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	<title>Primärprozess - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T11:31:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Prim%C3%A4rprozess&amp;diff=2101676&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Anaxo: /* Materialisierte, nicht formalisierte Logik */ Textl. Ergänzung zur Abb. mit neuer Quelle: Wulff</title>
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		<updated>2024-08-03T22:11:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Materialisierte, nicht formalisierte Logik: &lt;/span&gt; Textl. Ergänzung zur Abb. mit neuer Quelle: Wulff&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Instanzenmodell Freud4.svg|mini|300px|Lustprinzip und seelische Instanzen]]&lt;br /&gt;
Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Primärprozess&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden in mancher psychoanalytischen Literatur &amp;lt;!--von wem? ab wann? Belege erbeten--&amp;gt;alle Vorgänge des [[Das Unbewusste|unbewussten Seelenlebens]] bezeichnet, die nach dem [[Lustprinzip]] ablaufen. [[Sigmund Freud|Freud]], der den Begriff im letzten Kapitel der [[Die Traumdeutung|Traumdeutung]] der Sache nach eingeführt hat, spricht in seinem Werk durchgängig von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Primärvorgang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRA&amp;quot;&amp;gt;[[Sigmund Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Traumdeutung&amp;#039;&amp;#039;. (1900) [https://www.projekt-gutenberg.org/freud/traumdeu/chap007.html (online bei Gutenberg)], folgende Seitenangaben anhand der Taschenbuchausgabe der Fischer-Bücherei, Aug. 1966; (a)&amp;amp;nbsp;zur Definition des Primärvorgangs: Kap. VII. &amp;quot;Zur Psychologie der Traumvorgänge&amp;quot;, S. 489; (b)&amp;amp;nbsp;zu einigen Charakteristika von Primärvorgängen: Kap. VI. &amp;quot;Die Traumarbeit&amp;quot;, S. 234 ff.; (c)&amp;amp;nbsp;zu Urworten&amp;lt;!--am angegebenen Ort bei Freud auch belegt: vgl. GW II/III 323, 674; VIII 214-221, 403; XI 181-183, 236; XVII 91 f.--&amp;gt;: Kap. VI. Die Traumarbeit, S. 265 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber bestimmen [[Sekundärprozess]]e die Beziehung zwischen [[Das Vorbewusste|Vorbewusstem]] und Bewusstem.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LDP&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Primärvorgänge&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Wilhelm Karl Arnold]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Psychologie&amp;#039;&amp;#039;. Bechtermünz, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-508-8; Sp. 1680.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von Primärprozessen wird die frühe Kindheit ganz erfüllt, später sind diese Vorgänge hauptsächlich in [[Träumen]], [[Phantasiewelt|Phantasievorstellungen]] und [[Tagtraum|Tagträumen]] anzutreffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPP&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Primärvorgänge&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Uwe Henrik Peters]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Psychiatrie und medizinischen Psychologie&amp;#039;&amp;#039;. Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1984, S. 424. 6. Auflage, Elsevier-Verlag, München 2007, [https://books.google.de/books?id=w5Rd6NFbMiAC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=W%C3%B6rterbuch+der+Psychiatrie+und+medizinischen+Psychologie+-+Uwe+Henrik+Peters&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=6aieTO_aGYqOjAeH24mWDQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false books.google.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die seelische Energie ([[Libido]]) fließt bei den Primärprozessen frei von einer Vorstellung zur anderen, bei den Sekundärprozessen sind dabei [[Zensur (Psychoanalyse)|Zensuren]] wirksam, die sich im Sinne des [[Realitätsprinzip]]s in Form von [[Abwehrmechanismus|Abwehrvorgängen]] auswirken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LDP&amp;quot; /&amp;gt; Die Primärprozesse decken sich also weitgehend mit dem [[Lustprinzip]]. &amp;lt;!--folgender Satz kann m.E. gestrichen werden: genau Vielleicht wird mit dem Lustprinzip eher die subjektive Seite des Wirkungsprinzips angesprochen, während mit &amp;quot;Primärprozessen&amp;quot; die objektive Seite aus der Sicht des äußeren Beobachters beschrieben werden soll--&amp;gt;&amp;lt;!--??--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakteristika ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Materialisierte, nicht formalisierte Logik ===&lt;br /&gt;
