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	<title>Protothekose - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Protothekose&amp;diff=1892592&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ghilt: /* Mikroskopie */ + wl</title>
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		<updated>2025-11-24T18:37:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Mikroskopie: &lt;/span&gt; + wl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = B88.8&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Sonstiger näher bezeichneter Parasitenbefall der Haut&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 1G60.2&lt;br /&gt;
| Data-01 = Protothekose&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Prototheca wickerhamii.gif|mini|&amp;#039;&amp;#039;Prototheca wickerhamii&amp;#039;&amp;#039;, der häufigste Erreger der Protothekose beim Menschen]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Protothekose&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Infektionskrankheit]], welche bei Menschen, [[Hausrind|Rindern]], [[Haushund|Hunden]] und anderen [[Art (Biologie)|Spezies]] auftreten kann und durch [[Grünalge]]n aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] &amp;#039;&amp;#039;[[Prototheca]]&amp;#039;&amp;#039; ausgelöst wird. Diese [[Alge]]n und ihre Verwandten aus der Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Helicosporidium]]&amp;#039;&amp;#039; sind innerhalb der Algen dahingehend besonders, da sie auch in Organismen Infektionen auslösen können, die keine [[Immunsuppression|Störung des Immunsystems]] aufweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tartar&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. Tartar, D. G. Boucias, B. J. Adams, J. J. Becnel |Titel=Phylogenetic analysis identifies the invertebrate pathogen Helicosporidium sp as a green alga (Chlorophyta) |Sammelwerk=Int J Syst Evol Microbiol |Band=52 |Datum=2002 |Seiten=273–279 |PMID=11837312}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden häufigsten [[Art (Biologie)|Arten]] sind &amp;#039;&amp;#039;[[Prototheca wickerhamii]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Prototheca zopfii]]&amp;#039;&amp;#039;. Beim Menschen wird die 1964 erstmals beschriebene Erkrankung meistens durch &amp;#039;&amp;#039;P. wickerhamii&amp;#039;&amp;#039; ausgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=R. R. Davies u. a. |Titel=A Case of Human Protothecosis |Sammelwerk=Trans R Soc Trop Med Hyg |Band=58 |Datum=1964 |Seiten=448–451 |PMID=14206703}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Hunde sind beide Arten [[Pathogenität|krankheitserregend]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leimann&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=B. Leimann, P. Monteiro, M. Lazéra, E. Candanoza, B. Wanke |Titel=Protothecosis |Sammelwerk=Med Mycol |Band=42 |Nummer=2 |Datum=2004 |Seiten=95–106 |DOI=10.1080/13693780310001653653 |PMID=15124862}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Algen kommen weltweit im [[Abwasser]] und in Böden vor; Infektionen sind aber trotz des relativ hohen [[Infektionsdruck]]s selten und können mit Defekten im [[Immunsystem]] zusammenhängen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hosaka&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=S. Hosaka, M. Hosaka |Titel=A case report of canine protothecosis |Sammelwerk=J Vet Med Sci |Band=66 |Nummer=5 |Datum=2004 |Seiten=593–597 |DOI=10.1292/jvms.66.593 |PMID=15187378}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Therapie ist nicht standardisiert, in der Literatur sind verschiedene Verfahrensweisen mit [[Antimykotikum|Antimykotika]], chirurgischem Ausschneiden und [[Desinfektion]] beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prototheken ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Prototheca}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Prototheken im Jahr 1894 erstmals isoliert wurden, wurden sie noch als [[Pilze]] betrachtet. Nachdem ihr [[Taxonomie#Taxonomie in der Biologie|taxonomischer]] Status lange umstritten war, betrachtet man Prototheken heute als im Laufe der [[Evolution]] durch [[Mutation]]en aus den [[Einzeller|einzelligen]] Grünalgen der Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Chlorella]]&amp;#039;&amp;#039; entstandene Gattung. Allerdings enthält die [[Zellwand]] von &amp;#039;&amp;#039;Chlorella&amp;#039;&amp;#039; [[Galactose|Galaktose]] und [[N-Acetylgalactosamin|Galaktosamin]], während diese Substanzen bei &amp;#039;&amp;#039;Prototheca&amp;#039;&amp;#039; nicht vorkommen. Chlorellen enthalten [[Chlorophyll]] und betreiben damit [[Photosynthese]], während Prototheken kein Chlorophyll enthalten und sich [[Saprobiont|saprotroph]], also von verfaulendem organischem Material ernähren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;VCNA&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=S. Hollingsworth |Titel=Canine protothecosis |Sammelwerk=Vet Clin North Am Small Anim Pract |Band=30 |Nummer=5 |Datum=2000 |Seiten=1091–1101 |PMID=11033876}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Protothekose beim Menschen ==&lt;br /&gt;
=== Pathogenese ===&lt;br /&gt;
Über die [[Pathogenese|Krankheitsentstehung]] der Protothekose ist nur wenig bekannt. Prototheken weisen im Allgemeinen nur eine geringe [[Virulenz]] auf, und Infektionen bleiben im Normalfall lokal begrenzt. Die Infektion erfolgt einerseits durch oberflächlichen Kontakt mit [[Kontamination (Medizin)|kontaminierten]] Substanzen; häufiger scheint jedoch eine Kontamination von Hautverletzungen mit Prototheken zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwerere Formen einer Protothekose treten normalerweise nur bei Störungen des [[Immunsystem]]s auf. Besonders die zelluläre Immunität scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen: Prototheken werden im gesunden Organismus durch [[Neutrophiler Granulozyt|Neutrophile Granulozyten]] (PMNs) [[Phagozytose|phagozytiert]] und so unschädlich gemacht, wobei das Vorhandensein von [[Immunglobulin G|IgG]] und hitzestabilem [[Opsonin]] für eine optimale Bekämpfung wichtig ist. Allerdings führen weder eine [[Neutropenie]] infolge von [[Krebs (Medizin)|Krebs]] noch die meisten Fälle von [[AIDS]] normalerweise zu einem erhöhten Risiko für Protothekose. Man geht darum davon aus, dass schwerere Verlaufsformen der Protothekose mit qualitativen und quantitativen Mängeln in der Funktion der PMNs einhergehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot;&amp;gt;C. Lass-Flörl, A. Mayr: &amp;#039;&amp;#039;Human protothecosis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Clin Microbiol Rev.&amp;#039;&amp;#039; 20(2), Apr 2007, S. 230–242. Review. PMID 17428884&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Epidemiologie ===&lt;br /&gt;
Die Protothekose ist beim Menschen eine seltene Infektion und normalerweise nicht von Mensch zu Mensch übertragbar; eine Ansteckung erfolgt vielmehr durch in der Umwelt vorhandene Prototheken. [[Kommensalismus|Kommensalisch]] auf der Körperoberfläche lebende Prototheken können beim Vorliegen von [[Disposition (Medizin)|prädisponierenden Faktoren]] eine [[Opportunistischer Erreger|opportunistische]] Infektion auslösen: Auch bei gesunden Menschen konnten Prototheken auf Haut und Fingernägeln sowie im Atem- und Verdauungstrakt nachgewiesen werden. Bei mehr als der Hälfte aller klinischen Fälle von Protothekose kann eine lokale oder systemische Immunschwäche als begünstigender Umstand nachgewiesen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Risikofaktor (Medizin)|Risikofaktoren]] für Protothekose sind ein geschwächtes Immunsystem im Zusammenhang mit der Anwendung von [[Corticosteroide|Kortikosteroiden]] oder Krebserkrankungen des [[Hämatopoese|blutbildenden Systems]], [[Transplantation|Organtransplantationen]] und chirurgische Eingriffe im Allgemeinen, [[Diabetes mellitus]] und [[Alkoholkrankheit|Alkoholabhängigkeit]]. Auch Krankheiten, die mit [[Immunsuppressivum|immunsuppressiven Medikamenten]] behandelt werden, erhöhen das Risiko einer Protothekose. Die Mehrheit der Patienten ist älter als 30 Jahre; Fälle bei Neugeborenen und Kindern kommen aber ebenfalls vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geographisch kommt Protothekose auf allen Kontinenten außer der [[Antarktis]] vor. Überdurchschnittlich häufig ist sie im Südwesten der [[Vereinigte Staaten|USA]] und in ländlichen Regionen [[Taiwan (Insel)|Taiwans]]. Arbeiter in Reisfeldern, Fischer, Bauern, Aquariumsangestellte und Personen, die Umgang mit rohen [[Meeresfrüchte]]n haben, sind besonders [[Exposition (Medizin)|exponiert]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klinik ===&lt;br /&gt;
