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	<title>Pomoren - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;CommonsDelinker: Pomors_at_Roe_Deer_Festival_in_Umba.jpg entfernt, auf Commons von Krd gelöscht. Grund: No permission since 9 December 2025</title>
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		<updated>2025-12-17T05:21:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=C:File:Pomors_at_Roe_Deer_Festival_in_Umba.jpg&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:File:Pomors at Roe Deer Festival in Umba.jpg (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Pomors_at_Roe_Deer_Festival_in_Umba.jpg&lt;/a&gt; entfernt, auf Commons von &lt;a href=&quot;/index.php?title=C:User:Krd&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:User:Krd (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Krd&lt;/a&gt; gelöscht. Grund: No permission since 9 December 2025&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die ethnische Gruppe. Zur altorthodoxen Religionsgemeinschaft siehe [[Altorthodoxe Pomorische Kirche]].}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pomoren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|помо́ры}}, transkribiert &amp;#039;&amp;#039;pomóry&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnen sich die Mitglieder einer [[Ostslawische Sprachen|ostslawisch]] sprechenden [[Ethnie]] im Norden Russlands. Nach der traditionellen russischen Geschichtsschreibung werden die Siedler aus Nowgorod als Pomoren bezeichnet, die sich im 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert an den Küsten des [[Weißes Meer|Weißen Meeres]] ansiedelten, sowie deren heutige Nachkommen. Genetisch sind sie jedoch eher mit den [[Indigene Völker|indigenen]] Ethnien der Region verwandt, beispielsweise mit den [[uralische Sprachen]] sprechenden Ethnien. Sie weisen keine genetische Verbindung zur heutigen Bevölkerung von [[Nowgorod]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=I. Evseeva, A. Spurkland, E. Thorsby, A. Smerdel, L. Tranebjaerg, M. Boldyreva, E. Groudakova, I. Gouskova, L. L. Alexeev |Titel=HLA profile of three ethnic groups living in the North‐Western region of Russia |Sammelwerk=Tissue Antigens |Band=59 |Nummer=1 |Datum=2002 |ISSN=0001-2815 |Seiten=38–43 |Sprache=en |Online=https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1034/j.1399-0039.2002.590107.x |DOI=10.1034/j.1399-0039.2002.590107.x}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vestnik.rsmu.press/archive/2022/5/2/content?lang=en vestnik.rsmu.press]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://cyberleninka.ru/article/n/peculiarity-of-pomors-of-onega-peninsula-and-winter-coast-in-the-genetic-context-of-northern-europe cyberleninka.ru]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Der Name &amp;#039;&amp;#039;Pomoren&amp;#039;&amp;#039; leitet sich von der Landschaftsbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;[[Pomorje]]&amp;#039;&amp;#039; ab, das ein historisches Gebiet am Weißen Meer bezeichnet. Es setzt sich aus den russischen Wörtern &amp;#039;&amp;#039;po&amp;#039;&amp;#039; (russ. {{lang|ru|по}}) und &amp;#039;&amp;#039;more&amp;#039;&amp;#039; (russ. {{lang|ru|море}}) zusammen und bedeutet &amp;#039;&amp;#039;am Meer&amp;#039;&amp;#039;. Damit hat das Wort dieselbe etymologische Bedeutung wie auch das slawischstämmige Wort [[Pommern]]. Erstmals erschien der Terminus als Wort &amp;#039;&amp;#039;Pomorez&amp;#039;&amp;#039; im Jahr 1526 in russischen Chroniken unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;„Pomorzy s morja Okijana is Kondolakskoi guby prossili wmeste s lopljanami ustroistwa zerkwi“&amp;#039;&amp;#039; (russ. {{lang|ru|„Поморцы