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	<title>Profanierung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;clean up, replaced: →   (60),    →   (59) mit &lt;a href=&quot;/index.php/Wikipedia:AWB&quot; class=&quot;mw-redirect&quot; title=&quot;Wikipedia:AWB&quot;&gt;AWB&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Profanierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Profanation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[profan]], das zugehörige Verb ist &amp;#039;&amp;#039;profanieren&amp;#039;&amp;#039;) ist die Entwidmung (oft fälschlich als Entweihung benannt) eines [[Heilig|sakralen]] (materiellen oder immateriellen) Gegenstandes. Am häufigsten wird bei sakralen Gebäuden, wie [[Kirche (Bauwerk)|Kirchen]], [[Moschee]]n, [[Synagoge]]n und [[Tempel]]n, von Profanierung gesprochen. Die Profanierung von Kirchen wird auch als [[Kirchenschließung]] bezeichnet. Gelegentlich ist damit die absichtliche Abwertung durch Personen mit einer anderen [[Religion]] oder [[Weltanschauung]] gemeint, doch gilt auch die gedankenlose Verwendung heiliger Worte oder auch fachwissenschaftlicher Begriffe jenseits des Religiösen als Profanierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Entweihung kann man Aktionen verstehen, die so gravierend sind, dass ein davon in Mitleidenschaft gezogenes geweihtes Gebäude und geweihter Gegenstand erst dann wieder kirchlich genutzt werden kann, wenn dieser erneut geweiht wird. Ein Beispiel für so eine Entweihung ist die [[Femen]]-Aktion von 2013 während einer Weihnachtsmesse im [[Kölner Dom]], die [[Joachim Meisner|Kardinal Meisner]] für so schändlich hielt, dass er den Altar, auf dem das Femen-Mitglied [[Josephine Witt]] stand, um ihren Protest zu demonstrieren, erneut weihte, weil er ihn als entweiht empfand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Entweihung}} Entwidmung von katholischen sakralen Gebäuden ==&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;Profanierung&amp;#039;&amp;#039; ist im Sinne des [[Kanonisches Recht|kanonischen Rechts]] der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] notwendig, wenn die kirchliche Nutzung eines [[Kirchengebäude]]s beendet wird, etwa wegen Abrisses oder Umnutzung. Sie ist somit das Gegenstück zur [[Kirchweihe]]. Staatskirchenrechtlich hat die Profanierung in [[Deutschland]] die Wirkung einer [[Entwidmung]]. Von der Profanierung ist die Außerdienststellung der Kirche zu unterscheiden, die häufig zuvor erfolgt und als tatsächlicher Akt der Pfarrei – zumeist im Rahmen einer letzten Messe – ohne kirchenrechtliche Bedeutung ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bistum Essen |url=https://www.bistum-essen.de/fileadmin/relaunch/Bilder/Seelsorge_und_Glauben/Liturgie/Bistum_Essen_Arbeitshilfe_Abschied_von_Kirchen-Raeumen_2019.pdf |titel=Abschied von Kirchen-Räumen |abruf=2020-09-20 |format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Entwidmung wird vom zuständigen [[Bischof]] beschlossen. Sie findet in der Regel im Rahmen einer letzten [[Heilige Messe|heiligen Messe]] in der betroffenen Kirche statt, wenn diese nicht bereits bei einer vorherigen Außerdienststellung stattgefunden hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.katholische-kirche.de/2627_5819.htm Entweihung: Seite der römisch-katholischen Kirche in Deutschland zum Thema]&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Kirche vorhandene [[Reliquie]]n müssen entfernt werden. Die Kirche gilt nach der Profanierung nicht mehr als [[Heiligtum|geheiligter]] Raum für Gottesdienste, sondern als gewöhnliches Gebäude. Dieses kann somit abgerissen oder für einen anderen Zweck verwendet werden, ohne dass dadurch gegen kirchliche Gebräuche oder Gesetze verstoßen wird, da das Gebäude durch die Profanierung seine Weihe oder Segnung verloren hat. Das Gebäude soll nach der Umwidmung allerdings keiner „unwürdigen Bestimmung“ dienen.