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	<title>Qing-Dynastie - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einleitung: &lt;/span&gt; k&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Portrait of the Kangxi Emperor in Court Dress.jpg|mini|hochkant=1.1|[[Kangxi]], der am längsten herrschende Kaiser der Qing-Dynastie]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Qing-Dynastie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Mandschurische Sprache|mandschurisch]] {{MongolUnicode|ᡩᠠᡳᠴᡳᠩ&amp;lt;br /&amp;gt;ᡤᡠᡵᡠᠨ|lang=mnc}} &amp;#039;&amp;#039;Daicing Gurun&amp;#039;&amp;#039;; {{zh|c=清朝|p=Qīngcháo|w=Ch&amp;#039;ing Ch&amp;#039;ao|kj=Cing1ciu4}}; Aussprache etwa „Tsching-Dynastie“) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mandschu-Dynastie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wurde 1636 von den [[Mandschu]] unter [[Nurhaci]] begründet und herrschte ab 1644 im [[Kaiserreich China]]. Sie löste die [[Ming-Dynastie]] ab und endete nach der [[Xinhai-Revolution]] von 1911 mit der Ausrufung der [[Republik China (1912–1949)|Republik China]] am 1.&amp;amp;nbsp;Januar 1912.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qing-Dynastie war nach der mongolischen [[Yuan-Dynastie]] die zweite [[Dynastie]], die über ganz China herrschte und nicht von [[Han-Chinesen]] begründet wurde. Sie basierte auf dem Aufstieg des Volks der [[Jurchen]], die als [[Jin-Dynastie (1125–1234)]] und als [[Spätere Jin-Dynastie (1616–1636)]] in Nordchina herrschten. 1635 änderten die durch [[Nurhaci]] vereinten Jurchen-Stämme ihren Namen in [[Mandschu]]. Ab 1636 wurde die Dynastie selbst Qing genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Qing-Dynastie erreichte China die größte territoriale Ausdehnung seiner [[Geschichte Chinas|Geschichte]]. Zudem wuchs die Bevölkerung stark an, von geschätzt etwa 56 Millionen im Jahr 1644 auf etwa 400 Millionen im Jahr 1911.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kent Deng |Titel=China’s Population Expansion and Its Causes during the Qing Period, 1644–1911 |Hrsg=The London School of Economics and Political Science |Sammelwerk=Economic History Working Papers |Band=219 |Datum=2015-05 |Sprache=en |Online=http://eprints.lse.ac.uk/64492/1/WP219.pdf |Format=PDF |KBytes=696}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit geschätzten 381 Millionen Einwohnern im Jahr 1820 lebten etwa 36 Prozent der gesamten Weltbevölkerung (ca. 1,04 Milliarden) in seinen Grenzen und das Land erwirtschaftete etwa 33 Prozent der Weltwirtschaftsleistung – ungefähr so viel wie ganz Europa&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Angus Maddison |Titel=The World Economy: A Millennial Perspective |TitelErg=Development Centre Studies |Auflage=1 |Verlag=Organisation for Economic Co-operation and Development |Ort=Paris |Datum=2001 |Sprache=en |Kapitel=Appendix B Growth of World Population, GDP and GDP Per Capita before 1820 |ISBN=978-92-64-18608-8 |ISSN=19900295 |DOI=10.1787/9789264189980-en |Seiten=229–265 |Kommentar=für die Bevölkerung: Tabelle B8 und B10, für GDP: Tabelle B–18; [https://archive.org/details/worldeconomymill0000madd &amp;#039;&amp;#039;Werk online&amp;#039;&amp;#039;] im [[Internet Archive]]; Alternativ-ISBN 978-92-64-18998-0; Werk auch auf Deutsch, Französisch und Spanisch |Online=https://read.oecd-ilibrary.org/economics/the-world-economy_9789264189980-en#page2}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit damals nur etwa 200 Millionen Einwohnern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paul Mombert |Titel=Entwicklung der Bevölkerung Europas seit Mitte des 17. Jahrhunderts |Hrsg=[[Springer Nature|Springer]] |Sammelwerk=Zeitschrift für Nationalökonomie |Band=7 |Nummer=Heft 4 |Datum=1936 |Sprache=de |Seiten=533–545 |JSTOR=41793170 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Qing-Reich bis zum Opiumkrieg ==&lt;br /&gt;
