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	<title>Querfront - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Querfront&amp;diff=133086&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Phi: nach verbreiteter Forschungsmeinung</title>
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		<updated>2026-03-12T19:49:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;nach verbreiteter Forschungsmeinung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Querfront&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; im engeren Sinn werden antidemokratische Strategien in der [[Weimarer Republik]] bezeichnet, die versuchten, die [[Ideologie]]n [[Nationalismus]] und [[Sozialismus]] miteinander zu verbinden, um die politische Macht zu erringen. Solche Bündnisse strebten Vertreter der [[Konservative Revolution|Konservativen Revolution]] seit etwa 1920 theoretisch, der damalige Reichskanzler [[Kurt von Schleicher]] nach verbreiteter Forschungsmeinung 1932 auch praktisch an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;Querfront&amp;#039;&amp;#039; im weiteren Sinn bezeichnet man die Zusammenarbeit oder Vermischung [[Politische Linke|linker]] und [[Politische Rechte (Politik)|rechter]] Positionen, um [[Lagertheorie (Politik)|Lager]]-übergreifende Aktionsbündnisse „quer“ zu bestehenden links- und rechtsgerichteten politischen Standpunkten herzustellen. Dies versuchten Teile des deutschen [[Neonazismus]] wie auch [[Linksnationalismus|linksgerichtete Gruppen und Parteien mit nationalistischen Tendenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob der historische Begriff sich auf beliebige Bündnisse von linken und rechten politischen Kräften übertragen lässt, ist umstritten. Vorgeschlagen wird daher, nur lagerübergreifende Bündnisse mit antiemanzipatorischen „inhaltlichen Schnittmengen“ wie [[Antisemitismus]], [[Rassismus]], [[Homophobie]], [[Islamismus]] und [[Antifeminismus]] als &amp;#039;&amp;#039;Querfront&amp;#039;&amp;#039; zu bezeichnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ivo Bozic: &amp;#039;&amp;#039;Die Querfront als weltpolitisches Phänomen.&amp;#039;&amp;#039; In: Liske/Präkels: &amp;#039;&amp;#039;Vorsicht Volk!&amp;#039;&amp;#039; 2016, S. 102–104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Extremismusforschung]] erklärt solche Bündnisse auch aus übereinstimmenden „autoritären Dispositionen, kollektivistischen Freund-Feind-Konstruktionen und [[Verschwörungstheorie|verschwörungstheoretischen]] antisemitischen Welterklärungen“ bei rechts- und linksgerichteten Bevölkerungsteilen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lars Rensmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Springer VS, Wiesbaden 2004, ISBN 978-3-322-80454-9, [https://books.google.de/books?id=OQ_0BQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA103 S. 103]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
=== Weimarer Republik ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-B0527-0001-020, Kurt von Schleicher.jpg|miniatur|hochkant|Reichskanzler [[Kurt von Schleicher]] (1932)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Querfrontkonzepte kamen historisch nach der [[Novemberrevolution]] 1918 und Gründung der Weimarer Republik 1919 in Deutschland auf. Sie waren Bestandteil von antidemokratischen, rechtsgerichteten Theorien des [[Nationaler Sozialismus|Nationalen Sozialismus]]. Vertreter dieser Theorien wollten den Sozialismus vom [[Marxismus]] lösen, um ihn zu einer nationalen [[Volksgemeinschaft]] umdeuten zu können, die als autoritärer und elitärer [[Führerstaat]] verfasst sein sollte. Vertreter solcher Theorien waren [[Oswald Spengler]] (&amp;#039;&amp;#039;Preußentum und Sozialismus&amp;#039;&amp;#039; 1920), [[Arthur Moeller van den Bruck]] (&amp;#039;&amp;#039;Das dritte Reich&amp;#039;&amp;#039; 1923), der [[Juniklub]], das [[Politisches Kolleg|Politische Kolleg]],&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin Culina, Jonas Fedders: &amp;#039;&amp;#039;Querfront.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieselben: &amp;#039;&amp;#039;Im Feindbild vereint&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2016, S. 11&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; der [[Tat-Kreis]] und andere. Sie propagierten einen autoritären deutschen Staat, der die Weimarer Demokratie beseitigen, sich der [[Sowjetunion]] öffnen und eine Ausrichtung auf westliche Werte und besonders auf die [[Vereinigte Staaten von Amerika|USA]] ablehnen sollte. Phasenweise wurde in der KPD versucht, den deutschen Nationalismus für die eigenen revolutionären Bestrebungen nutzbar zu machen – so etwa 1923 im „Schlageter-Kurs“. Diese „[[Nationalbolschewismus|nationalbolschewistischen]]“ Experimente stießen jedoch innerparteilich stets auf Kritik und wurden bald wieder abgebrochen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ralf Hoffrogge]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Sommer des Nationalbolschewismus? Die Stellung der KPD-Linken zum Ruhrkampf und ihre Kritik am „Schlageter-Kurs“ von 1923&amp;#039;&amp;#039;, in: [https://duepublico2.uni-due.de/receive/duepublico_mods_00043556 &amp;#039;&amp;#039;Sozial.Geschichte Online&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 20 (2017), S. 99–146].