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	<title>Pronoia - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T18:30:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pronoia&amp;diff=293897&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hutch: Abschnittlink korrigiert, Kleinkram</title>
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		<updated>2026-02-20T07:13:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittlink korrigiert, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pronoia&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[altgriechische Sprache|altgriechisch]] {{lang|grc|πρόνοια}} &amp;#039;&amp;#039;prónoia&amp;#039;&amp;#039; „Vorausschau, Vorsicht, Fürsorge, Vorsorge“, Plural {{lang|grc|πρόνοιαι}} &amp;#039;&amp;#039;Pronoiai&amp;#039;&amp;#039;, von &amp;#039;&amp;#039;noûs&amp;#039;&amp;#039; „Verstand“) (auch οἰκονομία &amp;#039;&amp;#039;oikonomía&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;posotes&amp;#039;&amp;#039;, Einkommen) war im späten [[Byzantinisches Reich|byzantinischen Reich]] die Vergabe des Ertrages oder der Steuer &amp;#039;&amp;#039;(posotes)&amp;#039;&amp;#039; eines Landstückes an ein Individuum oder eine Gruppe von Personen, besonders als Entgelt für militärische Verpflichtungen. Das konnten die Abgaben und Arbeitsverpflichtungen (ἀγγαρήιαι &amp;#039;&amp;#039;angaréiai,&amp;#039;&amp;#039; gewöhnlich 12–24 Tage im Jahr) abhängiger Bauern (πάροικοι &amp;#039;&amp;#039;paroikoi),&amp;#039;&amp;#039; aber auch die Steuern von Fischteichen, Bergwerken, Mühlen oder Hafenanlagen sein. Da die Vergabe durch den [[Kaiser#Byzantinisches Kaisertum und von ihm abgeleitete Kaisertitel|Kaiser]] selbst erfolgte, waren die Empfänger wohl keine gewöhnlichen Beamten oder Soldaten, sondern müssen der Oberschicht oder sogar dem [[Adel]] zugerechnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die betroffenen Höfe wurden στρατευούμενοι &amp;#039;&amp;#039;strateuoúmenoi&amp;#039;&amp;#039;, die entsprechenden Soldaten στατιῶται &amp;#039;&amp;#039;stratiõtai&amp;#039;&amp;#039; genannt. Die Dienstverpflichtung konnte anscheinend auch durch fremde Personen wahrgenommen werden. Der Pronoiar musste während eines Feldzuges selbst für seine Verpflegung aufkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Mark Bartusis, S. 255&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das frühe Pronoia-System ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 11. Jahrhundert hatte der byzantinische [[Adel]] seine gesamte Macht verloren und klammerte sich stattdessen an Ehrentitel, die seinen Mitgliedern aufgrund ihrer Verwandtschaft zum Kaiser gegeben wurden. Diese Titel wurden oft genutzt, um Macht innerhalb der Regierung zu bekommen, die auch so groß werden konnte, dass sie dem Thron selbst gleichkam. In der Regierungszeit des Kaisers [[Konstantin IX.]] (1042–1055) begannen die Adligen dann damit, die Oberherrschaft in verschiedenen Teilen des Reiches zu beanspruchen, indem sie dort Steuern für sich selbst eintrieben und Aufstände gegen den Kaiser planten.