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	<title>Postenpflicht - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T15:30:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Postenpflicht&amp;diff=1272637&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bahnmoeller: /* NS-Prozesse in Nachkriegsjahren */</title>
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		<updated>2025-01-24T23:54:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;NS-Prozesse in Nachkriegsjahren&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv Bild 192-063, KZ Mauthausen, Erschossener Häftling.jpg|mini|Erschossener Häftling des [[KZ Mauthausen]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1991.09.21.de.ba.Dachau.jpg|mini|Lagerzaun und Wachturm der Wachposten im [[KZ Dachau]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-1983-0825-303, Gedenkstätte Buchenwald, Wachturm, Stacheldrahtzaun.jpg|mini|Wachturm, Gedenkstätte Buchenwald]]&lt;br /&gt;
[[Datei:KL Auschwitz-Birkenau (12676135373).jpg|mini|Wachturm, Auschwitz-Birkenau]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Majdanek toren.jpg|mini|Wachturm des [[KZ Majdanek|Vernichtungslagers Majdanek]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenkstein Hasenjagd.JPG|mini|Gedenkstein für die „[[Mühlviertler Hasenjagd]]“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Postenpflicht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war die Dienstanweisung an [[SS-Totenkopfverbände#Reorganisation in den SS-Wachverband „Oberbayern“ und Bildung deutschlandweiter KZ-Wachverbände|KZ-Wachen]] zum Gebrauch ihrer Dienstwaffe. Die SS-Männer hatten den Befehl erhalten, bei Fluchtversuchen oder bei Bedrohung durch Häftlinge ohne warnenden Aufruf sofort „scharf“ zu schießen. Warnende Schreckschüsse waren ebenfalls verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In späteren NS-Prozessen beriefen sich SS-Männer auf einen angeblichen [[Befehlsnotstand]]. Dem Vorwurf der willkürlichen, massenhaften Ermordung von Häftlingen hielten Angeklagte entgegen, man habe nicht gemordet, sondern in Notwehr gehandelt, oder Häftlinge „auf der Flucht erschossen“, wie es die Dienstanweisung vorgeschrieben hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung der „Postenpflicht“ ==&lt;br /&gt;
=== Erste Morde im KZ Dachau ===&lt;br /&gt;
Am 12. April 1933 wurden die jüdischen Häftlinge [[Rudolf Benario]], Ernst Goldmann und Arthur Kahn nach schweren Misshandlungen im [[KZ Dachau]], das am 22.&amp;amp;nbsp;März 1933 noch im Zuge der [[Machtergreifung|Machtübernahme]] als erstes der nationalsozialistischen Konzentrationslager eingerichtet worden war, erschossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Hitler und die NSDAP bereits an der Macht waren, war deren Wirkungsbereich noch längst nicht gefestigt: Die Münchener Staatsanwaltschaft erhob am 1.&amp;amp;nbsp;Juni 1933 gegen [[Hilmar Wäckerle]], Lagerkommandant des [[KZ Dachau]], Anklage wegen Mordbegünstigung.&amp;lt;ref&amp;gt;Schreiben vom 2.&amp;amp;nbsp;Juni 1933, Staatsanwaltschaft Landgericht München II an das Staatsministerium der Justiz: Betreff: »Ableben von Schutzhaftgefangenen im Konzentrationslager Dachau«. Häftlinge: Schloß, Hausmann, Strauß und Nefzger. - aus: Zámečník: &amp;#039;&amp;#039;Das war Dachau.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neue Dienstvorschrift ===&lt;br /&gt;
[[Heinrich Himmler|Himmler]] setzte Wäckerle daraufhin ab, die Morde waren kaum zu vertuschen. Himmler musste die Verhängung von Todesstrafen im KZ Dachau als legal präsentieren. Er wollte seine SS-Männer nicht einer Verurteilung durch die Staatsanwaltschaft aussetzen. Er beauftragte [[Theodor Eicke]], eine spezielle Lagerordnung und passende Dienstvorschriften zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eicke verfasste daher die Postenpflicht mit der Anweisung, auf fliehende Häftlinge sofort und ohne Vorwarnung gezielt zu schießen: „Versucht ein Gefangener zu entfliehen, dann ist ohne Aufruf auf ihn zu schießen. Der Posten, der in Ausübung seiner Pflicht einen fliehenden Gefangenen erschossen hat, geht straffrei aus.“ Als Sanktionen für das KZ-Personal legte er fristlose Kündigung bzw. Gefangennahme fest: „Wird ein Posten von einem Gefangenen tätlich angegriffen, dann ist der Angriff nicht mit körperlicher Gewalt, sondern unter Anwendung der Schusswaffe zu brechen. Ein Posten, der diese Vorschrift nicht beachtet, hat seine fristlose Entlassung zu gewärtigen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eicke datierte seine &amp;#039;&amp;#039;[[Dienstvorschrift]] für die Begleitpersonen und Gefangenenbewachung&amp;#039;&amp;#039; auf den 1.&amp;amp;nbsp;Oktober 1933.&amp;lt;ref&amp;gt;Zámečník: &amp;#039;&amp;#039;Das war Dachau.&amp;#039;&amp;#039; S. 40.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am selben Tag verfasste er den berüchtigten [[KZ-Lagerordnung|Strafkatalog]]. Der Strafkatalog stellte minimale Vergehen unter Strafe. Die Postenpflicht erlaubte Hinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem Jahr 1937 wurden weitere KZ der [[Schutzstaffel|SS]] errichtet. Die Dienstvorschriften aus dem KZ Dachau wurden übernommen. Reichsjustizminister [[Franz Gürtner]] stand mit Himmler in Kontakt, um die Postenpflicht etwas zu entschärfen, was zu unwesentlichen Resultaten führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Täter ==&lt;br /&gt;
