<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Protobulgaren</id>
	<title>Protobulgaren - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Protobulgaren"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Protobulgaren&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-04T23:22:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Protobulgaren&amp;diff=525265&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-25989-99: /* Geschichte */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Protobulgaren&amp;diff=525265&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-29T07:11:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Krum1.jpg|mini|Khan [[Krum (Bulgarien)|Krum]], Herrscher Anfang des 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts (Darstellung des 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Protobulgaren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (gelegentlich auch &amp;#039;&amp;#039;Ur-Bulgaren&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Hunno-Bulgaren&amp;#039;&amp;#039;) ist eine wissenschaftliche Bezeichnung für diverse, vor allem [[Turksprachen|turksprachige]] Stammesverbände der [[Eurasische Steppe|eurasischen Steppenzone]], die seit dem 5. Jahrhundert in den Schriftquellen unter dem [[Ethnonym]] „Bulgaren“ erscheinen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Harald Haarmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Protobulgaren&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der untergegangenen Völker&amp;#039;&amp;#039;, München 2005, S. 225. Allgemeiner Überblick bei: Ivan Dujcev: &amp;#039;&amp;#039;Bulgarien&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Lexikon des Mittelalters]], Bd. 2, Sp. 915 ff.; René Grousset: &amp;#039;&amp;#039;Die Steppenvölker&amp;#039;&amp;#039;, München 1970, S. 249; Heinz Siegert: &amp;#039;&amp;#039;Osteuropa – Vom Ursprung bis Moskaus Aufstieg&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Panorama der Weltgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, hrsg. von Heinrich Pleticha, Gütersloh 1985, S. 46; [[Walter Pohl]]: {{Webarchiv|url=http://wwwg.uni-klu.ac.at/eeo/Pohl_Jahrtausend.pdf |wayback=20111129213413 |text=&amp;#039;&amp;#039;Ein Jahrtausend der Wanderungen, 500–1500&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2022-12-29 19:21:52 InternetArchiveBot }} (PDF; 2,1&amp;amp;nbsp;MB). In: &amp;#039;&amp;#039;Wiener Enzyklopädie des europäischen Ostens&amp;#039;&amp;#039; 12, S. 134 ff., 147&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hösch/Nehring/Sundhaussen&amp;quot;&amp;gt;Hösch, Nehring, Sundhaussen: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon zur Geschichte Südosteuropas.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 553.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Sprache wird als &amp;#039;&amp;#039;[[Bolgarische Sprache]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Größere Reichsgründungen gelangen den Protobulgaren östlich und westlich des [[Asowsches Meer|Asowschen Meer]]es (&amp;#039;&amp;#039;Megale Boulgaria&amp;#039;&amp;#039;, siehe [[Großbulgarisches Reich]]), auf dem Balkan (&amp;#039;&amp;#039;[[Geschichte Bulgariens#Erstes Bulgarisches Reich|Erstes Bulgarisches Reich]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Kuwer|Khaganat von Bitola]]) und an der mittleren [[Wolga]] (&amp;#039;&amp;#039;Wolga-Kama-Bulgarien&amp;#039;&amp;#039;). Die auf den Balkan eingewanderten Protobulgaren wurden im [[Frühmittelalter]] (7.–10. Jahrhundert) slawisiert. Sie nahmen im 9. Jahrhundert das [[Christentum]] an und werden zu den Vorfahren der heutigen ([[Slawische Sprachen|slawisch-sprachigen]]) [[Bulgaren]] gezählt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hösch, Nehring, Sundhaussen: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon zur Geschichte Südosteuropas.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 139–140.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Wolgabulgaren]] in [[Russland]] hingegen nahmen im 10. Jahrhundert den [[Islam]] an.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bulgar runic letters.png|mini|[[Protobulgarische Schrift]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ethnonym ==&lt;br /&gt;
