediment/Wasser ist erneut sehr lösungsaktiv (mit einer Eindringtiefe ins Sediment von einigen Zentimetern), etwa dreimal so hoch wie im darunterliegenden Sediment. Aber auch im Sediment gehen die Lösungs- und Umwandlungsprozesse weiter (siehe Diagenese).&lt;br /&gt;
Die Überlebensrate der Radiolarienskelette ist gering, sie wird auf etwa 1 Prozent geschätzt. Gemäß Dunbar &amp;amp; Berger (1981) verdanken Radiolarien dieses eine Prozent ihren kolonienbildenden Fähigkeiten und dem Umstand, dass sie gelegentlich in Kotpillen und anderen organischen Aggregaten eingebettet werden. Die organische Ummantelung beschützt die Kieselskelette vor der Auflösung (Casey u.&amp;amp;nbsp;a. 1979), außerdem erhöht sich laut Vinogradov &amp;amp; Tsitlin die Sinkgeschwindigkeit durch die Wassersäule auf das Zehnfache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagenese, Kompaktion und Sedimentationsraten ==&lt;br /&gt;
Nach Absetzen des Radiolarienschlammes beginnen diagenetische Prozesse, auf das Sediment einzuwirken. Es kommt an den Kieselskeletten zu An- und Auflösungen und zur allmählichen Umformung des amorphen Ausgangsmaterials aus Opal-A zu Opal-CT (Opal mit Kristallkeimen von [[Cristobalit]] und [[Tridymit]]) und bei steigender Temperatur und wachsendem Druck zu [[Chalcedon (Mineral)|Chalzedon]] und schließlich zu stabilem, kryptokristallinem [[Quarz]]. Mit diesen Phasenänderungen geht eine sukzessive Verringerung der [[Porosität]] einher, die sich als [[Kompaktion]] bemerkbar macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kompaktion von Radiolariten erfolgt in Abhängigkeit von ihrem Chemismus und ist generell positiv mit dem SiO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalt korreliert. Sie variiert gewöhnlich zwischen den Faktoren 3,2 und 5, d.&amp;amp;nbsp;h. 1 Meter verfestigter Radiolarit entspricht 3,2 bis 5 Meter unverfestigtem Radiolarienschlamm. Bei den alpinen Radiolariten des Oberjuras wurden so unter Berücksichtigung der Kompaktion [[Sedimentationsgeschwindigkeit|Sedimentationsraten]] von 7 bis 15,5 Meter pro 1 Million Jahre (oder 0,007–0,0155 mm/a) bzw. im verfestigten Zustand 2,2 bis 3 Meter/Million Jahren erzielt. Im Vergleich: für die Radiolarite des [[Pindos]] wurde auf einen vergleichbaren Wert von 1,8–2,0 Meter pro 1 Million Jahre geschlossen, für die Ostalpen ergaben sich laut Garrisson &amp;amp; Fischer (1969) hingegen nur 0,71 Meter pro 1 Million Jahre. Extrem hohe Sedimentationsraten wurden in der Trias Zentraljapans mit 27–34 Meter/Million Jahre gemessen (Iljima u.&amp;amp;nbsp;a. 1978).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß De Wever &amp;amp; Origlia-Devos (1982) besitzen [[Holozän|rezente]], unverfestigte Radiolarienschlämme normalerweise Sedimentationsraten von 1 bis 5 Meter/Million Jahre. Für Radiolarienschlämme des äquatorialen Ostatlantiks wurden 11,5 Meter/Million Jahre gemessen. Das Auftriebsgebiet vor [[Peru]] hat laut Schrader (1992) im Vergleich extrem hohe Werte von 100 Meter/Million Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ablagerungstiefe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mookaite5.jpg|mini|Mookait aus den Kennedy Ranges, in der Nähe Gascoyne Junction, West-Australien in der ständigen Sammlung des Kinder-Museum of Indianapolis]]&lt;br /&gt;
