<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Positives_Recht</id>
	<title>Positives Recht - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Positives_Recht"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Positives_Recht&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-30T01:31:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Positives_Recht&amp;diff=47984&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bartleby08: /* Unrecht */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Positives_Recht&amp;diff=47984&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-10T07:43:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Unrecht&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Positives Recht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;gesatztes&amp;lt;!-- sic! „gesatzt“ ist Fachausdruck --&amp;gt; Recht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist das „vom Menschen gesetzte [[Recht]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Waibl, F. J. Rainer: &amp;#039;&amp;#039;Basiswissen Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; facultas.wuv, Wien 2007, Nr. 864.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gegenbegriff ist das überpositive Recht oder [[Naturrecht]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus F. Röhl]], [[Hans Christian Röhl]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Rechtslehre&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage. C. Heymanns, Köln [u.&amp;amp;nbsp;a.] 2008, §&amp;amp;nbsp;34 II, S. 291: „Der Begriff des positiven Rechts erhält seine Bedeutung erst vor dem Hintergrund des Naturrechts als Gegenbegriff.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Anschaulich erklärt ist positives Recht das Recht, das vom Menschen &amp;#039;&amp;#039;erschaffen&amp;#039;&amp;#039; wird, während Naturrecht vom Menschen bloß &amp;#039;&amp;#039;entdeckt&amp;#039;&amp;#039; wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck wird spezifisch in der [[Rechtswissenschaft]] und [[Rechtsphilosophie]] verwendet. Im [[Antikes Griechenland|antiken Griechenland]] wurde das von der [[Volksversammlung]] einer [[Polis]] erlassene positive Recht als &amp;#039;&amp;#039;[[Nomos (Gesetz)|Nomos]]&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|νόμος}}; Plural &amp;#039;&amp;#039;Nomoi&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet, das Naturrecht dagegen als &amp;#039;&amp;#039;Physis&amp;#039;&amp;#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der deutsche Ausdruck ist eine Lehnübersetzung des lateinischen &amp;#039;&amp;#039;ius positivum&amp;#039;&amp;#039;. „Positiv“ (von lateinisch &amp;#039;&amp;#039;ponere&amp;#039;&amp;#039; „setzen“, [[Partizip Perfekt Passiv|Partizip]] &amp;#039;&amp;#039;positum&amp;#039;&amp;#039; „gesetzt“) bedeutet dabei insbesondere „durch Rechtsetzung entstanden“ oder „durch [[Rechtsprechung]] entstanden“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Positives Recht sind nicht nur förmliche parlamentarische Gesetze, sondern unter anderem auch das [[Gewohnheitsrecht]] und das [[Richterrecht]]&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus F. Röhl, Hans Christian Röhl: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Rechtslehre.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. C. Heymanns, Köln [u.&amp;amp;nbsp;a.] 2008, §&amp;amp;nbsp;34 I, S. 291.&amp;lt;/ref&amp;gt; – soweit als [[Rechtsquelle]] anerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Spannungsverhältnis positives Recht – Naturrecht ==&lt;br /&gt;
Der Begriff „positives Recht“ kann in einem Gegensatz zu [[Naturrecht]], philosophischer [[Ethik]] und allgemeinen [[Rechtstheorie|Rechtsprinzipien]] stehen, die –&amp;amp;nbsp;je nach Ausgangspunkt dessen, der darüber nachdenkt&amp;amp;nbsp;– „naturgegeben“, „im Wesen des Menschen liegend“ oder „von Gott vorgegeben“ seien. Dies bedeutet nicht von vornherein inhaltliche Gegensätze zwischen positivem Recht und –&amp;amp;nbsp;zum Beispiel&amp;amp;nbsp;– Naturrecht: Sobald Naturrecht verbindlich festgeschrieben wird, ist es zum positiven Recht geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Naturrecht wird auch der Ausdruck „überpositives Recht“ verwendet; siehe auch [[Vernunftrecht]].&lt;br /&gt;