Über die Bedeutung des Volksnamens „Bulgaren“ ([[Griechische Sprache|griech.]] Βούλγαροι) gibt es zahlreiche Theorien. Man leitete ihn oft vom Flussnamen der [[Wolga]] (&amp;#039;&amp;#039;Wolgaren&amp;#039;&amp;#039;) ab. Am verbreitetsten ist die Theorie, dass sich der Name &amp;#039;&amp;#039;„Bulghar“&amp;#039;&amp;#039; aus dem protobulgarischen &amp;#039;&amp;#039;„bulganmış“&amp;#039;&amp;#039; ableitet, was „vermischt“ bedeutet und auf eine Föderation ethnisch heterogener Verbände hindeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige bulgarische Forscher wie [[Nikolaj Owtscharow]] und [[Georgi Bakalow (Historiker)|Georgi Bakalow]] zählen die Protobulgaren zu den Nachfahren der antiken [[Baktrer]], die die Region um [[Balch]] besiedelten, wovon auch der Name abgeleitet sei (&amp;#039;&amp;#039;Balkh&amp;#039;&amp;#039;ar – &amp;#039;&amp;#039;Bolg&amp;#039;&amp;#039;ar);&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nikolaj Owtscharow&amp;quot; /&amp;gt; dies stellt jedoch eine Minderheitsmeinung dar. Andere wiederum sehen die Protobulgaren als Stämme des [[Hunnen]]reiches (die so genannten Hunno-Bulgaren), die sich nach der [[Schlacht am Nedao]] in östliche Richtung zurückzogen und sich an der unteren Wolga niederließen. Allgemein sind viele Punkte in der Forschung bis heute umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pontic steppe region around 650 AD.png|mini|Großbulgarien um 650]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bulgarians and Slavs VI-VII century.png|mini|Wanderungen der Protobulgaren nach dem Zerfall Großbulgariens]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Мемориален комплекс &amp;quot;Хан Аспарух&amp;quot; (2), гр. Добрич.JPG|mini|Denkmal für Khan Asparuch in [[Dobritsch]]]]&lt;br /&gt;
Bei den Protobulgaren handelte es sich wohl um [[Turksprachen|turksprachige]] Nomadenstämme aus [[Zentralasien]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hösch/Nehring/Sundhaussen&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Protobulgaren&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der untergegangenen Völker&amp;#039;&amp;#039;, München 2005, S. 225&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;René Grousset: &amp;#039;&amp;#039;Die Steppenvölker.&amp;#039;&amp;#039; München 1970, S. 249&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Siegert: &amp;#039;&amp;#039;Osteuropa – Vom Ursprung bis Moskaus Aufstieg.&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;#039;&amp;#039;Panorama der Weltgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band 2) herausgegeben von Heinrich Pleticha, Gütersloh 1985, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre genaue Herkunft ist jedoch bis heute nicht restlos geklärt. Nach Ansicht mancher Forscher sollen sie sich im 5. Jahrhundert mit den [[Hunnen]] zusammengeschlossen haben,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nikolaj Owtscharow&amp;quot;&amp;gt;Nikolaj Owtscharow: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Bulgariens. Kurzer Abriss&amp;#039;&amp;#039;, Lettera Verlag, Plowdiw 2006, ISBN 954-516-584-7&amp;lt;/ref&amp;gt; was aber unsicher ist. Nach dem Tod des hunnischen Führers [[Attila]] (453) und dem Zerfall des Hunnenreiches ließen sich die Protobulgaren möglicherweise in der pontischen Steppe (südrussische Steppe) nördlich des [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meeres]] und in Mittelasien nieder. Dazu kamen [[Finno-ugrische Völker|finno-ugrische]] beziehungsweise [[Ural-altaische Sprachen|ural-altaische]] Stämme. Ihnen schlossen sich die (wohl zu den [[Turkvölker]]n gehörenden) [[Saraguren]] und [[Onoguren]] an, die um 463 von den sprachverwandten [[Sabiren]] aus ihrer Heimat im heutigen West[[sibirien]] und [[Kasachstan]] nach Westen verdrängt worden waren. Die neue „Liga“, der auch [[Alanen|alanische]] Elemente angehörten, stand unter der Führung des Attilasohnes [[Ernak]] (zumindest der [[Bulgarische Fürstenliste|bulgarischen Fürstenliste]] zufolge).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hösch/Nehring/Sundhaussen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neueren Forschung sind viele Punkte hinsichtlich des Ursprungs&amp;lt;ref&amp;gt;Zur umstrittenen Herkunft der Bulgaren siehe Daniel Ziemann: &amp;#039;&amp;#039;Vom Wandervolk zur Großmacht. Die Entstehung Bulgariens im frühen Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 2007, S. 32 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Entwicklung der Protobulgaren allerdings umstritten. So werden viele der älteren Erklärungsmodelle kritischer betrachtet sowie auf die dünne und teils widersprüchliche [[Quellenlage]] hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Überblick zur Forschung bei Daniel Ziemann: &amp;#039;&amp;#039;Vom Wandervolk zur Großmacht.