Die früher vertretene Ansicht, Radiolarien und folglich Radiolarite würden nur unter [[pelagisch]]en Tiefwasserbedingungen abgelagert werden, lässt sich mittlerweile nicht mehr aufrechterhalten. Radiolarienreiche Lagen treten beispielsweise im [[Solnhofener Plattenkalk]] und im [[Werkkalk]] [[Mittelfranken]]s auf, beides Flachwassersedimente. Wichtigste Bedingung für die Ablagerungstiefe der Radiolarite ist die Unterschreitung der Sturmwellenbasis und das Vermeiden erosiver Oberflächenströmungen. Kalklose Radiolarite sind offensichtlich unterhalb der [[Kalzitkompensationstiefe]] ([[Englische Sprache|engl.]] &amp;#039;&amp;#039;calcite compensation depth&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;CCD&amp;#039;&amp;#039;) abgesetzt worden. Hierbei gilt zu bedenken, dass die CCD im Laufe der Erdgeschichte starken Tiefenschwankungen ausgesetzt war und aktuell von der [[Geographische Breite|geographischen Breite]] abhängig ist – ihre Maximaltiefe erreicht sie mit rund 5000 Metern am [[Äquator]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=W. H. Berger, E. L. Winterer, |Hrsg=K. J. Hsü, H. C. Jenkyns |Titel=Plate stratigraphy and the fluctuating carbonate line |Sammelwerk=Spec. Publ. Int. Ass. Sediment. &amp;#039;&amp;#039;Pelagic sediments: on Land and under the Sea&amp;#039;&amp;#039; |Datum=1974 |Seiten=11–48}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bänderung ==&lt;br /&gt;
Die für Radiolarite charakteristische Bänderung wird primär vom Wechsel in der Sedimentzufuhr bedingt, der sekundär durch [[Diagenese|diagenetische]] Effekte überlagert wird. Im einfachen Ton/Kieselsäure-System entsteht bei gleichbleibender Tonzufuhr bedingt durch rhythmische Unterschiede in der Radiolarienproduktion eine Tonstein/Hornstein-Wechsellagerung. Die sedimentären Unterschiede werden während der Diagenese weiter verstärkt, da die Kieselsäure aus den tonreichen Lagen in Richtung Opallagen abwandert. Es können hierbei zwei Fälle unterschieden werden: Bei starker Radiolarienzufuhr und konstanter Tonsedimentation bilden sich recht dicke Hornsteinbänder. Umgekehrt kann bei konstanter Opalzufuhr eine hohe, periodisch wechselnde Tonzufuhr zu dicken Tonlagen mit nur dünnen Hornsteintrennlagen führen. Dieses einfache Zweikomponentensystem wird durch die Zufuhr von [[Karbonat]] jedoch weiter verkompliziert. Zwischen den Komponenten Karbonat und Kieselsäure besteht nämlich ebenfalls eine chemische Unverträglichkeit, die während der Diagenese eine Zusammenballung der Kieselkomponente zu Knollen innerhalb der kalkreichen Partien bewirkt. Es können sich folglich komplexe Lagerungsverhältnisse ausbilden, die vom jeweiligen Ausgangsverhältnis der Komponenten Ton, Kieselsäure und Karbonat sowie von den zeitlichen Variationen der Einzelkomponenten im Verlauf der Sedimentation abhängen (entscheidend ist hierbei, welche der Komponenten in Phase auftreten und welche der Komponenten die Hintergrundsedimentation liefern).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die langperiodische Rhythmizität in der Radiolarienproduktion konnte teils mit [[Milanković-Zyklen]] in Verbindung gebracht werden, kurzperiodische Schwankungen lassen sich auf [[El-Nino]]-Zyklen und/oder vergleichbar mit [[Warven]] auf Jahresrhythmen zurückverfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographisches und zeitliches Auftreten ==&lt;br /&gt;
=== Paläozoikum ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kilianstollen Kieselschiefer Tuff.jpg|mini|Unterkarbonische Lydite mit Tuffbändern im [[Kilianstollen]] ([[Marsberg]])]]&lt;br /&gt;
