<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Polyphem</id>
	<title>Polyphem - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Polyphem"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Polyphem&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-27T00:33:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Polyphem&amp;diff=73043&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Ursprung und Verbreitung des Polyphem-Motivs */ Datumsformat im Einzelnachweis korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Polyphem&amp;diff=73043&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-16T08:20:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ursprung und Verbreitung des Polyphem-Motivs: &lt;/span&gt; Datumsformat im Einzelnachweis korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Polyphemos-MuseumOfFineArtsBoston-March25-07.png|mini|hochkant|Kopf des Kyklopen Polyphem, Marmor, Griechenland, 2. Jh. v. Chr. oder römische Kopie]]&lt;br /&gt;
[[Datei:The Blinding of Polyphemus, cast reconstruction of the group, Sperlonga (14969535228).jpg|mini|Odysseus und seine Gefährten blenden Polyphem, Gruppenrekonstruktion, [[Villa di Tiberio (Sperlonga)|Grotte des Tiberius]], Museo Archeologico di Sperlonga. Die Fragmente gehörten zu einer römischen Kopie eines [[Hellenismus|hellenistischen]] Originals.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Polyphemus Eleusis 2630.jpg|mini|Odysseus und seine Gefährten blenden Polyphem, Detail einer [[Attische Vasenmalerei#Frühattische Vasen|proto-attischen]] [[Amphora]] des [[Polyphem-Maler]]s, um 650 v.&amp;amp;nbsp;Chr., Museum von [[Eleusis]], Inv. 2630.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Polyphem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Πολύφημος|Polýphēmos}}, „der Vielgerühmte“) ist in der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] ein [[Kyklop]], ein einäugiger Riese. Er ist ein Sohn des [[Poseidon]] und der [[Nymphe|Meeresnymphe]] [[Thoosa]], Tochter des [[Phorkys]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Homer]], &amp;#039;&amp;#039;[[Odyssee]]&amp;#039;&amp;#039; 1,71–72; &amp;#039;&amp;#039;[[Bibliotheke des Apollodor]]&amp;#039;&amp;#039;, Epitome 7,4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Polyphem in der Odyssee ==&lt;br /&gt;
Die älteste erhaltene Erwähnung Polyphems findet sich in der &amp;#039;&amp;#039;[[Odyssee]]&amp;#039;&amp;#039; [[Homer]]s. Der Autor beschreibt die Kyklopen nicht explizit als einäugig,&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Heinz Stanzel: &amp;#039;&amp;#039;Liebende Hirten. Theokrits Bukolik und die alexandrinische Poesie.&amp;#039;&amp;#039; B. G. Teubner, Stuttgart 1995, S. 152; [[Luca Giuliani]]: &amp;#039;&amp;#039;Bild und Mythos. Geschichte der Bilderzählung in der griechischen Kunst.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50999-1, S. 107.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach anderen Quellen aber besaßen die Kyklopen nur ein einziges, mitten auf der Stirn befindliches Auge,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hesiod]], &amp;#039;&amp;#039;[[Theogonie]]&amp;#039;&amp;#039; 139–145; [[Ovid]], &amp;#039;&amp;#039;[[Metamorphosen (Ovid)|Metamorphosen]]&amp;#039;&amp;#039; 13,772–773; [[Hyginus Mythographus|Hyginus]], &amp;#039;&amp;#039;[[Genealogiae|Fabulae]]&amp;#039;&amp;#039; 125; &amp;#039;&amp;#039;Bibliotheke des Apollodor&amp;#039;&amp;#039;, Epitome 7,4&amp;lt;/ref&amp;gt; was Homer vielleicht als bekannt voraussetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{DNP|6|962||Kyklopen|[[Christine Walde]]}} So bereits [[Wilhelm Heinrich Roscher]]: &amp;#039;&amp;#039;Kyklopen 2.&amp;#039;&amp;#039; In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 2,1, Leipzig 1894, Sp. 1683; Luca Giuliani: &amp;#039;&amp;#039;Bild und Mythos. Geschichte der Bilderzählung in der griechischen Kunst.