&amp;#039;&amp;#039; Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 2007, S. 2 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erstmals gesichert werden die Bulgaren erst Ende des 5. Jahrhunderts im Donauraum erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Daniel Ziemann: &amp;#039;&amp;#039;Vom Wandervolk zur Großmacht.&amp;#039;&amp;#039; Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 2007, S. 44ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch ist unter anderem auch die Rolle der [[Kutriguren]] und [[Utiguren]] beim Prozess der [[Ethnogenese]] der Protobulgaren. Legendenhaft ausgeschmückten Berichten in den Quellen zufolge sollen die Kutriguren und Utiguren von den Resten der Hunnen abstammen, was aber unsicher ist. Um 550 kam es zu Kämpfen zwischen ihnen, vorangetrieben von oströmischer Seite; sie wurden schließlich von den [[Awaren]] besiegt. Teile dieser Gruppen mögen sich später den Protobulgaren angeschlossen haben oder bereits mit ihnen identisch gewesen sein, doch ist dies unklar. In den [[spätantike]]n Quellen (Hauptquelle hierfür ist [[Prokopios von Caesarea]]) werden diese Gruppen auch nicht als Bulgaren bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Daniel Ziemann: &amp;#039;&amp;#039;Vom Wandervolk zur Großmacht.&amp;#039;&amp;#039; Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 2007, S. 95ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor 558 wurden die Protobulgaren von den Awaren besiegt. Einige schlossen sich den Awaren an und zogen mit diesen weiter westwärts. Große Teile der Protobulgaren, „Hunnen“ (der Name bezeichnet in den Quellen oft schlicht „barbarische Völker“ aus der Region nördlich des Schwarzen Meeres) und der anderen Reiternomaden verblieben aber in den südrussischen Steppen. Im Jahr 635 erhoben sich die Protobulgaren-[[Onoguren]] unter Khan [[Kubrat]] (auch Kobrat, von &amp;#039;&amp;#039;qobrat&amp;#039;&amp;#039; – „sammle das Volk“) mit Erfolg gegen die Herrschaft der Awaren. Kubrat vereinte die Völker zum [[Großbulgarisches Reich|Großbulgarischen Reich]] (griechisch Η παλαια μεγαλη Βουλγαρια; &amp;#039;&amp;#039;megale Boulgaria&amp;#039;&amp;#039; – „Großbulgarien“). Mit [[Byzantinisches Reich|Byzanz]] war er verbündet. Aus diesem Anlass bekam Kubrat vom byzantinischen Kaiser [[Herakleios]] den Ehrentitel [[Patricius]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hösch/Nehring/Sundhaussen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Großbulgarische Reich&amp;#039;&amp;#039; an der Nordküste des Schwarzen Meeres reichte von der [[Maeotis]] bis nach [[Kuban]]. Hauptstadt war [[Phanagoria]] am [[Asowsches Meer|Asowschen Meer]] unweit des heutigen [[Taman (Krasnodar)|Taman]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hösch/Nehring/Sundhaussen&amp;quot; /&amp;gt; An der Spitze des Reiches stand der Khan und an dessen Seite wurde ein &amp;#039;&amp;#039;Rat der Adligen&amp;#039;&amp;#039; (Große [[Bojaren#Boljaren bei den Bulgaren|Boil]]en) errichtet. Zweiter Mann im Reich war der &amp;#039;&amp;#039;[[Kawkhan]]&amp;#039;&amp;#039; (hatte mehrere Funktionen inne, unter anderem Oberster Befehlshaber der Streitkräfte und [[Diplomat]]), dritter der &amp;#039;&amp;#039;[[Itschirgu-Boil]]&amp;#039;&amp;#039; (Verwalter der Hauptstadt und Befehlshaber der hauptstädtischen [[Garnison]]). Als höchste Verwaltungsbeamte und militärische Kommandanten übten sie eine Doppelfunktion aus, die in den nachfolgenden Stufen der administrativen Hierarchie ihre Fortsetzung findet. Einige Theorien sehen in dem mittelalterlichen Adelstitel &amp;#039;&amp;#039;[[Boljaren]]&amp;#039;&amp;#039; eine slawisierte Ableitung des urbulgarischen Titel &amp;#039;&amp;#039;Boil&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Max Vasmer]]: &amp;#039;&amp;#039;Russisches etymologisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;1, Heidelberg 1976 (1.&amp;amp;nbsp;Aufl. 1950), ISBN 3-533-00665-4, s.