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	<title>Pungi - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-12-11T03:41:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Schlangenbeschwörer-Delhi-1973.jpg|mini|Schlangenbeschwörer in Delhi. Die dicken Backen sind ein Hinweis auf den konstanten Blasdruck bei [[Zirkularatmung]].]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pungi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{hiS|बीन}}), Schreibvarianten &amp;#039;&amp;#039;pugi, ponga, pongi&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;bin, mahudi&amp;#039;&amp;#039;; ({{taS|மகுடி}}) &amp;#039;&amp;#039;magudi&amp;#039;&amp;#039;, ist ein [[Einfachrohrblattinstrument]] mit zwei Blasröhren und [[Windkapsel]] in [[Indien]]. Die &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; ist vor allem als Hilfsmittel der [[Schlangenbeschwörer]] bekannt. In der [[Indische Musik|indischen Volksmusik]] wird sie gelegentlich als [[Bordun]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;instrument&amp;lt;/nowiki&amp;gt; verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
Doppelklarinetten mit ähnlicher Zunge wurden in ägyptischen Gräbern des 1. Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. gefunden. Bei der altägyptischen Klarinette &amp;#039;&amp;#039;as-it&amp;#039;&amp;#039; fehlt die künstliche Windkapsel, ebenso bei ihren in Nordafrika und dem Nahen Osten verbreiteten Nachfolgern, den Doppelrohrblasinstrumenten &amp;#039;&amp;#039;[[arghul]], [[zummara]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;mashura&amp;#039;&amp;#039;. Diese gehören bautechnisch zu den einfachsten, aber am schwierigsten zu spielenden Klarinetten, da die Windkapsel durch die Mundhöhle gebildet werden muss. Eine vergleichbare schlanke Bambusklarinette mit Doppelrohr in [[Bengalen]] heißt &amp;#039;&amp;#039;murali&amp;#039;&amp;#039; (Hindi und Sanskrit: &amp;#039;&amp;#039;murali&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;murli&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet „Flöte“ allgemein).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Curt Sachs]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Musikinstrumente Indiens und Indonesiens.&amp;#039;&amp;#039; Georg Reimer Verlag, Berlin 1915, S.&amp;amp;nbsp;157.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; stellt diesen Instrumenten gegenüber eine Weiterentwicklung dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Windkapsel verstärkt den Ton, sie speichert und regelt aber nicht den Luftstrom, was im Mundraum geschehen muss. Aus dem Wunsch, den Blasdruck gleichmäßiger aufrecht halten zu können, wurde konsequent die Windkapsel aus festem Material durch einen flexiblen Ledersack ersetzt. Dieser &amp;#039;&amp;#039;[[Sackpfeife (Musikinstrument)|Dudelsack]]&amp;#039;&amp;#039; hat seinen Ursprung im antiken Mittelmeerraum.&amp;lt;ref&amp;gt;Frank J. Timoney: [https://www.bagpipehistory.info/rome-ancient-world.shtml &amp;#039;&amp;#039;The Concise History of the Bagpipe. Rome and the Ancient World.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die südindische Variante &amp;#039;&amp;#039;shruti upanga&amp;#039;&amp;#039; aus einem Ziegenledersack, einem kurzen Anblasrohr und einer Pfeife mit Einfachrohrblatt und Seitenlöchern gibt nur einen Bordunton, während die nordindische Sackpfeife &amp;#039;&amp;#039;[[mashak]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;mashq&amp;#039;&amp;#039; (Sanskrit: &amp;#039;&amp;#039;nagabaddha&amp;#039;&amp;#039;) ein Melodieinstrument, aber wie die südostasiatischen Varianten höchst selten geworden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Curt Sachs: &amp;#039;&amp;#039;Die Musikinstrumente Indiens und Indonesiens.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Georg Reimer, Berlin 1923, S.&amp;amp;nbsp;159.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die indische Sackpfeife wurde von den britischen Kolonialherren im 19. Jahrhundert zur Unterscheidung von den ins Land gebrachten eigenen Sackpfeifen &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; genannt. Sie wurde bei Hochzeitsfeiern und ähnlichen fröhlichen Anlässen geblasen.