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	<title>Purgiernuss - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-20T15:57:22Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Purgiernuss&amp;diff=204738&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Schwäbin: /* Inhaltsstoffe */ typo</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Purgiernuss&amp;diff=204738&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-08-01T17:16:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Inhaltsstoffe: &lt;/span&gt; typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Purgiernuss&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Jatropha curcas&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Jatropha&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Jatropheae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Tribus&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Crotonoideae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Wolfsmilchgewächse&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Euphorbiaceae&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Malpighienartige&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Malpighiales&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Bild             = Jatropha curcas1 henning.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Purgiernuss&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch Purgierstrauch (&amp;#039;&amp;#039;Jatropha curcas&amp;#039;&amp;#039;) ({{enS|Physic Nut, Barbados Nut}}; {{frS|Grand Medicinier}}), ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] in der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] &amp;#039;&amp;#039;[[Jatropha]]&amp;#039;&amp;#039; aus der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Wolfsmilchgewächse]] (Euphorbiaceae). &amp;lt;!-- BELEG FEHLT, SIEHE DISKUSSION Der deutsche Name der Art verweist auf die frühere Verwendung der Samen als [[Abführmittel]] (englisch: Purgativ).--&amp;gt; Der ebenfalls verwendete Name „&amp;#039;&amp;#039;schwarze&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Brechnuss&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;“ ist mehrdeutig, da er auch für die [[Gewöhnliche Brechnuss]] (&amp;#039;&amp;#039;Strychnos nux-vomica&amp;#039;&amp;#039;) und die ganze Gattung der [[Brechnüsse]] (&amp;#039;&amp;#039;Strychnos&amp;#039;&amp;#039;) verwendet wird. Auch der [[Botanische Namen|botanische Name]] verweist auf die frühere [[medizin]]ische Verwendung als [[Kur]]mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig wird die Purgiernuss auch nach dem Gattungsnamen vereinfachend als Jatropha bezeichnet.&lt;br /&gt;
[[Datei:J curcas seed ies.jpg|mini|200px|&amp;#039;&amp;#039;Jatropha curcas&amp;#039;&amp;#039; Samen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jatropha-Früchte.jpg|mini|200px|&amp;#039;&amp;#039;Jatropha curcas&amp;#039;&amp;#039; Entwicklung der Frucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die Purgiernuss ist ein einhäusiger [[Monözie|monözischer]], [[sukkulente]]r [[Strauch]] oder kleiner [[Baum]] von bis zu 8 Meter Höhe, sie hat eine [[Pfahlwurzel]] die bis 5 Meter tief reicht. Ihre Zweige, die einen leicht milchigen, rosa gefärbten [[Milchsaft|Saft]] enthalten, sind von einer abschälenden [[Rinde]] bedeckt. Die [[Borke]] am alten Stamm ist rötlich-braun bis gräulich und glatt bis leicht rissig, die Rinde jüngerer Triebe ist grünlich-gelb bis grau. Der Stammdurchmesser beträgt etwa 20–50&amp;amp;nbsp;cm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die auf 8 bis 16&amp;amp;nbsp;cm langen Stielen gebildeten, breiteiförmigen und drei bis siebenlappigen, fast kahlen [[Blatt (Pflanze)|Blätter]] sind etwa 10–16&amp;amp;nbsp;cm lang und breit. Die Basis ist mehr oder weniger herz- oder pfeilförmig, die Spitzen der einzelnen Lappen sind rundspitzig oder spitz bis zugespitzt, die Blattränder sind ganz. Die [[Nebenblatt|Nebenblätter]] sind winzig und früh abfallend. Junge, frisch entfaltete Blätter sind bisweilen rötlich bis dunkelrot, zur Trockenzeit färben sich die Blätter gelb und fallen ab. Die Blätter sind giftig, die [[Blattader|Nervatur]] ist handförmig mit fünf bis sieben Adern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mehrfach verzweigten Blütenstände (die [[Rispe]]n) bilden meist ebene Köpfe. Die männlichen und weiblichen, fünfzähligen Blüten sind im Blütenstand voneinander getrennt, die weiblichen befinden sich am Apex des Blütenstands, die zahlreicheren männlichen Blüten besetzen nachgeordnete