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	<title>Rötelmaus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-13T00:14:57Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=R%C3%B6telmaus&amp;diff=230469&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-24200-10: Laien können vieles verwechseln; zwischen den hier genannten, nicht besonders eng miteinander verwandten Arten, besteht jedoch keine derartige Ähnlichkeit, dass das Thema in die Wikipedia gehörte</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=R%C3%B6telmaus&amp;diff=230469&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-20T16:39:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Laien können vieles verwechseln; zwischen den hier genannten, nicht besonders eng miteinander verwandten Arten, besteht jedoch keine derartige Ähnlichkeit, dass das Thema in die Wikipedia gehörte&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Rötelmaus&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Myodes glareolus&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = ([[Johann Christian von Schreber|Schreber]], 1780)&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Rötelmäuse&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Myodes&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Myodini&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Tribus&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Wühlmäuse&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Arvicolinae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Wühler&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Cricetidae&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Mäuseartige&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Muroidea&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Überfamilie&lt;br /&gt;
| Bild             = Rotelmaus-Frontal ZK1 02496 c 2k4.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Rötelmaus (&amp;#039;&amp;#039;Myodes glareolus&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
| Subtaxa_Rang     = Unterart&lt;br /&gt;
| Subtaxa          = * Mitteleuropäische Rötelmaus&amp;lt;br /&amp;gt;(&amp;#039;&amp;#039;Myodes glareolus glareolus&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Donau-Rötelmaus&amp;lt;br /&amp;gt;(&amp;#039;&amp;#039;Myodes glareolus istericus&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Ruttner-Rötelmaus&amp;lt;br /&amp;gt;(&amp;#039;&amp;#039;Myodes glareolus ruttneri&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rötelmaus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Myodes glareolus&amp;#039;&amp;#039;, [[Synonym (Taxonomie)|Syn.]]: &amp;#039;&amp;#039;Clethrionomys glareolus&amp;#039;&amp;#039;) oder auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Waldwühlmaus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Art (Biologie)|Art]] innerhalb der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] der [[Rötelmäuse]] (&amp;#039;&amp;#039;Myodes&amp;#039;&amp;#039;), die der [[Unterfamilie (Biologie)|Unterfamilie]] der [[Wühlmäuse]] zugeordnet ist. Sie hat mehrere [[Unterart]]en gebildet, von denen drei in [[Mitteleuropa]] vertreten sind. Der Name &amp;#039;&amp;#039;Rötelmaus&amp;#039;&amp;#039; geht auf die rotbraune Rückenfellfärbung zurück, während der Name &amp;#039;&amp;#039;Waldwühlmaus&amp;#039;&amp;#039; auf die Vorliebe dieser Art für schattige [[Habitat]]e in [[Wald|Wäldern]] oder deren Nähe zurückgeht. Diese Art ist eines der häufigsten [[Säugetiere]] in [[Europa]], sie gilt daher als ungefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