с моря Окияна из Кондолакской губы просили вместе с лоплянами устройства церкви“}}; übersetzt &amp;#039;&amp;#039;Pomorzen vom Meer Okijan &amp;#039;&amp;#039;[Ozean]&amp;#039;&amp;#039; aus der [[Kandalakscha|Kondolakschaer]] Bucht baten zusammen mit [[Samen (Volk)|Lopljanen]] um den Bau einer Kirche&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://biarmia.narod.ru/toponim/pomor.htm |text=Иван Матвеевич Ульянов: &amp;#039;&amp;#039;О происхождении названия «поморы»&amp;#039;&amp;#039; Aus: Страна Помория, 1984 |wayback=20081210113515}} (russisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Gründung der Verwaltungseinheit &amp;#039;&amp;#039;Pomorje&amp;#039;&amp;#039; wurde der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Pomoren&amp;#039;&amp;#039; fälschlicherweise häufig als Synonym für alle Völker der [[Gouvernement]]e [[Gouvernement Olonez|Olonez]], [[Gouvernement Archangelsk|Archangelsk]] und [[Gouvernement Wologda|Wologda]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bereits im 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert stießen slawische Entdecker aus den Fürstentümern [[Republik Nowgorod|Nowgorod]] und [[Fürstentum Wladimir-Susdal|Rostow-Susdal]] in das von [[Finno-ugrische Völker|finno-ugrischen Völkern]] besiedelte [[Bjarmaland|Bjarmeland]] vor. Ab dem 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurden erste feste Siedlungen entlang der Seeküste sowie an den Ufern der Nördlichen Dwina gegründet. Die Pomoren genannten Siedler erforschten die Küstenregion der [[Barentssee]], die [[Kola-Halbinsel]], [[Spitzbergen (Inselgruppe)|Spitzbergen]] und [[Nowaja Semlja]]. Mit ihren Schiffen gelangten die Pomoren auch hinter den [[Ural]] nach Nord[[sibirien]], wo sie im Jahr 1601 östlich der [[Jamal-Halbinsel]] die Handelsstadt [[Mangaseja]] gründeten. Die Pomoren unterhielten die nördliche Handelsroute zwischen [[Archangelsk]] und Sibirien. Vor dem Aufstieg Archangelsks im späten 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert war ihre wichtigste Stadt [[Cholmogory]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die traditionelle Lebensweise der Pomoren basierte auf der [[Fischerei]], dem [[Walfang]] und der [[Jagd]]. In den [[Tundra]]-Regionen betrieben sie auch [[Pelz]]jagd und [[Ren]]tierzucht. Der Seehandel mit [[Getreide]] und [[Speisefisch|Fisch]] nach [[Norwegen]] war für sie wichtig. Dieser Handel war so intensiv, dass sich ab etwa 1750 eine russisch-norwegische [[Pidgin-Sprachen|Pidgin]]-Sprache entwickelte, die als [[Russenorsk]] bekannt ist. Zu den bekannten Pomoren zählten [[Michail Wassiljewitsch Lomonossow|Michail Lomonossow]], [[Fedot Iwanowitsch Schubin|Fedot Schubin]], [[Semjon Iwanowitsch Deschnjow|Semjon Deschnjow]] und [[Jerofei Pawlowitsch Chabarow|Jerofei Chabarow]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
Vor der [[Oktoberrevolution|Revolution von 1917]] war ein großer Prozentsatz der Pomoren praktizierende [[Altgläubige in Russland|Altgläubige]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.barentsinfo.org/Contents/Indigenous-people/Pomors |titel=The Pomors – Barentsinfo |sprache=en |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20200215234528/http://www.barentsinfo.org/Contents/Indigenous-people/Pomors |archiv-datum=2020-02-15 |abruf=2019-07-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die Pomorische Kirche hat noch immer etwa 400.000 Mitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Агеева Е. А.&amp;#039;&amp;#039; [http://www.pravenc.ru/text/180417.html Древлеправославная поморская церковь] // [[Православная энциклопедия]]. — &amp;lt;abbr title=&amp;quot;Москва&amp;quot;&amp;gt;М.