&amp;amp;nbsp;v. &amp;#039;&amp;#039;bojarin&amp;#039;&amp;#039;; {{Webarchiv |url=http://starling.rinet.ru/cgi-bin/response.cgi?root=%2Fusr%2Flocal%2Fshare%2Fstarling%2Fmorpho&amp;amp;morpho=1&amp;amp;basename=%5Cusr%5Clocal%5Cshare%5Cstarling%5Cmorpho%5Cvasmer%5Cvasmer&amp;amp;first=1&amp;amp;text_word=%D0%B1%D0%BE%D1%8F%CC%81%D1%80%D0%B8%D0%BD&amp;amp;method_word=substring&amp;amp;text_general=&amp;amp;method_general=substring&amp;amp;text_origin=&amp;amp;method_origin=substring&amp;amp;text_trubachev=&amp;amp;method_trubachev=substring&amp;amp;text_editorial=&amp;amp;method_editorial=substring&amp;amp;text_pages=&amp;amp;method_pages=substring&amp;amp;text_any=%D0%91%D0%BE%D1%8F%D1%80%D0%B8%D0%BD&amp;amp;method_any=substring&amp;amp;sort=word |text=russische Fassung online |wayback=20070929091546}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;#039;&amp;#039;Großbulgarische Reich&amp;#039;&amp;#039; wurde jedoch schon in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts von den ebenfalls turkstämmigen [[Chasaren]] vernichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kubrats ältester Sohn [[Batbajan]] hatte sich den Chasaren unterworfen und blieb in der alten Hauptstadt Phanagoria. Seine vier Brüder aber spalteten sich mit bedeutenden Stammesteilen ab. Die nordwärts ziehenden Protobulgaren unter der Führung von [[Kotrag]], des zweiten Sohn von Kubrat, gründeten das Reich der [[Wolgabulgaren]] mit ihrer Hauptstadt [[Bolgar]]. Das Reich der Wolgabulgaren existierte bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts, als es von der [[Goldene Horde|Goldenen Horde]] der [[Mongolen]] besiegt wurde. Das Volk der [[Tschuwaschen]] sieht sich als Nachfolger eines Teils der Wolga-Bulgaren. Ein anderer Teil verschmolz mit den [[Kasan-Tataren]], die sich noch bis ins späte 19. Jahrhundert als „İdil Bulgarları“ (İdil = Wolga; Bulgarlar = Protobulgaren) und nicht als &amp;#039;&amp;#039;„Tatarlar“&amp;#039;&amp;#039; (Tataren) bezeichneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nach Südwesten ziehenden Teile unter Kubrats Sohn [[Asparuch]] überquerten die Donau und verbündeten sich (nach anderer Meinungen unterwarfen) mit der lokalen [[Landnahme der Slawen auf dem Balkan#Gemengelage zwischen Slawen und Nichtslawen bis zum 10. Jahrhundert|slawischen Bevölkerung der Seweren und den Sieben Stämmen]] und errichteten im Jahr 679 das [[Geschichte_Bulgariens#Erstes_Bulgarisches_Reich|Donaubulgarische Reich]] mit der Hauptstadt [[Pliska]]. Asparuch gilt daher als Gründer des heutigen Bulgarien auf dem [[Balkanhalbinsel|Balkan]]. Dieses bulgarische Reich war das erste Reich, dem ein byzantinischer Kaiser Tribut zahlen musste, was als große Schmach in [[Konstantinopel]] empfunden wurde. Obwohl vom byzantinischen Kaiser [[Konstantin IV. (Byzanz)|Konstantin IV.]] vertraglich anerkannt, belagerten die Bulgaren mehrfach Konstantinopel (705 und 813) und dehnten unter [[Krum (Bulgarien)|Krum]] (802–814) ihr Reich nach Westen bis zur [[Theiß (Fluss)|Theiß]] aus. Im Jahr 718, während des [[Belagerung von Konstantinopel (717–718)|Zweiten Angriffs der Araber auf Konstantinopel]], schickte jedoch Khan [[Terwel von Bulgarien|Terwel]] seine Armee dem byzantinischen Kaiser [[Leo III. (Byzanz)|Leo III.]] zu Hilfe, was mit zur Aufhebung der arabischen Belagerung beitrug. Bis zum [[Ungarneinfälle|Einbruch der Ungarn]] im Jahr 895 umfasste das Bulgarenreich faktisch den gesamten nicht-byzantinischen Balkan und reichte im Norden nach dem Sieg über die Awaren bis nach [[Budapest]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hösch/Nehring/Sundhaussen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bulgaria krum map pl.jpg|mini|Das Donaubulgarische Reich unter Khan Krum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden jüngsten Söhne Kubrats, [[Kuwer]] (Kuber) und [[Alzek]], zogen mit ihren kleineren Stammesverbänden ebenfalls Richtung Westen und schlossen sich in [[Pannonische Tiefebene|Pannonien]] (Ungarn) den Awaren an. Nach einer misslungenen Revolte gegen die Stammesführung trennten sich ihre Wege wieder. Schon 680 zog Kuwer Richtung Süden zusammen mit Teilen der &amp;#039;&amp;#039;Sermesianoi&amp;#039;&amp;#039;, Nachfahren der römischen Provinzialbevölkerung in Pannonien, und den von den Awaren bereits 626 verschleppten und in Pannonien angesiedelten römischen Gefangenen. Er ließ sich im unbesiedelten Gebiet um [[Bitola]] in [[Makedonien]] nieder, das zum [[Thema (byzantinische Verwaltung)|byzantinischen Thema]] &amp;#039;&amp;#039;[[Thessalonike (byzantinisches