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 2003, S. 107, der davon ausgeht, dass in der Odyssee bei der Beschreibung der Kyklopen „auf ältere Märchenüberlieferungen zurückgegriffen“ wird, durch die die anatomischen Besonderheiten dem Leser bereits bekannt waren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Odyssee lebt der Riese mit anderen Kyklopen an einer waldbedeckten Küste,&amp;lt;ref&amp;gt;Homer, &amp;#039;&amp;#039;Odyssee&amp;#039;&amp;#039; 9,116 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; jedoch abseits von ihnen in einer Höhle, und ist der Hirte einer Schaf- und Ziegenherde.&amp;lt;ref&amp;gt;Homer, &amp;#039;&amp;#039;Odyssee&amp;#039;&amp;#039; [https://www.projekt-gutenberg.org/homer/odyss22/chap009.html 9],184 und 237.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Odysseus]] landet bald nach dem [[Trojanischer Krieg|Trojanischen Krieg]], nach der Station bei den [[Lotophagen]], mit seinen Schiffen auf einer vorgelagerten Insel, der sogenannten Ziegeninsel. Er beschließt am folgenden Tag, die Küste der Kyklopen zu besuchen. Die Suche nach deren Bewohnern führt ihn mit zwölf&amp;lt;ref&amp;gt;Homer, &amp;#039;&amp;#039;Odyssee&amp;#039;&amp;#039; 9,195; &amp;#039;&amp;#039;Bibliotheke des Apollodor&amp;#039;&amp;#039;, Epitome 7, 4&amp;lt;/ref&amp;gt; seiner Gefährten in Polyphems Höhle, wo sich die Mannschaft an den Vorräten des noch unbekannten Bewohners gütlich tut. Als der Kyklop am Abend die Tiere in seine Behausung treibt, diese mit einem mächtigen Felsbrocken verschließt, dann zunächst seine Herde versorgt und letztlich die Eindringlinge bemerkt, stellt sich Odysseus als schiffbrüchiger Grieche vor und bittet um [[Gastrecht]] – eine unter den Griechen geübte Sitte, die aufgrund ihrer Vorteilhaftigkeit unter dem besonderen Schutz des Zeus stand. Polyphem jedoch nennt Odysseus einen törichten Narren, verhöhnt auf seine Autonomie und Unabhängigkeit verweisend die Götter und verweigert das Gastrecht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinz-Günther Nesselrath]]: &amp;#039;&amp;#039;Xenoi und Hiketai bei Herodot.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Peter Riemer]], Ulrike Riemer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Xenophobie – Philoxenie. Vom Umgang mit Fremden in der Antike.&amp;#039;&amp;#039; Franz Steiner, Stuttgart 2005, 91–101, hier S. 91 ([https://www.researchgate.net/publication/334363064_Xenoi_und_Hiketai_bei_Herodot_in_Ulrike_Riemer_-_P_Riemer_Hrsgg_Xenophobie_-_Philoxenie_Vom_Umgang_mit_Fremden_in_der_Antike_Stuttgart_2005_91-101 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielmehr greift er sich unversehens zwei der Gefährten, zerschmettert sie und frisst sie Gliedmaße für Gliedmaße. Gesättigt legt sich der Riese schlafen; die Griechen wagen nicht, ihn zu töten, da sie auch gemeinsam nicht imstande wären, den Fels vom Höhlenausgang wegzuwälzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag reduziert der Kyklop die Gruppe seiner Gefangenen um weitere zwei Mitglieder. Odysseus kommt dem riesigen Hirten nun von sich aus mit einem Gastgeschenk [[Diplomatie|diplomatisch]] entgegen und serviert starken Wein: der passe gut zu Menschenfleisch. Als Gegengabe erbittet er nur, mit seinen Gefährten freigelassen zu werden. Redselig geworden, will Polyphem nun erfahren, welchen Namen Odysseus trage, damit er wisse, an wen er seinerseits ein Gastgeschenk gebe. Nachdem Odysseus dem Riesen dreimal den Wein nachgefüllt hat, nennt er sich in listiger Voraussicht &amp;#039;&amp;#039;Niemand&amp;#039;&amp;#039; (Griechisch {{lang|grc|Οὖτις}})&amp;lt;ref&amp;gt;Homer, &amp;#039;&amp;#039;Odyssee&amp;#039;&amp;#039; 9,366&amp;lt;/ref&amp;gt; und gibt damit ein Rätsel auf, das zu lösen der Kyklop nicht in der Lage sein wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Luisa Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zu antiken griechischen Rätseln.