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	<title>Positivismusstreit - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T10:41:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Positivismusstreit&amp;diff=54667&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Stephan Klage: Änderung 265336527 von ~2026-16685-24 rückgängig gemacht; Dann müsste ein übertragbarer Hinweis aus dem Artikel dahin indizieren. Nicht bersichtlich.</title>
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		<updated>2026-03-16T18:51:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/265336527&quot; title=&quot;Spezial:Diff/265336527&quot;&gt;265336527&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-16685-24&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-16685-24&quot;&gt;~2026-16685-24&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; Dann müsste ein übertragbarer Hinweis aus dem Artikel dahin indizieren. Nicht bersichtlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Positivismusstreit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war eine in den 1960er-Jahren vor allem im deutschen Sprachraum (Westdeutschland, Österreich) ausgetragene Auseinandersetzung über Methoden und [[Werturteil]]e in den [[Sozialwissenschaft]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die Vorgeschichte reicht bis in die späten 1930er-Jahre zurück, als [[Max Horkheimer]] in seinem Aufsatz &amp;#039;&amp;#039;Der neueste Angriff auf die Metaphysik&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Horkheimer, Max: &amp;#039;&amp;#039;Der neueste Angriff auf die Metaphysik.&amp;#039;&amp;#039; In: Ztschr. für Sozialforschung, Jg. 6 (1937), S. 4 ff. (dtv reprint 1980).&amp;lt;/ref&amp;gt; (1937) eine [[Kritik]] des Erfahrungsbegriffs und der Konzeption der [[Logik]] des [[Wiener Kreis]]es formulierte. Der Positivismusstreit schließt an vorangegangene Kontroversen unterschiedlicher Schulen in der [[Soziologie]] an, wie den [[Werturteilsstreit]] und den [[Methodenstreit (Sozialwissenschaften)|Methodenstreit]] (er wird auch bisweilen &amp;#039;&amp;#039;Zweiter Methodenstreit&amp;#039;&amp;#039; genannt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Kontrahenten ==&lt;br /&gt;
Auf der einen Seite standen die Vertreter des [[Kritischer Rationalismus|Kritischen Rationalismus]] wie [[Karl Popper]] und [[Hans Albert]], auf der Gegenseite Vertreter der [[Kritische Theorie|Kritischen Theorie]] der [[Frankfurter Schule]] wie [[Theodor W. Adorno]] und [[Jürgen Habermas]], die in der Tradition der [[Dialektik|dialektischen]] [[Sozialphilosophie]] ([[Hegel]], [[Karl Marx|Marx]]) standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Positivismusstreit&amp;#039;&amp;#039; prägte Theodor W. Adorno, wobei er einseitig sein Verständnis von [[Positivismus]] zur Kennzeichnung der gegnerischen Seite zu Grunde legte. Popper dagegen lehnte die Bezeichnung Positivismus für seine Position ab (er selbst sprach von [[Kritizismus]]), weil er nicht mit dem [[Neopositivismus]] des [[Wiener Kreis]]es, von dem er sich in seiner Laufbahn als Philosoph stets absetzte, in zu enge Verbindung gebracht werden wollte. Im Unterschied zum Positivismus geht Poppers [[Fallibilismus]] davon aus, dass sich komplexe Aussagen nicht empirisch [[Verifizierung|belegen]] lassen, sondern nur widerlegt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Auftakt der Kontroverse bildeten ein Referat von Popper und ein Koreferat von Adorno am Eröffnungstag einer Arbeitstagung der &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Gesellschaft für Soziologie|Deutschen Gesellschaft für Soziologie]]&amp;#039;&amp;#039;, die vom 19. bis 21. Oktober 1961 in Tübingen stattfand. Das Thema der Referate lautete: &amp;#039;&amp;#039;Die Logik der Sozialwissenschaften&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Positivismusstreit ist in dem gleichnamigen Buch in seinen Hauptbeiträgen dokumentiert. Im Wesentlichen enthält er drei Stränge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Debatte zwischen Theodor W. Adorno und [[Karl Popper]] über die grundsätzliche Herangehensweise an sozialwissenschaftliche Theorienbildung, in der Adorno das Konzept der [[Totalität]] und Popper den Ansatz des [[Kritischer Rationalismus|Kritischen Rationalismus]] vertritt. Konsens besteht zwischen beiden darüber, dass bei einer wissenschaftlichen Theorienbildung Werturteile immer eine Rolle spielen. Die Abgrenzung vom Postulat der „Wertfreiheit“, das [[Max Weber]] im Verlauf des sogenannten [[Werturteilsstreit#Webers Objektivitäts-Aufsatz|&amp;#039;&amp;#039;Werturteilsstreites&amp;#039;&amp;#039;]] aufgestellt habe, beruht jedoch auf einer verkürzten Rezeption von Webers Darlegungen. Dennoch gibt es Unterschiede bei der Beurteilung dieser Frage.&lt;br /&gt;
* Die speziellere Debatte zwischen [[Hans Albert]] und [[Jürgen Habermas]] darüber, ob wenigstens auf der Ebene elementarer Beobachtungsdaten („[[Protokollsatz|Protokollsätze]]“) eine wertfreie Darstellung möglich sei.&lt;br /&gt;