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Forschung wird verbreitet angenommen, Reichskanzler Kurt von Schleicher habe im Winter 1932/33 eine Zusammenarbeit der [[Reichswehr]] mit rechtsgerichteten [[Sozialdemokratie|Sozialdemokraten]], dem [[Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund|ADGB]] und dem „linken“ Flügel der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] um die Brüder [[Otto Strasser|Otto]] und [[Gregor Strasser]] angestrebt, um seine autoritäre Führung zu stabilisieren. Kontakte dieser Gruppen sind belegt; ob dabei eine [[Koalition (Politik)|politische Koalition]] besprochen wurde, ist umstritten. Der amerikanische Historiker [[Henry Ashby Turner]] hält es für einen „Mythos“, dass Schleicher versucht haben soll, eine Querfront zu errichten und die NSDAP zu spalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Henry Ashby Turner: &amp;#039;&amp;#039;The Myth of Chancellor Von Schleicher&amp;#039;s Querfront Strategy&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Central European History]]&amp;#039;&amp;#039; 41, Heft 4 (2008), S. 673–681.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die von ihm sicher angestrebte Unterstützung der Partei für sein Kabinett scheiterte bereits am 5. Januar 1933 mit Gregor Strassers Rücktritt von allen Parteiämtern. [[Adolf Hitler]] einigte sich im Januar 1933 mit Schleichers Konkurrenten [[Franz von Papen]] auf ein Bündnis unter Hitlers Führung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Volker Weiß]]: &amp;#039;&amp;#039;Moderne Antimoderne. Arthur Moeller van den Bruck und der Wandel des Konservatismus.&amp;#039;&amp;#039; Ferdinand Schöningh, Paderborn 2012, ISBN 3-506-77146-9, [https://books.google.de/books?id=KLnvAwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA251 S. 251]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der rechtsgerichtete [[Hofgeismarer Kreis (Jungsozialisten)|Hofgeismarer Kreis]] der SPD, nationalistische Gewerkschafter wie [[Walter Pahl (Gewerkschafter)|Walter Pahl]] und die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Neue Blätter für den Sozialismus&amp;#039;&amp;#039; hatten ihrerseits seit Jahren eine Annäherung an den deutschnationalen Konservatismus und an den linken Flügel der NSDAP verlangt und gefördert. Sie vertraten Parolen wie „Durch Sozialismus zur Nation“, definierten die Aufgabe der Gewerkschaften als „Dienst an der Volksgemeinschaft“ und bevorzugten eine nationalkorporative Wirtschaftsordnung zur „Überwindung der liberalkapitalistischen [[Klassengesellschaft]]“. Auf diesem Hintergrund begrüßten die &amp;#039;&amp;#039;Neuen Blätter&amp;#039;&amp;#039; Hitlers Kanzlerschaft und diktatorische Maßnahmen noch im Juni 1933 als historische Möglichkeit, diese Ziele zu verwirklichen und die Orientierung der Arbeiterbewegung an den „Ideen von 1789“ ([[Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]]) zu beenden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Arno Klönne]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsextremismus in der „zivilen“ Gesellschaft. „Kein Spuk von gestern“.&amp;#039;&amp;#039; LIT, Münster 2000, ISBN 3-8258-5123-0, [https://books.google.de/books?id=idM86X2K1WUC&amp;amp;pg=PA99 S. 99]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 119-1721, Gregor Strasser.jpg|miniatur|hochkant|Gregor Strasser (1928)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die NSDAP verstand sich seit ihrer Gründung 1920 als Sammlungsbewegung „nationaler Sozialisten“, vertrat also die Verknüpfung dieser Richtungen schon im Namen und im Programm. Den antikapitalistischen Flügel der NSDAP vertraten vor allem der [[Sturmabteilung|SA]]-Gründer [[Ernst Röhm]] und die Brüder Strasser. Sie verloren den innerparteilichen Machtkampf gegen Adolf Hitler und dessen Anhänger, die den Antikapitalismus antisemitisch interpretierten bzw. durch einen radikalen Antisemitismus ersetzten, ohne die kapitalistischen Produktionsverhältnisse anzutasten. Otto Strasser trat deshalb am 4. Juli 1930 gemeinsam mit einigen seiner Anhänger aus der NSDAP aus. Mit seinem Aufruf „Die Sozialisten verlassen die NSDAP“ hoffte er vergeblich, die NSDAP spalten zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Kühnl: &amp;#039;&amp;#039;Die Nationalsozialistische Linke 1925-1930.