Positionen. Gelegentlich finden sich auch zwittrige Blüten. Die weiblichen Blüten öffnen sich etwas vorher oder gleichzeitig mit den männlichen Blüten. Die kleineren männlichen [[Blüte]]n tragen 3&amp;amp;nbsp;mm lange [[Kelchblatt|Kelchblätter]], 6&amp;amp;nbsp;mm lange, zur Hälfte miteinander verwachsene und innen, im unteren Teil haarige [[Kronblatt|Kronblätter]] und acht bis zehn [[Staubblatt|Staubblätter]] in zwei Kreisen, mit, im inneren Kreis, teilweise oder komplett verwachsenen Staubfäden. Die etwas größeren weiblichen Blüten tragen 5&amp;amp;nbsp;mm lange Kelchblätter und 6&amp;amp;nbsp;mm lange, frei stehende und innen, im unteren Teil haarige Kronblätter sowie etwa zehn kurze Staminodien. Alle Kron- und Kelchblätter sind gelblich, am Blütengrund befinden sich jeweils fünf [[Nektarien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dreifächerige, aus zwei bis drei Fruchtblättern bestehende, kahle [[Fruchtknoten]] ist oberständig, mit jeweils einer anatropen [[Samenanlage]] pro Fach, er hat drei kurze [[Griffel (Botanik)|Griffeln]] mit auffälligen, zweilappigen [[Narbe (Botanik)|Narben]]. Die bis 3&amp;amp;nbsp;× 2&amp;amp;nbsp;cm großen, kugeligen, dreikammerigen, anfänglich grünen [[Kapselfrucht|Kapselfrüchte]] werden dann hellgelb und bis zur vollen Reife schwarzbraun. Sie entlassen ellipsoide, durchschnittlich etwa 1,7&amp;amp;nbsp;× 1,2&amp;amp;nbsp;cm große und etwa 7–9&amp;amp;nbsp;mm dicke, schwärzliche, leicht hell gefleckte, gesprenkelte [[Same (Pflanze)|Samen]] mit kleiner [[Elaiosom|Caruncula]] (Ölkörper). Die weißlichen Samenkerne enthalten zu etwa 46–58 % [[Fette|fette Öle]], der Anteil der holzigen und harten [[Samenschale]] an der Trockenmasse des Samens beträgt etwa 35–45 %. Die [[Tausendkornmasse]] der gesamten Samen beträgt etwa 400–700 Gramm. Der Anteil der Fruchtschale beträgt etwa 35–40 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestäubung erfolgt durch [[Entomophilie|Insekten]], z.&amp;amp;nbsp;B. Honigbienen, Wespen, Fliegen und Ameisen sowie Nachtfaltern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosomenzahl]] beträgt 2n = 22, seltener 44.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCN&amp;quot;&amp;gt;{{Tropicos|ID=12800067|WissName=Jatropha curcas|ProjektID=9}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaltsstoffe ==&lt;br /&gt;
Die gesamten Samen mit Schale enthalten fettes Öl (ca.&amp;amp;nbsp;23–35 %, enthält überwiegend [[Linolsäure]], [[Ölsäure]], [[Palmitinsäure]]), Proteine (13–17 %, u.&amp;amp;nbsp;a. [[Lectin]]e wie [[Curcin]] I und II sowie ein [[Hämagglutinin]]), 4–11 % Kohlenhydrate, [[Diterpen]][[ester]], [[β-Sitosterol-β-D-glucosid]], [[Dulcitol]].&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Blaschek (Hrsg.) u. a.: &amp;#039;&amp;#039;[[Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen|Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis]].&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Folgeband 2: &amp;#039;&amp;#039;Drogen A–K&amp;#039;&amp;#039;, Springer, 1998, ISBN 3-540-61618-7, S.&amp;amp;nbsp;889.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Heller: &amp;#039;&amp;#039;Physic Nut, Jatropha Curcas L.&amp;#039;&amp;#039; IPGRI, 1996, ISBN 92-9043-278-0, S.&amp;amp;nbsp;16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Galerie ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jatropha curcas3 knodt.jpg|Blütenstand&lt;br /&gt;
Jatropha curcas - female flower (6741394727).jpg|Weibliche Blüte&lt;br /&gt;
Jatropha curcas - male flower.jpg|Männliche Blüte&lt;br /&gt;
Jatropha curcas5 henning.jpg|Unreife, grüne und reife, schwarze Früchte&lt;br /&gt;
Jatropha curcas MS 4317.jpg|Frucht und Samen&lt;br /&gt;
Jatropha curcas - large tree (4762901698).jpg|Großer Purgiernussbaum&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Toxizität ==&lt;br /&gt;
Die Pflanze gilt als stark giftig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptwirkstoffe: Die Pflanze enthält einen ätzenden [[Milchsaft]]. Weiterhin enthalten die Samen das sehr giftige [[Toxalbumin]] Curcin, das dem [[Ricin]] ähnlich ist und beim Erhitzen über 50&amp;amp;nbsp;°C unwirksam wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergiftungserscheinungen:&lt;br /&gt;
