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	<title>Ptolemaios X. - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T11:03:40Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Muck am 12. August 2025 um 17:42 Uhr</title>
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		<updated>2025-08-12T17:42:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:-100 Ptolemaios X. Alexander I. anagoria.JPG|mini|hochkant|Porträtkopf des Ptolemaios X.; [[Ägyptisches Museum Berlin]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ptolemaios X. Alexander I.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Die Durchnummerierung der Herrscher namens Ptolemaios wurde erst in der modernen Fachliteratur eingeführt, wird aber dort nicht ganz einheitlich gehandhabt. Ptolemaios Alexander I. wird in den meisten Fachbüchern als &amp;#039;&amp;#039;Ptolemaios X.&amp;#039;&amp;#039; geführt, doch listet ihn beispielsweise der Althistoriker [[Werner Huß]] in seinem Standardwerk über die Ptolemäer, &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039;, als &amp;#039;&amp;#039;Ptolemaios IX.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; ({{grcS|Πτολεμαῖος Ἀλέξανδρος|Ptolemaíos Aléxandros}}; * um 140/139 v.&amp;amp;nbsp;Chr.; † wohl [[88 v. Chr.]] bei [[Zypern]]) war [[Pharao]] (König) von [[Altes Ägypten|Ägypten]] aus der [[Dynastie]] der [[Ptolemäer]]. Er regierte von 107 bis 101 v.&amp;amp;nbsp;Chr. als Mitregent seiner Mutter [[Kleopatra III.]], danach bis 88 v.&amp;amp;nbsp;Chr. allein über Ägypten. 88 v.&amp;amp;nbsp;Chr. wurde er durch einen Aufstand der Alexandriner vertrieben und kam, eventuell noch im gleichen Jahr, bei einem Eroberungsversuch Zyperns ums Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Abstammung; Namensformen; frühes Leben ===&lt;br /&gt;
Ptolemaios X. war der jüngere Sohn von [[Ptolemaios VIII.]] und der [[Kleopatra III.]] sowie der jüngere Bruder des [[Ptolemaios IX.|Ptolemaios IX. Soter]]. Die offizielle Führung des Doppelnamens &amp;#039;&amp;#039;Ptolemaios Alexandros&amp;#039;&amp;#039; in Dokumenten und hieroglyphischen Inschriften ist so ungewöhnlich, dass die deutschen Althistoriker [[Walter Otto (Historiker)|Walter Otto]] und [[Hermann Bengtson]] zu der Annahme neigen, Ptolemaios X. sei, da er nicht der Erstgeborene war, bei seiner Geburt der – auch in den klassischen Quellen bezeugte – Individualname Alexander verliehen worden. Als er später zum König aufstieg, habe er sich den Dynastienamen Ptolemaios zugelegt, aber auch den Geburtsnamen Alexander weiterhin geführt. Dieser Entschluss lag wohl in der programmatischen Bedeutung des Namens Alexander begründet, der die Erinnerung an den zum Reichsgott erhobenen [[Alexander der Große|Alexander den Großen]] wachrufen sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Otto, Hermann Bengtson: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Niedergangs des Ptolemäerreiches. Ein Beitrag zur Regierungszeit des 8. und 9. Ptolemäers.&amp;#039;&amp;#039; München 1938, S. 15 und 165 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitweilig führte Ptolemaios X. auch die Kultnamen &amp;#039;&amp;#039;Theos Philometor Soter&amp;#039;&amp;#039; („Mutterliebender Rettergott“).&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Kultnamen sind u.&amp;amp;nbsp;a. belegt in &amp;#039;&amp;#039;Supplementum Epigraphicum Graecum&amp;#039;&amp;#039; (SEG) 33 und 1359&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielleicht wurde Ptolemaios X. auch mit den Spottnamen &amp;#039;&amp;#039;Kokkes&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Sohn der Kokke&amp;#039;&amp;#039; (Bedeutung unklar) sowie  &amp;#039;&amp;#039;Pareisaktos&amp;#039;&amp;#039; („Der heimlich [auf den Thron] Eingeführte“) bedacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Chris Bennett: [http://www.instonebrewer.com/TyndaleSites/Egypt/ptolemies/ptolemy_x_fr.htm &amp;#039;&amp;#039;Ptolemy X.&amp;#039;&amp;#039;] Anmerkung 2 und 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Quellen hierfür liegen das – allerdings erst um 630 n.&amp;amp;nbsp;Chr. verfasste – [[Chronicon Paschale]] vor, das Ptolemaios X. als &amp;#039;&amp;#039;Sohn der Kokke&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, sowie der antike Geograph [[Strabon]], der in seinem gegen Ende des 1. Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. und am Beginn des 1. Jahrhunderts n.&amp;amp;nbsp;Chr. entstandenem Werk  &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; (17,1,8 S.