<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Prolog_%28Literatur%29</id>
	<title>Prolog (Literatur) - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Prolog_%28Literatur%29"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Prolog_(Literatur)&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-24T16:46:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Prolog_(Literatur)&amp;diff=22677&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Andrea014: Intro: &quot;Geleitwort&quot; aus der WL ergänzt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Prolog_(Literatur)&amp;diff=22677&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-09T10:45:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Intro: &amp;quot;Geleitwort&amp;quot; aus der WL ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Prolog&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Altgriechische Sprache|griechisch]] {{lang|grc|πρόλογος}} &amp;#039;&amp;#039;/prólogos/&amp;#039;&amp;#039;, {{laS|praefatio}} „das Vor-Wort, die Vor-Rede“) bedeutet so viel wie „Vorwort“. Es besteht aus den Bestandteilen „pro“ (griechisch „vor“) und „logos“ (griechisch „Wort“). Entsprechend bezeichnet der &amp;#039;&amp;#039;[[Epilog (Literatur)|Epilog]]&amp;#039;&amp;#039; das [[Nachwort]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Prolog ist eine Einleitung, ein Geleitwort, eine Vorrede oder auch ein Vorwort. Bekannt für seine Vorworte war beispielsweise [[Erich Kästner]], der seinen „heiteren Romanen“ für Erwachsene gern ein ausführliches, ironisches und teilweise selbstkritisches Vorwort voranstellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich ironisch ist das berühmte Vorwort von [[Miguel de Cervantes]] zu [[Don Quijote]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Müßiger Leser! – Ohne Schwur magst du mir glauben, daß ich wünsche, dieses Buch, das Kind meines Geistes, wäre das schönste, lieblichste und verständigste, das man sich nur vorstellen kann. Ich habe aber unmöglich dem Naturgesetz zuwiderhandeln können, daß jedes Wesen sein Ähnliches hervorbringt; was konnte also mein unfruchtbarer, ungebildeter Verstand anders erzeugen als die Geschichte eines dürren, welken und grillenhaften Sohnes, der mit allerhand Gedanken umgeht, die vorher noch niemand beigefallen sind, geradeso wie einer, der in einem Gefängnisse erzeugt ward, wo jede Unbequemlichkeit zu Hause ist und jedes traurige Geräusch seine Wohnung hat?|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.gasl.org/refbib/Cervantes__Don_Quixote.pdf Beginn des Prologs zu Don Quijote]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Lateinische Literatur|lateinischen Literatur]] haben viele Prosawerke eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;praefatio&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. In der Dichtung spricht man von [[Proömium]], in der [[Rhetorik]] vom [[Exordium (Rhetorik)|Exordium]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sach- und Fachliteratur gibt es auf den ersten Seiten sehr häufig ein Vorwort (es kann auch überschrieben sein mit „Zum Geleit“, „Ein Wort zuvor“ u. Ä.). Feste Regeln zu Form und Inhalt gelten dabei nicht. Der Autor bzw. die Autoren eines Buches (ebenso der Herausgeber oder Dritte) können darin etwas sagen zur Idee des Buches, zu ihren Motiven und Zielen. Denkbar sind ebenso ein vorangestelltes Motto oder Zitat und Erläuterungen zur Anlage und Gliederung des Buches, zur Literatur- und Forschungslage und ggf. zu einer Neuauflage. Auch ein Dank an Zuarbeiter, an den Verlag, an Lektoren, Illustratoren und Übersetzer ist möglich. Ausgeführt wird gelegentlich etwas zum Ort des Entstehens, zur Gastfreundschaft von Bekannten und Verwandten und zu Stipendien in Verbindung mit