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	<title>Privatklage - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T17:18:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Privatklage&amp;diff=202246&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gesetzesfreak: Jetzt ist Änderung von 2021 vollständig drin.</title>
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		<updated>2025-11-21T17:33:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jetzt ist Änderung von 2021 vollständig drin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Privatklage&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bietet im [[Deutschland|deutschen]] [[Strafprozessrecht]] dem [[Verletzter (Strafprozessrecht)|Verletzten]] die Möglichkeit, die [[Anklage]] einer [[Straftat (Deutschland)|Straftat]] auch ohne Mitwirkung der Staatsanwaltschaft vor dem Strafgericht des [[Amtsgericht]]s zu erheben. Dadurch hat er die Möglichkeit, selbst die Anklage bei solchen Straftatbeständen zu erheben, bei denen die [[Staatsanwaltschaft]] nur bei [[Öffentliches Interesse|öffentlichem Interesse]] an der Strafverfolgung die Anklage erhebt ({{§|376|StPO|buzer}} [[Strafprozessordnung (Deutschland)|Strafprozessordnung]]; Privatklagedelikte, siehe [[#Übersicht der Privatklagedelikte|Übersicht]] unten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Privatklage darf nicht mit einer Klage nach dem [[Privatrecht]], wie etwa einer Klage auf [[Schadensersatz]], verwechselt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Privatklage ist im ersten Abschnitt des Fünften Buches in den {{§|374-394|StPO|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;374–394}} der [[Strafprozessordnung (Deutschland)|Strafprozessordnung]] (StPO) geregelt. Im Übrigen gelten die anderen Vorschriften der StPO entsprechend, sofern in den §§ 374–394 StPO nichts Besonderes geregelt ist. Mit der Privatklage besteht keine Bindung an das [[Legalitätsprinzip (Strafrecht)|Legalitätsprinzip]] mehr. Es steht dem Privatklageberechtigten frei, ob er Klage erhebt. In den [[RiStBV]] ist in {{§§|URL|2=https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/RiStBV-NN101|3=Nr. 87}} Näheres zur Verweisung auf die Privatklage durch die Staatsanwaltschaft geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zulässigkeit ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Die Privatklage kann ohne Mitwirkung der Staatsanwaltschaft betrieben werden. Sie steht im Gegensatz zur öffentlichen Klage. Die Privatklage ist aber nur für eine begrenzte Zahl ([[Enumerationsprinzip]]) von Straftaten statthaft. Diese Straftaten dürfen nicht in [[Tateinheit]] mit einem [[Offizialdelikt (Deutschland)|Offizialdelikt]] stehen. Die einschlägigen Straftaten sind in {{§|374|StPO|buzer}} StPO aufgelistet (siehe [[#Übersicht der Privatklagedelikte|Übersicht]] unten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klageberechtigt ist stets nur der Verletzte oder derjenige, auf den das [[Antragsrecht]] nach {{§|77|StGB|dejure}} Abs. 2 StGB übergegangen ist. Der Kläger muss jedoch [[Prozessfähigkeit (Recht)|prozessfähig]] sein. Fehlt diese Eigenschaft, so kann nur der [[Gesetzlicher Vertreter|gesetzliche Vertreter]] (Eltern bzw. Betreuer) Privatklage erheben. Im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes sind auch gewerbliche Interessenverbände klageberechtigt. Bei bestimmten Antragsdelikten sind nur die Dienstvorgesetzten zur Erhebung der Klage berechtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unzulässig ist die Privatklage gegen Personen, die zur Tatzeit Jugendliche waren, unter Umständen erhebt in diesen Fällen der Staatsanwalt Anklage ({{§|80|JGG|dejure}} Abs. 1 [[Jugendgerichtsgesetz (Deutschland)|JGG]]). Außerdem ist eine Privatklage nicht gegen Exterritoriale ({{§|18-20|GVG|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;18–20}} GVG) sowie gegen Mitglieder des Land- oder Bundestags möglich, wenn keine Erlaubnis des Parlaments besteht. Zulässig ist die Prozessvertretung durch Rechtsanwälte. Der Angeklagte im Privatklageverfahren kann einen Verteidiger hinzuziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sühneversuch ===&lt;br /&gt;
