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	<title>Psychodynamik - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Psychodynamik&amp;diff=347416&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;BernwardAurelian: /* Psychische Instanzen */ Leerzeichen eingefügt</title>
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		<updated>2025-11-06T17:11:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Psychische Instanzen: &lt;/span&gt; Leerzeichen eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Psychophysik.svg|mini|hochkant=1.4|Ansatzmöglichkeiten psychischer Kräfte nach [[Gustav Theodor Fechner]] (1801–1887)&amp;lt;br /&amp;gt; (1) Äußere Psychophysik&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Innere Psychophysik&amp;lt;br /&amp;gt;(3) [[Neurophysiologie]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Psychodynamik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Lehre vom Wirken innerseelischer Kräfte. Sie beschreibt Einflüsse auf [[Befindlichkeit]] und Verhalten des Menschen (ähnlich wie bei physikalischen Gesetzen der [[Dynamik (Physik)|Dynamik]] und der hier üblichen Beachtung des Zeitverhaltens im äußeren Raum).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Psychodynamik soll damit Aufschluss geben über die Auslösung seelischer Vorgänge als Reaktionen auf bestimmte äußere &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; innere Ereignisse und Einflüsse. Dem äußeren physikalischen Raum &amp;#039;&amp;#039;(äußere Psychophysik)&amp;#039;&amp;#039; wird damit ein innerer Raum für den Ablauf seelischer Prozesse gegenübergestellt ([[Topik (Psychologie)|Topik]], auch &amp;#039;&amp;#039;Innere Psychophysik&amp;#039;&amp;#039;). Der dynamischen Betrachtung ist analog zur Physik die strukturelle oder [[Statik (Physik)|statische]] Betrachtung entgegengesetzt (siehe z.&amp;amp;nbsp;B. die Unterscheidung zwischen [[Elektrostatik]] und [[Elektrodynamik]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;NPP&amp;quot;&amp;gt;[[Sven Olaf Hoffmann|Sven Olav Hoffmann]], G. Hochapfel: &amp;#039;&amp;#039;Neurosenlehre, Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;CompactLehrbuch&amp;#039;&amp;#039;). 6. Auflage. Schattauer, Stuttgart 2003, ISBN 3-7945-1960-4, (a): zu Stw. „Gegenüberstellung (psycho)dynamischer und statischer Phänomene“ S. 12; (b): zu Stw. &amp;quot;Gegensätzliche Verwendung des Begriffs&amp;quot; S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Johann Friedrich Herbart]] (1776–1841) unterschied zwischen statischem und dynamischem Bewusstsein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPP-141&amp;quot;&amp;gt;[[Uwe Henrik Peters]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Psychiatrie und medizinischen Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1984; S.&amp;amp;nbsp;141&amp;amp;nbsp;f. Lemma „Dynamik“.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Lehre von [[Georg Ernst Stahl]] (1659–1734) und den von ihm vertretenen [[Animismus (Psychosomatik)|Animismus]] sind deutliche dynamische Gesichtspunkte enthalten. Auch der [[Brownianismus]] beruht auf dem Gleichgewicht der Kräfte von [[Reiz]]en und Reizbarkeit. Während in diesen Theorien jedoch z.&amp;amp;nbsp;T. auch [[Moralphilosophie|moralphilosophische]] Aspekte enthalten sind, steht Psychodynamik eher in der Tradition der [[Psychophysik]]. Psychodynamik ist bedeutsam als eine nach physikalischem Vorbild erstellte psychologische Theorie. Sie hat sich als [[Heuristik|heuristisch]] erwiesen. Entscheidende Impulse zur Psychodynamik gingen von [[Sigmund Freud]] (1856–1939) und [[Kurt Lewin]] (1890–1947) aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RLX&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Psychodynamik&amp;#039;&amp;#039; In: Norbert Boss (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Roche Lexikon Medizin&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Hoffmann-La Roche AG und Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1987, ISBN 3-541-13191-8, S.&amp;amp;nbsp;1416 zu Lemma „Psychodynamik“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Psychodynamik wurde von Sigmund Freud als eines von drei Prinzipien seiner [[Metapsychologie]] ausgewählt (vgl. theoretische Annahmen der [[Psychoanalyse]] und den Abschnitt [[#Psychoanalytische Begriffsgeschichte|&amp;#039;&amp;#039;Psychoanalytische Begriffsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kurt Lewin]] zählt mit [[Max Wertheimer]], [[Wolfgang Köhler (Psychologe)|Wolfgang Köhler]] und [[Kurt Koffka]] zu den prominentesten Vertretern der [[Gestaltpsychologie]] bzw. der [[Gestalttheorie]] und ist dafür bekannt, Methoden der Physik und Mathematik auf die Psychologie übertragen zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kurt Lewin]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Übergang von der aristotelischen zur galileischen Denkweise in Biologie und Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; 1931.