=== Gründung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ningyuan battle.jpg|mini|hochkant|[[Nurhaci]] bei der Belagerung von [[Ningyuan]] im Jahr 1626]]&lt;br /&gt;
Unter [[Nurhaci]] (1559–1626) und dessen achtem Sohn [[Huang Taiji]] (manchmal auch: Abahai, 1592–1643) erlangten die [[Jurchen]] einen großen Machtzuwachs. Ihre militärische Macht stützte sich zunächst auf die mandschurisch geprägten [[Acht Banner]], später ergänzt um die eher aus Han-Chinesen bestehende Armee der [[Grüne Standarte|Grünen Standarte]]. Der erste Kaiserpalast stand in [[Shenyang]], wo sich auch das Grab Nurhacis befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Krieges gegen [[Ligdan Khan]] zwischen 1632 und 1635, der mit der Übergabe des Reichssiegels an Huang Taiji endete, schlossen sich die [[Chahar (Mongolen)|Chahar]]-Mongolen den Jurchen an. 1641 unternahmen die Mandschu einen großen Einfall in das China der Ming-Dynastie, bei dem sie 88 Städte eroberten, sechs weitere übernahmen und bis zur Halbinsel [[Liaodong]] vordrangen. 1644 ging die Ming-Dynastie durch innere Aufstände unter, der Mandschu-Regent [[Dorgon]] (1612–1650) und der einstige Ming-General [[Wu Sangui]] vertrieben daraufhin den Rebellenführer [[Li Zicheng]] aus [[Peking]] und verfolgten ihn bis nach [[Hunan]], wo er im Oktober 1645 umkam. Peking wurde nach der Einnahme durch Dorgon neue Hauptstadt der jungen Qing-Dynastie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anfänge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dorgon, the Prince Rui (17th century).jpg|mini|hochkant|Prinzregent [[Dorgon]]]]&lt;br /&gt;
Die Regierung des Qing-Kaisers [[Shunzhi]] (1643–1661, neunter Sohn Huang Taijis) wurde von den beiden Prinzregenten Dorgon und Dsirgalang geführt. Schon 1645 änderten sie die chinesische Kleidung ([[Hanfu]]) und Haartracht und zwangen den [[Han-Chinesen]] unter Androhung von Todesstrafe den [[Chinesischer Zopf|mandschurischen Zopf]] auf. Es wurden (wie zur [[Yuan-Dynastie|Yuan-Zeit]]) Ehen zwischen Han-Chinesen und Mandschu verboten. Die Hauptstadt Peking wurde zweigeteilt, in eine Teilstadt für Mandschu im Norden und eine für Chinesen im Süden. Die Mandschurei wurde für Han-Chinesen gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zorn der Han-Bevölkerung gegen die [[Fremdherrschaft]] der Mandschu und speziell auch gegen den „Zopf-Zwang“ entlud sich in mehreren Aufständen. Die Niederschlagung endete unter anderem in Massakern, beispielsweise in [[Jiading]] und [[Jiangyin]] mit fünfstelliger Opferzahl (1645).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verbot der [[Interkulturelle Ehe|Mischehe]] wurde jedoch insbesondere von der Mandschu-Elite missachtet. Selbst die Qing-Kaiser nahmen Han-Chinesinnen als kaiserliche Nebenfrauen an, bereits Kaiser [[Kangxi]] hatte eine solche zur Mutter. Auch die Zweiteilung Pekings war höchst durchlässig, da die Innere (also nördliche) Stadt genau genommen den [[Acht Banner]]n vorbehalten war. Die meisten Bannerleute waren aber Han-Chinesen und keine Mandschu. Um 1700 wohnten in der Nordstadt Pekings bereits über 70 % Han-Chinesen, und die Mandschu bildeten eine deutliche Minderheit, soweit