&amp;amp;nbsp;794) berichtet, dass ein Ptolemaios, der die Beinamen &amp;#039;&amp;#039;Kokkes&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Pareisaktos&amp;#039;&amp;#039; führte, von [[Syrien]] gekommen sei, den goldenen Sarg Alexanders des Großen eingeschmolzen und geplündert habe und daraufhin von den Alexandrinern vertrieben worden sei. Da Strabon den von ihm erwähnten Ptolemaios nicht näher spezifiziert, ist unklar, welchen er meint, doch wird sein Bericht in der Forschung überwiegend auf Ptolemaios X. bezogen. Der Beiname &amp;#039;&amp;#039;Pareisaktos&amp;#039;&amp;#039; spielte wohl auf die Umstände der Thronbesteigung Ptolemaios’ X. an; er wurde nämlich, nachdem seine Mutter durch eine List die Vertreibung ihres ungeliebten Sohnes Ptolemaios IX. erreicht hatte, 107 v.&amp;amp;nbsp;Chr. an dessen Stelle auf den Thron gesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Chris Bennett: [http://www.instonebrewer.com/TyndaleSites/Egypt/ptolemies/ptolemy_x_fr.htm &amp;#039;&amp;#039;Ptolemy X.&amp;#039;&amp;#039;] Anmerkung 2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Kleopatra III. ihren jüngeren Sohn Ptolemaios X. bevorzugte, beabsichtigte sie, ihn bereits nach dem Tod seines Vaters im Juni 116 v.&amp;amp;nbsp;Chr. zu ihrem Mitregenten zu ernennen. Ptolemaios VIII. hatte ihr auch testamentarisch das Recht eingeräumt, dass sie sich denjenigen ihrer Söhne, mit dem sie gemeinsam herrschen wolle, aussuchen könne. Allerdings vermochte die bereits etwa 70-jährige [[Kleopatra II.]], die Mutter und Rivalin Kleopatras III., mit Hilfe der Heeresversammlung und der Alexandriner durchzusetzen, dass Ptolemaios IX. den Thron an der Seite seiner Mutter Kleopatra III. bestieg.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Marcus Iunianus Iustinus|Iustinus]], &amp;#039;&amp;#039;Epitoma historiarum Philippicarum Pompei Trogi&amp;#039;&amp;#039; 39,3,1 f.; [[Pausanias]], &amp;#039;&amp;#039;Beschreibung Griechenlands&amp;#039;&amp;#039; 1,9,1 f.; [[Porphyrios]], &amp;#039;&amp;#039;[[Die Fragmente der griechischen Historiker|FGrHist]]&amp;#039;&amp;#039; 260 F 2,8; dazu Günther Hölbl: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ptolemäerreiches.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1994, S. 183; Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 627 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich erhielt Ptolemaios X. als Ausgleich etwa im Juli 116 v.&amp;amp;nbsp;Chr. als Nachfolger seines älteren Bruders in der Funktion eines [[Strategos|Strategen]] die Herrschaft auf Zypern.&amp;lt;ref&amp;gt;So etwa Günther Hölbl: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ptolemäerreiches.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1994, S. 183; Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 628.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es existieren jedoch keine zeitgenössischen Belege, dass er dieses Amt tatsächlich ausübte.&amp;lt;ref&amp;gt;Chris Bennett: [http://www.instonebrewer.com/TyndaleSites/Egypt/ptolemies/ptolemy_x_fr.htm &amp;#039;&amp;#039;Ptolemy X.&amp;#039;&amp;#039;] Anmerkung 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein gewisser Helenos wurde sein &amp;#039;&amp;#039;Tropheus&amp;#039;&amp;#039; („Helfer“, „Erzieher“) und amtierte wohl von 114–106 v.&amp;amp;nbsp;Chr. als Stratege Zyperns. Auch ein Apollodoros war, vielleicht vor Helenos, Erzieher des Prinzen gewesen. Ptolemaios X. ließ sich 114/113 v.&amp;amp;nbsp;Chr. zum König Zyperns ausrufen und zählte von da an seine Regierungsjahre.&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Hölbl: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ptolemäerreiches.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1994, S. 183; Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 642 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dementsprechend berichtet der neuplatonische Philosoph [[Porphyrios]], dass Ptolemaios X. später sein achtes Regierungsjahr als Herrscher Zyperns mit seinem ersten als ägyptischer König (und dem elften Kleopatras III.) gleichsetzte,&amp;lt;ref&amp;gt;Porphyrios bei [[Eusebius von Caesarea]], &amp;#039;&amp;#039;Chronik&amp;#039;&amp;#039; 1,163 edition Schoene&amp;lt;/ref&amp;gt; was exakt mit den Angaben der Papyri übereinstimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Ptolemaios X. auf Betreiben seiner Mutter bereits von Ende Oktober 110 bis Februar 109 v.&amp;amp;nbsp;Chr. anstelle seines älteren Bruders kurzzeitig  ägyptischer König (als Mitregent Kleopatras III.) gewesen sei, wie Otto und Bengtson aufgrund der Datierungen einiger Papyri annehmen, wird heute als eher unwahrscheinlich betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Chris Bennett: [http://www.instonebrewer.com/TyndaleSites/Egypt/ptolemies/ptolemy_ix_fr.htm &amp;#039;&amp;#039;Ptolemy IX.&amp;#039;&amp;#039;] Anmerkung 17.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im September 109 v.&amp;amp;nbsp;Chr. richtete der seleukidische König [[Antiochos VIII.|Antiochos VIII. Grypos]] ein Schreiben an Ptolemaios X. und informierte ihn darin über ein für Seleukeia erlassenes Freiheitsdekret.&amp;lt;ref&amp;gt;{{RE|XXIII,2|1743|1747|Ptolemaios 31|Hans Volkmann||hier: Spalte 1744}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== König von Ägypten ===&lt;br /&gt;