&amp;lt;/abbr&amp;gt;, 2007. — Т. XVI: „[[Тель-Дор|Дор]] – [[Евангелическая церковь союза]]“. — С. 135–144. — 752 с. — 39.000 ekz. ISBN 978-5-89572-028-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses pomorische Christentum existierte traditionell neben einem [[Animismus (Religion)|Animismus]], der auf einer [[Synkretismus (Religionswissenschaft)|synkretistischen]] Weise auf der sakralen Geographie basiert, und war von diesem durchdrungen, was zu einer starken [[Umweltpolitik|Umweltethik]] führte. Dies führte im 20. Jahrhundert dazu, dass bestimmte Tiere wie der [[Weißwal|Belugawal]] als heilig eingestuft wurden und es zum Widerstand gegen moderne Fangmethoden kam.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Stephen Brain |url=https://ebuah.uah.es/dspace/handle/10017/20494 |titel=Die christliche Umweltethik der russischen Pomoren |datum=2011-10 |sprache=en |abruf=2024-11-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weltanschauung der Pomoren ===&lt;br /&gt;
Als Teil der breiteren Kategorie der „kalten Gesellschaften“, die auf dem Konzept der ewigen Wiederkehr basieren, wie den benachbarten [[Samen (Volk)|Sami]], [[Nenzen]] oder [[Komi (Volk)|Komi]], spiegelt die Weltanschauung der Pomoren eine komplexe Wechselwirkung zwischen alter Frömmigkeit, [[Schamanismus]] und rituellen Praktiken wider, die darauf abzielen, die Homöostase innerhalb ihrer Gemeinschaften aufrechtzuerhalten. Diese Homöostase ist jedoch ein aktives und fließendes Konzept, das dynamische Konstanz genannt wird und keinen absoluten Stillstand darstellt. Die Pomoren glaubten, dass die Bewahrung der statischen Struktur ihrer Gesellschaft für das Überleben in der Umgebung von [[Pomorje]] unerlässlich war, wobei der Dichter-Geschichtenerzähler (Starinshchik) als Bewahrer der „vergöttlichten Erinnerung“ eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung dieses Gleichgewichts durch mythopoetischen Ausdruck spielte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Übergang vom Winter zum Sommer war kulturell mit der Wiedergeburt verbunden, und Rituale wie das Ablegen eines Opfergelübdes an den „Meeresgott“ Nikola Morsky und das Feiern des Abschieds vom Meer wie eine Beerdigung spielten im Lichte dieser philosophischen Elemente eine Schlüsselrolle. Während des Hauptfeiertags, der Verbindung von altem und neuem Jahr, besiegt der Demiurg den Überbringer von Chaos und Tod jedes Jahr aufs Neue und betont so das Konzept der zyklischen Zeit und der ewigen Wiederkehr. Das totale Opfer und der Abstieg ins Chaos, der zur Poiesis einer neuen Welt führt, ist allumfassend und gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für [[Götterwelt|Götter]] und [[Ungeheuer|Bestien]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese spirituellen Überzeugungen spielten auch im täglichen Leben eine große Rolle, da es Teil des „Pomorischen Schicksals“ ist, sich aktiv an diesem Kampf zu beteiligen, der nicht nur durch Taten, sondern auch durch die Worte des [[Schamanen]] oder Starinshchik geprägt wird, der Person, die die rituellen Redewendungen und heiligen Formeln kennt. Der Winter gilt als [[Traumzeit]], die mit lokalen Feiern der symbolischen Wiedergeburt endet, bei denen die Sonne begrüßt wird,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Мифопоэтические Аспекты Традиционной Поморской Криософии И Антропологии Холода: Реконструкция И Интерпретация |Sammelwerk=Вестник Северного (Арктического) Федерального Университета. Серия: Гуманитарные И Социальные Науки |Nummer=4 |Datum=2021 |Seiten=122–133 |Sprache=ru |Online=https://cyberleninka.ru/article/n/mifopoeticheskie-aspekty-traditsionnoy-pomorskoy-kriosofii-i-antropologii-holoda-rekonstruktsiya-i-interpretatsiya}}&amp;lt;/ref&amp;gt; das