Laxierend, Samenextrakte wirken im Tierversuch dämpfend auf das isolierte Herz, führen zur Entspannung und Lähmung des isolierten Darmes, zu Blutdrucksenkung, rufen [[Polypnoe]], gefolgt von [[Apnoe]] hervor, die zum Tod führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Samen führen besonders bei Kindern zu Blähungen, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Bewusstlosigkeit, Kollaps und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geröstet gelten die Samen als essbar, da die Giftstoffe durch das Rösten zerstört werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkungen auf die Haut und Schleimhaut:&lt;br /&gt;
Auf der Haut und den Schleimhäuten verursacht der Milchsaft eine Entzündungsreaktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendungen: In der Volksheilkunde früher weitverbreitet als drastisches Abführmittel genutzt. Auch bei Hauterkrankungen (Krätze, Ekzeme, [[Herpes]]), als Einreibemittel bei Rheuma und [[Wurmerkrankung|Wurmbefall]], sowie zur Auslösung eines [[Schwangerschaftsabbruch|Aborts]] wurde die Droge verwendet. In [[Südamerika]], [[Indien]], [[Westafrika]] werden die Samen als Fischgift verwendet, in Afrika auch als Rattengift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt im [[Tropen|tropischen]] [[Amerika]], in der [[Karibik]] und von [[Mexiko]] bis [[Chile]]. Von dort wurde sie durch [[Portugal|portugiesische]] und [[Niederlande|holländische]] [[Seefahrer]] nach [[Asien]] (Indien, [[Philippinen]], [[Malaysia]]) und [[Afrika]] gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultivierung und Nutzung ==&lt;br /&gt;
=== Kultivierung ===&lt;br /&gt;
Die Purgiernuss ist sehr robust, genügsam und wenig krankheitsanfällig. Da sie durch ihre [[Sukkulente|Sukkulenz]] auch länger anhaltende Trockenheit gut übersteht und wegen ihres [[gift]]igen Saftes kaum von Tieren gefressen wird, ist sie in tropischen Ländern eine ideale Pflanze zur [[Aufforstung]] kahler Landstriche oder zur Wiederaufforstung wegen [[Dürre]] oder [[Bodenerosion]] aufgegebener [[Agrarfläche]]n. Häufig wird sie auch als Schutzhecke um andere Nutzpflanzungen gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von großem wirtschaftlichen Interesse ist das aus den Samen gewonnene [[Jatrophaöl]] (Purgiernussöl, Heilnussöl, Curcasöl auch &amp;#039;&amp;#039;Höllenöl&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Halden, [[Adolf Grün]]: &amp;#039;&amp;#039;Analyse der Fette und Wachse.&amp;#039;&amp;#039; Zweiter Band, Springer, 1929, ISBN 978-3-642-89318-6, S.&amp;amp;nbsp;106 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;R. Brieger, O. Dalmer u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Spezielle Analyse.&amp;#039;&amp;#039; Erster Teil, Springer, 1932, ISBN 978-3-7091-5261-4, S.&amp;amp;nbsp;512.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roh kann es als [[Lampenöl]] oder als Brennstoff zum Kochen verwendet werden. Weiterverarbeitet wird es zu Seife und Kerzen. Der nach der [[Extraktion (Verfahrenstechnik)|Extraktion]] des Öls verbleibende [[Presskuchen]] stellt einen sehr guten [[Dünger]] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein noch ungelöstes Problem stellen die in den Samen und dem daraus gewonnenen Öl enthaltenen Giftstoffe dar. Da diese scharf brennend schmecken und drastisch abführend und brecherregend wirken, ist das Öl nicht zum [[Verzehr]] geeignet. Versuche, die Giftstoffe mit einer in tropischen Ländern praktikablen Methode zu entfernen, blieben bisher erfolglos. Neue Hoffnung wird daher in eine in Mexiko entdeckte &amp;#039;&amp;#039;Jatropha&amp;#039;&amp;#039;-Art die &amp;#039;&amp;#039;[[Jatropha peltata]]&amp;#039;&amp;#039; gesetzt, die die Giftstoffe nicht oder nur in äußerst geringer Konzentration enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in Regionen mit schwacher Infrastruktur kann der Jatropha-Anbau einen positiven ökonomischen und ökologischen Beitrag leisten:&lt;br /&gt;
* Da Jatropha auch auf ertragsschwachen Böden angebaut werden kann, konkurriert die Pflanze nicht direkt mit Flächen, die z.&amp;amp;nbsp;B. für die Produktion von Nahrungsmitteln genutzt werden können ([[Flächenkonkurrenz]]). Der Anbau von Jatropha kann den Landwirten damit eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen.&lt;br /&gt;
* Weil das Öl nicht genießbar ist, stellt sich bei Jatropha der notorische Konflikt „Tank oder Teller“ („food or fuel“ – [[Nutzungskonkurrenz]]) nicht – wenn sie auf entsprechenden Böden angebaut wird.&lt;br /&gt;
* Jatrophanüsse können über einen längeren Zeitraum ohne Haltbarkeitsprobleme gelagert und müssen nach der Ernte nicht sofort verarbeitet werden (im Gegensatz z.&amp;amp;nbsp;B. zu Palmöl).&lt;br /&gt;