Für die Delikte nach §§ 123, 185–189, 202, 223, 229, 241 und 303 StGB (vgl. [[#Übersicht der Privatklagedelikte|Übersicht]] unten) ist vor Erhebung der Klage der [[Sühneverfahren|Versuch der Sühne]] vor einer Vergleichsstelle &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;zwingend&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; erforderlich. Erst wenn der Sühneversuch gescheitert ist, darf dann die Privatklage erhoben werden ({{§|380|StPO|juris}} StPO). Die Vergleichsstellen sind in der Regel die [[Schiedsamt|Schiedsämter]]. Schon aus diesem Grund ist die Privatklage in Deutschland sehr selten. Es wurde mehrfach diskutiert, die Privatklage mangels nennenswerter Relevanz abzuschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Privatklage muss schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle bei Gericht eingelegt werden. Die Klage muss den Sachverhalt und den Täter bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strafantrag ===&lt;br /&gt;
Oftmals sind Privatklage- zugleich [[Antragsdelikt]]e, so dass auch ein [[Strafantrag (Deutschland)|Strafantrag]] nötig sein kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Marc Wenske]] in &amp;#039;&amp;#039;Löwe/Rosenberg, Die Strafprozeßordnung und das Gerichtsverfassungsgesetz&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben von [[Jörg-Peter Becker]], [[Volker Erb]], [[Robert Esser]], [[Kirsten Graalmann-Scheerer]], Hans Hilger, [[Alexander Ignor]], 27. Auflage, Rn. 7 vor §&amp;amp;nbsp;374.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;KKRn5&amp;quot;&amp;gt;[[Angelika Allgayer]] in &amp;#039;&amp;#039;Karlsruher Kommentar zur Strafprozessordnung.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom Christoph Barthe und [[Jan Gericke]], 9. Auflage, C.H.Beck, München 2023, StPO §&amp;amp;nbsp;374 Rn.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während beim [[Absolutes Antragsdelikt|absoluten Antragsdelikt]] die Verfolgung ohne Antrag ausgeschlossen ist, gleicht beim [[Antragsdelikt#Bedingtes Antragsdelikt, unechtes Antragsdelikt, relatives Antragsdelikt nach BGH|relativen (oder auch bedingtem) Antragsdelikt]] ein etwaiges [[besonderes öffentliches Interesse]] den Mangel eines fehlenden Antrags aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle verdeutlicht die Konsequenz besonderen und einfachen öffentlichen Interesses bzw. dessen Fehlens für die Erhebung der öffentlichen Klage (öK) bei Antrags- und Privatklagedelikten.&lt;br /&gt;
{|class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Delikt !! Beispiel !! besonderes&amp;lt;br /&amp;gt;öffentliches&amp;lt;br /&amp;gt;Interesse || einfaches&amp;lt;br /&amp;gt;öffentliches&amp;lt;br /&amp;gt;Interesse || kein&amp;lt;br /&amp;gt;öffentliches&amp;lt;br /&amp;gt;Interesse&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| absolutes Antragsdelikt || [[Haus- und Familiendiebstahl]] || öK abhängig von Strafantrag || öK abhängig von Strafantrag || class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| relatives Antragsdelikt || Diebstahl und Unterschlagung [[Geringwertige Sache|geringwertiger Sachen]] || + öK möglich || öK abhängig von Strafantrag || class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Privatklagedelikt || [[Nötigung (Deutschland)|Nötigung]] i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;d. §&amp;amp;nbsp;240 Abs.&amp;amp;nbsp;1–3 StGB, [[Bedrohung]] || + öK möglich || + öK möglich ||  - keine öK&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| absolutes Antrags- und Privatklagedelikt || [[Hausfriedensbruch (Deutschland)|Hausfriedensbruch]], [[Beleidigung (Deutschland)|Beleidigung]] || öK abhängig von Strafantrag || öK abhängig von Strafantrag || - keine öK&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| relatives Antrags- und Privatklagedelikt || [[Körperverletzung (Deutschland)|Körperverletzung]], [[Sachbeschädigung]] || + öK möglich || öK abhängig von Strafantrag || - keine öK&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Auch bei einem Privatklagedelikt, das zugleich Antragsdelikt ist, und bei dem kein öffentliches Interesse besteht, bedarf es also eines fristgerechten (3 Monate ab Kenntniserlangung, siehe {{§|77b|StGB|buzer}} StGB) und wirksamen (siehe {{§|158|stpo|buzer}} Abs. 2 StPO zur Form und zu den Berechtigten {{§|77|StGB|buzer}} StGB) Strafantrags.