in der Mythologie der Pomor eine Schlüsselrolle spielt, da es in den Haushalten der Pomor auch durch den Vogel des Glücks repräsentiert wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;auto&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://ushankarussia.com/wood-chip-bird-bird-of-happiness |titel=Bird of Happiness |datum=2016-03-05 |sprache=en |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160305102039/http://ushankarussia.com/wood-chip-bird-bird-of-happiness |archiv-datum=2016-03-05 |abruf=2025-03-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der entscheidenden Aspekte der spirituellen Welt der Pomoren war der heilige Status des Badehauses, das als archaischer Heiligtums-Tempel identifiziert wird. Das [[Banja|Badehaus]] spielte eine zentrale Rolle bei Initiations- und medizinischen Ritualen, die die „zweite Geburt“ eines Menschen symbolisierten, genau wie die mit der Sonne verbundenen Feste. Die Verbindung zwischen dem [[Banja|Badehaus]] und der Schmiede ist bemerkenswert, da beide als Randräume betrachtet wurden, die mit Transformation und Wiedergeburt in Verbindung gebracht wurden, und zwar aufgrund ihrer symbolischen Verbindung zu [[Feuer]] und [[Wasser]]. Die heilige Geographie der Pomoren platzierte das [[Banja|Badehaus]] an der Peripherie der Siedlung und verstärkte so seine chthonischen Assoziationen mit Leben und Tod.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Топос бани в религиозной антропологии народов северной России |Sammelwerk=Вестник Северного (Арктического) Федерального Университета. Серия: Гуманитарные И Социальные Науки |Nummer=4 |Datum=2019 |Seiten=138–146 |Sprache=ru |Online=https://cyberleninka.ru/article/n/topos-bani-v-religioznoi-antropologii-narodov-severnoi-rossii}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Meer, das im Leben der Pomoren eine zentrale Rolle spielte, hatte als Schwelle zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten eine bedeutende mythopoetische Bedeutung. Diese Sichtweise des Meeres als Grenze verlieh der Schifffahrt eine tiefe religiöse Bedeutung. Die Pomoren betrachteten den Nordostwind oder „Polunoshnik“ als eine [[heilige]] Kraft, die die [[Profan|weltliche]] Welt mit den mystischen Reichen des Nordens verband, wo der Kontakt mit dem Jenseitigen unvermeidlich war. Das Meer mit seinen zerstörerischen und schöpferischen Kräften wurde sowohl als Quelle des Chaos als auch als Weg zur Erlösung wahrgenommen, was die duale Natur der nördlichen Länder neben dem Polargebirge widerspiegelte, die gleichzeitig Regionen des [[Himmel (Religion)|Himmels]] und der [[Hölle]] waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Образно-символический фонд сакральной океанографии народов моря (часть 1) |Sammelwerk=Вестник Северного (Арктического) Федерального Университета. Серия: Гуманитарные И Социальные Науки |Nummer=1 |Datum=2020 |Seiten=106–113 |Sprache=ru |Online=https://cyberleninka.ru/article/n/obrazno-simvolicheskiy-fond-sakralnoy-okeanografii-narodov-morya-chast-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die letzten beiden Elemente zeigen, ist die Kombination von Zerstörung und Schöpfung, Leben und Tod oder sogar dem Heiligen und dem Weltlichen gleichzeitig anstelle einer klaren Trennung dualer Kräfte wie Gut und Böse von zentraler Bedeutung für die Pomor-[[Philosophie]], die an Konzepte wie [[Yin und Yang]] erinnert. Dies unterstreicht die Bedeutung von Grenzräumen und Schwellen. Sogar das Heilige hat immer eine dunkle Seite, die in diesem Fall durch die „Wächter der Schwelle“ dargestellt wird, während die „Achse der Welt“ oder der „nördliche Berg“, von dem man glaubte, dass er