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	<title>Prillwitzer Idole - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T23:32:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Prillwitzer_Idole&amp;diff=858430&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Auchwaswisser: Interpunktion; typografische Anführungszeichen; -Tippfehler</title>
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		<updated>2025-11-30T11:29:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Interpunktion; typografische Anführungszeichen; -Tippfehler&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Piekosiński - Kamienie mikorzyńskie - Tabl. II A. Radegast (przód).jpg|miniatur|Historische Abbildung eines bronzenen Prillwitzer Idols]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gideon Sponholz (1745-1807).jpg|miniatur|Porträt Gideon Sponholtz (1745–1807). [[Regionalmuseum Neubrandenburg]]]]&lt;br /&gt;
Bei den &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Prillwitzer Idolen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; handelt es sich um mehrere Dutzend Bronzeskulpturen und bronzene Reliefplatten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie sind zugleich bemerkenswerte künstlerische Innovationen ihrer Hersteller wie auch geschickte [[Betrug und Fälschung in der Wissenschaft|Fälschungen]], sollten sie doch den Anschein erwecken, mit dem historischen Ort [[Rethra]] in Verbindung zu stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lokalisierung von Rethra, dem bei [[Thietmar von Merseburg]] erwähnten [[Slawen|mittelslawischen]] Heiligtum des 11. Jahrhunderts, war über Jahrhunderte ein bevorzugtes Ziel nordostdeutscher Geschichtsforschung. Im Jahr 1768 tauchten im Besitz der alteingesessenen Goldschmiedefamilie Sponholtz in [[Neubrandenburg]] zunächst eine, dann noch weitere kleine, mit [[Runen]] beschriftete Bronzefiguren auf, die man für slawische Götzenbilder hielt. Den Angaben der Besitzer zufolge stammten diese Bronzen aus einem Bodenfund, den ein Vorfahr der Sponholtzfamilie (angeblich) beim Pflanzen eines Baumes im Pfarrgarten in [[Hohenzieritz|Prillwitz]] gemacht hatte. Diese Figuren versetzten die norddeutsche Gelehrtenwelt in helle Aufregung, denn unter den (angeblich) wendischen Runen war vielfach das Wort „Rethra“ zu lesen und Prillwitz galt zu dieser Zeit allgemein als Stätte des sagenumwobenen Heiligtums. Zunächst erwarb der Neubrandenburger Arzt und Antiquitätensammler August Friedrich Christian Hempel (1737–1804)&amp;lt;ref&amp;gt;Er war seit 1762 Arzt in Neubrandenburg, ein Sohn des Neustrelitzer herzoglichen Leibarztes Joachim Jaspar Johann Hempel (1707–1788). - Vgl. Boll (1854), S. 176: &amp;#039;&amp;#039;„der doctor medicinae Hempel zu Neubrandenburg, ein Sohn des damaligen herzoglichen Leibarztes“&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; 35 dieser Figuren. Später gelangten 22 weitere neue Götzenfiguren in den Besitz der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz. Gideon Sponholz (1745–1807), jüngster Spross einer Neubrandenburger Goldschmiedefamilie, Privatier und ebenfalls Antiquitätensammler, galt seither als Geschichtsexperte. Er richtete in Neubrandenburg ein erstes privates Museum ein und durfte mit herzoglicher Genehmigung Schatzgrabungen durchführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der seit 1794 regierende [[Karl II. (Mecklenburg)|Herzog Karl II.]] von [[Mecklenburg-Strelitz]] sah in den Prillwitzer Idolen einen genealogiegeschichtlichen Glücksfall. Er versuchte, mit den Artefakten eine [[Abodriten|obotritische]] Ahnenlinie seines Herzogtums zu begründen. Der Neustrelitzer Hofmaler [[Daniel Woge]] wurde beauftragt, die Figuren in einer Kupferstichsammlung zu dokumentieren. Das fertige Werk „Gottesdienstliche Alterthümer der Obotriten aus dem Tempel zu Rethra am Tollenze-See“ widmete Karl seiner Schwester, der [[Sophie Charlotte zu Mecklenburg-Strelitz|Königin von England]]. In einem Begleittext erweckte der Neustrelitzer Superintendent [[Andreas Gottlieb Masch]] den Eindruck, der Ausgrabungsort sei ein „nordisches [[Herculaneum]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prillwitzer Idole waren jahrelang Gesprächsthema beim europäischen Hochadel. Im Sommer 1794 kam der polnische Graf [[Jan Potocki]] auf seiner Reise durch Mecklenburg nach [[Neubrandenburg]] in das archäologische Kabinett des Gideon Sponholz, um hier die „Reste des Slawenthums“ zu studieren. Er publizierte die Sammlung in der ein Jahr später auf Französisch verfassten Reisebeschreibung „Voyage dans quelques parties de la Basse-Saxe pour la recherche des antiquités Slaves etc.