Aus der Sicht des [[Rechtspositivismus]] (wichtige Vertreter: [[Hans Kelsen]], [[H.L.A. Hart]]) gilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Positives Recht ist vom Menschen gemachtes und damit veränderliches Recht. Positives Recht gilt (im Gegensatz zum überpositiven bzw. Naturrecht) zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten. Es gilt, selbst wenn es nach dem „Gefühl“ eines Einzelnen –&amp;amp;nbsp;oder im besonderen Fall sogar nach Meinung der Mehrheit der Menschen&amp;amp;nbsp;– als „ungerecht“ und damit [[Unrecht]] empfunden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Sicht des Naturrechts kann es umgekehrt so sein, dass positives Recht unter bestimmten Umständen der Gerechtigkeit, bzw. dem Naturrecht zu weichen hat. Der [[Radbruchsche Formel|Radbruchschen Formel]] zufolge kann einem positiven Gesetz der Rechtscharakter abgesprochen werden, wenn das fragliche Gesetz als &amp;#039;&amp;#039;unerträglich ungerecht&amp;#039;&amp;#039; betrachtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Gustav Radbruch]]: &amp;#039;&amp;#039;Gesetzliches Unrecht und übergesetzliches Recht&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Juristenzeitung|Süddeutsche Juristen-Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 1, Nummer 5, 1946, S. 105–108, hier S. 107.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das positive Recht ist jederzeit veränderbar, beansprucht jedoch als jeweils gegenwärtige Gestalt der [[Rechtsordnung]] zunächst einmal Befolgung. Es steht aber dann allen der [[Rechtsweg|gerichtliche Weg]] offen; das positive Recht kann außerdem durch Einwirkung auf die Parlamente als Gesetzgeber neu gefasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unrecht ==&lt;br /&gt;
Der Rechtspositivismus befasst sich ausschließlich mit der juristischen Beurteilung des Rechts und klammert [[moral]]ische Erwägungen aus dieser Beurteilung aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Olechowski: &amp;#039;&amp;#039;Kelsens Rechtslehre im Überblick&amp;#039;&amp;#039;. In: Tamara Ehs (Hrsg.): Hans Kelsen: &amp;#039;&amp;#039;Eine politikwissenschaftliche Einführung.&amp;#039;&amp;#039; Baden-Baden, Wien 2009, S. 47–65 (51).&amp;lt;/ref&amp;gt; Unrecht wäre aus dieser Perspektive ausschließlich der Verstoß gegen geltende Gesetze. Konflikte entstehen, wenn eine Regelung des positiven Rechts in Widerspruch zu anderen gesetzlichen Regeln gerät, woraus ein Verstoß gegen die [[Sittenwidrigkeit (Deutschland)|guten Sitten]] oder gar [[Verfassungswidrigkeit]] nahegelegt werden kann. Eine Befolgung ist dann im Einzelfall nicht unproblematisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem ist es konfliktträchtig, wenn geltende Gesetze allgemein gültigen und anerkannten [[Gerechtigkeit]]svorstellungen entgegenstehen. Von Relevanz ist das insbesondere dann, wenn das in einem Rechtsgebiet geltende Recht gegen [[Menschenrechte]] und damit gegen naturrechtliche Prinzipien verstößt, also vor allem in [[Diktatur]]en und [[Despotie]]n, durchaus aber auch in [[Demokratie]]n, in denen es laut [[Amnesty International]] ebenfalls zu vielen Menschenrechtsverletzungen kommt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/amnesty-report-2019 amnesty.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Einem strikten Rechtspositivismus folgend, den beispielsweise [[Hans Kelsen]] formuliert, müssten sich Rechtssubjekte gleichwohl an geltendes Gesetzesrecht halten, um im Recht zu sein, denn nach ihm „kann jeder beliebige Inhalt Recht sein“.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Kelsen: &amp;#039;&amp;#039;Reine Rechtslehre.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. Leipzig / Wien 1934 (2. Auflage: Wien 1960).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einer ethisch-moralischen Perspektive kann die Missachtung von derartigen Gesetzen gleichwohl gerechtfertigt und sogar geboten sein. Dazu müssen allerdings naturrechtliche Vorstellungen einbezogen werden. In der Vergangenheit wurden im deutschen Recht unter anderem naturrechtliche Prinzipien herangezogen, um NS-Verbrecher und ferner die [[Mauerschützenprozesse|Mauerschützen]] der ehemaligen [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] verurteilen zu können, ohne damit am [[Rückwirkungsverbot]] zu scheitern.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Hoeppel: &amp;#039;&amp;#039;NS-Justiz und Rechtsbeugung – Die strafrechtliche Ahndung deutscher Justizverbrechen nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Tübingen 2019, S. 1 ff. und S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Rechtfertigung berief man sich dabei auf die bereits oben eingeführte Radbruchsche Formel. Radbruch formulierte darin das Postulat, dass&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=das positive, durch Satzung und Macht gesicherte Recht auch dann den Vorrang hat, wenn es inhaltlich ungerecht und unzweckmässig ist, es sei denn, dass der Widerspruch des positiven Gesetzes zur Gerechtigkeit ein so unerträgliches Maß erreicht, dass das Gesetz als ‚unrichtiges Recht‘ der Gerechtigkeit zu weichen hat.&lt;br /&gt;