hinter dem Meer existiert, als [[Paradies]] anerkannt wurde. Es ist jedoch nicht möglich, das Reich des Heiligen zu betreten, ohne dessen Ambivalenz und dunkle Aspekte zu erfahren, die durch die Wächter repräsentiert werden. Elemente wie die „Windrose“, die den Pomor-Seefahrern bei der Navigation half, galten ebenfalls als heiliges Wissen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Konzept der Insel hatte in den Ritualen der Pomoren eine heilige Bedeutung, insbesondere bei Bestattungs- und Gedenkritualen. Inseln wurden als chthonische Räume gesehen, die die Lebenden mit den Vorfahren verbanden und die Stabilität der heiligen Traditionen der ethnischen Gruppe sicherstellten. Im Glauben der Pomoren dienten diese Inseltopos als symbolische Modelle des Universums, in denen sich die drei zeitlich und räumlich gleichartigen Bereiche der Toten, der Lebenden und der Nachkommen überschnitten und einen Raum schufen, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem einzigen Kontinuum verschmolzen. Das rituelle Gedenken, insbesondere durch die auf diesen Inseln durchgeführten Gedenkriten, verstärkte die ewige Erinnerung an die Vorfahren und die heilige Geometrie des Kosmos und bewahrte so die kulturelle Identität der Pomoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=A. M. Tamitskiy, N. M Terebikhin |url=https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1755-1315/302/1/012034/meta |titel=Island as a memorial site in the sacral landscape of the Arctic regions of the Russian North |abruf=2024-11-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Traditionen leben in der modernen Pomorengesellschaft weiter, wo ein [[Synkretismus (Religionswissenschaft)|synkretistischer]] Glaube weit verbreitet ist, neben einer Reihe (neuer) religiöser Bewegungen, die auf traditionellen Pomoren-Weltanschauungen basieren, die nach dem Fall der [[Atheismus|atheistischen]] [[Sowjetunion]] entstanden. Die modernen Pomoren haben eine freie, fließende und vielfältige Auffassung von [[Religion]] und feiern traditionelle Feiertage wie das pomorische Neujahr im [[September]] oder das [[Reh]]-Fest, nehmen an orthodoxen Pilgerfahrten teil oder meditieren an Kraftorten, wo sie auch Bänder und Münzen hinterlassen können. Diese Traditionen werden jedoch oft zu einer einzigen synkretistischen Weltanschauung mit einer topografischen Grundlage kombiniert, die lokale Locus-Kulte und hierotopische Praktiken ohne klare Grenzen zwischen dem [[Heilig]]en und dem Profanen umfasst. Die Zugehörigkeit zur [[Russisch-Orthodoxe Kirche|Russisch-Orthodoxen Kirche]] ist gering ausgeprägt.&amp;lt;ref&amp;gt;https://cyberleninka.ru/article/n/religioznye-narrativy-v-sovremennyh-etnopoliticheskih-proektah-na-primere-pomorskoy-idei (russisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschlechtsidentität ===&lt;br /&gt;
In [[Pomorje]] gibt es traditionell die soziale Rolle der „Raspetushya“, Personen unbestimmten Geschlechts, die entweder [[intersexuell]] geboren wurden oder biologisch [[Männliches Geschlecht|männlich]] sind und deren Aussehen, Verhalten, Lebensstil und Beruf eher dem einer Frau ähneln. Laut der Gesellschaft hatten diese Menschen kein bestimmtes [[Geschlechtsidentität|Geschlecht]] und mussten daher zwischen den Dörfern umherwandern. Sie wurden jedoch auch als Menschen mit magischem Wissen und geheimen Fähigkeiten wie Heilen angesehen. Auch wenn sie außerhalb von Zwischenpositionen nie vollwertige Mitglieder der Gesellschaft sein konnten, hatten sie doch die Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen und zum Beispiel gemeinsam mit den Frauen zu singen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Т. Б. Щепанская |Titel=Мужики и бабы… |Verlag=«Искусство-СПБ» |Ort=Санкт-Петербург |Datum=2005 |ISBN=5-210-01580-7 |Seiten=515–516 |Sprache=ru |Online=https://www.booksite.ru/fulltext/muzgiki/text.