&amp;lt;ref&amp;gt;Z.&amp;amp;nbsp;B. ein entsprechendes [https://www.bistum-trier.de/no_cache/bistum-bischof/bistumsverwaltung/kirchliches-amtsblatt/details/amtsblatt/dekret-ueber-die-profanierung-der-kapelle-st-martin-in-remagen/ Dekret] aus dem [[Bistum Trier]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profanierungen von [[Kirchengebäude]]n werden in Deutschland nicht nur im Bereich der katholischen Kirche vollzogen. Für die katholische Kirche liegen aber ausführliche Dokumentationen vor, so dass sich die folgende Sammlung vorläufig auf diese Kirche beschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:St.Michael-nw-Flensburg-Weiche.jpg|mini|Die im Jahr 2005 profanierte [[St.-Michael-Kirche (Flensburg-Weiche)|St.-Michael-Kirche]] in [[Flensburg]]-[[Weiche (Flensburg)|Weiche]] zerfällt seit ihrer Schließung sichtlich. (Foto 2011)]]&lt;br /&gt;
=== Katholisches Kirchenrecht ===&lt;br /&gt;
Das [[Kanonisches Recht|katholische Kirchenrecht]] differenziert zwischen der notwendigen Weihe oder Segnung einer [[Kirche (Kanonisches Recht)|Kirche]] ([[Kirchweihe]], {{CIC|1217}}) und der notwendigen Weihe eines feststehenden [[Altar]]s ({{CIC|1237|§=1}}). Beide ({{CIC|1238|§=2}}) bedürfen einer gesonderten Profanierung, die ausschließlich und wirksam durch ein Dekret des [[Ordinarius (Kirche)|Ordinarius]] vollzogen wird ({{CIC|1212}} und {{CIC|1222}}) und daher keiner [[Liturgie|liturgischen]] Handlung bedarf. Im Fall einer Kirche muss der Ortsbischof zuvor den [[Priesterrat]] anhören (ohne auf die Befolgung von dessen Votum verpflichtet zu sein) und die Zustimmung derer einholen, die {{&amp;quot;|rechtmäßig Rechte an der Kirche beanspruchen}} ({{CIC|1222|§=2}}), was in Deutschland den [[Pfarrverwaltungsrat|Kirchenvorstand]] (nicht den [[Pfarrgemeinderat]]) oder einen [[Kirchenpatronat|Patron]] betrifft.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schüller: &amp;#039;&amp;#039;Die Umnutzung von Pfarrkirchen zu Grabeskirchen. Kirchenrechtliche Aspekte&amp;#039;&amp;#039; In: Leonhard/Schüller 2012, 273&amp;lt;/ref&amp;gt; Da kein [[Ritus]] zur Kirchenprofanierung nötig ist, besteht von Seiten der römischen Behörden kein Interesse an der weltweiten Regelung solcher [[Ritual]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale und Vorstellungen über deren Wirkungen ===&lt;br /&gt;
Die Profanierung durch das Dekret des [[Ortsbischof]]s steht im Gegensatz zur Feier der Kirchweihe und [[Altar]]weihe. Darüber hinaus sprechen die liturgischen Texte der Altarweihe von einer ewigen Widmung der Einrichtung zum Gottesdienst.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Pontifikale IV. Die Weihe der Kirche und des Altares. Die Weihe der Öle.&amp;#039;&amp;#039; Pontifikale für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes, Hrsg. im Auftrag der Bischofskonferenzen Deutschlands. Trier, S.