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	<title>Quintus Cervidius Scaevola - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T05:11:19Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Quintus_Cervidius_Scaevola&amp;diff=192314&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: typo</title>
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		<updated>2025-10-16T06:06:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Quintus Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein [[Römische Juristen#Hochklassische Juristen (Nerva bis Commodus)|hochklassischer römischer Jurist]]. Er stammte aus dem [[Eques|Ritterstand]] und war Mitglied des &amp;#039;&amp;#039;[[consilium principis]]&amp;#039;&amp;#039; des Kaisers [[Mark Aurel]] (161–180). Von seiner umfangreichen schriftstellerisch-juristischen Tätigkeit sind nur die Werktitel und einige Auszüge erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über andere Quellen ist nachgewiesen, dass Scaevola &amp;#039;&amp;#039;[[Responsa (römische Jurisprudenz)|responsa]]&amp;#039;&amp;#039; (Gutachten) in sechs &amp;#039;&amp;#039;libri&amp;#039;&amp;#039; (Büchern) veröffentlichte. Das Einzelwerk &amp;#039;&amp;#039;Liber singularis quaestionum publice tractatarum&amp;#039;&amp;#039; bestand aus zusammengetragenen Fallbesprechungen mit fortgeschrittenen Studenten der Rechtsausbildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Tommaso Masiello: &amp;#039;&amp;#039;Le quaestiones publice tractatae di Cervidio Scaevola&amp;#039;&amp;#039;, 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft ===&lt;br /&gt;
Die Herkunft Scaevolas ist ungeklärt. In Betracht gezogen wurden im Laufe der Jahrhunderte vor allem eine griechische oder eine afrikanische Herkunft. Scaevola würde damit aus der römischen Provinz stammen.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dafür wurden vor allem von Scaevola genutzte [[Afrikanismus|Afrikanismen]]&amp;lt;ref&amp;gt;Für eine Analyse der Afrikanismen siehe Wilhelm Kalb: &amp;#039;&amp;#039;Roms Juristen: nach ihrer Sprache dargestellt&amp;#039;&amp;#039;. 1890, S. 100 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder [[Gräzismus|Gräzismen]]&amp;lt;ref&amp;gt;Für eine Analyse der Gräzismen siehe Wilhelm Kalb: &amp;#039;&amp;#039;Roms Juristen: nach ihrer Sprache dargestellt&amp;#039;&amp;#039;. 1890, S. 97 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; als Argument herangezogen. Der Philologe [[Wilhelm Kalb]] lehnte im 19. Jahrhundert eine griechische Herkunft ab, weil [[Altgriechische Sprache|Griechisch]] zu Scaevolas Lebzeiten eine [[Weltsprache|weit verbreitete Sprache]] war. [[Paul Krüger (Jurist)|Paul Krüger]] lehnte eine Herkunft aus der Provinz ab. Die in griechischer Sprache verfassten Texte ließen sich mit seiner Beliebtheit erklären. Im Jahr 1957 wurde die &amp;#039;&amp;#039;[[Tabula Banasitana]]&amp;#039;&amp;#039; gefunden. Dieses Dokument aus dem Jahr 177 n. Chr. bezeichnet Scaevola als Mitglied des &amp;#039;&amp;#039;[[tribus Arnensis]]&amp;#039;&amp;#039;, der im römischen Afrika verbreitet war. Die Juristin Gokel vermutet in ihrer Dissertation, dass Scaevola wohl aus [[Karthago]] stammt. Dort wurde er nach Gokels Angabe wohl um 135 n. Chr. geboren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 69.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eigene Ausbildung und Lehre anderer Juristen ===&lt;br /&gt;
Scaevola wirkte im späteren Leben als Lehrer hochrangiger Juristen. Aber um die Identität seines eigenen Lehrers herrscht Streit. Einige vermuten, dass Scaevola bei [[Publius Salvius Iulianus (Jurist)|Julian]] gelernt hat. Wilhelm Kalb hielt [[Sextus Pomponius|Pomponius]] für möglich, während Detlef Liebs unter Verweis auf das Werk von Kalb [[Ulpius Marcellus|Marcellus]] für denkbar hält.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 70–71.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Scaevolas Schülerkreis gehörten sicher [[Iulius Paulus]] und [[Claudius Tryphoninus]]. Die [[Historia Augusta|&amp;#039;&amp;#039;Vita Caracallae&amp;#039;&amp;#039;]] nennt als Schüler auch den [[Liste der römischen Kaiser der Antike|Kaiser]] [[Septimius Severus]] und den Juristen [[Papinian]]. Über die Echtheit dieser Bemerkung herrscht jedoch keine Einigkeit. Der Historiker [[Theodor Mommsen]] hielt sie beispielsweise für falsch, der Jurist [[Heinrich Hermann Fitting]] hingegen für echt.