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	<title>Rädertierchen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T12:40:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=R%C3%A4dertierchen&amp;diff=105429&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hardenacke: /* Literatur */ + wikilink</title>
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		<updated>2025-05-11T13:46:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; + wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Rädertierchen&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Rotifera&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Stamm&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Georges Cuvier|Cuvier]], 1817&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Urmünder&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Protostomia&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = ohne Rang&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Bilateria&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = ohne Rang&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Vielzellige Tiere&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Metazoa&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = ohne Rang&lt;br /&gt;
| Bild             = Keratella cochlearis.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = &amp;#039;&amp;#039;Keratella cochlearis&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rädertierchen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rotifera&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, veraltet &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rotatoria&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) sind 0,1 bis 0,5 Millimeter ([[Acanthocephala]] bis 70 Zentimeter) lange [[vielzellige Tiere]] mit genetisch festgelegter, gleich bleibender Anzahl von Zellen ([[Zellkonstanz|Eutelie]]). Am Kopf befinden sich bewegliche Wimpernkränze, das &amp;#039;&amp;#039;Räderorgan&amp;#039;&amp;#039;. Bislang sind weltweit etwa 2000 teilweise sehr verschiedene [[Art (Biologie)|Arten]] beschrieben, von denen etwa 550 in [[Deutschland]] vorkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensraum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fmicb-03-00441-g006A-Rotifer@RioTinto.jpg|mini|[[Extremophil]]es Rädertierchen vom [[Río Tinto]], Spanien]]&lt;br /&gt;
Rädertiere treten in vielen Lebensräumen auf. Auf dem Land, in Bäumen, in feuchtem Moos oder zwischen Bodenpartikeln sind sie ebenso zu Hause wie im Meer oder im Süßwasser. Dabei macht ihnen die Kälte der [[Antarktis]] ebenso wenig etwas aus wie die Hitze von [[Thermalquelle]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Rädertier[[Gattung (Biologie)|gattungen]] leben entweder dauerhaft an Pflanzen festsitzend oder freischwebend im Wasser oder [[Detritus (Hydrologie)|Detritus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Morphologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rotifera feeding and moving.ogv|mini|Rädertierchen beim Jagen und Fressen. Deutlich erkennbar ist der rhythmisch kontraktierende Kaumagen (Mastax)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rotifera 1.JPG|mini|Rädertierchen. Gut zu erkennen die Augen, das Räderorgan und der Kauer.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rotifera 2.JPG|mini|Rädertierchen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mikrofoto.de-Raedertier Ptygura pilula 2.jpg|mini|Rädertierchen &amp;#039;&amp;#039;[[Ptygura pilula]]&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aussehen der Rädertiere ist sehr vielgestaltig, dennoch lässt sich der Körper grob in drei Abschnitte gliedern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kopf mit Räderorgan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – Das Räderorgan besteht aus Wimpernfeldern  und/oder Wimpernkränzen, die fast ständig in Bewegung sind. Es dient zum einen der Fortbewegung und zum anderen dem Einstrudeln von Nahrungsteilchen.