Protothekose wird in drei klinische Formen eingeteilt: Hautläsionen (&amp;#039;&amp;#039;Kutane Protothekose&amp;#039;&amp;#039;), [[Bursitis]] [[Olecranon|olecrani]] (Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen) und körperweit gestreute oder systemische Infektionen. Unübliche Verlaufsformen sind daneben ebenfalls beschrieben, so etwa als [[Harnwegsinfekt]]ion, [[Kolpitis]] (Entzündung der weiblichen Geschlechtsorgane), [[Lungenentzündung]] und [[Meningitis|Hirnhautentzündung]]. Hautinfekte und Bursitis olecrani verlaufen normalerweise chronisch; akute systemische Verlaufsformen sind selten und treten nur in Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kutane Protothekose ====&lt;br /&gt;
Die kutane Protothekose (Hautform) ist die häufigste beim Menschen vorkommende Form der Erkrankung und macht etwas mehr als die Hälfte aller Fälle aus. Sie kann im Zusammenhang mit Verletzungen der Haut und/oder Schleimhaut auftreten, kommt jedoch auch unabhängig von Verletzungen vor. Die Symptome entwickeln sich langsam und heilen normalerweise nicht spontan. Die Läsionen sind normalerweise [[Ulcus|ulzeriert]] (geschwürartig), [[Eiter|eitrig]] und bilden Krusten, können aber auch in anderen Formen auftreten. Tritt eine Protothekose als [[Komplikation]] nach einem chirurgischen Eingriff auf, kann es zu Knötchenbildung, [[Synovitis]] (Gelenkentzündung) und chronisch nässenden Wunden kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man geht von einer mehrere Wochen dauernden [[Inkubationszeit]] aus. Die Läsionen bleiben normalerweise örtlich begrenzt und breiten sich nur bei immungeschwächten Patienten weiter aus. Sie befinden sich vor allem an exponierten Orten, also an den [[Extremität]]en und im [[Gesicht]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bursitis olecrani ====&lt;br /&gt;
Die durch Prototheken hervorgerufene [[Bursitis]] [[Olecranon|olecrani]] ist eine Entzündung des hinten am [[Ellbogengelenk]] gelegenen [[Schleimbeutel]]s, der &amp;#039;&amp;#039;Bursa subcutanea olecrani&amp;#039;&amp;#039;. Die Infektion ist normalerweise eine Folge von [[Perforation|perforierenden]] (die Haut durchdringenden) Verletzungen, durch welche die Prototheken in den Schleimbeutel gelangen können. Die Symptome erscheinen mehrere Wochen nach der Verletzung und äußern sich durch einen geschwollenen, leicht verhärteten und schmerzhaften Schleimbeutel. Es sind auch Infektionen durch Kontamination einer bereits bestehenden Wunde und Infektionen ohne vorangegangene perforierende Verletzungen beschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Systemische Protothekose ====&lt;br /&gt;
Die [[Systemische Erkrankung|systemische]] oder [[Dissemination|disseminierte]] Protothekose tritt vor allem bei immungeschwächten Patienten auf. Weltweit sind 23 Fälle beschrieben; bei 21 davon handelte es sich beim Erreger um &amp;#039;&amp;#039;P. wickerhamii&amp;#039;&amp;#039;. Am häufigsten betroffene Strukturen sind Haut und [[Subkutis|Unterhaut]], [[Darm]], [[Peritoneum|Bauchfell]], Blut und [[Milz]]. Die systemische Protothekose tritt am häufigsten als Komplikation von Krebs, Organtransplantationen oder AIDS auf. In drei der beschriebenen Fälle war die Prototheka-[[Peritonitis]] die Folge einer [[Katheter]]isation. Prototheka-[[Sepsis]] als Komplikation eines [[Zentraler Venenkatheter|zentralen Venenkatheters]] ist ebenfalls beschrieben. Häufig finden sich in betroffenen Patienten aufgrund ihrer Immunschwäche neben der Protothekose auch andere Infektionen mit [[Opportunistischer Erreger|opportunistischen Erregern]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diagnose ===&lt;br /&gt;
Protothekose wird normalerweise eher spät erkannt, da sie als [[Diagnose#Differenzialdiagnose|Differentialdiagnose]] von Infektionen keine hohe Priorität genießt. Typischerweise kommt ein Verdacht auf Protothekose erst auf, wenn Patienten über längere Zeit erfolglos gegen andere Erreger behandelt wurden. Die Diagnose basiert meist auf der [[Morphologie (Biologie)|morphologischen]] Identifikation der Prototheken unter dem [[Mikroskop]], wobei verschiedene [[Histologie#Färbemethoden der Histologie|Färbungen]] zum Einsatz kommen können. Die Untersuchung kann direkt mit Wundsekret und/oder Gewebeproben durchgeführt werden; zusätzlich ist auch eine [[Mikroorganismenkultur|mikrobiologische Kultur]] empfehlenswert. Daneben sind [[Molekularbiologie|molekularbiologische]] Methoden