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	<title>Propriozeption - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-12-10T17:55:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Siehe auch: &lt;/span&gt; alphabetische sortierung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox GO-Terminus&lt;br /&gt;
| Typ = P&lt;br /&gt;
| GO = 0019230&lt;br /&gt;
| Eltern = [[Wahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| Kinder = Lagesinn&amp;lt;br /&amp;gt;Kraftsinn&amp;lt;br /&amp;gt;[[Kinästhesie|Bewegungssinn]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Propriozeption&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{laS|proprius|de=eigen}} und {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;recipere&amp;#039;&amp;#039;|de=aufnehmen}}) bezeichnet die [[Wahrnehmung]] des eigenen [[Körper (Biologie)|Körpers]] nach dessen Lage im Raum, den Stellungen von Kopf, Rumpf und Gliedmaßen zueinander sowie deren Veränderungen als Bewegungen mitsamt dem Empfinden für Schwere, Spannung, Kraft und Geschwindigkeit. Es handelt sich dabei um eine Eigenempfindung als Teil der [[Sensomotorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsabgrenzung ==&lt;br /&gt;
Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Propriozeption&amp;#039;&amp;#039; ist dem [[Englische Sprache|englischen]] &amp;#039;&amp;#039;proprioception&amp;#039;&amp;#039; entlehnt und geht zurück auf den 1906 von dem britischen [[Neurophysiologie|Neurophysiologen]] [[Charles Scott Sherrington]] (1857–1952) geprägten Begriff, mit dem eine [[sensorisch]]e Struktur, die innerhalb der [[Gewebe (Biologie)|Gewebe]] entstandene [[Reiz]]e erhält, als &amp;#039;&amp;#039;proprioceptor&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.etymonline.com/word/proprioceptor &amp;#039;&amp;#039;proprioceptor&amp;#039;&amp;#039;.] Etymonline.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Propriozeption (gelegentlich &amp;#039;&amp;#039;Propriorezeption&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Christopher D. Moyes, Patricia M. Schulte (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Tierphysiologie.&amp;#039;&amp;#039; Pearson Studium, München u.&amp;amp;nbsp;a. 2008, ISBN 978-3-8273-7270-3, S. 294 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt) zählt nicht zur [[Wahrnehmung]] der Außenwelt, der [[Exterozeption]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Buser 2007:93&amp;quot;&amp;gt;Kurt Buser, Thomas Schneller, Klaus Wildgrube: &amp;#039;&amp;#039;Medizinische Psychologie, medizinische Soziologie. Kurzlehrbuch zum Gegenstandskatalog.&amp;#039;&amp;#039; Urban &amp;amp; Fischer, München 2007, ISBN 978-3-437-43211-8, S. 93.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Propriozeption umfasst jene Empfindungen, die einem [[Lebewesen]] die Wahrnehmung des Körpers nach dessen Lage, Stellung und Bewegung in Raum und Zeit ermöglichen, und ist eine Eigenempfindung.&amp;lt;ref&amp;gt;Norbert Boss (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Roche Lexikon Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 2., neubearbeitete Auflage. Hoffmann-La Roche &amp;amp; Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München u.&amp;amp;nbsp;a. 1991, ISBN 3-541-13191-8, S. 1404.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird unterschieden von der [[Viszerozeption]] als jenen Empfindungen, die eine Wahrnehmung im Körper enthaltener [[Inneres Organ|innerer Organe]] und deren Tätigkeit ermöglichen. Propriozeption und Viszerozeption lassen sich unter dem Oberbegriff der [[Interozeption]] zusammenfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Physiologie ==&lt;br /&gt;
Für die Wahrnehmung des eigenen Körpers nach Lage, Haltung, Stellung, Spannung und Bewegung werden verschiedene Sinne aufeinander bezogen. Neben Signalen von [[Sinneszelle]]n der [[Haut]] ([[Tastsinn]]) und der [[Vestibularorgan]]e ([[Gleichgewichtssinn]]) sind dies hauptsächlich solche von [[Rezeptorzelle]]n der [[Tiefensensibilität]], die daher auch [[Propriozeptor]]en genannt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;R. Schmidt u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Neuro- und Sinnesphysiologie.&amp;#039;&amp;#039; Springer, 2006, ISBN 3-540-25700-4, S. 215 ({{Google Buch |BuchID=KNp0nD9glZkC |Seite=215 |Hervorhebung=Propriozeption}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierbei handelt es sich um [[Mechanorezeptor]]en, die als sensible Endorgane in Muskeln, Sehnen und Gelenken auf Zustand und Zustandsänderungen des [[Stütz- und Bewegungsapparat]]s ansprechen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Muskelspindel]]n, [[Golgi-Sehnenorgan]]e, [[Gelenk (Anatomie)|Gelenksensoren]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Propriozeptive Nervenbahnen und Kerngebiete ==&lt;br /&gt;