* Jatrophaöl kann für den Eigenbedarf als direktes Substitut für [[Dieselkraftstoff|Diesel]] verwendet werden und (nach einfacher Modifikation des Motors) in Fahrzeugen und Stromgeneratoren zum Einsatz kommen. Außerdem kann es zum Kochen oder als Energiequelle für Lampen benutzt werden.&lt;br /&gt;
* Dabei ist Jatrophaöl [[CO2-Neutralität|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-neutral]] und verbrennt geruchlos.&lt;br /&gt;
* Die Jatrophapflanze kann zur Regeneration von Bodenqualität beitragen. Der bei der Ölpressung entstehende Presskuchen (Jatropha Seed Press Cake, JSPC) lässt sich zudem als sehr effektives organisches [[Dünger|Düngemittel]] einsetzen.&lt;br /&gt;
* Allerdings ist der Wasserverbrauch im Vergleich zu anderen Energiepflanzen extrem hoch.&lt;br /&gt;
Die [[Weltbank]] unterstützt den Anbau von &amp;#039;&amp;#039;Jatropha curcas&amp;#039;&amp;#039; mittlerweile unter vier Bedingungen, die z.&amp;amp;nbsp;B. in Indien gegeben sein können:&lt;br /&gt;
* keine Nutzung von fruchtbarem Land&lt;br /&gt;
* geringe Transportkosten&lt;br /&gt;
* angemessene Löhne&lt;br /&gt;
* Vermeidung von Erdölimporten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Samen haben einen Ölanteil von über 45 %, das obendrein mit einer [[Cetanzahl]] von etwa 40–50 ([[Biodiesel]] aus Rapsöl hat etwa 54) ein sehr effektives, technisch nutzbares [[Pflanzenöl]] ist. Der Anbau ist demnach besonders lohnend, nicht nur für die [[Subsistenzwirtschaft]] (Ölproduktion für den Eigenbedarf), sondern auch für den Weiterverkauf auf den internationalen Markt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nutzung als Treibstoff ===&lt;br /&gt;
Die Zahlen der folgenden Tabelle sind der Onlineversion des Chemielexikons von Römpp entnommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;roempp&amp;quot;&amp;gt;{{RömppOnline |Name=Jatropha curcas |Abruf=2014-07-27|ID=RD-10-00267 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eigenschaft&lt;br /&gt;
! Jatropha-[[Methylester]]&lt;br /&gt;
! EU-Standard&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dichte bei 15 °Ct [g·L&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt;]&lt;br /&gt;
| 884&lt;br /&gt;
| 860–900&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Viskosität]] bei 40&amp;amp;nbsp;°C [mm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;·s&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt;]&lt;br /&gt;
| 4,9&lt;br /&gt;
| 3,5–5,0&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Flammpunkt]] [°C]&lt;br /&gt;
| 169&lt;br /&gt;
| &amp;gt;101&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Iodzahl]] [g·100 g&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt;] (ungesättigte V.)&lt;br /&gt;
| 98&lt;br /&gt;
| &amp;lt;120&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Cetanzahl]]&lt;br /&gt;
| 58–62&lt;br /&gt;
| &amp;gt;51&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor-Gehalt [mg·kg&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt;]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;1&lt;br /&gt;
| &amp;lt;10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Schwefel-Gehalt [mg·kg&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt;]&lt;br /&gt;
| &amp;lt;1&lt;br /&gt;
| &amp;lt;10&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Jatropha in Paraguay Chaco.jpg|mini|Jatropha-Plantage im ariden Westen des [[Paraguay]] [[Gran Chaco|Chaco]]]]&lt;br /&gt;
Ein besonderes Interesse gilt der Verarbeitung zu „Biodiesel“ und vor allem kaltgepresstem [[Pflanzenölkraftstoff|Pflanzenöl]], das insbesondere finanzschwachen tropischen Ländern den Import teurer Kraftstoffe auf [[Erdöl]]basis erspart, weil es in speziell angepassten Motoren direkt genutzt werden kann. In einer Zusammenarbeit mit der [[Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit|Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit]] (GTZ) und der [[Universität Hohenheim|Universität Stuttgart-Hohenheim]] wird daher in einem Forschungs- und Produktions-Projekt im indischen [[Gujarat]] der Anbau dieser Pflanze forciert. Mit dem dort erzeugten [[Kraftstoff]] können Dieselmotoren betrieben werden, welche die [[Abgasnorm]] Euro 3 erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. Januar 2008 teilten die [[Bayer AG]], der amerikanische Agrarkonzern [[Archer Daniels Midland|Archer Daniels Midland Co.]] und der Automobilkonzern [[Daimler AG]] mit, in einer Kooperation &amp;#039;&amp;#039;Jatropha curcas&amp;#039;&amp;#039; als Lieferant von Einsatzstoffen zur industriellen Herstellung von [[Biodiesel]] erforschen und entwickeln zu wollen. In diesem Zusammenhang wollen die Unternehmen verbindliche