Die mit einer Kopf-Rumpf-Länge von sieben bis mehr als 13 Zentimetern relativ kleine Mäuseart hat eine Schwanzlänge von 3 bis 6,5&amp;amp;nbsp;cm und wiegt zwischen 12 und 35 Gramm. Die Art zeigt Größen- und Gewichtsunterschiede von bis zu 300 Prozent zwischen Populationen verschiedener Regionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rückenfell ist rotbraun bis fuchsrot, manchmal auch gelblich. Die [[Flanke (Anatomie)|Flanken]] sind bräunlich bis graubraun und meist cremefarben überhaucht. Das Bauchfell ist weißlich bis grau. Die Unterwolle ist grau. Die [[Pfote]]n sind hell. Die schwarzen Haare am Schwanzende sind etwas länger als die übrige Behaarung des Schwanzes und farblich von dieser deutlich abgesetzt. Die [[Ohr]]en sind mit neun bis 16 Millimetern groß bis mittelgroß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rötelmaus hat ein typisches Nagetiergebiss, das aus je zwei vergrößerten [[Schneidezahn|Schneidezähnen]] und je sechs [[Molar (Zahn)|Molaren]] (Backenzähnen) in [[Oberkiefer|Ober-]] und [[Unterkiefer]] besteht. Mit zunehmendem Alter bewurzeln sich alle Backenzähne und zeigen einen Wachstumsabschluss im Gegensatz zu den ständig nachwachsenden Zähnen anderer Wühlmausarten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paul-Walter Löhr, Franz Müller, [[Joachim Jenrich]] |Hrsg=Verein für Naturkunde in Osthessen e.&amp;amp;nbsp;V., Fulda |Titel=Kleinsäuger: Körper- und Schädelmerkmale, Ökologie |Auflage=1 |Verlag=Michael Imhof Verlag |Ort=Petersberg |Datum=2010 |ISBN=978-3-86568-147-8 |Seiten=85-90}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grafisch lässt sich die [[Zahnformel]] der Rötelmaus so ausdrücken:&lt;br /&gt;
[[Datei:Zahnformel Hamster.png|links]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die linke und rechte Gebisshälfte sind identisch, so dass üblicherweise nur eine Seite dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Lebensraum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mapa Myodes glareolus.png|mini|300px|Verbreitungsgebiet]]&lt;br /&gt;
Die Rötelmaus findet sich in großen Teilen Europas und Nordasiens. Einigen Quellen zufolge ist sie das häufigste Säugetier Mitteleuropas. Ihr Lebensraum wird von [[Buchenwald (Landschaft)|Buchen-]] und [[Mischwald|Mischwäldern]], waldnahen [[Hecke]]n und [[Gebüsch]]en sowie Feuchtgebieten gebildet. Sie findet sich zudem häufig in der Nähe von [[Fließgewässer]]n. Auch waldnahe [[Garten|Gärten]] werden als [[Habitat]] angenommen. Dort baut die Rötelmaus auch in wenig genutzten [[Scheune]]n, Lagerschuppen, [[Gartenlaube|Gartenhütten]] oder sonstigen Holzbauten ihre Nester. Hinweise auf ein vorhandenes Nest geben unter anderem [[Laub (Botanik)|Laub]], trockene [[Moose|Moospolster]] und Zweige, die von den Rötelmäusen eingetragen und abgelegt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Süden Europas ist die Rötelmaus eng an die Verbreitungsgrenze der [[Rotbuche]] gebunden. Dementsprechend ist sie nur im Norden der [[Iberische Halbinsel|Iberischen Halbinsel]] und Nord[[griechenland]] verbreitet. In [[Skandinavien]] und [[England]] dehnt sich das Verbreitungsgebiet bis zum 68. [[Breitengrad]] nach Norden aus, weiter als das der [[Laubwald|Laubwälder]]. Im nördlichen Skandinavien weicht die Rötelmaus aufgrund der fehlenden Laubwälder auf die [[Nadelwald|Nadelwälder]] aus und hat ihre Nordgrenze gemeinsam mit der [[Fichten|Fichte]]. Die östliche Verbreitungsgrenze bildet der [[Altai]]. In den [[Alpen]] kommt die Rötelmaus auch noch oberhalb der [[Baumgrenze]], bis in 2.400&amp;amp;nbsp;m Höhe, vor. Häufiger ist sie jedoch unterhalb der [[Waldgrenze]] in den Bergmischwäldern anzutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nester und Baue ==&lt;br /&gt;
[[Datei:BankVole.jpg|mini|Rötelmaus im Seitenporträt]]&lt;br /&gt;