&amp;amp;nbsp;57 und 59&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das komplexe System an vor allem ungeschriebenen Regeln und Bräuchen zum Verhalten in Kirchenräumen und der Nutzung derselben inszeniert die Heiligkeit des Raumes als menschlicher Willkür entzogen. Seit dem späten 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wird daher der Versuch unternommen, die Profanierung einer Kirche&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Profanierung eines Altars nach Texten des 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts vgl. Zimmerhof 2012, 28. Texte und Übersetzungen der Quellen bei Zimmerhof 98–125&amp;lt;/ref&amp;gt; durch Rituale zu begleiten, bzw. zu vollziehen. Diese Versuche sind nie in die für die gesamte katholische Kirche vorgesehenen Liturgiebücher eingegangen und werden daher bis heute nur als [[Diözese|diözesane]] Eigenliturgien tradiert, bzw. weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte ===&lt;br /&gt;
[[Antike]] und [[Frühmittelalter]] kennen keine ordentliche Kirchenprofanierung. Auch die meisten Elemente des Ritus der Kirchweihe entwickeln sich erst im [[Hochmittelalter]]. Widerspruch gegen die Vorstellung, dass eine Kirche durch den ersten der [[Widmung]] entsprechenden Gebrauch geweiht würde, ist in Brief 66 von [[Synesius von Kyrene]] erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Diskussion und Quellen bei: Bernard Botte und Heinzgerd Brakmann, Artikel &amp;#039;&amp;#039;Kirchweihe&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Reallexikon für Antike und Christentum&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Kanon I – Kleidung I&amp;#039;&amp;#039; = Bd.&amp;amp;nbsp;20), Stuttgart, Hiersemann 2004, ISBN 3-7772-0436-6, Sp. 1139–1169&amp;lt;/ref&amp;gt; Er weist auf das Problem hin, dass aufgrund dieser Vorstellung durch die Feier einer heiligen Messe jeder beliebige Ort zu einer Kirche – und damit zu Kircheneigentum – gemacht werden könnte. Für Widmungen müssten daher hoheitliche Rechtsakte vorliegen. Die Liturgie entspricht in dieser Hinsicht den ältesten christlichen Auffassungen über Herstellung und Tilgung der Heiligkeit von Räumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der byzantinische [[Patriarchat (Kirche)|Patriarch]] Kallinikos verweigerte gegenüber dem [[Justinian II.|Kaiser Justinian II]] im Jahr 693/94 den Vollzug eines Rituals zur Kirchenprofanierung. Der Kaiser wollte eine Kirche abreißen lassen, um einen Brunnen und ein Podest für eine der [[Zirkusparteien]] zu errichten. Der Patriarch befand dazu zunächst: {{&amp;quot;|Wir haben ein Gebet zur Errichtung einer Kirche. Unsere Tradition kennt aber kein Gebet zur Zerstörung einer Kirche}}. Auf Drängen des Kaisers äußerte er jedoch danach: {{&amp;quot;|Ehre sei Gott, der alles erträgt, jetzt und in Ewigkeit und in allen kommenden Zeiten. Amen}}. Der Text fährt fort: {{&amp;quot;|Und als sie das hörten, zerstörten sie die Kirche und bauten den Brunnen.}}&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat nach Leonhard: &amp;#039;&amp;#039;Profanierungsritual oder Abschiedsfeier?&amp;#039;&amp;#039; In: Leonhard/Schüller 2012, 128 Anm.&amp;amp;nbsp;5 mit Verweis auf die Chronik des [[Theophanes]] zum Jahr 693/694: Ausgabe S.&amp;amp;nbsp;368 und die Übersetzung bei Cyril Mango und Roger Scott: &amp;#039;&amp;#039;The Chronicle of Theophanes Confessor. Byzantine and Near Eastern History AD 284–813.&amp;#039;&amp;#039; Clarendon Press, Oxford 1997, ISBN 0-19-822568-7, S.&amp;amp;nbsp;513.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Patriarch verweigerte zwar die Erfindung einer Profanierungsliturgie, konnte der Situation aber nicht entfliehen. Seine [[Doxologie]] wird als Ersatz dafür gedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ritualisierte Zerstörung ====&lt;br /&gt;