Die ältesten bekannten Radiolarite stammen aus dem [[Kambrium|Oberkambrium]] [[Kasachstan]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Tatiana J. Tolmacheva, Taniel Danelian &amp;amp; Leonid E. Popov |Titel=Evidence for 15&amp;amp;nbsp;m.y. of continuous deep-sea biogenic siliceous sedimentation in early Paleozoic oceans |Datum=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Über einen Zeitraum von 15 Millionen Jahren wurde hier Radiolarienschlick bis ins [[Ordovizium|Unterordoviz]] hinein sedimentiert. Das in der Nähe des damaligen [[Äquator]]s abgelagerte Tiefwassersediment ist mit Resten von [[Ozeanische Kruste|ozeanischer Kruste]] assoziiert und konnte anhand von [[Conodonten]] datiert werden. In kalkreichen Partien konnten vier Radiolarien-Faunengemeinschaften ausgeschieden werden, die älteste, relativ artenarme Fauna stammt aus der zweiten Stufe des Ordoviziums (vormals &amp;#039;&amp;#039;Unteres Arenig&amp;#039;&amp;#039;). Die jüngste, mit 15 Taxa relativ artenreiche Faunengemeinschaft datiert in die fünfte Stufe (ehemaliges &amp;#039;&amp;#039;Unteres Caradoc&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Taniel Danelian, Leonid Popov |Titel=La biodiversité des radiolaires ordoviciens: regard à partir des données nouvelles et révisées provenant du Kazakhstan |Sammelwerk=Bulletin de la Société Géologique de France |Band=174 |Nummer=4 |Datum=2003 |ISSN=0037-9409 |Seiten=325–335}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittleren Ordovizium [[Schottland]]s (Oberes [[Darriwilium]] oder Oberes Llanvirn) wurden ebenfalls Radiolarite gebildet, so bei [[Ballantrae]]. Cherts lagern hier auf [[Spilit]]en und [[Vulkanit]]en. Radiolarite finden sich auch in den benachbarten [[Southern Uplands]] und sind hier mit [[Kissenlava]] assoziiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nächstfolgendes Radiolaritvorkommen ist der [[Strong Island Chert]] aus dem Mittleren bis Oberen Ordovizium [[Neufundland]]s. Der Radiolarit ist als roter Chert ausgebildet und liegt über [[Ophiolith]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Vogtland]], im [[Thüringisches Schiefergebirge|Fränkisch-thüringischen Schiefergebirge]] und im [[Frankenwald]] sowie im [[Nordsächsisches Schiefergebirge|Nordsächsischen Schiefergebirge]] sind Ablagerungen von dunkelgrauen bis schwärzlichen Kieselschiefern (Lyditen) aus dem Silur weit verbreitet. Sie setzen am Übergang vom Ordovizium zum Silur ein. Kieselschiefer treten hier meist in Verbindung mit Alaunschiefern auf. Ihre Lagerstätten bilden oft langgestreckte Linsen und kaum über größere Distanzen verfolgbare Bänke.&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Freyer, Karl-Armin Tröger: &amp;#039;&amp;#039;Geologischer Führer durch das Vogtland&amp;#039;&amp;#039;. Leipzig 1965, S. 9–16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.geopark-schieferland.de/files/13239BC1F4B/Schwarzenbach_web.pdf Geopfad Döbraberg – Eisenbachtal. auf www.geopark-schieferland.de] (PDF-Datei; 417&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://litholex.bgr.de/gesamt_ausgabe_neu.php?id=8000167 Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands, Lederschiefer-Formation. auf www.bgr.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://litholex.bgr.de/gesamt_ausgabe_neu.php?id=8000020 Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands, Unterer Graptolithenschiefer-Formation. auf www.bgr.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von großer Bedeutung sind die nordamerikanischen [[Novaculit]]e ([[Arkansas]], [[Oklahoma]] und [[Texas]]) aus dem obersten Devon. Die Novaculite sind dünnbankige, milchig-weiß gefärbte Kieselgesteine, die im Verlauf der [[Ouachita-Orogenese]] schwach [[Metamorphose (Geologie)|metamorphosiert]] wurden. Sie bestehen vorwiegend aus [[Quarz|Mikroquarz]] (5–35 µ), der aus Schwammskleren und Radiolarien hervorgegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mississippium]] entstanden im [[Rheinisches Schiefergebirge|Rheinischen Schiefergebirge]] ebenfalls Lydite.