Thema)|Thessalonike]]&amp;#039;&amp;#039; gehörte, wo Kuwer ein [[Großkhan|Khaganat]] errichtete, welches gelegentlich in der Geschichtsschreibung als [[Westbulgarisches Reich]] bezeichnet wird. Unter Khan [[Malamir]] und Khan [[Presian I.]] vereinigten sich die Kuwerbulgaren mit dem Bulgarenreich von Asparuch. Im Jahr 1000 sollte seine Hauptstadt unter Zar [[Samuil (Bulgarien)|Samuil]] und seinen Nachfolgern auch Hauptstadt ganz Bulgariens werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alzek&amp;lt;ref&amp;gt;Friedhelm Winkelmann u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;[[Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1, de Gruyter, Berlin 1999, ISBN 3-11-015179-0, S. 62–63.&amp;lt;/ref&amp;gt; zog weiter westlich, überquerte im Jahr 667 die [[Alpen]] und zog friedlich nach Norditalien in die Gegend um [[Ravenna]]. So berichtet der Geschichtsschreiber [[Paulus Diaconus]] über die Ankunft von &amp;#039;&amp;#039;Vulgarum [[Dux (Titel)|dux]] Alzeco nomine&amp;#039;&amp;#039;, der aus unbekannten Gründen, jedoch in friedlicher Absicht mit seinem Heer nach [[Italien]] gekommen war. Die Gastfreundschaft der Römer sei aber nur eine Tarnung gewesen. Im selben Jahr mussten die Protobulgaren bei mehreren Hinterhalten um ihr Überleben kämpfen. Daher zogen sie immer weiter südwärts, bis sie schließlich das [[Herzogtum Benevent]] erreichten. Paulus Diaconus berichtet weiter, dass dort Khan Alzek von dem [[Langobarden]]könig [[Grimoald (Langobarde)|Grimoald]] empfangen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paulus Diaconus]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Historia Langobardorum]]&amp;#039;&amp;#039; 5, 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Alzek wurde die Region [[Molise]] zugesprochen, unter der Voraussetzung, dass er auf seinen Titel &amp;#039;&amp;#039;dux&amp;#039;&amp;#039; und Herrschaftsanspruch verzichtet, da Grimoald selbst &amp;#039;&amp;#039;dux&amp;#039;&amp;#039; von Benevent war. Noch heute tragen in ganz Italien Berge, Regionen, Dörfer, Flüsse und Familien protobulgarische Namen oder die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;„Bulgaren“&amp;#039;&amp;#039;. Beispiele dafür sind der italienische Hersteller von Luxusartikeln [[Bulgari]], [[Bartolomeo Bulgarini]], Kardinal &amp;#039;&amp;#039;Pietro Bulgaro&amp;#039;&amp;#039;, der Name &amp;#039;&amp;#039;del Bulgaro&amp;#039;&amp;#039; oder die Gemeinden [[Bulgarograsso]] und [[Celle di Bulgheria]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ziezi.tripod.com/amico/amico.htm &amp;#039;&amp;#039;Über die Kultur der Bulgaren in Italien&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kulturelle Erbe der Protobulgaren blieb in einer Reihe von Baudenkmälern erhalten, so in rund 100 gemeißelten Schriftdenkmälern mit protobulgarischer Kerbschrift aus der Zeit des Donaubulgarischen Reiches oder in bildlichen Darstellungen. Einige wie der [[Reiter von Madara]] sind zum UNESCO-[[Weltkulturerbe]] ernannt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bulgarien und Nordmazedonien verschmolzen die Protobulgaren vor allem mit slawischen Stämmen und den Resten der römischen Provinzialbevölkerung zum heutigen Volk der Bulgaren. Die relativ dünne protobulgarische Herrscherschicht ging in der Bevölkerungsmehrheit der vier unterworfenen Slawenstämme rasch auf, jedoch wurde erst nach der Christianisierung der Protobulgaren und Slawen kein Unterschied mehr zwischen ihnen gemacht. Die Protobulgaren regierten das Donaubulgarische Reich, bis es im Jahr 1018 unter byzantinische Herrschaft fiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theorien zur Herkunft der Protobulgaren ==&lt;br /&gt;
Bis heute ist sich die Forschung über die Herkunft der Protobulgaren nicht einig. Die heute vorherrschende These geht von einer turkstämmigen Herkunft aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erforschung der Protobulgaren begann im Jahre 1832 damit, dass [[Christian Martin Frähn]] bei der Interpretation arabischer Nachrichten über die Wolgabulgaren den Namen des Asparuch als persisch einordnete. Mit dem Werk von [[Wassil Slatarski]] &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Bulgaren I: Von der Gründung des bulgarischen Reiches bis zur Türkenzeit (679–1396)&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vasil Slatarski: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Bulgaren I: Von der Gründung des bulgarischen Reiches bis zur Türkenzeit (679–1396).