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rumpf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – In der Mitte des Körpers befindet sich der Rumpf. Bei manchen Arten ist der Rumpf versteift, dann spricht man auch von der Verpanzerung. Die Verpanzerung rührt nicht von einer [[Exoskelett|Cuticula]] her, sondern von der Sklerotisierung einer in der Rumpf[[Epidermis (Wirbellose)|epidermis]] befindlichen Schicht, der &amp;#039;&amp;#039;dense layer&amp;#039;&amp;#039;. Die Rumpfepidermis besteht nicht aus einzelnen Zellen, sondern aus einem [[Syncytium]], das durch das Verschmelzen der Epidermiszellen entstanden ist. Einige Rädertiere, etwa &amp;#039;&amp;#039;[[Macrochaetus collinsi]]&amp;#039;&amp;#039; weisen am Rumpf lange Stacheln auf. &amp;#039;&amp;#039;[[Taphrocampa selenura]]&amp;#039;&amp;#039; wiederum besitzt eine klebrige Epidermis. Die meisten Arten können Kopf und Fuß in den Rumpf einziehen.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fuß&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – Der Fuß des Rädertiers hat zwei Anhänge, die Zehen. Im Fuß befinden sich Klebedrüsen, die auf den Zehen münden. Mit Hilfe der Klebdrüsen kann sich das Rädertier zeitweise oder dauerhaft an einen gewählten Untergrund festheften. Bei einigen planktischen Rädertierchen, etwa &amp;#039;&amp;#039;[[Asplanchna]]&amp;#039;&amp;#039;, fehlt jedoch der Fuß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rädertiere haben, bedingt durch ihre Körperform, verschiedene Möglichkeiten der Fortbewegung: Gleiten, schwimmen, spannerartig kriechend, mit den Wimpern des Kopfes laufend oder strudelnd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Trockenzeiten überstehen zu können, geben [[Bdelloida|bdelloide]] Rädertiere einen Teil ihrer Körperflüssigkeit ab und schrumpfen zu einer kugelförmigen Gestalt zusammen. In diesem sehr widerstandsfähigen [[Dauerstadium]], auch Trockenstarre genannt, können sie bis zu vier Jahre überleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Rumpf oder Fuß können einzelne Eier oder Eipakete hängen, die eine ähnlich hohe Widerstandskraft gegen Umwelteinflüsse haben wie die ausgewachsenen Tiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der für die Rotifera typische [[Kaumagen]] (Mastax, Pl. Mastaces) zeigt kieferartige, komplexe Gerüste aus einzelnen stäbchen-, schild- oder plattenförmigen, chitinhaltigen Hartteilen, den sogenannten Trophi (Sg. Trophus). Sie können gegeneinander bewegt werden und können je nach Form verschiedene Funktionen, wie Einsaugen, Zermahlen, Zerquetschen oder Ergreifen von Beute wahrnehmen. Bei den Monogononta sind die Trophi je nach Art stark unterschiedlich geformt und bilden ein wichtiges Merkmal zur genauen taxonomischen Bestimmung einzelner Arten. Bei den Arten der Bdelloida zeigen sie unter den einzelnen Arten eine eher gleichartige Struktur, es wird auch von den typischen ramaten Mastaces oder den ramaten Trophi der Bdelloida gesprochen (englisch ramate trophi)&amp;lt;ref&amp;gt;Alois Herzig &amp;#039;&amp;#039;et al.&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rotifera X. Rotifer Research: Trends, New Tools and Recent Advances, Proceedings of the Xth International Rotifer Symposium, held in Illmitz, Austria, 7-13 June 2003.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Dordrecht 2005, ISBN 978-1-4020-4408-3&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ernährung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Arten ernähren sich von Algen oder [[Detritus (Biologie)|Detritus]]. &amp;#039;&amp;#039;[[Brachionus calyciflorus]]&amp;#039;&amp;#039; beispielsweise ernährt sich von einzelligen Algen und Bakterien. Es strudelt diese mit seinem Räderorgan herbei. &amp;#039;&amp;#039;[[Lindia torulosa]]&amp;#039;&amp;#039; ernährt sich von [[Blaualgen|Cyanobakterien]], deren Fäden sie mit dem Kauapparat abkneifen. Es gibt aber auch räuberische Rädertierchen, wie die [[Floskularien]] (&amp;#039;&amp;#039;Floscularia&amp;#039;&amp;#039;), die sehr kleine Lebewesen und Partikel aus dem durch ihre Ruderorgane aufgewirbelten Wasser fangen, oder die &amp;#039;&amp;#039;[[Cephalodella]]&amp;#039;&amp;#039; die ebenfalls räuberisch leben. &amp;#039;&amp;#039;[[Pleurotrocha petromyzon]]&amp;#039;&amp;#039; ernährt sich wiederum aasfressend von toten [[Wasserflöhe]]n&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinz Streble]], [[Dieter Krauter]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Leben im Wassertropfen. Mikroflora und Mikrofauna des Süßwasser. Ein Bestimmungsbuch.