man durch die Einheirat der Han-Chinesen überhaupt noch von echten Mandschu sprechen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Tod [[Dorgon]]s, eines konservativen Mandschu, im Jahre 1650 erlangten die chinesischen Literaten und Beamten einen größeren Einfluss auf den jungen Kaiser [[Shunzhi]]. Das äußerte sich darin, dass man nun bei Hofe die Bündnisbeziehungen zu den mongolischen [[Khan|Fürsten]] (speziell den [[Chalcha]]) in [[Tribut]]beziehungen umdeutete. Die gesamte Palastdienerschaft wurde wieder von Chinesen gestellt und [[Chinesische Sprache|Chinesisch]] zur offiziellen Hofsprache erhoben, wobei die [[Mandschurische Sprache]] zunehmend verdrängt wurde. Im Laufe der Zeit beschäftigte sich Kaiser Shunzhi immer stärker mit religiösen Ideen, trat in ein buddhistisches Kloster ein, starb jedoch schon mit 23 Jahren an den [[Pocken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ära Kangxi und Yongzheng ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Armoured Kangxi Emperor.jpg|mini|hochkant|Kaiser [[Kangxi]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Yongzheng Reading.jpg|mini|hochkant|Kaiser [[Yongzheng]]]]&lt;br /&gt;
Ihm folgte sein dritter Sohn [[Kangxi]] (1661–1722), einer der bekanntesten Herrscher Chinas. Er reorganisierte das Reich mit der Entmachtung der &amp;#039;&amp;#039;Drei Feudalfürsten&amp;#039;&amp;#039; 1674–1681, beendete bis 1683 den Widerstand ([[Koxinga]] 1624–1662) an der Küste und in [[Taiwan (Insel)|Taiwan]] (womit Taiwan erstmals China einverleibt wurde), kämpfte zum Schutz der [[Chalcha|Chalcha-Mongolen]] 1690–1696 und erneut 1715–1724 gegen die [[Oiraten]], wobei er nach dem Tod König [[Lhabsang Khan|Lhabzangs]] im Jahr 1720 auch das [[Protektorat]] über [[Tibet]] einrichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiser Kangxi galt als Gelehrter; er nahm bei den [[Jesuiten]] nicht nur Unterricht in Kriegsführung, sondern auch in [[Astronomie]], Mathematik und Anatomie. Kurz nach seinem Tod wies man die europäischen Missionare nach [[Macau]] aus, da man sie als Mitglieder verbotener politischer Geheimbünde betrachtete, das [[Christentum]] wurde verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen nahm man schon 1646 das alte [[Chinesische Beamtenprüfung|chinesische Prüfungssystem]] für Staatsbeamte wieder auf und band so die alte Führungsschicht der Ming-Zeit an sich. Nach der Befriedung des Südens kamen kostspielige Inspektionsreisen in die Städte am [[Jangtsekiang|Jangtse]] dazu, dem Zentrum der chinesischen Intelligenz (1684–1765). Die Mandschu waren zwar lediglich aufgeklärte [[Despotie|Despoten]], aber der Gegensatz zwischen ihnen und den Chinesen verringerte sich und flammte erst im ausgehenden 19. Jahrhundert wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1685 beschlagnahmten die Mandschu (bevorzugt im Norden) Land, wo sie Kriegsgefangene und enteignete Bauern wie Sklaven arbeiten ließen. Kangxi begriff allmählich die Notwendigkeit einer Änderung, die dann radikal erfolgte. Die Qing-Dynastie hatte danach die mildeste Agrarbesteuerung der ganzen chinesischen Geschichte (1711). Angesichts der weiterentwickelten Ackerbautechniken und neuen Anbaukulturen (amerikanische Kartoffel, Erdnuss, Mais, Obst und Gemüse) stand der chinesische Bauer seinem europäischen Pendant an Wohlstand sicher in nichts nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Techniken des vorindustriellen Zeitalters (das heißt vor Watts [[Dampfmaschine]]) wurden zur Qing-Zeit vollständig