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 70, Fn. 255.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob Scaevola seine Lehrtätigkeit im Rahmen einer schulartigen Institution ausübte oder in privater Ausbildung, ist nicht klar. Die übliche spätrepublikanische Lehrart des &amp;#039;&amp;#039;docere respondendo&amp;#039;&amp;#039; war so gestaltet, dass ein Lehrer zunächst referierte und die Schüler antworteten, ihm ein &amp;#039;&amp;#039;responsum&amp;#039;&amp;#039; gaben. Ob dies aber bei Scaevola auch so war, lässt sich mangels entsprechender Quellenaussagen nicht sagen. [[Detlef Liebs]] schreibt zumindest, dass selbst die großen Juristen noch Zeit für die Ausbildung junger Schüler gehabt hätten.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 71.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der Bemerkung seines Schülers Paulus in einer seiner [[Pandekten|Digestenstellen]]&amp;lt;ref&amp;gt;Paulus 1 &amp;#039;&amp;#039;Ad Vitellium libri IV&amp;#039;&amp;#039;, in &amp;#039;&amp;#039;Digesten&amp;#039;&amp;#039; 28, 2, 19.: „respondit et in disputando adiciebat“&amp;lt;/ref&amp;gt; wird geschlossen, dass Scaevola seinen Schülern entweder Fallfragen beantwortete oder diese mit ihnen besprach.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 73.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der ungewöhnliche Titel seines Einzelwerks &amp;#039;&amp;#039;Liber singularis quaestionum publice tractatarum&amp;#039;&amp;#039; spricht dafür, dass Scaevola im Beisein anderer Personen diskutierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob Scaevola im Rahmen der zwei großen römischen Rechtsschulen, entweder den [[Sabinianer und Prokulianer|Sabinianern oder den Prokulianern]] anhing, ist nicht klar. In der Tendenz zitiert Scaevola häufiger die Sabinianer, was als Indiz zu werten sein könnte. Allerdings zeigt er sich auch in anderen Stellen offen für die Meinungen der anderen Rechtsschule.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 73–75. Sie verweist auf D. 29, 7, 14 pr. und D. 46, 3, 93, 3 für eine Offenheit bezüglich der prokulianischen Ansichten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Scaevola als Respondent und kaiserlicher Jurist ===&lt;br /&gt;
In einem Text aus dem Jahr 175 n. Chr. wird er als &amp;#039;&amp;#039;[[praefectus vigilum]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet und ist einer „der wichtigsten [[Consilium principis|Konsiliare]] des Kaisers [[Mark Aurel|Marcus Aurelius]]“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Responsa (römische Jurisprudenz)|&amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039;]] waren eine der wichtigsten Literaturgattungen in der klassischen Jurisprudenz. Im Rahmen dieser Gattung wurden Fragen an einen Juristen gerichtet, die dieser beantwortete. Scaevola erhielt solche Anfragen aus fast jedem Teil des Weltreiches. Die meisten der Anfragen, die nicht aus Rom selbst kamen, erreichten ihn aus den griechischsprachigen Teilen des Reiches. In den &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; und den &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; des hochklassischen Juristen finden sich siebzehn Texte, die teilweise in Griechisch verfasst sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einigen dieser Fälle behandelt der Jurist griechische Rechtsinstitute, vor allem im Bereich des Erbrechts, die dem römischen Recht unbekannt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 76.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gokel beschreibt in ihrer Untersuchung, dass zu Lebzeiten Scaevolas unter den Kaisern [[Hadrian (Kaiser)|Hadrian]] und Marc Aurel das Interesse an anderen Bereichen des Reiches, also anderen als der Italienischen Halbinsel, zugenommen habe. Laut ihr lege es nahe, dass Scaevola neben Latein auch Griechisch gesprochen haben möge.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gerade aufgrund der „verbreiteten Zweisprachigkeit“ sei es schwierig aus Scaevolas Griechischkenntnissen auf seine Herkunft zu schließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römische Rezeption ===&lt;br /&gt;