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. De Gruyter, Berlin/Boston 2020, S. 124 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nun eröffnet ihm Polyphem, womit er das Entgegenkommen seinerseits zu erwidern gedenke: &amp;#039;&amp;#039;Niemand&amp;#039;&amp;#039; werde er als letzten verspeisen, dies sei sein Gastgeschenk. Damit folgt Polyphem, trotz dem in gewisser Hinsicht absurden Gastgeschenk, ganz den mit dem Gastrecht der Griechen verbundenen Bräuchen.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Riemer: &amp;#039;&amp;#039;Namhaftigkeit und Pseudonymie. Grenzen homericher Gastfreundschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Prometheus.&amp;#039;&amp;#039; Band 24, 1998, S. 1–18 ([https://core.ac.uk/download/pdf/228581266.pdf PDF]); Ulrich Meurer: &amp;#039;&amp;#039;Niemand will ich als letzten verspeisen ... Zur Politik der Gastfreundschaft in der Odyssee.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Michael Grünbart]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschenke erhalten die Freundschaft. Gabentausch und Netzwerkpflege im europäischen Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; LIT, Münster/Berlin 2011, S. 117–127 ([https://www.academia.edu/7765289 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Polyphem in tiefen Schlaf gefallen ist, rammen ihm die gefangenen Griechen einen glühenden Pfahl in sein Auge, besorgt, den Riesen nicht zu töten. Polyphem schreit in seinem Schmerz die anderen Kyklopen um Hilfe herbei. Auf ihr Fragen nach dem Geschehen antwortet er: „Freunde! Niemand tötet mich mit List und nicht mit Gewalt!“&amp;lt;ref&amp;gt;Homer, &amp;#039;&amp;#039;Odyssee&amp;#039;&amp;#039; 9,408&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Sinn missverstehend, lassen ihn seine Artgenossen allein, denn sie glauben, Polyphem sei infolge einer gottgesandten Krankheit des Geistes verwirrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Geblendete seine Tiere am nächsten Morgen zur Weide hinauslassen muss, ist er noch klug genug, deren Rücken der Reihe nach abzutasten. Odysseus und seinen sechs überlebenden Gefährten gelingt es dennoch, aus der Höhle zu entkommen, weil sie sich seinem Rat gemäß jeweils unten am Bauch der Schafe festklammern. Gemeinsam wieder auf dem Schiff, verhöhnt Odysseus den blinden Riesen, dem es fast noch gelungen wäre, die Fliehenden mit einer Serie geworfener Felsen zu erschlagen. (Spätere Quellen setzten ihre über der Meeresfläche sichtbaren Reste mit den [[Zyklopeninseln]] vor der Küste des [[Ätna]] auf [[Sizilien]] gleich.) Glücklich außer Wurfweite gelangt, ruft Odysseus dem Riesen noch seinen wahren Namen zu. Da erinnert sich Polyphem, wie ihn einst der Seher [[Telemos]] vor dem Verlust seines Auges durch diesen griechischen Helden gewarnt hatte. Der Riese betet daraufhin zu seinem – Odysseus ohnehin feindlich gesinnten – Vater Poseidon um Rache, ihn anflehend, Odysseus nicht wieder in seine Heimat zurückkehren zu lassen. Poseidon erhört die Bitte. So kommt es zur zehnjährigen Irrfahrt des Odysseus, und nur durch das Eingreifen von [[Athene|Pallas Athene]] und [[Zeus]] gelangt der Held schließlich doch wieder heim zu seiner auf [[Ithaka]] wartenden [[Penelope (Mythologie)|Gattin]], freilich unter vollständigem Verlust seiner Mannschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;Homer, &amp;#039;&amp;#039;Odyssee&amp;#039;&amp;#039; 9,105-564.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprung und Verbreitung des Polyphem-Motivs ==&lt;br /&gt;