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Erhebung der Privatklage liegt zugleich die Stellung eines Strafantrags.&amp;lt;ref&amp;gt;Anette Greger/Jochen Weingarten in [[Leipziger Kommentar]]. Band 6 §§ 69–79b, herausgegeben von [[Gabriele Cirener]], [[Henning Radtke]], [[Ruth Rissing-van Saan]], [[Thomas Rönnau]], [[Wilhelm Schluckebier]], 13. Auflage, De Gruyter Berlin/Boston 2020. § 77 Rn. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;KKRn5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Privatklagedelikte ==&lt;br /&gt;
{|class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Privatklagedelikt&amp;lt;br /&amp;gt;({{§§|URL|2=https://lexetius.com/StPO/374|3=§ 374}} [[Strafprozessordnung (Deutschland)|StPO]]) !! Sühneversuch&amp;lt;br /&amp;gt;({{§§|URL|2=https://lexetius.com/StPO/380|3=§ 380}} StPO) !! Antragsdelikt&amp;lt;br /&amp;gt;({{§§|URL|2=https://lexetius.com/StGB/77|3=§ 77}} [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|StGB]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Hausfriedensbruch (Deutschland)|Hausfriedensbruch]] ({{§|123|StGB|buzer}} StGB) || ja || absolut (Abs. 2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Beleidigung (Deutschland)|Beleidigungsdelikte]] ({{§|185-189|StGB|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;185–189}} StGB; vgl. {{§§|URL|2=https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/RiStBV-NN256|3=Nr. 229}} RiStBV) || ja || absolut ({{§|194|stgb|buzer}} StGB; Ausnahmen)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen]] ({{§|201a|StGB|buzer}} Abs. 1 und 2 StGB) || nein || relativ ({{§|205|stgb|buzer}} Abs. 1 Satz 2 StGB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Verletzung des Briefgeheimnisses]] ({{§|202|stgb|buzer}} StGB) || ja || absolut ({{§|205|stgb|buzer}} Abs. 1 Satz 1 StGB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| einfache vorsätzliche oder fahrlässige [[Körperverletzung (Deutschland)|Körperverletzung]] ({{§|223|stgb|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;223}}, {{§|229|stgb|buzer|text=229}} StGB); nicht bei [[Kindesmisshandlung]] ({{§§|URL|2=https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/RiStBV-NN261|3=Nr. 235}} Abs. 2 RiStBV) || ja || relativ ({{§|230|stgb|buzer}} StGB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Nötigung (Deutschland)|Nötigung]] [außer besonders schwere Fälle] ({{§|240|stgb|buzer}} Absatz 1 bis 3 StGB) || nein || nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bedrohung]] [außer wenn öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines [[Inhalt|Inhalts]] begangen] ({{§|241|stgb|buzer}} Absatz 1 bis 3StGB) || ja || nein (Ausnahme, wenn angedrohte Tat Antragsdelikt ist)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr|Bestechlichkeit oder Bestechung im geschäftlichen Verkehr]] ({{§|299|stgb|buzer}} StGB) || nein || relativ ({{§|301|stgb|buzer}} StGB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Sachbeschädigung]] ({{§|303|stgb|buzer}} StGB) || ja || relativ ({{§|303c|stgb|buzer}} StGB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Vollrausch]] ({{§|323a|stgb|buzer}} StGB), wenn die im Rausch begangene Tat ein oben genanntes Vergehen ist || s. oben || s. oben (Abs. 3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Straftat nach {{§|16|uwg|buzer}} [[Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb|UWG]] (vgl. {{§§|URL|2=https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/RiStBV-NN289|3=Nr. 260}} RiStBV) || nein || nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Straftat nach {{§|23|geschgehg|buzer}} [[Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen|GeschGehG]] || nein || relativ (Abs. 