&amp;#039;&amp;#039; Hain, Mannheim 1966, S. 64–67, 79–81, 248–261.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Machtübergabe an Adolf Hitler am 30. Januar 1933 verloren die verbliebenen nationalen Sozialisten in der NSDAP rasch an Einfluss. Hitler setzte seine Alleinherrschaft Schritt um Schritt durch und ließ die Organisationen der [[Arbeiterbewegung]] (Gewerkschaften und Linksparteien) verbieten, auflösen und ihre Führungskader ermorden. 1934 in der „[[Röhm-Putsch|Nacht der langen Messer]]“ ließ er schließlich auch seine möglichen inner- und außerparteilichen Konkurrenten (darunter Ernst Röhm, Kurt von Schleicher, Gregor Strasser und andere) ermorden.&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Gritschneder: &amp;#039;&amp;#039;„Der Führer hat Sie zum Tode verurteilt…“: Hitlers „Röhm-Putsch“-Morde vor Gericht.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 1993, ISBN 3-406-37651-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neonazismus ===&lt;br /&gt;
Seit 1970 verfolgen Teile des deutschen [[Neonazismus]] gezielt Querfrontstrategien. Die von [[Michael Kühnen]] gegründeten und inspirierten Gruppen wie die [[Aktionsfront Nationaler Sozialisten]] (1975–1982) bezogen sich dabei positiv auf den Nationalsozialismus. So antwortete Kühnen 1989 auf eine Interviewfrage: Linke [[Autonome]] und Neonazis verbinde der Kampf gegen die bürgerliche Ordnung, die [[Dekadenz]] und die Demokratie. Daher könnten sie durchaus gemeinsam dagegen kämpfen. „Wenn wir das Schweinesystem“ (ein von der linksterroristischen [[Rote Armee Fraktion|RAF]] benutzter Ausdruck) „beseitigt haben, können wir immer noch untereinander ausschießen, welche Ordnung besser ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ivo Bozic: &amp;#039;&amp;#039;Die Querfront als weltpolitisches Phänomen.&amp;#039;&amp;#039; In: Liske/Präkels: &amp;#039;&amp;#039;Vorsicht Volk!&amp;#039;&amp;#039;, 2016, S. 101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Nationalrevolutionär]]e, [[Nationalbolschewismus|Nationalbolschewisten]] und [[Autonome Nationalisten]] grenzen sich dagegen schon mit ihren Selbstbezeichnungen vom Nationalsozialismus ab. Sie versuchen so ein rechtsextremes Weltbild aufrechtzuerhalten, ohne mit den mörderischen Folgen der NS-Politik in Verbindung gebracht zu werden. Seit 1975 verschaffte [[Henning Eichberg]] nationalrevolutionären Ideen eine Renaissance. Er griff Theorien der Konservativen Revolution nach 1918 auf und versuchte sie als [[Neue Rechte]] im Sinne einer Diskurshoheit zu etablieren. Er kam aus dem Umfeld von Otto Strasser (NSDAP) und orientierte sich an den Schriften der Weimarer Nationalbolschewisten [[Ernst Niekisch]] und [[Karl Otto Paetel]], des Sozialdemokraten [[Ferdinand Lassalle]] und des Zionisten [[Martin Buber]]. Es entstanden Gruppen wie „Sache des Volkes“ und der „Nationalrevolutionäre Koordinationsausschuß“ mit den Zeitschriften &amp;#039;&amp;#039;Rebell&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;neue zeit&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;laser&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[wir selbst]]&amp;#039;&amp;#039;. Sie verurteilten das  „[[Drittes Reich|Dritte Reich]]“ der Nationalsozialisten als „antinational“ und lobten dagegen das von deutschnationalen Ideen getragene [[Attentat vom 20. Juli 1944]]. Ihr Befreiungsnationalismus, Regionalismus, Kampf gegen die „Supermächte“ in Ost und West verband sie mit Gruppen der „[[Neue Linke|Neuen Linken]]“. Das Konzept des [[Ethnopluralismus]] dagegen trennte sie vom [[Universalismus (Philosophie)|Universalismus]]. Sie propagierten einen „[[Dritter Weg|dritten Weg]]“ zwischen [[Kommunismus]] und [[Kapitalismus]] oder [[Liberalismus]] und unterstützten Separatisten in [[Nordirland]], auf [[Korsika]], im [[Baskenland]] und Palästinensergruppen als „Befreiungsbewegungen“ im Rahmen eines nationalistischen [[Antiimperialismus]]. Einige nationalrevolutionäre Gruppen orientierten sich stark an progressiv-linken Bewegungen. Die Gruppen um Eichberg lösten sich parallel zur Gründung der Grünen ab 1980 auf oder stellten ihre Arbeit ein. Eichberg war seit 1982 in Dänemark in der rotgrünen [[Socialistisk Folkeparti]] tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Autonome Nationalisten-Schwarzer Block.jpg|miniatur|Autonome Nationalisten im Schwarzen Block mit antikapitalistischen und nationalsozialistischen Parolen]]&lt;br /&gt;