* Die resümierenden und vermittelnden Beiträge von [[Ralf Dahrendorf]] und [[Harald Pilot]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hauptthese seines Referats (sechste These) postuliert Popper die Einheit der Methode von Natur- und Sozialwissenschaften: Beide bestehen darin, „Lösungsversuche für ihre Probleme – die Probleme, von denen sie ausgeh[en] – auszuprobieren“, nicht jedoch (siebte These), wie im methodologischen [[Naturalismus (Philosophie)|Naturalismus]] oder [[Szientismus]] behauptet, durch das Sammeln von wert- und voraussetzungsfreien Beobachtungstatsachen und darauf aufbauende [[Induktion (Denken)|induktive]] Theoriebildung. Lösungsversuche, für die momentan noch nicht bekannt ist, wie sie sachlich kritisiert werden können, sollten vorläufig von der Diskussion ausgeschlossen werden, bis eine Methode zu ihrer Kritik gefunden wurde. Die Kritik besteht im Versuch, den Lösungsvorschlag zu [[Falsifizierung|widerlegen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlegend für die gesellschaftliche Analyse der Vertreter der [[Frankfurter Schule]] ist eine [[Wesenslehre]] der Gesellschaft, die vom Grundbegriff der [[Totalität]] ausgeht. Die Totalität wird als grundlegender struktureller Zusammenhang gesehen, der den Charakter der Gesellschaftsform bestimmt; z.&amp;amp;nbsp;B. prägen die „psychosozialen Agenturen“ der Gesellschaft (Familie, Autoritäten, [[Peer Group|Peers]], Massenmedien etc.) Denken und [[Identität]] des Individuums und damit auch der (Sozial-)Wissenschaftler von vornherein in weitaus größerem Maß, als das Individuum andersherum auf die sozialen Agenturen einwirken kann. Soziologie soll diese Totalität aufdecken und analysieren, um die Voraussetzungen zu ihrer potentiellen Überwindung zu schaffen. Für Popper hingegen sind alle Problemlösungsversuche notwendigerweise auf Einzelaspekte bezogen. Eine Veränderung der Gesellschaft „als Ganzes“ hält er für nicht möglich und den Versuch, es dennoch zu tun, für gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Kritische Rationalismus also vorschlägt, das Ziel der Sozialwissenschaft sei der Versuch, gesellschaftliche Probleme zu lösen und gesellschaftliche Missstände zu beseitigen, ist die Frankfurter Schule der Auffassung, dass das Ziel darin bestehe, die der Gesellschaft zugrundeliegende Totalität auszumachen, die diese Probleme und Missstände verursacht. Diese Totalität bestehe aus [[Grundwiderspruch|Widersprüchen]] (in der Gegenwart insbesondere Klassengegensätze), die der Kritische Rationalismus irrigerweise dem Gesellschaftsbegriff der kritischen Theorie (Totalität) statt der Gesellschaft selbst (als Gegenstand dieses Begriffs) anlaste, weil er die klassische Logik statt der hegelschen Dialektik verwende. Nur durch [[Dialektische Aufhebung|Aufhebung]] der Widersprüche (Klassengegensätze) ließen sich die wahren Ursachen der Missstände beseitigen, und nicht lediglich, wie es der Kritische Rationalismus versuche, die oberflächlichen Symptome dieser Ursachen.&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Werturteilsstreit]] &lt;br /&gt;
* [[bestimmte Negation]] &lt;br /&gt;
* [[doppelte Verneinung]] &lt;br /&gt;
* [[Spätkapitalismus oder Industriegesellschaft]] &lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Theodor W. Adorno u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie&amp;#039;&amp;#039;. 6. Aufl., Luchterhand, Darmstadt/Neuwied 1978; sowie Deutscher Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3423046201.&lt;br /&gt;
* Hans-Joachim Dahms: &amp;#039;&amp;#039;Positivismusstreit. Die Auseinandersetzungen der Frankfurter Schule mit dem logischen Positivismus, dem amerikanischen Pragmatismus und dem Kritischen Rationalismus&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3518286587.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen W. Falter]]: &amp;#039;&amp;#039;Der „Positivismusstreit“ in der amerikanischen Politikwissenschaft. Entstehung, Ablauf und Resultate der sogenannten Behavioralismus-Kontroverse in den Vereinigten Staaten 1945–1975&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 37). Westdeutscher Verlag, Opladen 1982, ISBN 3-531-11600-2 (Vollständig zugleich: Saarbrücken, Universität, [[Habilitationsschrift]]).&lt;br /&gt;
* [[David Frisby]]: &amp;#039;&amp;#039;The Popper-Adorno Controversy. The Methodological Dispute in German Sociology&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Philosophy of the Social Sciences&amp;#039;&amp;#039;, 2, 1972, S. 105–119.&lt;br /&gt;
* Reinhard Neck: &amp;#039;&amp;#039;Was bleibt vom Positivismusstreit&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Peter Lang, Frankfurt, 2008. ISBN 978-3-631-54701-4 (Schriftenreihe der Karl Popper Foundation Klagenfurt, Band 5).&lt;br /&gt;
* [[Herbert Keuth]]: &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft und Werturteil: zu Werturteilsdiskussion und Positivismusstreit.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck 1989, ISBN 3163454526.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Ritsert]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Logik der Sozialwissenschaften&amp;#039;&amp;#039;, S. 102–140, Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster ²2003, ISBN 3-929586-74-6.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Ritsert]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Positivismusstreit&amp;#039;&amp;#039;, in: Georg Kneer, [[Stephan Moebius]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Soziologische Kontroversen. Eine andere Geschichte von der Wissenschaft vom Sozialen&amp;#039;&amp;#039;, Suhrkamp stw, Berlin 2010, ISBN 978-3-518-29548-9, S. 102–130.&lt;br /&gt;
* Marius Strubenhoff: &amp;#039;&amp;#039;The Positivism Dispute in German Sociology, 1954–1970&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;History of European Ideas&amp;#039;&amp;#039;, 44, 2018, S. 260–276.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4132893-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kritische Theorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologische Theorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kritischer Rationalismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftliche Kontroverse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Soziologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Stephan Klage</name></author>
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