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	<title>Potential der einfachen Schicht - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-25T09:00:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Potential_der_einfachen_Schicht&amp;diff=1086187&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Vfb1893: BKL JEK aufgelöst</title>
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		<updated>2025-01-10T21:22:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;BKL &lt;a href=&quot;/index.php/JEK&quot; title=&quot;JEK&quot;&gt;JEK&lt;/a&gt; aufgelöst&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Potential der einfachen Schicht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird eine von [[Karl-Rudolf Koch]] in den [[1970er]]-Jahren entwickelte Methode bezeichnet, mit der durch Einführung von [[Flächenbelegung]]en die Berechnung des [[Erdschwerefeld]]es vereinfacht oder beliebig verfeinert werden kann. Die Methode hat zwar – im Gegensatz etwa zu den harmonischen Modellen mittels [[Legendre-Funktion|Legendre]]- und [[Kugelflächenfunktion]]en – bei der Approximation des [[Schwerepotential]]s eine [[Unstetigkeit|unstetige]] Charakteristik an den Modellrändern, benötigt aber nur einen Bruchteil der Rechenzeit und ein etwa halb so großes [[Lineares Gleichungssystem|Gleichungssystem]] wie die klassische [[Neumann’sche Methode]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geoid, Störpotential und Flächenbelegungen ==&lt;br /&gt;
Das Schwerepotential und seine [[Funktional]]e – die wichtigsten sind das [[Geoid]], die [[Lotabweichung]]en und die [[Schwereanomalie]]n – werden großteils durch die [[Gravitation]] des [[Erdfigur|Erdkörpers]] und die [[Fliehkraft]] der [[Erdrotation]] verursacht. Jedoch bewirken alle Unregelmäßigkeiten der Erdoberfläche ([[Gelände]], unterschiedliche [[Dichte]]n) und der [[geologisch]]e Aufbau der [[Erdkruste]] Abweichungen vom [[theoretische Schwere|Normalfeld]], das dem theoretischen Schwerefeld eines mittleren [[Erdellipsoid]]s gleichgesetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede zusätzliche oder gegenüber dem Erdellipsoid fehlende [[Masse (Physik)|Masse]] – die in ihrer Gesamtheit als [[Massenverteilung]] bezeichnet wird – verändert das Schwerepotential der Erde, und zwar umso mehr, je näher die Anomalie am jeweiligen Messpunkt liegt. Die Potentialänderung wird als [[Störpotential]] bezeichnet und kann durch ein [[Skalar (Mathematik)|Skalar]] (eine lokale Differenz in der [[potentielle Energie|potentiellen Energie]]) ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gebirgs[[massiv]] erhöht z.&amp;amp;nbsp;B. das Erdpotential um einige Zehntel [[Promille]], was sich in erhöhter Schwerkraft und einer geringfügigen [[Auswölbung]] der [[Niveaufläche]]n und des Geoids auswirkt. Besser vorstellbar ist dieser Effekt, wenn man die [[Lotrichtung]] betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebirge zieht eine frei hängende Lotschnur etwas zu sich, wodurch sich auch die darauf senkrechte örtliche &amp;#039;&amp;#039;[[Horizont (Bezug)|Horizontale]]&amp;#039;&amp;#039; (eine Parallele zum Geoid) etwas verändert. Die resultierende Aufwölbung wird [[Geoidundulation]] genannt. Auf der anderen Seite des Gebirges verläuft der Effekt entgegengesetzt. Bei den entsprechenden Berechnungen, die mit Gesteinswürfeln oder [[Prisma (Geometrie)|Prismen]] durchgeführt werden, muss zwar die nächste Umgebung genau berücksichtigt werden, für das fernere Gelände genügt aber ein relativ grobes Modell. Die Lotabweichungen betragen in den Alpen maximal 50″ (0,015°), im Hügelland etwa ein Zehntel davon, sie sind aber bei jeder genauen [[Vermessung]] zu berücksichtigen (siehe [[topografische Reduktion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Methode der Flächenbelegung kann diese Berechnungen vereinfachen, indem die Berge durch [[Massenbelegung]]en modelliert werden. Das sind unendlich dünne, übereinander legbare Platten, deren (fiktive) Massen dem Gesteinskörper entsprechen. Ein Massendefizit (z.&amp;amp;nbsp;B. ein tiefes Tal) wird durch &amp;#039;&amp;#039;negative&amp;#039;&amp;#039; Massen modelliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Störpotential und seine Funktionale ==&lt;br /&gt;