dem Werk. Schließlich kann dies der Platz sein, das Buch jemandem zu widmen, der namentlich genannt wird. Zum Schluss wird oft ein Ort und ein annäherndes Datum (etwa „im Frühjahr 2015“, „Dezember 2013“) genannt, dazu der Name oder die Namen des/der Schreiber. Unabhängig davon können diese Themen auch in einer Einleitung oder Einführung als erstem Kapitel stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dramatik|Drama]] wird der Prolog auf verschiedene Weise eingesetzt. [[Aristoteles]] definiert den Prolog formal als den „ganzen Teil der Tragödie vor dem Einzug des Chors“ (12, 1452b).&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach der [https://web.archive.org/web/20110805194623/http://www.digbib.org/Aristoteles_384vChr/De_Poetik digitalen Bibliothek].&amp;lt;/ref&amp;gt; Im antiken Prolog treten die Schauspieler auf, meist in [[Jambus|jambischen]] Sprechversen, bevor der Chor einzieht ([[Griechische Tragödie#Aufbau|Parodos]]): „Gemeinsam mit dem Parodos dient der Prolog der [[Exposition (Literatur)|Exposition]] des ‚[[Mythos]]‘ des Dramas; es werden Personen, Ort und Zeit der Handlung fixiert. Mit Blick auf ihre Funktion bilden sie eine Einheit, hinsichtlich ihrer Form sind sie zu trennen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Erler: Psychagogie und Erkenntnis. In: Otfried Höffe (Herausgeber): Aristoteles: Poetik. Oldenbourg Akademieverlag 2009, ISBN 978-3-05-004452-1, S. 138.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Prolog dient oft der Erläuterung der Intention des Stücks. Dabei kann die Handlung des Prologes mit dem Stück verbunden sein, jedoch auch losgelöst von dem eigentlichen [[Dramatik|Drama]] in die Thematik einführen. Der Prolog kann ein [[Dialog]] von zwei oder mehreren Figuren des Dramas sein, jedoch auch ein [[Monolog]] einer dem Stück zugehörigen oder neutralen Person sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Prolog von [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] [[Faust. Eine Tragödie.|Faust I]] wird eine Wette zwischen Gott und dem Teufel dargestellt, ob Faust durch den Teufel vom rechten Weg abzubringen sei, wenn Gott ihm freie Hand lasse. Das Stück erhält dadurch zugleich einen Rahmen und einen Bezug zur Bibel. Die „Exposition meines Faust“ hat „mit der des [[Ijob|Hiob]] einige Ähnlichkeit“.&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe zu Eckermann am 18. Januar 1825, zitiert nach: Goethe, Sämtliche Werke 6.1, München, Wien 1986, S. 996.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Faust ist der Prolog „funktioneller Teil des Dramas“, „er führt in die augenblickliche Situation Fausts ein und bringt die Faust-Mephisto-Handlung schon in Bewegung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Hinck: Die Dramaturgie des späten Brecht. S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hugo von Hofmannsthal]] verwendet für den „Prolog“ in mehreren Dramen eine Figur, welche einleitende Worte zum Publikum spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Bertolt Brecht]] haben Prologe oft die Funktion, die Handlung zu relativieren und den Zuschauer zu desillusionieren. Das modellhafte Geschehen auf der Bühne wird auf die Wirklichkeit bezogen. Im Stück [[Herr Puntila und sein Knecht Matti]] wird dem Publikum von einer der Darstellerinnen Charakter und Intention der Inszenierung vorgestellt. Es wird verdeutlicht, dass die Bühnenfigur des Gutsbesitzers für eine soziale Klasse steht, nicht nur für ein Einzelschicksal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Geehrtes Publikum, die Zeit ist trist.&lt;br /&gt;
Klug, wer besorgt, und dumm, wer sorglos ist!&lt;br /&gt;
Doch ist nicht überm Berg, wer nicht mehr lacht&lt;br /&gt;