Die Autonomen Nationalisten werden von gewaltbereiten, aktionistischen jungen Rechtsextremisten getragen. Sie übernehmen gezielt Ideen und Symbole der linken Szene, um diese zu unterwandern und dort Zustimmung zu finden. Sie treten auf Demonstrationen mit „linken“ Kleidungsmerkmalen wie [[Palästinensische Kufiya|Palästinensertüchern]] und T-Shirts mit dem Aufdruck [[Che Guevara]]s auf. Laut dem sächsischen Verfassungsschutz gehen solche „lagerüberschreitende[n] strategische[n] Überlegungen […] von einem kleinen, innerhalb der Szene noch marginalen Teil von Rechtsextremisten aus“. Auch das Auftreten von Neonazis auf den [[Montagsdemonstrationen gegen Sozialabbau 2004]] sei in diesem Kontext zu sehen. [[Antiamerikanismus]] und teilweise [[Antizionismus]] von Teilen der [[Friedensbewegung]] gegen den [[Irakkrieg]] und internationale Einsätze der [[Bundeswehr]] böten Anknüpfungspunkte für Rechtsextremisten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.verfassungsschutz.sachsen.de/408.htm &amp;#039;&amp;#039;Querfront – was ist das?&amp;#039;&amp;#039;] verfassungsschutz.sachsen.de, 16. Mai 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einer Demonstration der [[Nationaldemokratische Partei Deutschlands|NPD]] 2003 in Dortmund, dann auch in Berlin, formierte sich ein „[[schwarzer Block]]“ mit dem von Autonomen bekannten Erscheinungsbild. Damit begann die Berliner &amp;#039;&amp;#039;Kameradschaft Tor&amp;#039;&amp;#039; eine Kampagne für einen bundesweiten „nationalen schwarzen Block“, der sich gegen NPD-Ordner wie gegen linke Antifa richtete und dem sich bis 2012 rund 10.000 Neonazis anschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Thumfart: [https://web.archive.org/web/20180506173518/https://www.uni-erfurt.de/fileadmin/public-docs/Hochschulkommunikation/Presse/Pressemitteilungen/vorlesung_rechtsextreme_erlebniswelten.pdf &amp;#039;&amp;#039;Rechtsextreme Erlebniswelten. Auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039;] Universität Erfurt, 2012, PDF S. 24&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie benutzen das autonome Erscheinungsbild gezielt als Mittel, um Jugendliche für körperliche Auseinandersetzungen mit Gegnern zu gewinnen und für den „nationalen Sozialismus“ zu vereinnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schedler, Alexander Häusler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Autonome Nationalisten - Neonazismus in Bewegung.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-93219-4, [https://books.google.de/books?id=T-EdBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA80 S. 80]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Informationen des [[Bundeskriminalamt (Deutschland)|Bundeskriminalamts]] wollten sich auch vor dem [[G8-Gipfel in Heiligendamm 2007]] Neonazis in die linken Massenproteste einreihen.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Welt, 25. Januar 2007: [https://www.welt.de/print-welt/article711147/In-Heiligendamm-drohen-Anschlaege-von-Islamisten.html &amp;#039;&amp;#039;In Heiligendamm drohen Anschläge von Islamisten&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Als angeblich gemeinsamer ideologischer Nenner werde dabei die Bekämpfung der [[Marktwirtschaft]] und der [[Globalisierung]] angesehen. Die [[Kapitalismuskritik]] der „Autonomen Nationalen Sozialisten“ verurteilt das internationale Kapital, das sie im Sinne klassischer antisemitischer Verschwörungstheorien als von „den Juden“ gelenkt betrachtet, zu Gunsten des nationalen Kapitals. Die Globalisierungspolitik der Autonomen Rechten ist auf den Kampf für „nationales Bewusstsein“ und „nationalen Fortschritt“ gegen die „internationale Solidarität“ begrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom „Nationalbolschewismus“ sprechen vor allem neonazistische [[Freie Kameradschaften]] wie „Die Kommenden“, die „Dritte Front“ und die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Fahnenträger&amp;#039;&amp;#039;. Ein besonders aktiver Querfrontstratege ist der Thüringer Neonazi [[Patrick Wieschke]]. Er benutzt nach Eigenaussage für rechtsextreme Schulungen „fast nur noch linke Quellen“, um eine Deutungshoheit der Neonazis in sozialen Fragen zu gewinnen. Dazu beteiligten sich die von ihm geführten Gruppen an den ersten Hartz-IV-Demonstrationen 2004.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stern&amp;quot;&amp;gt;[[Holger Witzel]]: &amp;#039;&amp;#039;Braun-Rote Kungelei&amp;#039;&amp;#039;. stern.de, 23. Mai 2007&amp;lt;/ref&amp;gt; Der 1999 gegründete [[Kampfbund Deutscher Sozialisten]] löste sich wegen anhaltender Erfolglosigkeit jedoch im Juli 2008 selbst auf und erklärte die Querfrontidee für gescheitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die NPD betreibt besonders seit den [[Terroranschläge vom 11. September 2001|Terroranschlägen vom 11. September 2001]] ihrerseits eine gezielte &amp;#039;&amp;#039;Querfront&amp;#039;&amp;#039;-Propaganda, um auch Linksextremisten und Islamisten für ihre Aktionen zu mobilisieren. Dazu übernimmt sie deren Parolen wie „Gegen den US-Imperialismus“, „Hoch die internationale Solidarität“ und „Kampf dem Zionismus“. [[Lars Rensmann]] erklärt die Deckungsgleichheit dieser Parolen auch aus der Interaktion von Rechts- und Linksextremen sowie Islamisten, die sich auf gemeinsame antiisraelische, antisemitische und antiamerikanische Positionen verständigt hätten.