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lewins Vorstellungen zur Psychodynamik legten die Grundlage für die heutige [[Motivationspsychologie]] als Lehre von den psychischen Beweggründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Entwicklungen aus einer solchen mathematisch-physikalischen Denkweise sind Begriffe wie [[Feldtheorie (Psychologie)|Feldtheorie]] und [[Gruppendynamik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die seelischen Kräfte werden aus psychodynamischer Sichtweise als analog zu den physikalischen Kräften aufgefasst, sind jedoch nur teilweise bzw. in einzelnen Merkmalen als identisch anzusehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jung-81III&amp;quot;&amp;gt;[[Carl Gustav Jung]]: &amp;#039;&amp;#039;Die transzendente Funktion.&amp;#039;&amp;#039; Vorwort. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Dynamik des Unbewußten.&amp;#039;&amp;#039; (= .&amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke.&amp;#039;&amp;#039; Band 8). Walter-Verlag, Düsseldorf 1995, ISBN 3-530-40083-1, S. 81, Abs. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Psychoanalytische Begriffsgeschichte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:MechaDuck.png|mini|[[René Descartes]] hielt Tiere – im Gegensatz zu Menschen – für [[Reduktionismus|reduktiv]] erklärbare Automaten – &amp;#039;&amp;#039;De homine&amp;#039;&amp;#039; (1622).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychoanalytischer Sichtweise beschreibt Psychodynamik das seelische Spiel der &amp;#039;&amp;#039;innerseelischen Kräfte&amp;#039;&amp;#039; positiv als [[Triebtheorie|Triebkräfte]] ([[Libido]]) und negativ als [[Innere Hemmung|Hemmungen]] ([[Destrudo]]). Laienhaft wird Psychodynamik oder Dynamik oft mit Psychoanalyse gleichgesetzt (vgl. Abschnitt [[#Psychoanalytische Begriffsgeschichte|&amp;#039;&amp;#039;Psychoanalytische Begriffsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPP-141&amp;quot; /&amp;gt; Freud sprach ab 1896 in einem Brief an [[Wilhelm Fließ]] von der Dynamik seelischer Abläufe. Auch in seinem &amp;#039;&amp;#039;Abriß der Psychoanalyse&amp;#039;&amp;#039; wird der Begriff Dynamik erwähnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freud-20&amp;quot;&amp;gt;[[Sigmund Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Abriß der Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Bücherei, Frankfurt am Main, Februar 1964, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Freud sprach von einem „psychischen Apparat“ und übernahm damit die These über die mechanisch erklärbaren Lebensvorgänge der Tiere von [[René Descartes]], der Tiere für Maschinen erklärte,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Georg Gadamer]]: &amp;#039;&amp;#039;Über die Verborgenheit der Gesundheit.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bibliothek Suhrkamp.&amp;#039;&amp;#039; Band 1135). Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-22135-3, Kap. „Zum Problem der Intelligenz“, S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt; und übertrug sie damit auch auf das Seelenleben der Menschen. Damit steht Freud in der Tradition des Rationalismus.&amp;lt;ref&amp;gt;Monet: &amp;#039;&amp;#039;Facilité à comprendre et à juger chez l’homme et les animaux.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Freud war der Auffassung, dass das&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Seelenleben die Funktion eines psychischen Apparats ist, dem wir räumliche Ausdehnung und Zusammensetzung aus mehreren Stücken zuschreiben&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;freud-6&amp;quot;&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Abriß der Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Bücherei, Frankfurt am Main, Februar 1964, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese &amp;#039;&amp;#039;Funktion&amp;#039;&amp;#039; stellt sich Freud nicht anders als die eines Fernrohrs, Mikroskops und dergleichen vor ([[Maschinenparadigma]]). Er trennt jedoch nicht zwischen einer objektiv-physiologischen und einer subjektiv-psychologischen Ebene, sondern benutzt beide Beschreibungsweisen, um damit einen Gewinn an Verständnis zu erzielen (vgl. die klassische [[Identitätsphilosophie]] und die modernere [[Identitätstheorie (Philosophie des Geistes)|Identitätstheorie]]). Als körperliches Organ bzw. als „Apparat, dem wir räumliche Ausdehnung … zuschreiben“, sieht Freud das Gehirn an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freud-6&amp;quot; /&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;Kräfte&amp;#039;&amp;#039; sind Gegenstand seiner [[Triebtheorie]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;freud-10&amp;quot;&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Abriß der Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Bücherei, Frankfurt am Main, Februar 1964, S. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt; die &amp;#039;&amp;#039;Energie&amp;#039;&amp;#039; Gegenstand der [[Libido]]theorie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freud-12&amp;quot;&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Abriß der Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Bücherei, Frankfurt am Main, Februar 1964, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;statischen Elemente&amp;#039;&amp;#039; sind vor allem die eher körperlich repräsentierten Elemente des Bewussten und Unbewussten (1.&amp;amp;nbsp;topisches Modell) neben den Persönlichkeitsanteilen (2.&amp;amp;nbsp;topisches Modell).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stavros Mentzos]]: &amp;#039;&amp;#039;Neurotische Konfliktverarbeitung. Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuerer Perspektiven.&amp;#039;&amp;#039; © 1982 Kindler, Fischer-Taschenbuch, Frankfurt 1992, ISBN 3-596-42239-6, S. 40&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als „topisch“ sind diese eher körperlichen Elemente schon deshalb zu benennen, weil sie auf die räumliche Gestalt des Körpers abzielen. Dies geschieht nicht nur in einem räumlich-metaphorischen Sinne, wie es z.&amp;amp;nbsp;B. [[Harald Schultz-Hencke]] (1892–1953) verstanden haben möchte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Harald Schultz-Hencke]]: &amp;#039;&amp;#039;Die psychoanalytische Begriffswelt.&amp;#039;&amp;#039; überarbeitete Ausgabe. Verlag für medizinische Psychologie im Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1972, ISBN 3-525-45620-4, S. 111 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Freud gibt unmissverständlich zu verstehen, dass die „dynamische Auffassung der seelischen Vorgänge“ zusammen mit ihrer „psychischen Topik“ zu berücksichtigen ist. Er schreibt in diesem Zusammenhang:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Freud neuronales netz.gif|mini|[[Neuronales Netzwerk]], gezeichnet von Sigmund Freud im Jahre 1895. Die Darstellung zeigt die innere Verbindung von Dynamik und [[Topik (Psychologie)|Topik]]. Eingehende dynamisch zu interpretierende Nervenimpulse (siehe Pfeil) werden an topisch getrennt zu betrachtende weitere Neuronen innerhalb einer Neuronenkette bzw. innerhalb der Elemente eines neuronalen Systems weitergeleitet (vgl. [[Projektion (Nervensystem)|Projektion]]).]]&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Wollen wir mit einer Topik der seelischen Akte Ernst machen, so müssen wir unser Interesse einer an dieser Stelle auftauchenden Zweifelsfrage zuwenden. Wenn ein psychischer Akt … die Umsetzung aus dem System Ubw in das System Bw … erfährt, sollen wir annehmen, daß mit dieser Umsetzung eine neuerliche Fixierung, gleichsam eine zweite Niederschrift fortbesteht? Oder sollen wir eher glauben, daß die Umsetzung in einer Zustandsänderung besteht, welche sich an derselben &amp;#039;&amp;#039;Lokalität&amp;#039;&amp;#039; vollzieht?&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Das Unbewußte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Das Unbewußte. Schriften zur Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer Verlag, 1963, S.&amp;amp;nbsp;14 (zuerst erschienen in: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; 1915, Band III; Gesammelte Werke, S. Fischer, Band X).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud war fest überzeugt von einer körperlichen Topik und hat nur „vorläufig“&amp;lt;ref name=&amp;quot;freud-15&amp;quot;&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Abriß der Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Bücherei, Frankfurt am Main, Februar 1964, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf deren nähere Bezeichnung im Sinne einer psychischen Topik verzichtet. Er gebrauchte den Begriff der Dynamik, mit dem er sich auf die sinnesphysiologischen Arbeiten [[Gustav Theodor Fechner]]s (1801–1887) bezog ([[Psychophysik]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPP-141&amp;quot; /&amp;gt; Bereits Freuds Begrifflichkeit der „Erregungssummen“ (GW Band 1, S. 63, 74) zur Erläuterung der Entstehung und Wirksamkeit von [[Affekt]]en lässt u.&amp;amp;nbsp;a. auf diese [[Psychophysiologie|neuropsychologischen]] Zusammenhänge schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuere theoretische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Neuere psychodynamische Konzepte sind die [[Objektbeziehungstheorie]], das Zusammenspiel von [[Bindungstheorie|Beziehungsmustern]], die Theorie der [[Grundkonflikt]]e und der [[Strukturniveau|strukturellen Bedingungen]]. Dabei wird die Veränderbarkeit des inneren Geschehens durch persönliche Weiterentwicklung auch noch in der [[Adoleszenz]] z.&amp;amp;nbsp;B. durch eine Psychotherapie mit eingeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychodynamisches Modell ==&lt;br /&gt;