Die Postenpflicht galt beispielsweise für die [[SS-Totenkopfverbände#KZ-Bewachung und Hilfspolizei|SS-Totenkopfverbände]]. Gegen Kriegsende kamen auch Männer ohne SS-Zugehörigkeit als KZ-Wachen zum Einsatz. Auch Frauen waren in den KZ tätig. Für [[SS-Gefolge|KZ-Aufseherin]]nen galt ebenso die Anweisung und die Erlaubnis, ohne Vorwarnung von ihrer Schusswaffe Gebrauch zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Todesstreifen ==&lt;br /&gt;
Jeder Häftlingsbereich eines KZ war durch elektrisch geladene Zäune begrenzt, meist durch Mauern. Vor der Mauer befand sich oft ein Graben. Hier befand sich die neutrale Zone, von Häftlingen später auch &amp;#039;&amp;#039;Todesstreifen&amp;#039;&amp;#039; genannt, die nicht betreten werden durfte. SS-Männer bewachten diese Zone von Wachtürmen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Postenketten ==&lt;br /&gt;
Häftlings-Arbeitseinsätze außerhalb eines Lagers nannte die SS [[KZ-Außenlager|Außenkommandos]]. Die SS-Wachposten bildeten bei Außenkommandos so genannte &amp;#039;&amp;#039;Postenketten&amp;#039;&amp;#039;, um die Arbeitsstelle zu umzingeln und zu bewachen. Die gedachte Linie zwischen den einzelnen Posten durfte von den Häftlingen nicht überschritten werden. Geschah dies, wurde es als Fluchtversuch gewertet. Es wurde ohne Warnung sofort scharf geschossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Fahrlässige Gefangenenbefreiung}} „Fahrlässige Gefangenenbefreiung“ und Sanktionen ==&lt;br /&gt;
Theoretisch konnte nach einer erfolgreichen Häftlingsflucht ein SS-Mann wegen &amp;#039;&amp;#039;fahrlässiger Gefangenenbefreiung&amp;#039;&amp;#039; angeklagt werden. Gegen Lagerkommandant [[Karl Otto Koch|Karl Koch]] im [[Konzentrations- und Vernichtungslager Lublin-Majdanek|Vernichtungslager Majdanek]] wurde lagerintern ermittelt, da es während seiner Dienstzeit im Juli 1942 zur Flucht von etwa 80 sowjetischen Kriegsgefangenen kam. Das Verfahren wurde eingestellt. Es hatte nur die Konsequenz einer Strafversetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== NS-Prozesse in Nachkriegsjahren ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 2015 ging es im [[Lüneburger Auschwitzprozess]] um Beihilfe zum Mord in 300.000 rechtlich zusammentreffenden Fällen. Der SS-Mann [[Oskar Gröning]] war offiziell lediglich Buchhalter im [[KZ Auschwitz]] gewesen. Ihm konnte für Mord keine direkte Tatbeteiligung nachgewiesen werden. Das Lüneburger Landgericht wertete die SS-Drohkulisse in den Lagern, die durch den scharfen Gebrauch der Schusswaffe verstärkt wurde, als Beitrag zum reibungslosen Betrieb der [[Vernichtungslager|industrialisierten Tötungsfabrik]] Auschwitz. Gröning hatte von seiner Dienstwaffe berichtet und erzählt, dass er beteiligt war, als die SS einen geflohenen Häftling suchte. Er war nachweisbar in die Tötungsmaschinerie eingebunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Urteil des Landgericht Lüneburg gegen Oskar Gröning, 15. Juli 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriegsverbrechen im Rahmen der Postenpflicht ==&lt;br /&gt;
Die Postenpflicht war Bestandteil vieler [[Endphaseverbrechen]], beispielsweise&lt;br /&gt;
* [[Mühlviertler Hasenjagd]] (Februar 1945)&lt;br /&gt;
* [[Massaker von Celle]] (April 1945)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Lothar Gruchmann]]: Justiz im Dritten Reich 1933–1940. Anpassung und Unterwerfung in der Ära [[Franz Gürtner|Gürtner]].&lt;br /&gt;
* [[Stanislav Zámečník]]: (Hrsg. Comité International de Dachau): &amp;#039;&amp;#039;Das war Dachau.&amp;#039;&amp;#039; Luxemburg, 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Artikel von [[Frank Bajohr]]: [https://docupedia.de/zg/Neuere_Taeterforschung?oldid=106458 Neuere Holocaust-Täterforschung, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 18. Juni 2013]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konzentrationslagersystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schutzstaffel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprache des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waffengebrauch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethische Handlung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (Zeit des Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafrechtsgeschichte (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentliche Verwaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bahnmoeller</name></author>
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