&amp;lt;ref&amp;gt;Lars Rensmann: &amp;#039;&amp;#039;Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2004, [https://books.google.de/books?id=OQ_0BQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA257 S. 257 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere ===&lt;br /&gt;
Vor der Gründung der Bundespartei [[Bündnis 90/Die Grünen|Die Grünen]] (1979–1980) grenzten sich viele regionale „grüne Listen“ mit der Parole „Nicht links, nicht rechts, sondern vorn“ vom bestehenden Links-Rechts-Schema der Politik ab und beanspruchten eine lagerübergreifende Relevanz des Ökologiethemas.&amp;lt;ref&amp;gt;Silke Mende: &amp;#039;&amp;#039;„Nicht rechts, nicht links, sondern vorn“: eine Geschichte der Gründungsgrünen.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2011, ISBN 3-486-59811-2 (Vorwort)&amp;lt;/ref&amp;gt; Einige dieser Listen wurden von organisierten Neonazis mit aufgebaut und unterstützt. Konservative Ökologen wie [[Herbert Gruhl]] grenzten sich zwar gegen neonazistische Unterwanderungsversuche ab, vertraten jedoch inhaltlich einen ähnlichen völkischen Naturbegriff.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Peters: &amp;#039;&amp;#039;Nationaler „Sozialismus“ von rechts. Dokumente und Programme der grünbraunen Reaktionäre.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1980, ISBN 3-88220-305-6, S. 56–61&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus sozialemanzipatorischen Traditionen kommende Grüne stuften diese Richtungen als [[Ökofaschismus]] ein. Eine Mehrheit der Grünen schloss diese Richtung 1980 aus der Bundespartei aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Jutta Ditfurth: &amp;#039;&amp;#039;Entspannt in die Barbarei.&amp;#039;&amp;#039; Konkret Literatur Verlag, 1996, S. 207; Kevin Culina, Jonas Fedders: &amp;#039;&amp;#039;Im Feindbild vereint&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2016, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Quellenlage}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 2006 gegründete [[Piratenpartei Deutschland]] zog Anhänger sehr verschiedener politischer Richtungen an. Sie lehnten es überwiegend ab, die Partei in das Schema von links und rechts einzuordnen. Ihr Bundesvorsitzender [[Sebastian Nerz]] betrachtete dieses Schema als historisch überholt. Viele Mitglieder verstanden die Partei als „unideologische“, nur an „sachbezogenen“ Vernunftargumenten orientierte „Über-Partei“. Einzelne Mitglieder folgerten daraus, die Partei solle sich gegen keine herkömmliche, auch keine rechts- oder linksextreme Partei abgrenzen. Wegen dieser Tendenz zu einem Querfrontprojekt fanden auch [[Männerrechtsbewegung|Maskulinisten]] und [[Zinskritik]]er Teilzustimmung bei den Piraten. Demgegenüber forderten linksgerichtete Mitglieder eine klare Orientierung der Partei am [[Feminismus]] und [[Antirassismus]]. Weil diese Positionierung mehrheitlich abgelehnt wurde, traten die meisten Vertreter des linken Parteiflügels bis 2014 aus. Damit war der Versuch einer flügelübergreifenden Querfront bei den Piraten gescheitert.&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin Culina, Jonas Fedders: &amp;#039;&amp;#039;Im Feindbild vereint&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2016, S. 17 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtspopulismus ===&lt;br /&gt;
Heute werden Querfront-Bestrebungen besonders im deutschen [[Rechtspopulismus]] sichtbar. Dazu zählt der Sozialwissenschaftler [[Wolfgang Storz]] die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Compact (Magazin)|Compact]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Jürgen Elsässer]] seit 2010, das Internetportal &amp;#039;&amp;#039;KenFM&amp;#039;&amp;#039; von [[Ken Jebsen]] seit 2011, die Partei [[Alternative für Deutschland]] seit 2013, die [[Mahnwachen für den Frieden]], das islamfeindliche Demonstrationsbündnis [[Pegida]] und dessen regionale Ableger (wie z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Legida&amp;#039;&amp;#039; in Leipzig) seit 2014. Kennzeichnend für diese neue Querfront seien eine leistungsfähige eigenständige [[Gegenöffentlichkeit]] und einfache populistische Fronten: „Volk gegen Eliten, Wahrheit gegen [[Lügenpresse]]“. Die Anhänger dieses Netzwerks bejahen laut Umfragen zwar die Idee der Demokratie, schenken den demokratischen Institutionen jedoch fast gar kein Vertrauen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Storz: [https://web.archive.org/web/20151024043921/http://www.otto-brenner-shop.de/uploads/tx_mplightshop/AP18_Storz_2015_10_19.pdf &amp;#039;&amp;#039;„Querfront“ – Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks.&amp;#039;&amp;#039;] [[Otto Brenner Stiftung]], 1. April 2015 (PDF), S. 24&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu diesem Netzwerk gehört auch der ehemalige Sprecher für die [[Deutsche Burschenschaft]] [[Michael Friedrich Vogt]], der mit eigenen Internetmedien und Kongressen unter dem Motto &amp;#039;&amp;#039;Quer-Denken&amp;#039;&amp;#039; Verschwörungstheorien verbreitet. Er behauptet etwa, die USA hätten die Massenflucht aus Kriegsgebieten gezielt zur Zerstörung des als Blutsgemeinschaft verstandenen deutschen Volkes in Gang gesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jörg Schindler]]: &amp;#039;&amp;#039;Panikmache: Wie wir vor lauter Angst unser Leben verpassen.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-10-403567-3, [https://books.google.de/books?id=CFERDAAAQBAJ&amp;amp;pg=PT72 S. 72]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziele dieser „Querfront“ formulierte Jürgen Elsässer in der Erstausgabe von &amp;#039;&amp;#039;Compact&amp;#039;&amp;#039; wie folgt: Man wolle eine „[[Volksfront]]“ aus der Gesamtbevölkerung aufbauen, damit diese die fehlende [[Souveränität]] erkämpfe. Die Linke müsse mit der Rechten einen „offenen Dialog“ führen und umgekehrt, um „Dogmen“ zu überwinden und „Tabus“ zu brechen und so einen gemeinsamen „Widerstand“ gegen jene Mächte zu ermöglichen, die das deutsche Volk beherrschten. Als Beispiel für einen solchen Tabubruch verwies Elsässer auf den Sozialdemokraten [[Thilo Sarrazin]] („[[Deutschland schafft sich ab]]“). Die herrschenden Fremdmächte verortete er im Sinne des [[Sekundärer Antisemitismus|sekundären Antisemitismus]] bei den angeblich vom [[Zionismus]] bestimmten USA und dem dort beheimateten, angeblich von wenigen Personen gelenkten [[Kapital]] der „Ostküste“. Damit versuchte er &amp;#039;&amp;#039;Compact&amp;#039;&amp;#039; als wesentliches „alternatives Medium“ für den deutschen Rechtspopulismus und gegen die [[Mainstream#Medialer Mainstream|Mainstreammedien]] zu etablieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin Culina, Jonas Fedders: &amp;#039;&amp;#039;Im Feindbild vereint&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2016, S. 5–8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut [[Patrick Gensing]] benutzen deutsche Rechtspopulisten auch [[Soziales Netzwerk (Internet)|soziale Netzwerke]] verstärkt dazu, um die politische Debatte zu verrohen, Gewaltaufrufe und Verachtung für Minderheiten weit über die eigene Anhängerschaft hinaus zu verbreiten. Ziel dieser &amp;#039;&amp;#039;Querfront&amp;#039;&amp;#039;-Propaganda sei ein enges Bündnis mit dem von [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Putin]] beherrschten Russland, um ein [[Autoritarismus|autoritäres]] nationalistisches System durchzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Patrick Gensing: &amp;#039;&amp;#039;Rechte Hetze im Netz – eine unterschätzte Gefahr.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, 2016,  [https://books.google.de/books?id=Ri2LCwAAQBAJ&amp;amp;pg=PT2 S. 2]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bezug auf [[Russland]] wurde schon 2014 die Melange, welche sich auf den [[Mahnwachen für den Frieden]] zeigte, als Querfront bezeichnet. Linke und Rechte träfen sich dort in derselben Front gegen den liberalen Westen, so [[Jürgen P. Lang]], da sei die übrige politische Richtung dann relativ egal.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/warum-so-viele-linke-zu-putin-halten-querfront,T5hBOTF Querfront: Warum so viele Linke zu Putin halten], br.de, 13. Mai 2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Die altbekannten Aspekte dieser „Negativcharakteristik der USA“ stimmen Politikwissenschaftlern zufolge auch mit den antiamerikanischen und verschwörungstheoretischen Stereotypen der [[Propaganda der Russischen Föderation|russischen Propaganda]] überein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.jstor.org/stable/44937117 Antiamerikanismus in Aktion: Linke, Rechte und „Querfront“ zur Ukraine], [[Osteuropa (Zeitschrift)|Osteuropa]] 3/2016, S. 129–138, hier S. 137–138&amp;lt;/ref&amp;gt;  [[Die Welt]] schrieb, wer den [[Russischer Überfall auf die Ukraine 2022|russischen Überfall auf die Ukraine 2022]] mit einer angeblichen „Befreiung“ rechtfertige, ernte Applaus sowohl vom linken als auch vom rechten Rand des politischen Spektrums.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/politik/deutschland/article237313489/Prorussische-Querfront-Ein-Linker-auf-Putins-Mission.html Ein Linker auf Putins Mission], [[Die Welt]], 8. März 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Außerhalb Deutschlands ==&lt;br /&gt;