ausgereizt. Nahrungsmittelproduktion, Textilindustrie, Teeernte, Porzellanherstellung, Papier- und Zuckerproduktion erreichten Rekorde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man schätzt, dass die Europäer die Hälfte von 400 Millionen Silber-[[US-Dollar]] aus den amerikanischen Kolonien (1571–1821) für den Ankauf chinesischer und anderer ostasiatischer Waren ausgegeben haben, vornehmlich für Luxusartikel wie Porzellan, Seide und Tee. Dieses Problem führte zum [[Erster Opiumkrieg|Ersten Opiumkrieg]], denn die Chinesen bestanden staatlicherseits auf [[Chinesische Währung|Silberzahlung]]. Die chinesische Kultur strahlte im 18. Jahrhundert in einer verspielten Form auch nach Europa aus &amp;#039;&amp;#039;([[Chinoiserie]])&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
Ein anderes Problem war der Wunsch nach Errichtung einer &amp;#039;&amp;#039;sittlichen Ordnung,&amp;#039;&amp;#039; in der die Mandschu-Herrschaft nicht in Frage gestellt würde. Zu diesem Zweck förderte man den [[Konfuzianismus]] in nie gekannter Weise. Gegen 1730 wirkte sich das auch auf das Prüfungssystem für Beamte aus, jeder Kandidat musste die Mandschu-Herrschaft ausführlich rechtfertigen. &amp;#039;&amp;#039;Verderbliche Romane&amp;#039;&amp;#039; wurden 1687 auf einen Index gesetzt, und 1774–1789 suchte man zum Zweck von [[Zensur (Informationskontrolle)|Zensur]] und Vernichtung systematisch nach Schriften, die &amp;#039;&amp;#039;Barbaren&amp;#039;&amp;#039; auch nur andeutungsweise kritisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannt wurde Kaiser Kangxi nicht nur als Gelehrter, sondern auch als Förderer der Kunst und Wissenschaften. Er ließ sich in [[Peking]] und [[Chengde|Jehol]] prächtige Residenzen bauen und umfangreiche wissenschaftliche Werke ausarbeiten (unter anderen eine Riesen-[[Enzyklopädie]], [[Wörterbuch]]). Sein Sohn und Nachfolger [[Yongzheng]] (1723–1735) und auch [[Qianlong]] (Regierungszeit 1735–1796; † 1799) taten es ihm nach. Beide waren Gelehrte und Förderer der Literatur, Qianlong hinterließ 30.000 Gedichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ära Qianlong ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Emperor Qianlong riding.jpg|mini|hochkant|Kaiser [[Qianlong]]]]&lt;br /&gt;
Zu Qianlongs Zeit erlebte Qing-China eine äußere Machtentfaltung. Das Land der [[Oiraten|Dsungaren]] im [[Ili]]-Gebiet und der [[Dsungarei]] wurde 1754–1759 besetzt, das [[Tarimbecken]] mit [[Kaschgar (Stadt)|Kaschgar]], [[Khotan|Chotan]] und Jarkend 1760. In das seit 1720/1751 abhängige [[Tibet]] (nach [[Lhasa]]) verlegte man 1790/1791 eine chinesische Garnison, die dort bis 1912 bestand. Alles in allem wurden in der Qing-Zeit Grenzlinien gezogen, auf die sich China heute noch beruft (beispielsweise beim „[[Zwischenfall am Ussuri|Grenzzwischenfall]]“ am Ussuri mit der Sowjetunion 1968/1969).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf das aggressive Vorgehen der europäischen [[Handelskompanie]]n begann die Qing-Dynastie ab 1757 den Überseehandel für die Europäer noch strenger zu reglementieren, bis 1843 war nur noch der Hafen in [[Guangzhou]] (Kanton) für den Seehandel zwischen China und Europa zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftlich und militärisch wurde die ab 1800 zunehmende europäische Überlegenheit nicht wahrgenommen ([[Macartney-Mission]] 1793). Man bestand gegenüber den Europäern auf der [[Sinozentrismus|sinozentrischen Weltordnung]], die keine Freiheit des Handels kannte und Staaten danach einordnete, wie nah sie der chinesischen Kultur