==== Mitregent von Kleopatra III. ====&lt;br /&gt;
Im Herbst 107 v.&amp;amp;nbsp;Chr. gelang es Kleopatra III., ihren ältesten Sohn endgültig zu vertreiben, indem sie die Alexandriner gegen ihn aufhetzte. Ptolemaios IX. musste aus [[Alexandria]] fliehen, während sein jüngerer Bruder Ptolemaios X. Zypern verließ und sich zur ägyptischen Grenze begab. Kleopatra III. ließ ihn von [[Pelusion]] nach Alexandria holen und ernannte ihn anstelle Ptolemaios’ IX. zu ihrem Mitregenten, nahm aber selbst die dominierende Rolle in der Herrschaftsausübung ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Iustinus, &amp;#039;&amp;#039;Epitoma historiarum Philippicarum Pompei Trogi&amp;#039;&amp;#039; 39,4,1; Pausanias, &amp;#039;&amp;#039;Beschreibung Griechenlands&amp;#039;&amp;#039; 1,9,2; Porphyrios, &amp;#039;&amp;#039;FGrHist&amp;#039;&amp;#039; 260 F 2,8; dazu Günther Hölbl: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ptolemäerreiches.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1994, S. 186; Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 635.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das erste Jahr der neuen Samtregierung wurde dem elften Kleopatras III. und dem achten Ptolemaios’ X. gleichgesetzt. Diese bis zum Tod Kleopatras III. im Jahr 101 v.&amp;amp;nbsp;Chr. beibehaltene Doppeldatierungsweise ist nicht nur in den damaligen Papyri, sondern auch auf Münzen nachweisbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Hölbl: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ptolemäerreiches.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1994, S. 187; {{RE|XXIII,2|1743|1747|Ptolemaios 31|Hans Volkmann||hier: Spalte 1745}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache, dass der jüngere Sohn Kleopatras III. bei seiner Thronbesteigung neben der Annahme des Dynastienamens Ptolemaios auch seinen Geburtsnamen Alexander beibehielt und diesen anscheinend sogar als Kultnamen betrachtete (Alexander der Große wurde als Reichsgott verehrt), ferner, dass er auch seinen einzigen Sohn [[Ptolemaios XI.|Alexander]] nannte, lässt darauf schließen, dass er Alexander den Großen tief verehrte und vielleicht innerhalb der Ptolemäer-Dynastie eine neue Namenstradition einführen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Otto, Hermann Bengtson: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Niedergangs des Ptolemäerreiches. Ein Beitrag zur Regierungszeit des 8. und 9. Ptolemäers.&amp;#039;&amp;#039; München 1938, S. 15; Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 642.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei seiner Krönung nach ägyptischem Ritus erhielt Ptolemaios X. in seiner ihm damals verliehenen hieroglyphischen Titulatur u.&amp;amp;nbsp;a. den Thronnamen „Erbe des Wohltäter-Gottes und der Wohltäter-Göttin, Tochter des [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]], der Erwählte des [[Ptah]], …“ In seinem [[Horusname]]n wird angedeutet, dass er seine Erhebung auf den ägyptischen Thron seiner Mutter verdankte.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 644.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 107 bis 105 v.&amp;amp;nbsp;Chr. hatte Ptolemaios X. das Amt des eponymen Priesters des Alexander und der vergöttlichten Ptolemäer inne, das zuvor sein älterer Bruder bekleidet hatte. 105/104 übernahm aber seine herrschsüchtige Mutter unter Verstoß gegen die ptolemäische Tradition selbst dieses höchste männliche Priesteramt. Vielleicht setzte sie diesen Schritt auch aufgrund von politischen Differenzen mit ihrem jüngeren Sohn, der sich offenbar als doch nicht so lenkbar wie von ihr erwartet herausgestellt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Hölbl: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ptolemäerreiches.