zur Diagnostik beschrieben worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Onozaki&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=M. Onozaki u. a. |Titel=Rapid identification of &amp;#039;&amp;#039;Prototheca zopfii&amp;#039;&amp;#039; by nested polymerase chain reaction based on the nuclear small subunit ribosomal DNA |Sammelwerk=[[Journal of Dermatological Science]] |Band=54 |Nummer=1 |Datum=2009 |Seiten=56–59 |DOI=10.1016/j.jdermsci.2008.10.009 |PMID=19203861}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ueno&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=R. Ueno |Titel=Visualization of sporopollenin-containing pathogenic green micro-alga Prototheca wickerhamii by fluorescent in situ hybridization (FISH) |Sammelwerk=Can J Microbiol |Band=55 |Nummer=4 |Datum=2009 |Seiten=465–472 |DOI=10.1139/W08-155 |PMID=19396247}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Serologie|Serologische Untersuchungen]] scheinen zur Diagnose beim Menschen hingegen nicht geeignet zu sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mikroskopie ====&lt;br /&gt;
Prototheken sind kugelförmig bis [[ellipsoid]], besitzen eine stark ausgeprägte [[Zellwand]] und enthalten mehrere dickwandige [[Spore|Autosporen]]. Der Durchmesser variiert zwischen 8,1&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;24&amp;amp;nbsp;μm und 10,8&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;26,9&amp;amp;nbsp;μm; die kugelförmigen Autosporen haben einen Durchmesser von 9 bis 11&amp;amp;nbsp;μm. Im Gegensatz zu [[Hefen]] bilden Prototheken keine [[Knospung|Knospen]]. Sie lassen sich mit der [[Hämatoxylin-Eosin-Färbung|HE-Färbung]] nur schlecht färben, sind aber mit [[Gridley-Färbung]], [[Grocott-Gömöri-Färbung]] oder [[PAS-Reaktion]] einfach anfärbbar. Die Prototheken können morphologisch mit mehreren [[Pilze#Medizinisch bedeutende Pilze|Pilzen]] verwechselt werden, unter anderem mit &amp;#039;&amp;#039;[[Blastomykose|Blastomyces dermatitidis]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Cryptococcus neoformans]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Pneumocystis jirovecii]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Prototheca wickerhamii.hematoxylin eosin stain.jpg|HE-Färbung ([[Eosinophiler Granulozyt|Eosinophiles Infiltrat]] gut erkennbar)&lt;br /&gt;
Prototheca wickerhamii.GMS.jpg|Grocott-Gömöri-Färbung&lt;br /&gt;
Prototheca wickerhamii.PAS.jpg|PAS-Färbung&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gewebeschnitten können neben großen Mengen von Prototheken auch eine Reihe von [[Pathologie|pathologischen]] Reaktionen beobachtet werden. Mögliche Reaktionen reichen von einer [[Granulom|granulomatösen Entzündung]] mit ausgeprägter [[Nekrose|Gewebenekrose]] bis hin zu völliger Abwesenheit entzündlicher Reaktionen trotz Nachweis von Prototheken. Bei kutaner Protothekose befinden sich die Organismen normalerweise in der mittleren und papillären [[Dermis|Lederhaut]]. Disseminierte Protothekosen führen zu ausgeprägten [[Eosinophiler Granulozyt|eosinophilen]] [[Infiltration (Medizin)|Infiltraten]] und [[Fibrose]] der befallenen Organe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mikrobiologie ====&lt;br /&gt;
Die mikrobiologische Identifikation von Prototheken beruht auf dem Aussehen der [[Kolonie (Biologie)|Kolonien]], mikroskopischer Identifikation sowie mehreren charakteristischen [[Stoffwechsel]]eigenschaften in der Kultur. Prototheken sind relativ anspruchslos und lassen sich auf diversen routinemäßig verfügbaren [[Nährmedium|Nährmedien]] ohne weiteres züchten. Allerdings sind viele der in der Pilzkultur verbreiteten selektiven Nährmedien nicht zur Zucht geeignet, weil das in diesen enthaltene [[Cycloheximid]] auch die Vermehrung der Prototheken hemmt. Zur Zucht von Prototheken geeignete Medien sind [[Sabouraud-Dextrose-Agar]], [[Blutagar]], Rinderbouillon und Hirn-Herz-[[Agar]]. Da Proben neben Prototheken häufig auch andere [[Mikroorganismus|Mikroorganismen]] enthalten, werden zur Selektion [[5-Fluorcytosin]] und [[Kaliumhydrogenphthalat]] beigegeben, die das Wachstum der meisten [[Bakterien]] und Pilze hemmen. Von Hefen können Prototheken durch die Beigabe von [[Ribostamycin]] unterschieden werden, welches das Wachstum der Prototheken, nicht aber von Hefen hemmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Inkubator (Biologie)|Inkubation]] erfolgt bei 30&amp;amp;nbsp;°C für 72 Stunden. Für langsam wachsende Prototheken kann eine Inkubation während sieben Tagen bei 25&amp;amp;nbsp;°C notwendig sein. Das Temperaturoptimum liegt zwischen 25 und 37&amp;amp;nbsp;°C, und Kolonien sind normalerweise bereits nach 48 Stunden sichtbar. Makroskopisch erscheinen sie weich, feucht, hefeartig, weiß oder leicht gelblich. Die Organismen wachsen entweder [[Aerobie|aerob]] oder [[mikroaerophil]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;P. wickerhamii&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;P. zopfii&amp;#039;&amp;#039;, die beiden wichtigsten Erreger der Protothekose, können aufgrund mehrerer Eigenschaften unterschieden werden, die in der folgenden Tabelle beschrieben sind:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Eigenschaft&lt;br /&gt;
! &amp;#039;&amp;#039;Prototheca wickerhamii&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
! &amp;#039;&amp;#039;Prototheca zopfii&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Aussehen der Kolonien&lt;br /&gt;
| Halbkuglig,&amp;lt;br /&amp;gt;glatter Rand&lt;br /&gt;
| Platt, rau,&amp;lt;br /&amp;gt;Knopf in der Mitte,&amp;lt;br /&amp;gt;gewellter Rand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Glycerin|Glycerol]]-Aufnahme&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wachstum auf [[Saccharose]]&lt;br /&gt;
| −&lt;br /&gt;
| −&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wachstum auf [[Trehalose]]&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
| −&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wachstum auf [[1-Propanol|n-Propanol]]&lt;br /&gt;
| −&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wachstum auf [[Arginin]]&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wachstum auf [[Glucose]]&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wachstum auf [[Galactose]]&lt;br /&gt;
| ±&lt;br /&gt;
| ±&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wachstum auf [[Clotrimazol]]&lt;br /&gt;
| −&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wachstum bei 37&amp;amp;nbsp;°C&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Molekularbiologie ====&lt;br /&gt;
Zur Diagnose einer Protothekose sind mikroskopische und mikrobiologische Untersuchungen normalerweise ausreichend.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt; Zusätzlich können aber auch molekularbiologische Methoden verwendet werden: Die Identifikation von &amp;#039;&amp;#039;P. wickerhamii&amp;#039;&amp;#039; ist durch [[In-situ-Hybridisierung#Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung|Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung]] (FISH) anhand von [[Ribosomale RNA|rRNA]] durch entsprechende [[Desoxyribonukleinsäure|DNA]]-[[Gensonde|Sonden]] möglich, da die Zellwände der Prototheken durch eine Vorbehandlung mit [[Cetyltrimethylammoniumbromid|CTAB]] für diese Sonden [[Permeabilität (Materie)|durchlässig]] gemacht werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ueno&amp;quot; /&amp;gt; Ebenfalls ist eine Identifikation von &amp;#039;&amp;#039;P. zopfii&amp;#039;&amp;#039; mittels [[Polymerase-Kettenreaktion|PCR]] der [[Ribosomale DNA|rDNA]] möglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Onozaki&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Therapie ===&lt;br /&gt;
==== Resistenzlage in vitro ====&lt;br /&gt;
Prototheken weisen [[in vitro]] einige natürliche [[Antibiotikaresistenz|Resistenzen]] gegen [[Antibiotikum|Antibiotika]] und [[Antimykotikum|Antimykotika]] auf und können im Laufe der Therapie auch neue Resistenzen erwerben. Die natürliche Resistenzlage ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Für &amp;#039;&amp;#039;P. zopfii&amp;#039;&amp;#039; wurde zusätzlich das Vorhandensein einer [[β-Lactamasen|β-Lactamase]] nachgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Substanz&lt;br /&gt;
! [[Minimale Hemm-Konzentration]] (MHK) in μg/ml&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Gentamicin]]&lt;br /&gt;
| 0,2 bis 0,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Tetracyclin]]&amp;lt;sup&amp;gt;*&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &amp;gt;100&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Fluconazol]]&lt;br /&gt;
| 8 bis &amp;gt;200&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Itraconazol]]&lt;br /&gt;