{{Anker|AbbVernachl}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Primärprozess.svg|mini|380px|Vernachlässigung von Gegensatz und Widerspruch durch den Primärprozess. Traumelemente sind „Knotenpunkte“ für vielfache „Vorstellungskreise“&amp;lt;ref&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Bruchstück einer Hysterie-Analyse&amp;#039;&amp;#039;. (1905 e [1901]) G.W. Bd. V, S. 161 ff. (S. 226 Anm. 2, S. 245, 252, 259); Studienausgabe Bd. VI, S. 83 ff. (S. 137 Anm. 1, S. 151, 158, 164)&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Erich Wulff]] hat dieses logische Prinzip als [[Coincidentia oppositorum]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WulffPLP&amp;quot;&amp;gt;[[Erich Wulff]]: &amp;#039;&amp;#039;Psychisches Leiden und Politik&amp;#039;&amp;#039; – Ansichten der Psychiatrie. Campus Frankfurt / M 1981, ISBN 3-593-32940-9; S.&amp;amp;nbsp;108 zu Stw. „Coincidentia oppositorum“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
]]&lt;br /&gt;
Die Charakteristika des Primärprozesses sind: [[Kompression (Psychologie)|Verdichtung]] (Kompression) und [[Verschiebung (Psychologie)|Verschiebung]] der Denkinhalte, Zeitlosigkeit, Fortfall der ausschließenden [[Formale Logik|Logik]], zugunsten einer alles verbindenden Logik, die keine Widersprüche kennt (Abb.&amp;amp;nbsp;2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRA&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Satz vom Widerspruch]] gilt also bei den Primärprozessen nicht in einem ausschließenden, sondern in einem verbindenden Sinne des „Sowohl-als-auch“ ([[Paradoxe Logik]] nach [[Erich Fromm]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDL&amp;quot;&amp;gt;[[Erich Fromm]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunst des Liebens&amp;#039;&amp;#039;. (1956) Ullstein Frankfurt 1984, Buch-Nr. 35258; S. 85 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die seelische Energie (Libido), die sich offenbar gerade an Widersprüchen und Gegensätzen entfaltet, geht von sog. Urmotiven aus. Diese sind im klassischen Falle der frühkindlichen Entwicklung dadurch ausgezeichnet, dass eine [[Subjekt-Objekt-Spaltung|Trennung zwischen Subjekt und Objekt]] noch nicht stattgefunden hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GPS&amp;quot; /&amp;gt; Die Befriedigung grundlegender biologischer Bedürfnisse wie z.&amp;amp;nbsp;B. der Nahrungsaufnahme ist von der nahezu bedingungslosen Nähe zu Bezugspersonen abhängig, deren verständnisvoller –&amp;amp;nbsp;weder zu strenger noch zu verwöhnender&amp;amp;nbsp;– Umgang gerade in diesem noch labilen Entwicklungsstadium vorausgesetzt wird und entscheidend für die Ausprägung stabiler seelischer Instanzen ist. Der vollzogenen Entwicklung dieser Instanzen entspricht das [[Instanzen-Modell]] (Abb. „Lustprinzip und seelische Instanzen“). In den Instanzen werden affektive Beziehungsmuster und erfahrene [[Handlungsschema]]ta ebenso festgehalten wie in der seelischen Repräsentanz der Bezugspersonen selbst ([[Imago (Psychologie)|Imago]]). Eine ähnliche Differenzierung im Sinne der psychischen Entwicklung ist auch die Ausbildung eines eigenen [[Körperschema]]s und damit die Trennung zwischen einer Innen- und Außenwelt,&amp;lt;ref name=&amp;quot;NPP&amp;quot;&amp;gt;[[Sven Olaf Hoffmann]], G. Hochapfel: &amp;#039;&amp;#039;Neurosenlehre, Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin.&amp;#039;&amp;#039; [1999], Neurotische Störungen und Psychosomatische Medizin. CompactLehrbuch, Schattauer, Stuttgart 2003, ISBN 3-7945-1960-4, S. 16, 36.&amp;lt;/ref&amp;gt; der u.&amp;amp;nbsp;a. die Erfahrung von Hingabe und Trennung der Bezugspersonen zugrunde liegt (Abbildungen). Der Gegensatz zwischen körperlichen und psychischen Bedürfnissen ist für das [[psychosomatisch]]e Spannungsfeld wesentlich. Dies ist das gerade im Falle der Nahrungsaufnahme von größter Bedeutung, wo zu unterscheiden ist zwischen körperlichen (z.