Produktions- und Qualitätsstandards für aus Jatropha produzierten Biodiesel definieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Boeing]] und [[Air New Zealand]] haben in einem Forschungsprojekt einen Flugzeug[[Kraftstoff|treibstoff]] entwickelt, der je zur Hälfte aus Purgiernussöl und [[Kerosin]] besteht. Der erste Flug mit diesem Treibstoff fand am 30. Dezember 2008 statt. Dazu wurde ein [[Boeing 747|Jumbojet]] verwendet, bei dem ein [[Rolls-Royce RB211|Rolls-Royce-RB211]]-Triebwerk mit dem neuen Treibstoff betrieben wurde. Der Treibstoff hat einen [[Gefrierpunkt]] bei −47&amp;amp;nbsp;°C und einen [[Flammpunkt]] bei 38&amp;amp;nbsp;°C und hat somit ähnliche Eigenschaften wie die am meisten verwendeten [[Kerosin|Kerosinsorte Jet A-1]]. Auch andere Airlines planten Testflüge durchzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/erfolgreicher_testflug_mit_biotreibstoff_in_neuseeland_1.1621428.html &amp;#039;&amp;#039;Jumbo-Jet mit Pflanzenöl im Tank&amp;#039;&amp;#039; auf NZZ Online] vom 30. Dezember 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,590257,00.html &amp;#039;&amp;#039;Air New Zealand testet Jatropha-Kerosin&amp;#039;&amp;#039; auf SPIEGEL Online] vom 13. November 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ens-newswire.com/ens/dec2008/2008-12-30-02.asp &amp;#039;&amp;#039;Air New Zealand Jet Flies on Jatropha Biofuel&amp;#039;&amp;#039; auf Environment News Service] (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.airliners.de/news/artikelseite.php?articleid=16725 |text=Boeing und Air New Zealand: &amp;#039;&amp;#039;Testflug mit Biotreibstoff im Dezember&amp;#039;&amp;#039; auf airliners.de, vom 12. November 2008 |wayback=20180115184643}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.airliners.de/news/artikelseite.php?articleid=16854 |text=&amp;#039;&amp;#039;Beide Flugschreiber des abgestürzten Airbus geborgen&amp;#039;&amp;#039; auf airliners.de, vom 1. Dezember 2008 |wayback=20180115071650}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heise.de/tr/artikel/Flugbenzin-vom-Feld-275892.html heise.de: &amp;#039;&amp;#039;Flugbenzin vom Feld&amp;#039;&amp;#039;] vom 8. Dezember 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.tam.com.br/b2c/vgn/v/index.jsp?vgnextoid=133d7fe97df38210VgnVCM1000003408020aRCRD |text=&amp;#039;&amp;#039;TAM führt ersten Biokerosin-Flug in Lateinamerika durch&amp;#039;&amp;#039; auf tam.com.br, 27. April 2010 (portugiesisch) |wayback=20131102162502}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Lufthansa]] plante für 2011 auf der Strecke Hamburg-Frankfurt am Main achtmal täglich das Treibstoffgemisch zu nutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/jatropha-pflanze-das-flugbenzin-kommt-bald-vom-acker-1642716.html &amp;#039;&amp;#039;Das Flugbenzin kommt bald vom Acker.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 8. Mai 2011, S.&amp;amp;nbsp;38.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach sechs Monaten Test und in der Hoffnung auf ein Förderprogramm der Bundesregierung aus dem Jahre 2013 fand am 15. September 2014 der erste europäische Linienflug mit dem Biokraftstoff statt. Die Lufthansa gab bekannt, am Aufbau einer Lieferkette zu arbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.aireg.de/de/pressemeldungen/340-lufthansa-bekraeftigt-vorreiterrolle-fuer-alternative-flugkraftstoffe.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Lufthansa bekräftigt Vorreiterrolle für alternative Flugkraftstoffe&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20141213235039}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 2010er Jahren erlahmte das Interesse an alternativen Flugtreibstoffen auf Basis von Purgiernuss wieder. Angesichts des erwarteten Wachstums im Luftverkehr, hohem Wasserbedarf im Anbau und eines hohen CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Fußabdrucks erwarten Verkehrswissenschaftler keinen hohe Beitrag des Biokraftstoffs zum Klimaschutz, vielmehr ordnen sie ihn als „Technologiemythos“ ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=P. Peeters, J. Higham, D. Kutzner, S. Cohen, S. Gössling |Titel=Are technology myths stalling aviation climate policy? |Sammelwerk=Transportation Research Part D: Transport and Environment |Band=44 |Datum=2016 |Seiten=30–42 |DOI=10.1016/j.trd.2016.02.004}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diskussion um &amp;#039;&amp;#039;Jatropha&amp;#039;&amp;#039;-Anbau ===&lt;br /&gt;