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1994, S. 187; Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 644 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ptolemaios IX. vermochte sich 106/105 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in den Besitz Zyperns zu setzen und seine Herrscherstellung dort gegen wiederholte auf Befehl seiner Mutter angeordnete Angriffe zu behaupten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Flavius Josephus]], &amp;#039;&amp;#039;[[Jüdische Altertümer]]&amp;#039;&amp;#039; 13,287; 13,328; 13,331; 13,358; [[Pompeius Trogus]], &amp;#039;&amp;#039;Historiae Philippicae&amp;#039;&amp;#039;, Prolog zu Buch 39&amp;lt;/ref&amp;gt; An dem kriegerischen Konflikt Kleopatras III., den sie 103 v.&amp;amp;nbsp;Chr. gegen ihren älteren Sohn in Syrien ausfocht, beteiligte sich Ptolemaios X. an der Seite seiner Mutter.&amp;lt;ref&amp;gt;Hauptquelle für diesen Krieg: Flavius Josephus, &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Altertümer&amp;#039;&amp;#039; 13,324–364&amp;lt;/ref&amp;gt; Ptolemaios IX. hatte u.&amp;amp;nbsp;a. [[Akkon|Ptolemaïs]] erobert und erfolgreich gegen den jüdischen König [[Alexander Iannaios]] gekämpft, so dass er ein Operationsgebiet für einen Angriff auf Ägypten gewonnen hatte. Kleopatra III. beschloss, ihrem älteren Sohn in [[Koilesyrien]] entgegenzutreten. Ihre von den jüdischen Feldherren Chelkias und Ananias befehligte Hauptarmee, die sie begleitete, rückte im Hochsommer 103 v.&amp;amp;nbsp;Chr. wohl entlang der Küstenstraße gegen Ptolemaïs vor und belagerte die Stadt. Auf Anweisung seiner Mutter segelte Ptolemaios X. gleichzeitig als Kommandant einer starken Flotte entlang der phönikischen Küste,&amp;lt;ref&amp;gt;Flavius Josephus, &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Altertümer&amp;#039;&amp;#039; 13,350&amp;lt;/ref&amp;gt; um deren Hafenstädte einzunehmen und dann Ptolemaïs zu blockieren. Vor dieser Stadt sollten Kleopatras Landheer und die von Ptolemaios X. befehligte Flotte gemeinsam versuchen, diese bedeutende Basis ihrem älteren Sohn wieder zu entreißen. Während oder nach der Eroberung der Stadt verfolgte Chelkias mit einer starken Heeresabteilung den gegen Ägypten marschierenden Ptolemaios IX., kam aber dabei ums Leben. Ptolemaios X. zog inzwischen mit einem anderen Militärkontingent gegen [[Damaskus]], eventuell um seinen älteren Bruder den Weg in eine syrische oder phönikische Küstenstadt abzuschneiden. Ptolemaios IX. drang stattdessen in Ägypten ein, wurde aber zurückgeschlagen und überwinterte in [[Gaza (Stadt)|Gaza]].&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 648–651.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielleicht war Ptolemaios X. von seinem Zug gegen Damaskus rasch nach Ägypten zurückgekehrt und jener Kommandant gewesen, dessen Truppen Ptolemaios IX. wieder aus dem Nilland vertrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;G. Cohen: &amp;#039;&amp;#039;Damascus at the End of the Second Century.&amp;#039;&amp;#039; In: E. van’t Dack u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;The Judaean-Syrian-Egyptian Conflict of 103-101 B.C.&amp;#039;&amp;#039; Brüssel 1989, S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Aussage einer demotischen Stele des Serapeions bei [[Memphis (Ägypten)|Memphis]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Spiegelberg]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde]]&amp;#039;&amp;#039; (ZÄS). Jahrgang 57, 1922, S. 69.&amp;lt;/ref&amp;gt; befand sich Ptolemaios X. jedenfalls im Februar 102 v.&amp;amp;nbsp;Chr. bei seinen Streitkräften im ägyptischen Grenzort Pelusion und schützte die dortige Grenze gegen einen erneuten Einfall von Ptolemaios IX., der es vorzog, nach Zypern zurückzukehren.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 651.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die trotz der gemeinsamen Regierung entstehenden Spannungen zwischen Kleopatra III. und ihrem jüngeren Sohn führten dazu, dass Ptolemaios X. aus Alexandria floh.&amp;lt;ref&amp;gt;Iustinus, &amp;#039;&amp;#039;Epitoma historiarum Philippicarum Pompei Trogi&amp;#039;&amp;#039; 39,4,3 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der genaue Zeitpunkt dieser Flucht des Königs ist umstritten. Werner Huß nimmt 105/104 v.&amp;amp;nbsp;Chr. an,&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 646.&amp;lt;/ref&amp;gt; J. Cohen dagegen den Winter 103/102 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Cohen: [https://www.jstor.org/stable/i402779 &amp;#039;&amp;#039;Ad Justini XXXIX, 4. Nonnulla adnotavit.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Mnemosyne (Zeitschrift)|&amp;#039;&amp;#039;Mnemosyne.