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	<title>Polizei-Bataillon 320 - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-28T19:04:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Ichigonokonoha am 6. Februar 2026 um 09:30 Uhr</title>
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		<updated>2026-02-06T09:30:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Polizei-Bataillon 320&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war eine militärische Einheit der [[Ordnungspolizei]] im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]]. Nach der Aufstellung im Februar 1941 wurde es bis zur Auflösung 1944 vor allem im [[Vernichtungskrieg]] und beim [[Holocaust|Mord an den Juden]] in der [[Sowjetunion]] eingesetzt. Die Zahl der Opfer der [[Erschießung]]en, an denen die Einheit beteiligt war, wird mit 45.000 veranschlagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufstellung und Einsatzgebiet ==&lt;br /&gt;
Das Polizei-Bataillon 320 wurde im Februar 1941 in [[Berlin-Spandau]] aufgestellt. Es bestand neben dem Bataillonsstab aus drei [[Kompanie (Militär)|Kompanien]] und einer Kraftfahrstaffel. Unter dem Kommando von [[Major]] Kurt Franz Dall (1905–1949) wurde die Einheit am 19. Februar 1941 in das [[Protektorat Böhmen und Mähren]] verlegt und in [[Mladá Boleslav|Jungbunzlau]] und [[Kolín]] stationiert. Vom 2. April bis zum 26. Mai 1941 wurden die 1. und 2. Kompanie in [[Königreich Jugoslawien|Jugoslawien]] eingesetzt, während der Stab und die 3. Kompanie in Kolin verblieben. Nach dem [[Unternehmen Barbarossa|Überfall auf die Sowjetunion]] am 22. Juni 1941 wurde das Bataillon nach [[Jasło|Jaslo]] im [[Deutsche Besetzung Polens 1939–1945|besetzten Polen]] verlegt. Mitte August 1941 marschierte die Einheit über [[Przemyśl]], [[Lemberg]] und [[Ternopil|Tarnopol]] nach [[Chmelnyzkyj|Proskurow]] in der [[Ukraine]], wo es neben den [[Polizei-Bataillon 304|Bataillonen 304]] und [[Polizei-Bataillon 315|315]] als &amp;#039;&amp;#039;Polizei-Bataillon 320 zur besonderen Verwendung (z. b. V.)&amp;#039;&amp;#039; dem [[Höherer SS- und Polizeiführer|Höheren SS- und Polizeiführer]] Russland-Süd, [[Friedrich Jeckeln]], unterstellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 7. September war das Bataillon in [[Riwne|Rowno]] stationiert, wo Stab, Kfz-Staffel und 3. Kompanie verblieben, während die 1. Kompanie nach [[Sarny]], die 2. hingegen nach [[Luzk]] verlegt wurden. Von Oktober 1941 bis Februar 1942 war dem Polizeibataillon die 1. Kompanie („Ostland“) des [[Polizei-Bataillon 33|Polizei-Bataillons 33]] unterstellt, die vor allem aus [[Deutsche]]n aus [[Lettland]] bestand. Am 24. Februar 1942 kam das Bataillon an die [[Mius]]-Front nahe [[Taganrog]], von wo es am 21. Juni wieder ins rückwärtige Frontgebiet verlegt wurde. Dort unterstand es wie auch die Bataillone 304 und 315 dem Kommando des [[SS-Polizei-Regiment 11|Polizei-Regiments 11]]. Bis Januar 1944 wurde die Einheit bei der „[[Weisung Nr. 46|Bandenbekämpfung“]] im Raum [[Brest (Belarus)|Brest-Litowsk]], [[Homel|Gomel]], [[Schytomyr|Shitomir]], [[Schepetiwka|Schepetowka]] und [[Kowel]] eingesetzt. 1944 wurde das Bataillon wieder an der Front im Raum Rowno, [[Dubno]], Luzk und im [[Weichsel]]&amp;amp;shy;bogen eingesetzt. Noch im selben Jahr wurde die Einheit aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beteiligung an Verbrechen ==&lt;br /&gt;
Angehörige des Polizei-Bataillons 320 waren während des [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Deutsch-Sowjetischen Krieges]] an mehreren Mordaktionen gegen [[Juden]] beteiligt. Beim [[Massaker von Kamenez-Podolsk]], bei dem zwischen dem 28. und 31. August 1941 rund 23.000 Juden ermordet wurden, übernahmen am 27. August die 1. und 2. Kompanie unter dem Kommando der [[Hauptmann (Offizier)|Hauptleute]] Alfred Weber (*&amp;amp;nbsp;1904) und Hans Wiemer (*&amp;amp;nbsp;1914) die Aufgabe, den Erschießungsort abzusperren und die Opfer dorthin zu treiben. Die 3.&amp;amp;nbsp;Kompanie unter dem Kommando von Heinrich Scharwey (*&amp;amp;nbsp;1907) traf am 28. August ein und beteiligte sich seit dem Nachmittag dieses Tages an der Aktion. Ein Angehöriger des Bataillons berichtete in einer Vernehmung 1960, Scharwey habe eine [[Antisemitismus (bis 1945)|antisemitische]] Ansprache an seine Männer gehalten und versucht, sie von der Notwendigkeit der Massenexekution zu überzeugen. Zugleich habe er auch erwähnt, dass er dem Einzelnen nicht den Befehl geben könne, mitzuschießen. Ein einziger Kompanieangehöriger, Werner Hofmann (* 1911), wandte sich daraufhin an Kompaniechef Scharwey und ließ sich von diesem von der Aktion befreien. Die anderen hätten die Maßnahme als „notwendiges Übel“ hingenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus-Michael Mallmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Der qualitative Sprung im Vernichtungsprozeß. Das Massaker von Kamenez-Podolsk Ende August 1941.