&amp;#039;&amp;#039; Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-11966-2&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die &amp;#039;&amp;#039;[[Collotheca]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Cupelopagis vorax]]&amp;#039;&amp;#039; aber auch &amp;#039;&amp;#039;[[Stephanoceros fimbriatus]]&amp;#039;&amp;#039; haben eine andere Jagdweise. Sie fangen ihre Nahrung mittels weit aufgesperrten Trichtern am oberen Körperende. Die beiden Arten der urtümlichen Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Seison]]&amp;#039;&amp;#039; leben im Meer als [[Parasitismus|Parasiten]] auf Arten der [[Krebstiere|Krebsgattung]] &amp;#039;&amp;#039;[[Nebalia]]&amp;#039;&amp;#039;. Auch Süßwasserformen wie &amp;#039;&amp;#039;[[Proales]]&amp;#039;&amp;#039; werden als Parasiten angesehen, da sie in Algen wie &amp;#039;&amp;#039;[[Volvox]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Vaucheria]]&amp;#039;&amp;#039; leben und sich von diesen ernähren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beziehungen zwischen Räuber und Beute können komplex sein. Das Rädertierchen &amp;#039;&amp;#039;[[Asplanchna brightwellii]]&amp;#039;&amp;#039; ernährt sich räuberisch von Plankton, darunter auch anderen Rädertierchen der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Brachionus&amp;#039;&amp;#039;. In Wasser, das &amp;#039;&amp;#039;Asplanchna&amp;#039;&amp;#039; enthält, entwickelt &amp;#039;&amp;#039;Brachionus&amp;#039;&amp;#039; lange Stacheln als Körperfortsätze, die den Räuber beim Fangen behindern, die Entwicklung dieser Stacheln wird nur durch den Räuber induziert und unterbleibt sonst. Als auslösender Faktor konnte eine chemische Substanz (vermutlich ein [[Peptid]]) identifiziert werden, die &amp;#039;&amp;#039;Asplanchna&amp;#039;&amp;#039; in das Wasser abgibt. Solche Substanzen mit hormonähnlicher Wirkung auf eine andere Art werden [[Kairomon]]e genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;John J. Gilbert: Kairomon-induced Morphological Defenses in Rotifers. Chapter 7 in Ralph Tollrian, C. Drew Harvell (Hrsg.): The Ecology and Evolution of Inducible Defenses. Princeton University Press, 1999. ISBN 0-691-01221-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vermehrung und Lebenserwartung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Gattungen der Rädertiere nehmen unterschiedliche Möglichkeiten der Fortpflanzung wahr. Unter günstigen Bedingungen (meist in den Sommermonaten) erfolgt eine eingeschlechtliche Fortpflanzung (siehe auch: [[Parthenogenese]]), unter ungünstigen Bedingungen (meist im Herbst) findet die [[geschlechtliche Fortpflanzung]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Arten wie etwa &amp;#039;&amp;#039;[[Adineta vaga]]&amp;#039;&amp;#039; sind in der Lage, genetisches Material anderer Lebewesen in ihr Erbgut aufzunehmen, was die Nachteile ausgleicht, die sich aus ungeschlechtlicher Fortpflanzung ergeben. Diese Fortpflanzungsstrategie wurde bei Rädertierchen erstmals durch [[Eugene Gladyshev]] nachgewiesen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Science-20080530&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Eugene A. Gladyshev, Matthew Meselson, Irina R. Arkhipoval |Titel=Massive Horizontal Gene Transfer in Bdelloid Rotifers |Sammelwerk=[[Science]] |Band=Vol. 320 |Nummer=5880 |Datum=2008-05-30 |Seiten=1210–1213 |Sprache=en |Online=http://www.sciencemag.org/content/320/5880/1210 |DOI=10.1126/science.1156407}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und war zuvor nur bei Bakterien bekannt. Darüber hinaus verzichtet &amp;#039;&amp;#039;A. vaga&amp;#039;&amp;#039; auf [[sexuelle Fortpflanzung]] und [[Meiose]].&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-François Flot, Boris Hespeels u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Genomic evidence for ameiotic evolution in the bdelloid rotifer Adineta vaga.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nature.&amp;#039;&amp;#039; 500, 2013, S.