&amp;#039;&amp;#039;]] Band 10, Fasciculus (Heft) III, Brill, Leiden 1942, S. 229 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jedenfalls ließ sich Ptolemaios X. von seiner Mutter bald wieder zur Rückkehr überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere antike Autoren behaupten, dass Ptolemaios X. seine Mutter Kleopatra III. ermorden ließ,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Poseidonios]], &amp;#039;&amp;#039;FGrHist&amp;#039;&amp;#039; 87 F 26; Pausanias, &amp;#039;&amp;#039;Beschreibung Griechenlands&amp;#039;&amp;#039; 1,9,3; Iustinus, &amp;#039;&amp;#039;Epitoma historiarum Philippicarum Pompei Trogi&amp;#039;&amp;#039; 39,4,5 f.; u.&amp;amp;nbsp;a.&amp;lt;/ref&amp;gt; deren Tod im Oktober 101 v.&amp;amp;nbsp;Chr. eintrat. Einige Althistoriker hegen Zweifel an der Zuverlässigkeit dieser Behauptung, doch hält sie etwa Werner Huß für höchstwahrscheinlich richtig. Er argumentiert, dass es schon früher den erwähnten schweren Konflikt zwischen Mutter und Sohn gegeben hatte und dass Kleopatra III. nach ihrem Sieg über Ptolemaios IX. ihre mächtige Position wohl noch stärker als bisher betont habe, während das Selbstbewusstsein Ptolemaios’ X. aufgrund seiner eigenen Erfolge im Krieg gegen seinen älteren Bruder gewachsen sei. So dürfte Kleopatra III. ihrer Herrschsucht zum Opfer gefallen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 652.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Alleinherrschaft in Ägypten ====&lt;br /&gt;
Nach dem Tod seiner Mutter übernahm Ptolemaios X. die Alleinherrschaft in Ägypten und heiratete spätestens damals [[Kleopatra Berenike III.]], die Tochter seines Bruders Ptolemaios IX. wohl aus dessen Ehe mit [[Kleopatra IV.]] Er ernannte seine Gattin zur Mitregentin, doch wurde sein Name in den offiziellen Urkunden vor dem ihren genannt. Trotz der Ermordung seiner Mutter behielt der König seinen Kultnamen &amp;#039;&amp;#039;Theos Philometor&amp;#039;&amp;#039; („Mutterliebender Rettergott“) bei und nahm auch seine Gattin in den Kult auf; zusammen wurde das Königspaar daher als &amp;#039;&amp;#039;Theoi Philometores Soteres&amp;#039;&amp;#039; („Mutterliebende Rettergötter“) verehrt.&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Hölbl: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ptolemäerreiches.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1994, S. 189; Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 652 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit seiner Gemahlin hatte Ptolemaios X. eine Tochter, über die nichts Näheres bekannt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Porphyrios, &amp;#039;&amp;#039;FGrHist&amp;#039;&amp;#039; 260 F 2,8&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus einer früheren Ehe mit einer unbekannten Frau – die nach der Vermutung von Chris Bennett mit [[Kleopatra V.|Kleopatra Selene]] zu identifizieren sei&amp;lt;ref&amp;gt;Chris Bennett: [http://www.instonebrewer.com/TyndaleSites/Egypt/ptolemies/ptolemy_xi_fr.htm &amp;#039;&amp;#039;Ptolemy XI.&amp;#039;&amp;#039;] Anmerkung 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; – hatte Ptolemaios ferner den Sohn [[Ptolemaios XI.|Ptolemaios XI. Alexander II.]] Diesen ernannte er laut den Datierungen einiger demotischer Papyri, die ein Schreiber 101/100 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in einem Büro in Deir-el-Medina in West-[[Theben (Ägypten)|Theben]] verfasste, zu seinem Mitregenten. Daran befremdet, dass Ptolemaios XI. damals auf [[Kos]] weilte und nicht der Regierung Alexandrias angehörte, sowie dass er in den Datierungen als Sohn Kleopatra Berenikes bezeichnet wird, obwohl er ihr Stiefsohn war. Wahrscheinlich drängte Ptolemaios X. seine Gattin Kleopatra Berenike dazu, seinen Sohn aus erster Ehe zu adoptieren und bekundete mit dessen Ernennung zum Mitregenten seine Intention, dass Ptolemaios XI. ihm auf den Thron folgen solle.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 653.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100 v.&amp;amp;nbsp;Chr. trat ein von der [[Römische Republik|Römischen Republik]] erlassenes Seeräubergesetz (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|Lex de piratis persequendis}}&amp;#039;&amp;#039;) in Kraft, das u.&amp;amp;nbsp;a. auch die in Ägypten, Zypern und [[Kyrene]] herrschenden Ptolemäerkönige aufforderte, Verordnungen zur Bekämpfung der Piraten zu verfügen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Supplementum Epigraphicum Graecum&amp;#039;&amp;#039; (SEG) 3,378B1&amp;lt;/ref&amp;gt; Damals war die [[Kyrenaika]] ein selbständiges, von [[Ptolemaios Apion]] regiertes Land, womit das Ptolemäerreich in drei gesonderte Gebiete aufgespalten war. Deswegen war auch die Macht der Ptolemäer stark geschwächt, was im Interesse Roms lag. Ptolemaios Apion vermachte sein Reich den Römern, die es aber nicht gleich nach seinem Tod 96 v.