Geht man von einer [[Psychophysische Korrelation|Korrelation]] physikalischer und psychischer Phänomene aus, so ist es konsequent und nahezu unvermeidlich, von einem &amp;#039;&amp;#039;inneren seelischen Raum&amp;#039;&amp;#039; zu sprechen, ähnlich wie es auch die Physik im &amp;#039;&amp;#039;äußeren, dreidimensionalen Raum&amp;#039;&amp;#039; tut. Dabei handelt es sich z.&amp;amp;nbsp;T. um sog. strukturierte oder [[Topik (Psychologie)|topische Modelle]]. Sie sind nicht nur Gegenstand der tiefenpsychologischen bzw. speziell der psychoanalytischen Theorie, sondern ebenso Gegenstand der unterschiedlichsten Philosophien und Religionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jung-81-82&amp;quot;&amp;gt;[[Carl Gustav Jung]]: &amp;#039;&amp;#039;Die transzendente Funktion.&amp;#039;&amp;#039; Vorwort. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Dynamik des Unbewußten.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke.&amp;#039;&amp;#039; Band 8). Walter-Verlag, Düsseldorf 1995, ISBN 3-530-40083-1, S. 81, Abs. 2 (a); 82 (b)&amp;lt;/ref&amp;gt; Topische Modelle beruhen einerseits auf [[Topographische Anatomie|anatomisch-topographischen]] empirischen Gegebenheiten ([[Somatotopik]]), andererseits aber auch auf theoretisch-abstrakten [[Metaphysik|metaphysischen]], [[Mystik|mystischen]] oder [[Gnosis|gnostischen]] Elementen. In der psychoanalytischen Lehre handelt es sich ebenfalls um eine Analogie mit physikalischen Grundbegriffen wie Dynamik und Topik. Diese physikalischen Gesichtspunkte werden jedoch von Freud durch eine ökonomische Bedeutung im Sinne einer teleologischen Begriffskategorie ergänzt ([[Metapsychologie]]). [[Carl Gustav Jung|C. G. Jung]] spricht in diesem Zusammenhang auch von „aktiver Imagination“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jung-81-82&amp;quot; /&amp;gt; Diese Lehre geht somit über das konkret Erfahrbare hinaus und bezieht außer Gesichtspunkten der [[Soziologie]] auch solche der [[Rationale Psychologie|rationalen Psychologie]] mit ein. Dies kann man als übergreifendes Modell bezeichnen, das nicht nur die physikalischen und biologischen, sondern auch die psychischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in ein gemeinsames Konzept integriert. [[Thure von Uexküll]] hat diese verschiedenen topologisch zu beschreibenden Gesichtspunkte als [[Integrationsraum]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Thure von Uexküll]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundfragen der psychosomatischen Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1963, S. 127 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Übergreifendes bio-psycho-soziales Modell&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegensatz zwischen dynamischer und statischer Betrachtungsweise ergänzt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe8&amp;quot;&lt;br /&gt;
! &lt;br /&gt;
! Klassische Physik&lt;br /&gt;
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! Gesellschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|class=&amp;quot;hintergrundfarbe8&amp;quot;| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Elemente&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|[[Planeten]]&lt;br /&gt;
|[[Atom]]e&lt;br /&gt;
|[[Zelle (Biologie)|Zellen]], [[Organ (Biologie)|Organe]]&lt;br /&gt;
|Instanzen nach Freud: System Bw, Vbw und [[Unbewusst|Ubw]] (1.&amp;amp;nbsp;topisches Modell) und [[Strukturmodell der Psyche]] (2. topisches Modell)&lt;br /&gt;
|[[Individuum|Individuen]], Gruppen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|class=&amp;quot;hintergrundfarbe8&amp;quot;| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dynamik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|[[Gravitation]], [[Fliehkraft]]&lt;br /&gt;
|[[Elektromagnetismus]]&lt;br /&gt;
|[[Physiologie|Funktionen]]&lt;br /&gt;
|[[Motivation]]en&lt;br /&gt;
|[[Gruppendynamik]] (Lewin), [[Kollektivpsyche]] (Jung)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychische Instanzen ==&lt;br /&gt;
