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	<title>Pulkowo-Observatorium - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pulkovo observatory 2004.jpg|miniatur|Pulkowo-Observatorium]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pulkowo-Observatorium&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – {{RuS|Пу́лковская астрономи́ческая обсервато́рия}}, {{EnS|Pulkovo Space Observatory}} – ist die bekannteste [[Sternwarte]] Russlands und seit langem das Hauptobservatorium der [[Russische Akademie der Wissenschaften|Russischen Akademie der Wissenschaften]]. Es befindet sich auf dem [[Pulkowo-Höhen|Pulkowo-Hügel]], 18 Kilometer südlich des Zentrums von [[Sankt Petersburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Instrumentierung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pulkovo 30 inch refracting telescope.jpg|mini|30-Zoll-Refraktor]]&lt;br /&gt;
Die Sternwarte wurde 1839 unter Zar [[Nikolaus I. (Russland)|Nikolaus I.]] gegründet und erhielt ein damals als [[Riesenteleskop]] geltendes Hauptinstrument mit 38-cm-Objektiv, einer Weiterentwicklung der berühmten Münchner [[Fraunhofer-Objektiv]]e. 1886 überflügelte sie mit dem 30 Zoll großen Refraktor&amp;lt;ref&amp;gt;A. Mikhailov, in: &amp;#039;&amp;#039;The Observatory&amp;#039;&amp;#039;, Band 75, S. 28 (1955) [http://adsabs.harvard.edu/abs/1955Obs....75...28M]&amp;lt;/ref&amp;gt; das bis dahin größte [[Linsenfernrohr]] der Welt in der [[Universitätssternwarte Wien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hohe [[geografische Breite]] (wie Oslo nur 6½° vom Polarkreis entfernt) erlaubte Beobachtungen, die von südlicheren Sternwarten wie dem [[Royal Greenwich Observatory]] nicht durchgeführt werden konnten. Pulkowo war Standpunkt der [[Weltlängenbestimmung]] 1933 (Ortszeitdifferenz zu Greenwich 2h 01m 18,57s) und wurde 1990 von der UNESCO in die [[Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit]] aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pulkowo-Observatorium ist eine historisch wichtige Forschungsstätte, die nach 1945 teilweise neu ausgestattet wurde, u.&amp;amp;nbsp;a. mit einem [[Radioteleskop]]. An ihren meist in Deutschland hergestellten Instrumenten arbeiteten bedeutende Astronomen, wie der deutsche [[Friedrich Georg Wilhelm Struve]], sein Sohn [[Otto Wilhelm Struve]] und [[Paul Harzer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pulkovo 1839.jpg|miniatur|links|Pulkowo-Sternwarte, 1839]]&lt;br /&gt;
Das Observatorium wurde 1839 auf einer bewaldeten Anhöhe mit oben freier Rundsicht erbaut. Der Hügel mit dem Dorf Pulkawa zu Füßen wurde als Park ausgestaltet, um &amp;#039;&amp;#039;durch liebevollste Fürsorge für alle Bedürfnisse der Astronomen deren Einsamkeit&amp;#039;&amp;#039; in 15&amp;amp;nbsp;km Distanz zur Hauptstadt &amp;#039;&amp;#039;möglichst unfühlbar zu machen&amp;#039;&amp;#039;. Das Sternwartenareal samt Park umfasst etwa 0,7 × 1&amp;amp;nbsp;km und wird durch die in einem östlichen Bogen ausweichende Fernstraße nach Moskau (Pulkowskoje bzw. Moskowskij Prospekt) erschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als künftige Hauptsternwarte Russlands wurde Pulkowo schon 1839 mit den damals modernsten Geräten ausgestattet. Der große [[Fernrohr|Refraktor]] war mit 38&amp;amp;nbsp;cm Öffnung für etwa 10 Jahre das lichtstärkste [[Linsenfernrohr]] der Welt. Erster Direktor wurde der Deutschbalte [[Friedrich Wilhelm Struve]], der zuvor die [[Sternwarte Dorpat]] aufgebaut hatte. Architekt war [[Alexander Pawlowitsch Brjullow|Alexander Brjullow]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptaufgabe des Observatoriums bestand in der Positionsbestimmung der Sterne ([[Astrometrie]]), der Untersuchung von [[Doppelstern]]en und der exakten Bestimmung von astronomischen Konstanten, wie der [[Präzession]]sbewegung der Erde, der [[Nutation (Astronomie)|Nutation]] und der stellaren [[Aberration (Astronomie)|Aberration]]. In den Jahren 1845, 1865, 1885, 1905 und 1930 wurden eigene [[Sternkatalog]]e herausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus dienten die in Pulkowo gewonnenen Daten der [[Landesvermessung]] von Russland sowie für Zwecke der [[Navigation]] und der [[geografisch]]en Forschung. So war man an der exakten Bestimmung der Längen- und Breitengrade von der [[Donau]] bis zum [[Nördliches Eismeer|Nördlichen Eismeer]] (bis 