8)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Straftaten nach {{§|142|patg|buzer}} Abs. 1 [[Patentgesetz (Deutschland)|PatG]], {{§|25|gebrmg|buzer}} Abs. 1 [[Gebrauchsmustergesetz|GebrMG]], {{§|10|halblschg|buzer}} Abs. 1 [[Halbleiterschutzgesetz|HalblSchG]], {{§|39|sortschg_1985|buzer}} Abs. 1 [[Sortenschutzgesetz (Deutschland)|SortSchG]] || nein || relativ (jeweils Abs. 4)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Straftat nach {{§|143|markeng|buzer}} Abs. 1, {{§|143a|markeng|buzer}} Abs. 1 [[Markengesetz|MarkenG]] || nein || relativ (§ 143 Abs. 4 MarkenG)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Straftat nach {{§|144|markeng|buzer}} Abs. 1 und 2 [[Markengesetz|MarkenG]] || nein || nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Straftat nach {{§|51|designg|buzer}} Abs. 1 und {{§|65|designg|buzer}} Abs. 1 [[Designgesetz|DesignG]] || nein || relativ (§ 51 Abs. 4 DesignG)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Straftat nach {{§|106–108|urhg|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;106 bis 108}} sowie {{§|108b|urhg|buzer}} Abs. 1 und 2 [[Urheberrechtsgesetz (Deutschland)|UrhG]] || nein || relativ ({{§|109|urhg|buzer}} UrhG)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Straftat nach {{§|33|kunsturhg|buzer}} [[Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie|KunstUrhG]] || nein || absolut (Abs. 2)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfahren ==&lt;br /&gt;
Das Privatklageverfahren beginnt mit Einreichung einer [[Anklageschrift]] des [[Verletzter (Strafprozessrecht)|Verletzten]] bei Gericht ({{§|381|stpo|juris}} StPO), die neben dem [[Anklagesatz]] auch die Beweismittel und das wesentliche Ergebnis der Ermittlungen enthalten muss, die eine Verurteilung rechtfertigen sollen. Außerdem müssen die dem Beschuldigten voraussichtlich erwachsenden Kosten, etwa für dessen anwaltliche Vertretung und die Gerichtskosten vorgeschossen werden ({{§|379|stpo|juris}}, {{§|379a|stpo|juris}} StPO). Eine anwaltliche Vertretung des Verletzten ist nicht notwendig. Als Ausnahme vom staatlichen Anklagemonopol durch die Strafverfolgungsbehörden wie insbesondere der Staatsanwaltschaft ist das Verfahren insoweit als adversatorischer [[Parteiprozess]] ausgestaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Albin Eser]]: &amp;#039;&amp;#039;Adversatorische und inquisitorische Verfahrensmodelle. Ein kritischer Vergleich mit Strukturalternativen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Friedrich-Christian Schroeder]], Manuchehr Kudtratov (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die strafprozessuale Hauptverhandlung zwischen adversatorischem und inquisitorischem Modell&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt am Main 2014, S. 11–29&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind mehrere zur Privatklage berechtigt, so können sie diese unabhängig voneinander erheben ({{§|375|StPO|dejure}} StPO). Nach Erhebung der Privatklage durch einen Berechtigten können die übrigen Berechtigten der Klage beitreten. Die Staatsanwaltschaft ist zur Mitwirkung in dem Privatklageverfahren nicht verpflichtet. Sie kann jedoch (auch durch Vorlage der Akten des Gerichts) das Verfahren jederzeit bis zum Eintritt der [[Rechtskraft (Deutschland)|Rechtskraft]] des Urteils übernehmen ({{§|377|StPO|dejure}} StPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht entscheidet nach Anhörung des Beschuldigten, ob es das [[Hauptverfahren]] eröffnet, die Privatklage zurückweist oder das Verfahren wegen geringer Schuld des Täters [[Einstellung des Strafverfahrens (Deutschland)|einstellt]] ({{§|383|stpo|juris}} StPO). Das [[Strafprozessrecht (Deutschland)#Hauptverfahren|Hauptverfahren]] verläuft im Wesentlichen wie nach Erhebung einer öffentlichen Klage durch den Staatsanwalt ({{§|384|stpo|juris}} StPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergibt die Verhandlung, dass statt eines Privatklagedeliktes der Verdacht eines Nicht-Privatklagedeliktes vorliegt, stellt das Gericht das Verfahren durch Sachurteil ein ({{§|389|stpo|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 StPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fall einer Verurteilung dürfen [[Maßregeln der Besserung und Sicherung]] nicht angeordnet werden ({{§|384|stpo|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;2 StPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kosten ==&lt;br /&gt;