&amp;#039;&amp;#039; In: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 10 (2001), S. 253; Curilla, &amp;#039;&amp;#039;Ordnungspolizei&amp;#039;&amp;#039;, S. 925. Hier jeweils auch die Schreibweise „Scharway“.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mindestens zwölf Angehörige des Bataillons beteiligten sich an den Exekutionskommandos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeckeln meldete dem [[Reichsführer SS]] [[Heinrich Himmler]] außerdem am 31. August 1941 per Funkspruch, das Polizei-Bataillon 320 unternehme eine Aktion in [[Mynkiwzi (Kamjanez-Podilskyj)|Minkowzy]], 45 Kilometer nordöstlich von [[Kamjanez-Podilskyj|Kamenez-Podolsk]], bei der 2.200 Juden erschossen worden seien. Dort löste das Polizei-Bataillon das [[Ghetto in der Zeit des Nationalsozialismus|Ghetto]] auf, sammelte unter Beteiligung der lokalen Polizei die jüdischen Einwohner auf der Hauptstraße und führte sie zu drei bereits ausgehobenen Massengräbern, wo sie, ebenfalls unter Beteiligung der ukrainischen Polizei, in Gruppen zu 10 bis 15 Personen erschossen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Kruglov und Martin Dean: &amp;#039;&amp;#039;Min’Kovtsy.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Geoffrey_P._Megargee]] u. Martin Dean (Hrsg.). &amp;#039;&amp;#039;The United States Holocaust Memorial Museum encyclopedia of camps and ghettos, 1933–1945.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 2, &amp;#039;&amp;#039;Ghettos in German-Occupied Eastern Europe.&amp;#039;&amp;#039; Indiana University Press; In association with the United States Holocaust Memorial Museum, Bloomington, [Washington, D.C.] 2012, ISBN 978-0-253-35599-7, S. 1426.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Aktion wurde in späteren Ermittlungsverfahren möglicherweise zum Massaker von Kamenez-Podolsk gezählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer weiteren größeren Mordaktion in Rowno vom 6. bis 8.&amp;amp;nbsp;November 1941 wurden etwa 15.000 Juden ermordet. Wiederum sorgte das Polizei-Bataillon 320 für die Ergreifung und den Transport der Opfer und die Absperrung des Erschießungsortes. Dies war ein Wald in der Nähe des Dorfes Sosneka, wo sowjetische [[Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges|Kriegsgefangene]] zuvor zehn Massengräber ausheben mussten. Wahrscheinlich 25 Mann aus der 1.&amp;amp;nbsp;und 3.&amp;amp;nbsp;Kompanie gehörten zum Erschießungskommando. Eine Abteilung des Einsatzkommandos&amp;amp;nbsp;5 der [[Einsatzgruppe C]] unter dem Befehl von [[SS-Sturmbannführer]] Hermann Ling, [[Ukrainer]] und fünf Angehörige der „Ostland-Kompanie“ waren ebenfalls beteiligt. Am 8.&amp;amp;nbsp;November wurden noch 50 alte Juden in einer kleineren Grube entdeckt, die dort offenbar vergessen worden waren. Sie wurden von einem Kommando der 3.&amp;amp;nbsp;Kompanie unter Heinrich Scharwey ermordet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bataillon war an weiteren Mordaktionen beteiligt, denen jeweils mehrere hundert Juden zum Opfer fielen. Einige Tage nach der Mordaktion bei Rowno erschossen acht Angehörige der 1.&amp;amp;nbsp;Kompanie 300 bis 400 Juden südlich von [[Kostopil|Kostopol]]. Bei einer Erschießung von mindestens 1.500 Juden durch ein [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]]-Kommando in der Nähe von [[Bjarosa|Bereza Kartuska]] Ende Juli 1942 waren die 2.&amp;amp;nbsp;und die 3.&amp;amp;nbsp;Kompanie beteiligt. Im Sommer exekutierte die 3.&amp;amp;nbsp;Kompanie 150 Juden in den [[Pripjetsümpfe]]n. Im September/Oktober 1942 sperrte die 1. Kompanie das Ghetto in Bereza Kartuska ab und transportierte etwa 1.000 Juden per LKW zum Exekutionsort. Angehörige der 3.&amp;amp;nbsp;Kompanie trieben die Opfer in eine Grube, wo sie von einem SD-Kommando erschossen wurden. An einer Exekution von 5.000 Juden aus Rowno in Kostopol am 14. Juli 1942 war das Bataillon entgegen der Darstellung bei [[Daniel Jonah Goldhagen]] jedoch nicht beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Goldhagen: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers willige Vollstrecker.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, Berlin 1996, ISBN 978-3-88680-593-8, S. 323. Curilla, &amp;#039;&amp;#039;Ordnungspolizei&amp;#039;&amp;#039;, S. 619.