Zur Berechnung des Störpotentials &amp;lt;math&amp;gt;T&amp;lt;/math&amp;gt; an einem bestimmten Punkt sind theoretisch alle Störmassen (d.&amp;amp;nbsp;h. die Abweichungen der [[Erdfigur]] von einem idealen Ellipsoid) ins Kalkül zu ziehen. De facto ist aber nur für die nächste Umgebung ein genaues [[digitales Geländemodell]] erforderlich, während für Entfernungen über 50&amp;amp;nbsp;km ein sehr grobmaschiges Modell ausreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;gesamte&amp;#039;&amp;#039; Schwerepotential &amp;lt;math&amp;gt;W&amp;lt;/math&amp;gt; an einem Punkt &amp;lt;math&amp;gt;P&amp;lt;/math&amp;gt; der Erdoberfläche (der sog. [[Aufpunkt]]) mit den kartesischen Koordinaten &amp;lt;math&amp;gt;X, Y, Z&amp;lt;/math&amp;gt; lässt sich als [[Volumenintegral]] über die gesamte [[Erdmasse]] schreiben, indem das auf &amp;lt;math&amp;gt;P&amp;lt;/math&amp;gt; wirkende Potential aller [[Massenpunkt]]e der Erde summiert wird. Diese Massenpunkte mit dem Volumenelement &amp;lt;math&amp;gt;\mathrm dV&amp;lt;/math&amp;gt; haben die individuelle Dichte &amp;lt;math&amp;gt;\rho&amp;lt;/math&amp;gt; (Gesteine 2,5–3,3&amp;amp;nbsp;g/cm³, Erdmantel 4–6&amp;amp;nbsp;g/cm, Erdkern ~10&amp;amp;nbsp;g/cm³), die von ihrer Lage im Erdkörper &amp;lt;math&amp;gt;(x, y, z)&amp;lt;/math&amp;gt; abhängt. Im Nenner steht der Vektor &amp;lt;math&amp;gt;\mathbf r&amp;lt;/math&amp;gt; zwischen dem Aufpunkt &amp;lt;math&amp;gt;P&amp;lt;/math&amp;gt; und dem jeweiligen Massenpunkt &amp;lt;math&amp;gt;\rho \mathrm d V&amp;lt;/math&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;W(X, Y, Z) = \int_\text{Erde} \frac{\rho(x,y,z) \mathrm dV}{|\mathbf{r}|}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Numerisch ist eine exakte Lösung nicht möglich, weil die Erde schon bei Zerlegung in 1&amp;amp;nbsp;km³ große „Punktmassen“ in einer Billion Teile modelliert werden müsste. Außerdem kennt man den Verlauf der [[Dichtefunktion|Dichte]] im tieferen Untergrund nicht genau genug. Die praktische Berechnung solcher Potentiale muss sich daher mit [[Näherungslösung]]en und gebietsweisen Abschätzungen begnügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wesentliche Vereinfachung ergibt sich, wenn die obige Gleichung auf sog. &amp;#039;&amp;#039;Störmassen&amp;#039;&amp;#039; beschränkt wird, welche die Abweichung vom Erdellipsoid repräsentieren. Das [[Erdinneres|Erdinnere]] wird dabei mit Theorien wie der [[Gleichgewichtsfigur]]en erfasst, was heute auf wenige Millionstel genau möglich ist. Das zugehörige &amp;#039;&amp;#039;theoretische&amp;#039;&amp;#039; Potential wird mit &amp;lt;math&amp;gt;U&amp;lt;/math&amp;gt; bezeichnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Störpotential]] &amp;lt;math&amp;gt;T&amp;lt;/math&amp;gt; ergibt sich somit zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;T(X, Y, Z) := W(X, Y, Z) - U(X, Y, Z) = \int_\text{Störmassen} \frac{\rho(x,y,z) \mathrm dV}{|\mathbf{r}|}&amp;lt;/math&amp;gt; ,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was bereits einer annähernd praktikablen Modellierung zugänglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weiteren interessierenden Größen des Schwerefeldes sind [[Funktional]]e dieses Störpotentials &amp;lt;math&amp;gt;T&amp;lt;/math&amp;gt;, wobei &amp;lt;math&amp;gt;\gamma&amp;lt;/math&amp;gt; die ellipsoidische [[Normalschwere]] am Aufpunkt &amp;lt;math&amp;gt;P&amp;lt;/math&amp;gt; ist und &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; der mittlere [[Erdradius]]. Das kartesische Koordinatensystem &amp;lt;math&amp;gt;x,y,z&amp;lt;/math&amp;gt; wird durch ein lokales System &amp;lt;math&amp;gt;u,v,w&amp;lt;/math&amp;gt; ersetzt, worin &amp;lt;math&amp;gt;w&amp;lt;/math&amp;gt; in Richtung der örtlichen Vertikale weist, &amp;lt;math&amp;gt;u&amp;lt;/math&amp;gt; nach Norden und &amp;lt;math&amp;gt;v&amp;lt;/math&amp;gt; nach Osten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Geoidundulation]] &amp;lt;math&amp;gt;\zeta = T/\gamma&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Schwereanomalie]] &amp;lt;math&amp;gt;\Delta g= \frac{\partial T}{\partial w} - T\frac{2}{R}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Komponenten der [[Lotabweichung]] &amp;lt;math&amp;gt;\begin{aligned}\xi &amp;amp;= - \frac{1}{\gamma} \frac{\partial T}{\partial u}\\&lt;br /&gt;