standen. Formell waren dabei alle chinesische Vasallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der innere Frieden und die gute wirtschaftliche Situation führten zu einem bisher ungekannten Bevölkerungswachstum. Zwischen 1740 und 1850 stieg die Bevölkerung von 143 Millionen auf 430 Millionen Einwohner an und überforderte bald die Verwaltung. In verschiedenen Gebieten des Riesenreiches gab es Spannungen mit den unterworfenen Völkern, die gegen Ende der Qianlong-Ära kulturell bedrängt wurden. Ein einziger Feldzug gegen die Tibeter in [[Sichuan]] 1771–1776 kostete zum Beispiel 70 Millionen [[Chinesische Währung|Silberliang]]. Die Situation in diesen Gebieten begünstigte Straßenraub und Korruption.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Acht Banner|Bannergeneral]] namens [[Heshen]] (1750–1799) beeinflusste Kaiser Qianlong, spann ein Korruptionsnetz und massakrierte Bauern, die sich um 1795 unter der Sekte mit dem Namen [[Weißer Lotus]] zum Teil gegen seine Geldforderungen erhoben. Die Korruption und die Bekämpfung der Bauern- und Minderheitenaufstände vergrößerten das [[Haushaltssaldo|Defizit]] der Staatsfinanzen, so dass man sogar bei Hof sparen und die Hofjagden einstellen musste. Die mit der Deich- und Flussregulierung beauftragten Beamten zweigten Gelder für den eigenen Gebrauch ab, so dass es unter Kaiser [[Jiaqing]] (1796–1820) zu sieben Überschwemmungen kam.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Wirtschaftsgeschichte der Qing-Dynastie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opiumkriege und Taiping-Aufstand ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Emperor Daoguang Sitting in Garden.JPG|mini|hochkant|Kaiser [[Daoguang]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:China 1820 de.svg|mini|hochkant=1.5|Direkt kontrollierte Gebiete des Qing-Kaiserreichs zur Zeit seiner größten Ausbreitung 1820. Die chinesischen Kernprovinzen (das „[[Eigentliches China|Eigentliche China]]“) sind dunkler gefärbt.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:China 1911 de.svg|mini|hochkant=1.5|Territoriale Verluste des Qing-Reiches bis zum Ende der Monarchie 1911]]&lt;br /&gt;
Die Aufstände unter den Bauern fanden in der ganzen ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kein Ende, auch die Minderheiten erhoben sich ununterbrochen. In den Jahren 1826–1838 stieg der [[Opium]]schmuggel schlagartig an, der Opiumkonsum breitete sich in dieser Krisenzeit trotz staatlichen Verbots immer weiter aus. Das hatte auch schwerwiegende Auswirkungen auf die öffentliche Moral (niederes Beamtentum) und die Wirtschaft. Durch den Opiumhandel entstand ein [[Außenhandelsdefizit]], wodurch das Silber wieder aus China abfloss. Die Regierung konnte das nicht verhindern, da sie die Opiumkriege gegen die Europäer verlor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bestand ein Gegensatz zwischen oben genannter sinozentrischer Weltordnung und dem europäischen Führungsanspruch, der im eigenen Interesse den [[Freihandel]] – auch mit Drogen – propagierte. Der Gegensatz führte zum [[Erster Opiumkrieg|Ersten Opiumkrieg]], der mit dem [[Vertrag von Nanking]] endete, dem ersten der sogenannten [[Ungleiche Verträge|Ungleichen Verträge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Krise des Kaiserreiches entlud sich im [[Taiping-Aufstand]] (1851–1864, siehe dort), der die chinesische Gesellschaft in ihren Grundfesten erschütterte. 