&amp;lt;ref&amp;gt;John H. Harriot: &amp;#039;&amp;#039;[http://books.google.de/books?id=DyEoAAAAYAAJ&amp;amp;pg=RA1-PA25 To the Secretary of the Literary Society in at Benares.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Quarterly Oriental Magazine, Review and Register.&amp;#039;&amp;#039; 6, Nr. 11 und 12, Kalkutta, Dezember 1826, S.&amp;amp;nbsp;25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Variante des schottischen Dudelsacks heißt &amp;#039;&amp;#039;mashak baja&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;baja&amp;#039;&amp;#039; bedeutet allgemein Musikinstrument, besonders [[Harmonium#Das Harmonium in Indien|Harmonium]]) und wird im nordindischen Bundesstaat [[Uttarakhand]] zur Unterhaltung bei festlichen Anlässen zusammen mit der großen Fasstrommel &amp;#039;&amp;#039;[[dhol]]&amp;#039;&amp;#039; und der kleinen Kesseltrommel &amp;#039;&amp;#039;[[damau]]&amp;#039;&amp;#039; gespielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der Windkapseln können &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; dem äußeren Anschein nach für eine Vorform einfacher asiatischer Mundorgeln wie der in Laos gespielten &amp;#039;&amp;#039;[[khaen]]&amp;#039;&amp;#039; gehalten werden. Primitive Kalebassen-Mundorgeln in Nordostindien mit sechs Pfeifen in zwei Gruppen werden &amp;#039;&amp;#039;khung&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;rusem&amp;#039;&amp;#039; genannt. Das Funktionsprinzip der Zungen dieser Kalebasseninstrumente, also die Tonerzeugung und daraus folgend die Spielweise sind jedoch völlig verschieden. Die Mundorgel &amp;#039;&amp;#039;[[rasem]]&amp;#039;&amp;#039; bestehend aus einem Flaschenkürbis mit einem Anblasrohr und sieben Spielpfeifen ist aus dem nordostindischen Bundesstaat [[Tripura]] bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Tripura, Musical Instruments of.&amp;#039;&amp;#039; In: Late Pandit Nikhil Ghosh (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Oxford Encyclopaedia of the Music of India. Saṅgīt Mahābhāratī.&amp;#039;&amp;#039; Band 3 (P–Z) Oxford University Press, Neu-Delhi 2011, S. 1091&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauform ==&lt;br /&gt;
Das 30 bis 60 Zentimeter lange Blasinstrument besteht aus zwei etwa gleich langen Teilen. Ein getrockneter Flaschenkürbis oder seltener eine Kokosnussschale bilden eine Windkapsel. Durch ein Loch im schlanken Ende der [[Kalebasse]] wird die Atemluft gleichmäßig auf zwei dünne Bambus- oder Schilfröhren (&amp;#039;&amp;#039;jivala&amp;#039;&amp;#039;) abgegeben, die am gegenüberliegenden bauchigen Ende durch ein weiteres Loch in die Kalebasse hinein geschoben sind. Die Spielröhren werden zunächst in Form geschnitten, dann zusammen mit Reis in Wasser gekocht, mit Kokosnussöl eingerieben und schließlich an der Sonne getrocknet.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Emmert u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dance and Music in South Asian Drama. Chhau, Mahākāli pyākhan and Yakshagāna. Report of Asian Traditional Performing Arts 1981.&amp;#039;&amp;#039; Academia Music Ltd., Tokyo 1983, S. 189&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden seitlich zusammen geklebten oder gebundenen zylindrischen Pfeifenröhren werden nun an der Windkapsel mit Bienenwachs befestigt und abgedichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ton wird durch eine [[Zunge (Tonerzeuger)|Zunge]] erzeugt, die am oberen Ende des Schallrohrs durch einen halbovalen Schnitt der Länge nach aus der Röhrenwand freigelegt worden ist. Damit entsteht ein integriertes, [[Einfachrohrblattinstrument#Instrumente mit fest verbundenem Blatt (idioglott)|idioglottes]] Rohrblatt. Bei manchen Instrumenten befinden sich die Zungen an Röhrchen mit kleinerem Durchmesser, die in die oberen Enden der Schallröhren hineingesteckt wurden und also nicht integriert sind. Die Rohrblätter sind im Inneren der Windkapsel verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anstelle eines langen Kalebassenhalses kann auch ein gedrechseltes hölzernes Mundstück angesetzt sein. Eine Windkapsel aus einer Kokosnuss benötigt in jedem Fall ein Holzmundstück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Beeninstrument.jpg|mini|Kurze &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; mit sieben Grifflöchern und einer Kokosnuss als Windkapsel]]&lt;br /&gt;