Die tragenden Handlungselemente der Geschichte von Odysseus und Polyphem (u.&amp;amp;nbsp;a. „Ein Ungeheuer überprüft Tiere, die weggehen.“) sind in der [[Folklore]] vieler anderer europäischer [[Ethnie]]n erkennbar, oft zusammengefasst unter dem Titel „Die Blendung des [[Oger]]s“. [[Wilhelm Grimm]] sammelte Versionen in Serbisch, Rumänisch, Estnisch, Finnisch, Russisch und Deutsch.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wilhelm Grimm |Titel=Die Sage von Polyphem |Verlag=Königl. Akad. der Wissenschaften |Datum=1857 |Online=https://books.google.de/books?id=WFASAAAAYAAJ&amp;amp;redir_esc=y&amp;amp;hl=de |Abruf=2018-01-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robarts - University of Toronto |Titel=Pausanias&amp;#039;s Description of Greece, tr. with a commentary by J.G. Frazer |Verlag=London Macmillan |Datum=1898 |Online=https://archive.org/details/pausaniassdescri01pausuoft |Abruf=2018-01-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Darüber hinaus sind [[Isländische Sprache|isländische]], [[Samische Sprachen|lappische]], [[Litauische Sprache|litauische]], [[Baskische Sprache|baskische]], [[Syrische Sprache|syrische]] und [[Keltische Sprachen|keltische]] Varianten bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Als deutsche Version des Polyphem-Motivs wird die Erzählung &amp;#039;&amp;#039;[[Der Räuber und seine Söhne]]&amp;#039;&amp;#039; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans-Peter Naumann |Titel=Das Polyphem-Abenteuer in der altnordischen Sagaliteratur |Hrsg=Schweizerisches Archiv für Volkskunde |Sammelwerk= |Band=75 |Nummer=3–4 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=1979 |ISBN= |Seiten= |Online=https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=sav-001:1979:75::295}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer alten isländischen Variante ziehen sich Kinder, die von einer Riesin gefangen gehalten werden, Schweinshäute an, um in dieser Tarnung aus ihrer Höhle zu entkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Schier (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Märchen aus Island.&amp;#039;&amp;#039; (Diederichs Märchen der Weltliteratur.) Reinbek 1992, Anm. d. Hrsg. zu &amp;#039;&amp;#039;Surtla in den Blaulandinseln&amp;#039;&amp;#039;, S. 325 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Grund der weiten Verbreitung der zentralen Handlungselemente geht die [[Erzählforschung#Finnische Schule|Finnische Schule]] von einem gemeinsamen Ursprung der Sage aus. Auf Basis von insgesamt 98 Handlungselementen aus 44 verschiedenen Überlieferungen wurde dazu eine [[Phylogenetischer Baum|phylogenetischen]] Rekonstruktion durchgeführt. Diese aus der Evolutionsbiologie entlehnte Methode wird zur Bestimmung der genetischen [[Phylogenese|Abstammung]] oder [[Verwandtschaftsbeziehung]]en von Mythen benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Überlieferung in der Version der [[Kanton Wallis|Walliser]] erwies sich dabei als diejenige, die einer prähistorischen, europäischen Ursprungsversion am nächsten kam.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Julien d&amp;#039;Huy |Titel=Polyphemus (Aa. Th. 1137): A phylogenetic reconstruction of a prehistoric tale. |Hrsg=Nouvelle Mythologie Comparée |Sammelwerk= |Band=1 |Nummer=1 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2013 |ISBN= |Seiten= |Online=https://halshs.archives-ouvertes.fr/hal-00826004/document}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der französische Anthropologe Julien d’Huy hat mit seinem Team in einem ähnlichen Verfahren den Ursprung in der Altsteinzeit verortet und wies eine weltweite Verbreitung des Mythos mit Versionen auch bei indigenen Völkern Nordamerikas nach. Auch ist laut ihm die Interpretation möglich, dass die „Hexenmeister“-Höhlenmalerei in der [[Drei-Brüder-Höhle]] in Südfrankreich in ihrer Gesamtheit als Abbildung eine Frühversion der Geschichte darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Julien d&amp;#039;Huy |Titel=Die Urahnen der großen Mythen |Sammelwerk=Spektrum der Wissenschaft |Nummer=4/2015 |Datum=2015-11-18|Seiten=66-73}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätere Überlieferungen ==&lt;br /&gt;