| 0,39 bis &amp;gt;100&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Ketoconazol]]&lt;br /&gt;
| 1 bis 60&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Miconazol]]&lt;br /&gt;
| 0,1 bis &amp;gt;100&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Clotrimazol]]&lt;br /&gt;
| 5 bis 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Polymyxine|Polymyxin B]]&lt;br /&gt;
| 0,39 bis 100&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[5-Fluorcytosin]]&lt;br /&gt;
| &amp;gt;100&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Amphotericin B]]&amp;lt;sup&amp;gt;*&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 0,15 bis 12,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Voriconazol]]&lt;br /&gt;
| 0,15 bis &amp;gt;16&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Nystatin]]&lt;br /&gt;
| 1 bis &amp;gt;100&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Pentamidin]]&lt;br /&gt;
| 4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Griseofulvin]]&lt;br /&gt;
| &amp;gt;200&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;sup&amp;gt;*&amp;lt;/sup&amp;gt;Tetracyclin und Amphotericin B zeigen eine [[Synergie#Pharmakologie|synergistische Wirkung]] gegen Prototheken.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Empfindlichkeit der Prototheken auf [[Polyene]] und [[Azole]] wird dadurch erklärt, dass in ihren [[Zellmembran]]en [[Ergosterin]] enthalten ist. Ein [[Minimale Hemm-Konzentration|MHK-Test]] der Prototheken auf [[Antibiotikum-Resistenz|Resistenzen]] ist in der Praxis normalerweise nicht notwendig, weil die dadurch erhaltenen Resultate nur bedingt mit dem klinischen Therapieerfolg [[Korrelation|korrelieren]]. Resistenztests sind daher nur bei erfolglosen Therapieversuchen empfehlenswert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Therapieprotokolle ====&lt;br /&gt;
Es existieren weder standardisierte Therapieempfehlungen noch konsistente klinische Therapieresultate für Protothekose. Auch [[klinische Studie]]n, die verschiedene Therapien miteinander vergleichen, sind nicht vorhanden. In der Praxis werden [[Chirurgie|chirurgische]] mit medikamentösen Therapieformen kombiniert. Protothekose heilt nicht spontan aus, und ein Therapieversagen ist nicht selten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei kutaner Protothekose umfassen die beschriebenen erfolgreichen Therapien ein vollständiges chirurgisches [[Exzision|Ausschneiden]] der befallenen Hautstelle, die [[Lokaltherapie|örtliche Anwendung]] von Amphotericin B und verschiedenen Azolen, die örtliche Anwendung von Amphotericin B in Kombination mit [[Systemische Aufnahme|systemischer Gabe]] von Tetracyclinen, die systemische Gabe von Amphotericin B mit und ohne Ausschneiden und die systemische Gabe von Tetracyclinen. Therapieversager sind für Tetracyclin, Itraconazol, Fluconazol, Fluorcytosin und Ketoconazol beschrieben; inkonsistente Therapieerfolge für die systemische Gabe von [[Penicillin]], Griseofulvin und [[Emetin]] sowie für örtliche Anwendungen von [[Desinfektion]]smitteln wie [[Wasserstoffperoxid]], [[Chlorhexidin]], [[Kaliumpermanganat]], [[Kupfersulfat]], [[Pikrinsäure]], [[Ammonium]]verbindungen und [[Kaliumiodid]]. Die Therapiedauer variiert zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der durch Prototheken verursachten Bursitis olecrani besteht die Therapie im chirurgischen Entfernen des infizierten Schleimbeutels. Alternativ kann eine [[Drainage (Medizin)|Drainage]] in Kombination mit der [[Instillation]] von Amphotericin B in den Schleimbeutel in Betracht gezogen werden. Eine systemische Behandlung mit Itraconazol über zwei Monate wird ebenfalls empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für disseminierte Protothekosen sind systemische Behandlungen mit Amphotericin B, einer Kombination aus Amphotericin B und [[Doxycyclin]] sowie Fluconazol beschrieben. [[Peritonitis|Bauchfellentzündung]] durch Prototheken wurde durch Gaben von Amphotericin B direkt [[Intraperitoneal#Intraperitoneale Applikation|intraperitoneal]] behandelt. Das Ausschneiden der ursprünglichen Infektionsstelle, bzw. das Entfernen von Fremdkörpern in Kombination mit systemischer Medikamentengabe wird als vorsichtigste Therapiemethode empfohlen. Die Therapie mit Azolen wird kritisch gesehen, da die meisten Therapieversager mit dieser Medikamentengruppe auftraten; die Anwendung von Amphotericin