Ihre [[Nest]]er und [[Tierbau|Baue]] legen die Rötelmäuse meist unterirdisch an, wobei die Gänge nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche verlaufen. Zu diesen Bauen gehört ein weitläufiges Netz aus Wegen unter der Laubschicht oder der Schneedecke. Zum Bau gehören Blindgänge und Erweiterungen, in denen Nahrungsvorräte eingelagert werden und das Nest angelegt sein kann. Befindet sich das Nest in einer der Erweiterungen des Baues, liegt es im Mittel 45 Zentimeter unter der Oberfläche. Es werden aber auch Nester an der Oberfläche, in der [[Vegetation]], in verrottenden [[Baumstumpf|Baumstümpfen]] oder unter liegenden [[Totholz]]stämmen angelegt. Die Nester werden aus verschiedenen Materialien gebaut und unterschiedlich gepolstert. So wurden Nester gefunden, die komplett aus [[Moose|Moos]] bestanden oder zusätzlich mit zerfasertem Holz gepolstert waren. Daneben findet man auch Nester aus trockenem Laub, meist mit Moos als Ergänzung. Es werden aber auch Tierhaare oder [[Bast (Baum)|Bastfasern]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nester dienen neben der Jungenaufzucht auch als Aufenthaltsort für Einzeltiere, als Fraßplatz oder Vorratsspeicher. Bei tiefen Temperaturen ist der Energiebedarf der Tiere bei Aufenthalt in einem Nest erheblich geringer. Das gegenseitige Wärmen von mehreren Tieren in einem Nest hat nur wenig Einfluss auf den Energieverbrauch der Einzeltiere. Dies wurde durch Untersuchungen an einzelnen und in Gruppen überwinternden Tieren nachgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktivität ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roetelmaussprung.jpg|mini|Springende Rötelmaus]]&lt;br /&gt;
Die Aktivität der Rötelmäuse verteilt sich auf mehrere Phasen über den Tag, wobei sowohl Anzahl, Dauer als auch Tageszeit dieser Phasen jahreszeitabhängig sind. Durchschnittlich beläuft sich die tägliche Gesamtaktivitätszeit auf anderthalb bis sechs Stunden, die sich auf drei bis neun Aktivitätsphasen aufteilen. Die höchste Zahl der Aktivitätsphasen und das Maximum der Gesamtdauer der täglichen Aktivität liegen im Sommer und Winter, die jeweiligen Minima im Frühling und Herbst. Aktivitätsspitzen treten besonders in der [[Dämmerung]], am Morgen und Abend auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob die Tiere tag- oder nachtaktiv sind, hängt von vielen Einflüssen ab. In Gebieten, in denen die streng nachtaktive [[Gelbhalsmaus]] (&amp;#039;&amp;#039;Apodemus flavicollis&amp;#039;&amp;#039;) in hoher Dichte vorkommt, weichen Rötelmäuse beispielsweise deren [[Konkurrenz (Ökologie)|Konkurrenzdruck]] aus, indem sie überwiegend tagaktiv sind, während sie bei geringer Dichte der Gelbhalsmaus im gleichen Gebiet überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer sind die Tiere überwiegend nachtaktiv und weichen so dem hohen Jagddruck ihrer tagaktiven Fressfeinde aus. Im Winter sind die Aktivitätsphasen relativ gleichmäßig über den gesamten Tag verteilt. Im Herbst und Frühjahr ist die Verteilung der Aktivität auf Tag und Nacht unregelmäßig und vom Übergang der unterschiedlichen Verhaltensweisen in Sommer und Winter geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ernährung ==&lt;br /&gt;
Die [[Nahrung]] der Rötelmaus besteht im [[Frühjahr]] aus [[Süßgräser|Gräsern]], [[Krautige Pflanze|Kräutern]] und [[Embryo (Pflanze)|Keimlingen]]. Im Sommer und [[Herbst]] erweitert sich das Spektrum der möglichen Nahrungsquellen um [[Knospe]]n, [[Same (Pflanze)|Samen]], [[Frucht (Botanik)|Früchte]], [[Moose]] und [[Pilze]]. Im Winter dient in größeren Mengen auch [[Rinde|Baumrinde]] als Nahrungsgrundlage. Ganzjährig verzehrt die Rötelmaus [[Insekten]], [[Spinnentiere|Spinnen]] und [[Würmer]], gelegentlich auch Vogeleier. Für den Winter legt sie einen Vorrat aus [[Eichel (Frucht)|Eicheln]], [[Buchecker]]n und anderen Samen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natürliche Feinde ==&lt;br /&gt;
Für viele [[Beutegreifer]] stellt die Rötelmaus eine wichtige Nahrungsquelle dar. Dies sind beispielsweise der [[Rotfuchs]], der [[Eurasischer Luchs|Luchs]], die [[Europäische Wildkatze]] oder [[Marder]] wie das [[Hermelin]], das [[Mauswiesel]] und der [[Iltisse|Iltis]]. Die [[Sperbereule]], die in den [[Borealer Nadelwald|borealen Nadelwäldern]] beheimatet ist, lebt während der Zeit der Brut und Jungenaufzucht fast ausschließlich von Rötelmäusen. Auch andere [[Eulen]], wie beispielsweise die [[Schleiereule]], der [[Waldkauz]], die [[Waldohreule]] oder der [[Uhu]], sowie andere [[Greifvögel]], wie [[Falken]], [[Habicht]]e oder [[Sperber (Art)|Sperber]], gehören zu den Jägern der Rötelmaus. Auch der [[Schwarzstorch|Schwarz-]] und [[Weißstorch]] oder der [[Graureiher]] verschmähen sie nicht. Neben [[Vögel]]n und [[Säugetiere]]n erbeuten auch [[Schlangen]], wie zum Beispiel [[Kreuzotter]]n oder [[Ringelnatter]]n, Rötelmäuse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fortpflanzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rötelmausschädel.jpg|mini|Rötelmausschädel]]&lt;br /&gt;