&amp;amp;nbsp;453–457, [[doi:10.1038/nature12326]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rädertiere haben unterschiedliche Lebenserwartungen. Der Durchschnitt liegt bei etwa einer Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Sibirien|sibirischen]] [[Permafrost]]boden wurden Individuen der Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Adineta]]&amp;#039;&amp;#039; entdeckt, die seit 24.000 Jahren in [[Kryptobiose]] überlebt hatten und sich nach dem Auftauen durch [[Parthenogenese]] vermehrten. Ihre Fähigkeiten, ihre Zellen und Organe abzuschirmen und eine lange [[Kryogene (Physiologie)|kryogene]] Konservierung zu überleben, sind von großem Interesse für Wissenschaftler. Vor dieser Entdeckung waren die einzigen anderen Tiere, von denen man wusste, dass sie so lange überleben können, [[Spulwürmer]], die nach 42.000 Jahren wiedererweckt werden konnten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Lyubov Shmakova, Stas Malavin, Nataliia Iakovenko, Tatiana Vishnivetskaya, Daniel Shain |Titel=A living bdelloid rotifer from 24,000-year-old Arctic permafrost |Sammelwerk=Current Biology |Band=31 |Nummer=11 |Datum=2021-06 |ISSN=0960-9822 |Seiten=R712–R713 |DOI=10.1016/j.cub.2021.04.077}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als erster wissenschaftlicher Beobachter der Rädertierchen gilt [[Antoni van Leeuwenhoek]], der die Rädertiere mit seinem selbstgebauten [[Mikroskop]] beobachtete. Da dessen Vergrößerung nicht sehr stark war, konnte er die flimmernde Mundöffnung nur ungenau beobachten, beschrieb jedoch ihr räderförmiges Aussehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute werden die Rädertierchen zwar weiterhin als Tierstamm akzeptiert, nach phylogenetischen Untersuchungen sowohl der Morphologie als auch anhand von molekularbiologischen Vergleichen müssen jedoch die früher ebenfalls als Tierstamm betrachteten [[Kratzwürmer]] (Acanthocephala) als Schwestergruppe der [[Bdelloida]] innerhalb der Rädertierchen angesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;James R. Garey, Thomas J. Near, Michael R. Nonnemacher, Steven A. Nadler: &amp;#039;&amp;#039;Molecular evidence for Acanthocephala as a subtaxon of Rotifera.&amp;#039;&amp;#039; Journal of Molecular Evolution 43 (3), 1996; Seiten 287–292 ([[doi:10.1007/BF02338837]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Martín García-Varela, Gerardo Pérez-Ponce de León, Patricia de la Torre, Michael P. Cummings, S.S.S. Sarma, Juan P. Laclette: &amp;#039;&amp;#039;Phylogenetic Relationships of Acanthocephala Based on Analysis of 18S Ribosomal RNA Gene Sequences.&amp;#039;&amp;#039; Journal of Molecular Evolution 50 (6), 2000; Seiten 532–540 ([[doi:10.1007/s002390010056]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die umfassende Gruppe (Rotifera i.&amp;amp;nbsp;e.&amp;amp;nbsp;S., Seisonacea, Acanthocephala) wird gelegentlich „Syndermata“ genannt, die meisten Bearbeiter bevorzugen aber, den Namen Rotifera im erweiterten Sinne für diese Gruppierung zu gebrauchen. Die Ordnung Seisonacea (mit der einzigen Familie Seisonidae, 2 Arten) wird von einigen Systematikern als einzige Ordnung (monotypisch) in eine eigene Klasse „Pararotatoria“ eingeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der Rädertierchen werden folgende Verwandtschaftsverhältnisse als eine der aktuellen Hypothesen angenommen:&lt;br /&gt;
{{Klade&lt;br /&gt;
|label1=&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rädertierchen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
|1={{Klade&lt;br /&gt;
   |1=&amp;amp;nbsp;[[Seisonacea]]&lt;br /&gt;
   |label2=&amp;amp;nbsp;N.N.&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
   |2={{Klade&lt;br /&gt;
         |1=&amp;amp;nbsp;[[Bdelloida]] und [[Kratzwürmer]] (Acanthocephala)&lt;br /&gt;
         |2=&amp;amp;nbsp;[[Monogononta]]&lt;br /&gt;
         }}&lt;br /&gt;