&amp;amp;nbsp;B. Nahrungsaufnahme) und seelischen (menschliche Zuwendung und Nähe) Bedürfnissen ([[#AbbVernachl|Abb.]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hilde Bruch]]: &amp;#039;&amp;#039;Psychiatric Quarterly.&amp;#039;&amp;#039; 35, 1961, S. 458&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Falle der Traumarbeit oder von Phantasievorstellungen ist die Auseinandersetzung des Ichs mit den Einflüssen der Umwelt in einer ähnlichen Art und Weise herausgefordert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GPS&amp;quot;&amp;gt;[[Thure von Uexküll]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundfragen der psychosomatischen Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1963; (a)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Urmotive und Subjekt-Objekt-Spaltung“: Kap. 9. Die Motive und ihre Geschichte, S. 108–110; (b)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Urmotive und Instanzen“: Kap. 11. Die verschiedenen [[Motivationspsychologie|Motivationsbereiche]] und ihre Interferenz, S. 114, 116 (Fußn. 16)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;TTT&amp;quot;&amp;gt;[[Wolfgang Loch]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Theorie, Technik und Therapie der Psychoanalyse&amp;#039;&amp;#039;. S. Fischer Conditio humana (hrsg. von [[Thure von Uexküll]] &amp;amp; [[Ilse Grubrich-Simitis]] 1972, ISBN 3-10-844801-3; (a)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „diverse Aspekte der frühen Strukturbildung: Imago, affektives Handlungsschema und Primärprozess“: S. 30 f., 34, 67, 72, 84 f., 109 f., 137 f., 161, 167, 213, 255 (b)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „psychoanalytischer Beitrag zur Sprachforschung: Rolle des Primärprozesses“: S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ontogenese und Universalgeschichte ===&lt;br /&gt;
Der Primärprozess ist kennzeichnend für die individuelle menschliche [[Ontogenese]] als früheste kindliche Entwicklungsphase. In diesem Sinne ist es entsprechend dem [[Psychogenetisches Grundgesetz|psychogenetischen Grundgesetz]] erstaunlich, dass die Charakteristik des Primärprozesses auch von der Sprachforschung bestätigt wurde. Hier hat bereits Freud auf den Gegensinn von Urworten hingewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRA&amp;quot; /&amp;gt; In den ältesten Sprachen gibt es sog. Urworte, die eine in sich gegensätzliche Bedeutung enthalten, so z.&amp;amp;nbsp;B. [[Altgriechische Sprache|altgriechisch]] λὁγος (logos) = leeres Gerede, Geschwätz – Wertschätzung, Vernunft. Insofern kommt die Technik der Traumarbeit auch in der Sprachentwicklung bzw. in der allgemeinen [[Sprachgeschichte]] zum Ausdruck.&amp;lt;ref&amp;gt;K. Abel: &amp;#039;&amp;#039;Der Gegensinn der Urworte&amp;#039;&amp;#039;. 1884.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch neuerdings ist auf die [[Oppositionswort]]e von [[Jürgen Habermas]] hingewiesen worden, die „noch die genetisch ältere Eigentümlichkeit einer Vereinigung logisch unvereinbarer, nämlich konträrer Bedeutung bewahrt haben“. Habermas vermutet, dass diese Oppositionsworte auch die Ursituationen der Verhaltens- und [[Ambivalenz|Einstellungsambivalenz]] festhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GIN&amp;quot;&amp;gt;[[Jürgen Habermas]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Universalitätsanspruch der Hermeneutik (1970).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zur Logik der Sozialwissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; (Suhrkamp Taschenbuch, Wissenschaft 517). Frankfurt 1982, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Arnold Gehlen]]: &amp;#039;&amp;#039;Urmensch und Spätkultur&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es kann als Beitrag der Psychoanalyse zur Sprachforschung angesehen werden, dass die scharf umrissene Bedeutung eines Worts sich zuletzt ausformt, d.&amp;amp;nbsp;h. psychoanalytisch ausgedrückt, ein spätes Resultat des [[Sekundärprozess]]es ist. In frühen Stadien der individuellen menschlichen wie der [[Stammesgeschichte des Menschen|stammesgeschichtlich kollektiven]] Ontogenese dagegen sind primärprozesshafte Vorgänge am Werk, denen ein [[Extension und Intension|extensionaler Charakter]] zukommt, im Extremfall die symbolische Gleichsetzung bzw. Vernachlässigung von Gegensatz und Widerspruch. Sprache steht fraglos mit der spezifisch menschlichen Fähigkeit zur [[Symbol]]bildung in engem Zusammenhang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TTT&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ein bekanntes Beispiel ==&lt;br /&gt;