B scheint daher sinnvoller zu sein. Die beschriebene Therapiedauer variiert sehr stark und reicht von fünf Tagen bis zu acht Monaten;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt; als Extremfall ist eine Therapie einer durch Prototheken verursachten [[Meningitis|Hirnhautentzündung]] mit Amphotericin B und Azolen über sechs Jahre beschrieben, die aber die Erreger nicht eliminieren konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=K. Takaki u. a. |Titel=Chronic Prototheca meningitis |Sammelwerk=Scand J Infect Dis |Band=28 |Nummer=3 |Datum=1996 |Seiten=321–323 |PMID=8863372}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Protothekosen in der Tiermedizin ==&lt;br /&gt;
=== Hausrind ===&lt;br /&gt;
Beim Hausrind führen Infektionen mit Prototheken zu [[Gastroenteritis|Darm-]] und [[Mastitis (Haustiere)|Euterentzündungen]] (Mastitis).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Osterstock&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. Osterstock, J. Mansell, A. Roussel |Titel=Protothecal enteritis as a cause of protein-losing enteropathy in a bull |Sammelwerk=J Am Vet Med Assoc |Band=227 |Nummer=9 |Datum=2005 |Seiten=1476–1479, 1418 |DOI=10.2460/javma.2005.227.1476 |PMID=16279394}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Prototheken-Mastitis tritt weltweit auf; die meisten Fälle von infizierten Herden werden aus [[Deutschland]], den [[Vereinigte Staaten|USA]] und [[Brasilien]] gemeldet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roesler&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=U. Roesler, A. Hensel |Titel=Longitudinal analysis of Prototheca zopfii-specific immune responses: correlation with disease progression and carriage in dairy cows |Sammelwerk=J Clin Microbiol |Band=41 |Nummer=3 |Datum=2003 |Seiten=1181–1186 |DOI=10.1128/JCM.41.3.1181-1186.2003 |PMID=12624049}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Prototheken-Mastitis ist eine schwer verlaufende Euterentzündung, die medikamentell nicht behandelbar ist. Die Infektion wird offenbar über subklinisch erkrankte Ausscheider in einem Bestand aufrechterhalten. Eine Bestandsanierung kann über die Identifizierung und [[Keulung]] befallener Tiere erfolgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Uwe Rösler, Andreas Hensel: &amp;#039;&amp;#039;Sanierung der Prototheca zopfii-Mastitis in einem Milchviehbestand.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Dtsch. Tierärztl. Wschr.&amp;#039;&amp;#039; Band 110, 2003, S. 374–377. PMID 14560445&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Diagnose sind [[Serologie|serologische]] Untersuchungen auf [[Antikörper]] gegen Prototheken hilfreich;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lass&amp;quot; /&amp;gt; der Nachweis von &amp;#039;&amp;#039;P. zopfii&amp;#039;&amp;#039; kann auch durch PCR erbracht werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Onozaki&amp;quot; /&amp;gt; Prototheken werden durch [[Pasteurisierung|Pasteurisation]] der Milch nicht sicher abgetötet und stellen darum ein potentielles [[Zoonose]]risiko dar.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=P. A. Melville u. a. |Titel=Evaluation of the susceptibility of &amp;#039;&amp;#039;Prototheca zopfii&amp;#039;&amp;#039; to milk pasteurization |Sammelwerk=Mycopathologia |Band=146 |Nummer=2 |Datum=1999 |Seiten=79–82 |DOI=10.1023/A:1007005729711 |PMID=10822507}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haushund ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Prototheca zopfii.jpg|mini|[[Histologie]]bild einer Infektion mit &amp;#039;&amp;#039;Prototheca zopfii&amp;#039;&amp;#039; beim Hund]]&lt;br /&gt;
Bei [[Haushund]]en wurden einige Einzelfälle mit kutaner, systemischer und disseminierter Protothekose beschrieben. Die Erstbeschreibung erfolgte 1969.&amp;lt;ref&amp;gt;Sonja Gorissen: &amp;#039;&amp;#039;Protothekose bei einem Riesenschnauzer.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kleintierpraxis.&amp;#039;&amp;#039; 56, 2011, S. 16–20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es besteht eine [[Disposition (Medizin)|Prädisposition]] für [[Langhaarcollie|Collies]] und weibliche Tiere.