&amp;#039;&amp;#039; [[Bulgarische Bibliothek]] 5, Leipzig 1918&amp;lt;/ref&amp;gt; aus dem Jahre 1918 setzte sich der Autor für eine mögliche [[Hunnen|hunnische]] Abstammung ein. Diese These fand in Bulgarien bis zur [[Geschichte Bulgariens#Kommunistische Machtergreifung|Machtübernahme der Kommunisten 1945]] große Verbreitung und wurde auch in den Schulbüchern niedergeschrieben. Während der kommunistischen Ära wurde diese Meinung durch die Überlegung einer möglichen Abstammung von den Turkvölkern ersetzt. Die ältere These baut ihre Erkenntnisse vor allem auf die archäologische Forschung auf und schließt einen möglichen Einfluss der Turkvölker, etwa auf die [[Adelstitel|Titulatur]] und Grabbeigabe aus. [[Wesselin Beschewliew]] rollte im Jahre 1967 mit zwei Artikeln über die Abstammung der Bulgaren die Diskussion darüber auf. Darin akzeptierte er zwar die turkische Abstammung der Protobulgaren, machte aber gleichzeitig auf iranische Einflüsse aufmerksam, die andere Experten für eher gering im Vergleich zum turksprachlichen Substrat halten.&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Schmitt: &amp;#039;&amp;#039;Iranica Protobulgarica: Asparuch und Konsorten im Lichte der Iranischen Onomastik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Academie Bulgare des Sciences&amp;#039;&amp;#039;, Linguistique Balkanique, XXVIII (1985), H. l, S.&amp;amp;nbsp;13–38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende der 1980er Jahre verstärken sich vor allem in Bulgarien die Forschungen zur Unterstützung der &amp;#039;&amp;#039;indo-iranischen&amp;#039;&amp;#039; These. So gilt heute der früher u.&amp;amp;nbsp;a. von Rüdiger Schmitt&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Schmitt: &amp;#039;&amp;#039;Asparuch und Konsorten im Lichte der iranischen Onomastik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Linguistique Balkanique&amp;#039;&amp;#039; 28, 1958, S. 20–30 [http://www.kroraina.com/bulgar/schmitt.html Volltext]&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Steven Runciman]]&amp;lt;ref&amp;gt;Steven Runciman: &amp;#039;&amp;#039;A History of the First Bulgarian Empire.&amp;#039;&amp;#039; London 1930, S. 19–30, 273–78.&amp;lt;/ref&amp;gt; diskutierte, zumindest partielle kulturelle Einfluss iranischer Völker auf die Protobulgaren als gesichert. Auch die [[Encyclopædia Iranica]] weist auf den kulturellen Einfluss hin, vor allem auf die mitteliranischen Namen &amp;#039;&amp;#039;Asparuch&amp;#039;&amp;#039; („der mit dem scheinenden Pferd“) und &amp;#039;&amp;#039;Berzmer&amp;#039;&amp;#039; (von [[Persische Sprache|persisch]] &amp;#039;&amp;#039;Burzmehr&amp;#039;&amp;#039;, „Hochgelobter [[Mithras]]“), sowie die Figur des &amp;#039;&amp;#039;[[Reiter von Madara|„Madara-Reiters“]]&amp;#039;&amp;#039;, welche in der Nähe der Ruinen von Pliska in Stein gemeißelt ist und angeblich sehr stark an die [[Naqsch-e Rostam|„Naqše Rustam“-Felsreliefs]] der persischen [[Sassaniden]] erinnert.&amp;lt;ref&amp;gt;D. M. Lang, &amp;#039;&amp;#039;Asparukh.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Encyclopædia Iranica]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ebenso weist die [[Bulgarische Fürstenliste]] iranische Züge auf. Neue archäologische Erkenntnisse weisen zudem mögliche [[Zoroastrismus|zoroastrische]] [[Feuertempel]] unter den Hauptkirchen in den Hauptstädten [[Pliska]] und [[Weliki Preslaw|Preslaw]] nach. Nach Ansicht einiger bulgarischer Forscher wie dem Historiker [[Georgi Bakalow]], standen die Protobulgaren nicht nur unter iranischem Einfluss, sondern hatten antike indo-iranische Wurzeln. Laut Bakalow standen die Bulgaren später unter Einfluss der turkischen Stämme der [[Göktürken]] und übernahmen von ihnen Titulatur und den gesellschaftlichen Aufbau.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: [http://odnapl1yazyk.narod.ru/pblang02.htm Die Inschriften und das Alphabet der Protobulgaren], Petar Dobrew; Georgi Bakalow, &amp;#039;&amp;#039;[http://www.protobulgarians.com/Statii%20ot%20drugi%20avtori/Bakalov-1.htm Wenig bekannte Tatsachen aus der bulgarischen Geschichte]&amp;#039;&amp;#039;; [[Boschidar Dimitrow]], 2005. 