Aufgrund der positiven Auswirkungen des Jatrophaanbaus erfährt das Thema ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Unterstützung aus der internationalen Entwicklungspolitik und der jeweiligen lokalen Politik. Tatsächlich kann die Kultivation der Jatrophapflanze viele positive Effekte ökologischer, ökonomischer (und sozialer) Art freisetzen, allerdings sollten auch mögliche negative Auswirkungen nicht vernachlässigt werden. Beispielsweise greift das Argument, Jatropha stehe nicht in Konkurrenz mit dem Anbau von Nahrungsmitteln, naturgemäß dann nicht, wenn die Pflanze auf Flächen ausgesät wird, die sich aufgrund der Bodenqualität auch für den Nahrungsmittelanbau eignen. Ein attraktiver Abnahmepreis für Jatrophaöl treibt beispielsweise in einigen Regionen Afrikas viele Bauern dazu, von Nahrungsmittel- auf Jatrophaanbau umzusteigen und dadurch weiter zur lokalen Lebensmittelknappheit beizutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pflanze ist genau wie jede andere Art anfällig für Schädlinge und Krankheiten, was besonders in größeren [[Monokultur]]en problematisch werden kann. Darüber hinaus handelt es sich bei Jatropha um eine Wildpflanze, über deren genaue Eigenschaften hinsichtlich Ernteoptimierung, Ertragsmaximierung etc. noch großer Forschungsbedarf besteht – die wissenschaftliche Forschung steht bezüglich der Zucht von Samen und Pflanzen noch ganz am Anfang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Anbau auf nicht zum Ackerbau geeigneten Flächen steht in der Kritik, weil auch auf diesen Flächen teilweise Konflikte mit Nutzungen durch die örtliche Bevölkerung oder nomadische Volksgruppen bestehen. Entsprechende Konflikte mit etablierten Formen der extensiven Landwirtschaft beschreibt [[Amnesty International]] beispielsweise aus Regionen Indiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Manshi Asher: {{Webarchiv |url=http://www.amnesty.ch/de/aktuell/magazin/55/biotreibstoffe-indien |text=&amp;#039;&amp;#039;Kleinbauern als Versuchskaninchen.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20090826134042}} In: &amp;#039;&amp;#039;«amnesty – Magazin der Menschenrechte».&amp;#039;&amp;#039; September 2008. Herausgegeben von Amnesty International, Schweizer Sektion.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweizer Zeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Die Wochenzeitung]]&amp;#039;&amp;#039; (WOZ) analysierte die Vor- und Nachteile: Die magere Ausbeute pro Hektar und der hohe Energieaufwand für [[Dünger|Kunstdünger]] und die Weiterverarbeitung der Samen lassen das Allheilmittel zweifelhaft erscheinen. „Man muss Jatropha als eine Pflanze für lokale Anwendungen im Kleinen sehen, für Lampenöle, Seifen und Ähnliches. Da ist sie sehr sinnvoll“, wird eine Wissenschaftlerin zitiert. „Aber im großtechnischen Maßstab kann es schnell in eine ungewollte Richtung gehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2008/nr08/Wissen/15974.html &amp;#039;&amp;#039;Die entzauberte Nuss.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[WOZ Die Wochenzeitung|Die Wochenzeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 21. Februar 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Europäische Union|Europäischen Union]] (EU) soll der Anteil an [[Biokraftstoff]] in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden. Um die Nachhaltigkeit bei der Erzeugung der Biokraftstoffe sicherzustellen, wurden 2009 entsprechende Vorgaben mit der EU-[[Richtlinie 2009/28/EG]] (Erneuerbare-Energien-Richtlinie) erlassen. Durch die bis 2010 vollständig in Kraft getretene [[Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung]] (BioSt-NachV) und [[Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung]] (Biokraft-NachV) wurden diese Vorgaben in deutsches Recht umgesetzt. Kriterien zur Umwelt- und Klimaverträglichkeit, zu sozialen Aspekten und anderem sind enthalten und sollen Fehlentwicklungen bei der Biokraftstofferzeugung, z.&amp;amp;nbsp;B. aus Jatropha, vermeiden. Mit [[Zertifizierung (Biomasse)|Zertifizierungssystemen für Biomasse]] soll die Nachvollziehbarkeit der Herkunft auch aus Nicht-EU-Staaten sichergestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{§§|BioSt-NachV|buzer|text=&amp;#039;&amp;#039;Verordnung über Anforderungen an eine nachhaltige Herstellung von flüssiger Biomasse zur Stromerzeugung – (Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung – BioSt-NachV)&amp;#039;&amp;#039;}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{§§|biokraft-nachv|buzer|text=&amp;#039;&amp;#039;Verordnung über Anforderungen an eine nachhaltige Herstellung von Biokraftstoffen (Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung -Biokraft-NachV)&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktuelle Bedeutung und Perspektive ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 2008 bestanden über 900.000&amp;amp;nbsp;ha Jatropha-Anbaufläche in 242 Projekten. In Asien fanden sich 85 %, weitere in Afrika und Südamerika. Die jährlichen Investitionen lagen im Schnitt bei 0,5 bis 1 Mrd.