<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pontischer_Honig</id>
	<title>Pontischer Honig - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pontischer_Honig"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pontischer_Honig&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-06T10:40:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pontischer_Honig&amp;diff=1596510&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Oskar71: /* Historische Berichte */ Jahreszahl korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pontischer_Honig&amp;diff=1596510&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-17T18:00:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Historische Berichte: &lt;/span&gt; Jahreszahl korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pontische rododendron struik (Rhododendron ponticum).jpg|mini|Pontischer Rhododendron (&amp;#039;&amp;#039;Rhododendron ponticum&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pontischer Honig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tollhonig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Giftiger Honig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Türkischer Wildhonig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Bienenhonig]] mit hohen Anteilen giftiger [[Wirkstoff]]e aus dem [[Pollen]] und [[Nektar (Botanik)|Nektar]] von größtenteils &amp;#039;&amp;#039;[[Rhododendron ponticum]]&amp;#039;&amp;#039;, welcher fast monodominant im Unterwuchs der Wälder bestimmter Teile der [[Schwarzmeerregion (Türkei)|südpontischen Region]], hier der türkischen Schwarzmeerküste, vorkommt. Der Verzehr kann beim Menschen [[Vergiftung]]serscheinungen wie [[Übelkeit]], [[Erbrechen]] oder [[Halluzination]]en hervorrufen.&lt;br /&gt;
== Wirksame Inhaltsstoffe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Grayanotoxin I.svg|mini|Molekülstruktur von Grayanotoxin&amp;amp;nbsp;I.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SpoerkeSmolinske1990&amp;quot;&amp;gt;David G. Spoerke Jr., Susan C. Smolinske: &amp;#039;&amp;#039;Toxicity of Houseplants.&amp;#039;&amp;#039; CRC Press, Boca Raton/Ann Arbor/Boston 1990, ISBN 0-8493-6655-0, S. 25–28 ([http://books.google.com/books?id=a7-f66fRfzQC&amp;amp;pg=PA25 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; ]]&lt;br /&gt;
Die aktiven Wirkstoffe des klassischen Pontischen Honigs sind [[Grayanotoxin]]e (&amp;#039;&amp;#039;Grayanotoxin I&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Andromedotoxin&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Rhomotoxin&amp;#039;&amp;#039;) aus der Klasse der [[Diterpene]], welche von diversen [[Heidekrautgewächse]]n (u. a. in verschiedenen &amp;#039;&amp;#039;[[Rhododendron]]&amp;#039;&amp;#039;-Arten wie &amp;#039;&amp;#039;[[Rhododendron arboreum]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Rhodododendron campanulatum]]&amp;#039;&amp;#039;, oder &amp;#039;&amp;#039;[[Kalmia]]&amp;#039;&amp;#039;-Arten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ohe&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Werner von der Ohe |Titel=Giftiger Honig |Sammelwerk=Deutsches Bienen Journal |Verlag=Deutscher Bauernverlag |Datum=2011-03 |ISSN=0943-2914 |Seiten=32 (128)}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) gebildet werden. Die Giftstoffe werden durch [[Honigbiene]]n mit dem Pollen und Nektar der Pflanzen eingetragen und zu Honig verarbeitet. Da Grayanotoxine auch eine [[insektizid]]e Wirkung besitzen, ist unklar, warum sich die Bienen nicht selbst vergiften. Je nach Wirkstoffkonzentration des Honigs kann bereits der Verzehr von 5 bis 30 g Pontischen Honigs bei Menschen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Das Gift wirkt über eine Anhebung der [[Natrium]]-[[Permeabilität (Materie)|Ruhepermeabilität]] elektrisch erregbarer Membranen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Desel&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=H. Desel, H. Neurath |Titel=Vergiftungen mit „Pontischem Honig“ |Sammelwerk=Toxichem + Krimtech, Mitteilungsblatt der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie |Nummer=65 |Datum=1998 |Seiten=63-64 |Online=http://www.gtfch.org/cms/images/stories/media/tk/tk65_2/DeselPontischerHonig.pdf |Format=PDF |KBytes=68 |Abruf=2010-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schwerere Vergiftungen können Kreislaufschwäche mit [[Herzfrequenz]]en unter 40 min&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt; und systolische arterielle [[Blutdruck|Blutdrücke]] unter 70 mmHg bewirken, die ohne Behandlung auch zum Tode führen können. Als [[Antidot]] in diesen Fällen ist [[Atropin]] wirksam.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ohe&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Berichte ==&lt;br /&gt;