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Heutzutage akzeptiert die LGBT-Gemeinschaft der Region die Identität anstelle des Begriffs „[[drittes Geschlecht]]“, der als westliches oder europäisches Konstrukt angesehen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://syg.ma/@c007/raspietukh-byt-krikom-v-5-00-utra-po-miestnomu-vriemieni syg.ma]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Status heute ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Malye Korely.jpg|mini|Traditionelle Pomorische Holzgebäude im Freilichtmuseum [[Malyje Korely]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutzutage sind die Pomoren eine Minderheit in der [[Oblast Archangelsk]], wo die meisten Menschen Nachkommen nicht-einheimischer [[Russen]] sind, aber es gibt immer noch eine blühende Kulturszene mit internationaler Ausstrahlung. Die Pomoren-Dörfer werden jedoch nicht vom Staat geschützt, der den Pomoren das Recht zum Fischen und Jagen entzogen, den traditionellen Pomoren-Handel mit [[Sattelrobbe|Grönlandrobben]] verboten und ihre Ländereien enteignet hat, um sie dann an ausländische Investoren zu versteigern, traditionelle Häuser in Brennholz umzuwandeln und den Menschen das Betreten ihres angestammten Landes zu verbieten. Russische Gesetze zielen auf die [[Indigene Völker|indigene]] Bevölkerung ab, und selbst wenn ihnen eine Entschädigung versprochen wird, erhalten die Pomoren keine. Dies hat zur Entvölkerung riesiger Gebiete geführt, die nun für militärische Zwecke genutzt werden. Bis 2012 wurden 50 % aller Pomoren-Dörfer zerstört, was P. Esipov, der erste Anführer der national-kulturellen Autonomie der Pomoren, wie sie beim russischen Justizministerium registriert ist, als Völkermord bezeichnete. Viele Pomoren-Dörfer sind nur mit dem Hubschrauber erreichbar und verfügen über eine mangelhafte Infrastruktur. Große Teile Pomorjes werden heute als Müllhalden genutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://ru.thebarentsobserver.com/vozvrasenie-pomorov/389430 |titel=Возвращение поморов |hrsg=ru.thebarentsobserver.com |datum=2011-09-28 |sprache=ru |abruf=2024-11-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kommersant.ru/doc/1947315 |titel=&amp;quot;Мы на своей земле не хозяева&amp;quot; |hrsg=Коммерсантъ |datum=2012-06-11 |sprache=ru |abruf=2024-11-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies führte zu den Shies-Protesten 2018–2020 unter dem Motto „Pomorye ist kein Müllhaufen“ mit mehr als 30.000 Teilnehmern, die erfolgreich die Einrichtung einer Mülldeponie am Bahnhof von Shiyes verhinderten und zum Rücktritt des Gouverneurs des Oblast Archangelsk, Igor Orlov, und des Gouverneurs der [[Republik Komi]], Sergei Gaplikov, führten. Die Bewegung wurde von Pomor-Separatisten beeinflusst, die ein unabhängiges Pomorje oder [[Bjarmaland|Bjarmia]] anstreben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Yelena Solovyova |url=https://www.themoscowtimes.com/2019/07/06/protests-shiyes-how-garbage-dump-galvanized-russias-civil-society-a66289 |titel=Protests in Shiyes: How a Garbage Dump Galvanized Russia&amp;#039;s Civil Society |datum=2019-07-06 |sprache=en&amp;lt;!--  |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20230507092403/https://www.themoscowtimes.com/2019/07/06/protests-shiyes-how-garbage-dump-galvanized-russias-civil-society-a66289 |archiv-datum=2023-05-07 |abruf=2023-05-07 |hrsg=the moscow times |url-status=live --&amp;gt; |abruf=2025-03-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://region.expert/no_flag/ |titel=Не Поморье – не помойка |werk=Регион.