Seit dem [[Mittelalter]] bezeugen Quellen des Kirchenrechts, dass mit einem bestimmten Grad der Zerstörung eines Kirchengebäudes (und Altars) dessen Charakter als heiliger Raum getilgt ist. Bis in die Gegenwart finden sich daher stilisierte Akte minimaler Zerstörung in Ritualen zur Kirchenprofanierung wie das Beschädigen des Altarunterbaus mit einem Hammer oder dem heute üblichen Umlegen von Kerzen und Kerzenleuchtern. Die Altarplatte soll auch nach Auffassung der Arbeitshilfe 175 der [[Deutsche Bischofskonferenz|Deutschen Bischofskonferenz]] nicht beschädigt oder profaniert, sondern geborgen und für einen erneuten widmungsgemäßen Einsatz aufbewahrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Umgekehrte Ausführung von Heiligungsritualen ====&lt;br /&gt;
Unterschiedliche historische Rituale belegen die Auffassung, dass die umgekehrte Ausführung von Ritualen unter bestimmten Voraussetzungen deren frühere Wirkungen tilge. Unter den Ritualen bei der [[Kirchweihe]] kommt der Übertragung von [[Reliquien]] und deren Einbau in den [[Altar]] einer neuen Kirche ein hoher Rang zu. Bis heute wird daher die Entfernung von Reliquien, Statuen und anderen {{&amp;quot;|Heiltümern}} (Arbeitshilfe 175) aus der Kirche zur Herstellung und Darstellung der Entheiligung eines Gebäudes vollzogen. Das ritualisierte Abwaschen von Gebäudeteilen (zur Entfernung der Stellen, an denen das Gebäude oder der Altar mit [[Chrisam]] gesalbt wurden) hat sich nicht durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ritual in der Gegenwart ===&lt;br /&gt;
Die Riten bei der Kirchenprofanierung betonen die folgenden drei Gestaltungselemente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Inszenierung der Promulgation des Rechtsakts ====&lt;br /&gt;
Auch wenn anlässlich der Profanierung eine [[heilige Messe]] gefeiert wird, bildet die öffentliche Verlesung des bischöflichen Dekrets, mit dem die Kirche profaniert wird, ein Element des Ritus. Dies kann auch in Gegenwart des Bischofs selbst geschehen. Die Verlesung des Dekrets inszeniert die Entfernung der Heiligkeit als Rechtsakt der zuständigen Autorität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ritualisierte Entheiligung durch Entfernung heiliger Dinge ====&lt;br /&gt;
Die diözesanen Vorschläge zu Kirchenprofanierungsliturgien und die Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz empfehlen den Vollzug einer [[Prozession]] mit dem [[Allerheiligstes Sakrament des Altares|Allerheiligsten]], [[Reliquien]] und Heiligenbildern aus der profanierten Kirche möglichst in eine nahegelegene andere Kirche, in der die ehemaligen Mitglieder der alten [[Pfarrei|Kirchengemeinde]] in der Zukunft eine neue geistliche Heimat finden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Profanierte Kirchen in Deutschland (nach Bistümern) ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;In die Liste aufgenommen sind nur diejenigen Bistümer, für die in den verlinkten Artikeln weitgehend vollständige Übersichten über die profanierten Kirchen vorliegen.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bistum Aachen: [[Liste der profanierten Kirchen im Bistum Aachen]]&lt;br /&gt;