Historisch ist Pontischer Honig erstmals durch den [[Antikes Griechenland|griechischen]] Schriftsteller [[Xenophon]] in seinem Werk [[Anabasis (Xenophon)|&amp;#039;&amp;#039;Anabasis&amp;#039;&amp;#039;]] überliefert, dessen Söldnerheer 400&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. auf dem Rückzug einige Monate nach der verlorenen [[Schlacht bei Kunaxa]] in den Dörfern der Schwarzmeerküste Honigwaben mit Pontischem Honig aß. Alle Krieger, die von den Honigwaben aßen, verloren die Besinnung, erbrachen und bekamen [[Durchfall]], keiner von ihnen konnte sich aufrecht halten. Diejenigen, die wenig vom Honig aßen, glichen völlig Betrunkenen. Am nächsten Tag klangen die Vergiftungserscheinungen ab, vollständig waren alle erst am 3. oder 4. Tag nach dem Verzehr wieder genesen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Xenophon |Titel=Anabasis |Band=Buch 4, Kapitel 8, Abschnitt 19-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Desel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Geschichtsschreiber [[Strabon]] berichtet von einem Feldzug des römischen Konsuls [[Gnaeus Pompeius Magnus]] gegen den [[Pontos (Königreich)|Pontischen]] König [[Mithridates VI. (Pontos)|Mithridates VI.]] im [[Mithridatische Kriege#Dritter Mithridatischer Krieg (73–63 v. Chr.)|Dritten Mithridatischen Krieg]], dessen Soldaten im Jahre 67&amp;amp;nbsp;vor&amp;amp;nbsp;Chr. in der gleichen Gegend von den Einheimischen Honigwaben mit Pontischem Honig zu essen bekamen. Nachdem die Soldaten kampfunfähig waren, wurden sie von den Einheimischen überwältigt und besiegt.&lt;br /&gt;
Weitere Einzelheiten zur Giftigkeit des Pontischen Honigs berichten der römische Gelehrte [[Plinius der Ältere]] in seiner [[Naturalis historia]] sowie der Grieche [[Pedanios Dioscurides]] in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Materia Medica&amp;#039;&amp;#039;, beide aus dem 1.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich werden auch heute Vergiftungen durch Grayanotoxine aus Pontischem Honig beobachtet, darunter einige Fälle in Mitteleuropa, die durch importierten Pontischen Honig aus der Schwarzmeerregion verursacht wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Desel&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=R. Gerke, U. Fahrenkrog, H. Löllgen |Titel=Synkope bei einem jungen Mann türkischer Herkunft |Sammelwerk=Der Internist |Nummer=44 |Datum=2003 |ISSN=0020-9554 |Seiten=1308-1312 |DOI=10.1007/s00108-003-1017-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
Im 2009 erschienenen Film &amp;#039;&amp;#039;[[Sherlock Holmes (2009)|Sherlock Holmes]]&amp;#039;&amp;#039; verwendet Holmes’ Gegenspieler Lord Blackwood „verrückten Honig“, um seinen Tod bei der Untersuchung nach seiner vorgetäuschten Hinrichtung durch Erhängen zu simulieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 2023 erschienenen Film &amp;#039;&amp;#039;[[A Haunting in Venice]]&amp;#039;&amp;#039; verwendet Monsieur Poirots Gegenspielerin pontischen Honig, um u.&amp;amp;nbsp;a. ihn halluzinieren zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere giftige Honigsorten ==&lt;br /&gt;
In Nordamerika gibt es gelegentlich auch Berichte über giftigen Honig von den dort heimischen [[Lorbeerrosen]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Kalmia angustifolia]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Kalmia latifolia]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
Eine andere giftige Honigsorte ist aus [[Neuseeland]] bekannt, deren hohe Anteile Tutin und [[Melliotoxin]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Hydroxytutin]]&amp;#039;&amp;#039;) aus dem Nektar der [[Tutapflanze]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Coriaria]] arborea&amp;#039;&amp;#039;) bereits bei einer Dosierung von 1&amp;amp;nbsp;mg Übelkeit und Erbrechen auslösen können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.uni-jena.de/data/unijena_/faculties/bio_pharm/ieu/ls_lmc/9.0.Kohlenhydratr.LM(1.Teil)%206.Sem.doc |titel=? |offline=1 |abruf=2024-05-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=H. Krause&lt;br /&gt;
   |Titel=Über den giftigen Honig des pontischen Kleinasien&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Naturwissenschaften&lt;br /&gt;
   |Nummer=14&lt;br /&gt;
   |Datum=1926&lt;br /&gt;
   |ISSN=0028-1042&lt;br /&gt;
   |Seiten=976–978}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Eberhard Teuscher, Ulrike Lindequist&lt;br /&gt;
   |Titel=Biogene Gifte: Biologie – Chemie; Pharmakologie – Toxikologie; mit 2500 Strukturformeln und 62 Tabellen&lt;br /&gt;
   |Verlag=Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=2010&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-8047-2438-9&lt;br /&gt;
   |Seiten=177–180}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Hans H. Wellhöner&lt;br /&gt;
   |Titel=Über Grayanotoxin (Andromedotoxin, Rhomotoxin)&lt;br /&gt;
   |Verlag=Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie&lt;br /&gt;
   |Datum=&lt;br /&gt;
   |Online=http://www.gtfch.org/cms/images/stories/media/tk/tk66_2/Wellhoener.pdf&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |KBytes=14&lt;br /&gt;
   |Abruf=2010-05-18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/grayanotoxine-52671.html Informationen] des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Grayanotoxinen&lt;br /&gt;
* [http://www.toxinfo.org/toxinfo/db/frameset.php?genic=GRAYANOTOXIN www.toxinfo.org] – zur Giftigkeit von Grayanotoxin&lt;br /&gt;
* [http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/honig-herzrhythmusstoerung-durch-pontischen-honig-a-964537.html Ein rätselhafter Patient: Süßes Verhängnis]. In: &amp;#039;&amp;#039;Spiegel Online.&amp;#039;&amp;#039; 19. April 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Natürlicher Honig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klinische Toxikologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Oskar71</name></author>
	</entry>
</feed>