Эксперт |sprache=ru&amp;lt;!-- |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20230331155235/https://region.expert/no_flag/ |archiv-datum=2023-03-31 |abruf=2023-05-07 |url-status=live --&amp;gt; |abruf=2025-03-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://region.expert/pomor-flag/ |titel=&amp;quot;Опасный&amp;quot; поморский флаг |werk=Регион.Эксперт |sprache=ru&amp;lt;!-- |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20230507092432/http://region.expert/pomor-flag/ |archiv-datum=2023-05-07 |abruf=2023-05-07 |url-status=live --&amp;gt; |abruf=2025-03-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Jahr 2002 wurden die Pomoren erstmals als Untergruppe der russischen Ethnie bei der Allrussischen Volkszählung berücksichtigt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://businesspress.ru/newspaper/article_mId_43_aId_129968.html |text=Artikel auf &amp;#039;&amp;#039;businesspress.ru&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20070613212612}} Деловая пресса: &amp;#039;&amp;#039;СРЕДИ ГУБЕРНАТОРОВ ПОЯВИЛСЯ НАСТОЯЩИЙ ПОМОР&amp;#039;&amp;#039;, 16. Oktober 2002 (russisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der Volkszählung von 2002 bezeichneten sich 6571 Menschen als Pomoren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.perepis2002.ru/ct/doc/TOM_04_01.xls |text=Zusammensetzung der Bevölkerung Russlands nach Nationalität auf der Seite der allrussischen Volkszählung von 2002 |wayback=20200109173322}} (russisch; [[Microsoft Excel|MS Excel]]; 52&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;, davon 6295 in der [[Oblast Archangelsk]] und 127 in der [[Oblast Murmansk]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.perepis2002.ru/ct/doc/TOM_04_03.xls |text=Zusammensetzung der Bevölkerung der russischen Subjekte nach Nationalität auf der Seite der Allrussischen Volkszählung von 2002 |wayback=20061104083455}} (russisch; [[Microsoft Excel|MS Excel]]; 884&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings waren bisher alle Versuche der Pomoren erfolglos, als ein [[Indigene Völker des russischen Nordens|indigenes Volk des russischen Nordens]] angesehen und in das &amp;#039;&amp;#039;Einheitliche Register der indigenen kleinen Völker Russlands&amp;#039;&amp;#039; aufgenommen zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.regnum.ru/news/723515.html &amp;#039;&amp;#039;Поморы обратились с жалобой в Верховный суд (Архангельская область)&amp;#039;&amp;#039;] Auf: regnum.ru vom 18. Oktober 2006 (russisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anhang ==&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Pomorskaja ėnciklopedija: &amp;#039;&amp;#039;Tom 1 Istorija Archangel&amp;#039;skogo Severa&amp;#039;&amp;#039;. Pomorskij gosudarstvennyj universitet, Archangelsk 2001, ISBN 5-88086-147-3, S. 317.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weblinks ===&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Pomors|Pomoren}}&lt;br /&gt;
* [http://kolamap.ru/library/kochina.html Ausführlicher Artikel über den pomorischen Schiffbau und Expeditionen] Вера Кочина: &amp;#039;&amp;#039;Кочи на поморье&amp;#039;&amp;#039; Aus: «Экспедиция», 2004  (russisch)&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20151222125912/http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/radio_broadcast/17350884/26952964/ Die Pomoren] Reportage des Radiosenders „Stimme Russlands“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Slawischsprachige Ethnie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;CommonsDelinker</name></author>
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