Drum haben wir ein komisches Spiel gemacht.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Wir zeigen nämlich heute abend hier&lt;br /&gt;
Euch ein gewisses vorzeitliches Tier&lt;br /&gt;
Estatium possessor, auf deutsch Gutsbesitzer genannt&lt;br /&gt;
Welches Tier, als sehr verfressen und ganz unnützlich bekannt […]&amp;lt;/poem&amp;gt;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Bertolt Brecht: Herr Puntila und sein Knecht Matti, BFA Bd. 6, S. 285.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Prolog“ hat seinen Weg auch in andere Bereiche gefunden: So gibt es etwa bei vielen Fernsehserien, insbesondere [[Sitcom]]s, einen Prolog noch vor dem [[Vorspann (Fernsehserie)|Vorspann]], der den oben beschriebenen gleicht. Ein anderes Beispiel gibt es im Radsport. Am ersten Tag der [[Tour de France]] gibt es oft einen [[Prolog (Radrennen)|Prolog]], bei dem es sich normalerweise um ein kurzes [[Einzelzeitfahren]] handelt, welches bereits in die Gesamtwertung eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwandte Themen ==&lt;br /&gt;
Entsprechungen in anderen Bereichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* das [[Abstract]] in der Dokumentation (etwa bei [[Referat (Vortrag)|Referaten]])&lt;br /&gt;
* die [[Präambel]] bei Verträgen&lt;br /&gt;
* das [[Editorial]] im Journalismus&lt;br /&gt;
* der [[Filmvorspann|Vorspann]] beim Film&lt;br /&gt;
* die [[Introduktion]] bzw. das [[Intro]] in der Musik&lt;br /&gt;
* die [[Ouvertüre]] in einer Oper&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Bestandteile des antiken Dramas:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der [[Epeisodion]] (gesprochene Zwischendialog)&lt;br /&gt;
* der [[Stasimon]] (Chorgesänge zwischen den Epeisodien)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Klaus-Dieter Altmeppen: &amp;#039;&amp;#039;Das Vorwort. Über die Gestaltung einer häufig verwendeten, aber noch selten gewürdigten Textgattung.&amp;#039;&amp;#039; In: Communicatio Socialis, Beiheft 11 (2010), {{ISSN|0010-3497}}, S. 5–14.&lt;br /&gt;
* [[Christoph Neuberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Im Anfang war das Vorwort. Kleine Typologie erster Sätze.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Walter Hömberg]] und [[Eckart Roloff]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für Marginalistik IV&amp;#039;&amp;#039;. LIT, Berlin 2016, ISBN 978-3-643-99793-7, S. 143–154.&lt;br /&gt;
* [[Juliane Vogel]]: &amp;#039;&amp;#039;Schattenland des ungelebten Lebens. Zur Kunst des Prologs bei Hugo von Hofmannsthal.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Hofmannsthal-Jahrbuch|Hofmannsthal Jahrbuch]],&amp;#039;&amp;#039; Jg. 1 (1993), {{ISSN|0946-4018}}, S.&amp;amp;nbsp;165–181.&lt;br /&gt;
* Seán M. Williams: &amp;#039;&amp;#039;Pretexts for Writing: German Romantic Prefaces, Literature, and Philosophy&amp;#039;&amp;#039;. Lewisburg, PA: Bucknell University Press, 2019. New Studies in the Age of Goethe, ISBN 978-1-68448-052-4&lt;br /&gt;
* Uwe Wirth: &amp;#039;&amp;#039;Das Vorwort als performative, paratextuelle und parergonale Rahmung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rhetorik. Figuration und Performanz.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von [[Jürgen Fohrmann]]. Metzler, Stuttgart/Weimar 2004, ISBN 3-476-02009-6, S.&amp;amp;nbsp;603–628. [https://www.uni-giessen.de/fbz/fb05/germanistik/abliteratur/ndlk/projekte/paratexte/paratexteaufsaetze/das-vorwort-als-performative-paratextuelle-und-parergonale-rahmung.pdf Volltext auf der Website der Universität Gießen] (PDF-Datei; 4,8&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teil eines Dramas]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarischer Begriff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Andrea014</name></author>
	</entry>
</feed>