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. Schwarz |Titel=Die Natur des culmischen Kieselschiefers |Band=41 |Verlag=Senckenberg. Naturforschende Gesellschaft |Ort=Frankfurt/M. |Datum=1928 |Seiten=191–241}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu Ausgang des [[Paläozoikum]]s wurden Radiolarite am Südrand [[Laurasia]]s in der Umgebung von [[Maschhad|Meschhed]] im [[Iran]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. E. Ruttner |Hrsg=European Union of Geosciences |Titel=The southern borderland of Laurasia in NE Iran |Sammelwerk=[[Terra Abstracts]] |Band=3 |Ort=Strasbourg |Datum=1991 |Seiten=256–257}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während des [[Perm (Geologie)|Unterperms]] auf [[Sizilien]] in Kalkolistolithen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=R. Catalano u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Permian circumpacific deep-water faunas from the western Tethys (Sicily, Italy) - New evidences for the position of the Permian Tethys |Sammelwerk=Palaeogeogr. Palaeocli. Palaeoeco. |Band=87 |Datum=1991 |Seiten=75–108}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und in der nordwestlichen [[Türkei]] (im zu den [[Pontiden]] gehörenden [[Karakaya-Komplex]] der [[Sakarya-Zone]]), im Mittelperm in der [[Phyllitserie]] [[Kreta]]s&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=H. Kozur, J. Krahl |Titel=Erster Nachweis von Radiolarien im tethyalen Perm Europas |Sammelwerk=N. Jb. Geol. Paläontol. Abh. |Band=174 |Datum=1987 |Seiten=357–372}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie im Oberperm in den [[Hawasina-Decken]] [[Oman]]s abgelagert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=P. De Wever u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Permian age of the radiolarites from the Hawasina nappes. Oman Mountains |Sammelwerk=Geology |Band=16 |Datum=1988 |Seiten=912–914}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mesozoikum ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Radiolarit Totes Gebirge 20130814.jpg|mini|Aufschluss mit verschiedenfarbigen Radiolariten des Oberen Jura, [[Totes Gebirge]] (Nördliche Kalkalpen), Grenzbereich Oberösterreich-Steiermark]]&lt;br /&gt;
Während der [[Trias (Geologie)|Trias]] wurden im [[Tethys (Ozean)|Tethysraum]] so genannte [[Hornsteinplattenkalk]]e sedimentiert, beispielsweise im oberen [[Norium]] und [[Rhätium]] in den [[Karawanken|Südkarawanken]] ([[Frauenkogel-Formation]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=R. Lein u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Neue Daten zur Geologie des Karawanken-Strassentunnels |Sammelwerk=Geol. Paläontol. Mitt. Innsbruck |Band=20 |Datum=1995 |Seiten=371–387}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie bestehen aus an unebenen Bankgrenzen wechsellagernden Chertlagen und [[Mikrit]]en, wobei die Chertlagen verkieselte, radiolarienreiche Kalklagen darstellen. In [[Griechenland]] enthalten die Hornsteinplattenkalke auch [[Turbidit|Kalkturbidite]]. Auf Tiefseeschwellen oder hangaufwärts können sie in rote, radiolarienführende Ammonitenkalke übergehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. Bosselini, E. L. Winterer, |Titel=Pelagic limestone and radiolarite of the Tethyan Mesozoic: A generic model |Sammelwerk=Geology |Band=3 |Datum=1975 |Seiten=279–282}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Japan|Zentraljapan]] kamen in der Obertrias tonlagige Radiolarite in einem flachen Randmeer zur Ablagerung, die mit 30&amp;amp;nbsp;mm/1000 Jahre sehr hohe Akkumulationsraten aufweisen. Neben den Radiolarien sind [[Sklerit|Schwammnadeln]] sehr häufig.