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	<title>Radioballett - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T18:01:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Radioballett&amp;diff=1133885&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2025-04-20T21:52:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Radioballett&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine parodistische Aneignung des Begriffs [[Fernsehballett]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Zuerst wurde der Begriff von dem Hamburger Künstlerkollektiv LIGNA für eine Intervention am 5. Mai 2002 im [[Hamburg Hauptbahnhof|Hamburger Hauptbahnhof]] verwendet:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christiane Müller-Lobeck |Titel=Kollektives Winken |Sammelwerk=Die Tageszeitung: taz |Datum=2002-05-06 |ISSN=0931-9085 |Seiten=22 |Online=https://taz.de/!1111833/ |Abruf=2020-04-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Radiohörerinnen und Radiohörer des lokalen, nichtkommerziellen [[Freies Sender Kombinat|Freien Sender Kombinats]] (FSK) wurden eingeladen, zerstreut am Bahnhof eine Choreographie von Gesten durchzuführen. Das „Radioballett“ beinhaltet Merkmale der [[Direkte Aktion|Direkten Aktion]], der [[Performance (Kunst)|Performance]], des [[Smart Mobs]] und des Protesttheaters. LIGNA hat dies in Anlehnung an die Hausordnung der Deutschen Bahn „Übung in nichtbestimmungsgemäßem Verweilen“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ligna.blogspot.com/2009/12/radioballett.html Ligna Radioballett]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Auslöser für ihre Protestaktionen nennt LIGNA die zunehmende [[Privatisierung]] des [[Öffentlicher Raum|öffentlichen Raums]] und die damit einhergehende Sanktionierung abweichender Verhaltensweisen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://archiv.akweb.de/ak_s/ak475/07.htm |titel=ak 475: Kollektive Zerstreuung |abruf=2020-04-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Für eine knappe Stunde zogen im Bahnhof Verhaltensweisen und Gesten ein, die mitsamt den jeweils typischen Randgruppen (Bettler, Dealer, Obdachlose, Punks, Raucher etc.) verdrängt worden waren. Die [[DB Station&amp;amp;Service|DB Station &amp;amp; Service AG]] hatte gegen die Durchführung der Performance geklagt, was schließlich vom [[Hanseatisches Oberlandesgericht|Hanseatischen Oberlandesgericht]] Hamburg zurückgewiesen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Christiane Müller-Lobeck |url=https://taz.de/!1112086/ |titel=Bettelballet via Radio wird nicht verboten |werk=taz.de |datum=2002-05-04 |sprache=de |abruf=2024-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=LIGNA |Titel=An alle! Radio, Theater, Stadt |Verlag=Spector |Ort=Leipzig |Datum=2011 |Seiten=61-65}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Radioballett&amp;#039;&amp;#039; wurde ferner 2002 von [[Evelyn Dörr]] im Zusammenhang mit ihrem satirisch angelegten [[Charlie Chaplin|Charlie-Chaplin]]-Stück &amp;#039;&amp;#039;Der Mann im Mond. Ein Radioballett mit Charlie Chaplin&amp;#039;&amp;#039; verwendet, das am 25. Dezember 2002 vom [[WDR]] urgesendet wurde, und in erweiterter Fassung 2008 in der Edition Akustische Bühne erschien. Der Begriff bezeichnet dort das Bühnenarrangement als ein spezifisch choreographisch-akustisches Zusammenwirken von Sprache, Musik und Gestus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hamburger Radioballett wurde überregional wahrgenommen und 2003 von der [[Schaubühne Lindenfels]] nach Leipzig eingeladen, wo es mit rund 500 Teilnehmern, am 22. Juni 2003 im Rahmen des Festivals &amp;#039;&amp;#039;Entsicherung: Eine theatrale Einmischung in den öffentlichen Raum&amp;#039;&amp;#039; im [[Leipzig Hauptbahnhof|Leipziger Hauptbahnhof]] stattfand.