Es erwachsen die üblichen Kosten. Im Privatklageverfahren kann [[Prozesskostenhilfe]] beantragt werden. Ein Gerichtskostenvorschuss wird fällig, außer bei Gewährung von Prozesskostenhilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der Beschuldigte verurteilt, zahlt dieser im Allgemeinen die Verfahrenskosten, einschließlich die notwendigen Auslagen des Privatklägers ({{§|471|stpo|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 StPO), und eine eventuell auferlegte [[Geldstrafe (Deutschland)|Geldstrafe]] an den Staat. Wird der Beschuldigte nicht verurteilt, trägt normalerweise der Privatkläger die Verfahrenskosten und die notwendigen Auslagen des Beschuldigten (§&amp;amp;nbsp;471 Abs.&amp;amp;nbsp;2 StPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besonderheiten ==&lt;br /&gt;
Im Privatklageverfahren ist die [[Widerklage]] ({{§|388|StPO|dejure}} StPO) zulässig. Dann muss wechselseitig ein Privatklagedelikt begangen worden sein. Auch für die Widerklage gelten die Vorschriften der Privatklage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht kann gemäß {{§|383|StPO|dejure}} Abs. 2 StPO die Sache bei geringer [[Schuld (Strafrecht)|Schuld]] [[Einstellung des Strafverfahrens (Deutschland)|einstellen]], was in der Praxis der regelmäßige Ausgang von Privatklagesachen ist. Der Privatkläger hat in diesem Fall unter Umständen auch die Verteidigungskosten des Angeklagten zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Tod des Privatklägers führt zur Einstellung des Verfahrens durch Beschluss. Doch kann bei bestimmten Delikten wie Beleidigung oder vorsätzlicher Körperverletzung das Verfahren binnen 2 Monaten von nahen Angehörigen fortgesetzt werden ({{§|393|stpo|juris}} Abs. 2, {{§|374|stpo|juris}} Abs. 2 StPO, {{§|77|stgb|juris}} Abs. 2 StGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfolgen ==&lt;br /&gt;
Die Rechtsfolgen erstrecken sich auf alle Rechtsfolgen der betroffenen Delikte. Zwar können sämtliche Sanktionen verhängt werden, [[Maßregel der Besserung und Sicherung|Maßregeln der Besserung und Sicherung]] dürfen jedoch nach {{§|384|StPO|dejure}} StPO nicht verhängt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsmittel ==&lt;br /&gt;
Gegen die Urteile und Entscheidungen stehen dem Privatkläger die Rechtsmittel, die üblicherweise der Staatsanwaltschaft zustehen, zu. Im Gegensatz zum Staatsanwalt kann der Privatkläger Rechtsmittel jedoch nicht zugunsten des Angeklagten einlegen. Er kann ferner die [[Wiederaufnahme des Verfahrens]] zuungunsten des Angeklagten beantragen. Ein Berufungs-/Revisionsantrag kann durch beide Prozessparteien erfolgen ({{§|296,391|StPO|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;296 und 391}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 StPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglich sind schließlich noch die Klagerücknahme und die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Nach der Rücknahme der Klage darf sie jedoch nicht erneut erhoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistik ==&lt;br /&gt;
2018 wurden von den Staatsanwaltschaften 199.946 Verfahren durch Verweisung auf den Weg der Privatklage erledigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Statistisches Bundesamt]], [https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Justiz-Rechtspflege/Publikationen/Downloads-Gerichte/staatsanwaltschaften-2100260187004.pdf?__blob=publicationFile Fachserie 10 (Rechtspflege), Reihe 2.6 (Staatsanwaltschaften), 2018]&amp;lt;/ref&amp;gt; Von den Amtsgerichten wurden dagegen im selben Zeitraum nur 320 Privatklagen erledigt (238 ohne Hauptverhandlung, 46 mit Hauptverhandlung, aber ohne Urteil, 36 mit Urteil); es gab 8 Berufungen (mit 2 Hauptverhandlungen) und keine Revision.