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ettinger_1995&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stephen J. Ettinger, Edward C. Feldman |Titel=Textbook of Veterinary Internal Medicine |Auflage=4 |Verlag=W.B. Saunders Company |Datum=1995 |ISBN=0-7216-6795-3}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Infektionen mit Prototheken führen entweder zu einer [[Haut]]infektion oder häufiger zu einer [[Dissemination|disseminierten]] Protothekose. Bei dieser dringen die Algen durch Maul oder Nase in den Körper ein und führen zu einer Darminfektion. Von dort streuen sie in [[Auge]]n, [[Gehirn]] und [[Niere]]n. Die Symptome der Erkrankung sind [[Durchfall]], Gewichtsverlust, Schwäche, [[Uveitis|Augenentzündung]], [[Netzhautablösung]], [[Ataxie|Koordinationsstörungen]] und [[Konvulsion|Krampfanfälle]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Juliet R. Gionfriddo |Titel=An unusual cause of blindness in a Siberian husky |Sammelwerk=Veterinary Medicine |Band=102 |Nummer=3 |Verlag=Advanstar Communications |Datum=2007-03 |Seiten=172–178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hunde mit akuter [[Blindheit]] und Durchfall, die eine [[Exsudat (Medizin)|exsudative]] Netzhautablösung entwickeln, sollten auf Protothekose untersucht werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;VCNA&amp;quot; /&amp;gt; Die [[Diagnose]] erfolgt durch [[Mikroorganismenkultur|Kultur]] oder direkt durch den [[mikroskop]]ischen Nachweis der Algen in einer [[Biopsie]] oder auch im [[Liquor cerebrospinalis]], [[Glaskörper]] oder [[Urin]]. Die Behandlung der disseminierten Protothekose gestaltet sich schwierig, aber [[Antimykotikum|Antimykotika]] haben sich in einigen Fällen als wirksam erwiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ettinger_1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Prognose der kutanen Protothekose ist mäßig und hängt von der Möglichkeit zur chirurgischen Entfernung der befallenen Haut ab. Die Prognose der disseminierten Form ist schlecht, was möglicherweise auch damit zusammenhängt, dass die Krankheit meist erst spät erkannt und behandelt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hosaka&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Tierarten ===&lt;br /&gt;
Protothekose kommt sehr selten bei der [[Hauskatze]] vor. Der erste Fall wurde 1976 beschrieben;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=W. Kaplan u. a. |Titel=Protothecosis in a cat: first recorded case |Sammelwerk=Sabouraudia |Band=14 |Nummer=3 |Datum=1976 |Seiten=281–286 |DOI=10.1080/00362177685190421 |PMID=996693}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die betroffene Katze wies eine fluktuierende Masse am Hinterbein auf. Bei den wenigen anderen beschriebenen Fällen handelte es sich um Hautinfektionen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. W. Finnie u. a. |Titel=Cutaneous protothecosis in a cat |Sammelwerk=Aust Vet J |Band=57 |Nummer=6 |Datum=1981 |Seiten=307–308 |PMID=7316900}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. E. Dillberger u. a. |Titel=Protothecosis in two cats |Sammelwerk=JAVMA |Band=192 |Nummer=11 |Datum=1988 |Seiten=1557–1559 |PMID=3410772}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Atlantischer Lachs|Atlantischen Lachsen]] ist in einer [[Aquakultur|Fischzuchtanlage]] eine Infektion von Jungfischen durch &amp;#039;&amp;#039;[[Prototheca salmonis]]&amp;#039;&amp;#039; beschrieben, die sich klinisch in einer Niereninfektion äußert und bei der histologisch eine systemische Infektion nachgewiesen werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. C. Gentles u. a. |Titel=Protothecosis of Atlantic Salmon |Sammelwerk=Sabouraudia |Band=15 |Nummer=2 |Datum=1977 |Seiten=133–139 |DOI=10.1080/00362177785190211 |PMID=905919}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://secure.vet.cornell.edu/nst/nst.asp?Fun=Display&amp;amp;imgID=21518 Bilder einer Protothekose beim Hund]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Exzellent|5. März 2010|71411884}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Infektionskrankheit bei Hunden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katzenkrankheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wiederkäuerkrankheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zoonose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Infektionskrankheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buiatrik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ghilt</name></author>
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