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bundeskulturstiftung.net/cms/de/presse/mitteilungen/projekte/2003_06_02_2049_4.html |titel=Entsicherung, Leipzig |werk=Kulturstiftung des Bundes |datum=2013-02-21 | hrsg=Kulturstiftung des Bundes | offline=ja |archiv-url=https://archive.today/20130221065313/http://www.bundeskulturstiftung.net/cms/de/presse/mitteilungen/projekte/2003_06_02_2049_4.html |archiv-datum=2013-02-21 |abruf=2020-04-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erneut hat die DB Station &amp;amp; Service AG - wiederum vergeblich - versucht, die Aktion zu verbieten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Zheng Wan |url=https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/20594364231220159 |titel=A silence meant to be heard: LIGNA’s radio ballet |werk=https://journals.sagepub.com |hrsg=Gobal Media and China |datum=2023-12-07 |sprache=en |abruf=2024-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von LIGNA organisierte Radioballette gab es in den darauffolgenden Jahren in verschiedenen Städten meist in Kooperation mit [[Freies Radio|freien Radios]]: Voraussetzung ist ein mobiles Radio, über das Verhaltensvorschläge empfangen werden. Über die Radioausstrahlung angeregt werden beispielsweise Handlungen ausprobiert, die nach der jeweils herrschenden Hausordnung erlaubt oder verboten sind (Begrüßung – Hand geben: erlaubt; Betteln – Hand aufhalten: verboten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.youtube.com/watch?v=qI3pfa5QNZI&amp;amp;t=117s |titel=Youtube-Video des Radioballetts am Leipziger Hauptbahnhof vom 22. Juni 2003, ab Minute 4:00 |werk= |hrsg= |datum= |sprache= |abruf=2020-04-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;). Die Form des Hörens (und Folgens) wird dabei reflektiert; die Radiostimme weist stets darauf hin, dass niemand etwas mitmachen soll, was er nicht will. Die Übungen werden unterbrochen durch Informations-, Theorie- und Reflexionsblöcke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LIGNAs Radioballett ist nicht zwingend an privatisierte Räume gebunden. Im Rahmen des Projekts &amp;#039;&amp;#039;Eine Frage (nach) der Geste&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hgb-leipzig.de/geste/ Projekt &amp;#039;&amp;#039;Eine Frage (nach) der Geste&amp;#039;&amp;#039;], auf hgb-leipzig.de&amp;lt;/ref&amp;gt; von der [[Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig|Hochschule für Grafik und Buchkunst]] in der [[Oper Leipzig]] realisiert, lud Ligna 2006 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Normierte Räume – Abweichende Gesten&amp;#039;&amp;#039; zu einem Radioballett in die Innenstadt. Die Aktion hatte nicht nur Effekte auf die Teilnehmern selbst, sondern auch auf die zahlreich anwesenden Weihnachtsmarktbesucher. In der Folge wurden LIGNA auch international eingeladen, z.&amp;amp;nbsp;B. 2010 zu dem Projekt &amp;#039;&amp;#039;Ciudades Parallelas&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rimini-protokoll.de/website/de/project/ciudades-paralelas-parallele-staedte Ciudades Paralelas - Parallele Städte {{!}} Ein Projekt kuratiert von Lola Arias und Stefan Kaegi], auf rimini-protokoll.de&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[Lola Arias]] und Stefan Kaegi mit &amp;#039;&amp;#039;The First International of Shopping Malls&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ligna.org/videoaudio/erste-internationale-der-shopping-malls-video/ Erste internationale der Shopping malls – Video], auf ligna.org&amp;lt;/ref&amp;gt; oder 2019 zu der Performance &amp;#039;&amp;#039;Nonument&amp;#039;&amp;#039; an dem umstrittenen &amp;quot;Haus des Kommunismus&amp;quot;, [[Busludscha-Denkmal|Buzludzha]], [[Bulgarien]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://antistaticfestival.org/en/project/nonument/ Nonument], auf antistaticfestival.org, abgerufen am 2. April 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit komplexeren Arbeiten wie &amp;#039;&amp;#039;Invasion vom Planet der Affen&amp;#039;&amp;#039; (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mousonturm.de/de/programm/veranstaltungen/1266/invasion-vom-planet-der-affen Invasion vom Planet der Affen], auf mousonturm.de, abgerufen am 2. April 2025&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;Dantons/Toussaints