Ein Beispiel einer auf anatomisch-topographischen Vorstellungen beruhenden Konzeption dynamischer psychischer Abläufe ist das [[Strukturmodell der Psyche]]. Man kann sich genannte psychische Instanzen als Elemente eines psychophysischen Systems vorstellen ([[Systemtheorie]]). Dieses psychophysische Modell beruht auf dem [[Funktion (Objekt)|funktionellen Zusammenspiel]] solcher Elemente analog zur Methodik der [[Physiologie]] und [[Neuropathologie]] bzw. analog zur Arbeitsweise der [[Organmedizin]]. Neu an dieser &amp;#039;&amp;#039;psychodynamischen Methode&amp;#039;&amp;#039; ist die Einbeziehung subjektiv-psychologischer Tatsachen gegenüber den z.&amp;amp;nbsp;B. eher objektiv-physiologischen Methoden in der [[Experimentelle Psychologie|Experimentalpsychologie]] von [[Wilhelm Wundt]] (1879). Die Instanzen, auf die sich die Psychoanalyse im Einzelnen bezieht, sind die Strukturen Bewusst, Vorbewusst und Unbewusst (1. topische Theorie Freuds) sowie Über-Ich, Ich und Es (2. topische Theorie Freuds), die erst später zu der Bezeichnung Psychodynamik beigetragen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsgebiete ==&lt;br /&gt;
Psychodynamik spielt hauptsächlich eine Rolle in der Persönlichkeits- und Krankheitslehre der [[Psychoanalyse]], welche das Zusammenwirken zwischen bewussten und unbewussten seelischen Prozessen erforscht. Dort ist sie definiert als das Zusammen- und Gegeneinanderwirken unterschiedlicher psychischer Tendenzen („Kräfte“: Triebregungen, [[Motiv (Psychologie)|Motive]] und [[Emotion]]en). Sie ist von Bedeutung zur Erklärung von Phänomenen des [[Symptomwandel]]s und der Wirksamkeit der [[Schocktherapie (Psychiatrie)#Wirkungsweise|Schocktherapien]]. Bei diesen eher körperlichen Gesichtspunkten sind auch Modellvorstellungen von [[Pierre Janet]] wie die des [[Abaissement du niveau mental]] zu erwähnen. Freud hat hier die Terminologie ökonomischer Gesichtspunkte eingeführt ([[Metapsychologie]]). Darüber hinaus ist der Begriff Psychodynamik auch von allgemeinerer Bedeutung in der [[Tiefenpsychologie]] und der [[Psychosomatische Medizin|psychosomatischen Medizin]] bei der Diagnosestellung psychischer Erkrankungen und Erstellung von Behandlungsschwerpunkten und -Plänen. Die Darstellung der Psychodynamik ist der wichtigste Teil des [[Bericht an den Gutachter|Berichts an den Gutachter]] im Rahmen des [[Kassenantrag]]s für tiefenpsychologisch fundierte und analytische [[Psychotherapie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Diagnosestellung ==&lt;br /&gt;
Neuere Entwicklungen wie die [[Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik]] schließen die Veränderbarkeit von Krankheitssymptomen aufgrund psychodynamischer Modellvorstellungen in eine Diagnostik mit ein und kommen so den Anforderungen der Qualitätssicherung näher. Psychodynamisch-psychotherapeutische Diagnostik ist somit prozessorientiert. Psychotherapeutisch induzierte Veränderungen können im Prozess verfolgt, der Veränderungsprozess beim Patienten beschrieben werden und das Ergebnis handlungsweisend für eine Therapie sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PSA&amp;quot;&amp;gt;Rolf Adler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Psychosomatische Medizin. Modelle ärztlichen Denkens und Handelns.&amp;#039;&amp;#039; Begründet von Thure von Uexküll. Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 2003, Kap. 24 Kritische Stellungnahme zum Gebrauch der Internationalen Diagnoseschlüssel, Abs. 6, S. 394.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Funktionskreis]]&lt;br /&gt;
* [[Psychophysische Korrelation]]&lt;br /&gt;
* [[Psychodynamismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Arbeitskreis OPD: &amp;#039;&amp;#039;Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik OPD-2.&amp;#039;&amp;#039; Huber 2009, ISBN 978-3-456-84753-5&lt;br /&gt;
* [[Michael Ermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.&amp;#039;&amp;#039; W. Kohlhammer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-17-019664-3.&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Brunner]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Individualpsychologie.&amp;#039;&amp;#039; Ernst Reinhardt, München 1985, ISBN 3-497-01100-2, Stw. Psychodynamik, S. 336–342.&lt;br /&gt;
* [[Stavros Mentzos]]: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Psychodynamik.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. [[Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht]], Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-40123-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4176205-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeine Psychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Psychiatrie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tiefenpsychologie und Psychoanalyse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;BernwardAurelian</name></author>
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