{{Anker|AbbFreudErdheim}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery heights=&amp;quot;300&amp;quot; widths=&amp;quot;300&amp;quot; class=&amp;quot;floatright&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Signorelli 01.png|Die von [[Sigmund Freud|Freud]] aufgezeigten Wege der [[Verschiebung (Psychologie)|Verschiebung]] mit dem Resultat der [[Verdrängung (Psychoanalyse)|Verdrängung]]&lt;br /&gt;
Signorelli 02.png|Die von [[Mario Erdheim]] aufgezeigten Mechanismen des Primär- und [[Sekundärprozess]]es&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bekanntes Beispiel ist das von Freud an sich selbst beobachtete und im Wege der [[Selbstanalyse]] dargestellte Vergessen des Eigennamens „Signorelli“. Er meinte damit [[Luca Signorelli]] (1441–1523), den Meister von [[Orvieto]]. Dieses Vergessen hat Freud in seiner Abhandlung über die &amp;#039;&amp;#039;Psychopathologie des Alltagslebens&amp;#039;&amp;#039; ausführlich geschildert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PDA&amp;quot;&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Zur Psychopathologie des Alltagslebens&amp;#039;&amp;#039;. (1904) Gesammelte Werke, Band IV, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1953; folgende Seitenangaben aus: Taschenbuchausgabe der Fischer-Bücherei, Nov. 1954, (a)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Gesamtschilderung“ der S.&amp;amp;nbsp;13–18; (b)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Verschiebung“: S. 13, zu Stw. „Motiv“: S. 17–18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin wird der Mechanismus der [[Verschiebung (Psychologie)|Verschiebung]] und der in diesem Falle besonderen Form des Vergessens infolge von [[Verdrängung (Psychoanalyse)|Verdrängung]] aus verständlichen [[Motiv (Psychologie)|Motiven]] beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkreten Hintergründe waren dabei folgende: Während eines Gesprächs fielen Freud anstelle des richtigen Namens „Signorelli“ hartnäckig die falschen Ersatznamen [[Sandro Botticelli|Botticelli]] und [[Boltraffio]] ein. Er brachte dies in der eigenen Analyse in Verbindung mit verschiedenen für ihn unangenehmen resignativen und z.&amp;amp;nbsp;T. definitiven Mitteilungen und Nachrichten, die er bezüglich mehrerer seiner Patienten erhalten hatte und die um Leben und Tod handelten. Eine dieser Nachrichten vom Freitod eines seiner Patienten hatte er in [[Trafoi]] erhalten. Weiter hatte ihm der türkische Angehörige eines Kranken entgegnet: „Herr, was ist da zu sagen? Ich weiß, wenn er zu retten gewesen wäre, hättest Du ihn gerettet.“ Freud war weiter eine Anekdote zur Einstellung der Türken über die Sexualität bekannt: &amp;#039;&amp;#039;Du weißt ja, Herr, wenn das nicht mehr geht, hat das Leben keinen Wert.&amp;#039;&amp;#039; Die Fehlleistung Freuds lässt sich anhand der [[#AbbFreudErdheim|Abbildungen]] grafisch rekonstruieren. Dazu ist die Verschiebung von Signor zu Herr, die einer Übersetzung aus dem Italienischen entspricht, sowie die Tatsache wesentlich, dass auch beide falsch erinnerte Ersatznamen die von italienischen Malern sind. Freud war auch bewusst, dass der Meister von Orvieto „die großartigen Fresken von den letzten Dingen geschaffen hatte“. Damit sind die wesentlichen Bezüge genannt, die den Weg innerhalb der Subsysteme des Bewusstseins (Vorbewusst, Unbewusst) für die Verdrängung in einem konkreten Falle bei Sigmund Freud kennzeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Mechanismus des Vergessens bzw. der [[Verdrängung (Psychoanalyse)|Verdrängung]] ist wesentlich, dass Freud hier von einem [[Motiv (Psychologie)|Motiv]] ausgeht, was das einfache Vergessen von der Verdrängung unterscheidet. Aber auch die [[Verschiebung (Psychologie)|Verschiebung]] der Denkinhalte bzw. einzelner Elemente (Wortbruchstücke) lässt sich an diesem Beispiel demonstrieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PDA&amp;quot; /&amp;gt; Dies hat –&amp;amp;nbsp;in Ergänzung zur Selbstanalyse Freuds ([[#AbbFreudErdheim|Abb.]])