Tod&amp;#039;&amp;#039; (2022)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mousonturm.de/de/programm/veranstaltungen/6471/dantons-tod-toussaints-tod Dantons Tod / Toussaints Tod], auf mousonturm.de, abgerufen am 2. April 2025&amp;lt;/ref&amp;gt; hat LIGNA das Format weiterentwickelt und auch, wie in &amp;#039;&amp;#039;Die Spitzköpfe und die Rundköpfe&amp;#039;&amp;#039; nach [[Bertolt Brecht]] (2021),&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Christoph Schütte | url=https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kultur/theater-im-mousonturm-ligna-interpretiert-bertolt-brecht-17871711.html | abruf=2025-04-02 | datum=2022-03-12 | titel=Brecht interpretieren | werk=faz.net }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit mehreren Arbeiten im Theaterraum neue Situationen ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Radioballetts wurde auch mehrfach von anderen Akteuren aufgegriffen und verwendet. Am 26. Oktober 2004 etwa veranstalteten anarchistische Gruppen in Wien ein Radioballett gegen die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.youtube.com/watch?v=0lbUJQHPvYc |titel=Youtube-Video Radioballett am &amp;quot;Nationalfeiertag&amp;quot; 2004 Wien |werk= |hrsg= |datum= |abruf=2020-04-07 |sprache=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, am 9. Mai 2005 fand anlässlich der jährlichen [[Münchner Sicherheitskonferenz]] in der Münchner Fußgängerzone ebenfalls ein Radioballett statt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=OAr7_kcZE4k vgl. Youtube-Video: Radio gegen die Nato Sicherheitskonferenz]&amp;lt;/ref&amp;gt; Besondere Beliebtheit erfreute sich die Aktionsform etwa in der Gewerkschaftsjugend, die eine Vielzahl von Radioballetten veranstaltete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=DGB Bezirk Berlin-Brandenburg |url=https://berlin-brandenburg.dgb.de/themen/++co++f1d030bc-8d4d-11e2-8ffb-00188b4dc422 |titel=Radioballett zum &amp;quot;Wahlkampfauftakt&amp;quot; der DGB-Jugend |abruf=2020-04-07 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* LIGNA: &amp;#039;&amp;#039;An Alle! Radio, Theater, Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig: Spector 2011, S. 43–65.&lt;br /&gt;
* Thomas Edlinger: &amp;quot;Ligna - Radioballett&amp;quot;, in Thoma Edlinger, Stella Rollig, Roland Schöny (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Open House. Kunst und Öffentlichkeit.&amp;#039;&amp;#039; Linz: Folio 2004, S. 36–37.&lt;br /&gt;
* [[Evelyn Dörr]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Mann im Mond. Ein Radioballett mit Charlie Chaplin.&amp;#039;&amp;#039; Edition Akustische Bühne 1. 2008, ISBN 3-8370-5545-0.&lt;br /&gt;
* Wanda Wieczorek: &amp;quot;Zerstreuung im Zusammenhang. Radioballett und Radiodemo.&amp;quot; In Marc Amann (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Go. Stop. Act.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt: Trotzdem 2005, S. 174–183.&lt;br /&gt;
* Kai van Eikels: &amp;quot;Diesseits der Versammlung. Kollektives Handeln in Bewegung: Ligna, &amp;#039;&amp;#039;Radioballett&amp;#039;&amp;#039;. InGabriele Brandstetter, Bettina Brandl-Risi, Kaii van Eikels (Hg.): Schwarm Emotion. Bewegung zwischen Affekt und Masse. Freiburg: Rombach 2007, S. 101–124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://ligna.blogspot.com/2007/11/die-gruppe-ligna-existiert-seit-1995.html Selbstdarstellung der Künstlergruppe Ligna im Internet]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url= http://www.bundeskulturstiftung.net/cms/de/presse/mitteilungen/projekte/2003_06_02_2049_4.html | archive-is= 20130221 | text=Bundeskulturstiftung: Beschreibung des Festivals &amp;#039;&amp;#039;Entsicherung&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theaterprojekt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aktionskunst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handlung und Verhalten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Künstlergruppe (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Demonstrationsart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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