&amp;amp;nbsp;US$. Zu dieser Zeit prognostizierte man noch bis 2010 eine Ausweitung auf fast 5&amp;amp;nbsp;Mio.&amp;amp;nbsp;ha und bis 2015 auf rund 13&amp;amp;nbsp;Mio.&amp;amp;nbsp;ha. Die Initiative für Projekte ging vor allem von Regierungen aus, vermehrt engagierten sich aber auch [[Mineralölunternehmen|Ölunternehmen]] und [[Energieversorgungsunternehmen|Energiekonzerne]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;platform&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.jatropha-platform.org/ |text=Archivierte Kopie |wayback=20080707084150 |archiv-bot=2019-05-08 13:52:11 InternetArchiveBot}}: {{Webarchiv |url=http://www.jatropha-platform.org/documents/GEXSI_Global-Jatropha-Study_FULL-REPORT.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;GEXSI Global Market Study on Jatropha&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20101128131424 |archiv-bot=2019-05-08 13:52:11 InternetArchiveBot}}, von GEXSI und dem [[World Wide Fund For Nature]] (WWF) über den derzeitigen Stand des weltweiten Jatrophaanbaus, mit mehreren Fallbeispielen, vom Mai 2008, abgerufen am 9. März 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Wachstumserwartungen erfüllten sich jedoch bei weitem nicht. Nach 2008 und Beginn der weltweiten [[Finanzkrise ab 2007|Finanzkrise]] wurden weniger Projekte ins Leben gerufen. Viele Projekte scheiterten. Mitte 2011 lagen die weltweiten Anbauflächen bei 1,2&amp;amp;nbsp;Mio.&amp;amp;nbsp;ha. Davon waren allein 860.000&amp;amp;nbsp;ha auf fünf sehr große Projekte in Asien zurückzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Nepomuk Wahl u.&amp;amp;nbsp;a. |Hrsg=Universität Lüneburg |Titel=Insights into Jatropha Projects Worldwide |TitelErg=Key Facts &amp;amp; Figures from a Global Survey |Datum=2012-12 |Kapitel=Introduction, 6.1 Main findings |Online=[http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2254823 PDF] |DOI=10.2139/ssrn.2254823}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anbauflächen im Jahr 2008 waren zuvor zu 45 % landwirtschaftlich genutzte Flächen für den Nicht-Nahrungsbereich. 5 % waren einstige [[Sekundärwald|Sekundär-]] und 0,3 % [[Primärwald]]flächen. Nur 1,2 % waren zuvor für die Nahrungsmittelerzeugung genutzt worden. Auf rund der Hälfte der Fläche findet Bewässerung statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;platform&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Potentielle Anbauflächen, auf denen mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt aber auch mit niedrigem Ertrag (0,25 bis 0,75&amp;amp;nbsp;t getrockneter Samen je Hektar) zu rechnen wäre, machen weltweit etwa 300&amp;amp;nbsp;Mio. Hektar aus. Bezieht man auch Flächen mit höherem Ertrag bei gravierenderen Umweltschäden mit ein, liegt das Anbaupotenzial bei bis zu ca.&amp;amp;nbsp;2.500&amp;amp;nbsp;Mio. Hektar mit einem potentiellen Ertrag von bis zu knapp 6 Mio. Tonnen getrockneter Samen jährlich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bin-Lelin Zhengguoli u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=System Approach for Evaluating the Potential Yield and Plantation of Jatropha curcas L. on a Global Scale |Sammelwerk=Environ. Sci. Technol. |Band=44 |Nummer=6 |Datum=2010 |DOI=10.1021/es903004f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultivierung als Zierpflanze ==&lt;br /&gt;
In [[Mitteleuropa]] als [[Zierpflanze]] gehalten benötigt die Purgiernuss einen warmen und vollsonnigen Stand. Die [[Vegetationsperiode]] dauert etwa von April bis Oktober. Wenn im Herbst die Blätter welken, muss die Pflanze bis zum Frühling warm (min. 15&amp;amp;nbsp;°C) und trocken gehalten werden. Wird im Winter gegossen, [[Etiolement|vergeilt]] die Pflanze oder kann faulen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Carl von Linné: &amp;#039;&amp;#039;[[Species Plantarum]].&amp;#039;&amp;#039; (Ed.1) 1: 1006, 1753.&lt;br /&gt;
* Alph. Steger, J. van Loon: &amp;#039;&amp;#039;Das fette Öl der Samen von Jatropha curcas.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Fette und Seifen.&amp;#039;&amp;#039; 49(11), 1942, S.&amp;amp;nbsp;769–840, [[doi:10.1002/lipi.19420491103]].&lt;br /&gt;