Die Zunge regelt als Ventil nur den Luftstrom, die Tonhöhe wird durch die Länge der Pfeifenrohre bestimmt. Die Bezeichnung als „[[Flöte]]“ ist aufgrund der unterschiedlichen Tonerzeugung beider Instrumententypen unzutreffend. In das rechte Rohr der &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; sind in der Regel sechs, seltener bis zu neun Löcher gebohrt oder eingebrannt; die linke Röhre hat nur ein (bis zwei) mit Wachs verstopfte Löcher an der Unterseite. Der Spieler bedient mit der rechten Hand die Grifflöcher und produziert die Melodie, während die linke Pfeife einen konstanten tiefen [[Bordun]]ton dazu liefert. Wird das Loch der Bordunpfeife offen gelassen, entsteht ein um eine [[Sekunde (Musik)|Sekunde]] höherer Grundton.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Pungi&amp;#039;&amp;#039; werden grundsätzlich auf die Haupttöne (&amp;#039;&amp;#039;svaras&amp;#039;&amp;#039;) des südindischen [[Raga]] Punnagavarali gestimmt, einer Abwandlung des Raga Hanumatodi, der aus dem 8. Jahrhundert stammt und einer der grundlegenden Ragas der südindischen Klassifizierung in &amp;#039;&amp;#039;melas&amp;#039;&amp;#039; ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.indiamusicinfo.com/melakartha/janya/punnagavarali.htm | archive-is=20130126190112 | text=&amp;#039;&amp;#039;Punnagavarali&amp;#039;&amp;#039;.}} archive.is von indiamusicinfo; ebenso bei C.&amp;amp;nbsp;R. Day&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie bei der indischen Kegeloboe &amp;#039;&amp;#039;[[shehnai]]&amp;#039;&amp;#039; und anderen Rohrblattinstrumenten wird [[Zirkularatmung]] praktiziert. Nur gleichmäßiges kräftiges Blasen lässt den typischen nasalen und scharfen Klang entstehen, der nicht beeinflusst werden kann und der allein die tauben Schlangen unbeeindruckt lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Spielweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Charmeur de serpents à Jaipur (2).JPG|mini|hochkant|Schlangenbeschwörer in [[Jaipur]]]]&lt;br /&gt;
Der Instrumententyp kommt in Südasien nicht nur bei Schlangenbeschwörern, sondern auch in der traditionellen Tanzmusik und bei Prozessionen als Melodie- und Borduninstrument (&amp;#039;&amp;#039;shruti&amp;#039;&amp;#039;) zum Einsatz, in letztem Fall mit nur einem Spielrohr. Der Name &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;pangra&amp;#039;&amp;#039; wird von Hindi &amp;#039;&amp;#039;ponga&amp;#039;&amp;#039; („hohl“, folglich „Röhre“ oder „Pfeife“) abgeleitet und ist in Nordindien geläufig, in [[Panjabi]] auch die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;binjogi&amp;#039;&amp;#039;(„&amp;#039;&amp;#039;bin&amp;#039;&amp;#039; des Magiers“). &amp;#039;&amp;#039;Nagbin&amp;#039;&amp;#039; bedeutet „Schlangen-&amp;#039;&amp;#039;bin&amp;#039;&amp;#039;“. Die Schlangenbeschwörer selbst werden ebenfalls &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; genannt. Auf [[Sanskrit]] hieß ein früheres Instrument &amp;#039;&amp;#039;tiktiri&amp;#039;&amp;#039;. Das Wort &amp;#039;&amp;#039;bin&amp;#039;&amp;#039; ist abgeleitet von Sanskrit &amp;#039;&amp;#039;[[vina]]&amp;#039;&amp;#039;, eine alte Sammelbezeichnung für Saiteninstrumente, teilweise für Musikinstrumente allgemein. Die nordindischen Namen &amp;#039;&amp;#039;tumba, tumbi&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;tomra&amp;#039;&amp;#039; bedeuten „Kalebasse“. &amp;#039;&amp;#039;Tumbi&amp;#039;&amp;#039; ist ansonsten der in [[Uttar Pradesh]] gebräuchliche Name für die Kalebassenzupftrommel &amp;#039;&amp;#039;[[Ektara (Zupftrommel)|ektara]]&amp;#039;&amp;#039;. In Bengalen taucht der Name &amp;#039;&amp;#039;sapurer basi&amp;#039;&amp;#039; („Schlangenbeschwörerpfeife“) auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesellschaftsgruppen der Schlangenbeschwörer heißen allgemein &amp;#039;&amp;#039;Garudi&amp;#039;&amp;#039;, in Nordindien auch &amp;#039;&amp;#039;Sapera&amp;#039;&amp;#039;. Die regionale Bezeichnung für das Schlangenbeschwörerinstrument in [[Gujarat]] ist &amp;#039;&amp;#039;mahudi&amp;#039;&amp;#039;. In ländlichen Gegenden von Gujarat und beim Volk der [[Warli]] in [[Maharashtra]] heißt ein ähnliches Blasinstrument mit Schalltrichter &amp;#039;&amp;#039;[[tarpu]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;tarpo&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.indianetzone.com/52/tarpu.htm &amp;#039;&amp;#039;Tarpu, Wind Instrument.