&amp;lt;ref&amp;gt;Frederick Lauritzen: [https://www.academia.edu/38142736/Leichoudes_pronoia_of_the_Mangana &amp;#039;&amp;#039;Leichoudes&amp;#039; pronoia of the Mangana&amp;#039;&amp;#039;], Zbornik Radova Vizantinoloskog Instituta 55 (2018) 81-96&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten 11. Jahrhundert versuchte [[Alexios I. (Byzanz)|Alexios I.]] eine Adelsreform, bei der er Reichsland ohne Erblichkeit unter den Betroffenen verteilte, eine kompensatorische Maßnahme, mit der er den Adel darüber hinaus aus [[Konstantinopel]] entfernte, und es ihnen somit schwieriger machte, die Macht des Kaisers direkt herauszufordern. Dennoch gab es die meisten &amp;#039;&amp;#039;Pronoiai&amp;#039;&amp;#039; für die eigene Familie, die [[Komnenen]]. Mit dieser Maßnahme legitimierte Alexios den Landbesitz der Aristokraten und hielt ihn gleichzeitig unter zentrale Kontrolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pronoia im 12. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexios Enkel [[Manuel I. (Byzanz)|Manuel I.]] (regierte 1143 bis 1180) führte die Vergabe von Land an die Aristokraten fort und weitete das System auf die aristokratischen Offiziere in der [[Byzantinisches Heerwesen|Armee]] aus, die er so entlöhnte, anstatt ihnen ein reguläres Gehalt zu zahlen. &amp;#039;&amp;#039;Pronoiai&amp;#039;&amp;#039; entwickelten sich zu einer Lizenz, von den Bürgern, die innerhalb der Grenzen des Gebiets lebten, den &amp;#039;&amp;#039;Paroikoi&amp;#039;&amp;#039;, Steuern zu erheben. &amp;#039;&amp;#039;Pronoiaren&amp;#039;&amp;#039; (diejenigen, denen eine &amp;#039;&amp;#039;Pronoia&amp;#039;&amp;#039; gegeben wurde) wurden so manchmal Steuereintreiber, die einen Teil der Einnahmen für sich behalten durften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der älteren Forschung wurde bisweilen der Versuch unternommen, als eine Vorform der Pronoia die &amp;#039;&amp;#039;Themenverfassung&amp;#039;&amp;#039; anzusehen: Seit der Mitte des 7. Jahrhunderts war das Reich in Militärdistrikte ([[Thema (byzantinische Verwaltung)|Themen]]) eingeteilt worden. Da deren Soldaten ab der Mitte des 8. Jahrhunderts auch Land als Ersatz für fehlende [[Sold]]zahlungen zuerkannt wurde, glaubte man, dass diese Soldatengüter (στατιώτικα κτήματα &amp;#039;&amp;#039;stratiṓtika ktḗmata)&amp;#039;&amp;#039; eine ähnliche Funktion wie in späterer Zeit das Pronoiasystem gehabt hätten. Allerdings hat die moderne Forschung diese These in weiten Teilen revidiert, da es keinen Beweis für die Einführung des Pronoiasystems vor dem 12. Jahrhundert gibt. Vielmehr waren die Familien der Soldatengüter im 8. Jahrhundert keineswegs dazu verpflichtet, Familienangehörige, die Soldaten waren, zu unterstützen. Wohl erst im 10. Jahrhundert wurde von staatlicher Seite die Militärpflicht von Inhabern solcher Güter rechtlich verbindlich eingefordert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Haldon, &amp;#039;&amp;#039;Military Service,&amp;#039;&amp;#039; S. 20ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts verfiel dieses System jedoch zunehmend. In der Forschung wird recht deutlich zwischen den Stratioten der Themenverfassung und den späteren Inhabern von Pronoiai unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch Lj. Makismovic: &amp;#039;&amp;#039;Stratiot.