&amp;lt;ref&amp;gt;Statistisches Bundesamt, [https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Justiz-Rechtspflege/Publikationen/Downloads-Gerichte/strafgerichte-2100230187004.pdf?__blob=publicationFile Fachserie 10 (Rechtspflege), Reihe 2.3 (Strafgerichte), 2018]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Anwendungsbereich der Privatklage betraf ursprünglich nur Beleidigungen und Körperverletzungen ([[s:Strafprozeßordnung#§. 414.|§&amp;amp;nbsp;414]] StPO 1877)&amp;lt;ref&amp;gt;RGBl. S. 253; Materialien: &amp;#039;&amp;#039;Die gesammten Materialien zu den [[Reichsjustizgesetze|Reichs-Justizgesetzen]]&amp;#039;&amp;#039;, [https://www.ub.uni-koeln.de/cdm/pageflip/collection/mono19/id/10937/type/compoundobject/show/10020/cpdtype/monograph/pftype/image#page/280/mode/2up Bd. 3, Abt. 1, S. 268]&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde durch das &amp;#039;&amp;#039;Gesetz zur Entlastung der Gerichte&amp;#039;&amp;#039; vom 11.&amp;amp;nbsp;März 1921&amp;lt;ref&amp;gt;[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=1921&amp;amp;page=299&amp;amp;size=45 RGBl. S. 229], Art. III Nr. 6; Materialien: &amp;#039;&amp;#039;Verhandlungen des Reichstags&amp;#039;&amp;#039;, [https://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_w1_bsb00000049_00534.html Bd. 365, Nr. 1353]&amp;lt;/ref&amp;gt; erheblich ausgedehnt. Der obligatorische Sühneversuch betraf ursprünglich nur die Beleidigung ([[s:Strafprozeßordnung#§. 420.|§&amp;amp;nbsp;420]] StPO 1877) und wurde durch die &amp;#039;&amp;#039;Verordnung über Gerichtsverfassung und Strafrechtspflege&amp;#039;&amp;#039; vom 4. Januar 1924&amp;lt;ref&amp;gt;[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=1924&amp;amp;page=37&amp;amp;size=45 RGBl. I S. 15], § 36 (S. [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=1924&amp;amp;page=42&amp;amp;size=45 20])&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgeweitet. Die Möglichkeit zur Einstellung bei geringer Schuld wurde durch die [[Notverordnung]] vom 6.&amp;amp;nbsp;Oktober 1931&amp;lt;ref&amp;gt;[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=1931&amp;amp;page=635&amp;amp;size=45 RGBl. I S. 537], Sechster Teil, Kapitel&amp;amp;nbsp;1, §&amp;amp;nbsp;7 (S. [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=1931&amp;amp;page=661&amp;amp;size=45 563])&amp;lt;/ref&amp;gt; aufgenommen. Bis 1998 zählte auch die [[gefährliche Körperverletzung]] zu den Privatklagedelikten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lexetius.com/StPO/374,14 lexetius.com/StPO/374]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Österreich, Liechtenstein ==&lt;br /&gt;
Zur Rechtslage in [[Österreich]] und [[Liechtenstein]] siehe [[Privatanklagedelikt]]. Privatanklagedelikt und [[Ermächtigungsdelikt (Österreich)|Ermächtigungsdelikt]] (bundesdeutsch: Antragsdelikt) schließen einander aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweiz, DDR ==&lt;br /&gt;
In der [[Schweiz]] gibt, in der [[DDR]] gab es keine rein private Strafverfolgung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[Bernd Heinrich (Rechtswissenschaftler)|Bernd Heinrich]], Tobias Reinbacher: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.jura.uni-wuerzburg.de/fileadmin/02150500/2020/48-privatklageverfahren-2.pdf Die Privatklage]&amp;#039;&amp;#039; Universität Würzburg, 2020&lt;br /&gt;
* Tillmann Bartsch: [https://www.zjs-online.com/dat/artikel/2017_1_1077.pdf &amp;#039;&amp;#039;Bericht über einen Moribunden: Das Privatklageverfahren. Rechtliches, Rechtstatsächliches, Reform- und Zukunftsperspektiven – Teil 1&amp;#039;&amp;#039;] [[Zeitschrift für das Juristische Studium|ZFS]] 2017, S. 40–51; [https://www.zjs-online.com/dat/artikel/2017_2_1101.pdf &amp;#039;&amp;#039;Teil 2&amp;#039;&amp;#039;] ZJS 2017, S. 167–175&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4175741-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafprozessrecht (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gesetzesfreak</name></author>
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