Als Hauptfeld der [[Somatosensorischer Cortex|sensorischen Rinde]] ist die hintere Zentralwindung anzusehen, die ihre Impulse über die Fasern vom [[Trigeminus]] und von den aufsteigenden [[Hinterstrangbahn]]en erhält. Die somatotopische Gliederung der engen Nachbarschaft von hinterer und vorderer Zentralwindung wiederholt in gewisser Weise den Bauplan des [[Rückenmark]]s (aufsteigende Hinterstrangbahnen und gemischte teils auf- und absteigende [[Vorderseitenstrangbahn]]en). Durch Reizung sensibler Körperregionen werden die entsprechenden motorischen Regionen einschließlich ihrer [[Thalamus]]kerne in Bereitschaft gehalten. Der Körper wird so leichter in die Lage versetzt, mit zweckmäßigen Bewegungen zu reagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch gewisse [[afferent]]e zum [[Gyrus praecentralis]] ([[Brodmann-Areal|Area 4 und 6]]) ziehende Fasern dienen offenbar der Verarbeitung propriozeptiver Empfindungen, welche die Voraussetzung für jede geregelte Motorik bilden. Sie stammen aus dem [[Cerebellum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Propriozeptive Fasern ausgehend von Knochen, Gefäßen und viszeralen Organen wie etwa Herz und Darm ziehen zunächst zum [[Hypothalamus]]. Sie werden dort gekoppelt mit den Impulsen des hormonalen Systems und direkt in den Dienst der Regulation der [[Vegetativum|vegetativen]] und [[Animales Nervensystem|animalen]] Körperfunktionen gestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Benninghoff u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Anatomie des Menschen. Dargestellt unter Bevorzugung funktioneller Zusammenhänge.&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Nervensystem, Haut und Sinnesorgane.&amp;#039;&amp;#039; Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1964, S. 242–246, Kapitel Die Körperfühlbahn (Die somatische Projektion, Die viszerale Projektion).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterschiedliche Ausprägung der Propriozeption ==&lt;br /&gt;
Jia Han und Mitautoren berechneten 2015 für die Sportarten rhythmische Sportgymnastik, Schwimmen, Tanz, Badminton und Fußball den Zusammenhang zwischen Spitzenleistung und dem Ausprägungsgrad der Propriozeption (gemessen in Wahrnehmungstests für Winkelstellungen von [[Gelenk (Anatomie)|Gelenken]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Jia Han, Gordon Waddington u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Level of competitive success achieved by elite athletes and multi-joint proprioceptive ability.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Science &amp;amp; Medicine in Sport.&amp;#039;&amp;#039; Band 18, Nr. 1, Januar 2015, S. 77–81 (englisch; [[doi:10.1016/j.jsams.2013.11.013]]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierzu verglichen sie 25 Nicht-Sportler mit je 25 regional, national und international erfolgreichen Sportlern. Sie stellten fest, dass sich 30 % der Leistungsunterschiede durch die unterschiedlich ausgeprägte Propriozeption mit größter statistischer Wahrscheinlichkeit erklären ließen (p &amp;lt; 0.001). Die Propriozeptionen an den unterschiedlichen Gelenken korrelierten nicht, sondern waren unabhängige Größen. Somit gibt es keine &amp;#039;&amp;#039;allgemeine&amp;#039;&amp;#039; Propriozeption, sondern nur eine gelenkspezifische. Da es keinen Zusammenhang zum Trainingsalter und dem Ausprägungsgrad der Propriozeption gab, kann die unterschiedliche Qualität der Propriozeption als [[Begabung|Talent]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;kriterium gelten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Arnd Krüger]]: &amp;#039;&amp;#039;Talentkriterien.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Leistungssport.&amp;#039;&amp;#039; Band 45, 2015, S. 5 und 41 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Nicht auffindbar, stattdessen: https://leistungssport.net/jahresuebersicht/detail/news/leistungssport-42015/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;amp;cHash=e7af3b4ca733ae046eac3400435d3d33 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seltenen Fällen können Menschen die Fähigkeit zur Propriozeption verlieren. Teilweise kann dies durch den Sehsinn kompensiert werden. 2019 waren weltweit fünf Fälle bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vincent Amouroux: &amp;#039;&amp;#039;Unser geheimer 6. Sinn.&amp;#039;&amp;#039; Dokumentation. ARTE F, Frankreich 2019. Video: {{Vimeo|id=646839199|title=Propriozeption: Unser geheimer 6 Sinn - Wie wir unseren Körper wahrnehmen l Doku l ARTE (2019)}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation|Propriozeptive neuromuskuläre Fazilation]]&lt;br /&gt;
* [[Raumwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
* {{Vimeo|id=646839199|title=Propriozeption: Unser geheimer 6 Sinn - Wie wir unseren Körper wahrnehmen l Doku l ARTE (2019)}}, [[Arte]]-Dokumentation von Vincent Amouroux (F 2019, 52 Min.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ulla Häfelinger, Violetta Schuba; [[Deutscher Turner-Bund]] DTB (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Koordinationstherapie, Propriozeptives Training.&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage. Meyer &amp;amp; Meyer, Aachen 2013, ISBN 978-3-89899-571-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikibooks|Elementarwissen medizinische Psychologie und medizinische Soziologie: Theoretisch-psychologische Grundlagen#Wahrnehmung als Ergebnis komplexer Prozesse: Bottom-up- und Top-down-Prozesse|Elementarwissen medizinische Psychologie und medizinische Soziologie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nervensystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neurobiologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neurophysiologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wahrnehmung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeine Psychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sinnesphysiologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Powercycler</name></author>
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