Rötelmäuse sind sehr soziale Tiere, sie leben meist in Gruppen. Die Verpaarung ist [[Monogamie|polygam]] und [[Promiskuität|promisk]]. Dominante Weibchen verteidigen ihre Reviere, in denen sie mit ihrem Nachwuchs leben, gegen andere Weibchen und niederrangige Männchen. Die Weibchenreviere überschneiden sich teilweise mit denen anderer Weibchen. Dominante Männchen verteidigen größere Reviere, die sich mit denen mehrerer Weibchen überlappen. Bei der Verpaarung bevorzugen die Weibchen diese dominanten, ortsansässigen Männchen gegenüber rangniederen, ortsfremden Männchen. In der Regel findet die [[Fortpflanzung]] im Sommerhalbjahr statt. Während sich in Jahren mit knappem Nahrungsangebot der Fortpflanzungszeitraum auf die Monate Mai bis Juli beschränkt, kann er sich bei gutem Nahrungsangebot, beispielsweise nach einer [[Mast (Wald)|Buchen- oder Eichenmast]], auf März bis November ausdehnen. In [[Bergwald|Bergwäldern]] pflanzen sich die Rötelmäuse bei sehr gutem Nahrungsangebot sogar ganzjährig fort. Die Neigung zur Vermehrung im Winter ist bei den [[Population (Biologie)|Populationen]] im Gebirge ausgeprägter als bei denen, die im Tiefland leben. Neben dem Nahrungsangebot sind das Raumangebot und die Tageslichtlänge entscheidende Faktoren für die sexuelle Aktivität der Rötelmäuse. So wurde bei Freilanduntersuchungen in [[Polen]] herausgefunden, dass weibliche Rötelmäuse nur trächtig werden, wenn ihr eigenes [[Revier (Tier)|Revier]] eine bestimmte Mindestgröße hat. Kurz vor der Niederkunft werden die Weibchen aggressiver, die Reviergrößen schrumpfen, und der Revierabstand steigt. Die Revierüberschneidungen gehen in dieser Phase erheblich zurück. Die geschlechtliche Entwicklung männlicher Rötelmäuse wird verzögert, wenn ausgewachsene, dominante Männchen in nächster Nähe leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Trächtigkeit|Tragzeit]] beträgt bei optimalem Nahrungsangebot siebzehn Tage, kann aber bei [[säugen]]den ([[Laktation|laktierenden]]) Weibchen auf bis zu 24 Tage ausgedehnt sein. Als mittlere Tragzeit wurden drei Wochen ermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weibliche Rötelmäuse werfen im Freiland zwei- bis maximal dreimal in ihrem Leben. In Laborversuchen wurde eine mittlere Wurfanzahl von 3,1 Würfen je Weibchen ermittelt. Nach einer Tragzeit von 18 bis 23 Tagen kommen drei bis sieben Junge zur Welt. Der Durchschnitt liegt bei 3,5 Jungen pro [[Wurf (Fortpflanzung)|Wurf]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jungen kommen [[Blindheit|blind]] und [[Nacktheit|nackt]] zur Welt, lediglich an den Lippen befinden sich einige Tasthaare. Nach drei Tagen erscheint das erste Rückenhaar. Es dauert aber bis zu 25 Tage, bis sich das noch graue Jugendfell voll entwickelt hat, welches dann nach 34 bis 38 Tagen zum ersten Mal gewechselt wird. Die Gehörgänge öffnen sich am elften Tag nach der Geburt, einen Tag später öffnen die Jungtiere ihre Augen. Entwöhnt sind sie aber erst nach 20 bis 25 Tagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geschlechtsreife]] setzt normalerweise nach neun Wochen ein. Die weiblichen Jungtiere können jedoch schon nach vier Wochen, hingegen die männlichen frühestens nach acht Wochen, geschlechtsreif werden. Wenn sich die Jungtiere derart früh und stark bei der Fortpflanzung beteiligen, kommt es in nahrungsreichen Sommern zu einem schnellen Anwachsen der Population. Früh im Jahr geborene Weibchen, die sich bereits in ihrem Geburtsjahr an der Fortpflanzung beteiligen, überleben den