&amp;amp;nbsp;– [[Mario Erdheim]] in übersichtlicher Form getan ([[#AbbFreudErdheim|Abb.]]): Das vorbewusste Element „elli“ aus dem Namen „Signorelli“ wird unverändert in den Namen „Botticelli“ übernommen. Auf unbewusste Mechanismen wird zurückgeführt, dass das Element „Signor“ (aus „Signorelli“) zunächst zu „Herr“ verschoben wird und dann zu „Trafoi“ bzw. zu „traffio“. Dieses Element „Herr“ wurde außerdem zu „Bo“ verschoben (ausgehend von der [[Assoziation (Psychologie)|Assoziation]] „Her“zegowina und „Bo“snien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „Leistung“ des [[Das Vorbewusste|vorbewussten Systems]] wird von Erdheim als [[Sekundärprozess]] identifiziert (ohne Verschiebung), die des [[Das Unbewusste|unbewussten Systems]] als Primärprozess (mit Verschiebung). Erdheim bezeichnet die durch primär- und Sekundärprozess elaborierten Produkte, die wieder Inhalte des Bewusstseins geworden sind als [[Phantasma|Phantasmen]]. Ein solches Phantasma sei auch die hartnäckige Produktion der Ersatznamen Botticelli und Botraffio im Falle Freuds.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Mario Erdheim]]: &amp;#039;&amp;#039;Die gesellschaftliche Produktion von Unbewußtheit.&amp;#039;&amp;#039; Eine Einführung in den ethnopsychoanalytischen Prozeß. (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 456). Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-28065-1, S. 212 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Enantiodromie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in [[#AbbVernachl|obiger Abbildung „Vernachlässigung“]] dargestellte Vereinigung von Gegensätzen rein [[begriff]]licher bzw. auch [[ontologisch]]er Art in der [[Dualismus|Dyade]] wurde von [[C.G. Jung]] als [[Enantiodromie]] bezeichnet. Dieser Terminus geht auf [[Heraklit]] zurück. In dem Ausgleichungsprozess zwischen Gegensätzen ist auch nach Jung ein Grundprinzip der [[Psychodynamik]] zu erkennen, ähnlich dem der Physik. Auch hier wird Energie –&amp;amp;nbsp;ähnlich wie in der Physik&amp;amp;nbsp;– nur im Ausgleich der Gegensätze etwa zwischen hoch und tief oder heiß und kalt usw. gewonnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jolande Jacobi]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Psychologie von C.G. Jung&amp;#039;&amp;#039;. Eine Einführung in das Gesamtwerk. Mit einem Geleitwort von C.G. Jung. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 1987, ISBN 3-596-26365-4, S. 58.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konkretismus ==&lt;br /&gt;
Jung hat den Terminus des Primärprozesses nicht gebraucht, dafür aber ähnliche Phänomene mit Begriffen wie [[Konkretismus (Psychologie)|Konkretismus]] und [[Participation mystique]] beschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Carl Gustav Jung]]: &amp;#039;&amp;#039;Definitionen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke.&amp;#039;&amp;#039; Walter-Verlag, Düsseldorf 1995, Sonderausgabe, Band 6, „Psychologische Typen“, ISBN 3-530-40081-5, §§ 766–769, S. 479 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jung verweist in diesem Zusammenhang auf die Arbeiten von [[Lucien Lévy-Bruhl]] (1857–1939), der für die logischen Auffälligkeiten des [[Archaismus (Psychologie)|archaischen]] Denkens die Bezeichnung [[Prälogik]] geprägt hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SWB&amp;quot;&amp;gt;[[Karl-Heinz Hillmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Soziologie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 410). 4., überarbeitete und ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-41004-4, S.&amp;amp;nbsp;489 zu Lexikon-Lemma: „Lévi-Bruhl“ (Schreibweise „Lévi“ dort mit i!).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Primarprozess}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychoanalyse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Anaxo</name></author>
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