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. Iijima u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Shallow-sea, organic origin of the Triassic bedded chert in central Japan |Sammelwerk=J. of the Faculty of Sci., Univ. of Tokyo, Sec. 2 |Band=Vol. XIX, 5 |Datum=1978 |Seiten=369–400}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Alpen]] bildeten sich während des [[Jura (Geologie)|Juras]] (Zeitraum [[Bajocium|Oberbajoc]] bis [[Tithonium|Untertithon]]) Radiolarite in den [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] (zusammengefasst als &amp;#039;&amp;#039;Ruhpoldinger Radiolarit-Gruppe&amp;#039;&amp;#039;) und im [[Penninikum]] [[Frankreich]]s und [[Graubünden]]s. Im selben Zusammenhang sind auch die Radiolarite [[Korsika]]s zu nennen. Die Radiolarite des [[Ligurien|ligurischen]] [[Apennin]]s kamen etwas später gegen Ende des Juras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Westküste der [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] entstanden Radiolarite ab dem mittleren Jura, beispielsweise im [[Franciscan Complex]]. Die Radiolarite in der [[Great Valley Sequence]] sind etwas jünger, sie stammen aus dem Oberjura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu parallel wurden im [[Pazifik|Westpazifik]] östlich des [[Marianengraben]]s ab dem [[Callovium|Obercallov]] bis zum Ende des [[Valanginium]]s über mitteljurassischer, [[Ozeanische Kruste|ozeanischer Kruste]] ununterbrochen Radiolarite sedimentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. G. Ogg u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=32. Jurassic through early Cretaceous sedimentation history of the central equatorial Pacific and of sites 800 and 801 |Sammelwerk=Proceedings of the Ocean Drilling Program, Scientific Results |Band=129 |Datum=1992}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiele aus der [[Kreide (Geologie)|Unterkreide]] ([[Aptium]]) können der [[Windalia-Radiolarit]] [[Westaustralien]]s und der Radiolarit aus der [[Franciscan Formation]] der [[Marin Headlands]] bei [[San Francisco]] angeführt werden. Beispiele aus der Oberkreide sind Radiolarite im [[Zagros]] und aus dem [[Troodos-Gebirge]] in [[Zypern]] ([[Campanium]]) sowie die roten, mit [[Manganknollen]] assoziierten Radiolarientone von [[Borneo]], [[Rotti]], [[Seram]] und [[Timor|Westtimor]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=S. V. Margolis u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Fossil manganese nodules from Timor: geochemical and radiochemical evidence for deep-sea origin |Sammelwerk=Chem. Geol. |Band=21 |Datum=1978 |Seiten=185–198}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Radiolarite [[Syrien|Nordwestsyriens]] sind mit den Ablagerungen im Troodos-Gebirge Zyperns vergleichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Känozoikum ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für [[Känozoikum|känozoische]] Radiolarientone und Radiolarite stellt die [[Oceanic Group]] von [[Barbados]] dar. Die [[Gruppe (Geologie)|Gruppe]] wurde im Zeitraum frühes [[Eozän]] bis [[Miozän|Mittelmiozän]] auf ozeanischer Kruste