&amp;amp;nbsp;Chr., sondern erst 75/74 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in eine [[römische Provinz]] umwandelten. Von seinem älteren Bruder drohte Ptolemaios X. für die nächste Zeit keine Gefahr, da Ptolemaios IX. nunmehr keine Anstrengungen  unternahm, um Ägypten wieder unter seine Kontrolle zu bringen.&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Hölbl: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ptolemäerreiches.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1994, S. 189 f.; Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 654 ff.; {{RE|XXIII,2|1743|1747|Ptolemaios 31|Hans Volkmann||hier. Sp. 1745 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Regierungszeit Ptolemaios’ X. während der 90er Jahre v.&amp;amp;nbsp;Chr. liegen nur sehr spärliche Informationen vor. Im September/Oktober 99 v.&amp;amp;nbsp;Chr.  besuchte er mit seiner Gemahlin [[Memphis (Ägypten)|Memphis]], um die bedeutsamen Verbindungen des Königshauses mit der dortigen Hohenpriester-Familie zu pflegen.&amp;lt;ref&amp;gt;M.-Th. Lenger: &amp;#039;&amp;#039;Corpus des ordonnances des Ptolémées.&amp;#039;&amp;#039; 1964, Nr. 62; dazu Günther Hölbl: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ptolemäerreiches.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1994, S. 256.&amp;lt;/ref&amp;gt; Offensichtlich suchte der König auch generell durch mehrere Erlasse die Gunst der ägyptischen Priesterschaften zu gewinnen. Er räumte beispielsweise mehreren Heiligtümern das [[Asyl|Asylrecht]] ein, so vor dem März 96 v.&amp;amp;nbsp;Chr. den Tempeln in Memphis und Busiris,&amp;lt;ref name=OGIS-761&amp;gt;[[Wilhelm Dittenberger]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Orientis Graeci inscriptiones selectae&amp;#039;&amp;#039; (OGIS). 1903-05, Band 2, Nr. 761.&amp;lt;/ref&amp;gt; im März 96 v.&amp;amp;nbsp;Chr. dem Tempel des Harkentechthai in Athribis,&amp;lt;ref name=OGIS-761/&amp;gt; im Dezember 95 v.&amp;amp;nbsp;Chr. dem Tempel des Heron in Magdola,&amp;lt;ref&amp;gt;E. Bernard (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Recueil des inscriptions grecques du Fayoum&amp;#039;&amp;#039; (IG Fay.). Band 3, 1981, Nr. 152.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie im Februar 93 v.&amp;amp;nbsp;Chr. dem Heiligtum der [[Isis|Isis Sachypsis]] in Theadelpheia im [[Fayyum-Becken|Faijum]].&amp;lt;ref&amp;gt;E. Bernard (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Recueil des inscriptions grecques du Fayoum&amp;#039;&amp;#039; (IG Fay.). Band 2, 1981, Nr. 112 und 113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ferner sagte der hohe Staatsbeamte Poseidonios im Oktober 99 v.&amp;amp;nbsp;Chr. den Priestern der ebenfalls im Faijum gelegenen Stadt [[Tebtynis]] seine Unterstützung zu,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bernard Pyne Grenfell]], [[Arthur Surridge Hunt]], J. G. Smyly, E. J. Goodspeed u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Tebtunis Papyri.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, 1902, Nr. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei er zweifellos die vom König allgemein dem ägyptischen Klerus gewidmete Aufmerksamkeit im Auge hatte. Bei der Verwaltung Ägyptens spielte in den 90er Jahren v.&amp;amp;nbsp;Chr. insbesondere der Epistratege Platon eine wichtige Rolle, außerdem der Stratege des arsinoïtischen Gaus, [[Lysanias]], sowie jener des memphitischen Gaus, Sarapion. Viele gräzisierte Ägypter dürften höhere staatliche Funktionen erhalten haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 662 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der damaligen Zeit gehörte der König [[Mithridates VI. (Pontos)|Mithridates VI.]] von [[Pontos (Königreich)|Pontos]] zu den wenigen östlichen Dynasten, die Rom offen herauszufordern wagten. Im Vorfeld seines [[Mithridatische Kriege|ersten Kriegs]], den er gegen die Römer ausfocht, suchte er nach Verbündeten und wandte sich durch Gesandte (wohl um 92 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) auch an die Könige Ägyptens und Syriens, die ihm Schiffe zur Verfügung stellen sollten. Also handelte es sich höchstwahrscheinlich um Ptolemaios X., an den Mithridates VI. das Bündnisansuchen stellte. Doch Ptolemaios X. verweigerte unter Bedacht auf die große Macht Roms eine Allianz mit dem pontischen König.