“ Die preußische [[Luise von Mecklenburg-Strelitz|Königin Luise]] ließ sich nach dem Vorbild der Idole ein Diadem und ihre Schwester [[Friederike zu Mecklenburg|Friederike]] Ohrspangen anfertigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Brief von Achim von Arnim an Goethe, vor dem 28. Mai 1808. In: Carl Schüddekopf; Ooskar Walzl: &amp;#039;&amp;#039;Goethe und die Romantik. Briefe und Erläuterungen&amp;#039;&amp;#039; 2. Band, Weimar 1898 (Schriften der Goethegesellschaft Bd. 13), S. 111 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Karl II. betrachtete die Parklandschaft um Prillwitz und seinen benachbarten Landsitz [[Hohenzieritz]] mit einer großen Zahl von bronzezeitlichen Hügel- und Kastengräbern als eine Art archäologischen Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1803 erwarb Herzog Karl II. die Sponholzsche Sammlung und stellt diese im (alten) Gutshaus von Prillwitz aus. [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]] zeigte ebenfalls großes Interesse an den mecklenburgischen Altertümern. Er ließ sich von dem in Mecklenburg reisenden [[Achim von Arnim]] darüber berichten.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: &amp;#039;&amp;#039;Weimarer Ausgabe (WA)&amp;#039;&amp;#039;. Goethes Werke. Herausgegeben im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen. Abtlg. I–IV. 133 Bände in 143 Teilen, Weimar 1887–1919, IV, 20, S. 279&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Schilderungen von von Arnims Besuch im Prillwitzer Gutshaus verwandte der Dichter 1808 literarisch im zweiten Kapitel seiner [[Die Wahlverwandtschaften|&amp;#039;&amp;#039;Wahlverwandtschaften&amp;#039;&amp;#039;]]. Für einen bildlichen Eindruck von der Landschaft kaufte er Caspar David Friedrichs Sepia &amp;#039;&amp;#039;Hünengrab am Meer&amp;#039;&amp;#039; für die Sammlung des [[Carl August (Sachsen-Weimar-Eisenach)|Weimarer Herzogs]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es von Anfang an Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Geschichte und an der Echtheit der nach ihrem angeblichen Fundort „Prillwitzer Idole“ genannten Bronzen gab, sorgten die Stücke bis weit ins 19. Jahrhundert hinein mehrfach für heftigsten Gelehrtenstreit. [[Friedrich Rühs]], Historiker und Professor an der Berliner Universität, veröffentlichte 1816 sein „Handbuch der Geschichte des Mittelalters“, in dem er die Echtheit der Prillwitzer Idole unmissverständlich in Zweifel zieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund gerichtlicher Untersuchungen und fortschreitender Forschungsmethoden steht seit 1850 fest, dass die „Prillwitzer Idole“ oder wenigstens der überwiegende Teil davon in der Werkstatt der Neubrandenburger Sponholz-Brüder modelliert und gegossen worden sind. Die zuletzt vollständig in landesherrlichen Besitz gelangte Kollektion wurde bis 1945 als Teil der fürstlichen Sammlungen in [[Neustrelitz]] gezeigt, galt dann jahrzehntelang als Kriegsverlust und wurde erst gegen Ende der 1980er Jahre wiederentdeckt. Heute gehören die Stücke zum Sammlungsbestand des [[Freilichtmuseum Schwerin-Mueß|Mecklenburgischen Volkskundemuseums Schwerin-Mueß]], sind jedoch nicht Teil der ständigen Ausstellung dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prillwitzer Idole wirken mit ihrer willkürlichen Zusammenstellung unterschiedlicher Stilelemente eher skurril. Ihre Entdeckungsgeschichte ging als Jahrhundertfälschung in die Geschichte Mecklenburgs ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor einigen Jahren ließ sich [[Daniel Spoerri]] durch die Prillwitzer Idole zu eigenen Skulpturen inspirieren. [[Frank Pergande]], Redakteur der [[FAZ]], machte ein Prillwitzer Idol zur Tatwaffe in seinem Regionalkrimi &amp;#039;&amp;#039;„Der Fluch der Ente“&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* [[Andreas Gottlieb Masch]], [[Daniel Woge]]: &amp;#039;&amp;#039;Die gottesdienstlichen Alterthümer der Obotriten aus dem Tempel zu Rhetra am Tollenzer-See. Nach den Originalien auf das genaueste gemahlet, und in Kupferstichen, nebst Hrn. Andreas Gottlieb Maschens, Herzogl. Mecklenb. Strelitzischen Hofpredigers, Consistorial-Raths und Superintendentens Erläuterung derselben, herausgegeben von Daniel Wogen, Herzogl. Mecklenb. Strel. Hofmahler.&amp;#039;&amp;#039; Rellstab, Berlin 1771 ([http://diglib.hab.de/drucke/hq-70/start.htm Digitalisat] des Exemplars der [[Herzog August Bibliothek]])&lt;br /&gt;