Scaevolas juristische Schriften wurden auch noch nach seinem Tod gelesen und zitiert. Obwohl er wohl zu den am meisten zitierten Juristen der [[Nachklassisches Recht|Nachklassik]] gehörte, wurde er im [[Zitiergesetz]] bereits nicht mehr als Autorität aufgeführt. Im weiteren zeitlichen Verlauf des 5. Jahrhunderts n. Chr. nahm die Beschäftigung mit ihm stark ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 70.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere über Paulus und [[Ulpian]] sind uns in den &amp;#039;&amp;#039;Digesten&amp;#039;&amp;#039; allerdings zahlreiche Stellen Scaevolas überliefert. Sie sind Beleg dafür, dass er von allen Klassikern am häufigsten zitiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk des Scaevola ==&lt;br /&gt;
Das Werk des Scaevola ist im Rahmen des &amp;#039;&amp;#039;[[Corpus iuris civilis|Corpus Iuris Civilis]]&amp;#039;&amp;#039; überliefert worden. Überliefert sind hauptsächlich „Fallsammlungen für die Praxis“, jedoch keine Monographien oder Kommentare. In der Palingenesie von [[Otto Lenel]] sind 344 Stellen des Scaevola überliefert. Mehr ein Drittel dieser Stellen (131) zählt Lenel zu seinen &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039;, 101 zu seinen &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039;. Aus seinen &amp;#039;&amp;#039;quaestiones&amp;#039;&amp;#039; sind 63 Stellen erhalten, aus seinen &amp;#039;&amp;#039;libri regularum&amp;#039;&amp;#039; siebzehn. Bei 29 Stellen ist die Zuordnung nicht sicher, sie zählt Lenel als &amp;#039;&amp;#039;loci incerti&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 79. Gokel merkt an, dass die Zitierung Scaevolas ohne Quellenangabe relativ oft vorkomme. So komme die Zitierung ohne Quellenangabe bei Papinian, der mehr als doppelt so häufig in dem Justinianischen Werk zitiert werde, seltener vor.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Rahmen der Überlieferung der Texte im &amp;#039;&amp;#039;[[Corpus iuris civilis|Corpus Iuris Civilis]]&amp;#039;&amp;#039; und der Zuordnung zu [[Bluhm’sche Massentheorie|Massen nach Blume]] werden seine &amp;#039;&amp;#039;libri regularum&amp;#039;&amp;#039; zur Sabinusmasse, seine &amp;#039;&amp;#039;libri reponsorum&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;quaestionum&amp;#039;&amp;#039; der Papiniansmasse und seine &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; und sein &amp;#039;&amp;#039;liber singularis quaestionum publice tractatarum&amp;#039;&amp;#039; der Appendixmasse zugeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 80 unter Verweis auf die Tabelle von Mantovani. Gokel schreibt, dass diese Zuordnung im Allgemeinen in der Literatur zu Scaevola geteilt werde. Sie merkt an, dass Wolf die &amp;#039;&amp;#039;libri responsorum&amp;#039;&amp;#039; zur Papiniansmasse und die &amp;#039;&amp;#039;libri digestorum&amp;#039;&amp;#039; zur Appendixmasse zählt, und Honoré die ersten beiden Bücher der &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; zur Papiniansmasse zählt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich mit anderen [[Römische Juristen|römischen Juristen]] stellt die Juristin Gokel fest, dass Scaevola nicht „zu den fleißigsten Schriftstellern gehört“ habe. Im Vergleich zu seinen insgesamt 72 Büchern habe [[Publius Salvius Iulianus (Jurist)|Julian]] allein 90 &amp;#039;&amp;#039;libri digestorum&amp;#039;&amp;#039; und [[Sextus Pomponius|Pomponius]] 83 Bücher zum Edit geschrieben. Der Schwerpunkt seines Werkes habe nicht in der literarischen Tätigkeit, sondern in seiner Tätigkeit als Respondent, also in der praktischen Arbeit gelegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke im Überblick ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Digestorum libri XL&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Notae ad Iuliani et Marcelli digesta&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Quaestonium libri XX&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Quaestonium publice tractatarum liber singularis&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Regularum libri IV&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Responsorum libri VI&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;[[Index Florentinus]]&amp;#039;&amp;#039; kennt noch ein Werk mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;de quaestione familiae liber singularis&amp;#039;&amp;#039;, von dem jedoch kein Inhalt erhalten geblieben ist. Der Inhalt dieser Schrift soll wohl das „förmliche Verhör von Sklaven“ gewesen sein. [[Franz Wieacker]] bestreitet die Autorenschaft Scaevolas und hielt das Werk für einen „nachklassischen Auszug“ aus den &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 79.