 |Autor=Gustav Radbruch&lt;br /&gt;
 |Quelle=Gesetzliches Unrecht und übergesetzliches Recht.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Gustav Radbruch: Gesetzliches Unrecht und übergesetzliches Recht. [[Süddeutsche Juristenzeitung|SJZ]] 1946, 105&amp;amp;nbsp;(107). Retrodigitalisate bei: [http://www.digizeitschriften.de/dms/resolveppn/?PID=GDZPPN001325574 DigiZeitschriften] und [https://www.jstor.org/stable/20800812 JSTOR].&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und steht damit der Auffassung Kelsens diametral entgegen. Zur Berechtigung der Nichteinhaltung positiven Rechts siehe auch: [[Ziviler Ungehorsam]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundgesetz in Deutschland ==&lt;br /&gt;
Das [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|deutsche Grundgesetz]] nimmt das Problem in seinen Artikeln 1 und 79 auf. Artikel&amp;amp;nbsp;1 lautet in Auszügen: {{&amp;quot;|Die [[Menschenwürde|Würde des Menschen]] ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. […] Die nachfolgenden [[Grundrechte]] binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.}} Allerdings ist das Grundgesetz mit zwei Dritteln der Stimmen in [[Deutscher Bundestag|Bundestag]] und [[Bundesrat (Deutschland)|Bundesrat]] veränderbar. Deswegen wurde die sogenannte [[Ewigkeitsklausel]] in Art.&amp;amp;nbsp;79 Absatz&amp;amp;nbsp;3 eingefügt: {{&amp;quot;|Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche […] die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden, ist unzulässig.}} Damit wird mit dem Mittel des positiven Rechts versucht, den Gefahren, die aus der Geltung positiven Rechts erwachsen können, entgegenzuwirken. Der gleiche Gedanke steckt auch schon in der Formulierung von der „Unantastbarkeit“ der Menschenwürde. Allerdings gilt die sogenannte Ewigkeitsklausel nur so lange, wie auch das Grundgesetz selbst in Geltung steht. Wird das Grundgesetz gemäß Art. 146 GG durch eine neue Verfassung ersetzt (beschlossen „vom deutschen Volke in freier Entscheidung“ – so Art. 146 GG), entfaltet auch Art. 79 Abs. 3 keine dem entgegenstehende Schutzwirkung mehr.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Thiele: &amp;#039;&amp;#039;Das Grundgesetz verständlich erklärt.&amp;#039;&amp;#039; Reclam: Stuttgart 2023, Kapitel: &amp;#039;&amp;#039;Das Grundgesetz&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Karl Binding]]: &amp;#039;&amp;#039;Eine gewaltige Erscheinung des positiven Rechts: Karl Bindings Normen- und Strafrechtstheorie.&amp;#039;&amp;#039; Konferenzschrift, hrsg. von [[Michael Kubiciel]], [[Martin Löhnig]], [[Michael Pawlik]], [[Carl-Friedrich Stuckenberg]] und [[Wolfgang Wohlers]]. Mohr Siebeck, Tübingen 2020, ISBN 978-3-16-158921-8.&lt;br /&gt;
* [[Paul Johann Anselm von Feuerbach]] in Gerhard Haney (Hrsg.) mit Anhang: &amp;#039;&amp;#039;Naturrecht und positives Recht: ausgewählte Texte.&amp;#039;&amp;#039; Freiburg (Breisgau) [u.&amp;amp;nbsp;a.]: Haufe, 1993. ISBN 3-448-02679-4.&lt;br /&gt;
* [[Hans Kelsen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die philosophischen Grundlagen der Naturrechtslehre und des Rechtspositivismus.&amp;#039;&amp;#039; R. Heise, Charlottenburg 1928.&lt;br /&gt;
* Hans Kelsen: &amp;#039;&amp;#039;Reine Rechtslehre.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. Leipzig / Wien 1934 (2. Auflage: Wien 1960).&lt;br /&gt;
* Margit Wasmaier-Sailer, Matthias Hoesch: &amp;#039;&amp;#039;Die Begründung der Menschenrechte: eine Skizze der gegenwärtigen Debatte.&amp;#039;&amp;#039; In: Margit Wasmaier-Sailer, Matthias Hoesch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Begründung der Menschenrechte. Kontroversen im Spannungsfeld von positivem Recht, Naturrecht und Vernunftrecht&amp;#039;&amp;#039;, Perspektiven der Ethik 11, Mohr Siebeck 2017, ISBN 978-3-16-154057-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4175438-4|LCCN=|NDL=|VIAF=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsphilosophie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bartleby08</name></author>
	</entry>
</feed>