12 мита в българската история (bulgarisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese These findet aber in westeuropäischen Fachkreisen wenig Beachtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pliska - Gate.JPG|mini|Die alte bulgarische Hauptstadt Pliska]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Arbeiten [[Petar Dobrew]]s, mit denen er die Protobulgaren erneut mit [[Indogermanen|indogermanischen]] Stämmen Zentralasiens in Verbindung bringt, sind in Bulgarien sehr populär, werden aber im Ausland als spekulativ kritisiert, da Dobrew ausschließlich Elemente wie etwa einige Namen berücksichtigt und andere Erkenntnisse über die Protobulgaren unberücksichtigt lässt. Dabei wurden die Protobulgaren mit den antiken [[Pamir (Gebirge)|Pamir]]-Völkern und ihren Sprachen sowie mit dem [[Avestisch]]en und [[Sanskrit]] in Verbindung gebracht, vor allem mit dem antiken [[Baktrien]]. Dabei beziehen sich diese Theorien auf eine deutlich frühere Zeitspanne als die Zeit der protobulgarischen Wanderung nach Europa. In Expertenkreisen finden diese Theorien jedoch wenig Zustimmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Protobulgaren hatten eine eigene [[Orchon-Runen|Runenschrift]], einen eigenen Kalender und eine eigene Religion, deren oberste Gottheit der Himmelsgott &amp;#039;&amp;#039;Tangra&amp;#039;&amp;#039; war. Neben der obengenannten Theorie existieren andere, vor allem in Bulgarien weit verbreitete Thesen, die die Turkabstammung der Protobulgaren sowie eine mögliche Verbindung des protobulgarischen Gottes &amp;#039;&amp;#039;Tangra&amp;#039;&amp;#039; mit dem von antiken Turkvölkern verehrten Gott [[Tengri]] ablehnen. Der Autor Schiwko Woinikow geht von einer angeblichen, aber sehr fragwürdigen Herkunft vom [[Sumerische Sprache|sumerischen]] Begriff für „Gott“ [[Dingir]] (sumerisch: [[Dingir|𒀭]], [[Datei:Cuneiform sumer dingir.svg|20px]], später [[Datei:Assyrian cuneiform U1202D MesZL 10.svg|20px]]) aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://odnapl1yazyk.narod.ru/pblang04.htm Inschrift und Alphabet der Protobulgaren]: &amp;#039;&amp;#039;второе (TANGRA) восходит к тому же корню, что и шумерское Dingir&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
Die Protobulgaren hatten ursprünglich eine Religion, die durch [[Schamanismus]] und [[Ahnenkult]] geprägt war. Oberster Gott war der Himmelsgott &amp;#039;&amp;#039;[[Tangra]]&amp;#039;&amp;#039;. Es könnte sich dabei um eine Namensvariation des alttürkischen Himmelsgottes [[Tengri]] handeln. Tangra wird in nahezu allen protobulgarischen Runeninschriften erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;University of Saskatchewan, Andrei Vinogradov, Abteilung für Religionswissenschaft und Anthropologie, November 2003 {{Webarchiv|url=http://library.usask.ca/theses/available/etd-01192005-154827/unrestricted/tezispdf.pdf |wayback=20060824220524 |text=Seite 78 |archiv-bot=2019-05-08 09:00:36 InternetArchiveBot }} (PDF; 1,6&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Opfergabe an den Himmelsgott wurden weiße Pferde bevorzugt. Mit dem Eingeweide der geopferten Tiere wurde gewahrsagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der traditionellen Verehrung von Bergen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Khan Tengri]]) erhielt der höchste Berg auf dem [[Balkanhalbinsel|Balkan]] den Namen des Gottes Tangra. Er wurde erst im 15. Jahrhundert von den Osmanen in [[Musala]] umbenannt. Es wurden auch kleinere Berge verehrt, wie etwa der [[Perperikon]], der jedoch schon vor den Protobulgaren ein heiliger Ort für die [[Thraker]] und andere ansässige Völker gewesen war. Am Hang dieses Berges befinden sich noch heute gut erhaltene Kultbauten, die dem altgriechischen Weingott [[Dionysos]] (bei Thrakern &amp;#039;&amp;#039;Zagreus&amp;#039;&amp;#039;) gewidmet waren. Auf dem höchstgelegenen Felsen von Perpenikon findet man protobulgarische Runeninschriften mit einem Relief der tengristischen Fruchtbarkeitsgöttin &amp;#039;&amp;#039;[[Umay]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.spellintime.fsnet.co.uk/Folklore_Section_Travel.htm |wayback=20061207021024 |text=Siehe hier unter Perpenikon |archiv-bot=2022-12-29 19:21:52 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem verehrten die Protobulgaren auch die Sonne, den Mond und die damals bekannten fünf Planeten [[Jupiter (Planet)|Jupiter]], [[Venus (Planet)|Venus]], [[Merkur (Planet)|Merkur]], [[Mars (Planet)|Mars]] und [[Saturn (Planet)|Saturn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Vielvölkerreichen der Bulgaren herrschte Religionsfreiheit. Bei den Protobulgaren gab es bereits in der Zeit, als sie am Nordufer des Schwarzen Meers lebten, christliche, jüdische und buddhistische Minderheiten. Archäologische Ausgrabungen und schriftliche Überlieferungen bestätigen dies.