   }}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher wurden die Rädertierchen in eine Gruppe der „[[Schlauchwürmer]]“ oder auch Rundwürmer (Nemathelminthes) gestellt, ein Verlegenheits-Taxon ohne klare Abgrenzung, das in neueren Systematiken als nicht [[monophyletisch]] erkannt worden ist. Neuere Untersuchungen auf morphologischer, vor allem aber auf genetischer Basis&amp;lt;ref&amp;gt;Ferdinand Marletaz, Katja T.C.A. Peijnenburg, Taichiro Goto, Noriyuki Satoh, Daniel S. Rokhsar (2019): A New Spiralian Phylogeny Places the Enigmatic Arrow Worms among Gnathiferans. Current Biology 29: 312–318. [[doi:10.1016/j.cub.2018.11.042]]&amp;lt;/ref&amp;gt; haben nun übereinstimmend ergeben, dass die Rädertierchen mit zwei kleinen, wenig bekannten Gruppen, den [[Kiefermündchen]] (Gnathostomulida) und den [[Micrognathozoa]] (mit der einzigen Art &amp;#039;&amp;#039;Limnognathia maerski&amp;#039;&amp;#039;) eine [[Klade]] bilden, die nach einem morphologischen Merkmal, dem ähnlichen Feinbau des Kieferapparats Gnathifera („Kieferträger“) genannt worden ist. Nächstverwandt wären die lange in ihrer Stellung rätselhaften [[Pfeilwürmer]] (Chaetognatha). Inzwischen wurde die fossile Art &amp;#039;&amp;#039;Amiskwia sagittiformis&amp;#039;&amp;#039; Walcott 1911 aus dem mittelkambrischen kanadischen [[Burgess-Schiefer]] als mögliche morphologische Zwischenform ausgemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;JakobVinther &amp;amp; Luke A.Parry (2019): Bilateral Jaw Elements in Amiskwia sagittiformis Bridge the Morphological Gap between Gnathiferans and Chaetognaths. Current Biology 29 (5): R152-R154. [[doi:10.1016/j.cub.2019.01.052]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Zusammengehörigkeit der Gruppen wird auch durch den übereinstimmenden Bau der für die Entwicklung wichtigen [[Hox-Gen]]e unterstützt.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas C. Fröbius &amp;amp; Peter Funch (2017): Rotiferan Hox genes give new insights into the evolution of metazoan bodyplans. Nature Communications 8, Article number 9. ([https://www.nature.com/articles/s41467-017-00020-w open access])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stamm der Rotifera umfasst etwa 2030 Arten, von denen 1570 Arten auf die Unterklasse der [[Monogononta]] entfallen. Die weitere Untergliederung ist nach heutigen Kenntnisstand wie folgt:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Th Nogrady, Terry W. Snell, Claudia Ricci |Titel=Rotifera : biology, ecology and systematics |Auflage=2nd ed |Verlag=Kenobi Productions |Ort=Ghent |Datum=2006 |ISBN=90-804341-7-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hendrik Segers |Titel=Annotated checklist of the rotifers (Phylum Rotifera), with notes on nomenclature, taxonomy and distribution |Verlag=Magnolia Press |Ort=Auckland, N.Z. |Datum=2007 |ISBN=978-1-86977-129-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Klasse: Eurotatoria {{person|de Ridder}}, 1957&lt;br /&gt;
** Unterklasse [[Bdelloida|Bdelloidea]] {{person|Hudson}}, 1884.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Josef  Donner |Titel=Ordnung Bdelloidea (Rotatoria, Rädertiere) |Sammelwerk=Bestimmungsbücher zur Bodenfauna Europas |Band=Vol. 6 |Verlag=Akademie Verlag |Datum=1965}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Fünf Familien, 461 Arten. Alle Arten vermehren sich durch [[Parthenogenese]].&lt;br /&gt;
*** [[Habrotrochidae]] {{person|Harring}}, 1913&lt;br /&gt;
*** [[Philodinidae]] {{person|Ehrenberg}}, 1838&lt;br /&gt;
*** [[Adinetidae]] {{person|Hudson &amp;amp; Gosse}}, 1889&lt;br /&gt;
*** [[Philodinavidae]] {{person|Harring}}, 1913&lt;br /&gt;
*** [[Coronistomidae]]  {{person|Örstan}}, 2021&lt;br /&gt;
** Unterklasse [[Monogononta]] {{person|Plate}}, 1889, 1570 Arten&lt;br /&gt;
*** [[Asciaporrectidae]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=W H De Smet |Titel=Asciaporrectidae, a new family of Rotifera (Monogononta: Ploima) with description of Asciaporrecta arcellicola gen. et sp. nov. and A. difflugicola gen. et sp. nov. inhabiting shells of testate amoebae (Protozoa). |Sammelwerk=Zootaxa |Band=1339 |Datum=2006 |Seiten=31–49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** [[Asplanchnidae]] {{person|Eckstein}}, 1883&lt;br /&gt;
*** [[Brachionidae]] {{person|Ehrenberg}}, 1838&lt;br /&gt;
*** [[Clariaidae]] {{person|Kutikova, Markevich &amp;amp; Spiridonov}}, 1990&lt;br /&gt;
*** [[Conochilidae]] {{person|Harring}}, 1913&lt;br /&gt;
*** [[Dicranophoridae]] {{person|Harring}}, 1913&lt;br /&gt;
*** [[Epiphanidae]] {{person|Harring}}, 1913&lt;br /&gt;
*** [[Euchlanidae]] {{person|Ehrenberg}}, 1838&lt;br /&gt;
*** [[Gastropodidae]] {{person|Harring}}, 1913&lt;br /&gt;
*** [[Ituridae]] {{person|Harring &amp;amp; Myers}}, 1928&lt;br /&gt;
*** [[Lecanidae]] {{person|Remane}}, 1933&lt;br /&gt;
*** [[Lepadellidae]] {{person|Harring}}, 1913&lt;br /&gt;
*** [[Lindiidae]] {{person|Hudson &amp;amp; Gosse}}, 1886&lt;br /&gt;
*** [[Microcodidae]] {{person|Hudson &amp;amp; Gosse}}, 1886&lt;br /&gt;
*** [[Mytilinidae]] {{person|Harring}}, 1913&lt;br /&gt;
*** [[Notommatidae]] {{person|Hudson &amp;amp; Gosse}}, 1886&lt;br /&gt;
*** [[Proalidae]] {{person|Harring &amp;amp; Myers}}, 1924&lt;br /&gt;
*** [[Scaridiidae]] {{person|Müller}}, 1786&lt;br /&gt;
*** [[Synchaetidae]] {{person|Hudson &amp;amp; Gosse}}, 1886&lt;br /&gt;
*** [[Trichocercidae]] {{person|Harring}}, 1913&lt;br /&gt;
*** [[Trichotriidae]] {{person|Harring}}, 1913&lt;br /&gt;
*** [[Trochosphaeridae]] {{person|Harring}}, 1913&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.marinespecies.org/ |titel=World Register of Marine Species |sprache=en |abruf=2021-07-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Klasse [[Pararotatoria]] {{person|Sudzuki}}, 1964&lt;br /&gt;
** Ordnung [[Seisonacea]] {{person|Wesenberg-Lund}}, 1899. alle drei Arten sind Meeresbewohner&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=M V Sörensen, H Segers,  P Funch |Titel=On a new Seison Grube, 1859 from coastal waters in Kenya, with a reappraisal of the classification of Seisonida (Rotifera). |Sammelwerk=Zoological Studies |Band=44 |Nummer=1 |Datum=2005 |Seiten=34-43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Seisonidae {{person|Wesenberg-Lund}}, 1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fossilien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das einzige bekannte Fossil aus dem Stamm Rotifera stellt der Fund eines Vertreters der Klasse Bdelloidea (Ordnung Bdelloida) in [[Tertiär (Geologie)|tertiärem]] [[Dominikanischer Bernstein|Dominikanischen Bernstein]] dar. Zugleich liefert dieser Fund den Beweis, dass Parthenogenese seit mindestens 25 bis 40 Millionen Jahren existiert.&amp;lt;ref&amp;gt;George O. Poinar, Jr.: &amp;#039;&amp;#039;Life in Amber&amp;#039;&amp;#039;. 350 S., 147 Fig., 10 Tafeln, Stanford University Press, Stanford (Cal.) 1992. ISBN 0-8047-2001-0&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Max Voigt, [[Walter Koste]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Rotatoria – Die Rädertiere Mitteleuropas&lt;br /&gt;
   |Verlag=Gebr. Bornträger&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=1978&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-4433-9071-4}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Rudolf Drews&lt;br /&gt;
   |Titel=Mikroskopieren als Hobby. Faszinierende Einblicke in die Natur.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Falken-Verlag&lt;br /&gt;
   |Datum=1992&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-8068-1197-0}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Wilhelm Eigener]], [[Erna Mohr]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Enzyklopädie der Tiere&lt;br /&gt;
   |Verlag=Nikol-Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Hamburg&lt;br /&gt;
   |Datum=2004&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-933203-98-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Rotifera|Rädertierchen (Rotifera)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.rotifera.hausdernatur.at/ Rotifer World Catalog, by Jersabek, C.D. &amp;amp; Leitner M.F.]&lt;br /&gt;
* [http://www.hydro-kosmos.de/mikmak/micro.htm Microfauna und Microflora im Gartenteich]&lt;br /&gt;
* [http://www.ucmp.berkeley.edu/phyla/rotifera/rotifera.html Tree of Life – Introduction to the Rotifera]&lt;br /&gt;
* [http://www.plingfactory.de/Science/GruKlaOeko/Teichleben/Rotatoria/TL5RotatoriaList.html Stefansbachtal Gevelsberg: Teichlebewesen – Rädertiere (Bilder)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Radertierchen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rädertierchen| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hardenacke</name></author>
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