folgenden Winter meist nicht, was durch die Abnahme von Tieren mit Uterusnarben bei Kontrollfängen im Winter belegt wurde. Die im Spätsommer und Herbst geborenen Weibchen beteiligen sich erst im Folgejahr an der Fortpflanzung und haben in Jahren mit geringer Populationsdichte eine höhere Lebenserwartung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Jahren mit hoher Populationsdichte sind die Reviergrößen deutlich kleiner, der Stress bei den Tieren und die Aggressivität untereinander werden erheblich größer. In solchen Jahren und bei Nahrungsknappheit kommt es zum [[Infantizid (Zoologie)|Infantizid]] – zur Tötung von Jungtieren – durch Weibchen an den Jungen von Weibchen in benachbarten Revieren. Auch Infantizide durch Männchen wurden beobachtet. Die getöteten Jungtiere werden meist aufgefressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebenserwartung der Rötelmaus liegt im Mittel bei 1,5 Jahren, sie kann aber in Haltung ein Alter von etwa 4 Jahren erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stammesgeschichte ==&lt;br /&gt;
Schon aus dem Spät[[pliozän]] gibt es Nachweise für die Verbreitung der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Myodes&amp;#039;&amp;#039; in Europa. Für die Rötelmaus in ihrer [[Rezent (Biologie)|rezenten]] Form sind Nachweise aus dem [[Pleistozän]] vorhanden. Nach dem Ausklang der [[Würmeiszeit]] hat sich die Art stark verbreitet. Aufgrund der Vorliebe der Rötelmäuse für bewaldete Habitate gelten Funde von Überresten für die [[Paläontologie]] als [[Bioindikator|Indikator]] für Bewaldung und ein gemäßigtes Klima.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Rötelmaus als Schädling ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sambucus nigra damage.jpg|mini|hochkant|Nageschäden an [[Schwarzer Holunder|Holunderzweigen]] durch die Rötelmaus (bis 2 m Höhe)]]&lt;br /&gt;
Da sich die Rötelmaus im Winter auch von Baumrinden ernährt und dabei Buchen, [[Ahorne]] und [[Lärchen]] bis in mehrere Meter Höhe entrindet, gilt sie als [[Schädling|Forstschädling]]. Durch das Fressen von Keimlingen schädigt sie zudem Saatanpflanzungen und kann die Verjüngung des Waldes erheblich beeinträchtigen. Die Schädlichkeit der Rötelmaus ist in einem gesunden [[Ökosystem]] jedoch relativ gering, denn nennenswerte Schäden sind erst bei massenhaftem Auftreten zu verzeichnen. Wegen der Vielzahl natürlicher Feinde regulieren sich [[Gradation (Zoologie)|Massenvorkommen]] der Rötelmaus allerdings verhältnismäßig schnell ([[Räuber-Beute-Beziehung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Rötelmaus als Krankheitsüberträger ==&lt;br /&gt;
Für den [[Fuchsbandwurm]] stellt die Rötelmaus einen [[Wirt (Biologie)|Zwischenwirt]] dar. Durch den Befall mit den [[Larve]]n der [[Bandwürmer]] wird die Rötelmaus geschwächt und so eine leichtere Beute für den Endwirt, den Fuchs. Aber auch Hunde und Katzen fressen die befallenen Tiere und scheiden dann infektiöse Eier aus, die der Mensch durch den Umgang mit den Haustieren oder deren Ausscheidungen aufnehmen kann. Er stellt im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurmes zwar einen &amp;#039;&amp;#039;Fehlzwischenwirt&amp;#039;&amp;#039; dar, da die Infektion nicht an den Endwirt weitergegeben wird, allerdings findet in den Organen eines infizierten Menschen, vornehmlich in [[Leber]], [[Lunge]] und [[Gehirn]], eine Finnenentwicklung statt, die das Krankheitsbild der [[Alveoläre Echinokokkose|alveolären Echinokokkose]] bedingt. Eine Heilung ist nur bei frühzeitiger Diagnose möglich, die &amp;#039;&amp;#039;alveoläre Echinokokkose&amp;#039;&amp;#039; ist die am häufigsten zum Tode führende Wurmerkrankung des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Fuchsbandwurm, den die Rötelmaus indirekt über Fuchs, Katze oder Hund auf den Menschen überträgt, überträgt die Rötelmaus auch viele [[Pathogenität|pathogene]] Keime. Einer der nennenswertesten ist der [[Serotyp]] Puumala –&amp;amp;nbsp;kurz PUU&amp;amp;nbsp;– des [[Hanta-Virus|Hantavirus]], das ein [[hämorrhagisches Fieber]] auslöst. Die Rötelmaus gilt in den [[Endemie]]gebieten als Haupterregerträger von PUU. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass das Auftreten von PUU-Infektionen beim Menschen in engem Zusammenhang mit der Größe der Populationen der Rötelmäuse steht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Daniela Reil, Christian Imholt, Jana Anja Eccard, Jens Jacob |Titel=Beech Fructification and Bank Vole Population Dynamics – Combined Analyses of Promoters of Human Puumala Virus Infections in Germany |Sammelwerk=PLOS ONE |Band=10 |Nummer=7 |Datum=2015-07-27 |ISSN=1932-6203 |Seiten=e0134124 |DOI=10.1371/journal.pone.0134124 |PMID=26214509}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Endemiegebiete gelten in Deutschland insbesondere die [[Schwäbische Alb]], [[Unterfranken]], [[Niederbayern]] und die [[Eifel]]. In [[Österreich]] wurden die meisten PUU-Fälle im Jahre 2004 aus [[Kärnten]] und der [[Steiermark]] gemeldet. Aber auch aus anderen europäischen Ländern, wie beispielsweise [[Schweden]], [[Finnland]], [[Belgien]], [[Frankreich]], [[Italien]], der [[Tschechische Republik|Tschechischen Republik]], [[Slowenien]], [[Kroatien]], [[Griechenland]] und [[Russland]], sind Erkrankungsfälle bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Infektion]] wird durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Tieren und deren Ausscheidungen –&amp;amp;nbsp;[[Urin]], [[Kot]] oder [[Speichel]]&amp;amp;nbsp;– ausgelöst. Dabei sind die Viren auch noch infektiös, wenn der Kot oder Urin der Mäuse ausgetrocknet ist und die Viren beispielsweise beim Staubfegen in mit Nagerausscheidungen verschmutzten [[Keller]]n, Schuppen, [[Stall|Ställen]] oder Speichern über die Atemwege aufgenommen werden. Auch die Aufnahme von mit Nagetierausscheidungen verunreinigten Lebensmitteln oder Wasser kann die Erkrankung auslösen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.medizin.de/ratgeber/themen-a-z/h/hantavirus.html Hantavirus-Infektion] auf medizin.de (abgerufen am 10. April 2011)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.medizinische-enzyklopaedie.de/medizin/953.html Anstieg von Hantavirus-Infektionen in Deutschland, Belgien und Frankreich - Hanta-Virus: Folge der Zunahme der Rötelmaus-Population?], Artikel vom 22. Juli 2005 auf medizinische-enzyklopaedie.de (abgerufen am 10. April 2011)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jochen Niethammer, Franz Krapp (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Säugetiere Europas.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Teil 1: &amp;#039;&amp;#039;Rodentia 2 (Cricetidae, Arvicolidae, Zapodidae, Spalacidae, Hystricidae, Capromyidae).&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;Nagetier II.&amp;#039;&amp;#039; Akademischen Verlags-Gesellschaft, Wiesbaden 1982, ISBN 3-400-00459-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Myodes glareolus|Rötelmaus}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://bfw.ac.at/ws/sdis.schadenstyp_w?schadenstyp_id_in=75 Fotos von Forstschäden durch Rötelmäuse]&lt;br /&gt;
* [http://animaldiversity.ummz.umich.edu/site/accounts/information/Myodes_glareolus.html Animal Diversity Web]&lt;br /&gt;
* {{IUCN&lt;br /&gt;
|Year=2013.2&lt;br /&gt;
|ID= 4973&lt;br /&gt;
|ScientificName= Myodes glareolus&lt;br /&gt;
|YearAssessed= 2008&lt;br /&gt;
|Assessor=Amori, G., Hutterer, R., Kryštufek, B., Yigit, N., Mitsain, G., Palomo, L.J., Henttonen, H., Vohralík, V., Zagorodnyuk, I., Juškaitis, R., Meinig, H. &amp;amp; Bertolino, S.&lt;br /&gt;
|Download= 29. Dezember 2013}}&lt;br /&gt;
{{Exzellent|20. März 2005|5483701}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Rotelmaus}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wühlmäuse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forstschädling]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-24200-10</name></author>
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