&amp;#039;&amp;#039;] Indianetzone&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;ghonga&amp;#039;&amp;#039;. Bei Feiern zur Reisernte treten dort abends hunderte von Tarpu-Spielern im Kreis der tanzenden Dorfbevölkerung auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Norbert Beyer: &amp;#039;&amp;#039;Indien.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ludwig Finscher]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Die Musik in Geschichte und Gegenwart]].&amp;#039;&amp;#039; Sachteil 4, 1996, Sp. 750&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Bezeichnungen, abhängig von der Größe der Instrumente sind &amp;#039;&amp;#039;khongada&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;dobru&amp;#039;&amp;#039;. In [[Rajasthan]] werden Volkstänze aufgeführt, die von den [[Kaste#Jati|Kasten]] der Kalbelia und Jogi mit Gesang und auf einer &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; und Perkussionsinstrumenten wie der großen Fasstrommel &amp;#039;&amp;#039;[[dhol]]&amp;#039;&amp;#039;, dem metallenen Teller &amp;#039;&amp;#039;[[thali]]&amp;#039;&amp;#039;, der [[Ektara (Zupftrommel)|Zupftrommel]] &amp;#039;&amp;#039;tumba&amp;#039;&amp;#039; oder der kleinen Rahmentrommel &amp;#039;&amp;#039;[[khanjari]]&amp;#039;&amp;#039; begleitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Bahar Dutt, Rachel Kaleta, Vikram Hoshing: [http://www.researchgate.net/profile/Rachel-Kaleta/publication/237443663_From_charmers_to_educators_Using_indigenous_knowledge_for_conservation_education/links/573d909008ae9f741b2fc608/From-charmers-to-educators-Using-indigenous-knowledge-for-conservation-education.pdf &amp;#039;&amp;#039;From charmers to educators: Using indigenous knowledge for conservation education.&amp;#039;&amp;#039;] Centre for Environmental Education, 2015, S. 4&amp;lt;/ref&amp;gt; Frauen der Kalbelia in bunten, Schlangen darstellenden Kostümen imitieren in ihren Tänzen deren Bewegungen. Die Musiker der Gruppe &amp;#039;&amp;#039;Dhoad&amp;#039;&amp;#039; sind durch Konzerte auch in Europa bekannt geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.klangkosmos-nrw.de/detailsprofil_52219.html &amp;#039;&amp;#039;Dhoad – Gypsies of Rajasthan. (Rajasthan/Indien)&amp;#039;&amp;#039;] auf Klangkosmos in NRW&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schlangenbeschwörer haben ihren großen Auftritt beim jährlichen Hindufestival &amp;#039;&amp;#039;Naga Panchami&amp;#039;&amp;#039;, das nahezu im ganzen Land anlässlich des Sieges von [[Krishna]] über die Schlange Kaliya gefeiert wird. Schlangen gelten als Symbol von Lebensenergie und Wachstum. In den Tempeln wird vor Abbildungen der kosmischen Schlange [[Vasuki]] Milch und Reis geopfert; die mit ihren Kobras in geflochtenen Körben umherziehenden Schlangenbeschwörer betteln um Almosen und Kleidung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder der [[Hinduismus|hinduistischen]] Sekte der Kanphate ziehen als Bettler umher. Sie sind [[Shiva]]-Anhänger, als Anhänger des Nath-Kults heißen sie &amp;#039;&amp;#039;Nanpathi&amp;#039;&amp;#039; und wegen ihrer mit einem Metallring gepiercten Ohren &amp;#039;&amp;#039;Kanphate&amp;#039;&amp;#039; („geschlitzte Ohren“). Einige betteln und halten sich Affen oder Schlangen. Sie spielen &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; und essen nicht, bevor sie nicht die &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; geblasen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Manohar Laxman Varadpande: &amp;#039;&amp;#039;History of Indian Theatre. Loka Ranga. Panorama of Indian Folk Theatre.