* Erzbistum Berlin: [[Liste der profanierten Kirchen im Erzbistum Berlin]]&lt;br /&gt;
* Bistum Dresden-Meißen: [[Liste profanierter Kirchen im Bistum Dresden-Meißen]]&lt;br /&gt;
* Bistum Erfurt: [[Liste profanierter Kirchen im Bistum Erfurt]]&lt;br /&gt;
* Bistum Essen: [[Liste profanierter Kirchen im Bistum Essen]]&lt;br /&gt;
* Bistum Fulda: [[Liste profanierter Kirchen im Bistum Fulda]]&lt;br /&gt;
* Erzbistum Hamburg: [[Liste profanierter Kirchen im Erzbistum Hamburg]]&lt;br /&gt;
* Bistum Hildesheim: [[Liste der profanierten Kirchen im Bistum Hildesheim]]&lt;br /&gt;
* Erzbistum Köln: [[Liste profanierter Kirchen im Erzbistum Köln]]&lt;br /&gt;
* Bistum Limburg: [[Liste profanierter Kirchen im Bistum Limburg]]&lt;br /&gt;
* Bistum Magdeburg: [[Liste profanierter Kirchen im Bistum Magdeburg]]&lt;br /&gt;
* Bistum Münster: [[Liste der profanierten Kirchen im Bistum Münster]]&lt;br /&gt;
* Bistum Osnabrück: [[Bistum Osnabrück#Schließungen von Kirchen|Schließungen von Kirchen]]&lt;br /&gt;
* Erzbistum Paderborn: [[Liste der profanierten Kirchen im Erzbistum Paderborn]]&lt;br /&gt;
* Bistum Speyer: [[Liste profanierter Kirchen im Bistum Speyer]]&lt;br /&gt;
* Bistum Trier: [[Liste profanierter Kirchen im Bistum Trier]]&lt;br /&gt;
* Bistum Würzburg: [[Bistum Würzburg#Kirchenschließungen|Kirchenschließungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Evangelische Kirche ==&lt;br /&gt;
In der [[Evangelische Kirche|evangelischen Kirche]] wird nicht zwischen sakralen, geweihten und profanen Räumen unterschieden. Kirchlich genutzte Räume sind als &amp;#039;&amp;#039;[[Gotteshaus|Häuser Gottes]]&amp;#039;&amp;#039; ein sichtbares Zeichen für die Anwesenheit Gottes in der Welt, beispielsweise wenn sich die Gemeinde zum Gottesdienst versammelt. Sie sollen grundsätzlich für die Allgemeinheit zugänglich sein und stehen in Deutschland unter besonderem staatlichen Schutz, beispielsweise nach [[Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen|§166 StGB]] oder als [[Kulturdenkmal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwidmung kirchlich genutzter Grundstücke und Gebäude regeln die einzelnen evangelischen Landeskirchen durch Gesetze und Verordnungen. Die Rechtsquellen sind im Allgemeinen im Internet abrufbar, so beispielsweise die &amp;#039;&amp;#039;Grundsätze für Entwidmungen&amp;#039;&amp;#039; der [[Evangelische Kirche im Rheinland|Evangelischen Kirche im Rheinland]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ekir.de/bauberatung/mobile/entwidmung-grundsaetze-131.php Evangelische Kirche im Rheinland: &amp;#039;&amp;#039;Informationen zum Thema Entwidmung&amp;#039;&amp;#039;] von 2010 - abgerufen am 28. Dezember 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Errichtung, Verwendung, Verwaltung, den Abbruch oder den Verkauf von Gebäuden, die im Eigentum einer evangelischen Gemeinde stehen, entscheidet die jeweilige [[Kirchengemeindeleitung]], deren Beschlüsse und Erklärungen im Allgemeinen zur Wirksamkeit eine kirchenaufsichtliche Genehmigung durch die jeweilige Kirchenleitung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt;Für die [[Evangelische Kirche in Hessen und Nassau]] beispielsweise in § 47 der [https://www.kirchenrecht-ekhn.de/document/18742#s10560021 Kirchengemeindeordnung] geregelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entweihung von Statuen ==&lt;br /&gt;