=== Griechenland ===&lt;br /&gt;
Im Januar 2015 bildete die sozialistische Partei [[Syriza]] mit der rechtspopulistischen [[Anexartiti Ellines]] eine Regierungskoalition. Diese Zusammenarbeit kritisierten andere europäische Sozialisten als &amp;#039;&amp;#039;Querfront&amp;#039;&amp;#039; mit negativen Folgen für die Linke in Europa.&amp;lt;ref&amp;gt;Ivo Bozic: &amp;#039;&amp;#039;Die Querfront als weltpolitisches Phänomen.&amp;#039;&amp;#039; In: Liske/Präkels: &amp;#039;&amp;#039;Vorsicht Volk!&amp;#039;&amp;#039;, 2016, S. 102&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Slowakei ===&lt;br /&gt;
Die 2006 gebildete Regierung aus der sozialdemokratischen [[Smer – sociálna demokracia]], der nationalkonservativen [[Bewegung für eine demokratische Slowakei]] und der rechtspopulistischen [[Slovenská národná strana (1990)|Slovenská národná strana]] bezeichneten [[haGalil]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;haGali&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hagalil.com/archiv/2006/07/elsaesser.htm „Querfront-Regierung in der Slowakei“] haGalil, 16. Juli 2006&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Jürgen Elsässer]] in einem Artikel in der [[junge Welt|jungen Welt]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.jungewelt.de/artikel/69987.querfront-regierung-in-der-slowakei-fragen-an-die-antifa.html Querfront-Regierung in der Slowakei: Fragen an die Antifa] junge Welt, 6. Juli 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;haGali&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wsws.org/de/articles/2006/07/jw-j22.html Junge Welt verteidigt Koalition von Sozialdemokraten mit Neo-Faschisten in der Slowakei] World Socialist Web Site, 22. Juli 2006&amp;lt;/ref&amp;gt; als Querfront.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Italien ===&lt;br /&gt;
Die italienischen Neofaschisten [[Roberto Fiore]], [[Gabriele Adinolfi]] und [[Peppe Di Mitri]] propagierten als &amp;#039;&amp;#039;Terza Posizione&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Third Position&amp;#039;&amp;#039; eine Bewegung, die sich ähnlich wie bei früheren deutschen Querfronttheorien grundsätzlich von [[Kommunismus]] und Kapitalismus abzusetzen versucht beziehungsweise dies vorgibt. Third Position propagiert einen soldatisch-bäuerlich-ökologisch korrekten Lebensstil weitgehend autonomer [[Wilder Mann|neuer beziehungsweise wilder Männer]] im Sinne des charismatischen rumänischen Rechtsextremen [[Corneliu Zelea Codreanu]], kombiniert mit einem radikalen [[Ethnopluralismus]], Elementen der [[Katholische Soziallehre|katholischen Soziallehre]] und der Unterstützung [[Nationalismus|nationaler Befreiungsbewegungen]]. Die von Fiore und seinen Gesinnungsgenossen 1979 begründete Bewegung benutzt das [[Keltisches Kreuz|Keltische Kreuz]] und in Italien die [[Wolfsangel]] als Symbole. Nachdem Roberto Fiore im Zusammenhang mit dem [[Anschlag von Bologna 1980]] in Italien zu einer Haftstrafe verurteilt wurde und zeitweise untertauchte beziehungsweise das Land verlassen musste, trieb er Third Position in Großbritannien und Frankreich mit voran und wurde Generalsekretär der [[Europäische Nationale Front|Europäischen Nationalen Front]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:National Bolshevik Party flag.svg|miniatur|Logo der Nationalbolschewistischen Partei Russlands]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Russland ===&lt;br /&gt;
In Russland arbeiteten sowohl die ehemalige [[Nationalbolschewistische Partei Russlands]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2002/45/29a.htm | wayback=20080315043526 | text=Grenzenloses Eurasien}} In: &amp;#039;&amp;#039;[[jungle world]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 45/2002, 30. Oktober 2002&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch die Partei [[Rodina]] mit einem ideologischen Hintergrund, der sich sowohl bei links- als auch bei rechtsextremistischem Gedankengut bediente. In Russland stehen hinter der Verbindung von links- und rechtsextremen Ideen auch mehrere prominente Schriftsteller wie [[Eduard Limonow]] und [[Alexander Prochanow]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Iran und Venezuela ===&lt;br /&gt;