* P. W. Gerbens-Leenes u. a.: &amp;#039;&amp;#039;The Water Footprint of Energy from Biomass.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ecological Economics.&amp;#039;&amp;#039; 68, 4, 2009, S.&amp;amp;nbsp;1052–1056, [[doi:10.1016/j.ecolecon.2008.07.013]].&lt;br /&gt;
* J. Heller: &amp;#039;&amp;#039;Physic nut Jatropha curcas L.&amp;#039;&amp;#039; IPK, Gatersleben 1996, ISBN 92-9043-278-0, [http://www.bio-nica.info/Biblioteca/Heller1996Jatropha.pdf] (PDF)&lt;br /&gt;
* N. D. Prajapati, Tarun Prajapati (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;A handbook of Jatropha curcas Linn. (physic nut).&amp;#039;&amp;#039; Asian Medicinal Plants and Health Care Trust, 2005, ISBN 81-89070-05-3.&lt;br /&gt;
* Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Sonderheft 294: &amp;#039;&amp;#039;Möglichkeiten der Dekontamination von „Unerwünschten Stoffen nach Anlage 5 der [[Futtermittelverordnung (Deutschland)|Futtermittelverordnung]] (2006)“.&amp;#039;&amp;#039; 2006.&lt;br /&gt;
* Michael Schwelien: &amp;#039;&amp;#039;Treibstoff aus der Giftpflanze.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit.&amp;#039;&amp;#039; 31. Dezember 2004.&lt;br /&gt;
* Ranty Islam: &amp;#039;&amp;#039;Indisches Nuß-Öl soll Autos antreiben.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit.&amp;#039;&amp;#039; 2. Dezember 2006.&lt;br /&gt;
* J. Latschan: &amp;#039;&amp;#039;Sustainable energy: Risks and opportunities of biomass for biofuel. The case of Jatropha cultivation in India&amp;#039;&amp;#039;. Centre for Sustainability Management, Lüneburg 2009. ([http://www2.leuphana.de/umanagement/csm/content/nama/downloads/download_publikationen/Latschan_CSM_2009.pdf CSM Lüneburg], 2,4&amp;amp;nbsp;MB; PDF)&lt;br /&gt;
* Lutz Roth, Max Daunderer, Karl Kormann: &amp;#039;&amp;#039;Giftpflanzen Pflanzengifte.&amp;#039;&amp;#039; 6. überarbeitete Auflage, Nikol-Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86820-009-6&amp;lt;!-- auch mit falscher ISBN 978-86820-009-6 --&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Ingrid und [[Peter Schönfelder]]: &amp;#039;&amp;#039;Das neue Buch der Heilpflanzen.&amp;#039;&amp;#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Jatropha curcas|Purgiernuss (&amp;#039;&amp;#039;Jatropha curcas&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://tropical.theferns.info/viewtropical.php?id=Jatropha+curcas &amp;#039;&amp;#039;Jatropa curcas&amp;#039;&amp;#039;] bei Useful Tropical Plants.&lt;br /&gt;
* {{AfricanPlants|Jatropha curcas}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.nachwachsende-rohstoffe.biz/glossar/jatropha/ |text=Michael Pankratius: &amp;#039;&amp;#039;Jathropa&amp;#039;&amp;#039; im Lexikon Nachwachsende Rohstoffe |wayback=20160418111154}}.&lt;br /&gt;
* [https://www.heise.de/tr/artikel/Indiens-grosse-Biodiesel-Plaene-279357.html Technology Review: &amp;#039;&amp;#039;Indiens große Biodiesel-Pläne&amp;#039;&amp;#039;] auf heise.de, 17. Januar 2007.&lt;br /&gt;
* [https://www.heise.de/tr/artikel/Der-grosse-Durst-der-Jatropha-276525.html Technology Review: &amp;#039;&amp;#039;Der große Durst der Jatropha&amp;#039;&amp;#039;] auf heise.de, 11. Juni 2009.&lt;br /&gt;
* [http://www.schattenblick.de/infopool/politik/redakt/afka1824.html &amp;#039;&amp;#039;Jatropha erfüllt nicht die hohen Erwartungen&amp;#039;&amp;#039;] auf schattenblick.de, 6. Mai 2009.&lt;br /&gt;
* [http://www.n-tv.de/panorama/Die-Wunderpflanze-article39423.html n-tv.de: &amp;#039;&amp;#039;Die Wunderpflanze&amp;#039;&amp;#039;] auf n-tv.de, 29. Juni 2007.&lt;br /&gt;
* [http://www.fairtradefuel.org/ FairTradeFuel.org].&lt;br /&gt;
* [http://www.jatropha-oel.de/ &amp;#039;&amp;#039;Informationen über Jatropha-Öl und die Nutzungsmöglichkeiten zur Strom- und Wärmegewinnung&amp;#039;&amp;#039;] auf jatropha-oel.de.&lt;br /&gt;
* [https://www.welt.de/print-welt/article349757/Indisches-Nuss-Oel-soll-Autos-antreiben.html &amp;#039;&amp;#039;Indisches Nuß-Öl soll Autos antreiben&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]].&amp;#039;&amp;#039; 2. November 2004.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4225023-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfsmilchgewächse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ölpflanze]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Energiepflanze]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Schwäbin</name></author>
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