Neben Gebäuden und Orten können auch Statuen einer Profanierung unterzogen werden, indem sie dem ursprünglichen sakralen Kontext entzogen oder/und durch plastische Bearbeitung verändert und damit mit einer profanen Identität versehen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 392 wurden in [[Alexandria]] nach der gewaltsamen Zerstörung des [[Serapeum von Alexandria|Serapeions]] und anderer Kultbauten Statuen profaniert, soweit sie nicht christianisiert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stefan Altekamp]], [[Carmen Marcks-Jacobs]], [[Peter Seiler (Kunsthistoriker)|Peter Seiler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Perspektiven der Spolienforschung 1: Spoliierung und Transposition.&amp;#039;&amp;#039; de Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-029105-6, S.&amp;amp;nbsp;13 ({{Google Buch |BuchID=1sGluVJeWpkC |Seite=13}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In [[Basel]] wurde am Rathaus die Statue der Gottesmutter [[Maria (Mutter Jesu)|Maria]], die vor der Reformation Stadtpatronin gewesen war, 1608 in eine [[Justitia]] (mit Schwert und Waage) umgewandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stefan Hess]]: &amp;#039;&amp;#039;Herrscherideale und ideale Frauen. Tugendallegorien im frühneuzeitlichen Basel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde]].&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;111 (2011), S.&amp;amp;nbsp;115–154, darin S.&amp;amp;nbsp;139&amp;amp;nbsp;ff. ([[doi:10.5169/seals-391676#145]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] wurden kirchliche Statuen durch Überarbeitung profaniert, indem etwa eine Marienstatue in einen [[Napoleon]] oder eine [[Benedikt von Nursia|Benediktfigur]] in eine [[Minerva]] umgemeißelt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das große Buch der Stile.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;5: Die Romanik, Welz Vermittlerverlag, Mannheim 2005, ISBN 978-3-938622-53-7, S.&amp;amp;nbsp;44 ({{Google Buch |BuchID=lsC4taQhb1IC |SeitenID=RA4-PA44}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Profanierung erfahren Statuen auch, wenn sie ihrem ursprünglichen Kontext in einer Kirche oder einem Tempel entzogen werden und in ein [[Museum]] oder eine private Sammlung übergehen.&lt;br /&gt;
* Auch eine Zerstörung durch Zerschlagen oder Verbrennen kann als ein radikaler Akt der Profanierung angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statuen können bei der Profanierung eines Gebäudes der Profanierung entgehen, indem sie in ein anderes sakrales Gebäude überführt werden, wie es etwa in jüngerer Zeit bei der Profanierung katholischer Kirchen öfter geschieht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.st-josef.kirche-vor-ort.de/10522.html?&amp;amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=13553&amp;amp;cHash=4f8c7334648e743e542444cb9c67afe5 |titel=Madonna zieht nach St. Paulus |abruf=2019-12-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;in der Reihenfolge des Erscheinens&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Autor=Winfried Haunerland&lt;br /&gt;
 |Hrsg=Winfried Haunerland&lt;br /&gt;
 |Titel=Abschiedsfeier oder Übergangsritual? Zur Liturgie anlässlich der Profanierung einer Kirche&lt;br /&gt;