* [[Jan Potocki]]: &amp;#039;&amp;#039;Voyage dans quelques parties de la Basse-Saxe pour la recherche des antiquités Slaves ou Vendes, fait en 1794 par le comte Jean Potocki&amp;#039;&amp;#039;. Hambourg 1795 ([https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN547485735?origin=/collection/digiwunschbuch%3Ffilter%255B0%255D%255Bfacet_publisher%255D%3DSchniebes%26filter%255B1%255D%255Bfacet_place_publish%255D%3DHambourg%26filter%255B2%255D%255Bdc%255D%3Dvaria&amp;amp;collection=digiwunschbuch Digitalisat])&lt;br /&gt;
* [[Franz Boll (Historiker)|Franz Boll]]: &amp;#039;&amp;#039;Kritische Geschichte der sogenannten Prillwitzer Idole.&amp;#039;&amp;#039; In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 19 (1854), S. 168–286 ([http://mvdok.lbmv.de/mjbrenderer?id=mvdok_document_00001331 Digitalisat]); ders.: &amp;#039;&amp;#039;Nachtrag zu der kritischen Geschichte der sogenannten „Prillwitzer Idole“.&amp;#039;&amp;#039; In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 20 (1855), S. 208–227 ([http://mvdok.lbmv.de/mjbrenderer?id=mvdok_document_00001414 Digitalisat])&lt;br /&gt;
* Rolf Voß: &amp;#039;&amp;#039;Die Schein-Heiligen von Prillwitz: Regionalmuseum Neubrandenburg zeigt spektakuläre Fälschungen aus dem 18. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: Das Museumsmagazin, 2005, S. 34–35. ({{Webarchiv | url=http://www.museumstag.de/museumstag_magazin05/forschen5.pdf | wayback=20071009144313 | text=Volltext}}; PDF-Datei, 197&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [[Daniel Spoerri]]: &amp;#039;&amp;#039;Prillwitzer Idole : Kunst nach Kunst nach Kunst.&amp;#039;&amp;#039; [Anlässlich der gleichnamigen Ausstellung Staatliches Museum Schwerin, 2. September – 26. November 2006]. - Schwerin, 2006, ISBN 3-86106-094-9&lt;br /&gt;
* Rainer Szczesiak: &amp;#039;&amp;#039;Auf der Suche nach Rethra. Die „Prillwitzer Idole“. Mit einem Reisebericht von Daniel Spoerri.&amp;#039;&amp;#039; 2., überarbeitete Aufl. Neubrandenburg, 2006. (Schriftenreihe des Regionalmuseums Neubrandenburg; Nr. 39), ISBN 3-939779-00-8 / ISBN 978-3-939779-00-1&lt;br /&gt;
* [[Michael Niedermeier]]: &amp;#039;&amp;#039;Anthyrius – Odin − Radegast. Die gefälschten mecklenburgischen Bodendenkmäler und inszenierte Herrscherabstammungen im ‚englischen‘ Garten.&amp;#039;&amp;#039; In: Vorwelten und Vorzeiten. Archäologie als Spiegel historischen Bewußtseins in der Frühen Neuzeit. Hrsg. v. Dietrich Hakelberg und Ingo Wiwjorra. (Wolfenbütteler Forschungen 124, hrsg. von der Herzog August Bibliothek) Wiesbaden 2010, S. 173–207, ISBN 978-3-447-06295-4&lt;br /&gt;
* Gundula Tschepego und Peter Schüßler [Hrsg.]: &amp;#039;&amp;#039;Walter Karbes Kulturgeschichte des Landes Stargard von der Eiszeit bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; [[Thomas Helms Verlag]] Schwerin 2008, ISBN 978-3-940207-02-9&lt;br /&gt;
* Andrea Linnebach: &amp;#039;&amp;#039;In den „Sümpfen der Hypothesen“ – Wissensvermittlung auf Irrwegen. Die Prillwitzer Idole und die landesarchäologische Forschung in der Aufklärungszeit.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Buchkultur und Wissensvermittlung in Mittelalter und Früher Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. v. [[Andreas Gardt]], Mireille Schnyder, Jürgen Wolf. Berlin/Boston 2011, S. 293–310.&lt;br /&gt;
* [[Frank Pergande]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Fluch der Ente.&amp;#039;&amp;#039; [[Thomas Helms Verlag]], Schwerin 2011, ISBN 978-3-940207-58-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Prillwitz idols|Prillwitzer Idole}}&lt;br /&gt;
* {{LBMV PPN|253152291}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=7665621-4}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstfälschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mecklenburgische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bronzeskulptur in Mecklenburg-Vorpommern]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Auchwaswisser</name></author>
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