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der Vernichtung des Ghettos von [[Pinsk]], der vom 29. Oktober bis 1. November 1942 mindestens 18.000 Juden zum Opfer fielen, beteiligte sich ein [[Zug (Militär)|Zug]] der 3.&amp;amp;nbsp;Kompanie an der Durchkämmung des Ghettos, die anderen beiden Züge sowie die 2.&amp;amp;nbsp;und 3.&amp;amp;nbsp;Kompanie bewachten die Juden am Sammelplatz, eskortierten sie zum Erschießungsort und sperrte die Gruben ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Curilla, &amp;#039;&amp;#039;Ordnungspolizei&amp;#039;&amp;#039;, S. 621.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vergeltungsaktionen im Rahmen der Partisaneneinsätze brannten Angehörige der 3.&amp;amp;nbsp;Kompanie das Dorf Malischewka nieder und schossen in die brennenden Häuser. Dabei sollen ca. 100 Dorfbewohner getötet worden sein. Kurz vor Weihnachten 1943 befahl Bataillonskommandeur Schwarz-Linek eine Vergeltungsaktion gegen ein Dorf, bei der 200 Männer zusammengetrieben und erschossen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strafrechtliche Ermittlungen ==&lt;br /&gt;
Ab 1961 ermittelte die &amp;#039;&amp;#039;Zentralstelle im Land Nordrhein-Westfalen für die Bearbeitung von nationalsozialistischen Massenverbrechen bei der Staatsanwaltschaft Dortmund&amp;#039;&amp;#039; gegen [[Polizeirat]] Hans Wiemer, den Führer der 2. Kompanie, als Hauptbeschuldigten wegen [[Mord]]es und [[Beihilfe (Strafrecht Deutschlands)|Beihilfe]] zum Mord in über 50.000 Fällen. Im Laufe des Verfahrens wurden 400 Polizisten erfasst und 131 ehemalige Bataillonsangehörige vernommen. Einige Beschuldigte waren inzwischen in den Polizeidienst der Bundesrepublik eingetreten; Friedrich Haferkamp, im Herbst 1942 Führer der 1. Kompanie, war [[Oberstleutnant]] der [[Bundeswehr]]. Allerdings kam die Zentralstelle zu dem Schluss, das Bataillon habe hauptsächlich Absperrdienste geleistet und kaum Schützen für die Exekutionen abgestellt. Drei Polizisten hatten die Teilnahme an Exekutionen gestanden, die übrigen hatten dies bestritten. Der Führer der 1. Kompanie, Alfred Weber, behauptete, der Einsatz der Schützen aus seiner Einheit sei vom höheren SD-Führer veranlasst worden. Die Schützen seien später gefallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar bzw. Februar 1962 wurde das Verfahren gegen 363 ehemalige Bataillonsangehörige eingestellt. Gegen 30 Beschuldigte wurde das Verfahren zunächst fortgesetzt und im Dezember 1962 schließlich eingestellt. Die [[Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen]] in [[Ludwigsburg]] kritisierte insbesondere die Einstellung der Ermittlungen gegen Wiemer, die mit der Annahme eines [[Befehlsnotstand]]es begründet worden war. Der [[Generalstaatsanwalt]] in [[Hamm]] bestätigte jedoch am 23. April 1963 die Dortmunder Sichtweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Angehörige der 3. Kompanie, Herbert Hofmann, der sich 1941 durch Scharwey von der Teilnahme an den Erschießungsaktionen hatte entbinden lassen, trat als Zeuge der Nebenklage 1965 im [[Auschwitzprozesse#Erster Auschwitzprozess (1963 bis 1965)|Frankfurter Auschwitz-Prozess]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Landgericht Frankfurt am Main: &amp;#039;&amp;#039;1. Frankfurter Auschwitz-Prozess. »Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63&amp;#039;&amp;#039;. 146. Verhandlungstag, 26.3.1965, Vernehmung des Zeugen Herbert Hofmann ([https://www.auschwitz-prozess.de/zeugenaussagen/Hofmann-Herbert/ Fritz-Bauer-Institut, online.])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Curilla]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Ordnungspolizei und der Holocaust im Baltikum und in Weissrussland, 1941–1944.&amp;#039;&amp;#039; F. Schöningh, Paderborn 2006, ISBN 3-506-71787-1.&lt;br /&gt;
* [[Stefan Klemp]]: &amp;#039;&amp;#039;Nicht ermittelt. Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz. Ein Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Klartext, Essen 2011, S. 296–301.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Polizei-Bataillone des Zweiten Weltkriegs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einheit der Ordnungspolizei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsche Besetzung Jugoslawiens 1941–1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsche Besetzung Polens 1939–1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsche Besetzung der Ukraine 1941–1944]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holocaust]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ichigonokonoha</name></author>
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