 |Sammelwerk=Manifestatio ecclesiae. Studien zu Pontifikale und bischöflicher Liturgie&lt;br /&gt;
 |Verlag=Pustet&lt;br /&gt;
 |Ort=Regensburg&lt;br /&gt;
 |Datum=2004&lt;br /&gt;
 |ISBN=3-7917-1885-1&lt;br /&gt;
 |Seiten=549–566}}&lt;br /&gt;
* Herbert Fendrich: &amp;#039;&amp;#039;Was wird aus unseren Kirchen?&amp;#039;&amp;#039; (Reihe &amp;#039;&amp;#039;Dokumente&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 5). Bistum Essen, Essen 2005.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Hrsg=René Pahud de Mortanges, Jean-Baptiste Zufferey&lt;br /&gt;
 |Titel=Bau und Umwandlung religiöser Gebäude. Le patrimoine réligieux face à l’immobilier et la construction&lt;br /&gt;
 |Auflage=1.&lt;br /&gt;
 |Verlag=Schulthess Juristische Medien&lt;br /&gt;
 |Ort=Zürich&lt;br /&gt;
 |Datum=2007&lt;br /&gt;
 |ISBN=978-3-7255-5448-5&lt;br /&gt;
 |Sprache=de fr}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Hrsg=Albert Gerhards, Julia Niemann&lt;br /&gt;
 |Titel=St. Ursula in Hürth-Kalscheuren. Pfarrkirche – Profanierung – Umnutzung. Fakten und Fragen&lt;br /&gt;
 |Verlag=Lit&lt;br /&gt;
 |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
 |Datum=2009&lt;br /&gt;
 |ISBN=978-3-8258-1911-8}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Autor=Katrin Bauer&lt;br /&gt;
 |Titel=Gotteshäuser zu verkaufen. Gemeindefusionen, Kirchenschließungen und Umnutzungen&lt;br /&gt;
 |Reihe=Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland&lt;br /&gt;
 |NummerReihe=117&lt;br /&gt;
 |Verlag=Waxmann&lt;br /&gt;
 |Ort=Münster&lt;br /&gt;
 |Datum=2011&lt;br /&gt;
 |ISBN=978-3-8309-2472-2}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Hrsg=Angelika Büchse, Herbert Fendrich, Philipp E. Reichling&lt;br /&gt;
 |Titel=Kirchen – Nutzung und Umnutzung. Kulturgeschichtliche, theologische und praktische Reflexionen&lt;br /&gt;
 |TitelErg=Internationales Symposium zur Umnutzung von Kirchen vom 22.–24. September 2010 in Mülheim an der Ruhr&lt;br /&gt;
 |Verlag=Aschendorff Verlag&lt;br /&gt;
 |Ort=Münster&lt;br /&gt;
 |Datum=2012&lt;br /&gt;
 |ISBN=978-3-402-12939-5}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Hrsg=Clemens Leonhard, [[Thomas Schüller]]&lt;br /&gt;
 |Titel=Tot in die Kirche? Rechtliche und liturgische Aspekte der Profanierung von Kirchen und ihre Umnutzung zu Kolumbarien&lt;br /&gt;
 |Verlag=Pustet&lt;br /&gt;
 |Ort=Regensburg&lt;br /&gt;
 |Datum=2012&lt;br /&gt;
 |ISBN=978-3-7917-2463-8}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Hubertus Halbfas]]&lt;br /&gt;
 |Titel=Die Zukunft unserer Kirchengebäude, Problemlage und Lösungswege&lt;br /&gt;
 |Verlag=Patmos&lt;br /&gt;
 |Ort=Ostfildern&lt;br /&gt;
 |Datum=2019&lt;br /&gt;
 |ISBN=978-3-8436-1112-1}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Autor=Kim de Wildt, Robert J.J.M. Plum&lt;br /&gt;
 |Hrsg=Michael Klöcker, Udo Tworuschka&lt;br /&gt;
 |Titel=Kirchenumnutzung&lt;br /&gt;
 |Sammelwerk=Handbuch der Religionen&lt;br /&gt;
 |WerkErg=60. Ergänzungslieferung 2019&lt;br /&gt;
 |Verlag=Westarp Science&lt;br /&gt;
 |Ort=Hohenwarsleben&lt;br /&gt;
 |Datum=2019&lt;br /&gt;
 |ISBN=978-3-86617-500-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/zeit-magazin/2018/06/deutschland-ungenutzte-kirchen-deutschlandkarte Deutschlandkarte 6/2018 „Umgenutzte Kirchen“] des ZEITmagazins, 31. Januar 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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