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon des Mittelalters]]&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 8, Sp. 229f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls waren die &amp;#039;&amp;#039;Paroikoi&amp;#039;&amp;#039; des &amp;#039;&amp;#039;Pronoia&amp;#039;&amp;#039;-Systems keine [[Leibeigenschaft|Leibeigenen]] wie die Bauern im [[Feudalismus|feudalistischen]] Westeuropa. Sie schuldeten dem &amp;#039;&amp;#039;Strategos&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Pronoiaren&amp;#039;&amp;#039; keine Dienste und keine Treue, und in beiden Fällen war der Kaiser weiterhin der Besitzer des Bodens. Der &amp;#039;&amp;#039;Pronoiar&amp;#039;&amp;#039; stammte höchstwahrscheinlich nicht einmal aus dem Gebiet, das ihm gegeben worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Größe und Wert der &amp;#039;&amp;#039;Pronoia,&amp;#039;&amp;#039; die Zahl der &amp;#039;&amp;#039;Paroikoi&amp;#039;&amp;#039; und die Pflichten, die sie schuldeten, waren in &amp;#039;&amp;#039;Praktika&amp;#039;&amp;#039; verzeichnet. Ein &amp;#039;&amp;#039;Pronoiar&amp;#039;&amp;#039; konnte wahrscheinlich Einnahmen aus dem Handel und Teile der Getreideernte an sich nehmen, Jagd- und Verkehrsrechte halten. Eine &amp;#039;&amp;#039;Praktika&amp;#039;&amp;#039; beinhaltete auch die Pflichten, die der &amp;#039;&amp;#039;Pronoiar&amp;#039;&amp;#039; dem Kaiser schuldete. Falls nötig, konnte der Kaiser Militärdienst einfordern, wobei der &amp;#039;&amp;#039;Pronoiar&amp;#039;&amp;#039; seine Steuerzahler nicht zwingen konnte, sich ihm anzuschließen. &amp;#039;&amp;#039;Pronoiare&amp;#039;&amp;#039; leisteten diesen Militärdienst oft widerwillig ab, wenn sie auf ihren Gütern im Wohlstand lebten, und sie waren auch in gewissem Sinne autonom, wenn sie sich entschieden, der Aufforderung keine Folge zu leisten. Wenn sie die Unterstützung ihrer Steuerzahler gewannen, konnten sie Aufstände gegen das Reich anführen, die jedoch nicht so gefährlich waren wie Aufstände in der Hauptstadt selbst, die Alexios mit seinem System erfolgreich vermeiden konnte. Weder Alexios, noch Manuel, noch die anderen Kaiser des 12. Jahrhunderts scheinen sich um diese Rebellionen in den Provinzen gesorgt zu haben, da sie anscheinend annahmen, dass eine &amp;#039;&amp;#039;Pronoia&amp;#039;&amp;#039;-Gabe den rebellischen Adligen schließlich befrieden würde. Noch während des [[Vierter Kreuzzug|Vierten Kreuzzugs]] dachte Kaiser [[Alexios IV. (Byzanz)|Alexios IV.]] so, als er [[Kreta]] an [[Bonifatius I. (Montferrat)|Bonifatius von Montferrat]] gab in der Annahme, dass die Kreuzfahrer wieder gehen würden, sobald ihre Anführer etwas Land bekommen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pronoia unter den Palaiologen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Kreuzfahrer Konstantinopel 1204 erobert hatten, bestand das &amp;#039;&amp;#039;Pronoia&amp;#039;&amp;#039;-System im [[Kaiserreich Nikaia]] fort. [[Johannes III. (Byzanz)|Johannes III. Dukas Batatzes]] (regierte 1222–1254) gab &amp;#039;&amp;#039;Pronoia&amp;#039;&amp;#039; auch an die Kirche und adlige Frauen, was es zuvor nicht gegeben hatte. Als [[Michael VIII.|Michael VIII. Palaiologos]] (regierte 1259–1282) Konstantinopel 1261 zurückerobert hatte, wurden &amp;#039;&amp;#039;Pronoia&amp;#039;&amp;#039; erblich, was das Kaiserreich stärker zu einem Feudalstaat wie in Europa machte. Er ließ auch die &amp;#039;&amp;#039;Pronoia&amp;#039;&amp;#039; testieren, um ihren Wert den aktuellen Bedingungen gemäß realistisch festzustellen, zumal das Reich seit dem 11. Jahrhundert viel von seinem Land und Einkommen verloren hatte. Unter den [[Palaiologen]] konnten die &amp;#039;&amp;#039;Pronoiaren&amp;#039;&amp;#039; einfacher in militärischen Einheiten gebracht werden, wenn der Kaiser ihren Dienst wünschte. Der Kaiser konnte auch die Einkünfte