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Appian]], &amp;#039;&amp;#039;Mithridateios&amp;#039;&amp;#039; 13,44; dazu Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 656; {{RE|XV,2|2163|2205|Mithridates 12|[[Fritz Geyer (Historiker)|Fritz Geyer]]|RE:Mithridates 12|hier: Sp. 2168}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz seiner Verabschiedung von Erlassen zugunsten der Priesterschaft sah sich Ptolemaios X. gegen Ende seiner Regierungszeit mit etwa im Herbst 91 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ausbrechenden Unruhen im Süden Ägyptens konfrontiert. Anhänger eines „Rebellen“ seien laut einem überlieferten Bericht in die benachbarten Gaue Latopolites (um [[Esna]]) und Pathyrites eingedrungen. Wahrscheinlich beteiligte sich auch Theben bald an dem Aufstand. Dagegen verhielten sich die Einwohner der südlich Thebens gelegenen Stadt [[Pathyris]] weiterhin loyal zu Ptolemaios X. und bekämpften die Insurgenten.&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Hölbl: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ptolemäerreiches.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1994, S. 190.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vertreibung und Tod ===&lt;br /&gt;
Etwa Anfang 88 v.&amp;amp;nbsp;Chr. brachen Spannungen zwischen Ptolemaios X. und den in Alexandria stationierten Truppen aus. Das Militär revoltierte gegen den König, und gleichzeitig fand ein Volksaufstand der Alexandriner statt. Das Motiv für die Erhebung soll in der judenfreundlichen Haltung des Königs gelegen haben. Ptolemaios X. habe die Alexandriner wegen „gewisser jüdischer Hilfeleistungen“ erbittert.&amp;lt;ref&amp;gt;Iustinus, &amp;#039;&amp;#039;Epitoma historiarum Philippicarum Pompei Trogi&amp;#039;&amp;#039; 39,5,1; Porphyrios, &amp;#039;&amp;#039;FGrHist&amp;#039;&amp;#039; 260 F 2,8 f.; dazu Werner Huß, &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039;, München 2001, S. 656 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut dem spätantiken Geschichtsschreiber [[Jordanes]] sei es bei der Rebellion gegen den König zu einer Judenverfolgung gekommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jordanes, &amp;#039;&amp;#039;De summa temporum vel origine actibusque gentis Romanorum&amp;#039;&amp;#039; 81&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der Bericht eines in [[Oxyrhynchus]] aufgefundenen [[Papyrus]]&amp;lt;ref&amp;gt;B. P. Grenfell, A. S. Hunt, E. Lobel u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Oxyrhynchus Papyri&amp;#039;&amp;#039; (Pap. Oxy.). Band 37, Nr. 2820.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf diese Auseinandersetzungen bezogen, wie es etwa der Althistoriker Werner Huß für plausibel hält, sind über den Beginn des Aufstands gegen Ptolemaios X. mehr Informationen bekannt. Demnach ließ der König Waffen schmieden, die Flotte instand setzen und die Besatzungen von Grenzorten wie Pelusion und Taposiris aufstocken. Dann verließ er Alexandria und reiste nach Oberägypten, um dort Soldaten für den Kampf gegen seine meuternden Truppen auszuheben. Allerdings lehnten es die oberägyptischen Soldaten ab, sich ihm anzuschließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 657 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich kehrte Ptolemaios X. daraufhin ins [[Nildelta]] zurück, versammelte die wenigen ihm noch treu gebliebenen Flotteneinheiten um sich und segelte ab, um eventuell Kurs auf Koilesyrien zu nehmen. Doch der Admiral Tyrros,&amp;lt;ref&amp;gt;So die überlieferte Namensform bei Porphyrios, &amp;#039;&amp;#039;FGrHist&amp;#039;&amp;#039; 260 F 2,8. Dass dies eine Verschreibung gewesen sei und der Admiral in Wirklichkeit &amp;#039;&amp;#039;Pyrrhos&amp;#039;&amp;#039; geheißen habe, vermutet E. Van ’t Dack: &amp;#039;&amp;#039;Les armées en cause.&amp;#039;&amp;#039; In: E. Van ’t Dack u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Judaean-Syrian-Egyptian Conflict of 103–101 B.C.&amp;#039;&amp;#039; Brüssel 1989, S. 132.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein „Verwandter“ (&amp;#039;&amp;#039;syngenés&amp;#039;&amp;#039;) des Königs, griff Ptolemaios X. an und lieferte ihm ein Seegefecht. Ptolemaios X. verlor diese militärische Auseinandersetzung, entkam nur mit Mühe und floh mit seiner Gattin Kleopatra Berenike III. und seiner Tochter nach [[Myra (Lykien)|Myra]] in [[Lykien]].&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 658.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Alexandriner riefen nun Ptolemaios IX. zurück, der etwa im Mai 88 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in Alexandria anlangte. Die damals herrschende Unsicherheit spiegelt sich in mehreren damals verfertigten Papyri, die gleichzeitig nach den Regierungsjahren des Ptolemaios X. und jenen seines älteren Bruders datiert sind. Das letzte bekannte Beispiel hierfür stellt ein im Oktober 88 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in Pathyris verfasster demotischer Papyrus dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 664 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der ins Exil getriebene Ptolemaios X. scheint große Geldanleihen bei römischen Kapitalisten aufgenommen zu haben, um Söldner anwerben und eine neue Flotte aufstellen zu können. Später kam das Gerücht auf, er habe den Römern als Garantie Ägypten testamentarisch vermacht, doch wusste selbst ein so bedeutender Politiker wie [[Marcus Tullius Cicero]] im Jahr 64 v.