abgesetzt, welche jetzt unterhalb des [[Inselbogen]]s subduziert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=R. C. Speed, D. K. Larue |Titel=Barbados architecture and implications for accretion |Sammelwerk=J. geopphys. Res. |Band=87 |Datum=1982 |Seiten=3633–3643}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungen, Vorkommen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:&amp;quot;Kleine Leuchte&amp;quot; Bergfreiheit.jpg|mini|Ehemalige Kieselschiefer-Abbaustätte bei [[Bergfreiheit (Bad Wildungen)|Bergfreiheit]] im [[Kellerwald]]]]&lt;br /&gt;
Radiolarit oder Lydit ist ein sehr hartes Gestein und gilt als das „[[Eisen]] der [[Steinzeit]]“. Es wurde zu Steinwerkzeugen wie [[Beil]]en, [[Klinge]]n, [[Bohrer]]n oder [[Schaber]]n verarbeitet. Seine Bruchkanten sind jedoch nicht so scharf wie die von [[Feuerstein]]. Verbreitet sind Beile aus Lydit im westlichen [[Niedersachsen]] und nördlichen [[Westfalen]]. Das Material tritt im &amp;#039;&amp;#039;Bramscher Massiv&amp;#039;&amp;#039; (bei [[Bramsche]]) an die Erdoberfläche. Die Farbe variiert je nach Pigmentanteil zwischen rötlich, grünlich, bräunlich und schwarz. Lydit, ein schwarzer paläozoischer Radiolarit, wird als [[Probierstein]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Vorkommen, die gewerblich genutzt wurden, gibt es in [[Thüringen]] bei [[Schleiz]] und [[Gefell|Langgrün]] (beide [[Silur|silurisch]]), in [[Sachsen]] bei [[Schönfels (Lichtentanne)|Schönfels]], [[Treuen|Altmannsgrün]], [[Oelsnitz/Vogtl.|Oelsnitz]] und [[Nossen]], im [[Harz]] bei [[Sankt Andreasberg]] und [[Wernigerode]], in [[Szentgál]] in [[Ungarn]] sowie in [[Mauer (Wien)|Mauer]] bei [[Wien]]. Ferner gibt es Vorkommen unter anderem in [[Tschechien]], [[Schottland]], USA (Utah, Nevada, Idaho, Wyoming) sowie die weltweit bedeutendsten Lagerstätten in [[Australien]] (ostaustralische [[Tasmansynklinale]]). Der neuzeitliche Zweck des Abbaus in Steinbrüchen war überwiegend die Schottergewinnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=C. Gäbert, A. Steuer, Karl Weiss |Titel=Die nutzbaren Steinvorkommen Deutschlands |Verlag=Union Deutsche Verlagsgesellschaft |Ort=Berlin |Datum=1915}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Arnd Peschel |Titel=Natursteine |Auflage=2. überarbeitete |Verlag=Verlag für Grundstoffindustrie |Ort=Leipzig |Datum=1983}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Dorrik A.V. Stow |Titel=Sedimentgesteine im Gelände. Ein illustrierter Leitfaden |Verlag=Spektrum Akademischer Verlag |Ort=Heidelberg |Datum=2008 |ISBN=978-3-8274-2015-2}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Roland Vinx]] |Titel=Gesteinsbestimmung im Gelände |Verlag=Elsevier |Ort=München |Datum=2005 |ISBN=3-8274-1513-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Alexander Binsteiner]] |Titel=Steinzeitlicher Bergbau auf Radiolarit im Kleinwalsertal/Vorarlberg (Österreich). Rohstoff und Prospektion |Sammelwerk=Archäologisches Korrespondenzblatt 38 |Ort=Mainz |Datum=2008 |Seiten=185–190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weblinks ===&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Radiolarite|Radiolarit|S}}&lt;br /&gt;
* [[Mineralienatlas:Radiolarit|Radiolarit]] im [[Mineralienatlas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biogenes Sedimentgestein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinzeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinwerkzeug]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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