1851) und der Vermessung der Insel [[Spitzbergen (Insel)|Spitzbergen]] (1899–1901) beteiligt. Der [[Meridian von Pulkowo]], der durchs Zentrum des Hauptgebäudes verläuft, war der Ausgangspunkt sämtlicher älterer Landkarten Russlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Russische Geographische Gesellschaft]] verdankt ihre Gründung (1845) maßgeblich dem Observatorium. Von Pulkowo aus organisierte Wilhelm v.Struve auch die Fertigstellung des [[Struve-Bogen]]s, eine 3000&amp;amp;nbsp;km lange Vermessungslinie zur osteuropäischen [[Geoidbestimmung]] (1816 bis 1852), deren Planung er noch an der [[Sternwarte Dorpat]] begonnen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Observatorium befindet sich das bekannteste Porträt von [[Carl Friedrich Gauß]], das der dänische Maler [[Christian Albrecht Jensen]] im Sommer 1840 im Auftrag des Zaren in Göttingen anfertigte und von dem eine Anzahl Kopien existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte bis zum Zweiten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pulkovo.jpg|miniatur|Mitglieder des Observatoriums]]&lt;br /&gt;
1862 übernahm Struves Sohn [[Otto Wilhelm Struve|Otto Wilhelm]] die Leitung des Instituts. 1888 wechselte [[Aristarch Apollonowitsch Belopolski|Aristarch Belopolski]], ein Experte auf dem Gebiet der [[Spektroskopie]] und der [[Sonne]]nforschung, von der Moskauer Sternwarte nach Pulkowo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1889, anlässlich des 50-jährigen Bestehens, wurde ein astrophysikalisches Labor eingerichtet und ein Refraktor mit 76&amp;amp;nbsp;cm Öffnung aufgestellt (wiederum das weltgrößte Linsenfernrohr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1890 wurde [[Fjodor Alexandrowitsch Bredichin|Fjodor Bredichin]] Direktor. Unter seiner Leitung wurde die [[Astrophysik]] zum Forschungsschwerpunkt. Mit der Installation eines [[Astrograf]]en begann man 1894 in Pukowo mit der [[Astrofotografie]]. 1904 erfolgte die Aufstellung eines „Zenitteleskop“ zur Messung der Bewegung des [[Himmelspol]]s. Ab 1920 sandte das Observatorium mittels [[Radiowelle]]n genaue [[Zeitzeichensender|Zeitsignale]] aus. 1923 wurde ein [[Littrow-Spektrometer|Spektrograf nach Littrow]] aufgestellt. 1940 nahm man im Süden des Areals ein [[Sonnenteleskop]] in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Beobachtung der südlicheren Sterne vornehmen zu können, wurden zwei Niederlassungen eingerichtet, das Simejis-Observatorium auf der Halbinsel [[Krim]] (im heutigen [[Jalta]]er Stadtteil [[Simejis]]) und die Sternwarte von [[Mykolajiw|Nikolajew]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Großer Terror (Sowjetunion)|Große Terror]] der [[Josef Stalin|Stalin]]-Ära bedeutete einen tiefen Einschnitt für die Forschungstätigkeit. Viele Mitarbeiter, einschließlich des damaligen Direktors [[Boris Petrowitsch Gerassimowitsch|Boris Gerassimowitsch]], wurden verhaftet und Ende der 1930er Jahre hingerichtet. Dies wurde später als Pulkowo-Affäre bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=P. James E. Peebles, R. Bruce Partridge, Lyman A. Page Jr.|Titel=Finding the Big Bang|Auflage=|Verlag=Cambridge University Press|Ort=|Datum=2009|ISBN=9780521519823|Seiten=134}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Wissenschaftler, wie beispielsweise [[Dmitri Iwanowitsch Jeropkin|Dmitri Jeropkin]], wurden von [[Troika (NKWD)|Troika-Sondergerichten]] des [[NKWD]] der Beteiligung an der terroristischen, faschistischen [[Linke Opposition in der Sowjetunion|Trotzki-Sinowjew]]-Organisation beschuldigt, die vom [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|deutschen Geheimdienst]] zum Sturz der Regierung der [[Sowjetunion]] und Errichtung einer faschistischen Diktatur auf dem Boden der Sowjetunion 1932 gegründet worden sei. Die Zahl der Opfer dieser Pulkowo-Affäre konnte nicht genau festgestellt werden. Zu den Opfern gehörten nicht nur Wissenschaftler des Pulkowo-Observatoriums, sondern auch Astronomen, Geologen, Geophysiker, Geodäten und Mathematiker in verschiedenen wissenschaftlichen Instituten in Leningrad, Moskau und anderen Städten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Loren R. Graham|Titel=Science in Russia and the Soviet Union: A Short History|Auflage=|Verlag=Cambridge University Press|Ort=|Datum=1993|ISBN=9780521287890|Seiten=197}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde das Observatorium durch deutsche Luftangriffe und Artilleriebeschuss vollständig zerstört. Unter dramatischen Umständen konnten die Hauptinstrumente der Hauptsternwarte, darunter auch das große Linsenteleskop mit einem Objektivdurchmesser von 76&amp;amp;nbsp;cm, nach [[Sankt Petersburg|Leningrad]] ausgelagert werden und entgingen so der Zerstörung und Vernichtung. Gleiches galt auch für einen Großteil der weltberühmt gewordenen Bibliotheksbestände mit ihren äußerst seltenen Handschriften und Büchern des 15. bis 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts, sowie fundamentaler Werke auf dem Gebiet der praktischen Astronomie und Geodäsie. Jedoch durch eine Brandstiftung am 5. Februar 1997 sind etwa 1500 der 3852 Bände vollständig verbrannt. Auch die übrigen Bände wurden beschädigt, entweder durch die Flammen oder das Löschwasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jüngere Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pulkovo refractor.jpg|miniatur|Der 65-cm-Refraktor]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Large Pulkovo Radio Telescope.jpg|miniatur|Radioteleskop]]&lt;br /&gt;
Noch vor Kriegsende beschloss die sowjetische Regierung, das Observatorium wieder aufzubauen und die frühere Einrichtung um Geräte und Personal zu erweitern. 1946 begannen die Bauarbeiten unter Leitung des Direktors [[Alexander Alexandrowitsch Michailow (Astronom)|Alexander A. Michailow]] (Direktor bis 1964), im Mai 1954 erfolgte die Wiedereröffnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neu war der Fachbereich [[Radioastronomie]] und eine optisch-mechanische Werkstatt für den Instrumentenbau. Geräte, die den Krieg überstanden hatten, wurden repariert und wieder in Betrieb genommen. Neue Teleskope waren ein 65-cm-[[Fernrohr|Refraktor]], ein großes [[Zenitteleskop]], zwei [[Interferometer]], zwei [[Sonnenteleskop]]e, ein [[Koronograf]] und ein großes [[Radioteleskop]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sternwarte in Simejis wurde 1945 dem [[Krim-Observatorium]] angegliedert, ein weiteres Observatorium in [[Kislowodsk]] errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derzeitiger Direktor der Hauptsternwarte ist [[Alexander V. Stepanov]], Berater der Akademie Russlands bekanntester Astronom [[Wiktor Kusmitsch Abalakin]]. Jährlich publizieren die Wissenschaftler des Observatoriums 5–10 Werke, ferner Fachbücher und zahlreiche Zeitschriftenartikel, wozu noch aktuelle Berichte über Entdeckungen kommen. So wurde 19../20.. die Explosion einer [[Supernova]] in einer fernen [[Galaxie]] gemeldet, ein Phänomen, das nur etwa alle 30 Jahre beobachtet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Observatorium befindet sich auch ein Teil des astrophysischen Labors der [[Russische Akademie der Wissenschaften|Akademie]] und die einzige [[Erdbeben]]-Forschungsstation in [[Nordwestrussland]]. In den 1970ern entwickelte die Sternwarte einen fotografischen [[Meridiankreis]] zur Bestimmung hochpräziser Sternörter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Friedhof am Pulkowo-Observatorium]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Vera Ichsanova: &amp;#039;&amp;#039;Pulkovo/St. Petersburg Spuren der Sterne und Zeiten. Geschichte der russischen Hauptsternwarte&amp;#039;&amp;#039;, Peter Lang, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-631-49253-7&lt;br /&gt;
* Amand von Schweiger-Lerchenfeld: &amp;#039;&amp;#039;Atlas der Himmelskunde und coelestischen Photographie&amp;#039;&amp;#039;, Hartlebens Verlag, Wien-Pest-Leipzig 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Pulkovo Observatory|Pulkowo-Observatorium}}&lt;br /&gt;
* [http://www.gao.spb.ru/ Homepage des Observatoriums] (englisch/russisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=4394733-5|VIAF=246265430}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=59/46/18.67/N |EW=30/19/34.83/E |type=landmark |region=RU-LEN}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sternwarte in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in der Oblast Leningrad]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sternwarte in Europa als Namensgeber für einen Asteroiden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturdenkmal (Sankt Petersburg)]]&lt;/div&gt;</summary>
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