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Die Behandlung beider Werke in einem Abschnitt folgt dem Buch von Gokel. --&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;libri digestorum&amp;#039;&amp;#039; sind das letzte überlieferte Werk, das diesen Namen trägt. Im Gegensatz zu den zahlreichen Werken mit dem gleichen Titel, die zeitlich vorher publiziert worden sind, zitiert Scaevola keine anderen Juristen. Diese Besonderheit gilt auch für seine &amp;#039;&amp;#039;libri responsorum&amp;#039;&amp;#039;. In anderen Werken zitiert Scaevola aber durchaus die Werke anderer Juristen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für beide Werke ist charakteristisch, dass sie sehr stark kasuistisch aufgebaut sind und allgemeine Ausführungen zu den Rechtsfragen, wie es sich beispielsweise in den &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; anderer Autoren wie Julian oder Papinian finden lassen, vollkommen fehlen. Nach Gokel handelt es sich bei den &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; vor allem um „Rechtspraxis im konkreten Fall“.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 82. Sie merkt auch an, dass die Konsulenten von Scaevola wohl keine dogmatischen Ausführungen, sondern nur schnelle &amp;quot;eindeutige Rechtsauskunft&amp;quot; verlangt hätten. Sie merkt aber auch an, dass andere wie Kalb oder Klami annahmen, dass Scaevola seine Entscheidungen durchaus entweder mündlich oder später stärker begründet habe.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strukturell folgen die meisten Textstellen dem Aufbau &amp;#039;&amp;#039;narratio&amp;#039;&amp;#039;-&amp;#039;&amp;#039;quaestio&amp;#039;&amp;#039;-&amp;#039;&amp;#039;responsum&amp;#039;&amp;#039;. Zunächst erfolgt eine Schilderung des Sachverhalts (&amp;#039;&amp;#039;narratio&amp;#039;&amp;#039;), dann folgt eine Frage (&amp;#039;&amp;#039;quaestio&amp;#039;&amp;#039;), zumeist eingeleitet mit &amp;#039;&amp;#039;quaero&amp;#039;&amp;#039; (ich frage) oder &amp;#039;&amp;#039;quaesitum est&amp;#039;&amp;#039; (es ist gefragt) und dann eine Antwort (&amp;#039;&amp;#039;responsum&amp;#039;&amp;#039;) Scaevolas, zumeist mit &amp;#039;&amp;#039;respondit&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;respondi&amp;#039;&amp;#039; eingeleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 83.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine der zentralen Fragen in der Beschäftigung mit dem Werk ist, ob Scaevola überwiegend mündlich oder schriftlich konsultiert worden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 83 Rn. 330 mit Literaturhinweisen zu der allgemeinen - für die Juristen allgemein geführte Diskussion.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für eine Schriftlichkeit des Austausches spricht nach Ansicht vieler Forscher der stringent durchgehaltene dreistufige Aufbau und der Umstand, dass Scaevola in Rom lebte und es unwahrscheinlich ist, dass seine ausländischen Konsulenten, die vielfach in den Verwaltungsapparat des Reiches eingebunden waren, für die Rechtsberatung nach Rom reisten. Auch in den Texten des Scaevolas lässt sich hierfür ein Argument finden. So verweist er beispielsweise in &amp;#039;&amp;#039;[[Pandekten|Digesten]]&amp;#039;&amp;#039; (D.). 33, 2, 38 und D. 33, 8, 23, 3 mittels des Wortes &amp;#039;&amp;#039;supra&amp;#039;&amp;#039; (oben) auf eine erteilte Antwort. Dies spricht für &amp;quot;ein mehrstufiges schriftliches &amp;#039;&amp;#039;responsum&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 84–85. Für weitere Argumente siehe die folgenden Seiten bis S. 90.