2006 bildeten [[Mahmud Ahmadineschad]], damals iranischer Staatspräsident, und [[Hugo Chávez]], damals Staatspräsident Venezuelas, eine bilaterale „Allianz gegen das Imperium der USA“. Unter diesem anti-imperialistischen Motto vereinbarten sie eine enge wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit. Dabei stellte [[Ivo Bozic]] inhaltliche Schnittmengen der jeweiligen Staatsideologien eines [[Klerikalfaschismus]] im Iran und eines [[Staatssozialismus]] in Venezuela fest, von der Unterstützung des iranischen Atomprogramms bis zum gemeinsamen [[Antizionismus]] im Zeichen der „Solidarität mit dem palästinensischen Volk“ gegen [[Israel]]. Diese „Querfront“ zweier ideologisch an sich gegensätzlicher Regimes dauerte auch unter den Nachfolgern beider Präsidenten an, etwa indem [[Nicolás Maduro]] dem Iran einen Beobachterstatus im Wirtschaftsbündnis [[Bolivarianische Allianz für Amerika]] (ALBA) verlieh.&amp;lt;ref&amp;gt;Ivo Bozic: &amp;#039;&amp;#039;Die Querfront als weltpolitisches Phänomen.&amp;#039;&amp;#039; In: Liske/Präkels: &amp;#039;&amp;#039;Vorsicht Volk!&amp;#039;&amp;#039;, 2016, S. 107&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur (chronologisch) ==&lt;br /&gt;
* [[Ralf Hoffrogge]], »Der Sommer des Nationalbolschewismus? Die Stellung der KPD-Linken zum Ruhrkampf und ihre Kritik am ›Schlageter-Kurs‹ von 1923«, in: [https://duepublico2.uni-due.de/receive/duepublico_mods_00043556 Sozial.Geschichte Online, Nr. 20 (2017), S. 99–146].&lt;br /&gt;
* Felix Schilk: &amp;#039;&amp;#039;Souveränität statt Komplexität. Wie das Querfront-Magazin ›Compact‹ die politische Legitimationskrise der Gegenwart bearbeitet.&amp;#039;&amp;#039; Edition DISS, 2017, ISBN 978-3-89771-768-8.&lt;br /&gt;
* Kevin Culina, Jonas Fedders: &amp;#039;&amp;#039;Querfront.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieselben: &amp;#039;&amp;#039;Im Feindbild vereint. Zur Relevanz des Antisemitismus in der Querfront-Zeitschrift Compact.&amp;#039;&amp;#039; edition assemblage, Münster 2016, ISBN 978-3-96042-004-0, S. 11–20.&lt;br /&gt;
* [[Ivo Bozic]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Querfront als weltpolitisches Phänomen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Markus Liske]], [[Manja Präkels]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn?&amp;#039;&amp;#039; Verbrecher Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-95732-121-3, S. 101–110.&lt;br /&gt;
* [[Regina Wamper]], [[Helmut Kellershohn]], [[Martin Dietzsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechte Diskurspiraterien: Strategien der Aneignung linker Codes, Symbole und Aktionsformen.&amp;#039;&amp;#039; Unrast, 2010, ISBN 3-89771-757-3.&lt;br /&gt;
* [[Stefan Breuer]]: &amp;#039;&amp;#039;Anatomie der Konservativen Revolution.&amp;#039;&amp;#039; 2. durchgesehene und korrigierte Auflage. [[Wissenschaftliche Buchgesellschaft]] WBG, Darmstadt 1995, ISBN 3-534-11802-2.&lt;br /&gt;
* [[Kurt Sontheimer]]: &amp;#039;&amp;#039;Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik. Die politischen Ideen des Nationalismus zwischen 1918 und 1933.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, Deutscher Taschenbuchverlag, München 1994, ISBN 3-423-04312-1.&lt;br /&gt;
* [[Axel Schildt]]: &amp;#039;&amp;#039;Militärische Ratio und Integration der Gewerkschaften. Zur Querfrontkonzeption der Reichswehrführung am Ende der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Richard Saage]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Solidargemeinschaft und Klassenkampf. Politische Konzeptionen der Sozialdemokratie zwischen den Weltkriegen.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-11363-1, S. 346–364.&lt;br /&gt;
* Axel Schildt: &amp;#039;&amp;#039;Militärdiktatur mit Massenbasis? Die Querfrontkonzeption der Reichswehrführung um General von Schleicher am Ende der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-593-32958-1.&lt;br /&gt;
* [[Otto-Ernst Schüddekopf]]: &amp;#039;&amp;#039;Linke Leute von Rechts. Die nationalrevolutionären Minderheiten und der Kommunismus in der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, Stuttgart 1960, ISBN 3-548-02996-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.antifainfoblatt.de/artikel/der-begriff-querfront-eine-historische-betrachtung &amp;#039;&amp;#039;Der Begriff Querfront: Eine historische Betrachtung&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Antifaschistisches Infoblatt]]&amp;#039;&amp;#039;, AIB 62, Nr. 1/2004, 10. März 2004.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neonazismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationalbolschewismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsextreme Ideologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideengeschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antiimperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Phi</name></author>
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