aus einem beliebigen Grund konfiszieren. [[Andronikos III. (Byzanz)|Andronikos III.]] (regierte 1328–1341) zum Beispiel setzte das von den &amp;#039;&amp;#039;Pronoiaren&amp;#039;&amp;#039; erhobene Geld ein, um seine Feldzüge gegen die [[Bulgaren]] zu finanzieren, forderte aber die &amp;#039;&amp;#039;Pronoiaren&amp;#039;&amp;#039; nicht selbst zum Militärdienst an. In dieser Zeit konnten Pronoiaren Anhänger um sich scharen, indem sie selbst ebenfalls Pronoiai vergaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pronoiare zu rekrutieren, um eine Armee aufzustellen, war hilfreich, um die Reste des Reichs nach 1261 zu einen. Zu dieser Zeit gab es jedoch nur ein paar Tausend Pronoiare, mit denen der Kaiser, obwohl sie ihre Kosten selbst trugen, keine volle Armee oder [[Byzantinische Marine|Flotte]] bemannen konnte, um die Verteidigungsaufgaben zu erfüllen. Das verarmte Kaiserreich hatte ein sehr geringes Steueraufkommen, und Pronoiare begannen damit, den Paroikoi Pacht abzunehmen, womit sie zu dem alten System der Themen zurückkehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kaiserreich verlor weiterhin Land an die [[Osmanisches Reich|Osmanen]], und Konstantinopel ging schließlich 1453 verloren – die Osmanen hingegen setzten in den von ihnen eroberten Gebieten das Pronoia-Systems in ihrer eigenen Version grundsätzlich fort, nachdem sie es von den Byzantinern während ihrer Eroberungen Gebiet für Gebiet übernommen hatten.&lt;br /&gt;
Im Serbien der [[Nemanjiden]] wurde das Pronoia-System als &amp;#039;&amp;#039;Pronija&amp;#039;&amp;#039; übernommen, die &amp;#039;&amp;#039;Pronijari&amp;#039;&amp;#039; waren meistens Soldatenbauern, die für ihren Militärdienst Land bekamen und aus dessen Einnahmen sie ihre Kriegsausstattung zu finanzieren hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutung ==&lt;br /&gt;
Für den berühmten russischen Byzantinisten [[Georg Ostrogorsky]] waren die Pronoia Anzeichen einer Feudalisierung der spätbyzantinischen Gesellschaft. Bartusius sieht die Pronoia dagegen eher als Pfründe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Mark Bartusis: &amp;#039;&amp;#039;The late Byzantine Army, arms and society 1204–1453.&amp;#039;&amp;#039; Philadelphia 1992.&lt;br /&gt;
* John Haldon: &amp;#039;&amp;#039;Military Service, Military Lands and the Status of Soldiers.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Dumbarton Oaks Papers&amp;#039;&amp;#039; 47, 1993, S. 1–67. &lt;br /&gt;
* H. Kuhn: &amp;#039;&amp;#039;Die byzantinische Armee im 10. und 11. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1991.&lt;br /&gt;
* Frederick Lauritzen: &amp;#039;&amp;#039;Leichoudes’ pronoia of the Mangana&amp;#039;&amp;#039;, Zbornik Radova Vizantinoloskog Instituta 55 (2018), S. 81–96.&lt;br /&gt;
* Georg Ostrogorsky: &amp;#039;&amp;#039;Pour une histoire de la féodalité byzantine.&amp;#039;&amp;#039; Brüssel 1954.&lt;br /&gt;
* Warren T. Treadgold: &amp;#039;&amp;#039;A History of the Byzantine State and Society.&amp;#039;&amp;#039; Stanford University Press, Stanford 1997, ISBN 0-8047-2630-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www1.fhw.gr/chronos/10/en/o/oa/oa3.html Economics in Late Byzantine World. Foundation of the Hellenic World]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaft (Byzanz)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
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