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gokel merkt an, dass Scaevola an einigen Stellen wohl die Anfrage nicht vollkommen verstanden habe und sie deshalb umformuliert hat. Auch dies spricht für ein schriftliches Verfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn man wie viele Stimmen in der Literatur annimmt, dass Scaevola schriftlich konsultiert worden ist, führt dies nicht zu der Annahme, dass die Gutachten unbearbeitet in die literarischen Werke übernommen worden sind. Dies wird vor allem durch die Ersetzung von Originalnamen durch Blankettnamen deutlich. So wurden Sklaven meist als &amp;quot;Stichus&amp;quot; oder &amp;quot;Pamphilus&amp;quot; und die Hauptpersonen der Anfrage als &amp;quot;Lucius Titus&amp;quot; oder &amp;quot;Publius Maevius&amp;quot; benannt. Diese Anonymisierung hatte – neben dem kaum relevanten Fall der Verschleierung einer bekannten Person – das Ziel die Anfragen zu &amp;quot;entpersonalisieren&amp;quot; und die &amp;quot;Einzelfälle [zu] abstrahieren&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 91–92.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jedoch finden sich vereinzelt – ohne dass dafür ein System erkennbar ist – auch vermutliche Originalnamen. Teilweise werden lateinische Blankettnamen ins Griechische übertragen, teilweise griechische Originalnamen ins Lateinische. Im Gegensatz zu unter anderem den Responsen des [[Lucius Iavolenus Priscus|Javolen]] verwendet Scaevola fast nie als Parteibezeichnung die Wörter Ich (&amp;#039;&amp;#039;ego&amp;#039;&amp;#039;) und Du (&amp;#039;&amp;#039;tu&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 92–93. Für die Übertragung ins Griechische vgl. D. 17, 1, 60, 4 und D. 26, 7, 47. Für die Übertragung ins Lateinische vgl. D. 40, 4, 60 und D. 33, 4, 14.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einigen Stellen findet man ein Nebeneinander von Blankett- und Originalnamen. Gokel spekuliert, dass dies auf unterschiedliche [[Textstufe]]n zurückzuführen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 93 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere in den &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; ist festzustellen, dass Umstände, die für die juristische Falllösung uninteressant sind, weggelassen werden. So werden beispielsweise Geldbeträge zu glatten Summen geändert. Aber kontradiktorisch zu dieser Feststellung muss man auch bemerken, dass man in dem Werk Scaevolas auch „sehr detaillierte und bunte Sachverhaltsschilderungen finden“ kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 96. Unter Verweis auf D. 40, 4, 29 wo ein Familiendrama beschrieben wird oder D. 38, 8, 10.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;narratio&amp;#039;&amp;#039; wird zudem meist ohne die korrekten juristischen Termini wiedergegeben, was für eine direkte Übernahme der Originalanfragen sprechen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 97. Gokel führt auf S. 97 ff. anhand von D. 24, 1, 66, pr. oder D. 33, 7, 27, 2 weiter aus, wieso es wahrscheinlich ist, dass eine &amp;quot;geteilte Autorenschaft&amp;quot; besteht, die Originalanfragen also übernommen wurden und nur das &amp;#039;&amp;#039;responsum&amp;#039;&amp;#039; von Scaevola stammt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die &amp;quot;Doppelüberlieferungen&amp;quot; und Beziehung beider Werke zueinander ====&lt;br /&gt;
In den &amp;#039;&amp;#039;Digesten&amp;#039;&amp;#039; von Justinian finden sich achtzehn Fälle, die jeweils einmal aus den &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; und einmal aus den &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; des Scaevola überliefert worden sind. Inhaltlich gleichen sich die Texte in etwa. Aber im Stil und der Form divergieren die jeweiligen Stellen teils sehr. So wurde in den &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; im Vergleich zu den &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; immer die &amp;#039;&amp;#039;narratio&amp;#039;&amp;#039;, also der Sachverhalt, verkürzt, in vielen Fällen die &amp;#039;&amp;#039;quaestio&amp;#039;&amp;#039; und ab und zu das &amp;#039;&amp;#039;responsum&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 101–102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie das Verhältnis beider Texte zueinander ist, ist umstritten. Es werden drei Theorien vertreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Die Vertreter der ersten Theorie sind der Ansicht, dass die &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; aus den &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; hervorgegangen seien. Nach dieser Ansicht sind die Digesten Scaevolas also jünger als die Responsen. Innerhalb der Vertreter dieser Ansicht ist die Mehrheit ebenso der Auffassung, dass Scaevola die Responsen selbst bearbeitet und publiziert habe, die &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; aber erst posthum veröffentlicht worden sind. Zu den Vertretern dieser Ansicht gehörte unter anderem [[Franz Wieacker]]. Gokel führt gegen diese Ansicht in ihrer Dissertation an, dass die Meinung nicht erkläre, wieso der Autor zu den kurzen Versionen der &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; noch weitere Details hinzugefügt haben soll, die keinen juristischen Mehrwert ergänzten.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 102–103.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertreter der zweiten Theorie sind der Ansicht, dass die &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; aus den &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; hervorgegangen sind und daher eine [[Epitome (Auszug)|Epitome]] darstellen. Zu den Vertretern dieser Ansicht gehörte [[Paul Krüger (Jurist)|Paul Krüger]]. Gokel bemerkt, dass die &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; nicht nur einen kürzeren Text darstellen, sondern auch einen veränderten. [[Fritz Schulz (Jurist)|Fritz Schulz]] merkt an, dass der Epitomator damit zumindest nicht die Kompilatoren des justinianischen Gesetzeswerk gewesen sein können, da diese Texte nur kürzten, aber nicht umschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 103–104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertreter der dritten Theorie sind der Ansicht, dass die &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; aus einer dritten Quelle entstanden sind. &amp;lt;!-- Hier könnte man gut die Theorie von Fritz Schulz über die Regestensammlung einfügen. --&amp;gt;In einer Untersuchung von [[Joseph Georg Wolf]] kommt er zu dem Ergebnis, dass die Zitierungen von Scaevolas Werkes in dem Werk von Paulus &amp;#039;&amp;#039;libri ad Vitellium&amp;#039;&amp;#039;, weder aus den &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039;, noch aus den &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; stammen können – zumindest in der Form, wie sie im [[Corpus iuris civilis|&amp;#039;&amp;#039;Corpus Iuris Civilis&amp;#039;&amp;#039;]] überliefert sind – und daher aus einer dritten Quelle stammen. Für Wolf ist dies eine Erstausgabe der &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039;. Dieser Ansicht schließt sich auch Gokel in ihrer Arbeit zu Scaevola an.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entstehung der Werke ====&lt;br /&gt;
Über die genaue Entstehung der Werke herrscht gewisse Uneinigkeit in der Forschung. Während Wolf oder Gokel davon ausgehen, dass Scaevola nicht selbst seine Werke publizierte und nur eine Sammlung seiner Respondierpraxis hinterließ, geht [[Francesca Lamberti]] von Scaevola selbst als Herausgeber einer ersten Ausgabe aus. Für die Ansicht von Gokel führt sie an, dass sie die Bearbeitung für &amp;quot;planlos und uneinheitlich&amp;quot; halte und daher nicht dem Autor der ursprünglichen Texte, also Scaevola, zuordnen würde. Als Herausgeber vermutet sie Schüler des Scaevolas, die die ursprünglichen Gutachten im Nachlass ihres Lehrers fanden und diese dann nur leicht veränderten. Zu diesen Veränderungen zählt sie auch die Änderungen der Namen und der Zahlenwerte. Gokel und Wolf vermuten weiter, dass die &amp;#039;&amp;#039;digesta&amp;#039;&amp;#039; selbst von Scaevolas Schüler Tryphonin herausgegeben worden sind, der zu diesen auch 22 erhaltene Anmerkungen hinterließ.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 105–106. vgl. auch [[Joseph Georg Wolf]], in: &amp;#039;&amp;#039;Studia et documenta historiae et iuris&amp;#039;&amp;#039; Band 73, 2007. S.&amp;amp;nbsp;3–70. Auch Liebs sieht Tryphonin unter Verweis auf Wolf als Herausgeber, vgl. Detlef Liebs: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsliteratur.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ulrike Babusiaux]], [[Christian Baldus]], [[Wolfgang Ernst (Rechtswissenschaftler)|Wolfgang Ernst]], [[Franz-Stefan Meissel]], [[Johannes Platschek]], [[Thomas Rüfner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch des Römischen Privatrechts]]&amp;#039;&amp;#039;. Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5. Band I, S.&amp;amp;nbsp;193–221, hier S.&amp;amp;nbsp;206 (Rn.&amp;amp;nbsp;28).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;#039;&amp;#039;quaestiones&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[[Quaestiones (römische Jurisprudenz)|Quaestiones]]&amp;#039;&amp;#039; waren eine Literaturgattung der Juristen der [[Römische Kaiserzeit|Kaiserzeit]]. Die &amp;#039;&amp;#039;quaestiones&amp;#039;&amp;#039; von Scaevola sind – von einigen Zitierungen der &amp;#039;&amp;#039;responsa&amp;#039;&amp;#039; bei Paulus und möglichen stillen Zitaten und den &amp;#039;&amp;#039;loci incerti&amp;#039;&amp;#039; abgesehen – „das einzige Werk des Scaevola, welches von anderen Juristen zitiert wird“. In diesem Werk zitiert Scaevola auch selbst häufig andere Juristen.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 107.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sprache ===&lt;br /&gt;
In ihrer Analyse von Scaevolas Sprache stellt Gokel fest, dass seine Sprache &amp;quot;wenig abstrakt, unschematisch und meist am konkreten Fall orientiert&amp;quot; sei. Auch beim Gebrauch vom juristischen Vokabular, wie &amp;#039;&amp;#039;nomen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ius&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;aequitas&amp;#039;&amp;#039; verwende Scaevola je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen für die einzelnen Wörter. Letzteres ist allerdings nach der Analyse von [[Max Kaser]] nicht ungewöhnlich für viele römische Juristen.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039;. S. 349–350.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Julia Maria Gokel: &amp;#039;&amp;#039;Sprachliche Indizien für inneres System bei Q. Cervidius Scaevola&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Freiburger rechtsgeschichtliche Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; N. F. Band 70). Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2014, ISBN 978-3-428-14112-8, S. 424 (zugleich: Dissertation, Universität Heidelberg, 2012).&lt;br /&gt;
* {{RE|III,2|1988|1993|Cervidius 1|[[Paul Jörs]]|RE:Cervidius 1}}&lt;br /&gt;
* [[Detlef Liebs]]: &amp;#039;&amp;#039;Q.&amp;amp;nbsp;Cervidius Scaevola.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Klaus Sallmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Literatur des Umbruchs. Von der römischen zur christlichen Literatur, 117 bis 284 n.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der lateinischen Literatur der Antike&amp;#039;&amp;#039;. Band&amp;amp;nbsp;4). C.H.Beck, München 1997, ISBN 3-406-39020-X, S.&amp;amp;nbsp;113–116.&lt;br /&gt;
* Sebastian Stepan: &amp;#039;&amp;#039;Scaevola noster. Schulgut in den „libri disputationum“ des Claudius Tryphoninus?&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ius romanum.&amp;#039;&amp;#039; Band 6). Mohr Siebeck, Tübingen 2018, ISBN 978-3-16-156251-8 (Dissertation, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 2016; über den Einfluss des Q. Cervidius Scaevola auf seinen Schüler [[Claudius Tryphoninus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118826913}}&lt;br /&gt;
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== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118826913|LCCN=nr89004235|VIAF=5305148997646859870007}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Scaevola, Quintus Cervidius}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römischer Jurist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 1. oder 2. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 2. oder 3. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Scaevola, Quintus Cervidius&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Cervidius Scaevola, Quintus&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=römischer Jurist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1. Jahrhundert oder 2. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2. Jahrhundert oder 3. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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