 \eta &amp;amp;= - \frac{1}{\gamma} \frac{\partial T}{\partial v}\end{aligned}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Approximation des Störpotentials mit Flächenbelegungen ==&lt;br /&gt;
Die Modellierung des [[Erdschwerefeld]]es erfolgt mittels &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Potential der einfachen Schicht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;potential of a simple layer&amp;#039;&amp;#039;). Mehrere dieser dünnen, mit konkreten Massen behafteten Schichten werden fiktiv auf der [[Erdoberfläche]] ausgebreitet und können sich allenfalls überlagern. Ihre [[Dichte]]n werden als [[Parameter (Mathematik)|Unbekannte]] angesetzt und mittels der gegebenen Schweredaten durch [[Ausgleichsrechnung]] nach kleinsten Quadraten ermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Version der Methode (Koch 1970) wurden 192 Oberflächenelemente definiert, deren Massen einem harmonischen Potentialmodell ([[Kugelflächenfunktion|Kugelfunktionen]] bis zu Grad und Ordnung 15) der [[Satellitengeodäsie]] angepasst wurden, sowie einem großen Datensatz von terrestrischen [[Schwereanomalie]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dichte dieser Kugelkalotten bezogen sich auf ein [[Referenzellipsoid]], das dieselbe [[Erdabplattung|Abplattung]] hat wie ein Erdkörper im hydrostatischen Gleichgewicht. Die derart ermittelten Ergebnisse haben daher auch Bezug zu [[geophysik]]alischen Fragestellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In späteren Anwendungen (Koch 1975f) wurden zusätzliche Kombinationslösungen zwischen Schwereanomalien und [[Satellitenaltimetrie]] durchgeführt. Diese Höhenmessungen waren bereits Mitte der siebziger Jahre so genau, dass eine gemeinsame Modellierung mit den [[Bahnstörung]]en versucht werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu bestimmenden Dichtewerte der Oberflächenelemente werden zwar als konstant angesetzt, doch lässt sich das [[Auflösungsvermögen]] des Modells durch eine Änderung ihrer &amp;#039;&amp;#039;Anzahl&amp;#039;&amp;#039; an die Qualität der Schweredaten anpassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Altimeter- oder Schweredaten die Erde sehr dicht überdecken bzw. von hoher [[Genauigkeit]] sind, kann das Verfahren durch einen feineren [[Messraster|Raster]] von Potentialschichten sehr flexibel gestaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Berechnung dieser Oberflächenelemente kann die Ausgleichung durch zusätzliche Übergangs- oder [[Pufferzone]]n ergänzt werden und lässt sich zur Lösung sehr großer [[lineares Gleichungssystem|Gleichungssysteme]] in kleinere, unabhängige Subsysteme aufspalten. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch ein Übergang auf [[Kollokation nach kleinsten Quadraten|Kollokation]]s&amp;lt;nowiki/&amp;gt;methoden ist möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Quellen ==&lt;br /&gt;
* K. Ledersteger, [[Handbuch der Vermessungskunde]] (JEK) Band 5&lt;br /&gt;
* K. H. Koch: Zeitschrift für Vermessungskunde 1975&lt;br /&gt;
* Surface Density Values for the Earth from Satellite and Gravity Observations, Karl-Rudolf Koch 1970, Geoph. J. Int. Vol. 21/1 p. 1–12 {{doi|10.1111/j.1365-246X.1970.tb01763.x}}&lt;br /&gt;
* Karl-Rudolf Koch: &amp;#039;&amp;#039;Processing of altimetry data&amp;#039;&amp;#039;, Journ.of Geodesy 49/1, März 1975, {{doi|10.1007/BF02523941}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erdmessung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Vfb1893</name></author>
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