Griechische Dichter und bildende Künstler folgten in den darauffolgenden Jahrhunderten im Wesentlichen dieser Erzählung der Odyssee. Hervorzuheben sind etwa Vertreter der älteren Komödie wie [[Epicharmos]] und [[Kratinos]] oder das [[Satyrspiel]] &amp;#039;&amp;#039;[[Kyklops]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Euripides]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein neues, [[burleske]]s Motiv brachte der von der griechischen Insel [[Kythira|Kythera]] stammende Dichter [[Philoxenos von Kythera|Philoxenos]] in einem [[Dithyrambos]] hervor, in dem Polyphem als unglücklicher Freier der [[Nereide (Mythologie)|Nereide]] [[Galateia]] porträtiert wird. Polyphem warb geduldig, aber ungeschlacht um die Nymphe, die ihn verschmähte und schalkhaft abwies. Der liebeskranke Riese suchte Trost in Gesang und Tanz. Die Liebe des Kyklopen machte sich auch Odysseus für seine List zunutze. Die Episode von Polyphem und Galatea wurde in der mittleren griechischen Komödie und von bekannten [[Alexandrinische Schule|alexandrinischen]] Dichtern wie [[Kallimachos]]&amp;lt;ref&amp;gt;Kallimachos, &amp;#039;&amp;#039;Epigramme&amp;#039;&amp;#039; 47&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Theokritos]]&amp;lt;ref&amp;gt;Theokrit, &amp;#039;&amp;#039;Idyllen&amp;#039;&amp;#039; 11&amp;lt;/ref&amp;gt; aufgegriffen. Ovid&amp;lt;ref&amp;gt;Ovid, &amp;#039;&amp;#039;Metamorphosen&amp;#039;&amp;#039; 13,750-897.&amp;lt;/ref&amp;gt; schuf zu dieser Geschichte durch die Einführung der Gestalt des [[Akis|Acis]] auch ein tragisches Moment. Acis war ein Sohn des [[Faunus]] und der Nymphe [[Symaithis|Symaethis]]. Galatea verlor ihr Herz an den hübschen Acis, bis dieser von Polyphem aus Eifersucht mit einem Felsblock zerschmettert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen literarischen und künstlerischen Rezeption steht nicht die homerische Erzählung, sondern die von der Nymphe nicht erwiderte Liebe Polyphems im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
Eine der beiden Türen im [[Reichstagsgebäude]], die zum „[[Hammelsprung]]“ genutzt wurden, trug eine [[Intarsie]]narbeit, die die Bezeichnung dieses Abstimmungsverfahrens aufgriff und Polyphem als Schäfer mit Hirtenstab beim Zählen seiner Schafe zeigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Pfeilschwanzkrebse|Pfeilschwanzkrebs]]-Art &amp;#039;&amp;#039;Limulus polyphemus&amp;#039;&amp;#039; trägt den Namen des Zyklopen im [[Artepitheton]]. Der Name geht darauf zurück, dass man ursprünglich dachte, die Art habe nur ein Auge, was sich jedoch als falsch herausstellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Roscher|3,2|2698|2712|Polyphemos 2|[[Bruno Sauer]]|}}&lt;br /&gt;
* {{DNP|10|76||Polyphemos 2)|[[Lutz Käppel]]}}&lt;br /&gt;
* {{DNP|Suppl. 5|286|291|Galateia und Polyphemos|[[Gernot Michael Müller]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Polyphemus|Polyphem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118595598|LCCN=no2019087225|VIAF=69722185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreatur der griechischen Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Riese (Mythologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythologie (Sizilien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Odysseus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Auge in der Kultur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
	</entry>
</feed>