&amp;#039;&amp;#039; Abhinav Publications, Neu-Delhi 1992, S. 142&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die südindische &amp;#039;&amp;#039;magudi&amp;#039;&amp;#039; ist etwas kleiner als das nordindische Instrument. Zum südindischen Volkstanztheater &amp;#039;&amp;#039;[[Yakshagana]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Karnataka]] gehörte ab dem 17. Jahrhundert eine Musikbegleitung bestehend aus den beiden Trommeln &amp;#039;&amp;#039;[[maddale]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[chande]]&amp;#039;&amp;#039;, einer &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; als Borduninstrument und einem Sänger. Im Norden dieses Bundesstaates werden andere Göttergeschichten zumeist aus dem [[Mahabharata]] als Puppentheater aufgeführt und mit der Fasstrommel &amp;#039;&amp;#039;[[mridangam]]&amp;#039;&amp;#039;, Hand[[zimbel]]n &amp;#039;&amp;#039;manjira&amp;#039;&amp;#039;, dem Borduninstrument &amp;#039;&amp;#039;[[ottu]]&amp;#039;&amp;#039; (ein [[Doppelrohrblattinstrument]] wie die &amp;#039;&amp;#039;[[nadaswaram]]&amp;#039;&amp;#039; ohne Grifflöcher), [[Harmonium#Das Harmonium in Indien|Harmonium]] und &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; begleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Reginald Massey: &amp;#039;&amp;#039;India&amp;#039;s Kathak Dance. Past, Present and Future.&amp;#039;&amp;#039; Abhinav Publications, Neu-Delhi 2004, S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nur den Namen hat die südindische &amp;#039;&amp;#039;nadaswaram&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;nagaswaram&amp;#039;&amp;#039; von der mythologischen Schlange [[Naga (Mythologie)|Naga]]. Als Doppelrohrblattinstrument ist sie, wie die nordindische &amp;#039;&amp;#039;[[shehnai]]&amp;#039;&amp;#039;, mit der schlangenbeschwörenden &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; nicht verwandt. In [[Tamil Nadu]] ist die Doppelklarinette als &amp;#039;&amp;#039;makuti&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;pambatti [[kuzhal]]&amp;#039;&amp;#039; bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Alastair Dick, 2001, S. 600&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Alison Arnold (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;South Asia. The Indian Subcontinent.&amp;#039;&amp;#039; Garland, New York 2000, (&amp;#039;&amp;#039;The Garland Encyclopedia of World Music.&amp;#039;&amp;#039; Band 5), S. 345.&lt;br /&gt;
* Charles Russell Day: &amp;#039;&amp;#039;The Music and Musical Instruments of Southern India and the Deccan.&amp;#039;&amp;#039; London/New York 1891, S.&amp;amp;nbsp;104, 145, Farbtafel XIV ([http://www.archive.org/stream/musicmusicalinst00dayc/musicmusicalinst00dayc_djvu.txt Archive.org]).&lt;br /&gt;
* B. Chaitanya Deva: &amp;#039;&amp;#039;Musical Instruments.&amp;#039;&amp;#039; National Book Trust India, Neu-Delhi 1977, S. 63–65.&lt;br /&gt;
* Alastair Dick: &amp;#039;&amp;#039;Pūngī.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Stanley Sadie]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The New [[Grove Dictionary of Music and Musicians]].&amp;#039;&amp;#039; Band 20. Macmillan Publishers, London 2001, S. 600&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diskografie ==&lt;br /&gt;
* Dhoad Gypsies: &amp;#039;&amp;#039;The Dhoad Gypsies from Rajasthan.&amp;#039;&amp;#039; ARC CD 2005&lt;br /&gt;
* Jodha: &amp;#039;&amp;#039;Sapera Snake Charmers of North India.&amp;#039;&amp;#039; Canyon, CD 2000&lt;br /&gt;
* Iqbal Jogi and Party: &amp;#039;&amp;#039;Authentic Music of the Snake Charmers of India.&amp;#039;&amp;#039; Legacy International, CD 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* David Courtney: [http://chandrakantha.com/articles/indian_music//pungi.html &amp;#039;&amp;#039;Pungi or Been.&amp;#039;&amp;#039;] chandrakantha.com&lt;br /&gt;
* [http://www.asza.com/ibin.shtml &amp;#039;&amp;#039;Pungi, Bin, or Snake Charmer.&amp;#039;&amp;#039;] World instrument gallery&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Kg401ezlEsY &amp;#039;&amp;#039;Pungi Rhythm of Rajasthan: Rajasthan Folk Music/Dance Culture.&amp;#039;&amp;#039;] Youtube-Video (&amp;#039;&amp;#039;Pungi&amp;#039;&amp;#039; und Röhrentrommel &amp;#039;&amp;#039;[[dholak]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einfachrohrblattinstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Traditionelles indisches Musikinstrument]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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