&amp;amp;nbsp;Chr. nur durch Hörensagen von diesem angeblichen letzten Willen des Königs.&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, &amp;#039;&amp;#039;De lege agraria&amp;#039;&amp;#039; 1,1 und 2,41–44; Bobbio-Scholiast zu Cicero, 91 f. in der Edition von Stangl; dazu Werner Huß: &amp;#039;&amp;#039;Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 659 f.; Chris Bennett: [http://www.instonebrewer.com/TyndaleSites/Egypt/ptolemies/ptolemy_x_fr.htm &amp;#039;&amp;#039;Ptolemy X.&amp;#039;&amp;#039;] Anmerkung 14.1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Entweder noch im Spätsommer 88 v.&amp;amp;nbsp;Chr. oder erst im Frühjahr 87 v.&amp;amp;nbsp;Chr. wurde Ptolemaios X.  bei dem Versuch, Zypern zu erobern, während eines Seegefechts gegen den zu seinem Bruder haltenden Admiral Chaireas getötet.&amp;lt;ref&amp;gt;Porphyrios, &amp;#039;&amp;#039;FGrHist&amp;#039;&amp;#039; 260 F 2,8&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit war die Herrschaft Ptolemaios’ IX. über Ägypten und Zypern gesichert. Über seinen gefallenen Bruder wurde eine &amp;#039;&amp;#039;[[damnatio memoriae]]&amp;#039;&amp;#039; verhängt. Seine 18 Regierungsjahre sollten aus den Buchurkunden getilgt und Ptolemaios IX. zugeschrieben werden. Ferner sind bisweilen auf Monumenten anstelle der Regierungsjahre Ptolemaios’ X. solche seines älteren Bruders vermerkt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{RE|XXIII,2|1743|1747|Ptolemaios 31|Hans Volkmann||hier: Sp. 1746}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{DNP|10|545|546|Ptolemaios 16|[[Walter Ameling (Althistoriker)|Walter Ameling]]}}&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629050558/http://www.bautz.de/bbkl/p/ptolemaeer_x.shtml |autor=Marco Frenschkowski|artikel=Ptolemaios X|band=7|spalten=1041-1042}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor = [[Günther Hölbl]]|Titel = Geschichte des Ptolemäerreiches|Verlag = Wissenschaftliche Buchgesellschaft|Ort = Darmstadt|Jahr = 1994|Seiten = 182-191; 193; 195 f.; 198 f.; 242 f.; 249 f.; 245 f.; 250 ff.; 255 f.; 262 ff.|ISBN = 3-534-10422-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor = [[Werner Huß]]|Titel = Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v. Chr.|Verlag = Beck|Ort = München|Jahr = 2001|Seiten = 624; 626; 635; 641-663; 664 f.; 667; 677|ISBN = 3-406-47154-4}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor = [[Thomas Schneider (Ägyptologe)|Thomas Schneider]]|Titel = Lexikon der Pharaonen|Verlag = Albatros|Ort = Düsseldorf|Jahr = 2002|Seiten = 222–223|ISBN = 3-491-96053-3}}&lt;br /&gt;
* {{RE|XXIII,2|1743|1747|Ptolemaios 31|[[Hans Volkmann (Althistoriker)|Hans Volkmann]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Chris Bennett: [http://www.instonebrewer.com/TyndaleSites/Egypt/ptolemies/ptolemy_x_fr.htm &amp;#039;&amp;#039;Ptolemy X.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.manfred-hiebl.de/mittelalter-genealogie/_hellenismus/p/ptolemaios_10_alexander_1_koenig_87/ptolemaios_10_alexander_1_koenig_87.html Ptolemaios X. Alexander I. bei mittelalter-genealogie.de (Hellenismus)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=&amp;lt;br /&amp;gt;[[Ptolemaios IX.]]&amp;lt;br /&amp;gt;Ptolemaios IX.&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=&amp;lt;br /&amp;gt;Ptolemaios IX.&amp;lt;br /&amp;gt;Ptolemaios IX.&lt;br /&gt;
|AMT=[[Liste der Pharaonen|König von Ägypten]]&lt;br /&gt;
|ZEIT=107–88 v. Chr.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1163407305|VIAF=36153288341232652955}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Ptolemaios 10}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pharao (Ptolemäer)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 2. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 88 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Ptolemaios X.&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Ptolemaios X. Alexander I.&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=König von Ägypten&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=2. Jahrhundert v. Chr.&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=88 v. Chr.&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Muck</name></author>
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