1855 änderte zudem der [[Gelber Fluss|Gelbe Fluss]] seinen Lauf, eine Katastrophe, die es zuletzt 1324 gegeben hatte. Während in Europa um 1850 [[Dampfschiff]]e das Bild bestimmten, sich gleichzeitig die Eisenbahn ausbreitete, die Stahlproduktion stieg, die [[Baumwolle|Baumwollproduktion]] mechanisiert und damit kostengünstiger wurde, hatte China mit inneren Schwierigkeiten zu kämpfen, die jeden Fortschritt behinderten, wie dem Taiping-Aufstand oder dem [[Nian-Aufstand]]. Viele Chinesen verließen ihr Land und wurden als &amp;#039;&amp;#039;[[Kuli (Tagelöhner)|Kulis]]&amp;#039;&amp;#039; verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolgedessen stieg der europäische Einfluss im [[Zweiter Opiumkrieg|Zweiten Opiumkrieg]] und insbesondere nach dem [[Vertrag von Tianjin]] immer weiter. So verlor China die Zollkontrolle, und ausländische Gesellschaften rissen profitable Geschäftszweige an sich, wie 1862 den Handelsverkehr. Jeder europäische Staat versuchte nach 1858/1860 die gleichen Konzessionen bzw. Rechte wie sein Rivale zu erhalten, sogar das kleine Belgien. Die Folge waren unablässige Machtdemonstrationen, sogar kleine Geschäftsträger konnten mit Kanonenbooten kommen (1870) und die gewaltsame Öffnung von [[Vertragshäfen]] erzwingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem bemühte man sich um die Modernisierung Chinas, auch wenn der bereits erzielte Fortschritt der Europäer ihre [[Kolonialismus|halbkoloniale]] Herrschaft über China begründete. So stellte man 1868 das erste chinesische Dampfschiff fertig, gründete 1872 eine Dampfschifffahrtsgesellschaft und schickte Studenten nach Europa. 1879 folgte die erste Eisenbahn, 1881 die erste Telegraphenlinie, 1887 die erste Eisenbahngesellschaft, 1893 die erste Eisenbahnlinie und so weiter. Alles in allem baute man eine Industrie auf, die der in [[Japan]] ([[Meiji-Zeit]]) bis 1894 jedoch nicht ebenbürtig war. Mit technischen Belangen mussten Ausländer beauftragt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei war man aber aufgrund des äußeren und inneren Drucks gezwungen, sich nur um das Notwendigste zu kümmern. 40 Millionen &amp;#039;&amp;#039;liang&amp;#039;&amp;#039; Anleihen mussten zum Beispiel bei ausländischen Banken aufgenommen werden; sie reichten aber nur für die unmittelbaren Bedürfnisse der Regierung. Wegen der Zerstörungen, des Preisanstiegs, der Hungersnöte und Überschwemmungen nach dem [[Taiping-Aufstand]] verfügte die Regierung weder über eine starke Zentralgewalt, noch hatte sie regelmäßige Einnahmequellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Ende der Dynastie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Empress Dowager Cixi (c. 1890, small version) - 01.jpg|mini|hochkant|Kaiserinwitwe [[Cixi]]]]&lt;br /&gt;
Seit 1900 lag die Qing-Dynastie in Trümmern, die gerade mühsam aufgebaute [[Flotte (Marine)|Kriegsflotte]] wurde im [[Erster Japanisch-Chinesischer Krieg|Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg]] von 1894/95 von den Japanern zerstört, wobei [[Taiwan (Insel)|Taiwan]], die nominelle Oberhoheit über [[Korea]] und andere Gebiete nach dem &amp;#039;&amp;#039;[[Vertrag von Shimonoseki|Friedensvertrag von Shimonoseki]]&amp;#039;&amp;#039; verlorengingen. China wurde in Einflusssphären aufgeteilt, die Europäer und Japaner unterhielten nun dort Kriegsflotten und Truppen (auch das [[Deutsches Kaiserreich|Deutsche Reich]] besetzte 1897 die [[Kiautschou]]-Bucht, welche es durch Zwangsmaßnahmen ab 1898 als Pacht erhielt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kaiserhaus wurde von der Kaiserinwitwe [[Cixi]] († 1908) beeinflusst, die von 1861 an die meiste Zeit für ihren minderjährigen Sohn Kaiser [[Tongzhi]] und später für den von ihr eingesetzten Neffen [[Guangxu]] regierte. Laut damaliger westlicher Meinung widersetzte sie sich Reformen, wenn diese ihrer Macht gefährlich werden konnten (siehe auch: &amp;#039;&amp;#039;[[Hundert-Tage-Reform]]&amp;#039;&amp;#039; des Kaisers Guangxu) und stand inoffiziell hinter dem [[Boxeraufstand]] (11. Januar 1900).