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Boschidar Dimitrow|Bojidar Dimitrov]]: &amp;#039;&amp;#039;Bulgaria Illustrated History.&amp;#039;&amp;#039; 1994&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2001 gaben bulgarische Forscher einem Gebirge in der [[Antarktis]] den Namen [[Tangra Mountains]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Geschichte Bulgariens]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Herrscher von Bulgarien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Veselin Beševliev]]: &amp;#039;&amp;#039;Die protobulgarische Periode der bulgarischen Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Hakkert, Amsterdam 1981, ISBN 90-256-0882-5.&lt;br /&gt;
* [[Florin Curta]]: &amp;#039;&amp;#039;Southeastern Europe in the Middle Ages, 500–1250.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge 2006.&lt;br /&gt;
* [[Boschidar Dimitrow|Bojidar Dimitrov]]: &amp;#039;&amp;#039;Bulgaria Illustrated History.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Sofia 2002, ISBN 954-500-091-0.&lt;br /&gt;
* [[Edgar Hösch]], Karl Nehring, Holm Sundhaussen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon zur Geschichte Südosteuropas.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2004, ISBN 3-205-77193-1.&lt;br /&gt;
* {{RGA|34|210|211|Wolgabulgaren|Gert Rispling}}&lt;br /&gt;
* [[Jonathan Shepard]]: &amp;#039;&amp;#039;Slavs and Bulgars.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The New Cambridge Medieval History]].&amp;#039;&amp;#039; Band 2. Cambridge 1995, S. 228 ff. (mit ausführlicher Bibliographie zum Thema Bulgaren und Slawen [ebd., S. 915 ff.])&lt;br /&gt;
* [[Warren Treadgold]]: &amp;#039;&amp;#039;A History of the Byzantine State and Society.&amp;#039;&amp;#039; Stanford University Press, Stanford 1997, ISBN 0-8047-2630-2.&lt;br /&gt;
* Daniel Ziemann: &amp;#039;&amp;#039;Vom Wandervolk zur Großmacht. Die Entstehung Bulgariens im frühen Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 2007, ([http://www.recensio.net/rezensionen/zeitschriften/sudost-forschungen.-internationale-zeitschrift-fur-geschichte-kultur-und-landeskunde-sudosteuropas/--/67-2008/ReviewMonograph316509189/@@generate-pdf-recension?language=de wissenschaftliche Besprechung]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.kroraina.com/bulgar/rashev.html Rasho Rashev: &amp;#039;&amp;#039;On the origin of the Proto-Bulgarians&amp;#039;&amp;#039; (S. 23–33 in: &amp;#039;&amp;#039;Studia protobulgarica et mediaevalia europensia. In honour of Prof. V. Beshevliev&amp;#039;&amp;#039;, Veliko Tarnovo, 1992)] (engl.)&lt;br /&gt;
* [http://www.kroraina.com/bulgar/schmitt.html Rüdiger Schmitt: &amp;#039;&amp;#039;Iranica Protobulgarica. Asparuch und Konsorten im Lichte der Iranischen Onomastik&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.spellintime.fsnet.co.uk/Folklore.htm#ProBulgarians &amp;#039;&amp;#039;Bulgarian Myth and Folklore. Background to Bulgarian Myth and Folklore : The Proto-Bulgarians&amp;#039;&amp;#039;] (engl.)&lt;br /&gt;
* [http://mintcho.com/Documents/History%20of%20Bulgaria.pdf Bojidar Dimitrov: Extract from the book &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Bulgaria Illustrated History&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;] (engl.; PDF-Datei; 525 kB)&lt;br /&gt;
* [http://www.kroraina.com/pb_lang/index.html Peter Dobrev: &amp;#039;&amp;#039;Inscriptions and Alphabet of the Proto-Bulgarians&amp;#039;&amp;#039;] ([http://groznijat.tripod.com/pb_lang/index.html alternativer Link zur selben Seite]) (engl.)&lt;br /&gt;
* [http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000003187/?hosts= Velina Dimitrova: Zeugnisse der Kunst und Kultur der Protobulgaren aus der heidnischen Periode des Ersten Bulgarischen Reiches (7. – 9. Jh.)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protobulgaren| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Asien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turksprachige Ethnie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-25989-99</name></author>
	</entry>
</feed>