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1911 kam es im Zuge der Xinhai-Revolution zum Sturz des letzten Kaisers [[Puyi]] durch [[Yuan Shikai]] und [[Sun Yat-sen]]. Dieser rief am 1. Januar 1912 die Republik China aus. Yuan Shikai proklamierte sich 1915 selbst zum Kaiser, wurde aber 1916 zum Rücktritt gezwungen. General [[Zhang Xun]] restaurierte 1917 für nur zwei Wochen noch einmal formal die Herrschaft Puyis, bevor dieser dann endgültig abdanken und 1924 die [[Verbotene Stadt]] verlassen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:China imperialism cartoon.jpg|mini|hochkant|Zeitgenössische Karikatur (1898), die die Rivalität der Großmächte in China darstellt: von links nach rechts Großbritannien ([[Victoria (Vereinigtes Königreich)|Victoria]]), Deutsches Reich ([[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Wilhelm II.]]), Russland ([[Nikolaus II. (Russland)|Nikolaus II.]]), Frankreich ([[Marianne]]), Japan]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der chinesischen Dynastien]]&lt;br /&gt;
* [[Kaiser der Qing-Dynastie]]&lt;br /&gt;
* [[Boxeraufstand]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der größten Imperien und Reiche]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Jacques Gernet]]: &amp;#039;&amp;#039;Die chinesische Welt. Die Geschichte Chinas von den Anfängen bis zur Jetztzeit.&amp;#039;&amp;#039; Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-458-05503-7.&lt;br /&gt;
* Haijian Mao: &amp;#039;&amp;#039;The Qing Empire and the Opium War: The Collapse of the Heavenly Dynasty.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 2018, ISBN 978-1-108-45541-1.&lt;br /&gt;
* Frederick W. Mote: &amp;#039;&amp;#039;Imperial China. 900–1800.&amp;#039;&amp;#039; Harvard University Press, Cambridge MA u. a. 1999, ISBN 0-674-44515-5.&lt;br /&gt;
* William T. Rowe: &amp;#039;&amp;#039;China&amp;#039;s Last Empire. The Great Qing.&amp;#039;&amp;#039; Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge MA u. a. 2012, ISBN 978-0-674-03612-3.&lt;br /&gt;
* [[Jonathan D. Spence]]: &amp;#039;&amp;#039;Chinas Weg in die Moderne.&amp;#039;&amp;#039; Hanser, München u. a. 1995, ISBN 3-446-16284-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Qing Dynasty|Qing-Dynastie|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [http://www.uglychinese.org/manchu.htm Seite zu Ostasien] (englisch)&lt;br /&gt;
* {{Spk-digital|Qing-Dynastie|SBB=1}}&lt;br /&gt;
* {{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/qing-philosophy/|Qing Philosophy|On-cho Ng}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Chinesische Epochen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4088875-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Qing-Dynastie| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chinesische Dynastie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1616]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Mandschurei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1912]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Furfur</name></author>
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